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Test: Zoom TAC-8, Thunderbolt Audiointerface

Anschluss

Rechner auf, anstecken, los geht’s. Nein, so einfach macht es uns Zoom nicht, eine Treiberinstallation ist notwendig, Download über die Anbieterseite. Hier findet sich auch die TAC-8 MixEfx Steuersoftware. Also beide Programme geladen und installiert, jetzt geht’s.

Zuerst teste ich die Qualität der Wandler, indem ich mit einem jazzigen Playback aus den Ausgänge direkt wieder ins Gerät zurück gehe. Nun, das Ergebnis ist als wirklich gut zu bewerten, die jetzt zweifach gewandelte Aufnahme bleibt dynamisch und in der empfindlichen Höhenauflösung der Becken ist kein Unterschied festzustellen. Allein im Tiefmittenbereich, wo sich der Kontrabass tummelt, ist das Original etwas plastischer und durchsetzungskräftiger.

Zoom verspricht weitgehende Klangtreue durch die interne Verarbeitung in vierfacher Samplingrate, was bis zu 48 kHz funktioniert. Das ist in der TAC-8 MixEfx Software freizuschalten, mache ich nun und tatsächlich, der eben noch etwas eingeschränkte Bereich ist nun vom Original kaum mehr zu unterscheiden, klare Empfehlung für diese Funktion.

Bei der Gelegenheit überprüfe ich auch gleich die Aufnahmeverzögerung. „Near-zero-latency“ verspricht da die Internetpräsenz des Herstellers. Bei meinem Test komme ich auf ca. 2 ms, das ist sehr gut und dürfte auch sensible Rhythmiker nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Als Nächstes folgt eine Gesangsaufnahme mit Mikro. Dafür kommt, weil es gerade am schnellsten greifbar ist, ein Neumann U89 zum Einsatz, also Phantomspeisung an. Auch hier bin ich mit dem Klang zufrieden, der Preamp bildet neutral ab, wieder ist die angenehme Höhenauflösung zu vermelden. Übrigens führt Zoom das Layout der Vorverstärker auf ihre H-Serie zurück, das sind diese kleinen Mobilrecorder. Aber hey, die Dinger klingen gut und sind sicher nicht ohne Grund Marktführer. Irgendwie sympathisch, wo doch so einige Mitbewerber ihre Preamps mit „übernommen aus unserer Hi-End Console…“ oder „entwickelt von den Schöpfern von…“ bewerben.

Anzumerken bleibt auch, dass die minimalistische Aussteuerung mit einer Signal/Clip-LED perfekt funktioniert. Genau bei 0 dB wechselt die Anzeige auf rot. Positiv auch wieder die geringe Latenz, bei Gesang fallen die 2 ms garantiert nicht ins Gewicht, da kann also getrost hinter dem Interface abgehört werden.

Das TAC-8 verfügt auch über zwei Hi-Z Eingänge, die sollen nun auch getestet werden. Dazu kommt meine Akustikgitarre zum Einsatz.

Vom Anschluss her gibt es keine Probleme, ca. 10 dB mehr Gain stehen durch den Hi-Z Knopf zur Verfügung, das reicht auch für schlappe passive Instrumente. Der Sound ändert sich nicht großartig, bei meiner Piezo-Gitarre bleibt die klangliche Grundstruktur erhalten. Wer da etwas ändern möchte, muss zum externen Preamp greifen. Deshalb würde ich die Instrumenteneingänge nicht unbedingt zu den herausragenden Merkmalen des Interfaces zählen.

Nun geht es an die Digitalanbindung. Dafür wird das TAC-8 mit meinem RME ADI-8 DS erweitert. Auch das funktioniert reibungslos, die Clock lasse ich dabei wie immer vom RME vorgeben, als Clock Source wähle ich ADAT aus. Das geht auch reibungslos, Aufnahme ok.

Also checke ich anhand diese Setups auch noch gleich die Ausgänge, TAC-8 vs. ADI-8. Hab ich neulich dem malekmusic ja versprochen. Nun, die RME löst etwas detailreicher auf und klingt plastischer, viel Unterschied ist da aber nicht. Das ändert sich, wenn ich beim Zoom das Upsampling deaktiviere, dann habe ich gleich einen deutlich flacheren Sound, dem die Tiefen fehlen. Dringender Tipp: Sowohl bei Aufnahme wie auch beim Abspielen, das Upsampling aktiviert lassen!

Was haben wir noch an Schnittstellen? Der S/PDIF hebt da die Hand, wird kurz getestet, die digitale Zuspielung vom Channel One läuft ohne Probleme. Die Clock kommt jetzt natürlich vom TAC-8. Bei Nutzung mehrerer digitalen Schnittstellen ist es ratsam, sich da so seine Gedanken zu machen.

MIDI steht noch auf dem Programm, da erwarte ich keine Probleme, genau so ist es dann auch.

Forum
  1. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ja genau, wieso gibt es eigentlich keine TB Lösungen für PCs? Es kann doch nicht sein, dass „Wir ham USB!“ hier die passende Antwort ist? Die Schnittstelle ist längst frei (gegen Zahlung der Lizenzgebühren naürlich)

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Es gibt Thunderbolt PCIe-Karten für PC-Tower zwischen €80 und €180.

      Bei Laptops etc. auch erst jenseits der €1000 Grenze.

      Während Mac-user solche Preise gewohnt sind, sind es PC User nicht und deshalb ist dort der Kleinste Gemeinsame Nenner tragend. USB & eSATA und evtl. Ethernet für NAS).

      Realistisch gesehen ist Thunderbolt auch wirklich nur für Audio (Latenzen) / Video (Datenduchsatz) und 3D (Multi-Bildschirm) -Anwender interessant und das ist halt die Minderheit, denke ich.

      Vielleicht haben auch deshalb USB-IF und Intel Type-C eingeführt, um die Kontaktängste zu mindern :D

      M.

    • Profilbild
      hijack  

      Nun ja, die gäbe es schon :

      http://www.....id=4781#ov

      Allerdings stehen neue Prozessoren mit einem neuen Sockel an, da müssen erst die neuen Motherboards dafür kommen.

      DDR4 hat wohl auch noch etwas Startschwierigkeiten

      Dürfte wohl so ein paar Sachen im Umbruch sein in der PC-Welt zur Zeit. Deshalb wird wohl auch Thunderbolt etwas warten müssen. Vorallem bei den fertig konfektionierten PCs.

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        gaffer  AHU

        Ich kenne die Problematik, habe täglich damit zu tun. Was mich irritiert, immer wieder setzen sich (zum Teil zu Recht) so hingepfriemelte Lösungen durch. Als USB 2
        erschien, waren eine ganze Zeit lang USB 1.1 INtefaces dem neuen Standard überlegen, bis es irgendwann hinoptimiert wurde. Momentan gibt es auch Threads, die sich mit dem Abwenden von UAD vom PC Musikmarkt befassen, die sich ganz offensichtlich nicht mit einer minderwertigen USB Lösung abgeben wollen und diese schlicht kappen

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          TobyB  RED

          Hallo Gaffer,

          ich denke bei UAD werden da auch noch andere Gründe hineinspielen, die müssen sich ja zum Teil echt verrenken um ihr Zeug unter Windows performant fliegen zu lassen. Es gibt für Win7 von HP und Dell HW, allerdings sind die wie von Markus geschrieben jenseits der 1000€ und ich bezweifele das sich die Kollegen Pizzableche ins Studio stellen, schön flach alles auf einer tiefen 19“ HE ;-) Spass beiseite, ich denke Apple wird hier a) Betriebssystem bedingt und durch die Anzahl an Einheiten die sie einkaufen, schneller von den Zulieferern erhört. Ich hoffe das TB das Schicksal von FW erspart bleibt.

  2. Profilbild
    Heiner Jürs  

    mich wundert, dass USB 3.0 von den Herstellern so sparsam genutzt wird. Wer PC-Leuten ein performantes System zur Verfügung stellen will, kann das mit USB 3.0 recht gut.
    Immerhin RME hat was im Angebot …

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