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Top News: Moog Synthesizer IIIc, Modularsystem

Limitierte Auflage des 10-VCO-Systems

29. April 2017

Nachdem Moog bereits die Modularsysteme 55, 35 und 15 in limitierter Stückzahl wieder aufgelegt hat, wird nun der Moog Synthesizer IIIc in ebenfalls begrenzter Anzahl gebaut.

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Die Moog Synthesizer IIIc, IIc und Ic waren die direkten Vorläufer der bekannteren Systeme 55, 35 und 15. Für diese Systeme wurden die einzelnen Module der 900er Serie entwickelt, die später, teils in überarbeiteter Form, auch in anderen Moog-Systemen Verwendung fanden.
Der „neue“ Synthesizer IIIc wird nach den original Unterlagen und Schaltplänen (noch aus der Trumansburg-Zeit von Moog) in Handarbeit gefertigt. Das schlägt sich dann natürlich auch in dem Preis von schlappen 35.000 $ nieder. Es wundert daher kaum, dass die Stückzahl auf 25 Einheiten begrenzt ist.

Der Moog Synthesizer IIIc hat eine Ausstattung, die von den Systemen 55, 35 und 15 deutlich abweicht. Bei den insgesamt 36 Modulen sind allein 10 Oszillatoren (1x 901 und 9x 901B) vorhanden, die genügend Druck liefern sollten, um das Studio wackeln zu lassen. Man darf aber nicht vergessen, dass es keine eigentlichen LFOs gibt, sondern dafür auch VCOs „geopfert“ werden müssen.
Das Spring Reverb 905, der Matrix Mixer 984 und die vier Mixer CP3 sind nur beim Synthesizer IIIc vorhanden. Außerdem gibt es neben Hoch- und Tiefpassfilter die berühmte Fixed Filter Bank 914. Der Rest verteilt sich auf Hüllkurven, Trigger Delay und diverse Hilfsmodule.
Verglichen mit modernen Modularsystemen vermisst man hier Möglichkeiten wie Logik-Module, besondere Filter oder weitere Klangformer. Man darf eben nicht vergessen, dass zur Entstehung des Synthesizer IIIc bzw. den 900er Module die eigentlich Grundlagenforschung der Synthesizerm wie wir sie heute kennenm erst begonnen hat. Bob Moog hatte nach eigenen Angaben dafür mit mehr als 100 Musikern zusammengearbeitet.

Ich bezweifle zwar stark, dass ein Amazona-Leser sich eines von den 25 Exemplaren zulegen wird, aber dran spielen würden wir doch wohl alle gern – wenigstens ein Mal.

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Hier die vollständige Modulliste des Synthesizer IIIc:

1x 901 Voltage Controlled Oscillator
3x 901A Oscillator Controllers
9x 901B Oscillators
3x 902 Voltage Controlled Amplifiers
1x 903A Random Signal Generator
1x 904A Voltage Controlled Lowpass Filter
1x 904B Voltage Controlled Highpass Filter
1x 904C Filter Coupler
1x 905 Reverberation Unit
3x 911 Envelope Generators
1x 911A Dual Trigger Delay
1x 912 Envelope Follower
1x 914 Extended Range Fixed Filter Bank
1x 984 Four Channel Mixer
1x 992 Control Voltage/Attenuator Panel
1x 993 Trigger & Envelope Voltages Panel
4x Console Panel No. 3, each including:
– 4-input mixer with + and – outputs
– 2 Trunklines
– Control Voltage Switches
– Attenuator
– Click Filter
1x Console Panel No. 2 including:
– Lowpass and Highpass Filters
– Jack Multiples
– 3 Control Voltage and Trigger Outputs
1x Console Panel No. 8 including
– Power Switch
1x 350 Watt 120 VAC or 230 VAC Switch Selectable Power Supply

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Preis

  • 35.000 $
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Forum
  1. Profilbild
    iggy_pop AHU

    Wenn man nicht mehr weiß, was man mit seinem Leben anfangen soll, dann kauft man sich ein solches System.
    Alle anderen nehmen was Anderes.
    Einen schicken Sportwagen amerikanischer Provenienz zum Beispiel.

  2. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Noch ein Kasten für Hans Zimmer. Wir anderen haben ja noch Eurorack, Doepfer sei Dank! Umso besser, dass Moog mit der Mother-32 auch diese Norm bedient. Mein Wunsch wäre jetzt noch ein Minitaur-Modul…

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Und wenn man sich die Module bei „Club Of The Knobs“ bestellt und im Gehäuse zusammendengeln lässt, kommt man sicher mit weniger als die Hälfte des Preises weg. Aber dass man hier für den Namen zahlt, ist ja nichts neues :)

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    tantris

    Dieser Oldtimer taugt höchstens noch fürs Museum, aber nicht zum Musik machen. Da greife ich dann lieber z.B. zu einem Novation Peak.

    • Profilbild
      Dirk Matten RED

      @tantris Alles was klingt, ist zum Musikmachen geeignet. Und wenn es zur Musik passend klingt, umso mehr. Ich finde, man sollte die Auswahl des Instruments dem Musiker überlassen und nicht aus der Distanz, ohne den Musiker und/oder seine Musik zu kennen, pauschal urteilen. Michael Hirte hat auf der Mundharmonika geblasen, Walter/Wendy Carlos ein riesiges Moog Modularsystem genutzt – beide haben offensichtlich ihre Hörer tief berührt.

      • Profilbild
        Coin AHU

        @Dirk Matten Ja man sollte die Wahl des Instruments dem Musiker überlassen.
        Doch die Möglichkeit so einen Moog Schrank zu wählen
        haben leider nur wenige.

          • Profilbild
            swellkoerper AHU

            @Dirk Matten Gedudel im Sinne von melodiös ist ja schon die Königsdisziplin. Vielfach erschöpft sich der Modularist an Piepsen, Blubbern und vor allem, Furzgeräuschen aller Art. Mich eingeschlossen.

    • Profilbild
      Son of MooG AHU

      @tantris Isao Tomita hat mit einem IIIC(plus „accessory“) „Pictures…“ und „The Firebird“ produziert. Er hat den Synth als Instrument behandelt, das man spielen soll und nicht nur monotones 8-Step-Genudel runter rasseln lässt…

  5. Profilbild
    Coin AHU

    Nunja, ich würde denen, die sich dieses Stück Hardware leisten können nicht gleicht etwas unterstellen.
    Aber Fakt ist, man kann sich Kreativität nicht erkaufen.
    Es gibt da sicher irgendwelche Synthesisten (so wie Pianisten) die mit Modularschränken etwas tolles zaubern.
    Ein dicker Geldbeutel macht einen jedenfalls nicht zu einem Könner.

    • Profilbild
      Dirk Matten RED

      @Coin Ich kenne in der Tat nur wenige vorzeigbare Musikstücke, die mit modularen Synthesizern gemacht wurden, egal welcher Preisklasse.

      • Profilbild
        liquid orange AHU

        @Dirk Matten Definiere „Musikstücke“! Rhythmus und Melodie? Das ist nur Gewöhnungssache und hat nichts mit Musik und schon gar nichts mit Kreativitätsfreiheit zu tun. In der Wikipedia steht unter Musik:
        „Musik ist eine Kunstgattung, deren Werke aus organisierten Schallereignissen bestehen“
        So gesehen muss nur eine Ordnung drin sein, aber nicht unbedingt die die wir gewohnt sind. Ich z.B. liebe Drones die weder Rhythmus oder Melodie haben, bezeichne es aber auch als Musik (im Gegensatz zu meiner Frau die auf Grund der „Nichtoffenheit“ bezüglich dieser Musik dann eben etwas leiden muss). Aber wie sagte schon Edgar Froese:
        „​Es gibt keine falschen Töne, nur falsche Erwartungen.“

          • Profilbild
            liquid orange AHU

            @Dirk Matten Natürlich, ein beeindruckendes Werk. Da ist aber auch ein Piano und ein Schlagzeig dabei, dadurch wirkt das auch „gewohnter“ für mich. Mag ich ja auch sehr und macht es für mich eben auch einfacher und bekömmlicher.
            Ich bevorzuge aber eher neuere Dinge wie die Sachen die Steven Wilson unter Bass Communion gemacht hat (auch wenn es da oft doch rhythmisch wird, was ich ja auch mag). Aber ich finde wir sollten offener sein, denn nur so ist eine Weiterentwicklung der Musik überhaupt möglich. Gewohntes ist nie neu! Oder wie sagte eben der erwähnte Steven Wilson:
            „​Es hat noch nie so viel Musik gegeben wie heute, aber sie verkommt mehr und mehr zu einem Hintergrundrauschen.“

            • Profilbild
              Dirk Matten RED

              @liquid orange Ich spreche von der elektronischen Fassung ohne Interpreten. Stockhausen in dem von mir angeführten Abschnitt auch.

                • Profilbild
                  Dirk Matten RED

                  @liquid orange Die Zusammenstellung und innere Zusammensetzung des Klangmaterials geht also bereits einen Schritt weiter, als bei den bis dahin bekannten Beispielen; die Unterwerfung des Materials unter die ordnende Vorstellung des Komponisten und die Anpassung eines gegebenen Materials an die neuen Forderungen musikalischer Form könnten das Unheil abwehren, daß umgekehrt der Komponist von den Bedingungen des Materials beherrscht würde und aus den Widersprüchen von Material und Kompositionsmethode der ersten Jahrhunderthälfte nicht mehr herausfände.

                  Prinzipiell geht es überhaupt nicht um die Verwendung ungewohnter, unbedingt neuer Klänge – derart modische Chocs verbrauchen sich sehr schnell-, sondern darum, daß die musikalische Ordnung in die Schwingungsstruktur der Schallvorgänge hinein getrieben wird, daß die Schallereignisse in einer Komposition integraler Bestandteil dieses und nur dieses Stückes sind und aus seinen Baugesetzen hervorgehen: Textur des Materials und Struktur des Werkes sollen eins werden; mikrotonale und makrotonale Form müssen gemäß der Formidee für jedes Werk wieder neu in Übereinstimmung gebracht werden.
                  Dabei sind die bisherigen Vorstellungen von musikalisch >tauglichen< Schallvorgängen zu revidieren: Jeder überhaupt nur vorstellbare Schall kann, wenn er aus der komponierten Struktur eines Werkes notwendig hervorgeht, musikalisch verwendet werden. Klänge, Geräusche - wie immer sie beschaffen sein mögen - sind zunächst bloßes Material, und nichts veranlaßt dazu, gewisse Schallvorgänge von vorneherein für den musikalischen Prozeß auszuschalten. Karlheinz Stockhausen - Arbeitsbericht 1952/53: Orientierung, Seite 35 unten

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                    liquid orange AHU

                    @Dirk Matten Im Prinzip brillant! Wobei mich die Aussagen „Prinzipiell geht es überhaupt nicht um die Verwendung ungewohnter, unbedingt neuer Klänge“ und „Dabei sind die bisherigen Vorstellungen von musikalisch >tauglichen< Schallvorgängen zu revidieren" wobei er es dann hervorragend "zusammenfasst":
                    "Jeder überhaupt nur vorstellbare Schall kann, wenn er aus der komponierten Struktur eines Werkes notwendig hervorgeht, musikalisch verwendet werden."
                    Stockhausen war wirklich gedanklich sehr weit und auf seine Art genial.

      • Profilbild
        Son of MooG AHU

        @Dirk Matten Was ist mit der Berliner Schule? Tomita & Carlos? Eberhard Schoener (Bali Agung, Trance-Formation etc.)? TONTO? Zorch? Sind die nicht vorzeigbar?

        • Profilbild
          Dirk Matten RED

          @Son of MooG Ich hatte geschrieben: Ich kenne in der Tat nur wenige vorzeigbare Musikstücke, die mit modularen Synthesizern gemacht wurden, egal welcher Preisklasse.
          .
          Im Verhältnis zu den verkauften Stückzahlen von modularen Synthesizern bzw. Modulen sind das die Ausnahmen.

  6. Profilbild
    swellkoerper AHU

    Verglichen mit der Eurorack-Welt ist man hier schon eher eingespurt auf „erweiterte“ subtraktive Synthese. Das scheint in der 5U-Welt aber niemanden gross zu stören, dort forscht man halt jahrelang Oszillator-Schwebungen. Im Video wird erstaunlicherweise reger Gebrauch vom 960er Sequenzer gemacht (sogar 2 davon), obwohl der gar nicht zum IIIc gehört. Find ich verwirrend.

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        iggy_pop AHU

        @Dirk Matten Wenn es Dich tröstet: Er hat auch nicht viel mehr dafür bekommen, als er ihn 1998 mitsamt seines übrigen modularen Geraffels in der VEMIA veräußerte. Lediglich der Synthi 100 wurde seinerzeit unverhältnismäßig teuer.
        Heute sähe das allerdings ein wenig anders aus…

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