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Workshop: Das passende Verzerrerpedal für deinen Amp

Welcher Verzerrer passt zu welchem Amp?

7. März 2023

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Eigentlich ist die Kombination E-Gitarre – Verstärker und die damit je nach Musikrichtung verbundene Verzerrung ein einziger Witz. Ob im HiFi-, im Recording- oder im Beschallungssegment, nichts wird mit teils großem technischen Aufwand so konsequent bekämpft und verteufelt wie jegliche Form der Saturisation, Übersteuerung oder auch der Klirrfaktor im allgemeinen. Und dann kommt der Gitarrist daher und kann gerade von den oben genannten Punkten gar nicht genug bekommen, welche der Tontechniker fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Aber aufgepasst, Verzerrung ist nicht gleich Verzerrung, erst recht, wenn man im Digitalbereich unterwegs ist. Allerdings wendet sich dieser Workshop explizit an die Gitarristenfraktion, man möge mir also verzeihen, wenn ich nicht weiter auf die typischen Studio-Verzerrungen eingehe, welche einem das Leben wahrlich schwer machen können. Nun denn Pedal und Verstärker, welchen Sound hätten Sie denn gerne?

Welches Pedal bei welchem Verstärker Workshop

Pedale Meadow Studios

Zusammenspiel von Gitarrenverstärker & Effektpedal

Hoho, ich höre schon die ersten aufgeregten Stimmen in den hinteren Reihen, „was ist mit der Kombination Cabinet / Speaker / Kabel / Mikrofon?“. Ja, sie haben Recht und zwar weit mehr, als dem unbedarften Hörer bekannt sein dürfte. Der Bereich Mikrofon bleibt heute einmal außen vor, da es sich nicht um einen Recording-Workshop handelt und die Abhandlung genug Stoff für einen separaten Workshop bietet. Das Segment Kabel ist in der Tat ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt, aber auch dieser Bereich würde den Workshop sprengen. Was man allerdings ganz grob als Richtlinie in den Raum werfen kann, immer darauf achten, dass sich zwischen Verstärker und Cabinet (aber auch NUR hier) ein LS/Lautsprecher/Speakerkabel befindet.

Bei einem Lautsprecherkabel laufen die beiden Adern meist nebeneinander, da es keine Probleme bzgl. der Abschirmung gibt, von daher kann man den Leiterquerschnitt gegenüber einem Instrumentenkabel deutlich erhöhen, was sich positiv auf den Klang auswirkt. Ich hatte erst letztes Jahr bei einem kleineren Festival einen völlig unfähigen Bühnentechniker von der P.A.-Company, welcher meine Cabinets mit Instrumentenkabeln verdrahtete. Der Sound war dünn, leise, undefiniert, einfach nur unterirdisch. Bei einem leistungsstarken Bassverstärker können solche Kabel auch gerne einmal heißlaufen, was zur Zerstörung des Verstärkers führen kann.

In Sachen Lautsprecher hingegen tun sich Welten auf, wenn es um den Klang der Gitarre geht, insbesondere wenn es um High-Gain-Gitarren geht. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass im High-Gain-Bereich der Lautsprecher einen deutlich höheren Einfluss auf den Gesamtsound hat als zum Beispiel der Verstärker. Dies ist allerdings erneut ein Bereich, den man separat untersuchen muss, da die klanglichen Auswirkungen immens sind. Heute soll es allerdings nur um die Kombination Pedal und Verstärker gehen, deshalb nehmen wir als Basis für den Bereich Cabinet/Lautsprecher die Kombination Marshall 412er mit Celestion G12T 75 Lautsprechern, einer der großen Klassiker im Rock- und Heavy-Bereich.

Welches Pedal bei welchem Verstärker Workshop

Amps Meadow Studios

Dieses Verstärker sind pedalfreundlich

Die Zahl der zur Auswahl stehenden Pedale ist groß, nein, sie ist gigantisch. Allein das Musikhaus Thomann führt aktuell 629 verschiedene Verzerrer-Modelle in seinen Reihen und diesbzgl. sind viele kleine Garagenschrauber gar nicht mal erfasst. Wer also mal ein paar Wochen nichts zu tun hat, kann seine freie Zeit gerne für „Pedal Testing“ verwenden und sich dabei selber langsam, aber stetig in den Wahnsinn treiben. Wir müssen also eine grobschlächtige Vorauswahl treffen, um nicht komplett im Angebot zu ersaufen.

Aber erst noch einmal die oben genannte Frage, warum sollte man überhaupt Pedale verwenden? Gerade diese Frage bekommt man häufig von High-Gain-Verstärker Besitzern gestellt und gerade die 4-Kanal-Engl / Diezel / you name it Fraktion („brauche ich nicht …“) kann wohl bis heute nicht nachvollziehen, was es mit dem ganzen Pedal-Wahnsinn auf sich hat. Dabei haben sie gar nicht mal Unrecht, aber im gleichen Atemzug kann man auch die Frage stellen, warum man zwei oder mehr Gitarren benötigt. Ach so, das hat mit dem Klang zu tun, nun denn, vielleicht ist dies bei Pedalen ja auch der Fall und der Grund, warum auch professionelle Multi-Channel-Amp-User immer noch das eine oder andere Verzerrerpedal auf ihrem Board platziert haben.

Ibanez TS9
Ibanez TS9
Kundenbewertung:
(438)

Der eigentliche Grund für Verzerrer ist allerdings einmal mehr in der Vergangenheit zu suchen. Wir setzen uns also in unsere Zeitmaschine und rasen ca. 80 Jahre in die Vergangenheit. Ihr seid Gitarrist in einer Big Band. Der Tonabnehmer wurde gerade erst erfunden und ihr versucht, euch mit Röhrenverstärkern im einstelligen Watt-Bereich Gehör zu verschaffen, was euch aber kaum gelingt, da selbst eine einzelne Trompete euch voll gegen die Wand bläst, geschweige denn eine zweistellige Blechbläser-Wand, die alles in Sack und Asche drückt. Was macht man also? Man dreht den Volume-Regler immer höher, bis irgendwann einmal der unterdimensionierte Lautsprecher den Geist aufgibt. Kurz bevor dies geschieht, entwickelten aber einige Amps einen sehr schön saturierten Ton, der zwar im Jazz/Swing-Kontext überhaupt nicht zu gefallen weiß, bei kurzen und knackigen Leads jedoch dem Gitarrenton einen extra Kick verpassten.

Nun denn, die Hallen werden größer, die Bands werden lauter und spätestens in den Sechzigern entwickeln sich 100 Watt Vollröhrenverstärker zu einem Standard, der aber immer noch selbst bei Maximallautstärke lediglich einen moderaten Crunch zulässt, allerdings verbunden mit einer einhergehenden infernalischen Lautstärke. Der Wunsch vieler Musiker nach mehr Verzerrung bei geringeren Lautstärken lässt die ersten Schrauber wie zum Beispiel Roger Mayer, der die ersten Effektpedale von Jimi Hendrix entwickelte, auf den Plan treten. Ab hier wird eine riesige Welle an Innovationen im Musikbereich losgetreten, angefangen mit einer immer größer werdenden Auswahl an Pedalen bis hin zu Verstärkern, bei denen man die Vorstufen separat in ihrer Verzerrung regeln kann, wie zum Beispiel die Marshall Modelle 2203 und 2204. Selbige werden auch in den späteren Klangbeispielen eine entscheidende Rolle spielen. Die Entwicklung endet schließlich im Stacking verschiedener Vorstufenröhren, welche auch ohne weitere Pedale eine maximale Verzerrung erreichen.

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Und dann kam Kemper, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte …

Welche Verzerrerpedalgruppen gibt es?

Begeben wir uns nunmehr auf das Glatteis der Bezeichnungen. Warum Glatteis? Nun, es ist wie in den Musikrichtungen, jeder Künstler versucht verzweifelt, eine Nische für seine Stilrichtung zu finden, welche noch nicht besetzt ist um als eigenständig oder zumindest richtungsweisend zu gelten. Das Gleiche gilt auch für Pedale, da es sie genau wie Musikrichtungen im Überfluß gibt und man jede noch so kleine Kleinigkeit nutzt, um sich irgendwie von der Konkurrenz abzuheben. Grob kann man Verzerrerpedale jedoch in vier Kategorien unterteilen:

1.) Booster
Ein Booster ist streng genommen kein „direktes“ Verzerrerpedal, aber er bringt die mit ihm verbundenen Bauteile dazu, eine höhere Verzerrung zu generieren. Man beachte bitte, dass die ersten Tonabnehmer noch mit einem eher geringen Gleichstromwiderstand und einer entsprechend geringen Ausgangsleistung, die ersten Verstärker hingegen mit einer relativ hohen „Reizschwelle“ ausgestattet waren, bevor der Klang in die Verzerrung überging. Ein Booster bläst den Amp sozusagen an und erzeugt neben einer höheren Verzerrung auch einen durchweg voluminöseren Klang.

2.) Overdrive
Das ursprüngliche Ziel eines Overdrive-Pedals ist die Simulierung des Klangs einer übersteuerten Röhre. Teilweise werden heute bereits „echte“ Vorstufenröhren, meist in Form der 12AX7, respektive ECC83 verbaut, so dass es noch nicht einmal zu einer Simulation der Röhre kommt. Overdrive-Pedale können sehr vielseitig eingesetzt werden, insbesondere wenn man sie zum Beispiel im Zusammenspiel mit einem puristischen Ein- oder Zweikanaler-Amp in Vollröhrenbauweise nimmt. Der Überklassiker ist der Ibanez TS9 vor einem Marshall 2203/2204, dessen Vorstufen man auf Anschlag gedreht hat. Dreht man den Volume-Regler der Gitarre zurück, kann man den Klang bis auf „fast clean“ herunterfahren, bei aktiviertem Overdrive hingegen geht es auf in High-Gain-Gefilde. So macht man aus einem Einkanaler einen Dreikanaler. Selbige Schaltung war auch das Vorbild für das Stage-Stacking, welches später in den High-Gain-Amps verbaut wurde.

3.) Distortion
Ein Distortion-Pedal ist aufgrund der deutlich höheren Zerrreserven in der Lage, aus einem cleanen Kanal einen High-Gain-Kanal zu machen. Es eignet sich am besten vor einen clean eingestellten Kanal und ermöglicht je nach Qualität des Pedals, durch Rücknahme des Ausgangspegels der Gitarre auch gute Crunch-Sounds zu erzeugen. Es ermöglicht zudem bei einem Mehrkanal-Amp einen zusätzlichen komplett eigeständigen Kanal, welcher als Ergänzung zum intern verbauten Kanal dient, daher kann ein Distortion-Pedal auch bei einem High-Gain-Amp sinnvolle Dienste leisten, sofern selbiger über einen cleanen Kanal verfügt.

4.) Fuzz
Ein Fuzz-Pedal kommt zum Einsatz, wenn das Gitarrensignal gerne etwas „kaputt“ klingen soll. Es geht dabei weniger um einen druckvollen und voluminösen Sound, sondern mehr um einen „schneidenden“ und „beißenden“ Sound, der teilweise auch das Wohlfühlen im Klang vermissen lässt. Auch wirkt ein Fuzz-Pedal meistens besser, sofern man seine Spielweise primär auf Single-Notes, maximal Powerchords beschränkt. Komplette Dreiklänge oder Gnade Gott erweiterte Akkorde gehen zumeist in einem breiigen Matsch unter. Ein sehr gutes Beispiel für einen Fuzzsound ist zum Beispiel das Gitarrensolo von „Paranoid“ der Band Black Sabbath:

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Welcher Verzerrer für welchen Amp?

Wer einmal die Möglichkeit hatte, sich einen direktem A/B-Vergleich zwischen einem hochwertigen Solid-State-Amp und einem hochwertigen Alltube-Amp in Kombination mit einem Verzerrer anhören zu können, wird wissen, was ich meine. Egal wie hochwertig der Solid-State-Amp auch sein mag, im direkten Vergleich zum Röhrenamp zieht er im Pedalvergleich immer den kürzeren. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass man sich bei einem Solid-State-Amp den Großteil aller Verzerrer-Pedale sparen kann.

Um ehrlich zu sein, ich kann nicht einmal exakt erklären, warum dies der Fall ist, denn elektronisch betrachtet verfolgen alle Verstärker das gleiche Prinzip, aber in der Interaktion mit Pedalen treten zuweilen sehr merkwürdige Effekte auf, welche einen Sound deutlich auf- oder abwerten. Insbesondere der Endstufenbereich zeigt eine deutlich andere Klangfärbung, sobald ein Pedal ins Spiel gebracht wird. Daher bringt eine Hybridlösung von Röhrenvorstufe und Transistorendstufe zwar gewichtstechnisch einen klaren Vorteil, allerdings klanglich auch wieder einen subtilen Nachteil.

Röhren- oder Transistor-Amp für Verzerreramps?

Boss SD-1 Overdrive
Boss SD-1 Overdrive
Kundenbewertung:
(818)

Den Digitalbereich wie Kemper, Helix und Kollegen kann man im Pedalbereich komplett ausklammern, da ihnen die Interaktion mit dem Pedal fehlt. Das Zusammenspiel der einzelnen Bauteile des Pedals und auch des Amps und die damit einhergehenden Einflüße auf den Gesamtklang sind in diesem Segment auch gar nicht gewünscht. Digitale Verstärker setzen auf das möglichst perfekte Reproduzieren EINES bestimmten Sounds, was ihnen je nach Qualität der Algorithmen mehr oder minder gut gelingt. Geht man aber zum Beispiel hin und regelt die Lautstärke an der Gitarre herunter, reagieren Digitalamps völlig anders als analoge Amps, ob mit oder ohne Pedaleinwirkung. Hier ist es deutlich ratsamer, den gewünschten Sound inkl. Pedal im Profiling-Prozess mit zu sampeln (Kemper) bzw. eine Pedalemulation innerhalb der Presets mit abzuspeichern.

Welches Pedal bei welchem Verstärker Workshop

Unsere Testinstrumente

Klangbeispiele mit verschiedenen Pedalen und Verstärkern

Als Basis für die Klangbeispiele dienen uns bei den Instrumenten zwei vertraute Vertreter des E-Gitarren-Genres, eine Lim. Ed. Strat von 1994 und eine Standard Paula von 2014. Beide Instrumente sind klanglich guter Durchschnitt, kein Schrott, aber auch kein High-End. Cabinet und Speaker siehe oben, als Mikrofone kommen 2 Stck. Shure SM 57 zum Einsatz.

Welches Pedal bei welchem Verstärker Workshop

Marshall Typ 2204

OK, fangen wir also mit der Praxis an. Als ersten Amp nehmen wir einen Marshall 2204, die 50 Watt Ausführung des 2003, dem ersten Marshall Head mit einem Mastervolume-Regler. Der Amp stammt aus den Achtzigern, wird nicht mehr gebaut und ist zu einem echten Sammlerstück herangereift. Am Low-Eingang mit einer Strat gespielt, bietet der Amp eine gute Basis, wie man sie auch bei den Red Hot Chilli Peppers benutzen könnte. Für einen knackigeren Ton würde man hier allerdings dünnere Saiten aufziehen, da meine dicken Signature-Saiten 013-056 mehr Schub, aber auch weniger „Klack“ beim Anschlag in den Höhen erzeugen:

In Kombination mit einem Ibanez TS9 setzt der bekannte TS9-Sound ein, soll heißen, Mittenboost nebst Bass- und Höhenverlust. Man hört deutlich den typischen Transistorsound des Verzerrers, welcher sich je nach Amp/Speaker-Kombination zu einer festen Größe im Musikalienbereich gemausert hat:

Im direkten Vergleich zu dem High-Eingang des 2204 hört man gut die feinere Auflösung des Amps in den Höhen, die höhere Dynamik des Signals und die reduzierteren Mitten im Vergleich zum TS9:

Die gleiche Signalkette ohne Pedal mit einer Les Paul gespielt, verändert den Sound erwartungsgemäß radikal. Der Sound wird bassiger, hat mehr Tiefmitten und deutlich weniger Höhen, bleibt aber noch durchsichtig genug für einen dezenten Hardrock- oder Classic-Sound im Stil von zum Beispiel Thin Lizzy:

Den gleichen Sound mit einem Boss SD-1 Overdrive-Pedal erreicht vom Gain-Charakter bereits Lead-Dimensionen. Der leicht dumpf klingende Grundklang ist auf die Pickups und die Chambered Ausführung der Les Paul zurückzuführen:

Als nächster Amp zieht ein Sound City Master One Hundred ins Feld.

Welches Pedal bei welchem Verstärker Workshop

Sound City Master One Hundred

Der Amp ist in alter Hiwatt Tradition nur sehr schwer zum Zerren zu bewegen, ist aber einer der wohl weltweit besten Amps, wenn es darum geht, Verzerrer-Pedale in Reinkultur wiederzugeben. Hier zunächst der Grundklang des Amps mit einer Les Paul:

Der Sound City Amp reagiert aufgrund seiner Nehmerqualitäten auch ganz hervorragend mit einem Boosterpedal, in diesem Fall ein Röhren-Booster von VOX mit dem Namen Flat 4. Schön zu hören, wie trotz des zunehmenden Verzerrungsgrades der Sound im Gegensatz zu einem Transistor-Overdrive nicht „muffiger“ wird. Leider wird dieses Pedal nicht mehr gebaut und ist nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich:

Da der Sound City auch bei harten Anschlägen vergleichsweise clean bleibt, kann man hier auch sehr gut ein Distortion-Pedal verwenden, um in den High-Gain-Bereich zu gelangen. Hier verwenden wir einen Röhrenverzerrer, ebenfalls aus dem Hause VOX mit der Bezeichnung V8:

Als letzter Verstärker kommt ein echter Plexi zum Einsatz, ein Marshall 1992 aus den Siebzigern, welcher ursprünglich für Bassisten gebaut wurde, aufgrund seines voluminösen Grundsounds ähnlich wie der Fender Bassman vor allem bei Gitarristen Anklang fand.

Welches Pedal bei welchem Verstärker Workshop

Marshall Typ 1992

Der Amp ist der Traum eines jeden Vintage-Crunch und zusammen mit den diversen Fender Amps die Basis für fast alles was an Hits aus den Siebzigern kam:

Mit einem Fuzz-Pedal, in diesem Fall das recht seltene „Mutterstolz“ Pedal aus dem Hause Palmer, entlockt man dem Amp herrlich schräge Single-Lines, denen man mit der Verwendung des Bridge-Tonabnehmers noch einigermaßen Klarheit einflößen kann. Will man das totale Klangchaos, nimmt man den Halstonabnehmer:

Als Abschluss noch einen typischen Metal-Verzerrer aus dem Hause Boss mit dem „Death Metal“-Pedal. Um hier ein optimales Klangergebnis zu erzielen, bedarf es im Normalfall aktive Tonabnehmer im EMG Style, aber ich wollte den direkten Vergleich der Soundfiles nicht beeinflußen und bin bei der passiven Paula geblieben:

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Fazit

Was jedem klar sein sollte, selbst 100 verschiedene Soundfiles würden nur einen Bruchteil der Sounds wiedergeben, welche mit den verschiedenen Pedal/Verstärker-Kombinationen zu erreichen sind. Die unfassbare Vielfalt an Pedalen kann ähnlich wie die Marmeladenauswahl im Supermarkt schnell zur Last werden.

Ich empfehle daher die Beschränkung auf drei gute Sounds mit unterschiedlichen Zerrstufen, mit denen man in Zusammenarbeit mit dem Volume-Regler der Gitarre wahrscheinlich schon 90 % aller Shows spielen kann. Oder aber du spielst Metal, dann brauchst du nur einen Sound :-)))

Viel Spaß bei der Suche nach DEINEM Sound!

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    harrymudd AHU

    Was soll mir dieser Artikel sagen? Eigentlich lese ich deine Artikel gerne, aber diesmal machte weder das Lesen noch die Soundbeispiele Spaß.
    Die Ampauswahl ist schon ok, aber du schreibst nix weiter welche Eingänge du nenutzt, ob gebrückt oder nicht, welche Settings hatten die Pedale usw.(außer am Anfang beim 2204). Warum keine weiteren (Treble)-Booster?
    Und dann diese Mutterstolzgurke mit ihrer low-voltage Röhre, wo jedes Pedal irgendwie anders klingt wegen der fehlenden Hochspannung.
    Warum kein Standard-Fuzz?
    Insgesammt scheint mir der Artikel zu sehr auf deine Bedürfnisse zugeschnitten zu sein und zu wenig universell.
    Ich steh jetzt genauso schlau vor der Frage: Welcher Verzerrer? (Wobei, ich weiß welche ich will und welche nicht😎)
    Schade🙁

    Schade

    • Profilbild
      Axel Ritt RED

      @harrymudd Hey harrymudd, extra für dich:

      – Sound City: Kanal 1 Treble, nicht gebrückt
      – Marshall 1992: Kanal 1, nicht gebrückt
      – kein weiterer Treble Bosster, da ich nur einen besitze.
      – Standard Fuzz, was ist deine Meinung nach der Standard im Fuzz Pedal? Es ging um eine globale Einordnung und da macht der Mutterstolz meines Erachtens viel Sinn.

      Aber den wichtigsten Satz hast du doch am Ende geschrieben, „ich weiß welche ich will und welche nicht“, von daher benötigst du dieses Special doch gar nicht 😉. Wohl dem, der seinen Sound bereits gefunden hat.😎

      Viele Grüße

  2. Profilbild
    random17cgn

    „Den Digitalbereich wie Kemper, Helix und Kollegen kann man im Pedalbereich komplett ausklammern…“

    Bezogen auf das Iridium von STRYMON passt diese Aussage nicht bzw. ist schlichtweg falsch: Durch die diskret aufgebaute JFET Class A Eingangsstufe nimmt diese digitale Lösung Pedale extrem gut auf. Die analoge Vorstufe vor der eigentlich rein digitalen Klangerzeugung macht den Unterschied: Meine Basiskette auf dem Pedalboard ist ein Cali76 Deluxe, danach der EP Booster (Unity Gain) und dann wahlweise ein Archer Ikon oder das geniale 5 Ages von Walrus Audio. Wird insbesondere von der Fender Deluxe Emulation (Round Amp) extrem gut aufgenommen. Da haben sich die Ingenieure von STRYMON sicherlich was bei gedacht… man hat ja noch das eine oder andere Pedal im Portfolio, gell ;-)

    Lange Rede, kurzer Sinn: Bitte mal checken und ggf. den Artikel dahingehend anpassen… die getroffene Aussage sollte so in ihrer Absolutät meines Erachtens nicht stehen bleiben, da nicht gültig für alle digitalen Lösungen.

    • Profilbild
      harrymudd AHU

      @random17cgn Eine JFET Eingangsstufe ändert nix daran, dass der Sound digital erzeugt wird. Eine analoge Vorverarbeitung ist immer erforderlich, bevor das Signal digitalisiert wird. Ob ich dazu einen JFET oder einen Operationsverstärker benutze (der auch einen JFET-Eingang haben kann) ist klanglich irrelevant.
      Und JFET sieht in der Werbung gut aus.
      Die Interaktion zwischen Gitarre, Effekt und Amp entfällt vollständig.
      Ein Beispiel: Ein klassischer Treble-Booster hat eine für einen Pickup zu niedrige Eingangsimpedanz. Ddurch werden bei voll aufgedrehtem Volumenregler der Gitarre die Höhen etwas bedämpft, was bei verzerrten Amps durchaus erwünscht ist. Dreht man den Volumenregler etwas zurück, verschwindet diese Dämpfung wieder und der Klang klingt wieder heller bei weniger Verzerrung. So wurde damals zwischen verzerrt und unverzerrt ‚umgeschaltet‘ bei fast gleicher Lautstärke. Eine digitale Simulation liefert hier ein völlig anderes Ergebnis.
      Und daran ändert auch der JFET nix. Aber die Werbung liebt JFETs😁

      • Profilbild
        random17cgn

        @harrymudd Du, mag alles stimmen und von mir aus Marketing sein… hab‘ ich keine Ahnung von.

        Ich habe aber röhrengeprägte Ohren (quasi mit Fender Amps groß geworden, irgendwo auch noch einen fetten ENGL Savage 120 rumstehen – wahrscheinlich erste Serie Mitte der Neunzier oder so für 3.000 DM gekauft) und kann Dir sagen, dass das Strymons IRIDIUM Pedale extrem gut aufnimmt und einfach ziemlich nah am Original klingt.

        Mehr habe ich nicht sagen wollen… Haken dran!

          • Profilbild
            random17cgn

            @harrymudd So viel zum Thema „Sachlichkeit“, wie von Dir weiter oben noch als Argument angebracht.

            Vielleicht bist Du aber auch einfach nur ein lustiges Kerlchen und willst mich necken… sei es drum: Ich steige da jetzt aus, kein weiterer Kommentar zum Thema von meiner Seite zu erwarten.

  3. Profilbild
    VerMona74 AHU

    Vielen Dank, hübsche Beispiele um einen Eindruck zu bekommen.
    Sehr interessant. Da ich in diesem Genre nur eingeschränkt unterwegs bin.
    Weiterhin viel Freude beim musizieren.

    PS. Zwei Fragen ergeben sich für mich aus den Bildern. Wie klingt denn der kleine Fame Head (ist doch ein Musicstore Produkt?) und die zweite Frage wäre. Wie findet man sich auf einem Board dieses Umfangs zu recht und wie behält man da den Überblick..😀

    • Profilbild
      Axel Ritt RED

      @VerMona74 – Der kleine Fame macht klanglich einen guten Job, ist grob Richtung Marshall 2204, aber mit EL84 Endröhren. Ja, FAME ist ein OEM Produkt vom Musicstore, ich weiß aber nicht, ob sie den Amp noch im Katalog haben.

      – Das Board kommt nur im Studio zum Einsatz und ist vergleichsweise leicht zu bedienen. Die Pedale liegen aus Widerstandsgründen allesamt einzeln auf einem programmierbaren Looper auf, mit dem man die Pedale entsprechend anwählen kann.

  4. Profilbild
    calvato

    Interessanter Artikel! Ich als Gelegenheitsgitarrist hab da nie wirklich drüber nachgedacht.
    Und nochmal ein fettes Danke dafür. dass man auch in Testbeispielen die Gitarre sauber stimmen bzw spielen kann ;)

  5. Profilbild
    Öldo

    Das Thema in einem Artikel anzugehen ist eine Herausforderung. Und auch nicht immer dankbar, da wir Gitarristen ja a) immer alles besser wissen, b) immer auf der Suche nach unserem persönlichen heiligen Ton-Gral sind, und c) uns nach dem Finden desselbigen gerne satt hören und uns erneut auf die Suche machen müssen. Ewig angetrieben von der Suche nach dem besseren Sound, der ja bekanntlich der Feind des „nur“ guten Sounds ist. :-)
    Ach ja, dann könnte man ja auch noch verschiedene Zerren stacken (unsere Glühkolbenmonster machen das mit ihren hintereinander folgenden Triodenstufen schließlich auch nicht anders), mehrere Amps kombinieren und auch noch ein bisschen die Speaker mischen. Und schon haben wir mehr mögliche Kombinationen, als ein Lottoschein. Und verlieren uns in Zeit und Raum. Glücklich ist aber am Ende des Tages der, der dabei inspirierende Töne hervorbringt und für sich etwas musikalisch kreiert. Dann ist zumindest für mich ganz persönlich das Ziel erreicht: Musik zu erschaffen.
    Also liebe Mitstreiter, sucht weiter nach DEM Traumsound, aber vergesst dabei nicht Musik zu machen. Denn alle Technik ist nur so gut, wie der, der sie zu nutzen weiß. ;-)
    Grüße
    Tom

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