Workshop: Effektiv Instrumente komprimieren

2. Februar 2018

Nun sind die Instrumente dran

effektivkomprimieren-teil3

So, nun kommen wir zum abschließenden dritten Teil unseres Workshops. Komprimierung von verschiedenen Instrumenten steht diesmal auf dem Programm. Hier zunächst die Links zu unseren bisherigen Teilen:

Wie bisher setze ich dafür den Fairchild 660, den Teletronix LA-2A, den Universal Audio 1176 und den dbx 160 als Emulationen von Universal Audio ein. Natürlich bieten auch andere Software-Hersteller digitale Nachfahren der klassischen Vorbilder, vorneweg der Pionier Waves. Aber auch Softtube (auch für Native Instruments), IK Multimedia und andere haben die eine oder andere Variation im Programm. Wer sich grundsätzlich mit den verschiedenen Kompressionsverfahren vertraut machen möchte und Logic-User ist, kann das auch mit dem Compressor in der DAW machen, seit Version 10 auch hübsch illustriert.

Logic Compressor

Einige Logic Kompressoren

Drums

Beginnen möchte ich mit einem Drumbeat. Hier zunächst die unbearbeitete Spur.

Drums, Original

Das Ganze ist zwar recht rockig, knallt aber einfach nicht genug, speziell die Kickdrum klingt etwas pappig. Ein fetterer Sound wird also gesucht, der Fairchild soll sich zuerst daran versuchen. Für das Stereosignal ist eigentlich das Modell 670 zuständig, da wir aber bisher mit dem 660 gearbeitet haben, belassen wir es dabei und schalten ihn auf stereo.
Fett heisst Röhre, also wird das Input Gain schon mal ordentlich aufgemacht. Threshold stelle ich so ein, dass ich eine Komprimierung von ca. 5 dB erreiche.

Ganz wichtig ist die Interaktion zwischen dem kleinen Pegelsteller D.C.Threshold, der für das Knee und Ratio zuständig ist und dem eigentlichen Threshold-Poti.

2x Threshold beim 660

2x Threshold beim 660

Meine Einstellungen macht die Snare schön dick, auch die Kick klingt nun runder, allerdings hat sie nun etwas Tiefe und Attack verloren.

Drums – Fairchild 660

Mit verschiedenen Attack/Release-Presets und dem Mixregler versuche ich dagegen zu steuern, bin aber nicht ganz zufrieden. Erst der Einsatz des Sidechain Filters, mit dem ich die tiefen Frequenzen unbearbeitet durch lasse, führt zu einem guten Resultat.

 Drums – Fairchild 660, File 2

Damit bin ich zufrieden, der Beat klingt so, wie ich es mir vorstelle. Durch die Interaktion der verschiedenen Parameter hat es ein wenig Zeit in Anspruch genommen, was ich aber gern in Kauf nehme, wenn das Ergebnis stimmt.

Klangbeispiele
Forum
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    MidiDino  AHU

    Danke, Armin, für die vielen Beispiele und damit auch Variationen. Nun müsste jeder mit seiner Gerätschaft selber herausfinden, wie er vorgehen möchte. Besonders hat mir gefallen, dass viele abschreckende Beispiele dabei sind. Überkompression ist nach meinem Ermessen eine zeitgenössische ‚Krankeit‘.

    Vielleicht noch ein kleiner Tipp fürs Heimstudio: bevor man sich an die Einzelspuren macht, kann es eventuell hilfreich sein, einen geeigneten Summen- bzw. Masterkompressor einzusetzen. Auch ein geeigneter Summenkompressor reagiert auf die Instrumente unterschiedlich. Dann lässt sich immer noch pro Spur feinjustieren, falls es gewünscht ist. Dieses Vorgehen kann dabei helfen, bei sensiblem Material eine Überkompression zu vermeiden.

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      Armin Bauer  RED

      Hallo Helge,

      es kann sicher hilfreich sein, den Einsatz eines Summenkompressors zu simulieren, im Endmix sollte er aber wieder verschwinden, das greift sonst dem Mastering vor und erschwert es ggf.
      Hatte ich übrigens erwähnt, dass Workshops zum Thema „Mastering“ in der Mache sind?
      Grüße
      Armin

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        MidiDino  AHU

        Auf einen Workshop „Mastering“ wäre ich sehr gespannt.
        Ich glaube, in vielen Heimstudios geht es in Zeiten digitaler Produktionen viel einfacher zu, als es im Rahmen von CD-Herstellungen noch geschah.
        Die Summenbearbeitung und das ehemaliger Premastering fallen gleichsam zusammen.
        Natürlich wäre eine Summenkompression vor einer Masteringkompression zu viel.

        Viele Instrumente kommen ja ohnehin aus Modulen, ob aus Synthesizern, Samplern oder Modulspezialisten, sie sind längst vorbearbeitet und zudem noch vom User ‚programmiert‘. In diesen Fällen ist auf den Einzelspuren ohnehin wenig zu machen, primär eine Rauschentferntung ;-)

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          jaxson   1

          Deine Kommentare lesen sich so, als ob du nie wirklich mit Kompression gearbeitet hast, bzw nicht weißt, was damit überhaupt erzielt werden kann/will/soll…

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          Ashatur  

          Erst mal mal was ist ein Premaster für dich? ich höre bei den Jungen Leuten oft Premaster aber da wird der Endmix gemeint der zum Mastering geht..da ich aber noch aus der alten Schule stamme ist für mich ein Premaster das Produkt welches vom Masteringlabor in die Presse geht. Zweitens gerade mehr Kisten und Boxen und Module man verwendet um so wichtiger wird es doch diese Signale Einzeln in Ihrem Frequenzgang heraus zu arbeiten das sich gewisse Frequencen nicht gegenseit im Weg stehen oder sich gar Auslöschen..und gerade wer mit Kisten arbeitet sollte wissen wie einzelne Geräte sich im Ausgang verhalten… man stelle mal einen Microkorg gegen einen Q oder gar Evolver ;-)

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            MidiDino  AHU

            Zur konkreten Frage der eventuell gegenseitigen Auslöschungen von Frequenzen im Mix: durch eine angemessene Instrumentierung und der Staffellung (horizontal als auch in der Tiefe) wären Auslöschungen vermeidbar. Für keine dieser Aufgaben benötige ich einen Kompressor. Und es sind spätestens Aufgaben im Mix.

            Im Diskussionstext hatte ich ‚Premastering‘ eingebracht, weil Armin zuvor von ‚Mastering‘ gespochen hatte. Früher einmal fiel die separate Summenbearbeitung unter ‚Premastering‘. Wer den Schritt selber im Homestudio bewältigt, nicht separat nach außen gibt, kann auch schlicht von einer Summenbearbeitung sprechen.

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              Armin Bauer  RED

              Hi MidiDino und Ashatur,

              „Mastering“ ist immer noch der rein technische Vorgang im Preßwerk zur Erstellung des Glasmasters.

              Da uns das aber nichts angeht, hat sich schon immer für den Vorgang, der rechtens „Premastering“ ist, der Begriff „Mastering“ durchgesetzt.

              Ich find es natürlich schön, wenn hier rege diskutiert wird, wir könnten das aber auch auf Erscheinen des Mastering-Workshops aufheben, da wird es sicher genug Diskussionsmaterial geben.

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              Ashatur  

              Ja da hast du recht.:-) Ich war heute Mittag noch im La La Modus und hab das ganze hier im falschen Kontext gelesen sorry ;-)

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    Coin  AHU

    Komprimieren tue ich auf fast jeder Spur,
    auch gelegentlich mehrfach in der Kette, oder parallel.
    Wichtig dabei ist, zu wissen wieviel Gain-Reduction man fahren kann,
    ohne das es zu sehr verwurstet wird.
    Nach ein paar Recherchen hab ich festgestellt, dass man maximal 10 -12 db
    Gain-Reduction machen kann, je nach Signal.
    Hilfreich dabei sind Augen (Analyser) und Ohren.
    Schön ist auch wenn ein Comp eine Dry/Wet Funktion hat,
    damit man „New-York-Compression“ machen kann.
    (also unkomprimiertes Signal mit komprimiertem Signal mischen)
    Übrigens tut ein guter Comp mehr als nur „drücken“,
    sondern wirkt sich auch auf das Klangbild, z.B. die Obertöne aus.
    Sowas kennt man aber nur von Hardware-Kompressoren.
    Software-Comps können sowas meines Wissens nach nicht.

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