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Zeitmaschine: Roland GP-8, Effektprozessor


Damals ging endlich alles!

Als ich Mitte der 80er Jahre davon hörte, dass es nun einen neuen 19″-Multieffekt für die Gitarre geben würde, der bis zu acht (!) famose und beliebte Boss-Effekte (in Stereo) gleichzeitig generieren könnte, mit Fernsteuerung von Parametern und Programmwechseln über MIDI ausgestattet sei und dazu noch zwei unabhängige externe Schaltvorgänge (z.B. Kanäle von Verstärkern) umschalten würde, war es um mich geschehen. Ich musste das Roland GP-8 haben, obwohl es mir damals mein komplettes Ersparten abverlangte. Der Neupreis lag incl. dem passenden, optional erhältlichen Roland FC-100 Fußboards bei rund 2000,- D-Mark!

Wenn man sich schon keine Bob Bradshaw Racksysteme, mindestens zwei Mesa Boogie Tops, Soldano Amps, Rane Mixer, Lexicon Hallgeräte, Eventide Harmonizer, Lexicon Delays, mehrere 4 x 12″ Boxen, Duzende Fußtreter etc. wie die Studiocracks Mike Landau oder Steve Lukather leisten konnte, war es mit dem GP-8 zumindest möglich, einen Hauch vom „L.A.-Sound“ der angebeteten Vorbilder zu schnuppern, ohne dafür eine Hypothek auf das Elternhaus aufzunehmen bzw. übertriebenen Aufwand betreiben zu müssen.

— Das legendäre Roland GP-8 —

Der Name GP-8 steht für Guitar Processor, die Zahl „8“ signalisiert die Anzahl der maximal gleichzeitig verwendbaren Effekte.

Gegen Ende meiner Teeniezeit spielte ich in einer Band namens „Hob Goblin“, die damals bundesweit einen relativ hohen Bekanntheitsgrad genoss. Wir produzierten 1986 gerade die LP „Brot und Spiele“. Hier kamen jede Menge „moderne“ Gitarrensounds zum Einsatz, leider natürlich auch, wie in den 80ern üblich, mit viel Chorus, Kompressor und Delay, meist clean, aber oft auch in Zusammenarbeit mit verzerrten Klängen diverser Heftigkeiten. Um die relativ große Soundvielfalt, der auf dem Tonträger zum Einsatz kommenden Klängen auch live auf der Bühne zu reproduzieren, war es geradezu dringend erforderlich, solch ein Gerät zu besitzen, da es alle klanglichen Bedürfnisse zu erfüllen schien und darüber hinaus in der Lage war, quasi unbegrenzt wirkungsvolle Sounds für den Einsatz im Studio zu programmieren, um diese dann bei Bedarf schnell anbieten zu können.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    swissdoc RED

    Die ersten 6 Effekte sind analog, nur Chorus und Delay arbeiten digital. Der GP 16 war dann voll-digital.

    Ansonsten sehr schöner Artikel zu einen tollen Gerät.

  2. Profilbild
    bscooper

    Hallo Johannes,
    wie war denn die vom Hersteller angegebene Dynamik? Die müsste doch Mitte der 80er grottenschlecht gewesen sein, oder? Erst seit Rocktron den Markt damals mit tollen Geräten mit Klasse Dynamik und fast ohne Latenz aufgemischt hatte, wurde diesem wichtigen Faktor erst die Aufmerksamkeit zuteil. Das das , was vorne rein geht auch hinten rauskommt. Ich denke, da wird das Roland Gerät bei aller Nostalgie wohl nicht allzu gut abschneiden, oder? Wie siehst Du das?

    • Profilbild
      Johannes Krayer RED

      Hallo scooper,
      Dynamik eines Geräts? Darum habe ich mir damals keinen Kopf gemacht, war damals kein Kriterium und ich war jung. Hauptsache laut und viele Sounds am Start.
      Gruß,

      Johannes

  3. Profilbild
    psv-ddv ••••

    Liebevoller Bericht über ein wirklich interessantes Gerät. Danke!
    Dein „Kompressor“ Klangbeispiel erinnert mich sofort an „The Fixx“ :-)

    • Profilbild
      Johannes Krayer RED

      Danke für das positive Feedback. Für mich war der Test auch interessant, da ich nach dreißig Jahren mal wieder gehört habe, was ich damals so programmiert hatte. Die Sounds wecken natürlich alte Erinnerungen und finden sich bestimmt auf dem einen oder anderen Tonträger der 80 ´er.

      Gruß,

      Johannes

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    SimonChiChi •••

    Nur schade das der Chorus nicht analog ist. Die (rauschenden) Roland-Choruse in Juno 60 und Co. waren einfach erstklassig. Gibt es da was im Vintage-Bereich was dem nahe kommt und auch analog ist?

    • Profilbild
      Stephan Güte RED

      Der für mich beste Analog-Chorus war im ADA MP-1 Preamp verbaut. Der rauschte zwar auch ganz gut, aber die Breite war nicht zu überbieten. Übrigens, den (ADA MP-1) suchen wir noch für unsere Zeitmaschinen-Reihe .. weiß da jemand evtl. etwas? :)

    • Profilbild
      dilux AHU

      roland dimension d, sehr selten und recht teuer oder als bodentreter der klassiker boss ce-1

  6. Profilbild
    bonton

    Ich kann mich dem Artikel nur anschließen. Das GP8 war damals für mich ein Traumgerät. Uch ich habe mein Erspartes dafür mit 21 Lenzen auf den Kopf gehauen und es nie bereut. Den Umschalter verwendete ich damals für meine H& K Cream- Machine, die ich bei Cream- Music in Ffm kaufte ( Musik Hummel) 😀, den Hall besorgte etwas später ein Alesis Quadraverb. Ich spielte das GP8 bis in die 90er und es wurde dann durch eine RocktronVoodoo Valve abgelöst…wieder das Ersparte….die Voodoo Valve habe ich heute noch. Was für ein Hammerteil. Schade, das ich mein GP8 verkauft habe :-)
    Im Vorprogramm von HobGoblin habe ich mit meiner Band damals auch mal gespielt. Klein ist die Welt 😎

    Viele Grüße aus dem Taunus

  7. Profilbild
    pete

    Wir haben ca. 1986 in Pforzheim auf dem Marktplatzfest gespielt.
    Soweit ich mich erinnere, hat Hob Goblin am nächsten Tag dort gespielt.
    War ne richtig gute Band. „Deine Zinnen sind so gotisch“ ;) – immer noch in meinem Kopf.

    Der Gitarrist war die Hölle – beneidenswert! Musst ja wohl du gewesen sein ?!

    • Profilbild
      Johannes Krayer RED

      Hallo Pete,
      vielen Dank für das Kompliment! Erstaunlich, dass Du Dich noch daran erinnerst, freut mich sehr.

      Beste Grüße,

      Johannes

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