Album Release: Fliederkind – Happy Ocean Manufacturing

6. Mai 2018

Das Debutalbum von Fliederkind

Nach Kurt Ader/ Priority, Moonbooter/Cosmosonic und Martin Gerke/Groenalund sollte das Format ALBUM RELEASE inzwischen bekannt sein. In unregelmäßigen Abständen wollen wir euch die Album- und Musikprojekte von Lesern vorstellen. Und wenn man sich die Quoten der ersten Ausgaben ansieht, dann scheint dieses Vorhaben auch bei euch richtig gut anzukommen.

Happy Ocean Manufacturing

Das Debutalbum von Fliederkind.

Fliederkind, das sind Maximilian Schäfer und Egbert Schark. Die Beiden kennen sich schon seit der Grundschule, haben bereits als Jugendliche zusammen Musik gemacht und sind dann lange getrennte Wege gegangen. Synthesizer und Klavier haben sie dabei immer begleitet. Gerüstet mit kondensierter Lebenserfahrung haben sie vor zwei Jahren wieder zusammengefunden und gerieten mit Horst Schnebel direkt an den richtigen Produzenten, der den Kern der Musik verstand. „Happy Ocean Manufacturing“ ist ihr erstes Album als „Fliederkind“. Wir trafen Egbert und Maximilian zum Interview.

Amazona.de:
Hallo Egbert, hallo Maximilian, wie ist eure Formation Fliederkind eigentlich entstanden und was bedeutet der Name Fliederkind?

Maximilian:
Egbert und ich haben schon in der Schule zusammen in einer Band gespielt. Während des Studiums haben wir uns dann aus den Augen verloren und erst vor ein paar Jahren während eines Abitreffens gemerkt, dass uns beide die Musik die ganzen Jahre über nicht losgelassen hatte. Dabei entstand spontan die Idee, auch mal wieder gemeinsam ein Bandprojekt auf die Beine zu stellen. Den Namen „Fliederkind“ haben wir erst später gefunden, nachdem die ersten Songs entstanden waren. Er transportiert aus unserer Sicht den poetischen Blick auf die Welt und die atmosphärische Dichte, die das Werk von Fliederkind auszeichnen.

Amazona.de:
Wie lange gibt es Fliederkind schon?

Egbert:
Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir konkret losgelegt. An Hand von „New Star“ – einem nicht gerade als Songtext prädestinierten Gedicht aus Maximilians Feder – haben wir getestet, ob Lyrics, Musik, Sound und Stimme zusammen funktionieren. Das Ergebnis hat uns überzeugt, so dass wir uns danach zielgerichtet an die Arbeit gemacht und eine ganze Reihe von Demosongs erstellt haben.

Amazona.de:
Was ist die Idee hinter Fliederkind?

Egbert:
Es gab keinen Masterplan. Wer weiß, was aus Fliederkind geworden wäre, wenn nicht letztes Jahr Horst (der Produzent) durch Zufall ein paar Demos von uns gehört hätte. Im Gegensatz zu uns ist er absoluter Profi im Musikgeschäft und war der festen Meinung, dass aus der losen Idee ein echtes Projekt werden muss.

Maximilian:
Wir haben einfach gleich gemerkt, dass wir uns gegenseitig inspirieren. Wenn ich einen Text schreibe, bin ich jedes Mal von Neuem verblüfft, wie schnell Egbert dazu eine stimmige musikalische Idee hat – was mir dann wieder das Vertrauen gibt, einen neuen, ungewöhnlichen, teilweise sehr persönlichen und mit Sicherheit nicht leicht zu singenden Text zu wagen. Die Intensität, die daraus entsteht, ist aus meiner Sicht das, was Fliederkind zu etwas Besonderem macht.

Amazona.de:
Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Maximilian:
Für mich steht die atmosphärische Dichte der Songs im Vordergrund. Natürlich ist das Synthiepop, was wir machen; für uns als Keyboarder mit unserer Liebe zu Synthesizern liegt das nahe. Durch die ungewöhnlichen Texte, für die Egbert eine wunderbare musikalische Ausdrucksform gefunden habt, bekommen die Songs aber eine Tiefe, die ich normalerweise mit Synthiepop nicht verbinde. Und obwohl der Sound von den 80ern inspiriert ist, sind die Songs von „Happy Ocean Manufacturing“ für mich klar der Ausdruck eines aktuellen Lebensgefühls.

Amazona.de:
Euer wievieltes Album ist Happy Ocean Manufacturing?

Maximilian:
Es ist das Debütalbum nicht nur für Fliederkind, sondern auch für uns als Musiker überhaupt.

Amazona.de:
Seid ihr bei einem Label oder vermarktet ihr das Album selbst?

Egbert:
Wir hatten uns im Vorfeld überhaupt keine Gedanken gemacht, ob und wie wir unser Album vermarkten wollen. Nachdem wir nun das fertige Produkt in den Händen halten und die überraschend positive Reaktion wahrnehmen, wollen wir auch den nächsten Schritt gehen und einen professionellen Vertrieb suchen.

Amazona.de:
Lässt sich damit Geld verdienen oder macht ihr das als Hobby?

Maximilian:
Zunächst war es Hobby. Der Produzent hat aber vor Beginn seiner Arbeit klargemacht: Er steht nur zur Verfügung, wenn das Album in allen Facetten einem kommerziellen Anspruch genügt – zum einen, weil er die Songs in ihrer Eigenart für so speziell hält, dass es ein Publikum dafür gibt, zum anderen weil ohne den Anspruch, dass Menschen bereit sind, für die Musik Geld auszugeben, nicht die höchste Qualität herauskommt. Für ein reines Privatvergnügen hätte er nicht zur Verfügung gestanden. Aber was am Ende nun kommerziell passiert, können wir auch noch nicht abschätzen.

Forum
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    Wellenstrom  AHU

    Nettes Interview!
    Einen PPG Wave zu verwenden in einer Produktion ist schonmal grundsätzlich nicht verkehrt. :-)
    Apropos Wave…. checkt da mal euren Text ab! Ihr meint da im Zusammenhang mit den Flaggen, wenn es sich dabei um Flaggenwedelei handeln soll, eher waving als waiving. Waiving ist was anderes.

    • Profilbild
      Maximilian

      Hi Wellenstrom,

      danke für das Lob – und den Hinweis, da hast Du natürlich recht! Leider nicht der einzige Fehler, der mir unterlaufen ist. Soviel zum Thema Professionalität ;-) Die Songs des nächsten Albums werden deutsche Texte haben, da gibt es dann andere Probleme :-)

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        Wellenstrom  AHU

        Jo, passt schon. Den „Fehler“ sieht man ja nur, wenn er geschrieben steht, man hört ihn ja nicht – ist nur relevant, wenn ihr die Lyrics mit ins Inlay reinknallt.
        Ansonsten schomma viel Erfolg. Egal, ob nun mit deutschem oder englischem Text. Falls ihr mehr auf den nationalen Markt schielt (international ist für deutsche Projekte/Bands eh immer schwierig), dann sind die Chancen mit deutschen Texten ’nen Tacken höher.

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    Wellenstrom  AHU

    Mich würde aber schon mal interessieren, wie die Band, Projektbeteiligten genau „professionell“ in sahen Musikproduktion und Songwriting definieren. Persönlich habe ich da so’n Problem mit diesen generellen Abgrenzungen.

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      Luis Miehlich  

      Ich kann heutzutage die Linie nicht mehr klar ziehen. Auch in einem Homestudio lassen sich inzwischen so gut klingende Produktionen machen, dass sie auch kommerziell Erfolgreich sein können – gerade bei elektronischer Musik, wo Aufnahmeräume und teure Mikrofone nicht so relevant sind. Ich hätte gesagt, sobald aus einem Hobby (ob es nun Geld abwirft oder nicht) ein Beruf wird, ist man Professionell unterwegs, das sieht aber wohl jeder anders.

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      Maximilian

      … klar, was „professionell“ genau sein soll, darüber lässt sich trefflich diskutieren, gerade bei den technischen Möglichkeiten heute, wie Luis Miehlich ja schon erwähnt hat. Es war auch gar nicht als generelle Abgrenzung gemeint, sondern ist eher dem persönlichen Erleben geschuldet: Was unser Produzent an jahrzehntelanger Erfahrung, an Wissen und Können in das Projekt eingebracht hat, war einfach wahnsinnig beeindruckend zu erleben. Da stellte sich uns gar nicht mehr die Frage – es war klar, dass er „Happy Ocean Manufacturing“ auf ein ganz anderes Level gehoben hat, das man im Vergleich zu unseren Demos einfach als professionell bezeichnen muss.

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        8-VOICE  AHU

        Früher nicht, da konnte man auch gute Workshops und interessante Interviews positiv bewerten. Bei Produkten ist es auch nicht immer einfach die objektiv zu bewerten ohne sie selbst in den Fingern zu haben. Ist mir einfach nur aufgefallen.

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          Tyrell  RED 1

          Ist tatsächlich ein Bug. Vielen Dank für den Hinweis. Ich jbs manuell hier wieder eingeschaltet. Aktuell liegt der fehler daran, dass wenn die Redaktion keine Bewertung abgeben hat (wie bei News oder Interview) kann auch der Leser keine bewertung abgeben. Wir fixen das am Montag :-)

  3. Profilbild
    knutinge  

    Es muss sich inzwischen um Legionen von Designern, Architekten und Illustratoren handeln, denen Ernst Haeckels „Kunstformen der Natur“ als kontinuierliche Inspirationsquelle diente.

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