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Alles was du über Akkordeons wissen möchtest

Mehr als nur drücken und ziehen

20. Dezember 2023

Typischerweise kennt man es vom Volksfest. Sei es als fester Bestandteil einer Bierzelt-Band auf dem Münchner Oktoberfest, oder in einer nebligen Hamburger Kneipe. Allerdings ist das Akkordeon so viel mehr, nämlich ein einzigartiges und vielseitiges Musikinstrument. Es erobert seit Jahrhunderten die Herzen von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt und ist in nahezu allen Musikrichtungen und Genres vertreten. Von lebhafter Polka bis zum melancholischen Tango, von urtümlicher Volksmusik bis hin zur virtuosen Klassik – Akkordeons zeigen eine bemerkenswerte Vielseitigkeit und öffnen verschiedensten Musikern eine sprichwörtlich klangliche Zaubertruhe. Dieser Artikel beschäftigt sich nicht nur mit der Historie und verschiedenen kulturellen Hintergründen, sondern auch mit der technischen Funktion, verschiedenen Arten und Bauweisen des Akkordeons.

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Wie funktioniert ein Akkordeon überhaupt?

Ein Akkordeon erzeugt Töne, indem ein Luftstrom über Metallzungen geleitet wird, die somit in Schwingung versetzt werden. Das Akkordeon hat einen Luftreservoir, normalerweise in Form eines Balgs (auch als „Ziehharmonika“ bezeichnet). Der Balg, der in der Mitte des Instruments liegt, wird vom Spieler des Instruments gedrückt und auseinandergezogen, wodurch ein Luftstrom entsteht. Auf der Vorderseite des Akkordeons befinden sich Tasten, die jeweils mit einem einzelnen Ton verbunden sind. Hinter diesen Tasten befinden sich Metallzungen, die mit kleinen Luftöffnungen ausgestattet sind. Wenn der Spieler eine Taste drückt, öffnet sich das Luftloch über der entsprechenden Zunge. Wird der Balg dann zusammendrückt oder auseinander gezogen, strömt Luft durch die Öffnungen über die Zungen. Diese Luftströmung bringt die Metallzungen zum Schwingen. Dadurch entsteht ein Klang. Die Tonhöhe des erzeugten Klangs hängt von der Länge, Dicke und Spannung der Zunge ab. Akkordeons verfügen oft über Register und/oder Schalter, mit denen der Spieler die Klangfarbe bestimmen kann. Durch das Aktivieren oder Deaktivieren bestimmter Register können verschiedene Klangfarben erzeugt werden.

Die lange Geschichte des Akkordeons

Die Geschichte des Akkordeons erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte. Die frühesten Vorläufer des Instruments finden sich bereits im frühen 19. Jahrhundert, als die Idee, Töne durch Luftzufuhr und Tasten zu erzeugen, erstmals Anklang fand. Der Musiklehrer Cyrill Demian aus Wien erhielt 1829 das erste Patent für ein Instrument, das dem modernen Akkordeon ähnelt. Dieses Instrument, das als „Accordion“ bekannt wurde, schuf die Grundlage für das unverwechselbare Instrument, das wir heute als Akkordeon kennen. Im 19. Jahrhundert wurden in Europa und insbesondere in Deutschland und Russland verschiedene Varianten und Weiterentwicklungen des „Accordions“ entwickelt. Spätestens 1840-1845 begann dann auch der kommerzielle Durchbruch des Instruments, als in Gera, Magdeburg und Berlin die ersten Fertigungsstätten für Ziehharmonikas entstanden. 1907 arbeiteten in Deutschland 7.000 Menschen in der Harmonikaindustrie, davon alleine im Vogtland 3.000.

Die wichtigsten Grundbegriffe zu Akkordeons

Gleichtönigkeit, Wechseltönigkeit, Diatonik, Chromatik

Gleichtönigkeit, Wechseltönigkeit, Diatonik und Chromatik sind Begriffe, die sich auf die tonale Struktur von Akkordeons und die Anordnung der Tasten und Akkorde auf dem Instrument beziehen. Hier ist eine Erklärung zu jedem dieser Begriffe:

Gleichtönigkeit (Bisonorität)

Die Gleichtönigkeit bezieht sich auf Akkordeons, bei denen sowohl beim Ziehen (Luft ziehen) als auch beim Drücken (Luft drücken) des Balgs Töne erklingen. Das bedeutet, dass jede Taste sowohl einen Ton beim Ziehen als auch einen Ton beim Drücken erzeugt. Diese Konfiguration ermöglicht eine reichere musikalische Ausdrucksmöglichkeit, da der Spieler mehr Töne zur Verfügung hat.

Wechseltönigkeit (Unisonorität)

Die Wechseltönigkeit hingegen bezieht sich auf Akkordeons, bei denen nur beim Ziehen oder nur beim Drücken des Balgs Töne erklingen. Das bedeutet, dass jede Taste entweder beim Ziehen oder beim Drücken einen Ton erzeugt, nicht aber beides. Dieses System kann in bestimmten Musikstilen und Regionen vorteilhaft sein, da es den Klang des Akkordeons spezifisch prägt.

Diatonik

Die Diatonik bezieht sich auf die Anordnung der Tasten und Akkorde auf dem Akkordeon, die auf den Tönen einer diatonischen Tonleiter basiert. Dies bedeutet, dass die Töne auf dem Akkordeon auf die sieben Töne einer diatonischen Tonleiter beschränkt sind. Diatonische Akkordeons sind in vielen Volksmusikstilen und traditionellen Musikgenres weit verbreitet und können diatonische Tonarten in einer Tonleiter ohne Halbtöne wiedergeben.

Chromatik

Die Chromatik hingegen bezieht sich auf die Anordnung der Tasten und Akkorde auf dem Akkordeon, die alle zwölf Töne der chromatischen Tonleiter umfassen. Chromatische Akkordeons sind in der Lage, alle zwölf Halbtöne innerhalb einer Oktave zu spielen, was eine größere Tonartenvielfalt und die Wiedergabe von Melodien in verschiedenen Tonarten ermöglicht. Sie sind besonders in der klassischen Musik und in modernen Musikstilen wie Jazz und Pop beliebt.

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Welche Akkordeon-Arten gibt es?

Selbstverständlich gibt es wie bei fast jedem Instrument auch beim Akkordeon verschiedenste Bauweisen, allerdings ist deren Fülle wahrhaft erstaunlich.
Einreihiges diatonisches Akkordeon: Ein einreihiges diatonisches Akkordeon, auch bekannt als „Melodica“ oder „Harmonika“, ist ein relativ simples Akkordeon mit nur einer einzelnen Reihe von Tasten oder Knöpfen. Da es diatonisch ist, können diese 10 Knöpfe 20 Noten hervorbringen. Diatonisch bedeutet auch, dass es nur die Töne einer diatonischen Tonleiter in einer bestimmten Tonart spielen kann.

Mehrreihiges diatonisches Akkordeon

Im Gegensatz zum einreihigen diatonischen Akkordeon verfügt das mehrreihige diatonische Akkordeon, wie der Name bereits vermuten lässt, über mehrere Reihen von Tasten oder Knöpfen. Diese zusätzlichen Reihen bieten dem Spieler eine größere Tonvielfalt. Es gibt Akkordeons mit bis zu 12 Bassnoten. Die Bassnoten und entsprechenden Akkorde bilden den Grundton für die Ein-Bewegung des Blasebalgs und die Quinte der Tonleiter für die Aus-Bewegung.

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Chromatisches Akkordeon

Ein chromatisches Akkordeon ist in der Lage, alle zwölf Halbtöne der chromatischen Tonleiter jeder Oktave zu spielen. Ausgestattet ist es mit Knöpfen oder Tasten, die aufgrund der komplexen Anordnung das Spielen in verschiedenen Tonarten ermöglichen.

Chromatisches Knopf-Akkordeon

Das chromatische Knopf-Akkordeon ist eine spezielle Variante des chromatischen Akkordeons, bei dem die Tasten durch Knöpfe ersetzt sind. Es wird oft in musikalischen Stilen wie Jazz und Klassik eingesetzt.

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Chromatisches Piano-Akkordeon

Das chromatische Piano-Akkordeon ähnelt in der Anordnung der Tasten einem traditionellen Klavier. Oftmals wird es in Musikgenres wie Pop, Rock und Jazz eingesetzt. Besonders eignet sich ein Piano-Akkordeon für Personen, die bereits ein anderes Instrument mit Klaviatur beherrschen.

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Irisches Akkordeon

Das irische Akkordeon ist, wie der Name schon vermuten lässt, in Irland weit verbreitet und diatonisch. Normalerweise verfügt es über zwei bis drei Reihen an Tasten und wird oft in der ansässigen Volksmusik verwendet.

In der Musikwelt haben Akkordeons ihren festen Platz gefunden. Die beeindruckende Vielseitigkeit und eine breite Palette an verschiedenen Akkordeonarten, von diatonischen Instrumenten für traditionelle Volksmusik bis hin zu chromatischen Varianten für Jazz und klassische Musik, machen sie zu einer Bereicherung für die nahezu jedes musikalische Genre. Die reiche Geschichte und die weltweite Verbreitung der Akkordeons zeugen von einer anhaltenden Beliebtheit und stetigen Bedeutung. Egal, ob sie in lebhaften Polkas, gefühlvollen Tangos oder mitreißendem Rock’n’Roll verwendet werden, Akkordeons verleihen jedem Lied eine einzigartige, herzerwärmende Note. Ihr charakteristischer Klang und die Hingabe der Musiker, die sie spielen, machen das Akkordeon zu einem zeitlosen und unverwechselbaren Instrument, das mit Sicherheit noch viele Generationen von Musikern und Zuhörern begeistern wird.

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Forum
  1. Profilbild
    Einfach Toll

    Kleine Ergänzung zur Tonerzeugung, weil das hier (wie so oft beim Erklären der Funktionsweise von Durchschlagszungen) nur verkürzt und damit möglicherweise irreführend erklärt wurde:

    Der Ton entsteht nicht daher, dass die Zunge schwingt und diese Schwingung wiederum an die Luft abgibt, die auf unser Ohr trifft. Das kann man leicht beweisen, indem man mal eine Mundharmonika (wenn man kein Akkordeon zur Hand hat ;) auseinandernimmt und mit dem Finger die Zunge anschnippst. Es entsteht zwar ein dünnes Tönchen, aber das ist viel zu leise.

    Der Ton kommt daher, dass die schwingende Zunge den Luftstrom aus dem Balg mit einer hohen Frequenz unterbricht und wieder freigibt. Diese zyklisch verdichtete Luft ist dann die Schallwelle.

  2. Profilbild
    janschneider

    Hab vor ein paar Jahren mal angefangen, Akkordeon zu lernen, nachdem mein Vater mir ein altes DDR Weltmeister Akkordeon geschenkt hat, musste dann leider aufgrund von chronischen Schulterschmerzen aufhören. hab aber dieses Jahr aber wie angefangen, hin und wieder etwas mal zu spielen. Akkorden ist ein ganz tolles Instrument, aber echt schwer zu lernen 🤯, ich glaube nicht, dass ich das in meinem Leben noch richtig beherrschen werde, aber egal, bringt trotzdem Spass.

  3. Profilbild
    Martin Andersson RED

    Danke für den Artikel. Schön, dass hier auf Amazona auch mal die Rede von Akkordeons ist. Ein paar Dinge zur Ergänzung:
    – wechseltönige Akkordeons sind heute sehr selten. Hingegen sind Konzertinas und Bandoneons häufig wechseltönig.
    – „Diatonisch“ bedeutet nicht „Tonleiter ohne Halbtöne“, sondern bezieht sich auf eine diatonische Tonleiter mit 7 Tönen pro Oktave, z.B. C-Dur mit Halbtönen zwischen E und F bzw. H und C.
    – Auch wenn man Tango natürlich auf jedem beliebigen Instrument spielen kann, kommt da viel eher das Bandoneon als das Akkordeon zum Einsatz.

    Der Überbegriff lautet „Handzuginstrumente“. Das Akkordeon ist einfach eine Art von Handzuginstrumenten nebst Bandoneons, Konzertinas, Schwyzer Örgeli etc und hat seinen Namen davon, dass es mit der linken Hand ganze Akkorde mit einem Knopf spielen kann, während ein Bandoneon auch links nur Einzeltöne hat.

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