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Blackbox: Korg Minipops 3, 5, 7, 20S, 35, 45, 120, Doncamatic, Junior

Minipops 7

Jean-Michel Jarres OXYGENE-Maschine. Es ist ganz klar das Spitzenmodell der Minipops-Serie in Sachen Soundqualität und Möglichkeiten. Wer die originalen OXYGENE-Grooves haben will, kommt um die Minipops 7 nicht herum. Trotzdem finde ich, dass soundmäßig noch mehr herauszuholen ist als nur OXYGENE/EQUINOXE-Rhythmen. Die Seitenteile samt Abdeckplatte bestehen aus Kunststoff und das Bedienpanel aus gebürstetem  Metall – sieht echt schick aus. Die 10 weißen Rhythmustasten sind doppelt belegt, ergibt insgesamt 20 Rhythmen. Das Gehäuse hat ein angenehmes Format, man könnte oben noch ein Effektgerät oder auch eine Roland CR-68 abstellen (passt genau). Für Bühnenanwendungen lässt sich das Gerät auch hochkant aufstellen – Füße sind angebracht. Auf der Unterseite lässt sich ein Tragegriff aufklappen.

Korg Minipops 7

Korg Minipops 7

Die MP 7 ist das einzige Modell, das ganze 15 unterschiedliche Drumsounds bietet! Die klangliche Vielfalt ist für so eine kleine Maschine schon beeindruckend. Drei charakteristische Sounds (Quijada, Tambourine und Guiro) lassen sich mit eigenen Fadern hinzumischen, ein Feature, das auch nur dieses Modell bietet und der Maschine ungeheuren Charakter verleiht. Dieses Feature hat auch Roland in ähnlicher Form für die CR-78 übernommen.

Die Sounds der MP7 sind sehr ausgewogen und glänzen durch Wiedererkennungswert. Man merkt, dass sich die japanischen Entwickler hier besonders viel Mühe gegeben haben. Im Innern des Gerätes schlummern zahlreiche Trimmpotis, mit denen einige Drumsounds den eigenen Wünschen angepasst werden können. Diese Regler bzw. Parameter bräuchte man wirklich auf der Frontplatte! Immerhin hat man hier einen TONE Regler – damit kann der Bass von „solide“ bis „wuchtig“ eingestellt werden. Auch die Regler VOLUME und TEMPO fehlen nicht. Die Minipops 7 klingt prägnant, höhenreich, satt im Bassbereich und überhaupt in allen Frequenzbereichen präsent – der Sound ist erstklassig. Übrigens: Kein Exemplar klingt genau wie das andere. Je nach Baujahr hat Korg unterschiedliche Komponenten verwendet, wobei frühe Exemplare im direkten Vergleich am besten klingen.

Korg Minipops 7 - ein frühes Modell

Korg Minipops 7 – ein frühes Modell

Minipops 20S

Es ist kein Geheimnis, dass Rhythmusgeräte in den sechziger und siebziger Jahren hauptsächlich für Alleinunterhalter oder zum Üben gedacht waren. Ein Mono-Ausgang reichte aus und war die Regel – selbst bei der teuren, programmierbaren Roland CR-78, die sogar noch viel später erschien. Korg wollte mit dieser Tradition brechen und spendierte dem Modell 20S zwei Ausgänge links und rechts. Wird nur ein Kabel eingesteckt, ist alles wie üblich mono. Wenn man allerdings beide Ausgänge belegt, kommen aus den zwei Ausgängen völlig unterschiedliche Sounds. Es gibt also keine Sounds, die irgendwo im Panorama platziert sind – entweder ist ein Sound ganz links oder ganz rechts. Am Mixer lässt sich dann Panorama, zusätzliche Effekte usw. einstellen. Stereo ist übrigens nur dieses Minipops Modell. Ansonsten ist die Ähnlichkeit mit der Minipops 5 ziemlich groß: Hier gibt es auch ein Metronom, das sich zu den Rhythmen hinzufügen lässt, ebenso wie die Metallschiene zum Starten/Stoppen und den TONE Regler. Die insgesamt 30 Rhythmen sind ebenfalls sehr ähnlich, der Grundsound ist allerdings anders. Lustig sind die zwei roten „Froschaugen“, die je nach Takt abwechseln aufleuchten.

13_Minipops 20S detail-.JPGVor dem Einschalten sollte man tunlichst die Stellung des Schalters „Voltage Selector“ auf der Rückseite prüfen – diese kann auf 100V / 220V / 240V umgestellt werden. Eben weil dieser Schalter wie ein Bedienelement aussieht, sollte man hier vorsichtig sein.

Die Minipops 20S „Donca Matic“ ist eine grundsolide Maschine, die großartig klingt und mit dem Stereo-Ausgang ziemlich vielseitig ist.

Korg Minipops 20 S

Korg Minipops 20 S

Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      c.hatvani  AHU

      Hallo, es ist schwierig, genaue Erscheinungsjahre zu bekommen, selbst Korg weiß das nicht genau… die ganze Serie wurde von ca. 1968 – 1978 hergestellt, bis sie von Korgs KR-Serie abgelöst wurde.

  1. Profilbild
    herw  

    herrlich die sound-Beispiele.
    Die ersten erinnern mich immer wieder an einen Sketch mit Dieter Krebs (?) : „kann der auch Lambada?”

    ciao herw

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Danke für den Bericht! Bin bei den Minipops nie ganz durchgestiegen. Interessanterweise gefallen mir der Minipops 3 und der Junior vom Sound her am besten.

  3. Profilbild
    spacelight

    Danke für den tollen Bericht , ich selbst hab die MP3 und MP120W und eine Ace tone box.

    Das es soviele Modelle gab wußte ich auch nicht.
    Die MP7 würde ja auch noch auf meiner Liste stehen , aber da trägt Jarre wohl Schuld dass die teile heute fur mehrere Hunderte weggehen.
    Ich sample schon einige Jahre die grooves aus den Boxen (wegen fehlender Syncronisation).

    Ich werde dann öfter gefragt wo ich denn die Drumsounds her habe. Wenn ich dann antworte von den fast 40 Jahre alten Minipops Maschinen kommt meist Ungläubigkeit in Ihre Gesichter.
    Sampelt doch mal nur die Hihat und lass sie zu einem Rhythmus über einen Phaser laufen…..welcome back in the seventees..

  4. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Was dem Johann-Michael Jarres sein MP-7, war den Staub-Brüdern (Dust Brothers) das MP-120: Verewigt und unsterblich gemacht im Soundtrack zu „Fight Club“.

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