Blue Box: EMS-Rehberg Synthi Logik, Modularsystem

10. August 2019

Modular-System im Aktenkoffer.

EMS-REHBERG SYNTHI LOGIK

EMS-REHBERG SYNTHI LOGIK

Vorwort der Redaktion:

Vor Jahren hat uns Bernd-Michael Land einen absoluten Leckerbissen für unsere Blue-Box-Reihe geschrieben, der damals leider ein wenig untergegangen ist. Nun wurde er von uns mit neuen Bildern bestückt, SEO optimiert und auch sonst etwas aufgehübscht. Viel Spaß damit:

Die Ahnen des Synthesizers „Synthi Logik“

Wird von den Synthesizern der Manufaktur EMS (Electronic Music Studios) gesprochen, so verbinden viele Leute das sofort mit ganz großen Namen auf den Bühnen dieser Welt. Bekannte Musiker wie Pink Floyd, Brian Eno, Jean Michel Jarre, Depeche Mode, Wolfgang Dauner, Tangerine Dream, Kraftwerk sowie viele Künstler aus den Bereichen der Avantgarde setzten diese außergewöhnlich klingenden Instrumente ein.

Die EMS Synthi Logik Synthesizer-Familie

Als David Cockerell 1969 seinen ersten in Serie hergestellten Synthesizer, das Modell VCS-3 „The Putney“, der Öffentlichkeit vorstellte, gab es praktisch bis dato keine Alternativen auf dem Markt, diese Klangmaschinen gehören damit zu den Urgesteinen der Synthesizertechnik.

VCS-3 „The Putney“ mit Keyboard DK-1 „The Cricklewood“

Der große kommerzielle Erfolg dieser Synthesizer beruhte hauptsächlich auf seiner kompakten Bauform und dem hervorragendem Klang. Der VCS-3 war schließlich der erste transportable und zugleich auch modulare Synthesizer.

Synthi „A“ mit Keyboard-Sequencer „KS“

EMS ging dann kurze Zeit später sogar noch einen Schritt weiter und verpackte die gesamte Technik in einen schlichten Aktenkoffer, der Synthi A war geboren. Der nachfolgend erschienene digitale Keyboard-Sequencer „KS“ war wegweisend. Mit Sensortasten ausgestattet fand er seinen Platz im Kofferdeckel und ergänzte ganz hervorragend dieses System.

Synthi „E“

Besonders innovativ war das ungewöhnliche Steckfeld für das Routing der Audiosignale und der Steuerspannungen. Statt die Bedienelemente auf der Frontplatte unübersichtlich mit Patchkabeln zu verhängen, werden hier kleine Pins auf einer Steckmatrix verwendet, die man gerne auch mit dem Spiel „Schiffe versenken“ assoziiert.

Synthi Logik

Für viele waren die EMS Modelle Synthi A und AKS finanziell jedoch absolut unerschwinglich und so erschien dann im Jahre 1975 dann eine deutlich abgespeckte Version zum günstigeren Preis: der Synthi E.

Der kleinere „E“ ist, wie das große Vorbild Synthi A/AKS, ebenso direkt in einem Aktenkoffer montiert worden. Er ist sofort an seinem knallgelben Bedienpanel zu erkennen. Statt der teuren Steckmatrix hatte man für die Verbindungen der Steuer- und Audiosignale jedoch einfache Patchkabel mit kleinen Bananensteckern vorgesehen.

Die logische Anordnung der einzelnen Baugruppen sowie der übersichtliche Aufbau machten ihn besonders als Schulungssynthesizer recht beliebt und er fand viele seiner Abnehmer daher auch in diversen Universitäten, Musikhochschulen und Instituten.
Der Synthi E war übrigens eine britisch/deutsche Gemeinschaftsentwicklung und wurde seinerzeit von Dr. Josef Mundigl zusammen mit EMS (UK) entwickelt und anschließend bei EMS in London produziert.

Der EMS-Rehberg Synthi Logik

Der Logik Synthi Synthesizer erschien vor rund 25 Jahren im Jahre 1980 und wurde bis 1990 hergestellt. Die exakten Stückzahlen sind zwar nicht mehr bekannt, aber er gehört sicherlich ebenso zu den Exoten in der Synthesizer-Welt und ist heute eher selten anzutreffen.

Der EMS-Rehberg Synthi Logik basiert technisch etwa zur Hälfte auf dem Synthi E und könnte somit als eine direkte Weiterentwicklung mit erweiterten Möglichkeiten angesehen werden.
Der Logik war ebenso eine britisch/deutsche Konstruktion, die Produktion des Logik erfolgte jedoch ausschließlich bei der Firma EMS-Rehberg in Deutschland.

In der Tradition von EMS wurde auch dieser Synthi wieder semimodular aufgebaut. Die Konfiguration ist fest vorgegeben und lässt sich vom Nutzer nicht verändern, da alle Bausteine auf einer gemeinsamen Frontplatte untergebracht wurden.
Die Verbindung der einzelnen „Module“ erfolgt hier via handelsüblicher Standard-Patchkabel mit 3,5 mm Miniklinken und macht ihn somit 100% kompatibel zu allen gängigen Eurorack-Modularsystemen.

Übersicht der einzelnen Baugruppen:

  • VCO – Voltage Controlled Oscillator
    mit den Schwingungsformen Sinus, Sägezahn, Dreieck und Rechteck mit externem Steuerspannungseingang für die Pulsbreitenmodulation
  • VCF – Voltage Controlled Filter
    Multimode-Filter mit 12 dB Flankensteilheit, Low-Pass, High-Pass, Band-Pass und Phaser
  • LFO – Low Frequency Oscillator
    mit den Schwingungsformen Sinus und Rechteck
  • SRG – Slow Ramp Generator
    mit der Schwingungsform Sägezahn
  • NG – Noise Generator
    der Rauschgenerator bietet weißes Rauschen
  • EG – Envelope Generator (Envelope Shaper)
  • A-D-S-R
  • RM – Ringmodulator
  • INV – Inverter
  • SL – Slew Limiter (Portamento)
  • EF – Envelope Follower
  • externer Audioeingang
  • Output/Mix
  • Keyboard
  • Control Inputs
  • Anschlüsse für externen Sequencer und externes Keyboard
  • Power
  • Netzteil und Anschluss für externes Netzteil

Etwas mehr Details?

Auf den ersten Blick erscheint der Synthi Logik recht einfach gestrickt. Das gesamte Konzept ist jedoch sehr musikalisch und stimmig und er bietet bei weiterer Betrachtungsweise wesentlich mehr Möglichkeiten als man anfangs erwartet hat.

Nur ein VCO mag manchen vielleicht etwas wenig erscheinen. Rechnet man jedoch noch das Filter, den LFO und Ramp-Generator hinzu, so stehen dem Nutzer bereits vier unterschiedliche Klangquellen zur Verfügung. Dazu gesellt sich noch der Rauschgenerator als fünfter Spender für Audiosignale.

Der VCO ist mittels Schieberegler über einen sehr weiten Frequenzbereich einstellbar und reicht von 1 Hz bis 16 kHz, für das Fine-Tuning ist ein zusätzlicher Drehregler vorhanden.

Alle vier Schwingungsformen stehen gleichzeitig zur Verfügung und können über jeweils zwei parallel geschaltete Klinkenbuchsen abgenommen werden.

Für die Ansteuerung des VCOs gibt es zwei verschiedene Eingänge, der erste 1/1 ist Standard, der zweite 1/2 halbiert die Spannung, doch dazu später mehr.

 

Das 12 dB Multimode-Filter ist sehr hochwertig und vielseitig einsetzbar.
Für Low-Pass, Band-Pass und High-Pass sind, ebenso wie beim VCO, jeweils zwei parallele Ausgänge vorhanden, was sich in der Praxis als recht nützlich erweist und dem Anwender natürlich diverse Multiples erspart. Die Resonanz des Filters lässt sich nicht stufenlos mit einem Poti regeln, das geschieht hier per Schalter in 4 Stufen, wobei das Filter in Position 4 als Sinusoszillator fungiert.
Der Frequenzbereich erstreckt sich insgesamt von 50 Hz bis auf 15 kHz und wird mittels eines Schiebereglers justiert. Als besonderes Leckerli des Filtermoduls wäre hier sicherlich der integrierte Phaser zu erwähnen, das findet man doch eher selten vor.

Der LFO besitzt die beiden Schwingungsformen Sinus und Rechteck, die an je zwei Ausgängen abgegriffen werden können. Die Frequenz reicht von niedrigen von 0,1 Hz bis hoch zu 20 Hz. Die LFO-Frequenz sowie die Intensität sind wieder über zwei Schieberegler einstellbar.

Slow Ramp Generator ist einfach gestrickt und erzeugt eine Sägezahnschwingung mit einem Frequenzbereich von 0,3 Hz bis 30 Hz.
Der SRG bietet sich ideal für die Steuerungen jeder Art an, als Auslöser der Hüllkurve, für rhythmische Dinge als Masterclock oder als zusätzliche Klangquelle, z. B. für den Ringmodulator. Für viele Dinge reicht er aus und der LFO steht dann noch für andere Aufgaben bereit.

Der Envelope Shaper wird mit Drehreglern eingestellt und bietet die klassische ADSR-Hüllkurve mit Attack, Decay, Sustain und Release. Die Hüllkurven sind recht flott, genau so, wie man das von einem hochwertigen Modular System auch erwarten kann. Neben dem Trigger-/Gate-Eingang (mit LED-Anzeige) sind zwei Audioeingänge, zwei Audioausgänge (VCA-Out) und zwei CV-Ausgänge vorhanden.

Ein weiteres interessantes Modul, das lange nicht jeder modulare/semimodulare Synthesizer in dieser Ausstattung vorweisen kann, ist die Eingangsstufe für externe Audiosignale, dem ein Envelope Follower (EF) angegliedert ist. In diesem Modul finden sich jeweils zwei separate externe Eingänge für Mikrofone (high) und Instrumente (low) mit großen (6,3 mm) Klinkenbuchsen.
Der Level des Eingangssignals kann mit je einem eigenen Drehregler eingepegelt werden, eine LED dient dabei zur optischen Kontrolle der Aussteuerung. Am Ausgang dieser Vorstufen stehen dann die Audiosignale zur weiteren Aufbereitung bereit (2×2 Audio Out Buchsen). Der obere Signalweg bietet zusätzlich noch die aus dem Audiosignal gewonnene Steuerspannung an.

Bei EMS wurde bei der Konzeption schon immer großen Wert auf die Möglichkeit gelegt, dass man auch externe Klangquellen musikalisch sinnvoll einbinden kann. Das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum sich diese Synthesizer noch bis heute so großer Beliebtheit erfreuen, auch bei solchen Musikern, die eigentlich mit Synthesizern gar nicht so viel am Hut haben und ihn mehr als Effektgerät und Erweiterung einsetzen. Praktisch lässt sich jedes externe Audiosignal weiter bearbeiten und ganz besonders Blas- oder Streichinstrumente kann man damit ganz wunderbar verfremden.

Diese klassischen Module sollten in keinem Synthesizer fehlen: Portamento, Ring-Modulator und Inverter

Die Output Sektion bietet einen Stereo-Mixer mit zwei separaten Schiebereglern und 2×2 parallelen Eingängen in Miniklinke. Die Ausgänge sind alle mit großen Klinkenbuchsen ausgestattet, hier finden sich jeweils ein Stereo-Out für links und rechts, Phones, ein Ausgang für Mono, ein Ausgang für Scope (zum Anschluss eines Oszilloscope und/oder einem Frequenzzähler). Zum Vorhören ist sogar ein kleiner Verstärker und ein Lautsprecher vorhanden, was zum Patchen und Tunen sehr gut ausreichend ist.

Sehr praktisch ist auch das integrierte Keyboard zur Erzeugung von Steuerspannungen und Trigger-/Gatesignalen. Hier sind im unteren Bereich des Bedienpanels in einer Reihe 16 Drucktaster, also etwas mehr als eine Oktave, montiert. Die Ausgangssignale von CV und Trigger/Gate des Keyboards liegen an separaten Klinkenbuchsen an und können direkt von dort abgegriffen werden, es besteht also keine störende interne Vorverdrahtung.

Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, um den Tastaturbereich zu verändern.
Nutzt man für die Steuerspannung nur den üblichen 1/1 Eingang des VCO, so ergibt das natürlich exakt 1 Volt pro Oktave. Patcht man jedoch ein zusätzliches Kabel in den zweiten Eingang 1/2 des VCO oder nutzt nur diesen, so kann man die Oktavspreizung nach seinen Wünschen individuell anpassen. Mit einem speziellen EMS-Patchkabel (grün) lassen sich diese Intervall-Verhältnisse sogar noch weiter verändern, so dass eine gespielte Oktave von einer halben bis hin zu drei Oktaven reichen kann. Sicherlich kann man mit den Drucktasten keine virtuosen Soli spielen, aber für sehr viele Funktionen und zum Experimentieren reicht sie erstaunlich gut aus.

Wer eine übliche Tastatur vermisst, kann natürlich auch ein separates EMS Keyboard (DKL, DK-37) verwenden, ein extra Anschluss ist dafür vorhanden. Das System verwendet den üblichen Voltage-Trigger und 1-Volt/Oktave-Standard und kann somit sehr gut in fast jede vollmodulare Umgebung integriert werden oder diese sinnvoll erweitern.
Mehrere Anschlüsse für weitere Sequencer und CV/Gate Keyboards sind zusätzlich vorhanden.

Mobilität

Das Gewicht des EMS-Rehberg Synthi Logik beträgt nur schlappe 2,9 kg (ohne Deckel, Patchkabel, Netzteil)! Da kann man sein komplettes kleines Modular System ganz bequem wie eine Aktentasche auch mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren.
Besonders praktisch für den Liveeinsatz: Die Patchcords können beim Transport alle eingesteckt bleiben. Es ist ausreichend Platz vorhanden und der Kofferdeckel lässt sich noch gut verschließen, ohne dass die Kabel eingequetscht oder böse abgeknickt werden.

Der Koffer

Eine weitere Besonderheit der verwendeten „Spartanite“-Koffer wäre hier auch noch erwähnenswert: Sie sind dreiteilig konstruiert. Die gesamte Elektronik ist in einem stabilen Kunststoffrahmen, dem mittleren Teil des Koffers, montiert.
Der vordere Deckel schützt dabei alle Bedienelemente vor Staub und mechanischer Beschädigung, bei Lagerung und beim Transport, so wie jeder andere Koffer auch. Der hintere Deckel ist jedoch separat ebenso abnehmbar und verbirgt die gesamte Elektronik. Hier hat der Servicetechniker dann einen schnellen Zugang zu den Reglern für die (jährlich empfohlene) Kalibrierung oder für evtl. angefallene Reparaturen.


Besonders im Schulungseinsatz hat diese Bauweise seine Vorteile. Da der Koffer über jeweils zwei unabhängige Verschlüsse verfügt, kann man den Schülern einen Zugriff auf den hinteren Teil verwehren.

Ergonomie

Der Synthi Logik lässt sich zum Spielen ganz einfach flach auf den Tisch legen, was allerdings zum einen relativ viel Platz beansprucht und zum anderen nicht besonders übersichtlich ist. Bei einer senkrechten Aufstellung steht das Köfferchen jedoch ziemlich wackelig und könnte beim Patchen schnell umfallen. Ideal wäre eigentlich eine leicht schräge Aufstellung, die man recht effektiv mit einem Gitarrenständer erzielen kann.
Der perfekte Ständer für EMS Synthesizer, passend für alle Koffermodelle A, E und Logik, ist hier der Typ 17580 HELI von K&M (König & Meyer), den man u. a. direkt bei EMS-Rehberg beziehen kann.

Gebrauchtmarktpreise

Einen Synthi Logik wird man heute auf dem Gebrauchtmarkt eher selten ergattern können, jedoch bietet die Firma EMS-Rehberg immer noch ein komplett revidiertes Modell an.

Mit einzuplanen sind ca. ein Jahr Wartezeit, der Preis beträgt derzeit € 3.700 zzgl. Mehrwertsteuer -mit steigender Tendenz.

An dieser Stelle noch meinen herzlichen Dank an die Firma EMS-Rehberg für die freundliche Unterstützung bei der Recherche und diese schöne Comiczeichnung, die auf wunderbare Weise den damaligen Zeitgeist widerspiegelt.

EMS-Rehberg Synthi Logik on YouTube

Mit Bernd-Michael Land wurde auch ein schönes Video zum EMS-Rehberg Synthi Logik produziert. Sehr angenehm, Bernie hat es sich nicht nehmen lassen, trotz des englischen Moderators, die Antworten alle auf Deutsch zu geben :-)

Fazit

Der Synthi Logik trägt seinen Namen zu recht, es gibt nur wenige Synthesizer, die so logisch und klar strukturiert sind. Auch ein Anfänger findet sich mit den Modulen schnell zurecht und selbst aufwändigere Patches sind schnell erstellt.

Der EMS-Rehberg Synthi Logik bietet eine sehr breite Palette an hochwertigen Klängen, die sich von den warmen analogen Synt+hesizerklängen, druckvollen Sequenzersounds und tiefen Bässen bis weit hinein in den experimentellen Bereich erstrecken. Seine Stärken liegen sicherlich besonders bei Effekten jeder Art und dem Verfremden von externen Signalen.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie vielseitig und musikalisch dieser kleine Kerl doch ist und welche Möglichkeiten in ihm stecken.

Back Roots.
Traditionell aufgebaute Module, kein unnötiger Firlefanz, analoge Technik und das alles in exzellenter Qualität –wer dies sucht, wird hier fündig und glücklich mit einem Logik werden.
Manchmal muss man eben etwas genauer hinschauen, statt immer nur grob die Eckdaten zu vergleichen.

Alternativen dazu gibt es heute nicht besonders viele, allenfalls ein Buchla Easel.
Koffer auf, Stecker rein und Musik machen – that’s it.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Tyrell  RED 31

    Bernie, klasse Bericht. Leider sieht man die EMS so gut wie überhaupt nicht auf dem Gebrauchtmarkt, sonst hätte ich schon längst zugeschlagen :-)

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  

      Einige Synthi A, E und Logik stehen seit Jahren verstaubt in den Schränken von irgendwelchen Musikschulen herum, der Computer hat sie als Unterrichtsmittel immer mehr verdrängt. Mit etwas Glück kann man da noch etwas finden, oft für kleines Geld.

    • Profilbild
      Yo

      Hallo, kurze Info –
      Ich verkaufe gerade meinen Logik über Ebay!

  2. Profilbild
    bugler  

    Sehr interessant und spannend geschriebener Beitrag. Und tolle Sounds!
    Ob es an dem raren Angebot ähnlicher portabler Synths liegt, dass so viele Eurorack-User sich ihre Systeme in einem bestimmten Baumarkt-Koffer mit 19-Zoll-Innenmaß einbauen?

  3. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Ich danke ebenfalls für den ausführlichen Bericht und die vielen Soundbeispiele. Ich hatte mir ersatzweise eine Sample-CD auf Ebay-UK mit Sounds von einem „EMS-Synthi“ (2008, soundcollector, S1000) besorgt und viele davon in meinen alten E4 eingelesen … Von was für einem Gerät gesampled wurde, weiß ich freilich nicht.

  4. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Bernd,

    Super geschrieben, seidem ich mal den „Ollen!“ David Gilmour in „Classic Albums“ auf dem kleinen blauen hab schrauben sehen, wolte ich den haben, jetzt brauch ich einen ganz dringend.

    Grüße

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Auch von mir ein großes Dankeschön für den Bericht über ein Gerät, das mir bisher leidlich unbekannt war…
    Insbesondere die ausführlichen Soundbeispiele machen viel Spaß, wahrscheinlich ähnlich wie dir beim Erstellend.

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  

      Ja, das Patchen macht mit dem Logik schon viel Spaß, durch die Reduktion auf das Nötigste verliert man auch nie den Überblick und kommt recht schnell ans Ziel.
      Die Soundbeispiele sind übrigens nur mit einem Synthi Logik erstellt, wurden direkt eingespielt und nicht mehr mit Effekten nachgearbeitet. Als Sequencer kam ein kleiner Voice of Saturn und der Moonmodular M569 zum Einsatz.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Yep. Ich kann mich nur wiederholen: Die Sound sind wirklich große klasse und man merkt, dass sie mit Freude gebaut wurden.
        In der Tat sind es ja die technischen Reduktionen, die das Arbeiten häufig so fruchtbar machen…

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Andreas,

      guck mal ob du irgendwo das Video Classic Albums Pink Floyd Dark Side Of The Moon auftreiben kannst, David Gilmour äussert sich darin, wie mit dem EMS System die Sequenzen von „On the Run“ entstanden sind
      https://www.youtube.com/watch?v=3rU_ei_x0Ag

      Ich hab die Sequenz mal versucht mit EHX Ringtone, 8 Step Programmer und Small Stone hinzubekommen, ich behalte das Ergebnis im Giftschrank ;-)

      • Profilbild
        Bernd-Michael Land  

        ich hab das Intro auch mal nachgebaut und mit dem AKS auch recht gut hinbekommen. Das war mal für eine Pink-Floyd Coverband. Die wollten das Intro 3 Minuten lang und mit anderen Filterverläufen haben, weil sie da immer die Bandmitglieder vorstellen. Das ist aber auch nicht besonders schwierig.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo Bernd,

          mittlerweile weiß ich was ich das falsch gemacht habe, lernen gehört ja dazu :-) Ich könnte mich ja noch mal dran versuchen, schwierig ist es nicht, aber sicher genial :-)

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Moinsen Toiby.
        Jetzt kommt mein Outing:
        Ja, ich mag Pink Floyd.
        The piper at the gates of Dawn: Großes Album
        A saucerful of Secrets: Darauf schwebe ich gerne ab
        Ummagumma: So muss Rockmusik dieser Dekade klingen
        Atom Mother Heart: Tiefes Seufzen
        Aber danach wird es echt mau. Und Dark side of the Moon und noch viel schlimmer, Wish you were here, sind ganz ganz übles kitschbesoffenes Earcandy, das meine Ohren bluten lässt. Esoterischer Stadionrock mit ganz viel Ihhgitt und Gänsehaut, allerdings die fiese Variante, vor Ekel….
        Diese Meinung ist sicherlich hier in der Community bei Leuten unserer der gar der Vorgängergeneration nicht mehrheitsfähig, aber ich kann und will mit diesem Zeuchs nix anfangen.
        Und auch aus historischer Sicht sind die beiden genannten und von mir soeben bespuckten Alben ordentlich irrelevant. Da hatten Can (auf die ich übrigens nix kommen lass) und Konsorten schon deutlich frischeren und orginelleren Sound am Start.
        Puuhhhh, das musste jetzt mal kurz raus, nicht zuletzt auch ob der für mich verwunderlichen Bewunderung für das mittlere Werk dieser Band :)
        Meine 7 Cent für heute; ich duck mich jetzt und bin weg…..

        • Profilbild
          Bernd-Michael Land  

          Andreaz, die Geschmäcker sind da sicherlich verschieden. Ich hab damals „The Wall“ in der Dortmunder Westphalenhalle live erlebt und es war ein Hammerkonzert. Ich höre auch die späteren Alben sehr gerne, es gibt da sicherlich schlechteres.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo Andreas,

          möchtest du die Krone wieder haben? Ich hab diese Woche meinen spendablen ;-)

          Primär gings nur um den blauen EMS und „on the run“ Zu Pink Floyd, also die Alben aus den 80ern Final Cut und A Momentary Lapse of Reason, finde ich gelinde gesagt schwach. The Division Bell hatte dann wieder diese Momente. Bis Dark Side of the Moon teile ich deine Meinung nicht, die Alben die davor kamen, fand ich alle geil. Dafür hab ich so mit Can meine Schwierigkeiten, ich bin für die Musik(mit 43 Lenzen) zu jung und hab halt erst Ende der 70 angefangen zu hören. Und das ist dann einfach mal schon, Es wäre doof, wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten. Um jetzt mal wieder die Kurve zu bekommen, gemessen an den Vorgänger Alben war T.D.S.O.T.M. ein anderes Album, a) das zentrale Thema „Lunatic“, b) Roger Waters schwang sich innerhalb von Pink Floyd zur Führungsfigur auf und c) die Besuche von Syd Barrett im Studio während der Session. Das gibt diesem Album eine Sonderstellung. Meine 5 ct dazu :-)

  6. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    3.700 Euro für ein Gerät dieser Art sind ein stolzer Preis — das muß man haben wollen. Ich würde da lieber ein Serge Panel haben wollen.

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  

      sicherlich kein Schnäppchen, dafür bekommt man aber ein generalüberholtes Gerät mit Garantie von EMS-Rehberg.
      Auf dem Markt sicher selten, aber manchmal schon um die 2.000 Euro zu bekommen und liegt damit also ähnlich wie der gelbe Synthi „E“, kann aber mehr.
      Kompakte Koffersynthies als „all in one“-System gibt es nicht viele, das scheint eine Marktlücke zu sein. Man sieht ja die hohe Nachfrage am neuen Buchla Easel und der ist auch nicht preiswerter zu haben.

      Viele möchten heute wieder einen kompakten analogen, möglichst auch modularen, Synthesizer mit auf die Bühne nehmen, weil sie ein modernes Set sehr gut klanglich damit ergänzen können.
      Viele aktuelle Musikrichtungen schreien ja geradezu danach.

  7. Profilbild
    studiodragon  

    Ja, ein intéressanter Bericht Bernie und wenn du über jede Kiste die du im Studio hattest ein Report schreibst, hast du ja noch einiges vor, lol….

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  

      naja, über viele Synthesizer sind ja bereits Artikel geschrieben worden und einige hübsche Geräte besitze ich heute nicht mehr.
      Aber ein paar Maschinchen kann ich sicherlich noch anbieten.
      Ich bin halt auch ein gemächicher Schreiber und bis zum nächsten Artikel von mir wird es also wieder ein bischen dauern.

  8. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Bernd, Deine Besprechungen sind einfach Oberklasse!

    Hätte ich meinen „Shootout“-Test zwischen Xils 4 und iVCS3 nicht schon vor einer Woche abgegeben, hätte ich gerne noch zu diesem Test verlinkt. Mal sehen was die Redaktion sagt.

    Anyway, EMS Synthi rocks :)

  9. Profilbild
    psv-ddv  AHU

    Immernoch ein spannender Bericht. Mich würde brennend interessieren, was der Rehberg Synthi-Logik mit der Englischen Firma EMS zu tun hat.
    Abgesehen von der Verwendung der drei Buchstaben im Firmennamen und der Anlehnung an den Synthi-E, kann ich da keinen Zusammenhang entdecken. Auf den englischen Seiten über/von EMS taucht der Logic nicht auf.
    Ich vermute, dass der Logik eigentlich ein Rehberg Synthesizer ist und mit EMS-England wenig bis nichts zu tun hat. Vielleicht kann mich da jemand aufklären?

      • Profilbild
        psv-ddv  AHU

        Wirklich? Vielleicht macht Herr Rehberg so etwas wie den Deutschland Vertrieb. Das wird allerdings auch weder bei EMS noch auf der Rehberg Seite irgendwo erwähnt. Merkwürdig.
        Ich kenne niemanden, der bei ihm in letzter Zeit Neugeräte gekauft hat, auf denen nicht „EMS-Rehberg“ sondern EMS steht. Muss nix bedeuten…
        …aber die „EMS-Rehberg“ Geräte werden aber auf der Englischen EMS Seite auch überhaupt nicht erwähnt, geschweige denn angeboten. Herr Rehberg vermittelt ja immer den Eindruck er wäre der offizielle Deutsche Ableger der Firma EMS. Das scheint mir aber nicht wirklich der Fall zu sein.
        Vielleicht weiss ja irgend ein Amazonist mehr…

        • Profilbild
          Herr Mikrobi  

          Das ganze wurde hier ja schon im Zusammenhang mit dem Rehberg Interview
          kontrovers diskutiert. Siehe u.a. Kommentare von Dirk Matten…

          • Profilbild
            psv-ddv  AHU

            Herr Matten hat damals leider nur Andeutungen gemacht.
            Ich hätte gerne mehr darüber gewusst. Vielleicht liege ich ja mit der Vermutung auch komplett falsch.
            Der Vocoder 3000 zum Beispiel, von dem ich immer dachte er wäre ein EMS Produkt, taucht nur bei Rehberg auf. Sieht aus, als wäre das ein nachgebauter EMS 2000, mit ein paar Modifikationen. Das Design der Frontplatte hat nichts EMS Geräten zu tun. Der „Rehberg“ 3000 wird in der EMS Historie nicht mit einem Wort erwähnt.

            • Profilbild
              TobyB  RED

              Hallo psv-ddv,

              ausser EMS und einigen Überschneidungen haben die nix mehr miteinander zu tun. Ok, beide Webseiten sind grausam. Fehlt nur noch der Altavista/Geocities Seitenzähler. Rehberg mal ans Telefon zu bekommen gestaltet sich schwierig. Und falls du einen gebrauchten EMS kaufen möchtest, der nicht aus seiner Werkstatt kam, wirds skurill. Ok, kauf ich mir die App für iOS. Der Rehberg 3000 Vocoder ist wohl eine Weiterentwicklung/Redesign des 2000er hat aber sonst nichts mehr mit EMS UK zu tun.

              • Profilbild
                psv-ddv  AHU

                Hi Toby,
                das bestätigt meine Vermutung, nicht überall wo EMS draufsteht ist EMS drin.
                Es hinterlässt bei mir ein wenig ein Gschmäckle bezüglich der Nutzung des EMS Logos durch Herrn Rehberg.

                • Profilbild
                  TobyB  RED

                  Hej PSV-DDV,

                  naja kommt auf die Betrachtung an, EMS/DE repariert ungern das Zeug von EMS UK. Ansonsten, wie Swissdoc schreibt. Deswegen habe ich da angerufen. Ich hätte einen gebrauchten kaufen können. Nur möchte man ja auch das Gerät warten lassen. Und da hätte ich jetzt ein Problem. Und da nehm ich dann doch die iOS App oder meine EHX Pedale CP und SSD, RTG

                • Profilbild
                  Bernd-Michael Land  

                  Der EMS Synthi Logik kam komplett aus Deutschland, wurde auch hier entwickelt.
                  Allerdings trägt er die Gene von EMS, qualitativ wie auch von der Art der Module.
                  Im Vergleich zum Synthi E ist der Logik jedoch klanglich weit überlegen, auch von den Möglichkeiten. Dieses Provisorium VCA-Ringmod. ist weggefallen.

                  Im Prinzip spielt es doch keine große Rolle, ob der Synthesizer in England oder Deutschland hergestellt wurde, es ist und bleibt ein absolutes Top Gerät.
                  Und wer jetzt so eisern auf die Insel schielt, der sollte wissen, das das komplette Schaltungsdesign des Synthi E auch komplett in Deutschland entwickelt wurde, da ist nicht viel englisches dran.
                  Hätte ich die Wahl, würde ich immer den Logik vorziehen.

      • Profilbild
        Bernd-Michael Land  

        Neue EMS VCS3 oder AKS gibt es schon lange nicht mehr, auch nicht bei Rehberg.
        Viele Teile sind seit Jahren nicht mehr neu lieferbar, wie beispielsweise die Spartanite-Koffer oder die Patchmatrix.
        Gelegentlich werden von der Firma Rehberg jedoch alte originale EMS-Synthies wieder zurückgekauft, komplett generalüberholt und wieder angeboten.

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Peter Forrest handelt den Logik unter EMS ab (Synthi-Logik EMS Rehberg’s version of the Synthi E) und gibt als Entwickler Tim Orr an. Das deckt sich mit den Angaben auf dem Faltblatt zum Logik Synthesizer, welches ich auf der Musikmesse 1986 von Rehberg bekommen habe. Alle Faltblätter und Unterlagen sind mit EMS oder EMS Rehberg versehen und listen Rehberg als Vertrieb/Service für West-Germany. EMS Vertrieb in der Schweiz war eine Zeit über Bruno Spörri.
       
      Das Blatt zum VOCODER 3000 listet den VOCODER 2000 als vereinfachte Version des VOCODER 3000. Beschriftung des Blattes als EMS Rehberg nur mit Adresse in Deutschland. Den VOCODER 2000 gab es auch in einer vom Design her passenden Variante, also in schwarz.
       
      Es gibt noch eine Analyse-Filterbank B1-II und einen vierfach Ringmodulator in ebendiesem schwarzen Design, vorne steht EMS drauf und hinten Rehberg.
       
      Matthias Becker schreibt 1987 „Vertrieb und Service für Deutschland übernahm Anfang der 70er Jahre die Firma REHBERG, die dann später – im Jahre 1974 – mit EMS fusinierte.
       
      Preis für den Logik – 1986: DM 2225 – 2000: DM 3500

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.