6. Oktober 2020

Analog, Digital oder doch beides im Tonstudio?

 

Analog, digital oder doch beides im Recording?

In den letzten Jahren hat kaum ein Thema mehr die Musikwelt strapaziert als das hier:

Analog oder Digital im Tonstudio?

Es gibt da die eine Seite die da sagt:“ Die Analogtechnik ist das einzig Wahre. Unerwünschte Geräusche werden als „Hype“ bezeichnet und würden das analoge nur bereichern,- Digital würde es immer nur steril und kalt klingen“

Dann gibt es die andere Seite (Computerfreaks) die da behaupten:“ Analog ist nur lästiges Beiwerk was keiner braucht“

Komisch ist nur das die beiden „Lager“ altermäßig nicht zu trennen sind.

Es gibt sehr viele ältere Musiker die über Jahrzehnte mit hochwertigen Analog Equipment gearbeitet haben und sich heute scheuen die Digitaltechnik anzufassen. Nicht weil es was Neues ist, sondern einfach deshalb weil sie „festgefahren“ sind.

Sie sind nicht davon abzubringen analog zu produzieren.

Viele junge Musiker interessieren sich für die Technik von damals, aus reiner Neugierde oder weil sie Spaß daran gefunden haben und ihnen der Sound gefällt.

Klar ist,- beide Lager polarisieren. Gerade deshalb weil  Digital oder Analog ihre Vorzüge haben.

Um sich ganz klar zu positionieren braucht es viel Erfahrung und auch Beratung von erfahrenen Musikern  die in beiden Lagern zu Hause sind.

Wichtig ist auch mal genauer hinzuschauen wo die Vorzüge aber auch die Nachteile liegen:

Digital:

Vorteile:

  • Bearbeitungsmöglichkeiten
  • Rauschverhalten
  • Mischungen abspeichern
  • Phasenausgleich
  • Daten,- In und Export
  • Anschaffungspreis

Nachteile: 

  • Keine Teamarbeit notwendig ?
  • Wertbeständigkeit

Analog:

Vorteile:

  • Teamarbeit Notwendig ?
  • Analoge Summierung
  • Wertbeständigkeit bei entsprechender Pflege und Wartung

Nachteile: 

  • Sehr hohe Anschaffungskosten
  • Hohe Materialkosten
  • Phasenausgleich nur sehr schwer zu realisieren
  • Wiederherstellung einer Mischung

Sicherlich gibt es auch noch das ein oder andere was noch hinzugefügt werden kann. Ich habe hier nur die Schwerpunkte aufgezählt. Alle o.a. Punkte könnte man noch viel feiner Aufteilen.

Klar ist das die digitale Technik das Bearbeiten um ein vielfaches erleichtert hat. Das fängt bei der Midibearbeitung an,- über die Synchronisation bis hin zu den vielfältigen Korrekturmöglichkeiten (Tonhöhenbearbeitung usw.) Diese Möglichkeiten darf man einfach nicht so Beiseite schieben.

Eine Mischung aus Analog und Digital ist meines Erachtens der richtige Weg. So arbeiten auch sehr viele große Studios (Abbey Road, Hansa usw.) Vorteil sind natürlich die großen Bearbeitungsmöglichkeiten, dazu der typisch warme analoge Sound.

Hinzukommt das wir untern den Musikern noch sehr viele haben die gerne „schrauben“. Ich bin auch so einer ;-) und das viele „Konsumenten“ dem Vorurteil erlegen sind das die heutige Technik alles ja alles machen würde.

Diesen „Konsumenten“ sei gesagt.

  1.  ist die Technik nur so schlau wie derjenige der davor sitzt.
  2. Die Technik kann keine Gefühle erzeugen die man beim einsingen oder beim einspielen hören sollte
  3. Ein Arrangment erstellt sich nicht von selbst.
  4. Üben ist das a und o. Denn bei live Auftritten fehlen die ganzen Editiermöglichkeiten

Aber das nur am Rande.

Viele sind sich auch gar nicht bewusst das sie mit beiden Techniken arbeiten. Die menschliche Stimme und auch akustische Instrumente sind grundsätzlich analog. Der Einsatz externer Preamps, Compressoren usw. ist analog und wird erst digital wenns aufgenommen wird (Wandler). Unterm Strich kann ich nur sagen das beide Techniken ihre Vor,- und Nachteile haben.Ich selbst arbeite mit beiden und fühle mich wohl dabei.

Fazit
Ob nun Digital oder Analog. Jeder muss für sich entscheiden was er machen möchte. Die Kostenfrage ist natürlich nicht ganz unerheblich. Während man für die DAW's durch aus gute Plugins kostenlos bekommen kann (Freebies) muss man für die analoge Technik schon tiefer in die Tasche greifen. Schaut was euch gefällt und entscheidet dann.

Forum
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    lightman  AHU

    Am Ende kommts drauf an, was für dich funktioniert. Bei mir ist der Signalweg bis zum Audiointerface analog, aufgenommen (Stereosumme) wird mit Reaper. Totale Kontrolle und Speicherung sind mir nicht wichtig, daher verzichte ich auf umfangreiche digitale Lösungen. Die würde ich mir aber holen, wenn es nötig wäre, habe da keine Berührungsängste. Alles zu seiner Zeit.

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    Dave the Butcher  AHU

    Bei mir ist auch alles analog mit der digitalen mpc x als zentrale. Live verwende ich als Bandmaschine, die meisten fx kommen schon von der mpc (air) noch ein bisschen rumgeschnipsel im live und fertig zum föhnen und glätten.

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    smoo  

    Bei mir ist das eine eindeutige Sache. Analog gewinnt. Mjr fehlt an meinen digitalen Mixes immer viel Magie. Zuerst Souncraft Ghost dann rein in Logic mit Apogee Wandlern. Sobald ich wieder ein Pult hatte (A&H GSR24R) klang es wieder so wie es sollte. Ich summiere auch damit (Presonus 2626) und könnte auch nicht ohne analoge Summierung leben.

    Ohne analoge EQs und Outboaed könnte ich leben Ohne den Klang der Kanäle, Analoge Sunmierung und den Line Pres könnte ich nicht leben.

    Ich frage mich darum immer ob ich das Pult mit einem Phoenix Audio Niceriser 16 ersetzen könnte, da mir die Summierung klar am wichtigsten ist analog.

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      cosmolab  

      > Zuerst Souncraft Ghost dann rein in Logic mit Apogee Wandlern.

      Naaaja – was man so „analog“ nennt, was? ;-)
      Aber ich verstehe schon, was gemeint ist.
      Und ich vermute mal, genau damit ist die Antwort auf die Ausgangsfrage eigentlich schon gegeben:
      Es gibt womöglich heute nicht mal mehr in Zimbabwe oder Buthan jemanden, der in seinem Tonstudio noch nur mit Bandmaschinen arbeitet (und damit wirklich komplett analog). Ich könnte mir sogar fast vorstellen, dass das Wissen darum, wie man kreativ mit Halbzoll- Bandmaschinen umgeht, inzwischen fast droht verloren zu gehen. Bei uns in Deutschland vielleicht auch deswegen, weil sich schon vom reinen Zeitaufwand her schlicht keiner mehr leisten könnte, so zu arbeiten.

      Hab vorgestern Nacht im Fernsehen (auf arte?) das Special über Queen gesehen – und wie sie bei „One night at the Opera so lange mit Spuren jongliert haben, bis angeblich kaum noch Metall auf den Bändern war :-)

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        lightman  AHU

        Ich habe bis Ende der 90er auf DAT aufgenommen, vorher kurzzeitig auf DCC (digitale Kassette, eine Erfindung von Philips) und natürlich Tonband bzw. Tape. Da irgendwann die Tracks aber sowieso auf der digitalen Ebene landeten, stellte ich auf CoolEdit Pro auf dem PC um.

        Ich hätte technisch gesehen kein Problem damit, weiterhin mit meinem Vierspur Uher zu arbeiten, aber das paßt halt nicht mehr wirklich in die heutige Welt bzw. der Aufwand wird deutlich größer.

        In der Musik gehen die Kenntnisse über die analoge Bandwelt langsam verloren, aber es gibt immer noch genügend Hobbybandler und Sammler, die die Fahne hochhalten. Deren Vorhandensein kann man auch an den Gebrauchtpreisen für bestimmte Bandmaschinen erahnen, versuch‘ nur mal, ein Revox A77 oder gar Telefunken M15 für bezahlbare Preise zu finden.

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          cosmolab  

          > kurzzeitig auf DCC (digitale Kassette, eine Erfindung von Philips)
          Ich weiß noch, wie die frisch in die Läden kamen anfangs der 90er. ;-)

          Ich war neulich mal drauf und dran eine Fostex A16 zu kaufen (weil ich u.a. noch ein Band aus Stundentenzeiten hab, das mit einer A16 bespielt wurde). Ich hab´s dann lieber gelassen – aus Platzgründen und auch, weil ich wegen der Mechanik (und ev. „Wartungsstau“) ein bissl Schiss gekriegt hab.

          Aber WENN ich das gemacht hätte, dann wären die Probleme wahrscheinlich erst losgegangen – nämlich das Ding in mein kleines Hobbystudio einzubinden. :-|

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            lightman  AHU

            Bis auf die üblichen Probleme mit sich auslängenden Bändern, schmierender Magnetbeschichtung, Kopfabrieb, Einmessen von Bändern und deren zuverlässiger Bezug vom Gebrauchtmarkt, wasserfallartig rauschenden Germaniumtransistoren, selbstschmierenden Teilen ohne Selbstschmiere, vertrackten Bandcomparatoren/-spannern (ein Uher-Special), falsch gecutteten Bändern (Stichwort gerade abgeschnitten mit der Kinderbastelschere), kaum mehr aufzutreibenden Ersatzteilen, verhärteten Gummirollen, zerbröselnder Textilisolierung, nervenden Würfelsteckern und fehlenden Cinchbuchsen, DIN, DIN und nochmals DIN, wie der Kabelkeller beim WDR müffelnden Geräten, sogenannten Reparateuren, die aus jedem einem kleinen Fehler mühelos einen großen machen können, Elkos, die im blödesten Moment malerisch abrauchen und weiteren lustigen Begebenheiten ist die Nutzung eines Tonbandgeräts echt überhaupt kein Ding.

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          p_carp  

          Da muss ich bedingt ja mal recht geben.
          Der Gebrauchtmarkt und die Folgekosten solch stolzer Maschinen sind schon enorm. Habe versucht eine Studer A 80 zu bekommen alternativ eine Telefunken M 15 jedoch im Überholten und geprüften zustand wirklich unerschwinglich zw. 5 u. 7 k/€. Bin durch Zufall durch einem WDR Mitarbeiter auf die AEG Telefunken M21 gestoßen sollte sozusagen die Mobile Variante Darstellen wobei Mobil mal dahingestellt ist. Am ende ist es auch genau diese geworden und bin begeistert von dieser kleinen Maschine. Zu den Kosten da diese noch nicht so Bekannt ist habe ich diese recht günstig bekommen und im Durchschnitt ist man hier mit allen ca. 2,5-3,5 K/€ los. Mir Persöhnlich ist es das auch wert und das Master bzw. das Summierungs material gewinnt hier wirklich,
          es macht irgendwas das man sich an der Musik einfach nicht satt hören kann.

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            lightman  AHU

            Absolut. Die alten Bandmaschinen haben einen Sound, der jahrzehntelang unsere Hörgewohnheiten geprägt hat, das gilt besonders für die Telefunken M-Serie, die in allen namhaften „Anstalten“ und Studios vorhanden waren. Der Sound ist plastisch greifbar, nachvollziehbar, präsent, geschmeidig, aber nicht gefällig. Schwer zu beschreiben, muß man sich er-hören.

            Als in den 90ern die Teile reihenweise aus den Studios flogen und man sie für fast lau abholen konnte, besorgte sich ein Kollege so ein Teil und wir arbeiteten damit einige Jahre, wir kontaktierten auch einen Tonmeister in Rente, der uns die Tricks und Kniffe zeigte und auch ordentliches Schneiden beibrachte (das war nicht einfach). Die Geräte sind nahezu unverwüstlich, aber eben nur nahezu, wenn mal was in den tiefen Eingeweiden schiefläuft, brauchts schon einen Fachmann, und das wird auf Dauer anstrengend.

            Deswegen arbeiten wir heute mit digital und so, da gibts keine M15-Elektronik, die dir auf die Sprünge hilft, da steht man allein in der Wüste und es kommt ausschließlich auf die eigenen Fähigkeiten an, ob das Ergebnis hinterher gut oder scheiße klingt. Die neue Welt hat keinen Soul mehr, den muß man heute selbst dazutun, dafür kriegt man aber auch eine Menge an im Vergleich zu früher geradezu irrwitzig machtvollen Werkzeugen an die Hand, für die die alten WDR-Tonmeister getötet hätten.

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              Holden  

              „Die neue Welt hat keinen Soul mehr“. Na na na! Es gilt doch: Gutes kann besser werden, schlechtes rettet auch ein Telefunken nicht. Außerdem, die neuen Soul-Machines gibt es doch von Strymon? Mit Deco, El Capistan und Big Sky bist du sprichwörtlich wieder drin im „Geschäft“. :)

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        smoo  

        Äh ja völlig richtig. Fürs Band bin sogar ich zu jung. Zuerst habe ich auf DAT aufgenommen, dann TripleDAT (mann war das instabil) und dann Cubase VST. Also immer digital. Aber vor- und nachher war da immer ein analoges Mischpult. DAS habe ich gemeint. Ohne diese Summierung kann ich nicht Leben. Das ist eine Entscheidung für mich. Ich habe es mehrfach probiert aber ich kann mit digitaler Summierung nicht leben, da geht die Magie flöten. Und ohne Vitalizer MK2 auf der Summe kann ich auch nicht mehr mischen, aber das ist eine andere (25 jährige) Geschichte. Der SPL Vitalizer ist nun tatsächlich seit 25 Jahren auf der Summe. Sobald ich einen Track nur auf dem Laptop mit in die Ferien nehme vergeht mir der Spass weil da die analoge Summiering mit dem Vitalizer in der Summe fehlt:-). Die Mastering-Ings haben jedenfalls nie gemerkt dass meine Tracks alle den Vitalizer drauf hatten:-).

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      cosmolab  

      …ohhh, das klingt aber hart – und etwas trostlos.
      Jetzt kannst Du noch nachtreten mit „Analog ist Energieverschwendung“ (also im Sinne des Wortes) – was zu allem Überfluss wahrscheinlich AUCH noch stimmen würde. ;-)

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    Sudad G  

    Ich bevorzuge ein hybrides Tonstudio. Mischung und Aufnahme mit einer DAW.
    Einzelne Signale teilweise analog mit Hardware aufbereiten.
    Für Effekte nutze ich sowohl Plugins als auch an die Wandler angeschlossene Hardware-Effekte.
    In Cubase ist es relativ einfach externe Audiohardware quasi als Plugin einzubinden. Besitzen die Effektgeräte noch MIDI und digitale I/Os ist auch ein Total Recall ohne weiteres möglich.
    Als Klangerzeuger kommen sowohl Hardware- als auch Softsynths zum Einsatz.
    Warum tue ich mir das an? Einerseits höre ich den Unterschied und andererseits gibt es bestimmte Situationen, bei denen es mit der Hardware oft schneller geht, vor allem wenn man einen bestimmten Klang oder Effekt sucht und dabei schon weiß, dass es diesen genau in der jeweiligen Box gibt. Auch habe ich festgestellt, dass gerade bei Kompressoren der „Sweetspot“ bei der Hardware einfacher zu finden ist als bei Plugins.
    Für mich käme ein rein digitales Studio nur in Frage, wenn die entsprechenden Emulationen so gut wären, dass ich die entsprechende Hardware nicht vermissen würde. Gerade beim Thema Hall, sowie bei bestimmten Kompressoren und Röhren-Amps ist das aber noch nicht der Fall.
    Ich komme halt von der analogen Arbeitsweise, habe dann auf rein digital umgestellt und gehe in der letzten Zeit vermehrt zurück zur Hardware. Beides zu nutzen gefällt mir momentan am besten.

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    Ian Son  

    Wie haltet ihr das mit der Latenz?
    Ich traue mich nicht so recht an ein gemischtes Setup mit Hard- und Softsynths ran, da ich keinen Plan habe, wie ich mit den Latenzen umgehen soll.

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        Gackoo

        Komisch das man zu Analogzeiten(Bandmaschine) nicht an den Positionen korrigieren konnte. Da mussten eben musiker sehr genau spielen. Könnt ihr das auch noch?

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      cosmolab  

      Da Du damit praktisch automatisch auch eine DAW einsetzt sollte man annehmen dürfen, dass die das Latenzproblem inzwischen automatisch per [Einstellung in der] Software regeln kann…?

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      Filterpad  AHU

      Ian Son: Da hat ‚cosmolab‘ nicht ganz unrecht. Bei Live-Recording von Gitarren und dessen Spielweise könnte das noch ein Problem sein. Bei Synths eigentlich nicht mehr und in der (dazugehörigen) Software des Interfaces kann man die Latenz einstellen. Hier einfach probieren mit den vorgegebenen Einstellungen (ca. 3-6 Stufen). Kann man nix verkehrt machen und einfach einstellen wie einem beliebig ist.

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        Herr Mikrobi  

        Ach, Gitarren. Das ist nur noch reine Passion/Leidenschaft. Den analogen Quatsch braucht doch niemand mehr heutzutage.

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      Sudad G  

      Bei Cubase gibt es das fantastische Feature „Automatischer Latenz-Ausgleich“ und zwar pro PlugIn bzw. externe Verbindung. Wenn Du also ein externes Effektgerät oder Synthesizer in die DAW einbinden möchtest, legst Du das als externes Plugin an und klickst einmal auf das Kästchen beim jeweiligen Plugin-Fenster für den Latenz-Ausgleich. Danach zeigt er Dir die Zeit an, die er für dieses Plugin kompensiert. Von da an ist es im Timing. siehe auch hier:

      https://www.youtube.com/watch?v=j2BfB0dro4o

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      Ian Son  

      Ich meine eher folgendes: Midispur in DAW -> Midi-Interface -> Analog-Synth / Drum- Machine -> Audio-Interface -> Audiospur in DAW.

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        RoDi

        Da das eine deterministische Kette ist, kann die DAW die Latenz ausgleichen, in dem die Daten früh genug losgeschickt werden.

        Was nicht gelöst ist, ist die Latenz vom Zupfen der Seite oder Drücken einer Taste, bis das Signal durch Interfaces, Plugins etc. am Ohr des Spielers erklingt. Das Gehirn kann sich im Millisekundenbereich zwar daran anpassen, es wird aber mit zunehmender Latenz schwammiger, unpräziser, indirekter bis unspielbar.

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    Ghostwalker  

    Da kreative Menschen gerne experimentieren, ist es wohl ratsam sich keine Grenzen zu setzen um alles auszuprobieren was geht, mit der Technik die man zur Verfügung hat. Ich schicke auch mal gerne ein digitales Signal durch eine analoge Röhre um es dann erneut in der DAW aufzunehmen. Mein erstes Demo-Tape- Experiment habe ich noch mit einem Porta Two aufgenommen , jedoch waren die Beats rein digital und erst auf dem Band hat das Ganze sein ganz eigenen Charakter bekommen. Wenn man beides gekonnt miteinander verschmelzen kann ist das doch die perfekte Combo. Kommt schließlich immer auf die Tracks und das Konzept des Projektes drauf an, wie man was verwendet.

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    vssmnn  AHU

    Analog ist eigentlich auch so ne Art „digital“, nur so unendlich fein auflösend, dass wir es niemals 100%-ig erfassen können und chaotischer als „unser“ heutiges digital.

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    York_vom_Ork  

    Moin,

    Entschuldigung, ich weis nicht ganz genau was mir die o.g. LeserStory sagen soll?
    – ältere Musiker sind „eingefahren“ und viele verweigern sich der Digitaltechnik?
    – junge Musiker sind dagegen aufgeschlossener und „besser“ weil viel Digital produzieren?

    -Was hat jetzt direkt „Midi“ in der AufnahmeKette zu tun?
    – Warum gibts keine Teamarbeit mehr? Da eröffnen sich doch egal welche Plattform Welten.

    Fazit der Leserstory, der Ersteller nutzt beide Welten, die der Digital& der Anlogen Welt?
    Wunderbar.. machen doch aber viele?

    Peace, viele Grüsse

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      Gackoo

      Nur mit digitalen Medien ist überhaupt ein Austausch möglich. Ich habe viel mit verschiedenen Studios zusammengearbeitet. Der Austausch ging dort nur digital. Halt als „Songdatei“ (Logic X) und Gesangsdateien. Der Rest waren Plugins oder Wavdateien.

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        York_vom_Ork  

        Moin,

        bin voll da bei Dir.

        Was ich ich aber für mich feststelle ist, dass der Autor zu der oben geschrieben Leserstory auf viele Punkte nicht weiter eingeht, seine Gedanken also nur grob mitteilt, bzw. „umreißt“.

        Ich arbeite auch Digital, Analog rein oder einen Softsynth raus :-) in Logic wieder rein.
        Die Umstellung auf ein Digtalpult war schon eine Umgewöhnung und erforderte mehrere Wochen Einarbeitungszeit, ich habe mit dem Thema was der Autor anreisst aber nun schon diesbzgl. seit 10 Jahren abgeschlossen. Da wird aber sicher jeder für sich den optimalen Weg finden, der Autor des Beitrages anscheinend ja auch ;-)

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    Ian Son  

    Irgendwie juckt es mich in den Fingern, nen Kommentar zu wiederholen, den ich irgendwo anders schonmal losgeworden bin….
    Diese ganze „wir emulieren im Rechner“ – Schxxxe ist wie ne Puppe für Erwachsene. Alles dran, perfekter Look, macht alles mit zu jeder Tages- und Nachtzeit… und doch fehlt was.
    Bei mir killt der Rechner zuverlässig jede Kreativität.

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      Holden  

      „…..killt…..Kreativität.“ Analog oder Digital ist m.M.n. auch keine gute Frage wenn es um Kreativität geht. Wer „seinen“ Weg gefunden hat, dem ist es meist egal was er verwendet. Diese vs. Diskussionen entstehen meist in unkreativen Zeiten. Dann wird die Technik hervorgehoben anstatt sinnbildlich mal alle Stecker zu ziehen. Aufwendige Aufnahmeverfahren und Produktionstechniken kann man getrost ganz nach hinten verschieben. Sehr weit nach hinten.

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    calvato  

    Also, ich hab damals noch 24-Spur-2″-Bänder geschnitten….. das war einfach unfassbar spannend, denn es war (fast) endgültig. So haben wir 2 verschiedene Drumtracks zusammen geschustert. Heutzutage im Rechner wäre das pillepalle… :D
    Und was habe ich es gehasst, bei der Gesangsspur rein- und raus zu droppen….! Das war schon fast eine Kunst, den exakt richtigen Moment (oft mehrfach) zu treffen, ohne wichtige Parts anzulöschen.
    Aber ich mag für Drums, Bass & E-Gitarren immer noch analoge Bänder am liebsten. Aber es ist mir definitiv zu aufwändig, zu teuer und engt dann doch sehr ein.
    Ich möchte echt nie wieder auf die Möglichkeiten des Rechners verzichten, wenn es ums schneiden geht…. was DAS früher für ein Aufwand war…..
    Und ja, heutzutage mache ich ALLES digital, es kommt aufn Rechner, wird dort gemischt & summiert. Einfach, weil es weniger Arbeit ist….

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    iggy_pop  AHU

    Ich nehme gerne auf Senkel auf, aber Schneiden auf Senkel — das brauche ich nicht mehr als eine Prostatauntersuchung.

    Allerdings sollte jeder mal mit Analogtechnik die Grundlagen des Handwerks erfahren und erfühlt haben, bevor er die Erleichterungen der Computerarbeit in vollen Zügen auskostet — und zu genießen weiß.

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    Der Thoralf

    Ich habe komplett auf Analogtechnik gelernt (Tascam MS-16, TAC Scorpion, Urei 1178) und mag diese Technik sehr.. mit einer gut eingemessenen Studer mit Dolby SR erreicht man auch das Rauschverhalten von Digitalequipment.. ist nur deutlich teurer und wartungsaufwändiger. Wer aber schon mal vor lauter Verzweiflung den ganzen Rechner beinahe aus dem Fenster geworfen hätte, weil schon wieder irgendein Plugin nicht geladen werden konnte oder irgendein Treiber abgeschmiert ist, kann vielleicht nachvollziehen, daß manche Menschen lieber analog arbeiten. Ich habe noch gelernt, mit Schneideschiene und Rasierklinge 1/4 Zoll Bänder zu schneiden.. sowas geht zugegebenermaßen am Rechner deutlich schneller und mit der Crossfadefunktion ist auch der zum Verzweifeln komplizierte Schwalbenschwanzschnitt passé.. trotzdem trauere ich der alten Technik etwas hinterher.. auch, wenn man heute ein Reverb vom Schlage eines Lexikon 480L oder EMT 240 als Plugin zum Schnäppchenpreis bekommt.

  13. Profilbild
    Gackoo

    Den Zuhörern ist es völlig egal womit es gemacht wird, solange die Musik einen berührt und anspricht.
    Glaubt ihr das es den Zuhören interessiert ob das analog oder digital gemacht wird.
    Ganz davon abgesehen ob er das schnallt! Wenn ich einen Sound in meiner Musik einbaue schaue ich ob der passend ist und Emotionen weckt, egal ob der nun analog oder digital erzeugt wurde. Ich bestimme hier das das so sein muß.
    Ich bediene mich aus beiden Lagern um das Beste aus beiden Welten zu kombinieren.
    Ich kann ehrlich gesagt diese Diskussionen nicht mehr hören was „besser“ sein soll.

    Musik besteht aus Melodien, Rhytmen und Harmonien und nicht aus Sounds, insbesondere bei „Songs“
    Nur bei bestimmten Musikarten ist der „Sound“ maßgebend. Aber es ist dem Zuhörern egal wie.
    Oder macht ihr nur Musik für euch selbst und für Soundfreaks?

    • Profilbild
      MichFisch00  

      Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe diese Diskussionen auch nie verstanden. Ja es gibt Bereiche , wo Sound und Ambient eine Rolle spielt. Die sind aber sehr dünn, was die Verbreitung/Erfolg angeht. Und kompositorisch, musikalisch betrachtet habe ich den Analoghype auch nie verstanden. Ja es gibt hier und da mal nen Bass oder nen Pad, das man einsetzen könnte. In Summe hört das am Ende im Mix aber niemand mehr, ob das nun ein Moog war oder nen u-he. Die ganzen anderen analogen zirp-knaar-brezel-crrshscch-krk Sounds konnte ich bisher (bis auf vielleicht wenige House/Tekkno/Deep) nie wirklich musikalisch einsetzen und höre sie auch von anderen (weit verbreiteten und erfolgreichen) Produktionen nie eingesetzt.
      Tüfteln ist natürlich was anderes. Das macht natürlich auch Spaß. Quasi als „Modelleisenbahnersatz“ der 70er.
      Das mag dann wohl auch erklären, warum nun plötzlich Leute anfangen, sich wieder digitale zu kaufen, die genau nichts anderes sind als ausgelagerte Rechner mit eigenem Bedienpanel, dafür aber schlechterer DAW Einbindung. Warum dann aber nen Wavestate in aller Munde ist, dessen Bedienpanel ja nicht mal zielführend ist…keine Ahnung, noch dazu, wo es das Wavestation VSTi ja auch immer noch gibt, dass teilweise sogar (immer noch) mehr kann.
      Das gilt hier alles natürlich nur fürs Studio. Bühne etc. ist natürlich etwas anderes.

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        dilux  AHU

        Uich weiss ja nicht, auf welche musik ihr euch hier bezieht, aber im bereich pop/charts ist der sound/die produktion doch zumindest genau so wichtig wie die komposition/melodie; ich würde sogar behaupten, es gibt ettliche hits, die hauptsächlich wegen ihres sounds so erfolgreich wurden.

        völlig auf dem holzweg seid ihr aber mit eurer argumentation, die zuhörer würden den unterschied zwischen den einzelnen klangerzeugern – vsti/analoge hardware – nicht hören; vollkommen richtig, doch darum geht es bei dieser frage überhaupt nicht. wichtig ist alleine der musiker, und wenn er den unterschied hört und das dazu führt, daß seine kreativität angeregt wird, rechtfertigt das allemal den rückgriff auf die technologie von gestern.

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          Gackoo

          Frage:
          Wird die Musik für den Zuhörer besser wenn er nicht einmal weis womit das gemacht wird? Als Musiker mache ich doch Musik nicht nur für mich oder andere Musiker. Wenn man im elektronischen Bereich bei vielen überhaupt von „Musiker“ sprechen kann.
          Sorry aber für einen „Song“ brauch ich nur eine Gitarre od. Klavier und Gesang! Wenn der Song damit funktioniert, ist es ein guter Song. Wohlgemerkt SONG!
          Auch wenn Sounds die Kreativität gerne anregen… ist ja auch bei mir so… ist es für den Kompositionsprozess völlig unwichtig. Das weiss ich aus 30Jahre Musikproduktion. Viele Sound sind beim durchhören toll, aufregend und inspirieren dich. Spielen aber alle anderen Sounds an die Wand und lassen keinen Platz für was anderes. Denkt dort bitte wie eine Band.
          Als jahrelanger Keyboarder in eine Band weis ich das ich dem Gitarristen und den Bassisten Platz lassen muss… sonst brauche ich die nicht
          Dieser ganze Digita/Analog Krieg bringt keinem „Musiker“ was, sondern nur denjenigen die sich daran bereichern wollen. Ich brauche für meine Kreativität keine Original TB303 für 2500€ wenn ich das auch mit einem digitalen Plugin machen kann.. und den ensprechenden Kontroller, welches nichts oder nur 100€ kostet. Ich denke das die meisten Leute sich dieses Zeug als Statussymbol holen. Das ist von der Industrie so gewollt

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        Gackoo

        Das ist meisst reines Profitmachen
        Analoge kosten ja viel Geld, obwohl die Bauteile billig sind, da Massenware und die Technik 60Jahre alt ist. Da brauch man auch nichts mehr zu entwickeln. Billig produzieren und teuer verkaufen. Alle sollen auf dem Hype aufspringen damit man Geld verdient. Die Musik wird daurch nicht besser. Die Masse wird nur grösser, da jeder meint dein grosser Musiker zu sein der mal ein 909 Beat mit ner 303 verbindet und mehr am ausprobieren ist als am komponieren. Leider haben wir deswegen nichts „Neues“. Die vielen Produkte in dem Bereich gibt es viele „Neuheiten“ die einen grossen Sound versprechen. Leider haben wir schon alles zu hören gekriegt. Man versucht musikalische Schwächen mit Technik zu kompensieren. Viele Leute aus dem Bereich haben leider keine musikalische Grundlagen und probieren einfach sollange es passt… toll!

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    MichFisch00  

    Also ich gehöre auch zu den älteren Semestern und verzichte fast völlig auf analog. Meine Stimme ist noch analog, das wars dann auch schon. Ich sehe darin für mich einfach keinen Vorteil mit riesen Kisten zu hantieren. Auch die Trends , die immer wieder aufpoppen, zaubern mir nur immer wieder ein riesen Fragezeichen auf die Stirn. Und ja, ab und zu lasse ich mich auch mal von viralem Marketing anjucken und höre mir dann Beispiele von z.B. Synths an. Ich habe da aber bisher nichts gefunden, was nicht eh schon in den mittlerweile 6 TB VSTi Sounds schlummern würde. Das galt schon bei den so gerühmten analogen Synths und setzt im aktuellen Trend nach digitalen Synths (sic!) fort. Imho geht es hier nur noch zu 90% um Konsum des Konsums wegen. Meine Erklärung: Mit Beginn des 21Jhd. machte sich eine gewissen Müdigkeit breit. Alles was man wollte, war mit nem simplen PC/Apple plötzlich machbar. Das Blöde nur: Der Angebereffekt: „Bohahh was für cooles Gear…“ blieb dann aus. Da machen sich natürlich Tastenburgen besser ;-) Gilt auch für Effekte. Die sind ja durch UAD eh den analogen Vorbildern 1:1 abgekupfert, nur eben deutlich billiger und komfortabler. Bleibt die Haptik. Meine Güte, da gibt es mittlerweile so viele ausgefuchste Controller, da ist das auch kein Thema mehr.

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