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Ausstellung: 31 Jahre Tresor Technoclub Berlin

26. Juli 2022

Der Berliner Kultclub Tresor feiert Jubiläum mit einer Ausstellung

Der Berliner Club Tresor besteht seit 1991 und das sollte Grund genug sein, dass er sich mit einer eigenen Ausstellung selbst feiert. Die Ausstellung findet in den neuen Räumlichkeiten des Tresors, dem ehemaligen Heizkraftwerk, statt. Das Besondere an der Ausstellung ist, dass besonders viele Erinnerungsstücke des Tresors erhalten geblieben sind. Das ist durchaus nicht selbstverständlich, denn in den Anfangstagen der Technokultur machte man sich keine Gedanken, ob eine erhaltenswerte und dokumentationswürdige Kultur entstehen würde.

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Screenshot: 31 Jahre Tresor Website

Außerdem waren die Protagonisten viel mehr mit Erschaffen beschäftigt, anstatt sich über ihre kulturelle Wirkungsweise Gedanken zu machen. Diese Frage kam viel später auf.
Der Tresorclub öffnete am 13. März 1991 in der Leipziger Straße 126 seine Pforten und das war der Beginn einer Reise, die sich die Macher sicher nicht in ihren schönsten Träumen ausmalen konnten. Der Club war in dem 1926 erbauten Tresorraum des ehemaligen Wertheim-Kaufhauses eingerichtet. Die aufgebrochenen Schließfächer gehörten zum Charme des Tresors. Es gab keine Dekoration. Der rohe Charakter der Bauruine war die perfekte Dekoration für den harten und perkussiven Techno, der im Tresor gespielt wurde.

Screenshot: 31 Jahre Tresor Website

Das Tresor mit seinem gleichnamigen Label und der Detroit-Berlin-Connection war das Startfeld für die internationale Technokarriere von Jeff Mills, Juan Atkins, Blake Baxter, Kevin Saunderson und vielen anderen. Besonders geprägt hat mich die Berlin-Brighton-Connection mit Acts wie Cristian Vogel, Justin Berkovi, Tim Exile und Tobias Schmidt. Als Berlin Hauptstadt wurde, ist das Gelände um das ehemalige Wertheim-Kaufhaus als Spekulationsobjekt attraktiv geworden, die Mietverträge des Tresors wurden beendet und die letzte Party fand am 16. April 2005 statt.

Doch damit war das Tresor nicht tot. Der Club fand eine Übergangslösung im Maria am Ostbahnhof und im SO36 unter dem Namen „Tresor in Exil“. Am 25.05.2007 gab es im ehemaligen Heizkraftwerk Berlin-Mitte ein Neustart. Dort fand auch die Premiere der ersten Yello-Konzerte 2016 statt.

Techno war damals „in“, aber die große Masse konnte sich mit dieser Kultur nicht anfreunden. Heute ist Techno allgemein anerkannt. Doch der damalige Versuch von Dimitri Hegeman, mit interessanten Konzepten staatliche Förderanträge zu stellen, wurden allesamt abgelehnt. Diese Entwürfe sind auch im Tresor zu sehen. Dimitri Hegeman ist Mitgründer des Tresor und bis heute mit ihm verbunden. Er ist sozusagen das Sprachrohr des Tresor.

Screenshot: 31 Jahre Tresor Website

Dass heute House oder Techno als Untermalung von Nachrichtensendungen genutzt wird, war damals nicht selbstverständlich. Es wurde sogar ernsthaft darüber diskutiert, ob Techno überhaupt Musik sei. Damals wurde experimentiert, was auch die unglaubliche Stilvielfalt erklärt, die innerhalb kürzester Zeit entstanden ist und die vom Tresor maßgeblich geprägt wurde.

Die Ausstellung Tresor 31 ist vom 8.07 bis zum 28.08.22 zu sehen und wird mit entsprechenden Party Line-ups gefeiert. Mehr Infos findet ihr auf der Website des Tresors.

Werdet ihr die Ausstellung besuchen? Seid ihr schon wie wild am Feiern? Interessiert euch Techno überhaupt? Seid ihr doch eher Metalheads oder steht auf Schlager oder Deutschpunk? Ist der Tresor Club und sein Label auch heute noch wichtig?

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Forum
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    Tyrell RED 1

    Ich war tatsächlich noch im Original-Keller unter der ehemaligen Bank, dort wo das Wasser von den Wänden tropfte. Feucht wie eine tropische Buschhöhle.Schwitzende Leiber aneinander gedrängt – ekstatisch zuckend. Nur eins schmaler Fluchtweg nach oben. Dröhnende Lautstärke, pulsierendes Licht. Da drin warst du auch ohne Ecstasy nach kurzem high. Wünschte ich hätte damals schon ein iPhone gehabt. Hätte gerne Bilder von damals.

    • Profilbild
      Kazimoto

      „Wünschte ich hätte damals schon ein iPhone gehabt. Hätte gerne Bilder von damals.“ Gott sei Dank nicht, so sind es immer schöner werdende Erinnerungen. War zwar nie da aber Drogen sind unter solchen Bedingungen kontraproduktiv. Echter Sport für den Kreislauf. Gab bestimmt auch ein paar die das nicht überlebt oder gut vertragen haben.

    • Profilbild
      Housemixa

      Tja Bilder sind rar aus der Zeit…. LAUT, geil, dunkel, Strobo – Punkt. Peace.
      Nicht wiederhol- oder kopierbar. Ein einzigartiger Knoten im Zeitstrahl irgendwo in der Vergangenheit…. :(

  2. Profilbild
    citric acid

    Ich durfte in den Heiligen Hallen auch einmal Auflegen. Es war zwar nur oben im Globus aber selbst das war schon echt der Hammer. Im Keller / Tresor war es aber echt der Killer. Im Voraum wo die Bar war, waren Fächer in dem sich der sound teilweise gefangen hat. Der Tresor Raum dann war echt der overkill für jeden Gehörgang. Strobo, Nebel und Feuchte ..leichte Luftnot aber der beste Techno sound den man sich wünschen konnte. Und nicht zu vergleichen mit dem Weichgespülten Sound der heute so auf Festivals als Techno angepriesen wird :-)

    P.S: Ich war wohl der einzige der weder Alk noch was Chemisches intus hatte. Und wie Peter oben schreibt, man war auch ohne solche Sachen High..nur vom Sound und vom Feeling

  3. Profilbild
    xtront

    Der alte Tresor war echt der Hammer! LP 1999 & 2000, 2x TresorCore und beim Anfang von Ende an dem Abend mit Chris Liebing war ich da. Luft war insbesondere im Keller absolute Mangelware, Der Sound jedoch war so unglaublich massiv und die dicken Wände ließen keine Verstreuung zu; daher musste der Sound durch die Feiernden durch. Wer im alten Tresor feiern war, hat Techno erlebt wie es authentischer kaum sein könnte.

  4. Profilbild
    PaulusS

    Das war nie meins. Dafür war ich zu schüchtern. Aber trotzdem interessant zu sehen, was damals abging. Ich habe eher die Musik bei DJ-Kumpels mitgehört. Schöne Zeit – man war jung. Gerne wieder!

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      Ich kannte den Namen „Tresor“ in erster Linie durch die TV-Werbung der CD-Compillations, bis ich Irgendwann mitbekommen habe das dies ein Club ist. Berlin ist ca. 800 km von mir entfernt, vielleicht liegt es daran (ein Erklärungsversuch). Ansonsten gefällt mir der Charme, wenn auch niemals selbst erlebt. Liegt wie erwähnt an der Entfernung und sicherlich wie bei Henrik auch am Alter. Privat höre ich jetzt Bunker-Techno weniger wegen der mageren Melodien, aber verfallen ist man dem Charme dennoch. Man kann sich als Fan elektronischer Musik mit Bassdrum diesem kaum entziehen.

  5. Profilbild
    Flowwater (Henrik Fisch) AHU

    Ich hätte so etwas gerne mal erlebt. Aber als ich jung war, gab es »solche« Clubs noch gar nicht (denke ich zumindest) … und es war sowieso nicht meins. Erst viel später hat mich so etwas interessiert. Allerdings hätten sie mich in den Tresor vermutlich nie rein gelassen. 😜

  6. Profilbild
    maal

    Ich habe einige Male im TRESOR aufgelegt. Einmal als DJ vor James Pennington von Underground Resistance zur Love Parade am Love Week. Im Tresor konnte man kaum atmen, wenn es voll war. Die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Mit Nebel und Strobo auf „on“ kam man da schwer raus. Ein Trip. Die Technik war meistens speziell. Sehr wohl habe ich mich in dem kleinen Park gefühlt, der in der Außenanlage stets im Sommer geöffnet war. Luna Park. Der Love Park war für mich das Highlight des Jahres damals. Unvergesslich in einem Jahr die Bühne, die hoch und runterfahren konnte. Wie eine Hebebühne IN GROß. Darauf Surgeon als DJ. Unfassbar. Dann immer der Väth am Ende der Sause. Das fühlte sich auch noch wie Underground an. War es bestimmt auch.
    Den Abschied habe ich damals gefeiert. Ca 1 Woche oder so. Ohne Drogen. Da kamen nochmal alle. Hawtin, Aquaviva, Beltram. Dann war die Zeit mit Techno für mich rum und ich widmete mich nach Jahren anderen Interessen. Im neuen Tresor war ich nie. Es ging nicht. Das Thema war durch f. mich. Techno eingemeindet. Musik zur neoliberalen Wende. Fette Beats macht der Wendler halt heute auch. 909s werden am Straßenrand verkauft.

  7. Profilbild
    mfk

    Der heutige Tresor hat ein wenig eine Ausstrahlung eines Techno-Museums und die Gäste wirken eher wie Touristen auf der Suche nach dieser 90er Authentizität.
    Türpolitik ist sehr angenehm (…im Vergleich zu anderen Etablissements)

    Wirklich großartig ist das Label Tresor Records.

  8. Profilbild
    moinho AHU

    Techno hat mich damals und auch heute nicht interessiert, aber bei einem Musikworkshop im klassischen Bereich (Darmstadt glaub ich) erzählte mir eine charmante junge Dame vom künstlerischen Betriebsbüro, daß der Tresor so speziell wäre und ob ich nicht mal vorbeikommen wolle…rückgerechnet müßte das so 1993 gewesen sein.
    Der Besuch war – eine Erfahrung, und mein mangelnder Bezug zum Techno hat mich garned gestört. Bezugnehmend auf die Kommentare anderer Leute hier – war wohl ne andere Zeit. Ich finds schön, das erlebt zu haben.

  9. Profilbild
    Anjin Sun

    Warum damals in die Ferne schweifen wenn es hier die Ultraworld Parties und folgend das Ultraschall 1 & 2 gab, inclusive Disko B.

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