11. Juni 2021

„Never Change a running System“ … oder ???

Nach einer langen Auszeit melde ich mich  wieder zurück und hoffe das ihr alle die Corona Zeit gut durchstanden habt und auch noch werdet.

Nun gut ….

die Titelzeile dieses Artikels deutet es schon an …. soll ich oder soll ich nicht ein funktionierendes System wechseln.

Mit diesem Gedanken habe ich mich in den letzten Monaten sehr beschäftigt.

Ich hatte einen Rechner der wie folgt konfiguriert war :

  • AMD FX 4100 4 Kern CPU
  • Asus Motherboard
  • 12 GB DDR 3 Ram
  • Standart Nvidia Grafikarte GeForce 710
  • diverse Festplatten
  • Focusrite Saffire Pro 40 Firewire
  • Win 7 64bit
  • Cubase 7 32bit (wegen der 32bit VST’s)

Das System lief und läuft absolut stabil. Jedoch musste ich feststellen das Cubase nur 3,8 GB Ram verwalten kann und damit stieß ich sehr oft an die Grenzen des Systems.

Gerade bei samplebasierten VST’s hatte ich das Problem das ich öfter knacksen bei der Wiedergabe hatte. VST’s wie der Kontaktplayer (NI), der Omnisphere (Spectrasonis) u.a. fressen unheimlich viel Ressourcen.

Also was machen, – ständig die einzelnen Spuren raus bouncen und als Audiofile wieder einfügen kann nicht eine dauerhafte Lösung sein.

Klar das entlastet den Ram, hat aber den Nachteil das man, wenn man einen anderen Sound möchte wieder von vorne anfangen kann.

Hinzukommt das sehr viele VST’s nur noch als 64bit Plugin zu bekommen sind.

Also denkt man über ein neues System nach das den persönlichen Anforderungen entspricht.

Ich habe mich für einen neuen Rechner entschieden und das System komplett gewechselt.

Der Rechner ist wie folgt konfiguriert:

  • AMD Ryzen 5 4650g 6 Kern CPU
  • Asus Motherboard A520-K
  • 32 GB DDR 4 3200 Mhz Ram
  • 500 GB Kingston SSD M2 Platte
  • diverse Festplatten
  • Standart Nvidia Grafikarte GeForce 710
  • Focusrite Scarlett 18i20 3gen. USB Interface
  • Win 10 Home Vers. 21H2
  • Cubase 7 64bit (Update kommt diesen Monat auf Cubase 11 Pro)

Ich habe mich wirklich schwer getan mein geliebtes altes System in Rente zu schicken, allerdings steht es immer noch Einsatzbereit neben dem neuen Rechner und dient als Backup Lösung falls mal was mit dem neuen Rechner sein sollte.

Leider ist auch Win 10 nicht mehr Firewire kompatibel so das auch ein neues Interface her musste.

Einige meinten zwar das mein Saffire Pro 40 auch unter Win 10 läuft wenn man ein wenig trickst, aber ich gehe dann doch lieber auf Nummer sicher.

Ich muss echt sagen der Umstieg hat sich wirklich gelohnt, alles läuft flüssiger , die VST’s laden viel schneller und der Ram wird kaum ausgelastet, ebenso der Prozessor der kaum mal die 30 % Leistungsmarke erreicht.

Allerdings bin ich mit Cubase 7 64bit ein Risiko eingegangen. Laut Steinberg Support (mit dem ich telefoniert habe)  läuft Cubase 7 nicht unter Win 10 und wird dementsprechend nicht supported.

Was soll ich sagen, es läuft absolut stabil. Auch meine 32bit Plugins (jBridge sei dank) laufen zu Höchstform auf ;-)

Natürlich kommt nun die Frage aller Fragen,- für wen lohnt sich die Umstellung ???

Wer ein funktionierendes 32bit System hat und nur ab und an mal Musik machen möchte sollte sich ein Überlegen das System zu wechseln.

Wer aber an sich den Anspruch stellt größere Produktionen zu machen wird auf Dauer nicht umher kommen das System umzustellen.

Zum einen sind da die Plugins die nur noch selten als 32bit Versionen angeboten werden, zum anderen ist da die Performance die irgendwann nicht mehr ausreicht größere Projekte in Angriff zu nehmen.

Ich habe euch mal hier meine Erfahrungen mit dem Umstieg mitgeteilt und hoffe ihr könnt damit was anfangen und zieht, wenn ihr an ein neues System denkt, mit in eure Gedankengänge mit ein.

Fazit
Eine Umstellung lohnt sich für diejenigen die mehr wollen als nur für sich Musik zu machen. Eine Umstellung kostet Geld (neuer Rechner, evtl. neues Interface, neue Software usw.) Nicht jeder hat die nötigen Mittel dafür.

Plus

  • Guter und flüssiger Workflow
  • schnelles arbeiten

Minus

  • finanzielle Aspekte
Forum
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    Henrik Fisch  AHU

    Da mal eine interessierte Frage: Kann »Cubase 7 64 Bit« keine 32-Bit-VSTs ansteuern? Ich habe hier »Reaper« und »ReNoise« (letzteres allerdings nur selten genutzt) unter »Windows 7 Professional 64 Bit« am Start. Beide DAWs haben mit 32-Bit-VSTs überhaupt keine Probleme. Außerdem ist ein VSTs unter Windows technisch – so weit ich weiß, ich habe mich mal dafür interessiert – eine sog. »DLL«. Die wird wiederum hauptsächlich erst einmal von Windows selber unter die Fittiche genommen und die 64-Bit-Versionen von Windows 7, 8, 8.1 und 10 haben keine Probleme 32-Bit-DLLs zu nutzen.

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      Wolli63  

      Cubase 7 64bit hat eine hauseigene Bridge um auch 32bit Plugins anzusteuern. Diese Bridge tut sich aber sehr schwer mit Plugins von Drittanbietern und stürzt gerne mal ab. Es geht dabei nicht um Windows 7 64bit sondern um die Anwendung Cubase. Diese kann ich als 32bit oder als 64bit Version installieren. Bei der 32bit Version wird der Arbeitsspeicher allerdings nicht ausgenutzt. Da kann man noch so viel RAM verbaut haben. Cubase als 32bit Version kann eben nur 3 GB verwalten. Egal welches Windows installiert ist. Bei der 64bit Version von Cubase greift Cubase auf den gesamten Arbeitsspeicher zurück.

      Deine Frage kann ich nur wie folgt beantworten:

      Cubase 7 64bit kann nur über eine Bridge auf die 32bit Plugins zugreifen ohne das es zu Abstürzen kommt. Für Drittanbieter Plugins kann ich nur die jBridge empfehlen.

      Steinberg hat das aus geschäftlichen Gründen clever gelöst,- die eigene Cubase Bridge funktioniert nur bei Steinberg Plugins und nicht bei Drittanbieter VST’s.

      Manche haben viel Geld für Ihre 32bit Plugins ausgegeben und möchte diese nicht unbedingt in die „Tonne“ hauen.

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        Henrik Fisch  AHU

        Danke für die Info.

        Deinen Worten entnehmen ich, dass es einen politischen Nicht-Willen bei Steinberg gibt (oder gab, ich kenne auch die neuen Versionen nicht), um 32-Bit-PlugIns grundsätzlich zum laufen zu bekommen. Eben nur die hauseigenen.

        Wäre spannend zu erfahren, ob das auch bei den aktuellen Cubase-Versionen so ist. Wenn ja … ja, äh … dann viel Glück Steinberg. Ist ja nicht so, dass es nicht genügend andere gute DAWs am Markt gibt. Ich sage nur »Reaper«, »Bitwig Studio«, »Ableton Live« …

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          Wolli63  

          Leider ist das auch bei den neueren Versionen von Cubase (insbesondere ab Cubase 8 bis die aktuelle 11er Version) so. Ich bleibe bei meiner 7er Version, denn die läuft megastabil mit den gebridgeden 32bit VST’s.

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    Holden  AHU

    Zwei kaskadierte Saffire Pro 40 laufen hier mit W10 Pro Built 2004 in einem AMD X570 MB mit 5600X CPU, sowohl mit FW-Karte als auch über eine Thunderbolt AIO mit Apple-Adaptern. Auch mein aktueller Intel Dell-Laptop mit Thunderbolt macht alles mit, ich muss nur sauber umstecken. Hatte die zwei Pro 40 für 100€ abgestaubt und die klingen absolut spitze! Besser als mein altes RME FF800 oder Arturia Audiofuse Studio mit dem ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte. Also keine Probleme hier! ;)

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      Wolli63  

      Von offizieller Seite (Focusrite Support) bekam ich halt die Mitteilung das ab WIN 10 kein Firewire und auch keine Via Chipsätze mehr unterstützt werden. Umso mehr freut es mich zu hören das es anscheinend doch funktioniert, Hoffentlich bleibt es auch so …..

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    MidiDino  AHU

    Ich bin im Jan. 2020 auf einen i7-2006, 3,4 GHz, 16 GB Arbeitsspeicher (vier Kerne) unter Win 10 Home umgestiegen. Als DAW nutzte und nutze ich weiterhin Reaper. Es handelte sich um einen handelsüblichen Rechner, den ich zudem gebraucht erstand. Der Rechner kostete lediglich ca. € 320,- Ein Audiointerface (USB-C) habe ich separat gekauft, das war fast genauso teuer ;-) Zuvor nutze ich eine 2-Kern-Rechner unter WIN XP ;-)

    Man glaubt nicht, womit man alles Musik machen konnte. Ich bin über den Umstieg aber mehr als glücklich, Seit dem Umstieg investiere ich jedoch permanent in 24-Bit-Instrumente, und mein EMU E-IV verstaubt.

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      Wolli63  

      Das kenne ich nur zu gut …. Cubase auf Atari 1040. War richtig gut. Aber die ganzen Outboards nahmen viel Platz in Anspruch. Man kann auf vielen alten Rechnern gute Mucke machen. Aber irgendwann sind die Grenzen erreicht. Der eigene Anspruch aber steigt ….. sch… Zwickmühle. Achso, du meintest wohl das du in 64bit VST’s investierst …. 😉😉

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        MidiDino  AHU

        Ich schätze, dass es ziemlich egal ist, ob der Rechner und die Software mit 32- oder 64-Bit laufen, einen Unterschied hört man musikalisch nicht, aber ob die Bitbreite der Samples 16- oder 24-Bit haben, ist tatsächlich wahrzunehmen. Deshalb sprach ich von 24-Bit-Instrumenten. Ich wollte diesen Umstand zunächst nicht einsehen, dank des E-IV. Besonders bei Streichern war ich allerdings skeptisch geworden … Klar, dass im Zuge der Entwicklung die Systeme inzwischen auf 64-Bit laufen.

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    manomym  

    Ist die Grafikkarte nicht unterdimensioniert? Klar ist die schön leise, aber viele VSTs nutzen inzwischen GPU Anzeigen. Und der Grafikspeicher dürfte für Win10 kaum ausreichen, wenn man mehr als nur surfen will… nur so ein Gedanke

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      llIIllIlIIIlllIIllI  

      Eine interessante Frage, die ich mir auch schon gestellt habe. Ist es bekannt, ob zum Beispiel Ableton oder Cubase überhaupt mit einzelnen Aufgaben auf die GPU zugreifen können? Voxengo SPAN beansprucht das System sehr, aber ob das nun einen Unterschied macht ob man die Onboard-Grafik oder eine dicke Spiele-GPU benutzt? Meine Erfahrung mit Video-Bearbeitung sagt mir, dass die Konfiguration der GPU innerhalb eines Programms immer einiger Einstellungen bedarf, daher würde es mich wundern, wenn Musikprogramm das „einfach so“ können.

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        Wolli63  

        Cubase greift natürlich auf die CPU zu. Zum Auslgern einiger Dateien wird der Arbeitsspeicher benötigt. Habe ich also ein 64bit System mit viel Ram habe ich einen richtig guten und schnellen Workflow. Insbesonders bei VST’s die Samplebasiert aufgebaut sind ist man dankbar für viel Ram. Auch Waves VST’s, Effekte, Spectrasonics, Native Instruments, Parawave usw. benötigen viel Ressourcen. Ein 32bit System stösst da ganz schnell an die Grenzen.

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        Wolli63  

        Mein Rechner ist als Musikrechner konzipiert und es läuft nichts anderes darauf. Alle unnötigen Windows Programme wurden nicht mit installiert oder später deaktiviert. Es gibt nichts schlimmeres als noch Hintergrundprogramme laufen zu haben. Eingestellt habe ich nichts, lediglich im BIOS habe ich die Bootreihenfolge geändert und den Grafik sowie den Soundchip deaktiviert. Das ASUS Board hat zwar einen guten Grafikchip jedoch wird dieser ja nicht benötigt, da ich eine andere PCIe Karte verwende. Das gleiche gilt für den Soundchip,- wozu soll der aktiviert bleiben wenn man ein externes Interface benutzt (Focusrite Scarlett 18i30 3.Gen.).

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      Wolli63  

      Die Geforce GT 710 ist mit 1GB Ram ausgestattet. Das reicht voll und ganz für die Cubase und VST Anwendungen. Hinzu kommt das ich 3 Monitore laufen habe und diese GK hat die Möglichkeiten alle 3 anzuschließen. Desweiteren habe ich mir gedacht das ich ja nicht „Zocken“ möchte und eine Grafikkarte brauche die zum einen leise ist, über genügend Ram verfügt und 3 Monitor Anschlüsse hat.
      Sie läuft absolut flüssig und es gibt auch sonst keinerlei Probleme.

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        manomym  

        Womit wir wieder bei „never change a running sytem“ sind :)
        Im Task-Manager gibt es ja auch eine Anzeige, wie stark die Grafikkarten-GPU von einem Programm genutzt wird.
        Und das Argument wegen der Lautstärke kann ich verstehen.

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          Wolli63  

          Ich habe mit dieser GK nur die besten Erfahrungen gemacht. Sie ist relativ günstig und macht genau das was sie soll. Meine Prioritäten waren halt ein gutes Board, eine gute CPU, ein gutes Netzteil und viel Ram. Ich denke mit 32 gb DDR 4 bin ich gut aufgestellt.

          Da ich die GK von meinem alten System her kannte wusste ich ja was sie kann und im Stande ist zu leisten. Sie reicht voll und ganz.

          Sie hat zwar nur eine passiv Kühlung, aber im Gehäuse sind 2 x 120mm Lüfter verbaut sodas es da auch keine Probleme gibt.

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