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Auch Drum-Kits mit viel Perkussion gehören zum Angebot. Mit dem SY-EW02 Movie Production Board wird für Liebhaber von Filmmusik einiges geboten. Viele Orchestersounds, gruselige Streichersätze, Pauken, Trompeten und Hörner, SFX und einiges mehr. Da Panasonic auch hervorragende Camcorder herstellt, liegt es nahe, mit dem KN7000 eine Möglichkeit zur Nachvertonung anzubieten. Es soll auch möglich sein, Musik synchron zu Audio- und Filmmaterial zu komponieren, das habe ich aber nie gebraucht und somit auch nur am Rande gelesen. Auch Slideshows mit Musikuntermalung für Fotos sind möglich, aber hier ist die Digitalkamera-Technik dem Keyboard mit großen Megapixel-Fotos davon gerannt. Das dritte Board heißt SY-EW03 und bietet Orgel- und Synthesizer-Sounds vergangener Dekaden. Vintage war damals schon ein riesen Renner und da verwundert es nicht, dass selbst bekannte House- und Techno-Samples installiert wurden. Rhodes, viele Orgeln, Bass-, Pad- und Lead-Sounds diverser analoger Vorbilder mit Wiedererkennungswert stehen ebenfalls bereit, die Qualität ist größtenteils überzeugend. Bei manchen Sounds hat man allerdings den Eindruck, dass sich die Samples bereits im Keyboard-Speicher befinden. Das vierte Board SY-EW04 beschäftigt sich mit Brass und Strings. Saiteninstrumente aller Art, Bläser, Streicher und das in Hülle und Fülle.

Mandoline und Harfe sind besonders hervorzuheben, aber auch spezielle Saxophone. Alle Boards liefern auch Vocal-Sounds und perkussive Klänge. Die optionalen Sounds fließen nicht in die üblichen Kategorien ein. Zur Anwahl drückt man zunächst die einzige Taste für die Erweiterungen, wählt eine der vier vorhandenen Boards aus, scrollt durch die teils lange Liste der Kategorien und wählt anschließend links und rechts mit den Displaytasten den gewünschten Klang, notfalls muss auch noch mit den Page-Tasten gescrollt werden. Die Zusammenfassung der NX-Boards steht in keinem Verhältnis zur Anzahl der Sounds, für den Live-Betrieb ist das unpraktisch. Immerhin merkt sich die Kategorie der Erweiterungen den zuletzt gewählten Sound. Dafür lassen sich die vielen Klänge im Sequenzer-Betrieb für die NX-Songs verwenden, auch MIDI-Files können damit aufgewertet und als NX-Song abgespeichert werden.
Die Styles profitieren übrigens auch nicht von den Erweiterungen, sofern man diese nicht selbst programmiert. Sie sind auch größtenteils gut und auch die Bassläufe der Begleitautomatik hat Technics im Vergleich zu älteren Vorgängermodellen optimiert. Es gibt auch optional eine 64 MB Sammlung zum kostenlosen Download, auf der sich sämtliche Styles älterer Technics-Keyboards befinden. Diese sind naturgemäß weniger aufwendig und haben nicht immer vier Variationen, auch eine automatische Registrierung ist nicht immer gegeben. Sie bereichern das Angebot jedoch ungemein und werten den internen Speicher auf. Und wem das nicht reicht, kann mit den optionalen Style Convertern Material anderer Hersteller verwenden. Die Styles sind bis auf wenige Ausnahmen vollkommen neutral gehalten und schön arrangiert. Bei manchen allerdings ist es etwas zu viel Melodik, hier hilft nur manuelles Ausdünnen. Eine Variation der Instrumentierung für die Begleitung lässt sich ebenfalls abrufen. Acht spezielle Organ Styles erinnern an alte Zeiten und sind extra für die Drawbar- und Tab-Sektion gestaltet. Das klingt schon sehr rustikal und auch absolut hörenswert.
Zum Schluss komme ich nun zu den Multimedia- und Sonderfunktionen des Technics KN7000, und davon gibt es eine ganze Menge. So gibt es nicht nur einen Style-, sondern auch einen Soundeditor. Dieser lässt tiefgreifende Klangmanipulationen zu, WSA lässt grüßen. Besonders die Synthesizer-Wellenformen, wie Sinus- oder Rechteck-Samples bieten sich an, mit Filtern und ADSR bearbeitet zu werden. Das ist natürlich absolut kein Vergleich zu einem richtigen VA-Synth, aber immerhin besser als gar nichts. In der Praxis habe ich dieses Feature aber leider nie wirklich nutzen können, weil das Display vor Allem auch bei diesen Funktionen sehr überladen ist und ich da einfach die Übersicht verliere. Das gilt ebenso für den 16-Spur-Sequenzer, der auch externe MIDI-Geräte ansteuern kann. Auch Lyrics versteht das Instrument, dadurch begründet sich der Videoausgang. So können auch Slideshows erstellt werden, die dann über einen Bildschirm synchron zur Musik ablaufen. Die Sequenzerdaten werden im eigenen NX-Format abgelegt und lassen sich auch in MIDI umwandeln. General MIDI-Dateien klingen dem entsprechend nicht so aufwendig, da sie nicht alle Sounds und Variationen ansprechen können. Viele Musikverlage bieten daher genau wie für Yamaha spezielle Styles und Songs im NX-Format an, wobei das Angebot inzwischen überschaubar sein dürfte.
Als Master-Keyboard eignet sich das KN7000 natürlich auch, besonders der USB-Anschluss bietet sich hierfür an. Für Windows XP liegen Treiber und eine Software zum Datenaustausch bei, unter Windows 7 x64 wird das Instrument als MIDI-Controller, Klangerzeuger und Audio Class erkannt, Zugriff auf die SD-Karte erhält man jedoch nicht. Der Main Mix des Keyboards lässt sich einschließlich Eingänge am Computer abnehmen oder der Sound des Computers am Keyboard ausgeben. Es steht je Richtung ein Stereo-Kanal bei 16 Bit und 44,1 KHz zur Verfügung. Windows erkennt das Keyboard als Mikrofon und dem entsprechend muss man den Lautstärkepegel sehr weit runterregeln. Im einzigen Stereokanal werden Keyboard selbst und die Eingänge zusammengefasst.
Durch den einkanaligen Mikrofon- bzw. Instrumenten-Eingang lässt sich das Keyboard auch als Mikrofon- oder sogar Gitarrenverstärker nutzen. Dafür steht eine vom Master-Effekt unabhängige und sehr umfangreiche Effekt-Sektion bereit, die fast keine Wünsche offen lässt. Hall und Effekt sind separat regelbar. Verschiedene Kompressoren, Phaser, Wawa, Chorus und Overdrive seien hier mal stellvertretend erwähnt. Für Gesang gibt es einen Harmonizer, der zwei virtuelle Stimmen hinzufügt und einen Pitch-Shifter sowie einen Modus, der den Gesang in eine Art Blasinstrument umwandelt. Der Eingang rauscht bei manchen Mikrofonen etwas, das lässt sich aber mit dem Kompressor gut in den Griff bekommen.
Um Daten mit der SD-Karte auszutauschen, reicht prinzipiell ein Kartenleser aus, Styles und MIDI-Daten lassen sich sichern, auch Fotos für die Startseite können auf die Karte kopiert werden. Will man aber MP3-Dateien zur Wiedergabe am Keyboard nutzen, ist man auf die DRM-Software von Panasonic angewiesen, die speziellen Kartenlesern beiliegt und auch nur damit funktioniert. Diese wandelt MP3-Dateien in ein proprietäres Format um und versieht sie mit einem Kopierschutz, so dass sie nur auf dieser SD-Karte und nur in Panasonic MP3-Playern bzw. dem KN7000 laufen. Damals hat man offenbar aus lauter Angst vor der Musikindustrie nicht über die Folgen nachgedacht, denn heute ist das ein großes Problem. Hat man beispielsweise den Kartenleser nicht mehr oder ist dieser defekt, ist auch die Software unbrauchbar.

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