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6. Dezember 2021

Test: Voices of Wind: Die Mezzosopranistin Connie

Soundiron produziert seit geraumer Zeit Sample-Libraries für den Sampler Kontakt von Native Instruments, besonders hervorzuheben sind die Vocal-Libraries. Diese sind auch zu einem nicht geringen Teil für den und im kostenfreien Kontakt-Player zugänglich. Nach relativ umfangreichen Sammlungen wie „Voices Of Gaia“, es handelt sich verschiedene Frauenstimmen, die für unterschiedliche Songformate einsetzbar sind, oder „Voices Of Rapture“, Opernstimmen, weiblich (Sopran, Alt) und männlich (Tenor, Bass), „Requiem Light Symphonic Choir“, ein ausgewachsener Chor, nach diesen Sammlungen ist eine Reihe entstanden, in der jeweils eine weitere Stimme Beachtung findet. Die Reihe wurde „Voice Of Wind“ genannt.

Bislang wurden meines Wissens für die Reihe verschiedene Frauenstimmen aufgenommen, die ebenfalls für unterschiedliche Songformate einsetzbar sind, aber auch eine Stimme, die speziell in diesem Artikel vorgestellt wird: eine Mezzosopranistin namens Connie. Ihre Stimme kann laut Hersteller auch für anspruchsvollere Aufgaben taugen, für Musical, Kabarett, Jazz (und Oper). Eingesungen wurde „Connie“ von Connie Doolan.

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Ich scheine eine besondere Beziehung zu der Stimmlage Mezzo zu haben, in zwei meiner EPs („Kunstlieder für Sampler über das Sterben der Arten“ und Vocal Studies“) standen jeweils eine Mezzo im Zentrum. Die heute vorgestellte Librarie liegt im Format 24 Bit, 48 Khz vor. Mich interessiert besonders, inwieweit „Connie“ als eine Alternative zur ‚American Voice‘ aus ‚Voices Of Passion‘ von East West dienen kann, die durch eine enorme Ausdrucksvielfalt glänzte.

Im Kontakt-Player werden folgende fünf ladbare ‚Instrumente‘ angezeigt: Legato, Staccato, Sustains, Custom FX, Phrases. Auswählbar sind aus ‚Legato‘ die Laute Ah, Ee, Eh, Mm, Oh, Oo. Das ‚Instrument Staccato‘ ist differenzierter. Nicht nur mehr Laute sind zugänglich, sondern auch nach ‚piano‘ und ‚forte‘ sortiert. Das ‚Instrument Sustains‘ folgt der Auswahl in ‚Staccato‘, bietet aber die Möglichkeit, ein ‚Legato‘ per Drehregler nach Intensität zu implementieren. Mittels Drehregler lassen sich eine Reihe von Funktionen beeinflussen, u.a. das Vibrato.

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Das ‚Instrument Phrases‘ präsentiert Presets, nach Tempi (100-140), nach Tonarten und nach ‚bright‘ bzw. ‚dark‘ sortiert, unterschiedliche gesungene Phrasen, die sich zudem mit einem internen Sequenzer aneinanderfügen lassen. Die ‚Custom FX‘ sind nichts anderes als Presets, die aus den ersten drei Instrumenten beispielhaft gebildet wurden und z.B. Angelic Legato‘ (Legato) oder ‚Bird Song‘ (Staccato).

Zu dem Vocal-Instrument gibt es auf der Homepage von Soundiron ein Video, das ich leider mit Schecken sah: Vorgestellt wurde das Instrument wie ein Synthesizer, der nur im Ausnahmenfall wie eine echte menschliche Stimme klang. Etwas eindrücklicher sind die Beispiele, die auf Soundcloud liegen und die gleichfalls auf der Homepage zugänglich sind.

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Fazit
Als Resultat des Kaufs der Voice Of Wind: Connie“ (€ 99,-) sind meine Gefühle äußerst gemischt. Die musikalische Basis ist die amerikanische ‚Pop-Kultur‘, die ich als barbarisch bezeichnen würde. Aber vielleicht lässt sich mehr aus ‚Connie‘ herauskitzeln. Eine Alternative zur ‚American Voice’ von East West (‚Voices Of Passion‘) bietet sie nicht, aber eventuell eine Ergänzung, vielleicht ebenso eine Ergänzung zur hausinternen „Voices Of Rapture“.
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Forum
  1. Profilbild
    Steffog

    Sehr gut geschrieben, MidiDino. Deine Leser-Story zeigt mir, was so alles möglich ist. Sehr spannend. Mein Interesse an Voice-Libraries ist geweckt. Vielen Dank.

  2. Profilbild
    MartinM.

    Ein etwas kurzer aber prägnanter Artikel! Diese Library war mir in den letzten Wochen auch schon im Rahmen der Black Friday Rabattaktionen aufgefallen und hätte mich durchaus gereizt. Immerhin ist sie – besonders mit Rabatt – doch erheblich günstiger als die Erzeugnisse von East West oder die Libraries von Eduardo Tarilonte. Das angesprochene Walkthrough Video auf der Soundiron Website ist immerhin sehr aussagekräftig, im positiven wie auch negativen Sinn. Die Staccato und Sustain Samples klingen tatsächlich nicht besser als typische „Voice Ah“ und „Voice Oh“ Sounds aus beliebigen General MIDI Sets; total künstlich und extrem entbehrlich. Die Legatostimmen und die Phrases scheinen dagegen etwas zu taugen, und ich meine die auch vorrangig in den Soundcloud Beispielen und in dem „Composing“ Video zu hören.
    Nerven würde mich, dass die Keyswitches (rot gefärbt) wieder einmal nahe C0 platziert sind und somit dreieinhalb inaktive Oktaven zwischen den Switches und den spielbaren Tasten (blau) liegen. Der Videomensch scheint aber alle Switches, die er vorführt, auf sein Modwheel gelegt zu haben (auf seinem 61er Keyboard würde beginnend bei C0 auch kaum eine Oktave zum Spielen bleiben). Gibt es da eine Möglichkeit, die Keyswitches anders zu routen – sei es auch nur durch ein MIDI Learn?

    • Profilbild
      MidiDino AHU

      Über Keyswitches ist im Handbuch zu lesen:

      „This displays the key assignments for the Pitch knob keyswitches. The value fields can be double clicked and typed in using note name or midi key number. The PITCH KSW label can be clicked to allow assignment by midi note. The selected key will represent the star􀀖ng (lowest) keyswitch.“

      In Reaper, meiner DAW, habe ich allerdings schlechte Erfahrungen mit Keyswitches gemacht. Stattdessen habe ich für jede Artikulation eine separate Spur angelegt.

      • Profilbild
        MartinM.

        Tja, man überlegt sich natürlich Ausweichstrategien. Das größte Problem bei Keyswitches scheinen mir zu spät ausgelöste Tasten wegen der Anschlagdynamik zu sein, jedenfalls kommt mir das so vor. Natürlich müsste so ein Switch immer minimal früher ausgelöst werden als die dazugehörigen Noten, damit die Software auch darauf reagiert. Das muss man „live“ erstmal hinkriegen und dann auch noch im Hinterkopf ständig parat haben, welcher Keyswitch eigentlich was macht. Albernerweise erziele ich das beste Handling mit einem Akai MPK mini, bei dem ich die Drumpads mit deaktivierter Velocity für Keyswitches benutze. Wegen der Anordnung der Pads über der Klaviatur und deren LED-Antwort habe ich sie ständig im Blickfeld.

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