Green Box: Roland S-50, S-550, S-330, S-10 Sampler

11. Juli 2020

Der 12 Bit LoFi-Sampler mit Charme

Als 1979 der erste kommerziell erhältliche Sampler, der Fairlight CMI 1, auf den Markt kam, hatte wohl niemand ernsthaft geglaubt, dass derartige Technik irgendwann einmal für den Hobbymusiker erschwinglich sein würde. 8 Stimmen und 16 Kilobyte pro Stimme Speicher – und das in voller Ausbaustufe für einen ordentlichen sechsstelligen Betrag. Erst mit dem Ensoniq Mirage – den es 1985 für unter 1.700 US-Dollar gab – wurden Sampler für die Masse bezahlbar.

Die Roland S-Klasse

Mit dem S-50 Keyboard sprang Roland 1986 auf diesen Zug auf und ließ 1987 dann mit dem Roland S-550 die Rack-Version folgen –  und mit dem Roland S-330 im Jahr 1988 wiederum eine Kompaktausgabe des S-550.

Der war damals eine große Nummer, trotz (aus heutiger Sicht) extrem schmaler Technik. Gibt es denn auch heute noch Einsatzmöglichkeiten für das einstige Prachtstück oder hat ihn der Zahn der Zeit bis auf die Knochen abgenagt?

Die Geschichte zu meinem Roland S-330

1990 hatte ich angefangen, Musik für Videospiele zu machen. Die ersten Jahre noch für den Amiga (falls das heute noch jemandem was sagt), ab 1992 auch für den PC. Wo ich das Sample-orientierte Arbeiten vermisste, das ich von den Amiga-Trackern gewohnt war – also musste ein Sampler her, den ich dann per MIDI in mein damals noch recht bescheidenes (MIDI-) Setup einbinden konnte. Akai war noch nicht auf dem Sampler-Markt präsent (den S-2000 kaufte ich mir dann ein paar Jahre später), Roland war da angesagt. Deren damaliges Flaggschiff, den S-770 (mit 16 Bit und sagenhaften 2 MB Sample-Speicher) lag aber da weit außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten, aber Rolands S-Klasse sollte es dann schon sein.

Kultiges Originalzubehör zum S-330

Den S-330 fand ich  in einer Kleinanzeige für relativ kleines Geld (200 DM, wenn ich mich recht erinnere), inklusive Grünmonitor und der SYS-333-Director-S-Sequencer-Software. Mit dabei waren auch einige hundert DD-Disketten mit Sounds für den S-330; wo genau die nun diese „Sicherheitskopien“ herkamen, wollte ich damals gar nicht wissen. Das alles transportierte ich dann mit der U7 von Berlin Spandau nach Kreuzberg (für die Nicht-Berliner: Die dafür benötigte Fahrzeit entspricht in etwa der Strecke München-Hamburg mit dem ICE, schon weil es etwa 20x mehr Haltestellen gibt). In den folgenden Jahren hatte ich den Roland S-330 dann häufig bei meinen Gaming-Projekten im Einsatz, bis er irgendwann dann erst vom S-2000 und schließlich auch vom PC abgelöst wurde; dank immer größer werdendem Speicher und zunehmender Rechenpower verloren externe Sampler an Reiz und Daseinsberechtigung.

Anlässlich dieses Artikels habe ich ihn tatsächlich das erste Mal wieder in Betrieb genommen. Der S-330 lief dann auch nach all den Jahren problemlos, sogar die meisten der Disketten haben die gut 25-jährige Gefangenschaft im Keller erstaunlich  gut überstanden.

Roland S-330

Der S-330 ist nichts für kurze Racks

Die Verwandtschaft des Roland S-330 Sampler

Roland startete seine Sampler-Historie 1986 mit dem Roland S-10, einem doch sehr limitierten Tastatur-Sampler (49 Tasten) – wohl als schnelle Antwort auf den erfolgreichen Ensoniq Mirage gedacht. Gesampelt wurde in 12 Bit (Lo-Fi) mit 30 bzw. 15 kHz; der interne Speicher von 256 kB (!) war auf vier Bänke verteilt, macht also 64 kB pro Bank. Die gesamte maximale Abtastzeit lag bei 4,4 Sekunden, also 1,1 Sekunde pro Bank. Gespeichert wurde auf Quick-Disk (2,8 Zoll Disketten). Immerhin aber war der S-10 achtstimmig polyphon und vierfach multitimbral. Zudem besaß der S-10 Hochpass- und Tiefpass-Filter, einen Arpeggiator und eine recht gut Autoloop-Funktion. Den S-10 gab es auch in zwei Rackmount-Versionen: Einmal den zuerst (1986) erschienen MKS-100, außerdem den Roland S-220 (1987) als leicht verbesserte, technisch aktualisierte Ausgabe. Das 2 HE Modul war im Gegensatz zum S-10 16-fach polyphon, kam ansonsten aber mit den S-10 üblichen Limitierungen.

Die Budget-Version Roland S-10

Der Roland S-10 wird heute eher selten angeboten; wenn der aber doch mal auftaucht, ist er bereits schon für rund 80,- Euro zu haben; Preis bei Auslieferung: 3.490,- DM. Ein schönes Schätzchen für LoFi-Fans. Für den S-220 müssen heutzutage rund 100,- Euro angelegt werden.

Ein paar Monate später schob Roland den S-50 nach; wieder ein Tastatur-Sampler (61 Tasten), aber deutlich professioneller angelegt. Auch auf dem S-50 wurde zwar mit 12 Bit (Lo-Fi) und 30 bzw. 15 kHz gesampelt, doch war der Speicher hier mit 756 kB schon drei Mal so groß wie beim S-10. Das erlaubte eine Gesamtabtastzeit von 28,8 Sekunden (bei 15 kHz). Zudem war der S-50 16-stimmig polyphon, besaß eine Tastatur mit Velocity und Aftertouch und klang – dank guter 16 Bit Wandler – auch deutlich besser als der S-10. Für die verbesserte Bedienbarkeit ließen sich ein externer Monitor, eine Maus und sogar ein Digitizer Tablet (zum Zeichnen von Hüllkurven) anschließen.

Der Roland S-550 Sampler mit Screen und Remote

Der Roland S-550 war die 1987 erschienene Rack-Version des S-50. Auf 2 HE gab es da den doppelten Sample-Speicher, nämlich 1,5 MB. Wobei man anmerken sollte, dass allein schon die Nennung des Begriffs „Megabyte“ damals bei Musikern Schnappatmung auslösen konnte. Megabyte war damals das, was heute Petabyte ist – eine schier unvorstellbar große Menge an Speicher. Neben der Speicherverdopplung wartete der S-550 auch mit den dynamischen Filtern aus den LAS-Synthies wie den Roland D-50 auf (Rolands Antwort auf Yamahas DX7), die dem Klang des S-550 eine ganz eigene Note verliehen.

Der S-550 konnte bis zu 64 Samples verwalten, die – nachdem sie mit Abspielparametern versehen wurden – sich als Tones beliebig auf der Tastatur verteilen ließen und so zu einem Patch zusammengefasst wurden; bis zu 32 Patches waren da möglich, was schon eine recht komplexe Soundverwaltung darstellte. Gespeichert wurde auf 3,5 Zoll Floppy Disk; es ließ sich bei dem S-550 aber auch ein SCSI-Anschluss nachrüsten (für die Jüngeren: Das war Mitte der 80er-Jahre eine standardisierte Schnittstelle für die Verbindung zwischen Peripheriegeräten und Computern, steht als Abkürzung für „Small Computer System Interface“ und wurde kurz „Skasi“ ausgesprochen). Über diese Schnittstelle konnten dann eine maximal 80 MB große Festplatte oder das (damals noch extrem exotische) CD-ROM-Laufwerk „CD-5“ an den S-550 angeschlossen werden. Die Bedienung des S-550 erfolgte entweder per einzeiligem Display am Gehäuse oder – wie beim S-50 – komfortabel am externen Monitor mit Maus und Digitizer Tablet.

Roland S-50 Sampler mit Tablet DT-100

Fast 6.000,- DM kostete der Roland S-550 damals. Für alle, die sich das nicht leisten konnten oder wollten, schob Roland 1987 eine leicht abgespeckte und mit nur 1 HE auch kleinere Version nach, den Roland S-330, dessen technische Eigenarten ich gleich in einem gesonderten Kapitel vorstellen werde. Das nur zur zeitlichen Einordnung und zur Beziehung der einzelnen S-Klasse-Vertreter zueinander. Alle bis jetzt erschienen Geräte (S-10, S-50, S-220, S-330 und S-550) sind zwischen 1986 und 1988 auf den Markt gekommen; Roland war also recht aktiv zu dieser Zeit im Sampler-Bereich.

Den Tastatur-Sampler S-50 gibt es heute laut Syntacheles für rund 100,- Euro (Preis bei Auslieferung: 6.700,- DM), auch der S-550 liegt in der Grundausstattung etwa bei 130,-€. Mit Speicheraufrüstung, Monitor und Remote Control ist er für etwa 300,- Euro zu haben. Für einen S-330 schließlich muss man um die 150,- Euro auf den Tisch legen; der Neupreis lag bei rund 4.400,- DM.

Roland S-330 mit Tablet, Monitor und Maus

Der Vollständigkeit halber seien hier auch die Modelle der 7er-Baureihe erwähnt, die wir aber sicher noch einmal in einem gesonderten Report erfassen.

Die Roland S-7er Serie

Die Roland der 7er-Baureihe stellen eine ganz eigene Sampler-Generator dar.  Sie bauen technisch nicht oder nur teilweise auf ihren Vorgängern auf. Der Roland S-770 (verkauft von 1989 bis 1994) war ein 24-stimmiger, 16-fach multitimbraler 16 Bit Stereo-Sampler mit eingebauter 40 MB Festplatte, großem Display und digitalen S/PDIF-Anschlüssen. Gesampelt wurde nicht mehr mit 15/30 kHz, sondern mit zeitgemäßeren 22,05 / 44,1 / 48 kHz. Es folgte der Roland S-750 (verkauft von 1991-1994), eine etwas abgespeckte und deutlich preiswertere Version ohne Festplatte (dafür mit Diskettenlaufwerk und SCSI-Bus) und mit weniger RAM als der S-770, bevor dann mit dem Roland S-760 als kleineren Nachfolger (1 HE) des S-750 (verkauft von 1994-1999) die S-Klasse bei Roland abschloss. Der hatte nur vier statt acht Einzelausgänge und keine Mikrofoneingänge, konnte dafür aber (theoretisch) auf bis zu 32 MB RAM aufgerüstet werden; beim S-750 war da bei 18 MB Ende. „Theoretisch“, weil die RAM-Preise Anfang 1994  exorbitant waren: In einem englischen Artikel aus dieser Zeit (in muzines.co.uk) fand ich die Angabe, dass eine vollständige Aufrüstung des S-760 von 2 auf 32 MB etwa 1.400,- britische Pfund kosten würden. Und das für ein Gerät, das selber bei Erscheinen für 1.699,- Pfund zu haben war. (S-770: etwa 5.000,- Pfund, S-750: rund 3.000,- Pfund. Bei uns hatte der S-770 bei Auslieferung in der Grundausstattung etwa 15.000,- DM gekostet, der S-760 4.720,- DM). Heute gibt es die S-7er zum Taschengeldpreis zwischen 250,- und 350,- Euro.

Roland W-30 Sampling-Workstation

Ebenfalls eine Sonderstellung, aber kompatibel mit dem S-330, ist die Roland Workstation Roland W-30 die den Abschluss der ersten S-Serie bildetet und 1989 erschien. Auch ihr werden wir bei nächster Gelegenheit einen eigenen Report widmen.

Die Technik der Roland 5er Serie und des S-330

Der Roland S-330 ist ein 1 HE 12 Bit Sampler (aber mit 16 Bit Wandlern) mit einem nicht erweiterbaren internen Speicher von 750 kB. Abgetastet wird wahlweise mit 15 kHz oder mit 30 kHz, was dann eine gesamte Sample-Länge von 28,8 bzw. 14,4 Sekunden liefert. Maximal 32 Samples können auf den beiden Bänken aufgenommen werden, die – wie beim S.550 – in Patches bzw. Tones (dann mit Abspiel-Parametern) zusammengefasst werden; maximal 8 Patches können aufgerufen werden. Diese werden (auf bis zu acht MIDI-Kanälen) über die acht Einzelausgänge auf der Rückseite des kompakten Gehäuses ausgegeben.

Roland S-330

Der S-330: Ein leicht abgespeckter S-550 auf einer HE

Jeder der 32 Tones verfügt über ein achtstufiges VCF (LPF, HPF) (der hier Time Variant Filter heißt) und je einen unabhängigen LFO und einen Hüllkurvengenerator. Genau genommen sind hardwareseitig „nur“ je 16 VCFs und LFOs vorhanden, die übrigen 16 werden bei Bedarf softwareseitig aufgefüllt. Das führt dazu, dass man auch aus einem Sample mehrere recht unterschiedliche, auch komplexere Tones backen kann, die anschließend frei über die Tastatur verteilt (und zu einem Patch zusammengefasst) werden können – was gerade für Drumsounds eine feine Sache ist.

Der S-330 ist 16-fach polyphon und 8-fach multitimbral; technisch geht’s also in etwa in Richtung Akai S-900/950, der ein Jahr zuvor erschienen war. Bei dem sich allerdings eine SCSI-Schnittstelle nachrüsten ließ – das geht hier nicht. Als Speichermedium bleibt hier also die 3,5 Zoll Diskette (gerade nachgeschaut: Die gibt es tatsächlich immer noch zu kaufen, kosten aber inzwischen im Zehnerpack unglaubliche 15-20 Euro). Da das 80 kB große Betriebssystem nicht im ROM liegt, muss es bei jedem Start erst von Diskette geladen werden; dabei kann das Betriebssystem wegen seiner geringen Größe auch gleich mit auf die Sample-Disketten gespeichert und von dort der Einfachheit halber aufgerufen werden. (Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, waren von den 750 kB Speicher 512 kB für die Samples und der Rest für Dienstprogramme reserviert – aber da lasse ich mich auch gerne korrigieren, auch die Angaben im Netz sind da widersprüchlich).

Roland S-330

Die Monitoranschlüsse sind Gold wert

Das Roland DI-System

Um Samples mit verschiedenen Tonhöhen abzuspielen, ohne dass die Qualität dabei litt, nutzte Roland bei seinen S-Samplern seine patentiertes DI-Technologie (Differential System) zum Glätten der bei der analog-digitalen Wandlung entstehenden Stufen in der Wellenform. Die erzeugt zusätzlich Zwischenschritte zwischen den einzelnen Sample-Punkten, was für einen erstaunlich guten Sound sorgte. Die Qualität entspreche der einer 18 Bit Wandlung – versprach damals zumindest Roland. Und tatsächlich klingt der S-330 gar nicht mal so sehr nach 12 Bit LoFi.

Roland S-330

Die Steuerzentrale des S-330

Der S-330 angeschaut: Front und Back unter der Lupe

Das massive, bis auf die Buttons durchgehend aus Metall gearbeitete Gehäuse bringt es bei einer Größe von 48 x 34 x4 cm auf ein ordentliches Gewicht von 4,3 kg. Was gleich auffällt: Die Rack-Ohren sind nicht abnehmbar; immerhin hat sich Roland trotzdem zu ein paar Gummifüßchen für den eventuellen Tischbetrieb hinreißen lassen.

Die Frontplatte ist bei einer Bauhöhe von nur 1 HE bis zum letzten Zentimeter gefüllt: Ganz rechts der Power-Schalter mit darüberliegender MIDI-Message LED, daneben das 3,5 Zoll Diskettenlaufwerk. Zentral dann 12 Minitaster samt 2-Zeilen-Display für die Bedienung des S-300. Um es vorweg zu nehmen: Ja, zur Not geht das auch mit dem Minidisplay, aber dann muss die Not wirklich schon sehr groß sein; Spaß macht das nicht. Wesentlich besser ist da der Anschluss eines Monitors, zu dem ich gleich kommen werde. Ganz links dann noch ein kombinierter Volume/Rec-Level-Knob, zwei große Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Input und ein 9-pol SubD-Anschluss für eine Maus, einem RC-100 Remote Controller oder den Dongle der optionalen Director-S Software (SYS-333).

Roland S-330

Der Anschluss für Maus, Digitizer Tablet oder Dongle

Als Maus wird da eine MSX-kompatible Maus benötigt. Roland hat da mit der MU-1 eine eigene im Angebot, die inzwischen aber nur noch schwer zu bekommen ist. MSX-kompatible Mäuse werden in der Bucht noch immer angeboten, da allerdings oftmals zu recht hohen Preisen. Dort gibt es aber auch Adapter für den Anschluss herkömmlicher Mäuse. Wenn man aber jetzt nicht unbedingt an den Hüllkurven herummalen möchte, kommt man auch mit den Tasten auf der Gehäusefront eigentlich gut klar.

Roland S-330

Praktisch: Für jeden Patch ein Einzelausgang

Ebenso reichlich bestückt ist die Rückseite: Ein Main-Out als große Klinke, daneben acht einzelne Outs für die acht Patches, ausgeführt – wohl aus Platzgründen – als Phonobuchsen für Cinch-Kabel und nicht als Klinke. Da muss man heutzutage dann halt ein wenig mit Adapter basteln, sollte aber kein Problem sein. Daneben dann das MIDI Trio (In/Out/Thru) und schließlich zwei Buchsen zum Anschluss eines Monitors – einmal eine Cinch-Buchse für monochrome Monitore und einmal eine spezielle „Digital RGB“ Buchse (8-pin DIN). Man kann aber auch problemlos etwas modernere Monitore/TV-Geräte über die Cinch-Buchse nutzen, sofern die noch RCA-Buchsen haben und man mit dem monochromen Look leben kann (wer braucht schon Farbe beim Sampeln). Ob da auch ein RCA/HDMI-Konverter funktioniert habe ich – mangels Konverter – nicht ausprobieren können. Bevor man sich einen S-330 zulegt, sollte man aber sicher sein, auch einen geeigneten Monitor am Start zu haben – ohne ist das Arbeiten damit wirklich extrem umständlich.

Blick ins Handbuch

Arbeiten am S-330 Sampler mit Software

Vor dem Einschalten des Samplers muss erst noch die Diskette mit dem Betriebssystem eingelegt werden, da das wie schon erwähnt nicht im ROM des Gerätes abgelegt ist. Der Ladevorgang da dauert aber nur wenige Sekunden; auch das Laden von Sound-Sets ist mit 20-30 Sekunden zur Not auch noch in einer Songpause bei einem Gig zu bewerkstelligen.

Roland S-330

Sampling ist recht komfortabel, aber heute natürlich oldschool

Will man sampeln, benötigt man die Utility-Diskette, von der die Sampling-Funktion dann – wie alle anderen Funktionen auch – erst noch kurz nachgeladen wird. Vor dem Sample-Vorgang muss man Wavebank, Samplefrequenz (15 oder 30 kHz), Sampletime (maximal je 7,2 Sekunden für Bank A und B), die Original-Tonhöhe sowie Threshold und einen eventuellen Pre-Trigger (in Millisekunden) vorab einstellen; bei der Sample-Dauer sollte man also vorher wissen, wie lang die Sache wird, was heutzutage doch recht seltsam anmutet. Beim Sampling ist dann auch ein Monitor erste Musikerpflicht, denn nur hier gibt es eine Level-Anzeige; im Display des S-330 fehlt die. Hallo Übersteuerung. Anschließend das Sampling von Hand oder automatisch (mit Threshold, Markierung wird praktischerweise im Levelmeter auf dem Bildschirm angezeigt) starten, fertig. Die Verarbeitung dauert ein wenig, dann wird die Waveform zur weiteren Bearbeitung (im 8-Bit-Style) angezeigt. Dazu gehören dann zum Beispiel Schnitt (Truncate), LPF oder HPF, das Setzen von Playbackpoints oder Loop-Points, das interne Mixen und Kombinieren von Tones oder sogar das Freihandzeichnen in der Waveform (sofern eine Maus angeschlossen ist).

Roland S-330

Editieren am Bildschirm

Abgesehen davon, dass es heutzutage ungewohnt ist, dass einzelne Befehle erst von Disk nachgeladen werden müssen und dass nach jedem Schritt einige Sekunden an Bearbeitungszeit vergehen, ist das schon durchaus intuitiv und komfortabel gemacht.

In den Klangbeispielen finden Sie einige mit dem S-330 gesampelte Sounds; einmal das Original, dann die mit 15 bzw. 30 kHz gesampelten S-330 Version (jeweils bezeichnet mit „Sampler“). Außerdem habe ich da noch ein paar Sounds aus den S-330 Soundbibliotheken dazu gepackt.

Director S (SYS-333) Sequencer Package für den S-330

Mit Hilfe der Director-S-Software (SYS-333) lässt sich der S-330 (und auch der S-550) in einen ganz vernünftigen Oldschool-Mehrspur-MIDI-Sequencer mit 16 Spuren verwandeln. Der S-330 kann dabei eine Disk mit Sounddaten plus 15.000 Steps im Speicher behalten, die System-Disk des SYS-333-Paketes (das aus insgesamt drei Disketten besteht) kann sogar 100.000 Steps speichern. Per Chainplay lassen sich mehrere Songs nacheinander abspielen und mit anderem MIDI-Equipment synchronisieren. Ein Pattern im SYS-333 besteht aus maximal 16 Takten bzw. 200 Steps. Ein Song wiederum fasst bis zu 200 Pattern (also 3.200 Takte) bzw. bis zu 15.000 Steps.

Die Erstellung von Patterns und Songs ist am S-330 – selbst mit Monitor und Maus – zwar etwas (aus heutiger Sicht: sehr) umständlich, mit etwas Übung aber durchaus machbar. Geschützt wurde die Software übrigens mit einem Hardware-Dongle, der sinnigerweise an die Buchse gesteckt werden muss, die auch für die Maus genutzt wird. Zwar wird der Dongle nur hin und wieder abgefragt, lästig ist die Stöpselei dann aber schon. In den 80ern hat sich darüber aber niemand beschwert, wir waren damals noch schmerzloser. Das Director-S SYS-333-Paket ist heute kaum noch zu bekommen, was wohl auch an der Halbwertzeit von Disketten liegen mag; aktuell habe ich noch ein Angebot für rund 90 Euro im Netz gefunden.

Roland S-50 und S-550 Sequencer SYS-553

Hier noch ein paar Informationen und Screenshots zu Roland S-50 und S-550, für die es den Software-Sequencer  SYS-553 gab, die dem Nachfolger SYS-333 stark ähnelte. Beschreibung siehe oben.

Ebenfalls sehenswert, die Screenshots der S-50-Remote Software. Bitte anklicken zum Vergrößern:

Roland S-50, S-550 und S-330 on YouTube

Fazit

Sicher, gemessen an heutigen technischen Maßstäben ist der Roland S-330 komplett veraltet. Sampling-Raten von 15/30 kHz und maximal 28,8 Sekunden Sampling-Dauer – da hat inzwischen jedes Smartphone mehr drauf. Auf der anderen Seite aber lässt sich der S-330 mit seinem Monitoranschluss erstaunlich intuitiv bedienen, besitzt er acht Einzelausgänge und nette Filter – und klingt dabei gar nicht mal so übel. Und das zu einem Preis, den man heute schon locker mal eben für eine Handvoll Kabel ausgibt. Wer Spaß an altem (LoFi)-Kram hat oder einen preiswerten Drumloop-Zuspieler braucht, kann ja mal einen Blick riskieren.

Plus

  • klingt für 12 Bit gar nicht mal so übel
  • relativ leicht zu bedienen
  • 8 Einzelausgänge
  • Anschluss für Monitor und Maus
  • optionaler Sequencer erhältlich
  • extrem preiswert geworden
  • hat Charme
  • anscheinend unverwüstlich

Minus

  • technisch natürlich veraltet und arg limitiert
  • es dauert alles etwas länger

Preis

  • S-50, S-550, S-330 heute je nach Modell und Ausstattung zwischen 100,- und 300,-€
  • Neupreis 1987: ca. 4.400,- DM
Klangbeispiele
Forum
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    Maxi  

    Oh ja, ich erinnere mich: Jeder, der sich mit Musikaufnahmen beschäftigte, wollte damals einen Sampler. Statt der besprochenen Geräte hatte ich allerdings leider nur die Werbeflyer von Roland. Und ein großer Kölner Musikalienhändler warb: „Alles was Du brauchst mein Guter, ist Sampler und Computer.“ Mein erster Sampler war dann viel später Emagic Logic‘s EXS24.

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    lightman  AHU

    Lo-Fi4Lyfe!! :)

    Ich mag die alten S-Serie Sampler. Als Amiga- und Atari-Bändiger hatte ich bereits einen entsprechenden RGB-Monitor (Philips CM8833), als sich ein Kollege den S-330 kaufte. Wir haben viel mit dem Ding gemacht, bei Multisamples gabs manchmal Timing-Ausreißer , aber das war nicht immer so, die Betriebsystemsoftware war wohl nicht so ganz ausentwickelt und vor allem die CPU nicht die schnellste.

    Der W-30 war mir lieber als die Rackgeräte, obwohl vor allem die 5xx und 7xx-Varianten viel umfangreicher ausgestattet waren. Dennoch lag er featuremäßig deutlich über den Möglichkeiten, die mir mein Digitizer-Cartridge von Rexx Datentechnik auf dem Amiga bot.

    Der Sound ist meines Erachtens immer noch relevant, unabhängig von Meßwerten oder Frequenzgängen, wie das auch beim Ensoniq Mirage der Fall ist. Will man beispielsweise eine richtig fette Kickdrum erstellen, bietet sich ein Analogsynth mit entsprechend schnellen Hüllkurven an, mit dem man eine einfache Kick zusammenschraubt und dann die Resonanz bis kurz vor der Schmerzgrenze aufdreht. Wenn man das mit dem S-330 samplet, sorgt die übertriebene Resonanz (die wegen des Frequenzgangs nicht gänzlich aufgezeichnet wird) für einen mächtigen „Bauch“. Solche Tricks machen die Roland-Sampler nach wie vor recht nützlich, man muß halt den Grundschnarr mögen und viel ausprobieren.

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    costello  RED

    Vielen Dank für diesen ausführlichen und sehr schön geschriebenen Bericht zu den Roland-Samplern. Ich habe mir 1994 den S-760 gekauft und auf 16 GB aufgerüstet. Dazu kamen dann noch unzählige CD-ROM, die ganze Klangbibliotheken enthielten und teilweise 800,- DM kosteten. Leider konnte ich den S-760 nur als Abspielstation für Samples nutzen und nie für eigene Klangexperimente.. Nie habe ich für ein einzelnes Instrument mehr Geld ausgegeben und nie habe ich daraus weniger musikalischen Nutzen gezogen. Es war aufs Ganze gesehen mein einziger richtiger Fehlkauf. Dafür dann aber auch richtig teuer :( Ich war sehr erleichtert, als ich irgendwann auf Sweetwater den Artikel „The Roland S-760 Demystified“ las, der mir zeigte, dass andere mit dem Gerät anscheinend auch nicht klarkamen. Als ich vor einiger Zeit den Emax I erwarb, war es Liebe auf den ersten Blick. Der S-760 steht schwarz und schweigend im Rack und erinnert mich an mein Waterloo.

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      m.steinwachs  RED

      Ja, so ein Waterloo hat wohl jeder in seinem Rack, Bei mir ist es ein Korg DRM-1. Ok, den hab ich zwar gebraucht und billig gekauft, aber dann auch nur 1-2 Mal genutzt. Seitdem hängt er da anklagend im Rack. Aber vielleicht gebe ich ihm jetzt noch mal eine Chance und er beweist mir einen nicht erkannten Retro-Charme :-)

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      nativeVS  AHU

      16GB? Wohl eher 16MB.
      Wenn man sich vorstellt wie Herr Zimmer und assistenten damals 30(!) S760mit vollem RAM im einsatz hatten ist man doch heute ueber speicherpreise nur am lachen (und jeder S760 hatte dann schon doppelt soviel RAM wie der Fairlight III).

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        costello  RED

        Ja klar, MB ;) Ich hatte das mit einer der berühmten CD-ROMS für den Roland verwechselt. Die hießen GIGA PACK I und II (Sound &Vision), bestanden jeweils aus 2 CD und enthielten Unmengen an Material, Orchester, Chöre, abgesampelte Synthesizer und Drumloops.

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      Tyrell  RED 12

      bei mir war es ähnlich: nie habe ich für ein Gerät mehr Geld ausgegeben und mehr nutzen daraus gezogen als aus dem Emu E-Max II ;)

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      micromoog  AHU

      Also ich bin absoluter Roland S Fan (hier stehen W30, S330, 2xS550, S750, 2xS760, 2x SP700 und die native kompatiblen XV5080 und MV8000).

      Mit Spannung erwartete ich 1994 den angekündigten S760 den ich sofort kaufte, mit Stammkundenrabatt für 3900 DM.
      Um den sinnvoll zu Nutzen musste man Aufrüsten, 700DM für OP Karte, 500 DM für ein 8 MB Riegel, 800 DM für eine Quantum 540MB HD in externem Gehäuse.

      Der S760 war ab da mein Produktionstool, hatte neben ATARI Creator und diversen Synths nur ein DAT, keine Audio Mehrspurmaschine.

      Vocals wurden auf DAT aufgenommen und die Besten Parts in den Sampler übertragen.
      Da bei 10MB schnell Schluss war, hatte ich zwar in 44,1 alle Spuren auf HD musste aber zum Fertigarrangieren in kleinere Samplingrates wandeln, sonst hätte ich nie Vers1, Vers2, Refrain etc. gleichzeitig im RAM haben können.

      Wenn man sonst kaum was an Peripherie hatte musste man erfinderisch sein.
      ZB De-Essing von Vocals. Der S760 hat CC steuerbare EQs auf den Ausgängen, also bei rund 4 khz Pitch Bend via Creator Transform auf ein CC geroutet. Beim Abspielen der Vocals bei scharfen SSSS-Lauten kurz das Pitch Bend auf Anschlag ins Minus gezogen und zurück auf Null via Feder-Rückstellung. Das manuelle Ergebnis via Event Editor passend editiert und schon hatte man angenehme S-Laute…

      Leider reicht die Zeichenzahl hier nicht aus, könnte noch mehr über diese Superkiste erzählen…

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    Marcus_Kiel  

    Habe hier einen S-770 stehen mit Maus und Monitor, interne Festplatte auf SCSI CF- Kartenleser umgebaut. Die Roland S-Serie lässt sich super bedienen und ist viel schneller als z.B die Yamaha A-Serie. Aber gegenüber Emu und Akai führte Roland nur ein Schattendasein. Alles ist bis ins kleinste Detail steuerbar, die DNA von Rolands kompletter Produktpalette ist im S-770 spürbar, dafür haben die Teile aber auch eine extrem steile Lernkurve und sind ohne Monitor und Maus fast unbedienbar. Ich glaube, dass viele die Teile als Sampleplayer genutzt haben, denn die Roland Bibliothek ist exzellent, bildet die Grundlage für die ganzen SR-JV80 Karten und war damals qualitativ ganz weit vorne. Bei mir wird auch eher „geplayed“ als gesampled.
    Das Betriebssystem lässt sich von der CF Karte laden, was 3 Sekunden dauert. Habe die Roland Bibliothek auf XV5080, MV8800 und S-760 abgespielt. Der S-770 klingt am besten. Die Filter teilt er sich mit dem Roland D-70. Da ich nur Hardwaregeräte nutze, ist der Roland bei mir keine Nostalgie.

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      AMAZONA Archiv

      Ich kann Deinen Worten hinsichtlich Bedienbarkeit nur zustimmen und würde sogar das „fast“ weglassen. Hatte man beides, Maus + Monitor, war er aber ein Traum. Das selbe gilt für die Roland Bibliothek. Wenn ich nicht irre, war zu der Zeit noch ein gewisser Eric Persing im Sound Team.
      Ich hatte mir damals mühsam das Geld für den S-750 zusammengespart und lange Zeit mit 2MB RAM gearbeitet. Ein gesampelter Staubsauger wurde zum „Düsenjäger“ und mit den „Vocals“ kam noch ein komplettes Drum Kit dazu. Der damals unvermeidliche, allerdings selbst gesampelte, Orchesterhit ergab nach unten transponiert eine Klanglandschaft, die die Wände erschüttern liess. Keine Ahnung was Roland damals gemacht hatte (Interpolation?), das Ergebnis liess sich so nur im S-750 erzielen.

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        k.rausch  RED

        Roland wollte rund um den S50 eine große Sample Library anlegen, die teils kostenlos an die Käufer weitergegeben wurde und hat zusätzliche eine ganze Reihe von CD-ROMs produziert. Das war sicherlich nicht ganz billig und es waren eine Menge Leute am Start, dieses Vorhaben umzusetzen. Der CD-ROM Player CD-5 hat fast 4.000 Mark gekostet. Gib mal entsprechende Suchbegriffe bei Google ein, da findet man die Cover dieser CD-ROMs. Bei Synthmania sind viele mp3 Audio Tracks von den Samples, hier ein Beispiel: https://kurzelinks.de/l1q3 . Ich bedaure es ein bisschen, mein schönes komplettes S-550 System Anfang der 90er verkauft zu haben.

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          AMAZONA Archiv

          An den CD-ROM Player kann ich mich noch gut erinnern. Natürlich im wenig Euphorie erzeugendem SCSI Kontext. Und an den damals aufgerufenen Preis.
          Wenn ich mich recht entsinne, gab es zwei, oder sogar drei „Serien“ innerhalb derer unterschiedliche CD-ROMs angeboten wurden, die sich in der Zahl der Samples und damit einhergehend im Preis unterschieden. Ich hatte mühsam das Geld für die – ich glaube – „Production“ oder „Project“ Serie zusammengekratzt. Drei haben es dann zu mir geschafft – die Drums, mit einem unglaublich gut aufgenommenen West Coast Drum Kit (die Toms!), Gitarren und Bässe mit einem im Bass – damals – wunderbaren Chapman Stick und dann eine der Vintage Keyboards. Letztere war dann auch im JD-990 im Einsatz.

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        Marcus_Kiel  

        Roland hat eine besondere Interpolation als „Enhance“ -Option entwickelt. Sollte untenrum für sehr klare Auflösung der Samples entwickelt worden sein, um beim Transponieren Artefakte zu verhindern. War beim S750/770 Standart. Der MV8800 hat dies als Option beim Importieren von Roland-Samples.

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          AMAZONA Archiv

          Danke. Ich hatte etwas in der Richtung in Erinnerung, war mir aber nicht mehr sicher. Der Orchesterhit (samt Raum) bildete um drei Oktaven runtertransportiert eine unglaublich schöne und lebendige Klanglandschaft. Nebst dem waren, wie von costello hier schon erwähnt und zwischenzeitlich auch von Dir bestätigt, die Filter richtig gut.

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      costello  RED

      Maus und Monitor hätten mir vielleicht auch geholfen. Aber irgendwo musste ich ja den Rotstift ansetzen. Der Klang allerdings ist wirklich super, Roland hat da auch sehr gute Filter verbaut. Ich muss meinen S-760 mal wieder anschmeißen ;)

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        Marcus_Kiel  

        Oh Ha, wie man in Kiel sagt, ohne Maus und Monitor no Fun! Allerdings ist die Maus heute extrem rar. Es gibt „hacks“ für einen Mausumbau im Netz. Insgesamt wieder Investitionen, Zeit und Geduld für ein Teil das fast 30 Jahre alt ist, ob sich das lohnt? Andererseits abstoßen für wenig Geld? Vielleicht solltest Du dem Teil noch eine Chance geben, vielleicht zahlt es sich spät doch noch aus. Die Filter vom S760 sind super, sehr schön für Streicher etc. Habe auch gelesen, das Hans Zimmer ein ganzes Orchester mit zig S760 zusammengestellt haben soll.

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          micromoog  AHU

          Es gibt im Netz Bilder eines Racks im HZ-Studio mit 24 oder 28 S760 Samplern.
          In der Mitte des Racks war eine Custom SCSI Patchbay um die Sampler mit Massenspeichern zu verbinden.
          Der arme Assistent musste wohl täglich zwei Stunden vor dem „Meister“ im Studio sein um alle Sampler nacheinander zu „füttern“.

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        TobyB  RED

        Ich hab den Klaus schon mit einem Monitor versorgt. Adapter und Mäuse fliegen bestimmt im Keller oder der IT Grabbelkiste rum. Kann man für olle Schätzchen immer wieder brauchen. Ehe es im Deutschen Museum oder Heinz Nixdorf Forum landet.

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      gaffer  AHU

      Ja, Marcus, bin da ganz bei dir. Als ich Ende der 80er diese Kisten verkauft habe, habe ich den Kunden immer gesagt: Du kannst Monitor und Maus anschliessen?!?! Du musst!!

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    dAS hEIKO  AHU

    Ach ist das schön in in alten Zeiten zu schwelgen.
    Haste schön geschrieben. Allerdings glaube ich „…Akai war noch nicht auf dem Sampler-Markt präsent…“ nicht so ganz. Der S612 war, neben dem ensoniq, auch schon Mitte der 80er am Markt. Nur moderner. Und der S900 ließ nicht lange auf sich warten. Die standen sich meine ich schon in direkter Konkurrenz gegenüber.

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      dilux  AHU

      jupp, der s900 kam schon ’86 auf den markt und der s1000 ’88, und der war 1990 dann schon fast der studiostandard…irgendwie muss sich die erinnerung des autors „vertimewarped“ haben…oder war es timestretching? ;-)

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    Numitron  AHU

    Kleiner tipp, falls man ein rgbkabel benötigt: der sega mega drive 1 (genesis in den usa) hat den selben anschluss, bei ebay findet man leicht kabel dafür.

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    Phakt  

    Danke für den Tollen Artikel!
    Ich konnte mir die Teile nie leisten , hab mir die Nase an den Schaufenstern platt gedrückt. Von der Bundeswehr ablöse hab ich mir dann gebraucht einen Korg DSM-1 gekauft und war damit super zufrieden. Das war irgendwann anfang 90iger. Hat sich super in mein damaliges Setup eingefügt. Juno 60, Ensoniq SQR+, DX21, R5 und halt den DSM-1. Wollte trotzdem immer den S330 / S550 haben wegen dem Monitor anschluss ^^

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    Son of MooG  AHU

    Von der S-Serie konnte ich nur träumen; mehr als ein Casio SK-1 war nicht drin. Erst 1991 fand ich dann meinen Mirage für 800,-DM inklusive fast aller Werks-Disketten und MASOS (Mirage Advanced Sampling Operation System).
    Im Artikel steht u.a.:
    ‚..ein achtstufiges VCF (LPF, HPF) (der hier Time Variant Filter heißt) und je einen unabhängigen LFO….‘
    Hatte der S-330 wirklich analoge Filter und LFOs? Das Time Variant Filter aus dem D-50 ist ja digital…

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      Marcus_Kiel  

      Hey Ho, keiner der S-Serie Sampler hat analoge Filter. Allerdings haben alle exzellente digitale Roland Filter der Endachtziger/ Frühneunziger.
      Meiner Erfahrung nach klangen die besser als dann die in den Romplern der JV oder XV Serie.

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    Zwo5eins  

    Den S330 hatte ich mit Monitor gebraucht gekauft. Ich habe alles gesampelt und bearbeitet. Die 8 Einzelausgänge waren schon richtig professionell. Ein wirklich tolles Teil.

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    micromoog  AHU

    ein paar Jahreszahlen und Preise will ich doch nicht unkommentiert lassen.

    Der S50 war zum Straßenpreis von 5700DM zu haben.
    Der S330 wurde afaik im Frühjahr/Sommer 1988 vorgestellt, habe meinen -als er dann endlich lieferbar war – im Herbst 88 für 3990 DM gekauft.

    Für Anfang der 90er kann ich mir einen Gebrauchtpreis von 200 DM nicht ganz vorstellen, da ich 1993 im Auftrag den 330 eines Bekannten zum damaligen Schnäppchenpreis von 1200 DM verkauft habe.
    Für 200 DM gab es den frühestens zum Millenniumswechsel, es sei denn einer wusste nicht was er verkaufte.

    Speicheraufrüstungen gab es entgegen dem Bericht auch keine.

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      micromoog  AHU

      Zur Beurteilung:

      Man sollte digitalen Geräten die in ihrer Grundtechnologie rund 32-34 Jahre alt sind keine Minuspunkte für Rechengeschwindigkeit geben. Damals war das in der Preis/Leistung ziemlich gut.

      Schade, dass die Sub-Tones im Bericht nicht erwähnt wurden. Für mich waren diese fast das wichtigste Werkzeug.
      Hiermit kann man ohne ein Sample zu kopieren weitere Varianten davon erstellen – das können doch alle, mag man denken – der Vorteil hier, dass man im Subtone ohne Kopie der ursprünglichen Samples auch die Start, End und Loop-Punkte anders gestalten kann.
      Ebenso wenn man Speicher sparen wollte/musste. Die kleinste Sampleeinheit ist 0,4 Sekunden, also Verschwendung für ein 0,2 Sekunden Drumsample. Man kann zB zwei 0,2 Sekunden Drumsamples aneinander kleben, beim Ersten Start 0/ End bei 0,199 Sekunden, im Subtone dann Start bei 0,2/End 0,4 für das 2. Drumsample etc.

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        m.steinwachs  RED

        Zu den Sub-Tones: Meinst Du das hier: “ Das führt dazu, dass man auch aus einem Sample mehrere recht unterschiedliche, auch komplexere Tones backen kann,“ Vielleicht meinen wir da dasselbe.

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          micromoog  AHU

          Ja, Danke, dann sind wir „confirm“ ;)

          Sub Tones eignen sich auch hervorragend für Pseudo Stereo Effekte abseits der üblichen Detune/Chorus Layer mit identischem Grundsound.
          Beispiel Padsound:
          Original Sample (Tone) mit entsprechenden Filtereinstellungen, LFO etc. Sub Tone dann mit zB um 800 Digits verschobenem Startpunkt, Filter und besonders Pitch LFO dezent/minimal anders als das Original. Original auf Out1, Sub auf Out 2 und das am Pult jeweils hart L/R…da geht vor Lebendigkeit/Schwebung die Sonne auf!

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      HX  

      das kann ich bestätigen, habe meinen 1994 oder 95 für 1000 DM aus der Keyboards und das war schon recht preiswert ohne viel Zubehör.

      wenn man Sounddiver hatte konnte man die Filter auch in Echtzeit bei laufendem Betrieb verändern (während alle anderen Sounds im S-330 liefen).

      der Klang der Filter war meiner Meinung nach nicht mit dem D-50 vergleichbar und viel ploppiger, die Resonance ging bis 127 was zu einem Fiepen führte, mir gefiel das sehr gut

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        micromoog  AHU

        Man kann den Cut Off mit Aftertouch steuern,
        Mit einem CC to AT Routing auch mit anderen Controllern.
        Creator/Notator hatte damals Transform für solche Sachen.

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      m.steinwachs  RED

      Ja, manchmal hat man einfach Glück – der Verkäufer war kein Musiker und hatte tatsächlich keinen Plan, daher der günstige Preis, bei dem ich dann natürlich direkt zugeschlagen hatte. Im selben Jahr habe ich übrigens auch einen Maxikorg (DV 800) von einem Freund geschenkt bekommen („Keine Ahnung was das ist, habe ich bei meiner Oma auf dem Dachboden gefunden. Aber Du kannst den ja vielleicht brauchen, bist ja Musiker“). Der Maxikorg steht heute noch hier. Für umme.

  11. Profilbild

    Den S-50 habe ich lange Zeit auf der Bühne und im Studio eingesetzt und damals sehr viele Sounds selbst gesampled. Selbst heute bin ich noch vom dem Grand Piano und dem knarzigen Fender Rhodes
    E-Piano (beides Werksounds) total begeistert, ich habe schon einige Piano Sounds aus modernen Geräten gehört die sich schon fast im 1 GB Bereich bewegen, die dem S-50 das Wasser nicht reichen können. Gerade jetzt, wo Vintage total angesagt ist würde ich mir von Roland einen modernen S-50 mit Massenspeicher und sofortigen Zugriff auf die Sounds wünschen.

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    Gackoo

    Ich habe mir vor 2 Monaten wieder einen S760 gekauft. Mit Monitor und 32MB Ram, ein Diskemulator und einen SCSI2SD Card adapter. Den S760 habe ich in den 90ern schon mal besessen, habe als es mit den Softwaresamplern losging leider verkauft. Diese klingen aber zu sauber für manche Sachen. Jetzt habe ich das alles wieder und liebe dieses arbeiten an Geräten. Diese Sampler mit Maus und Monitor zu bedienen ist ein Genuss.

    Einem Monitor bekommt ihr bei Amazon
    https://www.amazon.de/gp/product/B01N66IU8K/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o04_s00?ie=UTF8&psc=1

    Den SCSI2Card gibts bei einem Anbieter aus den USA
    https://store.inertialcomputing.com/SCSI2SD-s/100.htm

    Alles funzt richtig gut der Sound bringt die Prise „Dreck“ mit, besonders, wenn man die Resamplingfunktion nutzt.

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