Blue Box: Fairlight CMI IIx, Sampler Sequencer Synthesizer

27. Februar 2016

1983 pure Magie: FAIRLIGHT IIx

Was haben Thomas Dolby, Trevor Horn, Stevie Wonder und Peter Gabriel gemeinsam? Richtig! Einen Fairlight CMI IIx.

Die Geschichte des Fairlight CMI IIx

Der war DAS revolutionäre digitale Instrument der ganz frühen 80er Jahre. Aber eigentlich ist es kein richtiges Instrument, denn es handelt sich in erster Linie um einen raffinierten Audio Recorder, konzipiert als Sampler und universelles Produktionswerkzeug. Er hatte damals einen erheblichen Einfluss auf die professionelle Studioszene, und heute kann man ihn getrost als Legende bezeichnen, mit dessen Hilfe Musikgeschichte geschrieben wurde.

Mancher Song und auch Filmmusik entstand allein mit dem Fairlight. Wer einen hatte, musste vor allem viel Geld haben, denn der Spaß war alles andere als billig. Folgen Sie mir auf eine kleine Zeitreise, um diesem grau-weißen Blechkasten seine Geheimnisse zu entlocken.
Die ganze Sache begann schon in den Siebzigern, als die Computertechnik Möglichkeiten anbot, die sich für Musikzwecke verwenden ließ. Speicherbausteine mit aus damaliger Sicht ordentlichen Platzverhältnissen, für solche Zwecke taugliche Mikroprozessoren, grafikfähige Monitore, Datensicherung auf Floppy Disketten.

Es waren die beiden Australier Peter Vogel und Kim Ryrie, die das offenbar als Einladung fürs Erfinderische auffassten und denen damals nichts Besseres einfiel, als mit solchen Mitteln in der Musikinstrumentenbrache Fuß zu fassen. Kurzerhand gründeten sie in Sydney eine Firma namens Fairlight Instruments. Ausgestattet mit Basiswissen über Synthesizer seitens Ryrie und Electronic Design seines alten Schulfreundes Peter Vogel, machten sich die beiden ans Werk. Nach vielen Experimenten und einigen Vorläufern, was sich über mehrere Jahre hinzog, kam es 1979 zum ersten Fairlight CMI, der es insgesamt auf vier Versionen brachte. Details zu den Unterschieden finden Sie am Ende des Artikels, wir greifen uns hier das besonders populäre Modell CMI IIx heraus.

Die oben gezeigte Original-Anzeige von 1983 (zum Vergrößern bitte anklicken) hatte einen Vorgänger der im „Fachblatt“ mit folgendem Text warb, den wir Ihnen hier im Auszug kurz vorstellen möchten:

„In Deutschland gibt es kaum einen namhaften Künstler der elektronischen Musik, der heute noch ohne CMI auskommt …  Herbert von Karajan benützte ihn mit seinen Berliner Philharmonikern in Wagners Parzifal und die Disney Productios setzten ihn für die Film-Musik von TRON ein …  Wie auch immer die Fähigkeiten des CMI in 10 Jahren aussehen werden, über eines sind wir uns sicher: Man wird ihn immer noch benützen, den FAIRLIGHT CMI.“

Die Technik im Fairlight CMI IIx

Der Fairlight CMI IIx kam 1983 auf den Markt und besteht aus mehreren Komponenten, die jeweils in eigene Gehäuse gepackt sind und mit Kabeln miteinander verbunden werden: 73 Tasten Keyboard, Steuereinheit, Bildschirm, Computertastatur. Alles in grau-weißem Look und viel Blech plus Kunststoff. Farblich absichtlich eher untypisch für ein Musikinstrument, denn zu jener Zeit waren die meisten Synthesizer irgendwie schwarz, meinten die Fairlight Erfinder. Jedoch insgesamt robust und werksseitig in Handarbeit zusammengebaut. Es gibt beim Fairlight so manche Besonderheit und eine davon ist, dass man ihn wie mit einem Zündschlüssel startet.

Als technische Basis des Fairlight CMI IIx dient ein Computersystem mit Dual Prozessor, wobei der Typ Motorola 6809 drinsteckt. Damit ist 8 Bit Sampling möglich, bei flexiblen Rates von 2.100 Hz bis 30,2 kHz, alles in Mono. Wir sprechen dabei über ein 128 KB Sample-RAM insgesamt und 64 KB Arbeitsspeicher. Sie haben richtig gelesen: KB = Kilobyte. In Zeiten mit USB-Sticks, die gemütlich 128 GB und mehr packen, klingt das fast komisch, nicht wahr? Die Chips sind auf Soundcards, diese wiederum stecken im separaten Gehäuse, dem Main Frame, das gewöhnlich unterhalb des Monitors untergebracht ist. Er ist 8-stimmig polyphon und kann neben Samples auch neu generierte Waveforms abspielen – via anschlagsdynamischer Tastatur. Die ist zwar nicht gewichtet, fühlt sich aber insgesamt recht gut an. Bei den Audioausgängen war man bereits weitsichtig: Gleich acht davon gibt’s, nämlich auf jeder Soundcard einen. Zusätzlich hat es einen Mix Out.

Fairlight Mainframe

Alle Funktionen des Fairlight CMI IIx und auch die Waveforms werden auf dem monochromen CRT-Bildschirm grün auf schwarzem Grund grafisch angezeigt. Als Raffinesse ist ein Lightpen vorhanden, mit dem man selber welche zeichnen kann, und auch Funktionen lassen sich damit direkt auf dem Monitor anwählen. Dauerhaft gesichert werden die Samples auf 8“ Floppy Disketten, deren Speicherkapazität typischerweise 180 KB beträgt. Gleich entsprechend geräumige zwei Slots dafür sind vorhanden, denn die Dinger sind zwar schmal, dafür aber groß: 20 x 20 cm. Eine weitere Funktion nennt sich Dynamic Harmonic Control, und obendrein gibt es mit FFT eine additive Resynthese.

Bevor es zu den verschiedenen Funktionen des Fairlight CMI IIx geht, noch ein Wort zu den Anschlüssen. Hier war man gründlich und findet gleich eine ganze Menge davon vor. Neben den symmetrischen Audioausgängen gibt es auch einen Anschluss für Kopfhörer, dort liegt ebenso das Metronom für den Sequencer an. Ja, Sequencer! Das war damals neu und mehr darüber lesen Sie weiter unten. Auch der Monitor Speaker hat einen Audioausgang. Weiter geht es mit Sync In und Out, damals war das für die Verbindung mit Bandmaschinen von Bedeutung. Um Samples aufzunehmen, nimmt man die Mikrofon- und Line-Eingänge, deren Levels regelbar sind. Ein weiterer ADC-Input ermöglicht die Verwendung eines externen Analog-to-Digital Converters. Mit dem damals üblichen RS232 Anschluss lässt sich der Fairlight mit einem Drucker verbinden. Auch das Keyboard muss an den Kasten angeschlossen werden, hier ist es ein 9-Wege D-Typ Connector. Das Modell IIx kam rechtzeitig bei Einführung des MIDI Standards auf den Markt und verfügt daher auch über solche Anschlussbuchsen.

Anschlüsse des Fairlight Mainframe

Die geniale Software des Fairlight CMI IIx

Betrieben wird das ganze System mit einer eigens dafür geschriebenen Software, bezeichnet mit dem Kürzel QDOS, einer modifizierten Version des Motorola MDOS Operating Systems.
Für die Anwendung in der Musikproduktion hatten sich die Entwickler für ein Menü-gesteuertes User Interface entschieden, das die Funktionen in Pages aufteilt. Und das sind sie:

  • Page 1 – Index. Das ist einfach nur die komplette Liste sämtlicher Pages. Angeklickt werden die entweder mit dem Lightpen direkt am Monitor oder per Keyboard.
  • Page 2 – Disk Control. Laden und sichern von Daten via Floppy Disk.
  • Page 3 – Keyboard Control. Hier werden insbesondere Funktionen wie Keyboard Split und Stimmenzuordnung vorgenommen.

  • Page 4 – Harmonic Envelopes. Da zeichnet man die Amplituden und zeitlichen Abläufe der 32 Harmonics.
  • Page 5 – Waveform Generation. Mit 32 Harmonic Slidern lassen sich hier Waveforms herstellen.
  • Page 6 – Waveform Drawing. Alternative Methode für die Erzeugung von Waveforms, indem man sie einfach zeichnet.
  • Page 7 – Control Parameters. Auf dieser Page findet man vor allem die Funktionen Loop, Portamento, Glissando, Attack. Auch die Zuordnung der Keyboard Controller erfolgt hier.

 

  • Page 8 – Sound Sampling. Die Bezeichnung sagt es schon, was hier passiert.
  • Page 9 – Keyboard Sequencer. Ein kleiner Realtime Recorder ohne besondere Edit Optionen.
  • Page A – Analog Interface, ein optionaler Analog Synthesizer Controller.
  • Page C – MCL Composer für die sogenannte Music Composition Language, daher auch das Kürzel MCL.
  • Page D – Waveform Display. Wenn es irgendwo Abbildungen vom Monitor gibt, dann ist meistens diese Page zu sehen. Die berühmten dreidimensional wirkenden Berge und Täler in grünen Linien auf schwarzem Grund.
  • Page F – User Defined Functions für eigene Einstellprofile bestimmter Funktionen.
  • Page I – SMPTE Configuration. Synchronisation zur Außenwelt, was damals speziell für Filmmusik und TV Soundtracks gedacht war.
  • Page L – Disk Library, mit der man sich den Überblick auf bis zu 80 Floppy Disks verschaffen kann.
  • Page M – MIDI Configuration. Eine für damalige Verhältnisse recht komfortable Möglichkeit, die MIDI Channels zu verwalten.

  • Page R – Real Time Composer. In Kennerkreisen spricht man von der berühmten Page R, wenn es um den integrierten Sequencer geht. R wie Record, ziemlich praxisorientiert also schon die pragmatische Bezeichnung. Dabei handelt es sich um einen grafisch aufgebauten Sequencer mit Pattern-Struktur. In Sachen Musikproduktion kann man ihn durchaus als Vorbild für viele spätere Software-Sequencer betrachten. Und genauso für alles, was sich bald später Workstation nannte, z.B. Korg M1.
  • Page S – Screen Print, auch hier sagt die Bezeichnung alles.
  • Page G – ist eine sogenannte Hidden Page, auf der sich Voice Daten zu Kontrollzwecken ablesen lassen.
  • Page T – Test. Hier können Systemdaten angesehen werden.

Sample Library

Die ist so was von bekannt, zumindest wenn Sie mit 80er Jahre Musik vertraut sind. Im Abschnitt Künstler finden Sie einige Hinweise dazu. Der Fairlight CMI IIx wurde zunächst mit 28 Disketten ausgeliefert, und da sind schon viele der Soundklassiker drauf, die es zu namentlicher Berühmtheit gebracht haben. Gehauchte Vocals, krachende Twangs und natürlich die etwas berüchtigten Orchestra Hits. Im Laufe der Zeit kamen noch weitere Samples dazu, man hat das damals mit gewisser Sammelleidenschaft betrieben. Manche allerdings sind in den Studiotresoren verblieben, denn Leute wie Trevor Horn (u.a. Frankie goes to Hollywood) und Boris Blank (Yello) haben Sounds mit ganz besonders intensivem Fingerabdruck erstellt und die dann nicht unbedingt mit anderen Fairlight Besitzern geteilt.

Heutzutage sieht die Sache etwas anders aus, schon seit Jahren schwirren die Fairlight Samples in der Musikwelt rum und wurden auch in die verschiedensten Sample Formate gebracht. Sogar Peter Vogel selber hat eine App fürs iPad rausgebracht, da sind die Samples des alten drin. Ob es bei Alternativlösungen aber genauso klingt wie im Original? Nein, das tut es nicht. Und das hat Gründe, die Peter Vogel mal in einem Interview dargelegt hat.

Er meint, dass es insbesondere die Kombination aus Tracking Filter VCFs, Sampling Noise (Originalton Vogel: birdy noise) und VCA Generatoren ist, sowie die Verwendung von Rate Multiplikatoren, um verschiedene Sample Rates zu ermöglichen. Bereits das klingt schon ein bisschen alchemistisch geheimnisvoll, aber er setzt noch einen drauf. Es habe Einfluss auf den Grad der Verzerrung und der Subharmonischen, was sich je nach gespielter Tonlage eines Samples ergibt. Hat man mal Gelegenheit, das persönlich bei einem originalen Fairlight auszuprobieren, dann bleibt einem nicht viel anderes übrig, als das zu bestätigen. Gerade in den sonst eher kritischen Bereichen wie Bass und Diskant ist das zu hören, wenn die Sample-Wiedergabe weit weg vom Root Key ist.

Es handelt sich bei den Fairlight Sounds nicht um exzessive Multisamples, wie das in vielen Fällen heute geradezu Standard ist. Nein, gerade mal ein oder zwei Samples, die den ganzen Tastaturbereich abdecken. Und es ist erstaunlich, wie gut und qualitativ hochwertig das klingt, von schlecht gemachten Loops mal abgesehen. Denn immerhin handelt es sich ja „nur“ um ein 8-Bit System. Dabei rauscht es aus den Audioausgängen kaum und die mit den Harmonics gemachten Sounds sind ziemlich knackig und brillant.

Den Floppys gesteht man eine Lebensdauer von 5 bis 30 Jahren zu. Nun, das kann also für Probleme sorgen, wenn man Mister Backup heißt. Zumal die Neubeschaffung nicht ganz einfach ist. Ein 10er Pack kann nämlich schon mal 50 Euro kosten.

Wenn Sie jetzt mal was hören wollen, dann klicken Sie sich am besten durch die unten verlinkten YouTube Clips.

Künstler und Liebhaber des CMI IIx

Nicht nur die paar eingangs genannten Künstler haben den Fairlight eingesetzt, die Liste ist eher recht lang und nennt, natürlich zwangsläufig, in erster Linie typische 80er Jahre Acts, darunter Popstars, Filmmusik Composer und Ausnahmekünstler gleichermaßen.

Alan Parson am Fairlight CMI IIx

Bekannt wurde das jeweils meistens durch Interviews oder die Leute haben das auch mal auf ihren Alben unter verwendetem Equipment notiert. Hier ein kleiner Auszug in alphabetischer Reihenfolge: Art of Noise, Hubert Bognermayr, Depeche Mode, Geoff Downes, Duran Duran, Brian Eno, Jan Hammer, Herbie Hancock, Human League, Michael Jackson, Jean Michel Jarre, Howard Jones, Alan Parsons, Pet Shop Boys, Prince, Queen, Klaus Schulze, Yello, Hans Zimmer. Letzterer hat die Filmmusik für „Rainman“ damit produziert und man sagt, dass der Fairlight auch die Eintrittskarte für den Job war. Dieser Soundtrack wurde prompt mit einem Oscar prämiert. Herbie Hancock hatte mal einen Auftritt in der bekannten Kindersendung „Sesame Street“ und führte den Kleinen mal schnell den Fairlight vor. Den Clip finden Sie bei YouTube. Jan Hammer war in jener Zeit erfolgreich auch im Bereich TV Musik und produzierte unter anderem damit für die Serie „Miami Vice“.

Der Fairlight CMI IIx in einer limitierten Sonderauflage des neuen Jahrtausends

Die verschiedenen Fairlight-Modelle

Angefangen hat die Sache mit dem CMI, der wurde bis 1982 gebaut. Anschließend kam die Serie II auf den Markt, 1983 gefolgt vom IIx. Ab 1985 beginnt die Baureihe III und etwa 1988 ist Schluss der Vorstellung. Die Produktion musste wegen der hohen Herstellungs- und Entwicklungskosten eingestellt werden.

Viele Jahre später sollte es einen Phönix aus der Asche geben und zwar in Form der limitierten Version CMI Series 30A, und damit zur Feier des 30-jährigen Jubiläums. Es dauerte dann noch bis 2011, bevor die Geräte auch erhältlich waren. Zu einem Preis von rund 20.000 US$. So ganz nebenbei entwickelte Vogel auch eine App für iPhone und iPad, die gibt es ebenfalls seit 2011, kostet überschaubare 49,99 Euro und kauft man im iTunes Apple Store. Das User Interface ist voll retro und dem Original nachempfunden. Die mitgelieferte Sample Library bietet den originalen Bestand des IIx.

iOS Version des Fairlight für iPhone und iPad

Die Unterschiede der alten Serien sind in den verwendeten Prozessoren zu finden, mehr Speicherplatz sowie höheren Samplefrequenzen in den späteren Modellen, beim IIIer sogar bis 100 kHz bei Monosamples. Das 30A Modell basiert auf einem neuen Crystal Core, der Look ist aber an den alten orientiert. Dessen Innenleben ist auch ansonsten auf Stand gebracht, inklusive 500 GB SATA Festplatte, DVD R/W Laufwerk und USB Anschlüssen.

Heutige Gebrauchtmarktpreis eines Fairlights

Die Neupreise seinerzeit waren vor allem eins: Haarsträubend. Für den Fairlight CMI IIx wurden 32.000 US$ aufgerufen. Plus eventuelle Erweiterungen, die ebenfalls schnell ins Geld gehen konnten. Das war 1980 selbst im Vergleich zu anderen hochpreisigen Instrumenten also eine ziemlich selbstbewusste Ansage. Allerdings hatte das auch gute Gründe, denn es wurde in Handarbeit hergestellt und die Entwicklungskosten waren enorm. Das schmälerte den Erfolg nicht, denn schon vor der eigentlichen Serienproduktion gab’s reichlich Vorbestellungen. Insgesamt wurden rund 300 Instrumente an den Mann gebracht. Das erklärt, warum man heute kaum welche gebraucht bekommt.

Ein gut erhaltener Fairlight CMI IIx kostet heute in etwa 5.000 Euro. Der letzte ging bei eBay-Deutschland im Februar 2015 über den virtuellen Auktionstisch. Der Fairlight III ist in der Regel sogar um ca. 2.000 Euro günstiger zu bekommen.

Interview mit Fairlight Besitzer Stephan Schällmann

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass ich vor einer Weile aus Jobgründen in die Schweiz zu Stephan Schällmann geschickt wurde. Er besitzt nämlich einen Fairlight IIx und so hatte ich Gelegenheit, dieses digitale Vintage Instrument aus nächster Nähe zu erleben. Stephan hat den schon seit einiger Zeit und der Moment war günstig, denn der Fairlight kam gerade frisch vom Service und alles funktionierte tadellos. Und ist nach wie vor im Produktionseinsatz. Für diesen Artikel wollte ich von Stephan ein paar ganz aktuelle Statements.

Klaus:
Der Fairlight CMI ist ein Instrument längst vergangener Zeiten, technologisch von den Spezifikationen her gar nicht auf neustem Stand. Was in aller Welt hat Dich dazu gebracht, den haben zu wollen?

Stephan:
Als ich mich für Synthesizer zu interessieren begann, gab es noch keine oder kaum Software-Synthesizer und man musste fast zwingend mit Hardware arbeiten. So erfuhr ich vom Fairlight und wollte so einen natürlich auch haben. Es war damals eher als Scherz gedacht, da die Geräte ja auch heute noch einiges kosten und schwer zu bekommen sind. Als ich dann aber einen in der Nähe gefunden hatte, musste ich einfach zuschlagen.

Klaus:
Was zahlt man denn so für einen Fairlight?

Stephan:
Die Preise für einen Fairlight variieren sehr stark, da es unterschiedliche Modelle gibt. Die meisten Fairlights, die auf einschlägigen Auktionsportalen auftauchen, hatten prominente Vorbesitzer. Dennoch sind diese Geräte oftmals kaum brauchbar, weil sie defekt oder unvollständig sind. Wie will man einen Fairlight denn ohne Lichtgriffel bedienen? Ein funktionierender und kompletter Fairlight ist jedoch rasch einen 5-stelligen Betrag wert. Aber auch für defekte oder unvollständige Geräte, meist fehlt der Lichtgriffel, zahlt man schnell mehrere Tausend Euro. Hinzu kommt, dass viele CMIs auch sehr weit weg liegen und erst noch versendet werden müssen. Das treibt den Endpreis natürlich nochmals in die Höhe.

Klaus:
Was unterscheidet den Fairlight CMI konkret von anderen Samplern und Sampleplayern?

Stephan:
Zum einen ist es sicherlich der sehr markante und kantige Sound. Zum anderen ist es auch die Bedienung, die Handhabung und natürlich die Möglichkeiten, wie zum Beispiel. Wellenformen zeichnen, harmonische Obertöne hinzufügen und so weiter. Heute eher unspektakulär, aber damals eine Sensation: Der interne Sequencer auf der Page R. Damit wurden früher ganze Songs arrangiert. Ach ja, und das Teil ist riesig und schwer.

Klaus:
Was hältst du von Fairlight Samples, die nicht mit dem Originalinstrument abgespielt werden, gibt es da wesentliche Unterschiede zu den Originalen?

Stephan:
Bei einem so eigenen Gerät wie dem Fairlight ist der Unterschied schon relativ groß. Genau das macht die Maschine ja so einzigartig. Natürlich gibt es heute ganze Librarys, die mit großem Aufwand realisiert wurden, doch ein Fairlight kann viel mehr als nur Orchestra Hits. Im finalen Mix hört man den Unterschied zwischen Original und Kopie aber kaum raus.

Klaus:
Viele Musiker kennen den Fairlight CMI nur von Musikproduktionen, hatten aber nie die Gelegenheit, selber Hand anzulegen. Wie gestaltet sich die Arbeit damit?

Stephan:
Die Arbeit mit dem Fairlight ist auf jeden Fall nicht mehr zeitgemäß und erfordert neben einer guten Portion Zeit auch Geduld und Know How. Neben fragiler Technik kommen auch Aspekte hinzu, welche man heute kaum noch wegdenken könnte: Total Recall, Backups, komplette MIDI Integration und so weiter. Man muss auch ein wenig vorsichtig arbeiten, da 8″ Disketten mittlerweile nicht mehr so einfach zu bekommen sind.

Klaus:
Hast Du Produktionen veröffentlicht, bei denen der Fairlight CMI eingesetzt wurde?

Stephan:
Ja, auf jeden Fall. Bereits auf dem Album „Your Heart is a Weapon“ aus dem Jahr 2012 ist der Fairlight öfters zu hören. Das aktuelle Album „Nights under the Water Tower“, es erscheint am 29. Februar auf allen Download-Portalen wie iTunes, Amazon, MP3.de und anderen. Es beinhaltet auch einige Parts aus dem Fairlight. Die Orchestra Hits etwa sind alle aus dem CMI. Auch der Intro- und Outro-Sound von „Heartbeat Highway“ wurde mit dem Fairlight gemacht. Hierfür habe ich allerdings die startende Maschine und das ratternde Diskettenlaufwerk gesampelt. Auch in meinem Ambient-Nebenprojekt „Alobar“ kam der Fairlight schon zum Zug. Auf dem Album „Space“ von 2015 macht der Fairlight ein paar sehr subtile Effekte.

Klaus:
Muss man das Instrument besonders pflegen und wie sieht es mit der Servicesituation aus?

Stephan:
Besonders pflegen nicht unbedingt, jedoch einfach sorgsam behandeln. Beim Bewegen des Mainframes zum Beispiel ist es nötig, die Diskettenlaufwerke neu zu justieren, da man ansonsten oftmals „Disc Read Errors“ bekommt. Bei den einzelnen Voice-Boards gehen öfters auch mal die RAM-Bausteine kaputt und man hat einen verzerrten Sound. Bevor wir die Sampling-Session für das Clavia Nordkeyboards Format durchgeführt hatten, habe ich allerdings alle acht Boards revidieren lassen. Virtual Music in Österreich hat sich hierbei unter anderem auf Fairlight Systeme spezialisiert.

Stephan wirft einen Blick auf die Voicecards seines Fairlight CMI IIx

Klaus:
Wie kostspielig ist das, also von Floppys bis Service?

Stephan:
Das wird natürlich nach Arbeitsaufwand gerechnet. Bisher konnte ich alle Probleme mit den Floppys selber beheben. Die Reparatur aller Voiceboards inklusive Funktionsprüfung der Mainboards hat mich nach heutigem Kurs etwa 800 Euro gekostet. Hinzu kamen natürlich Versandkosten, Verpackungsmaterial, Zoll und so weiter. Irgendwann möchte ich noch versuchen, die Röhre zu ersetzen.

Klaus:
Wenn wir schon dabei sind: Welche Instrumente sind Dir neben dem Fairlight CMI besonders wichtig?

Stephan:
Eine schwierige Frage. Auf dem aktuellen Album „Nights under the Water Tower“ habe ich zum Beispiel sehr viel mit Quasimidi Raven, Yamaha PSR-36 und Yamaha DX7 IIFD gearbeitet. Ein paar Sachen habe ich mit EMU Emulator 2 gemacht, ebenfalls ein sehr schönes Instrument. Am meisten setze ich jedoch die Novation K-Station und einen Virus (Indigo oder TI2) ein. Den TI2 habe ich aber noch nicht so lange.

Klaus:
Wie sehen Deine Zukunftspläne aus und wird der Fairlight CMI dabei eine Rolle spielen?

Stephan:
Für dieses Jahr habe ich mir viel vorgenommen und komme bisher ganz gut voran. Für mein nächstes Album werde ich den Fairlight auf jeden Fall wieder verwenden, und auch bei meinem Nebenprojekt wird er zum Zug kommen. Wie oft und wofür, das weiß ich noch nicht so genau.

Klaus:
Besten Dank für diese interessanten Einblicke in die aktuelle Praxis mit dem Fairlight.

Der Nachfolger: Fairlight CMI III

Der Fairlight CMI IIx on YouTube

Hier noch ein schönes YT-Video in dem „Wavemeister“ die Arbeit mit dem Fairlight CMI IIx anschaulich demonstriert. Ganz nebenbei: Schön, wie sich offensichtlich der Kameramann ab der Mitte zum Groove mitbewegt ;-)

Fazit

Der Fairlight ist die Sampler Legende schlechthin. Mit ihm wurde Musikgeschichte geschrieben und das hat handfeste Gründe. Eine Workstation mit derart praktischen Features gab es bis zum damaligen Zeitpunkt nicht, und Sampling ermöglichte eine neuartige Soundwelt, die in der Musik für ganz frische Elemente sorgte. Aus heutiger Sicht ist die darin eingesetzte Technologie von Gestern, aber gerade das sorgt nach wie vor für einen Eigencharakter dieser Klänge. Wer sich einen zulegen will, muss suchen und finden. Und bereit sein, mit einem heutzutage ungewohnten Handling zurechtzukommen. Alternative sind gut gemachte Samples, die es in verschiedenen Formaten inklusive App für iOS gibt.

Plus

  • Rarität mit Sonderstatus
  • eigener Klangcharakter
  • komplette Workstation für 80er Jahre Sound

Minus

  • Serviceaufwand

Preis

  • Neupreis für die Grundversion 1983: 35.000 $
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Sehr feiner Artikel mit schönem ergänzenden Interview.

    Genau von dem kantigen Sound hätte ich mir hier aber ein paar Beispiele gewünscht. Vielleicht einige der Klassiker, damit man einmal hört wie sie klingen so ganz ohne, dass ein guter Tontechniker zeigt was er kann. Und dann vielleicht noch ein zwei eigene Beispiele anhand derer man die Möglichkeiten die dieses Modell bietet, hören kann.

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      k.rausch  RED

      Diese Überlegungen hatte ich für diesen Artikel auch angestellt, und das war nicht das erste Mal. Schon bei meinem Workshop Modern Sampling (Teil 5) wurde das mit Audio Tracks angesprochen, hier: https://www.amazona.de/workshop-modern-sampling-teil-5/ . So kann ich mir gut vorstellen, das in einem speziellen Rahmen mit der Lupe zu demonstrieren, wozu unbedingt Gegenüberstellungen notwendig sind, damit man Unterschiede feststellt. Allerdings muss dann noch eine Idee her, wie spezielle Dinge wie die Power im Bassbereich per mp3 rüberkommen soll, denn die hört man definitiv nur am Instrument selber. Mal schauen also, ob es zu einem Teil 6 Modern Sampling kommt :)

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        AMAZONA Archiv

        Hallo Klaus,

        Das ist aus meiner Sicht eine sehr gute Idee. Wobei im Falle des Fairlights der „trockene“ Klang zeigt wie gut die Leute waren, die dann „downstream“ gearbeitet haben. Irgendwo hier habe ich die Originalspuren von Peter Gabriels „Shock the Monkey“. Als ich mir die einzelnen durchgehört habe, habe ich in Gedanken meinen Hut, natürlich vor Tony Levin :-), aber vor allem den Tontechnikern, bzw. dem Produzenten gezogen. Der Fairlight hat die Stellung, die er innehat, verdient. Aber „Moments in Love“ lebt halt auch davon, dass die Leute, die damit gearbeitet haben einfach gut waren.

        Ich drücke die Daumen, dass es da von Dir noch etwas geben wird. Nicht ganz uneigennützig von mir, ich weiss. ;-)

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          TobyB  RED

          Moin Peter,

          wobei Ann Dudley und JJ Ausnahmekomponisten und Musiker sind. Moments in Love lebt von seiner Komposition, den Tempiwechseln und die Konzentration auf wenige die Komposition unterstreichende Instrumente. Wo man dies auch gut merkt, ist Paranoia. Hier allerdings mit massiver Fairlight Power.

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            AMAZONA Archiv

            Hallo Toby,

            Das wollte ich keine Sekunde in Abrede stellen. :) Au contraire, vor allem was Ann Dudley betrifft, die nicht nur als Komponistin (Scores) sehr gut ist, sondern auch als Keyboarderin. Hat sie nicht auch auf der erfolgreichen ABC Scheibe mitgespielt? Die Lektion, dass Sound und Musiker eine Einheit bilden müssen, damit es fetzt, die hat mir unbewusst George Kochbeck „erteilt“ [DX Bass bei „Help the man“]. Mir ging es in meinem Posting darum die Leistung der Tontechniker hervorzuheben, die oft untergeht. Und wenn man einmal die Sounds so direkt aus der Maschine hört, oder eben die trockenen Spuren…. da ist „Respekt“ das Wort, das mir als erster einfällt. Das schliesst die kompositorischen oder musikalisch handwerklichen Fähigkeiten nicht aus. „Paranoia“ ist natürlich ein super Beispiel!

            Ciao,
            Peter

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              TobyB  RED

              Hallo Peter,

              der Tontechniker dürfte der meistunterschätze Musiker bei einer Produktion sein. Trevor Horn und seine „Techniker“ waren ja bekannt dafür hier ganz vorne dabei zu sein. Ich hab Ann Dudley bei „Lexicon of love“ in den Credits gefunden. Georg Kochbeck ist auch ein guter. Dem kann ich nur zustimmen. Ich denke, so ein Maschinchen wie der Fairlight ist wichtig für die Musik gewesen, da es Anfang bis Ende der 80er viele heute klassische Produktionen erst möglich gemacht hat. Respekt muss man schon haben, sonst geht sich das Ergebnis nicht aus ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Ja super und längst überfälliger Bericht üder das Sample- und Synthesemonster der frühen 80er Jahre. Da fallen mir gleich Art Of Noise, Kate Bush und Tears For Fears ein. Die hauchigen und kratzigen Sounds sind legendär. Der Sound Fairlight Voice Sound ARR und SARARR gehört wohl zu den bekanntesten synthestischen Sounds überhaupt.

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      AMAZONA Archiv

      Oder was wäre Yes‘ „Owner of a lonely heart“ ohne Fairlight? Kennst Du das Interview in dem Trevor Horn die Entstehungsgeschichte zum Besten gibt? Sehr interessant und amüsant. Im Laufe der Jahre habe ich auch so einige Geschichten gehört. Da ist dann manches Mal sekundär, ob es Seemannsgarn ist, oder ob sie tatsächlich stimmen. In diesem Kontext fällt mir gerade „The Police“ ein… Aber Halt! Hier soll es ja nicht um Tratsch gehen. Andererseits zeigt es eben welche Stellung der Fairlight damals eingenommen hat und Peter Vogels Interview in dem er genau darauf eingeht ist auch sehenswert. Und vor allem first hand.

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        AMAZONA Archiv

        Ja genau „Owner of a lonely heart“. Das Sample Set für den Song hatte ich mal für den KORG DSS-1 Sampler. Das hat gefetzt ist aber schon lange her. Das Interview kenn ich natürlich. :) Das Fairlight hat definitiv Musikgeschichte mitgeschrieben und den Weg bereitet für alles was noch kommen sollte. Ich konnte selbst mal an einem IIx rumprobieren. Unglaublich wie weit die damals schon waren, als gerade mal die ersten Computer auf den Markt kamen.

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          AMAZONA Archiv

          Oder, schau Dir mal den Technos Acxel Resynthesizer an. Der konnte Dinge, die ein Jahrzehnt später auf der Wunschliste vieler stand und die, die Grossen nicht umsetzen konnten oder wollten. Hatte unlängst Gelegenheit einen anzuspielen (gibt dazu einen kurzen Eintrag bei mir im Blog)… Klar, ist heute natürlich überholt. Aber wir sprechen hier von Ende der 80er Jahre. Und beim Fairlight sind wir noch viel weiter vorne auf der Zeitachse. Fairlight war ein lässiges Instrument. PUNKT. :)

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            AMAZONA Archiv

            Klar kann heute jedes Ipad viel mehr aber der Charme fehlt hier natürlich. Aber eh wir wir wieder in die Synthesizer Romatik abdriften, erstmal Kaffee. :D Schönes WE!

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              AMAZONA Archiv

              Jeder wie er es mag. Ich würde mir heute auch keinen Fairlight ins Studio stellen, selbst wenn Platz und Geld vorhanden wären. Damals war er ein unerfüllbarer Traum, heute ist es eine nette Erinnerung.
              Auf zum Espresso :), Schönes Wochenende

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        AMAZONA Archiv

        Addendum Tratsch „Owner of a lonely heart“
        Tipp, auf die Passage achten „eagle in the sky“ und welcher Sound dann etwa einen Takt später folgt. Die Stimmung dürfte damals nicht ganz…. friktionsfrei gewesen sein.

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    TobyB  RED

    Morsche Klaus,

    Klasse Arbeit! Ich hab zwar Frankie goes to Hollywood und Grace Jones in der Aufzählung vermisst. Aber das ist persönliche Nostalgie, da mehr oder minder alle Vinyls des ZTT Labels habe. Im Vergleich zum originalen Fairlight, klingt die iPad Version grade zu steril.

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      k.rausch  RED

      Frankie habe ich im Zusammenhang mit Trevor Horn auf Seite 4 erwähnt, denn als alter FGTH Fan war das für mich ein Muss :) Da er unter anderem auch den Grace Jones Titel Slave to the Rhythm produziert hat, habe ich das im gleichen Aufwasch erledigt, um im Artikel nicht allzu viele Namen zu listen. Hier noch ein paar weitere: Stewart Copeland, Heaven 17, Jefferson Starship, Mike Oldfield, Brian Wilson, Hall & Oates, Mr. Mister, Foreigner, David Foster und auch die BBC hatten einen.

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        TobyB  RED

        Hallo Klaus,

        stimmt, die BBC hatte auch einen, der Soundtrack der TV Serie „Tripods“ und die 80er Jahre Inkarnation des „Doctor Who“ wurden damit gemacht, wobei bei den Tripodscore hört man es und beim Doctor muss man sehr acht geben. Wenn ich mich recht erinnere hatte Eberhard Schöner doch auch einen und hatte „Why dont you answer“ damit gemacht. Ich weiss es aber nicht genau. Da gabs doch irgendeine SchulFernsehsendung in den Dritten wo das gezeigt wurde…

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        steme  

        nicht zu vergessen: Yello, Jean-Michel Jarre sowie Hubert Bognermayr & Harald Zuschrader !

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        psv-ddv  AHU

        Cooler Artikel! Grad nochmal gelesen. Auf die Gefahr hin hier ein totes Pferd zu reiten: Die Grace Jones Alben haben Trevor Horn und Stuart Lipton mit dem Synclavier produziert. Insbesondere „Slave to the Rhythm“ da ist auch ganz deutlich das Timing des Synclavier Sequencers zu hören. Weswegen der Titel ja so heist.
        in der Aufzählung tauchen auch noch ein paar andere Synclavier user auf (Jackson, Depeche Mode) aber ich will nicht kleinlich sein :)
        Wie sieht es denn eigentlich mit der Chance auf Klangbeispiele vom Fairlight IIx aus? Das fehlt leider wirklich.

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          k.rausch  RED

          Im SOS Interview März 2005 äußert sich Trevor Horn etwas vage, und dass das Synclavier bei „Slave to the Rhythm“ seine große Stunde hatte. Und er danach nicht mehr viel davon wissen wollte. Rechnen wir mal mit weitgehend Synclavier bei dieser Produktion, und vielleicht ein bisschen Fairlight und andere Instrumente. Wg. Audio Tracks: Ich hatte Stephan Schällmanns Fairlight für die Clavia Sample Library abgesampelt, mit der Autorisierung von Peter Vogel himself. Erst etwas später ergab es sich, dass für Amazona ein Fairlight Artikel fällig war und ich mit einer Menge Material dafür aufwarten konnte. Ich aber nicht mehr extra nochmal in die Schweiz zu Stephan fahren konnte für Audio Tracks. Sonst mache ich ja immer ziemlich viele bei meinen Artikeln. Wenn man mir aber ein Ticket bezahlt, mache ich das mal. Ok, und den Tagessatz noch :)

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            8 Bit Fighter  

            Hallo,
            Roland JX -8p Preset ‚Soundtrack‘ ist auf slave to the rhythm deutlich zu hören.Horn hatte in einem Interview erzählt, daß er den Drum-Groove Takt für Takt mit Sony Multitrack Digital Recorder kopierte, um eine Song-Kette zu bilden, deswegen ist das Timing leicht ungenau.

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    Atomicosix  

    Wer einmal „echte“ Fairlight-Sounds in seine Musik einbauen möchte dem kann ich die Sample-CD „State Of The Art“ von Käng Kong Productiopns empfehlen. Sie sind von Gregor Zielinsky von seinem eigenem Fairlight IIx für E-mu Sampler aufgenommen worden. Sie klingen sehr authentisch, inklusive Alaising.

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    SeorehCinatas

    Sehr feiner überfälliger Artikel, Danke dafür :: Aus der Industrial Culture kommend ist „SPK – Zamia Lehmanni (Songs Of Byzantine Flowers)“ mein allerliebstes Fairlight Album :: Zeitloser Klassiker welcher Graeme Revell das Tor nach Hollywood geöffnet hat ::

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    Filterpad  AHU

    Zunächst einmal ein toller Bericht, der den musikalischen und technischen Charme dieser Zeit gelungen rüberbringt. Kennt jemand ein Plug-in, dass Samples recorden und in jeder beliebigen Tonhöhe abspielen kann? Das Sampling ist ja heutzutage Standard der guten DAW’s. Aber in jeder Tonhöhe abspielen? Also ich kann das meines Wissens nicht. Hierbei würde ich doch zu gerne mal ein Glas kaputtmachen. :)

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      Markus Schroeder  RED

      Da gibt es nicht viel. Morgana von 112db.com
      und der TAL Sampler wäre die einzigen, die mir spontant einfallen und „wie ein Hardware-Sampler“
      funktionieren.

      PS: sehr schöner Bericht, Klaus!

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      AMAZONA Archiv

      Seit Version 5 kann man in Reason, direkt im Sampler, vom Audio-In oder von einer anderen Spur aufnehmen und das im Sampler bearbeiten und abspielen. Die Filter sind zwar weit vom Fairlight und auch vom TAL entfernt, sind aber andererseits auch nicht soooo schlecht. Vor allem kann man in den neueren Reason-Versionen per RE ja noch beliebige andere hochwertigere Filter hinterher schalten… und dazu noch das modulare Konzept! Aber das ist nicht Jedermanns Sache :D

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    wjm

    Als deutsche User wären da noch Michael Rother (die Alben „Lust“, Süssherz und Tiefenschärfe“) und Eberhard Schoener („Events“, „Time Square“, „Spurensicherung“, „Sky Music/Mountain Music“ ) zu nennen.

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    Synclavier  

    Vielen Dank für den ausführlichen und interessanten Artikel. Weitere Musiker die das Fairlight seinerzeit verwendeten sind Peter Gabriel und Kate Bush. Besonders Gabriel nutzte das Fairlight extensiv auf seinem vierten Album „Security“. Interessanterweise nutze sein ehemaliger Kollege Tony Banks von Genesis das Synclavier anstelle des Fairlight Systems, weil er das Synclavier für einen besseren Synthesizer hielt. Für den sampling part nutzte er dann die Emulatoren (vor allem der E II+) der Firma E-MU.

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    wolftarkin  

    Kleine Korrektur für Seite 5:
    Für Rain Man war Zimmer nominiert, den Oscar hat er dafür aber nicht bekommen.
    Fun Fact:
    Im gleichen Jahr war Phil Collins für Two hearts(aus Buster) nominiert. Die restliche Musik für den Film stammt von der hier angesprochenen Anne Dudley. Vier Jahre vorher ist im Booklet von Collins No Jacket Required zu lesen:
    „There is no Fairlight on this Record“.
    Der Kreis schließt sich.

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      k.rausch  RED

      Stimmt, war eine Nominierung. Danke für den Hinweis. Die Sache mit Collins ist lustig :)

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    AMAZONA Archiv

    Was wären die 80er ohne die ganze Fairlight-Sounds gewesen? Da ich mir bald ein iPad zulege, wäre natürlich die App schon fast ein Pflichtkauf gewesen, aber nach allem was ich bisher an Klangbeispielen gehört habe, ist das doch eine ganz andere Klangästhetik. Schade! Interessant wäre jetzt natürlich noch, wie nah der neue Fairlight an der alten Klangästhetik dran ist. Leider findet man hier kaum Klangbeispiele. A propos: Eben diese vermiss‘ ich hier auch! Vor allem unprozessierte und nicht von Reverb zugekleisterte Demos wären sehr interessant!

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      k.rausch  RED

      Wg. Klangbeispiele: Siehe mein Kommentar zu pmm ganz oben. Einfache Samples und die unprocessed ist dabei die leichteste Übung. Meinst du mit dem neuen Fairlight die App oder den 30A? Würdest du bei Audio Tracks auch welche erwarten, bei denen originale Fairlight Samples, ausgegeben aus dessen Outputs und keine lediglich konvertierten WAVs, mit anderen Sampleplayern wiedergegeben werden?

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        AMAZONA Archiv

        Ich meinte den CMI 30 A :) und ja unprocessed direkt aus den Outputs des Fairlight. Resampelte oder per WAV in einem Samplerplayer reingeschobene Sachen wären ja schon nicht mehr 100 % authentisch.

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      TobyB  RED

      Mahlzeit Marius,

      die App CMI auf dem Ipad klingt insgesamt „steriler“. Ich habe aber schon schlechteres gehört. Ich würde das analoge Signal aufs Mischpult legen und noch ein bischen nachbessern. Oder wegen mir in der DAW. Ungeschlagen ist der Workflow, den hat man mit leichten Verbesserungen aufs IPad gehoben. In der App sind die Sounds der CMI II und III drinn. Müssten so an die 600 sein. Gudde

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        k.rausch  RED

        Die Samples klingen in jeder Fairlight engine zwangsläufig anders. Stephan bestätigt das im Interview ja auch hinsichtlich anderer Sampleplayer und er hat ja den direkten Vergleich vor Ort. Mit Beschreibungen kommt man nicht so richtig voran, denn es handelt sich im Wesentlichen um Subtiles. Das vorzuführen per mp3 ist etwas tricky. Einen Aspekt darf man nicht vergessen: Die Samples sind meist stiltypisch besetzt, das muss bei solchen Vergleichen mit berücksichtigt werden. Wird das unterlassen, klingts plötzlich überhaupt nicht nach Fairlight.

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          TobyB  RED

          Hallo Klaus,

          es würde mich wundern, wenn es nicht so wäre, das die unterschiedlich klingen. Worauf ich hinaus will, schnell mal den Sound der 80er reproduzieren ist nicht. Da muss man noch was in der Komposition, Mix und der Effektierung tun. Was aber sehr gut geht ist auf Grund der „musikalischen“ Bedienung schnell zu beeindruckenden Ergebnissen zu kommen. Ich finde es macht keinen Sinn hier MP3s einzustellen, wenn die Subitilität der Maschine weg enkodiert wird. Und Trevor Horn und Thomas Dolby haben den Fairlight gerade deswegen eingesetzt, weil sie damit ihre musikalischen Ideen umsetzen konnten. Man bekommt das immer sehr schön auf den diversen 12 “ Mixen erklärt, mal erklärt Trevor Horn Frau, wozu ein Sequencer gut ist. Oder Paul Morley erläutert einen Sampler/Fairlight. Oder Propaganda handeln erstmal 4 Minuten verbal aus, wer wie in den Song kommt, der dann 21 Minuten lang wird ;-)

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        k.rausch  RED

        Ergänzung: Stephan hatte mir einige seiner Samples gezeigt, die er neu mit dem Fairlight gemacht hat. DAS ist interessant, denn diese Sounds haben eine ganz eigene Färbung, und, weil sie eben nichts mit Trevor Horn oder Thomas Dolby zu tun haben, sehr viel eigenen Charakter.

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    Llisa  

    Schöner Artikel,

    aber was den Speicher anbelangt… es sind 128 kByte verteilt auf insgesamt 8 Voicecards. Zum ’sampeln‘ gab es lediglich 16 kByte (und 4 kByte für extra daten) pro Voicecard. Da es kein ’shared Memory‘ war, mußte für beispielsweise drei stimmen das Sample in jede voicecard geladen werden. Und halt in nur 16 kByte, was das ganze noch abenteuerlicher macht!

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    k.rausch  RED

    Deadmou5 hat einen und in Toronto war ich auch noch nie, und anschließend nochmal in die Schweiz zum Stephan, also ich bin dabei. Muss nur noch die Chefredaktion die Tickets rüberreichen, schon kanns losgehen. Peter Vogel meint ja, dass speziell sein 30AX Upgrade den alten sehr akkurat nachbildet.

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        iggy_pop  AHU

        Ich sehe keine Wendy Carlos in diesem Clip (sehr spannend übrigens), sondern nur die Leute vom Walla Works Sound FX Team. Das oben genannte Zitat (Wendy Carlos und TRON) dürfte eher auf den Anzeigentext von Elmulab (Klaus Netzle) zurückgehen, der damals den Fairlight (irgendwie) in Deutschland vertrieb (dito das Synclavier). Der übliche Reklameblah. Werbung halt. Carlos hat in diversen Interviews immer ihren Arbeitsprozeß auf Crumar GDS und Moog-System beschrieben und nie ein Wort über den CMI verloren.

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    Operation Mastermind

    Habe das Plugin lange mit dem Iix verglichen. Der Sound ist nicht zu unterscheiden, wer allerdings editieren will (Lichtgriffel) der hat NOCH die Nase beim Original vorn. Aber mal ehrlich. 8″ Disketten…

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    Sudad G  

    Der Fairlight ist einfach ein Klassiker unter den Samplern. Bereits 1985 gab es den CMI III mit MIDI, SMPTE, 100 kHz (mono) bzw. 50 kHz (stereo), bei 16 Bit und 14 MB, was damals eine echte Sensation war. Als Musiker konnte man davon nur träumen und sich allenfalls einen Sampler leisten dessen Speicher in KB statt in MB gemessen wurde – hehehe.
    Aber auch die älteren Modelle davor waren ein Knaller. Da die älteren Versionen nur mit 8 Bit und niedrigeren Abtastraten arbeiteten, enthielten diese frühen Fairlight Sampler sehr viele zusätzliche und teilweise für den Anwender versteckt arbeitende Bauteile (Filter, Limiter, VCAs, OPs etc. ) welche die technischen Unzulänglichkeiten der damaligen AD/DA-Wandlung ausgleichen sollten. Dadurch klingen die älteren Fairlights zwar etwas dumpfer, aber gleichzeitig auf eine angenehme Weise sehr warm und druckvoll – einfach unverwechselbar der Sound. Daher ist er auch durch entsprechende Plugins nicht so ohne weiteres kopierbar. Man kann zwar die entsprechenden Presets recht gut damit wiedergeben, aber wenn man selbst sampeln möchte, klingt es schon anders mit einem Hardware-Fairlight.
    Dieses Verhalten trifft auch auf ältere Emu-Sampler zu.

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    michael vorwachs

    Ich werd ERDENKLANG und die Bergpredigt nicht vergessen.
    So neu. .und Heute auch noch fremd.
    Bognermayer und Zuschrader habe echt gezaubert.
    Die Tüt die die Maschine geöffnet hat ist noch lange nicht wirklich offen.

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    sEIGu

    In der Benutzerliste fehlt Mike Oldfield. Skandal! :)

    Ne, mal im Ernst. Auf „Five Miles Out“, „Crises“ und „Discovery“ findet der CMI für mich seine musikalischsten Einsätze. Ich kenne wenig Alben, wo die Karre sinnvoller eingesetzt wurde. Zoolook vielleicht noch, da aber eher als Werkzeug, denn als Instrument.

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    AMAZONA Archiv

    Ein Fairlight steht ja noch im Nixdorf Museum, in Paderborn, rum. Jedenfalls stand er da noch vor ein Paar Jahren.

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