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Blue Box: E-Mu Emulator II, Sampler


Sampler Flaggschiff der 80er Jahre

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Wir machen heute für den Blue Box Report zum E-Mu Emulator II eine kleine Zeitreise in die frühen 80er Jahre.
Im Radio laufen die Hits von The Human League, Depeche Mode und Soft Cell hoch und runter. Die von England rübergeschwappte New Wave Musik und Synth-Pop dominiert auch hier die Hitparaden. Fette analoge Synthesizer-Sounds sind immer noch schwer angesagt, aber mitunter hört man im Hintergrund so seltsame röchelnde oder metallisch klingende Industrialsounds, die sich eher nach Maschinenhalle als nach verrauchtem Musikstudio anhören. Wie ist das möglich?

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Es waren die ersten zaghaften Versuche, die neuartige Sampling-Technologie in der angesagten Musik unterzubringen. Die ersten großen Sampling-Workstations wie der Fairlight, das Synclavier und auch das PPG System waren erst seit Kurzem auf dem Markt, aber bei aufgerufenen Preisen von 32000 $ (Fairlight) natürlich nur den großen Studios vorbehalten. Sampling war damals echter Luxus.

Das sollte sich alles im Jahr 1984 ändern, aber was das konnte damals noch kein Mensch erahnen.


Aber erst mal ganz von Anfang an. Im Jahr 1981 brachte E-Mu Systems aus dem kalifonischem Silicon Valley ihren ersten Sampler auf den Markt und nannte ihn schlichtweg Emulator. Um ihr Gerät recht günstig anbieten zu können, beschränkte man sich auf das bloße Abspielen der aufgenommenen oder per Diskette in den Arbeitsspeicher geladenen Samples. Es gab in diesem ersten Modell weder ein Filter noch einen Verstärker, um die Sounds in ihrer Klangfarbe oder Lautstärke zu verändern. Trotzdem sah man den Emulator recht oft auf der Bühne oder im Studio, denn aufgrund des verhältnismäßig günstigen Preises und der neuartigen Möglichkeit, aufgenommene Natursounds oder akustische Instrumente direkt zu spielen, erfreute sich der Emulator bald großer Beliebtheit. Erstmals war es möglich, auf eine ganze Palette unterschiedlichster Sounds zuzugreifen, ohne ein ganzes Arsenal verschiedenster Keyboards mit sich rumzuschleppen. Bis 1983 wurden an die 500 Geräte des Emulator von E-Mu Systems hergestellt und das sicherte für eine bestimmte Zeit die Existenz der kleinen Firma.

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Klangbeispiele

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    pmm AHU

    Wow! Hier wird offenbar richtig Gas gegeben, leider auch um G.A.S. zu bekommen. ;) Erst Klaus‘ Interview mit John und dann Dein Emu II Bericht Marko. Klasse! Bei den Audiobeispielen sehe ich nur einen Nachteil, es könnten mehr sein. ;) …. aber kann es das nicht immer?

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      Marko Ettlich RED

      Danke Peter! :) Mit Vollgas in die 80s. Aber so ist das, wenn man erst richt rasant Fahrt aufgenommen hat, dann ist der Ausflaug auch schon wieder vorbei. Du kannst ja noch den Umweg über die Retro-Autobahn nehmen, dort tummeln sich noch mehr heiße EII Schlitten. ;)

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        pmm AHU

        Ich bin da ganz bei Toby, die Emus sind ziemlich geil. Wie Du weisst bin ich ja nicht so in der Vintage Thematik drin. Schau mir da lieber Deine Videos an. ;) Aber der EII reizt mich nun doch ein wenig. Wobei es gar nicht ob der Achtziger ist, es ist einfach etwas im Klang, das mir bei jedem der Sounds gefällt.

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          Marko Ettlich RED

          Der EII hat eine ganz eigene Klangästhetik die man eher einem Synthesizer zuschreiben würde. Der EII drückt jedem Sample seinen ganzen eigenen, unverwechselbaren Stempel auf und das macht ihn heute noch interessant. Außerdem ist er leicht zu bedienen. Macht einfach Spass. :)

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            pmm AHU

            Und genau diese Klangästhetik glaube ich in Deinen Beispielen zu hören. Das macht ihn interessant. So gesehen „Dank“…. ;)

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          TobyB RED

          Hallo Peter,

          ich spreche zumindest für Procussion und Proteus. Wenn ich nun nicht grade Dance und Pop mache, sondern eher trippige Sachen, sind die dabei. Auf einen E MU Sampler konnte ich noch nicht einigen, Was ich halt mag, ist die Mischung aus exakt und färbenden Filtern. Wobei ich aber wieder sagen muss, der Sound der 80er kommt aus den Akkorden, der Instrumentierung, Effekte und dem Mix.

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            pmm AHU

            Hallo Toby,

            Die Sounds tragen da schon auch ihren Teil dazu bei. Aber alle anderen Punkte, die Du aufgezählt hast sind wichtige Bestandteile um das 80er Feeling zu erzeugen. Der EII wäre aber wegen des Klangcharakters, den Marko ja auch etwas weiter oben beschreibt, von Interesse. Denn genau den bilde ich mir ein aus Markus Beispielen herauszuhören. Aber ich kann da natürlich auch falsch liegen.

            Liebe Grüße,
            Peter

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              Marko Ettlich RED

              Was richtig fetzt ist, wenn du einen trockenen Minimoog VCO sampelst, ihn dann mit dem EII Filter verbiegst und dynamisch spielst. Dann hast du mal schnell einen Memorymoog. ;)

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              TobyB RED

              Hallo Peter,

              Sicher, 4bit/8bit/12bit klingen halt anders ;-) Ich würde mit einem Bitcrusher das Problem lösen. Bliebe nur noch die Filterproblematik. Ich hoffe das Rossums neues Filter auch so einen Vintage Mode mitbringt ;-) Ich mach das auch oft so wie unten von Markus beschrieben, eine simple Schwinung absamplen und dann entsprechend „mangeln“ Was man bei den EMUs gut lernen kann ist die Entwicklung die Digitaltechnik in den 80ern gemacht hat, die haben zwar einige Fehlschläge gehabt und zuweilen kam auch Pech dazu. Aber jedes der EMUs war auf seine Art ein Meilenstein.

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    Kyotonic AHU

    War der Fairlight nicht DER Sequencer/Sampler bei den Pet Shop Boys-Produktionen? Der Fairlight war DAS zentrale Ding ohne dem 90% der Produktionen zu dieser Zeit (MTV-Ära) schlicht nie gemacht worden wären. Gute aber ohne Ende gepushte Popmusik am Fliessband dank Fairlight! Der EMU war „nur“ ein Instrument unter vielen. Ich weiss, steht so bei Wiki….

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      Marko Ettlich RED

      Der EII war weit häufiger in den Studios und auf den Bühnen vertreten als der sündhaft teure Fairlight. Der Fairlight hat aber, ein paar Jahre früher, für den Weg für den EII geebnet. Es gibt ein Interview wo Neil Tennant selbst sagt: Jeder einzelne Track von West End Girls wurde mit dem Emulator II eingespielt“ Quelle: In an Interview on BBC4’s Synth Britannia, Neil Tennant explains the role of the then new sampling technology on the track and how every single sound came from the newly introduced E-mu Emulator II keyboard.

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        Marcus Müller

        Sind es aber, wenn man ehrlich ist, nicht genauso das edle Outboard-Equipment einschließliche Effekte auf das Bands wie Depeche oder Pet Shop Boys in den 80ern Zugriff hatten, die den legendären Sound ausmachen? Ich finde den „nackten“ Sound eines EIIs eher ernüchternd. Ausser aus nostalgischen Gründen und dem „Hey, ich habe den EII in den Track eingebaut“-Faktor, gibt es doch nicht wirklich Gründe, die Dinosaurier noch in Produktionen einzubauen. Es ist unglaublich, was Leute wie Alan Wilder aus der Kiste herausgeholt haben, aber das ist einfach Geschichte.

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          Marko Ettlich RED

          Wenn ich ehrlich bin sehe ich das komplett anders. ;) Denn wenn man den nostalgischen Faktor mal außen vor läßt, dann hat man hier immer noch einen ausgewachsenen Hybrid Synthesizer mit auswechselbaren Wellenformen, einem sehr musikalisch klingendem Filter welches den Klang extrem färbt und eine Vielzahl an Werkzeugen zur Klangbeeinflussung. Nicht verschweigen darf man allerdings das Risiko eines Totalausfalls. Und deshalb schrieb ich im Bericht ja auch: Das Ding ist nicht für jedermann empfehlenswert. ;)

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        TobyB RED

        Synth Britannia, neben I dreams of wires, das Standardwerk. Alan Wilder führt ja dort sehr ausführlich aus, warum DM den E MU einsetzten und warum Sampling für ihren Sound in 80ern so wichtig waren. Was mich ja immer Noch begeistert sind immer noch die Blechplatten mit Trigger, die via Midi die tonale Percussion von den E MUs steuert. Grosses Kino.

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          Marko Ettlich RED

          Ja stimmt, das Video kann man sich x mal anschauen. Die Referenz überhaupt. Die Triggerplatten haben sie lange Zeit verwendet um Sound-Effekte und Perkussion Einlagen einfliegen zu lassen. Später dann mit den Emax Racks.

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    Atarkid AHU

    Wenn ich diese Bilder seh, bekomm ich immer noch Gänsehaut. Fast wie beim ersten Mal mit Kraftwerks „Electric Cafe“… Diese Maschine war von da an das Objekt der Begierde… (Und sollte es auch immer bleiben). Was hatte ich doch Ehrfurcht vor dieser Technik…
    Danke für diesen schön geschriebenen Bericht…

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    MidiDino AHU

    Sehr eindrücklich erläutert und zum Klingen gebracht. So innovativ der Sampler für die 80er und für folgende Entwicklungen auch war, ich persönlich verbinde mit ihm nichts, was ich positiv nennen könnte. Dazu bot er zu wenig Bit ;-) Erstmals aufgemerkt habe ich erst beim Akai 1000 S, als Freunde ihn für Hörspielproduktionen einsetzten. Um Musik mit dem Akai zu machen, reichte mir jedoch der Speicher nicht. Und der E II, so leid es mir tut, ist mir nicht mehr als eine Etappe auf dem Weg … zum E IV.

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      Marko Ettlich RED

      Es kommt halt drauf an wo man die Priroritäten setzt. Schaut man nur auf die reinen Daten so kann der EII keinem Akai oder späterem EMU das Wasser reichen. Klanglich sieht das aber wieder ganz anders aus. Nicht ohne Grund sind die Akais und neuen Emus weit günstiger und häufiger zu bekommen als ein EII.

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        MidiDino AHU

        Ich sehe gerade, Du hast arg zu kämpfen. Deshalb nur kurz: Gerade die Synthesizerfunktionen eines E IV, von den Filtern bis zur seitenweisen Modulation, sind viel ausgefuchster. Aber Du hättest Recht, wenn Du behaupten würdest, dass mir der ‚Stempel‘ des E II überhaupt nicht gefällt ;-)

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    dilux AHU

    sehr schöner bericht über eines der wichtigsten instrumente der 80er. als jugendlicher hatte ich einen wahnsinnigen respekt vor den emus, weil sie auf mich schon fast furchteinflössend wirkten :) später habe ich ziemlich lange mit einen emax II gearbeitet und der druck und die präsenz, die die emus erzeugen, ist schon beeindruckend.
    leicht ot: was für ein synthie steht den da über deinem source? ist das ein arp?

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      Marko Ettlich RED

      Danke! Die frühen Emus haben ebennoch diesen eigenen Klangcharakter, der den späteren Geräten fehlt. Ob man das nun mag oder nicht ist reine Geschmackssache. ps. Das ist ein ARP QUADRA.

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    tomma242

    Super Bericht Marko, bei mir steht der EII immer noch auf der Wunschliste und bald wird es so Weit sein.
    Genau wie bei dir haben mich die Sounds von Depeche Mode, Front 242 und die Pet Shop boys geprägt.
    Ich bereue es Heute noch das ich vor paar Jahren meine drei EIII KB verkauft habe, der klang wahr einfach unglaublich druckvoll, weniger analog klingend als der EII, aber einzigartig monstruös. Wie du schon sagst, die alten Emu’s sind nicht wirklich zuverlässig, ich habe meine EIII mehr repariert als damit Musik gemacht, aber irgendwie sind die alten Emu Sampler immer noch leicht zu reparieren, also nichts kompliziertes.
    Sorry für mein Deutsch und Grüsse aus Frankreich…

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      Marko Ettlich RED

      Danke. Dein Deutsch ist super. Zum Glück kann man auch heute noch alles reparieren. Der EII ist sehr wartungsfreundlich aufgebaut.

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    WackyJacky

    Designed by Playmobil?
    Da Teil sieht wie ein Plastik-Spielzeug aus. Ensoniq waren da mit ihrem coolen schwarzen eloxierten brushed Metal Look um Jahrzehnte voraus (EMU und ihrer Zeit wohl)

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      Marko Ettlich RED

      Ensoniq und schwarzes Design kam aber erst viel später und prägte den Zeitgeist der frühen 90er. Und Schönheit liegt bekanntlich immer im Auge des Betrachters. ;) Playmobil tztztz

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        k.rausch RED

        Na ja, so ganz Unrecht hat er ja nicht, sofern man Mirage und EPS mitzählt. Das Ensoniq Design hatte dann spätestens mit ASR nochmal an coolem Look zugelegt. Emu war da schon etwas unterlegen, auch die Emax sind letztlich irgendwie kurios gestaltete Plastikbomber. Aber immerhin waren die Emus konsequent damit bis zu den Proteusen :)

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          Marko Ettlich RED

          Genau das mag ich. :D Einfach anders, bunt und nicht so langweilig. Aber ich mag ja auch den Fisherprice Moog Source, ARP Quadra, Juno-60….;) Wie gesagt, Geschmäcker.

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    psv-ddv ••••

    Super Bericht! Vielen Dank dafür.
    Die vintage Synth Artikel hier sind wirklich immer wieder ein Quell der Freude.

    Da ich mich seit vielen Jahren mit vintage Samplern beschäftige und so gut wie alle relevanten Modelle aus erster Hand kenne möchte ich dem Autor voll beipflichten, was den Klang des EII angeht.
    Das Teil ist wirklich eher ein Synth als ein Sampler (im positiven Sinne). Das reinste Flächenmonster.
    Der Klang ist komplett eigenständig. Unvergessen der berühmte „sarah“ Hauchsound den Tony Banks mitte der 80ger oft vom EII abgefeuert hat. Klingt einfach nochmal weicher und fetter als das Fairlight Original.
    Wenn man den EII dann noch durch hochwertige Outboard Effekte schickt geht endgültig die Sonne auf. Tipp: Hängt mal einen Quantec Hall dahinter :-)

  10. Profilbild
    psv-ddv ••••

    Nicht einverstanden bin ich mit der Behauptung der EII wäre der Hauptsampler von Depeche Mode gewesen. Der EII stand zwar live oft prominent auf der Bühne, Im Studio hatte er aber bis „Music for the Masses“ nur eine Nebenrolle gespielt und kam überhaupt frühestens ab „Black Celebration“ zum Einsatz.
    Hauptsampler war bis einschliesslich „Music for the Masses“ Daniel Millers Synclavier. Das ist auch klar hörbar, wenn man die Klangcharakteristik der Geräte kennt. Die ganzen Industrial Sounds z.B. hätten mit dem E II nicht so viel Druck gehabt. Live ist dann wieder eine andere Story. Da kam ja auch immer viel vom Band.

    Das mit „Westend Girls“ ist auch nicht ganz unumstritten. Vermutlich bezieht sich Neil Tennant im BBC interview eher auf den E I. Keine Ahnung aber es gibt da auf „Gearslutz“ heisse Diskussionen ;-)

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      Marko Ettlich RED

      Du hast Recht, vom Synclavier kamen in der Tat viele Sounds auf den DM Alben Mitte der 80er. Ich bezog mich auf ein Interview mit Alan Wilder, wonach der EII zum wichtigsten Instrument der Live Konzerte wurde, gerade weil intuitiv und leicht zu bedienen war. Die Diskussionen über den PSB Song bei gearslutz kenne ich auch. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. ;)

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      t.walter AHU

      Bzgl. West End Girls … da gibt es ja viele Versionen. Die sind sicher auch mit verschiedenem Equipment aufgenommen. Bei Synthroom kannst du sehen, dass ein Teil der Sounds von einem oder zwei Fairlight IIx kommen. Unbestritten sind die Marcato Strings aus dem EII und wenn du dir die Produktionen bis 1990 der PSB anhörst ist in nahezu jedem Song irgendwo ein EII Sound zu hören. Oft ist es der ChoireII aus der Library. Ab dem Actually Album wurde vor allem der Fairlight Series III mit samt der Preset-Library eingesetzt. :-)

  11. Profilbild
    t.walter AHU

    Toller Bericht!! Aus diesem Anlass hab ich mal kurz mein Profilbild geändert ;-)

    Der Sound der 80s Sampler ist einfach genial. Im Gunde ist es egal ob das Drums sind, oder gesampelte Analoge oder Digitale oder was auch immer: Es klingt sofort alles 80s! Schön crunchig und leicht mittig. Ein schöner 80s Hall, also AMS, Lexicon oder auch einem SRV2000 darf natürlich auch nicht fehlen.

    Für Drums finde ich den EMAX übrigens sogar am besten, weil er verschiedene Samplerates unterstützt. Die Filter im EII sind der Hammer und der DSS-1 ist ja quasi ein analoger Synthesizer mit Sample-Oszillatoren.
    Mögen sie uns allen noch lange Jahre Spaß bereiten ….

    In der „Classic80s“ Library des TAL-Samplers sind alle drei vertreten.

    Marko, dir fehlt definitiv ein DSS-1 … :-)

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      Marko Ettlich RED

      Dankeschön Thorsten. Schönes Profilbild! Ja so ist es, ein schöner Hall dahinter und man fühlt sich gleich wieder 30 Jahre jünger. Schwarze Jeansjacke und Nike Turnschuhe angezogen und los geht`s zur Disko. :D
      Du ich hatte den DSS-1 einige Jahre hier. Das war quasi mein erster Sampler überhaupt. Die Bedienung war leider längst nicht so komfortabel wie beim EII oder Emax aber der Klang war toll. Ich vermisse ihn machmal, aber man kann nicht alles haben.

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        costello RED

        Sehr schöner Bericht über ein Stück Musikgeschichte. Ich finde übrigens das Design des Emu II ganz toll; vor allem konnte man ihn damals auf jeder Bühne sofort identifizieren, was man von vielen Allerweltskisten ja nicht behaupten kann. Tja, und die schwarze Jeansjacke – ich glaube ein Teil der Vintage-Begeisterung hängt – neben der ganzen Klang-Methaphysik – tatsächlich damit zusammen, dass man ein Stück weit in die eigene Jugend zurückreist.

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          Marko Ettlich RED

          Ja natürlich hängen da ganz persönliche Erinnerungen an die eigene Jugend dran. Das allein darauf zu verklären täte dem EII aber Unrecht. Die Kiste inspiriert einfach sehr, also mich jedenfalls. Ich hatte schon sehr viele Synthesizer/Sampler unter den Fingern aber momentan setze ich mich am Liebsten an den EII und verwurste alles was nicht Niet- und Nagelfest ist. danke!

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    Filterpad AHU

    Ich kenne den E II in erster Linie aus dem Video „Invisible Touch“ (Genesis). Eines meiner Favoriten-Songs von G.

  13. Profilbild
    treibsand

    Danke für den netten Bericht.

    Wer heute so einen Sound haben möchte dem kann ich den TAL-Sampler empfehlen, da kommt schönes 80er Jahre Sampler-Feeling mit auf, ohne hohe Anschaffungskosten und den üblichen Nachteilen von alten externen Gerätschaften.

    Für Sammler geht natürlich nichts über das Original.

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      t.walter AHU

      Absolut, das ist genau der Grund warum es den TAL-Sampler gibt :-) Soundmäßig bekommt er den Digitalteil der alten Sampler ganz gut hin – ich sag mal zu 92% … das Filter ist allerdings nicht den Originalen nachempfunden, sondern ein eigenständiges TAL-Sampler Filter.

      Grüße,
      Thorsten

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    psv-ddv ••••

    Zum Design des EII vielleicht noch Folgendes: Klar kann man sich über Geschmack trefflich streiten. Unbestritten ist jedoch, daß Emu damals vom ersten Emulator bis zum EIII was das Industriedesign ihrer Geräte angeht absolut innovativ und stilprägend war. Der hohe Wiedererkennungswert der flächig- grauen Gehäuse, das geniale Wortspiel mit dem Firmennahmen, das Intuitive Bedienkonzept (trotz mini Display erstklassig). Das alles ist durchaus mit den Designklassikern von Apple oder Braun vergleichbar. Zeitlos. Die Teile haben damals auf mich als junger Keyboarder den Eindruck magischer Zauberkisten gemacht. In gewisser Weise ist das auch heute noch so. Trotz aller Stimmen/Speicher- Supersoftwaresampler :-)

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      Marko Ettlich RED

      So sehe ich das auch. Bedienkonzept und Design sind perfekt aufeinander abgestimmt. Selbst als Anfänger findet man sich nach kurzer Einarbeitung ziemlich schnell zurecht. Und was schön oder häßlich ist, das ist immer subjektiv.

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    psv-ddv ••••

    Was die Haltbarkeit des EII angeht mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Da ist nix drin was man nicht reparieren könnte. Höchstens die SSM Filter sind etwas schwerer zu finden, gehen aber selten kaputt. Das Problem mit der Zuverlässigkeit sind meiner Erfahrung nach nur die vielen gesockelten ICs. Die lösen sich halt gerne mal aus den Sockeln. Gerade nach einem Transport. Einfach wieder festdrücken hilft meistens schon. Ansonsten muss man das Netzteil im Auge behalten und vielleicht einfach mal präventiv die Netzteilkondensatoren ersetzen lassen. Der Rest sind Kleinigkeiten. Der EII treibt mir beim Einschalten wirklich keine Schweissperlen auf die Stirn. Da gibt es gaaanz andere Kandidaten :-)))

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      Marko Ettlich RED

      Selbst die SSM Chips findet man noch als „new old stock“ und falls wirklich der letzte Chip aufgebraucht sein sollte, gibt es sicher irgendeine Lösung. Alles ist machbar, es ist nur eine Frage des Geldes. Die Community ist sehr rührig. so dass uns der EII wohlmöglich noch alle überleben wird. ;)

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        changeling AHU

        Für andere Chips gibt’s ja schon Ersatz, z.B. Korg IC35, vom SSM-2040 gibt’s einen Klon von Jürgen Haible, der u.a. im MOTM-440/E-440 zum Einsatz kommt. Im Falle vom E-440 sogar mit den von der Synth-Community oft gehassten SMD-Komponenten.

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    psv-ddv ••••

    Ja, absolut, ich glaube auch, dass die alten Kisten mit durchgesteckten Einzelbauteilen am Ende länger leben als Vieles was in den letzten Jahren so auf den Markt gekommen ist.
    Das ist alles recht simple Technik und lässt sich zur Not klonen. Bei den stetig steigenden vintage Preisen wird das auch immer lohnender. Als Beispiel: Ich hatte früher immer Angst, daß mir die CPU vom Arp Quadra abraucht. Das ist eine speziell für den Quadra programmierte CPU, quasi mit integrierter Firmware. Mittlerweile habe ich das als nachgebautes Ersatzteil rumliegen und kann mich entspannt auf den tollen Klang konzentrieren :-)

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      Marko Ettlich RED

      Na das sowieso. Etwas Wartung vorrausgesetzt überleben die Vintage Geräte das Meiste von dem was heute auf den Markt geworfen wird. Die verwendeten Custom-Chips werden nicht ewig verfügbar sein. Die überschaubare und simple Technik von vielen Vintage Geräten kann heute noch jeder Rundfunkmechaniker leicht reparieren. Bei neuen Geräten ist das nicht mehr möglich. Gut dass ich jetzt weiß wo noch eine Arp Quadra CPU zu finden ist. ;)

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    monopuls ••

    Wenn ich mit 8bit sample und über einen SSM2045 Filter – wie den Mutronics Mutator – spiele, dann müsste ich doch an den EMU II Sound rankommen oder???

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      psv-ddv ••••

      Wenn Du den Mutator hinter einen EII hängst schon ;)
      Aber ernsthaft. Da gibt es noch einige andere Faktoren, die den EII Klang ausmachen: Das 8bit Sampling wird mit einem speziellen Companderverfahren auf 14bit Wiedergabe hochgerechnet. Die schräge 27,777kHz Samplingrate wird zur Tonhöhenbeeinflussung in Echtzeit moduliert. Es gibt pro Stimme einen DA-Wandler, der dann durch je einen eigenen Filterbaustein in eine analoge Summierung ausspielt. Wenn Du einen Akkord spielst hörst Du also mehrere Samplingraten, DACs und analoge Filterbausteine gleichzeitig. Ein bisschen wie bei einem Samplerorchester. Das Ganze Gewurschtel lässt sich wirklich nur schwer simulieren.

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    Kyotonic AHU

    Es gibt wohl zwei Versionen von West End Girls. Eine wenig bekannte Originalfassung und eine „remastered“ mit geänderten Textpassagen. Wir kennen die Fairlight-Version die natürlich vom EMU enorm profitiert aber eben keine reine EMU-Produktion ist.
    Zwei Studios, zwei Producer, zwei Versionen und wir reden zu 99% über die No.1 Hit Fairlight-Fassung. :)
    Ich bin ja der Meinung beide wurden mit dem Fairlight gemacht. Bei der ersten war nur mehr EMU gedudel dabei.
    Ich finde die Sequenzerdaten sprechen dafür.
    Hier die mäßige Version aus 1984 :)

    https://www.youtube.com/watch?v=LSEVKAKicvM

    Und die Fairlightspuren:

    https://soundcloud.com/synthroom/sets/psb-fairlight-disks

    Man muss schon Fan sein um sowas zu mögen. Hat was von Amiga-Tracker. ;)
    Da hört/sieht man was Outboard-Equipment so alles macht. Tony Banks Sarah auf Quantec?
    Ich onanier fast täglich auf Programm-Nr.50 (Reverb: 20 sec. Ex Large Dark) ganz „wet“ aus dem Midiverb 1. Das ballert mit jedem x-beliebigen Synth. Der beste „Large Hall“ für meinen Geschmack. Ich sch…. auf die Valhalla Emulation. :)

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    polyaural ••••

    Sehr schöner Bericht. Danke dafür. Was mir aber auffällt ist, je mehr Speicher und Features die Sampler bekommen haben, desto weniger kreativ wurde ihr Umgang damit. Am Ende, und sogar noch heute, wurden sie nur noch als Presetplayer verwendet. Klar, Grooves werden geloopt, aber damit hat es sich doch oft schon. Ein kreativer Umgang a’la Laurie Andersons Oh Supermann, oder sogar Jarres Zoolook erlebe ich kaum noch. Oder kennt ihr da andere Beispiele?
    .
    Und ich will mich da auch gar nicht ausnehmen. Ich habe einen Roland W-30, einen Emu ESI32 und einen Octatrack. Aber mir fällt auch nix mehr ein … :-(

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      Marko Ettlich RED

      Danke! Genau darum geht es. Wer sampled denn heute noch selbst, loopt oder klebt Samples zusammen. Gerade die Auseinandersetzung mit dem Sound empfinde ich als den kreativen Schlüssel zum weiteren Workflow bis hin zum fertigen Track. Man erlebt so ungleich mehr Ideen als nur fertige Sample Schnipsel zu verwenden. Vielleicht bin ich da wirklich old-school aber ich könnte mir eine andere Arbeitsweise garnicht vorstellen.

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      psv-ddv ••••

      Ich glaube das liegt auch am Klang der neueren Sampler. Da macht das experimentieren mit Einzelsamples einfach keinen Spass, weil es langweilig klingt. Ich kann mich noch erinnern wie ich nach dem ASR10 auf den Emu E64 umgestiegen bin. Endlich 128MB und 64 Stimmen. Jetzt geht’s richtig los…dachte ich. Bis man dan merkt, das das Ganze immer dünner klingt je mehr Stimmen man schichtet. Da helfen die ganzen super Features nicht. Es klingt einfach mager. Das hat mich total abgeturnt. Mit dem EII z.B. reicht ein gutes mini Sample, 200kb, damit kann ich stundenlang Spass haben. Oder das alte Synclavier II: Der Sampler ist nur einstimmig, keine Filter, aber das klingt so dermassen geil, da kann ich mich tagelang mit winzigen Einzelsamples vergnügen und es sprudelt die Kreativität. Hört mann dann ja auch bei Laurie Anderson. Und die ist mit dem einstimmigen Sampler auf Tour gegangen :-)))

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        Marko Ettlich RED

        Mehr ist halt nicht immer besser. Die Komplexität ging nicht selten auf Kosten des Klanges. Ist bei Synthesizern ja auch nicht anders. Mit einem simple gestricktem Minimoog kann man stundenlang Spass haben, während ein neues Synthesemonster schon nach kurzer Zeit langweilt.

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    changeling AHU

    Wäre ja irgendwie schon toll, wenn es mal wieder einen Sampler mit analogen Filtern gäbe, nachdem jetzt schon Roland wieder Analogtechnik einsetzt. Auf sequencer.de wurde dazu auch geschrieben, dass die Transponierungs-Techniken damals ganz anders waren und viel mit zum Sound beitragen. Das müsste man doch nachbauen können, ist halt die Frage, ob der Markt dafür groß genug wäre.

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      TobyB RED

      Hallo Changeling,

      wenn es denn so einfach wäre, dann hätte man das ja schon gemacht. Das in Sachen Transponierung damals Sachen anders gemacht worden sind, ist klar. Es fehlte schlicht an Rechenpower. Also hat der Ingenieur optimiert. Was schon mal ein Schritt nach vorne ist, das Dave Rossum seine Filter in Form von Eurorackmodulen neu auflegt.

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        changeling AHU

        Wo habe ich denn geschrieben, dass es einfach wäre? Gerade das „Markt groß genug“ zielte u.a. auf erhöhte Entwicklungskosten ab.

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          TobyB RED

          Hallo Changeling,

          einfach war unspezifiziert. Mit den Kosten hast du Recht, das könnte der Punkt sein. Ich denke was das angeht, hätte Roland mit ACB am ehesten das Potential hier was zu machen. Wobei ich es Akai auch zutrauen würde. Zum Marktvolumen kann ich nur meine Glaskugel putzen, da gibts keine aktuellen Zahlen. Ich hab mal auf dem Zettel mit dem Waldorf NW1 und den Rossum Filtern mal zu gucken ob was geht.

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              TobyB RED

              Hallo changeling,

              ja und nein. Akai hatte mal ein Projekt am Start, wo sie die Firmware ihrer Kisten auf Windows 8 Embdedded laufen lassen wollten. Speziell dem Teil von Embedded der Echtzeit Audio abhandelt. Es wurden bei dieser Präsentation auch neue Geräte und zeitgemäße Neuflagen diskutiert. Jetzt kommt das große „Aber“. Microsoft hat mit dem neuen CEO in Windeseile die Roadmap geändert und erklärt Win 10 und die Embedded Varianten, sei das Non Plus Ultra, und IoT Internet of Things sei wichtig und ein Ende des Win8 Embedded angekündigt. Ohne gescheite Entwicklerwerkzeuge für Win 10(Embedded) zu liefern. Ich schätze das wird die kalt erwischt haben. Zumindestens hört und liest man nichts mehr über dieses Projekt. Ich find z.b. die MPC Touch nicht so schlecht, mir gefällt nur nicht die unnütze Verdonglei an einen Rechner. Das Aufnehmen, Loopen, Slicen und bearbeiten von Samples geht gut.

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    emulator2hd

    Emulator II+HD & APPLE Classic II mit Sound Designer , unschlagbar ! Hab mir ne Menge 1984er DM Sound Banks damit nachgebaut :)

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    emulator2hd

    Alan Wilder hatte auch eines der ersten Modelle , schön zu sehen im „the World we live in and live in Hamburg“ Video , der Schriftzug des EII befindet sich auf der linken Seite ( rechts aus Sicht des Publikums) .

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Emu Emulator II

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