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Green Box: Yamaha W5 W7 (1994) Synthesizer Workstation

Besser spät als nie?

3. September 2022
Yamaha W5 - aufmacherbild

Yamaha W5 W7 (1994) Synthesizer Workstation

Für Neulinge: Die Serie Green Box berichtet regelmäßig über digitale Vintage-Synthesizer, während die Serie Blue Box vor allem analoge und hybride Vintage-Synthesizer im Blick hat und Black Box über Vintage-Drumcomputer informiert.

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Die Yamaha W5 und das kleinere Schwestermodell Yamaha W7,  gelten wohl zurecht als  Synthesizer, die die Geschichte vergessen hat. Ich kannte dieses Gerät z. B. überhaupt nicht. Lag das einfach an einem ungünstigen Zeitpunkt seiner Erscheinung oder konnten sie einfach nicht mit der Konkurrenz mithalten?

Veröffentlichung der Yamaha W5 / W7 Workstation

Einordnung in die Zeitlinie

Wir schreiben das Jahr 1994, Yamaha steht unter starken Druck der Konkurrenz aus dem eigenem Land. Zusätzlich machte der erstarkende YEN gegenüber dem Dollar allen Herstellern in Japan zu schaffen – Instrumente, die für einen niedrigeren Preissektor entworfen wurden, befanden sich nun im Ausland auf einmal im mittel- und hochpreisigem Segment wieder.

Yamaha W5 - 02

In dieser Zeit wurde der noch relativ junge Workstation-Markt noch immer von der Korg M1 und deren Nachfolgern beherrscht. Denn obwohl für die M1, nach einem Lauf von 6 Jahren, 1994 gerade eben erst die Produktion eingestellt wurde, so beherrschte sie und ihre Nachfolger doch dieses Segment (nur so nebenbei, auf der offiziellen Korg-Website wird das Gerät mit einem maskulinen Pronomen angesprochen, das mag hier einige schockieren).

Die Vorgänger der Yamaha W5, Yamaha SY77 und SY99 werden zwar in der Yamaha-E-Publikation „Yamaha Synth History“ auch bereits als Workstations bezeichnet, die Feststellung von Yamaha:

„Der vorher erwähnte SY99 brachte alle diese Elemente (einer Workstation) zusammen und wurde später als die ultimative Workstation der 90er angesehen“

scheint aber doch eher von einem Wunsch als der Realität getrieben gewesen zu sein. Nicht dass die Geräte schlecht wären – gerade der hybride SY99 ist ein toller Synth!

Yamaha W5 - 04

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Kampfansage an Korg

Und so liest sich die Spezifikation der Yamaha W5 auch wie eine Kampfansage an die vorherrschenden Workstations der Marke Korg.

  • Stereoausgang, separater Kopfhörerausgang
  • MIDI-In, -Out, -Thru
  • Anschluss für Sustain-Pedal und zwei Expression-Pedale
  • Keyboard mit 76 Tasten, Velocity- und Channel-Aftertouch-fähig
  • 16-fach multitimbral, 32-fache Polyphonie
  • AWM2 (PCM) Synthese mit 8 MB ROM, Samples mit 16 Bit und bis zu 48 kHz Samplerate
  • 384 Instrument-Voices (4 Elements bilden eine Voice)
  • 16-Spur-Sequencer, bis zu 16 Songs (enthalten alle Einstellungen), 100.000 Events, 96 PPQN Auflösung
  • 256 Preset-Patches, 128 User-Patches, 128 Preset Performances
  • 10 Preset-Drum-Kits, 2 User-Drum-Kits
  • 35 Insert-Effekte (3 gleichzeitig pro Voice), 40 globale System-Effekte
  • Grafisches Display mit 240 x 60 Pixel Auflösung

Mit seinen Maßen von 128,8 cm x 37 cm x 12 cm war die Yamaha W5 auf jeden Fall ein Hingucker im Studio und auf der Bühne; das Gerät zielte auf beide Zielgruppen ab.

Yamaha W5 - 06

Natürlich kann man sich fragen, wie weit eine 32-Noten-Polyphonie bei einem 16-Spur-Sequencer reicht. Zumal ein AWM-Element der Yamaha W5 eine Stimme der Polyphonie in Anspruch nimmt, und ein Instrument (Voice) aus bis zu 4 Elements bestehen kann. Immerhin übertrumpfte man damit die Korg M1, die ja nur 16 Stimmen hatte – zumindest auf dem Papier. Denn einerseits war sie ja bereits abgekündigt und andererseits besteht dort ein Instrument nur aus zwei Elements, wenn ich mal im Yamaha-Jargon bleiben möchte. Verglichen mit der Korg X3 war man zumindest auf Augenhöhe.

Expansion für die Yamaha W5

Die Anzahl der Instrumente konnte man immerhin mit Expansion-PCBs erweitern, von denen es vier gab.

  • WEMB01 – Concert Grand (4 MB)
  • WEMB02 – Vintage Sounds (4 MB)
  • WEMB03 – Rhythm Sounds
  • WEMB04 – Dance Massive

Diese wurden wie die Erweiterungen für die Roland JV-Serie direkt im Gerät mit dem Haupt-PCB verbunden. Da waren die PCM-Karten für die Korg-Geräte schon komfortabler – boten aber bei Weitem nicht die Speicherkapazität.

Die Anzahl der Effekte, die auf zwei separaten DSPs basiert, lässt sich durchaus sehen und auch das größere Keyboard war ein gutes Verkaufsargument.

Yamaha W5 - 03

Von der Optik her gibt es nicht viel zu berichten – die Yamaha W5 sieht aus wie ein klassisches Kind der Neunziger und stand damit im Gegensatz zum Post-Punk-Mode-Trend mit zerschlissenen Jeans und abgetrennten Long-Sleeves. Ich persönlich mag diesen spartanischen Design-Stil und oute mich als jemand, der das Design und das UIX der M1 als eines der schönsten jemals kreierten erachtet. Vor allem die Taster haben es mir angetan.

Tonerzeugung der Yamaha W5 / W7

Hier gibt es auch keine Überraschungen. Im Gegensatz zum hybriden Absatz in der SY99 werkelt hier ausschließlich die AWM2-Synthese. Sprich: Samples für die Attack-Phase und ein Loop für die Decay-Phase. Aus dem Handbuch (engl. Seite 104):

„AWM2 … which starts with high-quality digital samples of actual instruments and sounds“.

Diese bilden dann die Grundlage für ein AWM-Element, dessen Struktur in der Abbildung zu sehen ist.

Wie man sieht, können bereits auf dieser untersten Ebene Modulatoren wie LFO (der mit Dreieck-, Rechteck-, Sinus- und verschiedenen Sägezahnschwingungen sowie S&H recht gut bestückt ist) und Velocity, Aftertouch oder Foot-Controller angewendet werden und damit unterschiedlich auf die einzelnen AWM-Elements einwirken.

Eine Voice der Yamaha W5 besteht dann aus vier dieser AWM-Elemente. Im Voice-Play-Mode kann man einzelne Voices spielen, um die größtmögliche Polyphonie auszuschöpfen. Dabei werden alle globalen System-FX und Multi-Settings umgangen – quasi ein Stage-Modus.

Spielt man also eine Voice, die aus vollen vier AWM-Elementen besteht, bleiben damit acht gleichzeitig spielbare Noten. Für ein ausladendes Piano-Stück mit viel Sustain-Pedal wird das schwerlich reichen, für definiert aufeinanderfolgende Akkorde allerdings schon. Und fairerweise muss man sagen, dass man einen Piano-Sound wahrscheinlich nicht layern wird, wenn man eben „nur“ einen solchen haben möchte.

Einer der „Hauptattraktionen“ im Yamaha W5 ist das digitale Filter, das nicht nur im Gegensatz zur M1 eine Resonanzfähigkeit hat, sondern diese auch in Echtzeit steuern kann. Das eröffnet durchaus ein größeres Feld an Klängen, z. B. könnte die Resonanz mit steigender Velocity zunehmen.

Eine wirkliche Erleichterung bei der Editierung der Voice und des ganzen Gerätes ist das Grafik-Display. Durch den Einsatz von Flow-Charts und überlappenden Elementen ist die Arbeit am Gerät wesentlich intuitiver als z. B. an einer M1 mit ihren spartanischen 2x 16 Zeichen Display. Klar, seit der 01/W hatte Korg seit 1991 auch schon eine Workstation mit so einem Display auf dem Markt.

Alles in allem kann man der Yamaha W5 eine recht ordentliche Synthese-Engine attestieren. Einarbeitung vorausgesetzt, kommen hier auch heute noch interessante Klänge heraus, die sich ausdrucksvoll spielen lassen.

Sequencer in der Yamaha W5

Damals gab es generell zwei Richtungen, in die Synths gingen. Entweder als Rack-Modul mit der Anbindung an ein rechnergesteuertes MIDI-Studio oder eben eine Workstation, mit der man komplette Arrangements am Gerät produzieren konnte.

Der 16-Spur-Sequencer bietet hier alles, was man dazu benötigt. Die Einstellungen werden in einem Song-Multi abgespeichert, das alle Effekte und Voices enthält. Das Erstaunliche hierbei ist, dass jedes Song-Multi sein eigenes Set an 128 User-Voices und 2 User-Drum-Kits enthält. Wer einmal an einer M1 gearbeitet hat, kennt den Frust, dass sich Multi-Mode und Single-Mode einen Preset-Speicher teilen – verändert man das Preset, so ändert es sich eben auch im Multi bzw. Song.

Also ein klarer Pluspunkt für die Yamaha W5! Der Song-Mode selber ist in vier Modi, Play, Record, Edit und Job eingeteilt, so dass man nicht alle Funktionen unter nur einem Dach-Menü suchen muss. Und auch hier ist der klare Pluspunkt des Gerätes das Grafik-Display. Als Beispiel eine Abbildung des Song-Play-Bildschirms.

Da die Yamaha W5 auch eine 3,5 Zoll 2DD Floppy-Disk beinhaltet, kann man natürlich die Daten eines Songs nicht nur im Synth, sondern auch darauf abspeichern. Von Disk können ebenfalls MIDI-Files gelesen und im GM-kompatiblen Format ausgegeben werden. Dieses Feature machte die Workstation auch für den Entertainer-Sektor interessant.

Yamaha W5 - 07

Insgesamt war die Bedienung der Yamaha W5 durch das Display und die große Anzahl an Tastern wesentlich einfacher und intuitiver als z. B. bei einer M1. Allerdings hatte Korg mit der 01/W seit 1991 ebenfalls eine Workstation mit grafikfähigen Display im Programm.

Der Klang des Yamaha W5 Synthesizers

Die Yamaha W5 klingt, wie eine Workstation aus dieser Zeit eben klingen kann. Die Audio-Demos im Web zeigen aber meistens eben nur eine Auswahl der Preset-Sounds – wie jeder Synth dieser Zeit kommen interessante Klänge erst zum Vorschein, wenn man tief in das Gerät eintaucht und die Möglichkeiten wirklich ausnutzt.

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Ob die Yamaha W5 es aber jemals zum Sammlerobjekt schaffen wird, bleibt mal dahingestellt. Zur Zeit sind Angebote im Netz von 200 bis 300 Euro zu finden.

Yamaha W5 - 01

Insgesamt kann man die Workstation im Nachhinein als „zu spät, zu wenig“-Versuch von Yamaha einordnen, der Dominanz von Korg im Workstation-Sektor entgegenzuwirken. Selbst Yamaha gibt in der Yamaha Synth History zu, dass die W-Serie wenig Anklang bei professionellen Keyboard-Spielern fand (Yamaha Synth History, Seite 67).

Dennoch bildet sie ein wichtiges Übergangsglied zur S80/S90 und später der MOTIF-Serie, mit der Yamaha dann wieder Fuß fassen konnte.

An dieser Stelle einen ausdrücklichen Dank an Binoy Chatterji für die Fotos der Yamaha W5!

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Fazit

Die Yamaha W5 war nicht besonders populär – sogar so wenig, dass Yamaha noch nicht einmal eine Rack-Version oder kleinere Spin-offs herausbrachte. Folglich wurden nur kleine Stückzahlen produziert und so könnte die Seltenheit dieser Workstation einmal den Gebrauchtmarktpreis nach oben treiben.

Für das, was sie klangtechnisch bietet, werden sich aber kaum Heerscharen von Fans um das Gerät schlagen. Sie klingt halt nach 90er-Durchschnitt und nur jemand, der viel Zeit in das Gerät investiert, wird ansprechende Klänge herauskitzeln können.

Plus

  • 76er-Tastatur mit Anschlagsdynamik und Aftertouch
  • grafikfähiges Display
  • jedes Multi hat eine eigene Bank von 128 Voices

Minus

  • zu spät, zu wenig
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Forum
  1. Profilbild
    der jim RED

    Das Teil verschwand damals wirklich recht schnell wieder aus dem Programm. Wenn ich mich recht entsinne, wurde knapp ein Jahr später der QS300 quasi als kleine Version nachgeschoben. Technisch war der, glaube ich zumindest, identisch und nur um ein paar auf Dance getrimmte Sounds erweitert. Wer erinnert sich noch an die pseudo-hippe Werbung „Ravers Babe“? 😂

    • Profilbild
      MichBeck

      Das Raver‘s Babe steht immer noch bei mir und wird inzwischen hauptsächlich als MIDI-Tastatur benutzt. Ich glaub sogar, dass das populärer als das W5/7 war. Zumindest in meinem Freundeskreis hatten das gleich drei. Mit einem tieferen Eintauchen in die Materie ging da schon einiges abseits des vorgegebenen Schnullitechno. Natürlich nie High-Class. Aber das wäre dann vielleicht mal Thema für einen anderen Greenbox-Bericht.

    • Profilbild
      born001

      Mit dem QS300 hab ich ohne einen Plan zu haben was ich da mache meine ersten Schritte gemacht. Steht auch noch bei mir als große Tastatur.

      • Profilbild
        MichBeck

        @born001

        Interessant ist, dass eins meiner ersten damals abgespeicherten QS-Daten, Deinen Profilnamen trägt. Spooky 😮😂

  2. Profilbild
    Kazimoto

    Müsste derselbe Sequenzer sein wie in den QY70/100 und auch die Klangerzeugung sollte identisch oder sogar etwas besser sein. Was diese Dinger bei entsprechender Programmierung können zeigt der YT-Channel von JayB, der die Dinger an alle Grenzen treibt. Nicht so mein Ding an Musik aber trotzdem 1000% sauberstes Handwerk! Sehenswert sein Kommentar zum Waldorf Kyra. Der bekommt nie wieder einen Waldorf Synth in die Hand, sind aber selbst Schuld sowas abzuliefern. 😜

  3. Profilbild
    moon

    Ich hatte die w7 mit der Dance Massive Option.
    Eine prima Einsteiger-Workstation.
    Die Sounds waren aktuell.
    Ich musste das Jog-Dial austauschen, das war eine bekannte Krankheit bei der Kiste.
    Als stationäres Gerät gut zu händeln, aber schwierig auf der Bühne, weil schwer.
    Wer mit Sounds aus den 90ern arbeiten möchte hat mit der Workstation einen guten Soundpool.
    Der Sequencer ist relativ einfach zu bedienen.
    Ich hatte damals einen „XG-Editor“ für die Soundprogrammierung und zum verwalten
    Ravers Babe ist der QS-300, der war der W5/W7 ähnlich aber mehr auf Techno ausgelegt.
    Auch der QS-300 ist eine tolle Maschine, allerdings musste ich bei der QS-300 auch das Jog-Dail wechseln . . .

  4. Profilbild
    Ragutini

    Meine W5 ist auch nach 28 Jahren voll einsatzfähig. Die Qualität der AWM2 Sounds und die komplexen Arrangements, die sich mit der 32-fachen Polyphonie und den 16 Midi-Kanälen erzielen lassen, finde ich auch heute noch beeindruckend. Dazu kommt die hochwertige Klaviatur mit Aftertouch, die man sich bei manchem aktuellen Synthi wünschen würde.
    Das Diskettenlaufwerk ist m.E. die größte Schwachstelle. Da musste ich einst die Platine incl. Kontaktstift zur Diskettenerkennung per Lötkolben lösen und anheben und es ist trotzdem jedesmal spannend, ob die Diskette erkannt und komplett gelesen wird.

    • Profilbild
      t.goldschmitz RED

      Wahrscheinlich ist das schon bekannt, aber man kann da auch GoTek Laufwerke einbauen. Die haben die gleichen Anschlusskabel wie eine Floppy-Disk und speichern alles auf SD-Karte… super praktisch!

  5. Profilbild
    richard AHU

    Tatsächlich hatte ich in den W5 in den frühneunzigern gehabt, für die damalige Zeit fand ich den Sound ok, hauptsächlich weil er klarer und definierter klang als mein Quasimidi Raven. Leider hatte der W5 auch Probleme mit der Kontaktleiste des Keyboards, wurde in 8 Jahren 2x getauscht. Hab ihn irgendwann an meinen Vater weiter gegeben weil er für mich dann auch ausgereizt war.

  6. Profilbild
    sibe

    Gleich vorweg: meinen folgenden Kommentar bitte nicht als Kritik an deinem wirklich schönen Artikel verstehen ;)

    Interessiert mich ehrlich wie das andere sehen und weil du das Thema männlicher/weiblicher Artikel ja auch selbst angesprochen hast.

    „Die“ Yamaha W5 und „die“ Korg M1 klingt in meinen Ohren so grottenfalsch, dass es mir jedes mal kalt den Rücken runterläuft, wenn ich es lese.
    Für mich muss es eindeutig „der“ W5 und „der“ M1 heißen.

    Darf natürlich jeder für sich entscheiden wie er es mag, ob der/die/das. Würde mich aber interessieren woher das kommt, das da gerade bei Instrumenten die Meinungen oft auseinandergehen.

      • Profilbild
        sibe

        Hab‘ ich mir gedacht, dass das als erstes Argument kommt ;)

        Mit -Workstation hinten dran ist der Fall natürlich klar, da ist „die“ das einzig zulässige.
        Es heißt ja auch „das“ Haus aber „die“ Haustür. In Zusammensetzungen ist es meist der hintere Teil, der den Artikel bestimmt auch wenn der vordere Teil allein einen anderen Artikel hat. Deshalb lasse ich dieses Argument nur halb gelten ;)

        Andere Vorschläge:
        „Das“ Keyboard?
        „Der“ Synth?
        Auch beides zulässig.

        Wie ist das z.B. bei Korg Kronos und Roland Fantom?
        Eindeutig beides Workstations.
        Trotzdem klingt für mich „der“ Kronos und „der“ Fantom am richtigsten.

        Bitte nicht falsch verstehen, ich gestehe jedem zu den Artikel zu verwenden den er/sie/es am besten findet.
        Aber ich glaube ich bin auch nicht der einzige, der in diesen Fällen eher zu „der“ greift.

        Das interessante ist, dass ich bei mir selbst nicht mal sagen könnte, warum das so ist, aber „der“ klingt in meinen Ohren einfach am richtigsten.
        Wie gesagt, persönliches Empfinden meinerseits.

        • Profilbild
          sibe

          Weil mich das Thema männlicher/weiblicher Artikel jetzt gerade irgendwie nicht mehr loslässt, habe ich mal zu den oben genannten Beispielen geforscht, wie die Hersteller selbst das handhaben.

          Korg sagt „der“ M1 und „der“ Kronos.
          Roland sagt „der“ Fantom.
          Yamaha sagt „die“ W5.

          Englische Muttersprachler haben es da einfacher, die müssen sich mit sowas nicht rumschlagen, da ist alles „the“ ;)
          Oder noch besser, da die betrachteten Firmen alle aus Japan kommen:
          Im Japanischen gibt es soweit ich weiß überhaupt keine Artikel.

          Ich vermute, dass da im Zweifelsfall einfach jemand aus der deutschen Marketingabteilung der Hersteller über den „offiziellen“ Artikel entscheidet.

          • Profilbild
            Codeman1965 AHU

            Oje, das ist wahrscheinlich ein unlösbares Ding, solange wir in unserer Sprache drei Artikel haben…!

            Ausschlaggebend ist wohl für den Einzelnen, wie es für ihn klingt.
            Bei mir hat sich irgendwie „der“ für Synths und auch Workstations, „die“ für Rhythmusknechte und „das“ für Module etabliert.

            Ich finde, das Motif oder die Quantum klingt nicht richtig, kann das aber nicht begründen… :-)

            Zum eigentlichen Thema:

            Die W’s finde ich nicht so pralle, würden mich auch jetzt gebraucht nicht reizen.
            Das Design war vielleicht ein Ausrutscher oder ein Testballon, was man den Leuten so zumuten kann.
            Die Tastatur mit AT ist jedoch aller Ehren Wert…!

            • Profilbild
              gaffer AHU

              Meiner Meinung nach sind da die Roten aus dem Norden schuld. Sie wagten es als erste Aftertouch bei einem mindestens Mittelklassesynth wegzulassen. Dafür kassierten sie gleich noch das zweite Wheel zugunsten einer Wäscheklammer und wenn ich mich recht erinnere, gleich noch die 5. Oktave. Und da die Konkurrenz nach Erscheinen des Nord Lead ohnehin in Duldungsstarre verfiel und alles nachmachte, was der inzwischen große Rote tat, haben wir jetzt den Salat. Nur Lebensmüde wagten es davor, so was wichtiges wegzulassen. W5/7 war wirklich kalter Kaffee. In der Zeit wartete ich immer auf ein Harakiri eines der Yamaha Verantwortlichen.

          • Profilbild
            t.goldschmitz RED

            Ich hab da noch einen ganz anderen profanen Einfall.
             
            Im Deutschen heißt es „Die Station“ und da in dem Fall identisch mit dem englischen Wort, wurde der Artikel im Kompositum „Workstation“ übernommen. Also „Die Arbeitsstation“.
             
            Bei „Synthesizer“ bin ich aber raus. Würde hier immer „der“ sagen, aber kenne keinen Grund außer jahrelanger Konditionierung dafür.
             
            uuund vielleicht:
            „englisch synthesizer, zu: to synthesize = synthetisch zusammensetzen“ (Duden)
             
            also evtl. von „Der Zusammensetzer“?
             
             
            Und zur „Wäscheklammer“: An meinem G2X ist auch der Holz-Pitch-Stick verbaut. Und als „spielender“ Benutzer des Geräts kann ich versichern: alles andere ist dagegen …Käse (für mich), wenn man sich einmal daran gewöhnt hat. Bei mir war es allerdings Liebe auf den ersten Bend.
             
            Gerade der Kontakt mit organischer Materie und die dicke Mulde vermitteln eine präzise Kontrolle, die kein Rad, geschweige denn einer von diesen Labber-Sticks (bitte verzieht den Kraftausdruck) vermitteln kann. Dazu kommt, dass der Bend schwerer wird, je weiter man ihn ausführt, wie bei einem Saiteninstrument.
             
            Also stelle ich mich in Opposition und sage: hätte doch nur jeder Synth so eine Pitch-Klammer :D

    • Profilbild
      k.rausch AHU

      Einfach in den Duden schauen, denn es kommt auf den Bezug an. Also: Die M1 Workstation, der M1 Synthesizer, das M1 Keyboard.

  7. Profilbild
    growl

    Es ist schon eine merkwürdige Koinzidenz, dass Synthesizer ab der Digitalisierung so unglaublich nüchtern und hässlich wurden. Mehr unsexy geht nicht.

    Und im Fall von Yamaha doppelt schade, weil eigentlich so zuverlässige Instrumente, aber einfach hässlich und verkopft.

  8. Profilbild
    Tangelis

    Am Gerät lässt sich die Klangerzeugung nur über vorgefertigte Makros (Preset-Templates) programmieren, also über voreingestellte Werte mit Offsets. Eine komplett freie Klanggestaltung ist bei diesem Gerät nur über Editor-Software möglich. Das hat wohl mit dazu beigetragen, dass diese Geräteserie vielen unattraktiv erschien. Lediglich ein LFO je Element war ebenfalls ein Kritikpunkt.

  9. Profilbild
    Örli

    Es gab in den frühen 90ern doch so einige Workstations, die versucht haben, an den Erfolg der M1 anzuknüpfen und es nicht schafften. Ich hatte zu der Zeit eine Roland JW-50, die im Grunde ein ähnliches Konzept wie die W5/W7 von Yamaha verfolgte und genauso sang- und klanglos wieder verschwand. Aus Nostalgie hat mir meine Frau vor drei Jahren eine voll funktionsfähige und wie neu aussehende JW-50 über ebay Kleinanzeigen besorgt und dafür sage und schreibe 75 Euro bezahlt. Es gibt also doch noch günstige Vintage Geräte. 😂

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