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Green Box: Korg Z1, Physical Modelling Synthesizer (1997)

23. April 2022

Zeitloser Sound durch Physical Modeling

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Es gibt eine Menge außergewöhnlicher Synthesizer mit Ausstattung ohne Ende. Der im Jahre 1997 erschienene Korg Z1 gehört mit seiner sogenannten MOSS-Synthese ebenfalls dazu. Die Bilder zu diesem Beitrag lieferte uns Binoy Chatterji, vielen Dank.

Der erste Eindruck des damals 4500,- DM teuren Synthesizers täuscht über seine klanglichen Möglichkeiten und seine Ausstattung hinweg, da seine Benutzeroberfläche und das Design sehr an die damalige Workstation Korg M1 oder Korg 01W angelehnt ist. Es gibt nur relativ wenige Regler und Tasten, aber unter der wohlgeformten Aluminium-Haube verbirgt sich eine völlig neu entwickelte Klangsynthese.

Ausstattung des Korg Z1

Die von Korg genannte MOSS-Synthese (Multi Oscillator Synthesis System) besteht im Wesentlichen aus 13 Oszillator-Modulen und kam erstmals im monophonen Korg Prophecy auf den Markt. In erster Linie sollte damit die originalgetreue Nachbildung natürlicher Instrumente umgesetzt werden. Die Oszillator-Algorithmen stammen aus dem Projekt Korgs OASYS (Open Architecture Synthesis System) – welches erst mal nichts mit dem Keyboard KORG OASYS zu tun hat. Wer mehr dazu wissen möchte, klickt HIER.


Die verschiedenen MOSS-Module erlauben dem Anwender aber nicht nur die Nachahmung natürlicher Instrumente, sondern darüber hinaus auch komplexe Soundstrukturen und die Emulation analoger Synthesizer. Die Module lassen sich auch untereinander verknüpfen. So kann jedem Oszillator-Modul ein Suboszillator oder ein Rauschgenerator hinzugefügt werden. Dies kann unweigerlich zu sehr abwechslungsreichen Soundkreationen führen.
Der Korg Z1 verfügt pro Stimme über zwei Oszillatoren, einem Suboszillator, Rauschgenerator, zwei Multimode-Filter, fünf Hüllkurvengeneratoren und vier LFOs.

Die Bezeichnung „Suboszillator“ kann man aber als wahre Untertreibung bezeichnen, denn er kann wie ein vollwertiger dritter Oszillator umfangreich und auch separat von den beiden anderen programmiert und moduliert werden. Die beiden unabhängigen resonanzfähigen Filter lassen sich wahlweise parallel, seriell oder in den Linkmodus schalten. Sie bieten neben Tief-, Hoch- und Bandpassmodellen auch Bandsperre (Notch) und ein Modell mit der Bezeichnung „2 BPF“ pro Filter.

Auch eine Besonderheit stellt das ausgeklügelte Mixer-Send-System dar. Die Ausgänge der Oszillatoren kann man extrem flexibel, sogar stufenlos, den Eingängen des Filters zuweisen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Oszillator eins in den zweiten Filter, Oszillator zwei in den ersten und den Suboszillator wieder in den zweiten routen möchte; alles ist möglich, und das, wie schon erwähnt, sogar stufenlos.

Der Korg Z1 ist in seiner Grundversion 12-stimmig polyphon spielbar, war jedoch mittels einer Stimmenerweiterung (Voice-Expansion-Board DSPB-Z1) für damals schlappe 990,- DM auf insgesamt 18 Stimmen erweiterbar und für die digitale Anbindung mit einem ADAT-Board inkl. Wordclock-Sync-Ausgang ausbaufähig, welche der Geldbörse nochmals 390,- DM  abverlangte.
Im Vollausbau ist der Korg Z1 somit 18-stimmig und kann seine Stereo-Summe über die Ausgänge eins bis vier des ADAT-Boards digital ausgeben. Das ADAT-Board ist mit einem Wordclock-Sync- Ausgang bestückt und somit tatsächlich professionell nutzbar.
Die jeweiligen Erweiterungen sind aber so rar, dass sie kaum zu moderaten Preisen zu bekommen wären. Ob sich das überhaupt lohnt, wage ich auch zu bezweifeln.

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Die Effektsektion des Korg Z1

Die Effektsektion vereint 15 Insert-Effekte mit 3 Stereo-Master-Effekten. Hier finden sich die klassischen Effekte Multi-Tap Delay, Overdrive, Wah-Wah, Phaser, Flanger, Chorus und Rotary Speaker. Diese sind klanglich nicht schlecht, aber hier würden spezielle Effektgeräte oder gute Software dem sehr guten Grundklang des Korg Z1 sicherlich noch ein Quäntchen mehr Fülle bringen. Der Halleffekt ist leider, wie bei vielen Synthesizern, der größte Kritikpunkt. Er bietet einfach nicht die Fülle und Wärme eines Spezialisten in diesem Segment. Die Effekte sind allesamt in Echtzeit editierbar und können mit einem 2-fach Equalizer zusätzlich bearbeitet werden.

Programmspeicher des Korg Z1

Die Programme werden mittels Tasten oder direkt über die Eingabe der Programmnummer abgerufen. Die Soundprogramme sind in Kategorien (Arpeggios, E-Piano, usw.) eingeteilt und erleichtern damit sehr das Auffinden bestimmter Sounds. Das Umschalten zwischen einzelnen Programmen geschieht etwas gemächlich, da sehr viele Parameter geladen werden müssen und die Rechenleistung 1997 offensichtlich noch nicht ganz so schnell war. Alle der 256 Programs können mit den jeweiligen Einstellungen abgespeichert werden. Falls diese Speicherplätze nicht ausreichen, können auf der Rückseite Karten im Format PCMCIA (ATA oder linear, Kapazität 256 kB-4MB ) eingesteckt werden. Diese Karten sind allerdings kaum und wenn, nur sehr teuer zu bekommen.

 

An dieser Stelle ein Tipp: Es sind Adapter erhältlich, welche CF-Karten aufnehmen. Diese sind wesentlich günstiger zu haben. Da nur maximal 4 MB seitens des Z1 unterstützt werden, sollten auch nur Karten mit gleichem Speicher verwendet werden. Es können aber auch CF-Karten mit höherer Kapazität verwendet werden, allerdings werden davon nur max. 4 MB genutzt.
Diese Option erweitert den Soundspeicher auf 4096 Programme und 512 Multi-Programs. Zudem können damit insgesamt 240 Arpeggiator-Pattern gespeichert werden. Das ist schon enorm, wenn man so viele Programme verwaltet.

 

Ausgefeilter Arpeggiator im Korg Z1

Der Korg Z1 bietet neben seiner ausgeklügelten Klangerzeugung noch einen sehr umfangreichen polyphonen Arpeggiator, der über 5 feste Pattern und 15 User Pattern verfügt. Da der Z1 über ein grafikfähiges, hintergrundbeleuchtetes Display verfügt, können relativ leicht eigene Pattern erzeugt werden. Zudem beherbergt die Arpeggiator-Sektion Echtzeitregler für Gate, Velocity, Resolution und Speed. Der Arpeggiator kann durch die interne Clock oder per MIDI-Clock synchronisiert werden. Die gesamte Sektion ist sehr umfangreich und aufwändig. Im Menü gibt es sogar einen Swing-Parameter, welcher einen Faktor von -50/+50 % zulässt. Auch lassen sich die Arpeggio-Pattern auf der Tastatur verteilen. So können beispielsweise die unteren Oktaven mit Arpeggio belegt werden und oberhalb dessen spielt man einen Leadsound.
Der Arpeggiator des Korg Z1 gehört auf jeden Fall zu den umfangreichsten seiner Art.

 

Spielhilfen und Echzeitregler des Korg Z1

Als Spielhilfe links neben der Tastatur erhält man neben Pitch – und Modulation-Wheel noch ein völlig neuartiges X/Y-Pad, welches dem Musiker umfassende Steuerungsmöglichkeiten in Echtzeit bietet. Diese zweiachsige Matrix kann zum Beispiel die Filter oder die Anschlagdynamik steuern, indem man innerhalb des ca. 70mm x 50mm großen Feldes den Finger hin und her bewegt. Das verleiht dem Spiel eine ganz hervorragende Ausdrucksweise. Diese Bewegung kann sogar mittels CC-Controller innerhalb eines Sequencers im Rechner aufgezeichnet werden.

 

Kommen wir nun zu einem nicht unwesentlichen Punkt, dem Echzeitzugriff mittels Reglern auf der linken Gehäuseseite. Die dort untergebrachte Sektion beinhaltet direkten Zugriff auf die beiden Filter und die Hüllkurvengeneratoren.

 

Die Potikappen sind zwar recht klein geraten, aber trotzdem gut zu bedienen. Hier kann man nach Herzenslust schrauben und den Sound verbiegen. Innerhalb dieser Bedienhilfe hat der Anwender auch den Mixer mittels Taster im direkten Zugriff.

Anschlussmöglichkeiten des Korg Z1

Anschlüsse des Korg Z1

Wenden wir uns nun den Anschlüssen des Korg Z1 zu. Ohne ADAT-Erweiterung befinden sich auf der Rückseite die Stereoausgänge, das MIDI-Trio und Anschlüsse für diverse Pedale. Auf der Vorderseite direkt unter den Modulationsrädern befindet sich der Kopfhöreranschluss für 6,3 mm Klinke. Gut so – das würde auch manch anderen Synthesizern gut stehen. Ich habe sowieso nie verstanden, warum ein Kopfhöreranschluss an vielen Geräten hinten angebracht ist. Vielleicht gehen die Hersteller davon aus, dass man nur noch Funkkopfhörer nutzt. Viele kennen bestimmt das Problem bei rückseitig verkabelten Kopfhörern, am besten noch mit Spiralkabel, wenn es beim Spielen stets über, auf oder sogar zwischen den Tasten klemmt – genial, oder?
Leider bietet der Z1 keine weiteren Audioausgänge. Das wäre noch ein schönes Feature gewesen.

Der Sound des Korg Z1 Synthesizers

Der Korg Z1 basiert auf einer DSP-Klangerzeugung, welche im Erscheinungsjahr 1997 sicherlich nicht über die heutige CPU-Leistung verfügte. Dennoch zählt er heute immer noch zu einem der flexibelsten und eigenständigsten Synthesizern.
Insgesamt ist der Sound mit einem etwas metallischem Grundcharakter behaftet, aber er klingt ziemlich dick und vor allem sauber. Manchmal nervt der metallische Charakter ein wenig. Dies lässt sich aber, und das ist kein Scherz, mittels vernünftigem Equalizing etwas dämpfen. Auch das Abschalten der Effekte führt hinsichtlich dieser Eigenschaft zu einem besseren Ergebnis.
Ich gehöre jetzt nicht zu den Liebhabern von Emulationen natürlicher Instrumente. Ich finde aber die Brass-Sounds dank der MOSS-Synthese recht gelungen, da hier beispielsweise Ausschwingen und Obertonreichtum beim Spiel beeinflusst werden können. Auch Anschlag des Hammers und zugehörige Geräusche werden simuliert. Ein Vergleich mit einem „echten E-Piano oder Klavier“ würde der Z1 vielleicht nicht standhalten.
Auch die Strings (Plucked String Model und Bowing String Model) sind mehr als brauchbar. Was mir nicht so gut gefällt, ist die Nachbildung der Orgeln. Hier fehlt es mir persönlich an Druck. Mal abgesehen von der Authentizität derer.

Auch die Bläser und Gitarren sind aus heutiger Sicht überholt. Manche E-Bässe sind aber wieder ziemlich gut. Also man muss bei den Naturinstrumenten schon ein wenig selektieren und kann nicht pauschal die Aussage treffen „alles schlecht“.

Aber mal ehrlich, die meisten Synthesiasten werden wohl heute eher die anderen Module in Betracht ziehen. Das sogenannte Standard-Modul erzeugt klassische Schwingungsformen und ermöglicht somit die Nachbildung analoger Klangerzeugung. Und das macht der Z1 ganz gut. Die Filter, obwohl digital, klingen sehr schön und das ohne hörbare Abstufung. Es kann hier sogar eine Pulsbreitenmodulation erzeugt werden und darüber hinaus das Korg eigene Waveshaping. Auch ist ein Unison-Mode mit an Bord, der ziemlich heftig zur Sache gehen kann.

Das Oszillator-Modul Comb Filter ist ein Kammfilter, welches sehr obertonreiche Klänge zulässt. Klingt sehr brauchbar und hier ist definitiv experimentieren angesagt.

Die Variable Phase Modulation (VPM) erlaubt unter anderem die Simulation der FM-Synthese. Diese ist allerdings vom Original relativ weit entfernt. Interessant wird es aber, wenn man die Phasen der Basisschwingungsformen mittels Waveshaping oder Signalrückführung moduliert. Das entstandene Soundgebilde klingt schön rau und eignet sich auch sehr gut für Klangteppiche.

Resonance ist ein Modul, exklusiv für den Korg Z1 entwickelt, das vier resonanzfähige Bandpaßfilter in Reihe schaltet und dabei verschiedenen Frequenzen zugeordnet werden kann. Leitet man nun ein Oszillatorsignal durch diese Filter, entstehen schön röchelnde Klänge.
Darüber hinaus sind auch die Module Cross- und Ringmodulation digital emuliert. Auch diese klingen durchaus gut und sorgen für schöne Schwebungen.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Tastatur: 61 Tasten, anschlagdynamisch mit Aftertouch
  • Multi-Oscillator Synthesis System (MOSS)
  • 2 Oszillatoren (max.) + Suboszillator + Rauschgenerator
  • 12 Stimmen (erweiterbar auf 18 Stimmen mit der optionalen Karte DSPB-Z1)
  • Programme 256 (2 Bänke à 128), Multisets 32 (2 Bänke à 16)
  • Flüssigkristallanzeige, 64 x 240 Punkte
  • Arpeggiator: 5 Presetpatterns, 15 vom Anwender programmierbare Patterns
  • digitaler Multieffekt-Prozessor, 15 Insert-Effekte, 3 Master-Effekte
  • Controller: Pitchbendrad, Modulationsrad, X/Y-Pad, Modulation-Tasten 1 & 2, X/Y
  • Arpeggiator (Gate, Velocity, Resolution, Speed)
  • MIDI: IN / OUT / THRU
  • Ausgänge: L/MONO, R, Kopfhörer 6,3 mm Klinke

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Fazit

Insgesamt ist der Korg Z1 ein etwas unterschätzter Synthesizer. Auch im Jahre 1997 war der Synthesizer nicht unbedingt ein Verkaufsschlager. Da waren der Roland JP 8000 oder der Access Virus wohl beliebter. Auch Yamaha hatte mit der VL-Synthese offensichtlich die Käuferschicht derer, die gute Simulationen von Naturinstrumenten suchten, eher angesprochen. Tatsächlich klingt sie auch besser, aber der Preis eines Yamaha VL 7 war auch einiges höher, der Yamaha VL 1 kostete sogar 7.000 DM. Generell ist aber Physical-Modeling eher nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Andere Hersteller waren da mehr am Puls der Zeit. Vor allem waren zu dieser Zeit Workstations angesagt und keine Synthesizer, die Trompeten und Gitarren simulieren.
Der Korg Z1 hat inzwischen aber einen treuen Fankreis, da er unter anderem sehr gute Flächensounds zu produzieren vermag, welche schon einen eigenen Charakter und Charme haben.

Er kann sehr bissig klingen, aber man kann ihm auch weiche Klänge entlocken. Aber das ist ja noch lange nicht alles, denn auch komplexe Arpeggios lassen sich mit ihm umsetzen und er kann auch modern klingen. Generell würde ich sagen, dass er auch heute, oder vielleicht gerade heute, eine lohnenswerte Anschaffung darstellt. Persönlich arbeite ich mit ihm ohne die Simulation von Naturklängen und erstelle am liebsten schöne Pads oder röchelndes perkussives Material.
Die gesamte Verarbeitung ist sehr gut und der Synthesizer wird auch nicht leicht aus dem Leim fallen. Er ist mit ca. 14 kg auch kein Leichtgewicht. Die 61er Tastatur ist wie beim M1 oder O1W sehr solide und gut spielbar.

Der Korg Z1 ist allerdings aufgrund seiner komplexen Strukturen nicht leicht zu programmieren und setzt gewisses Grundwissen voraus. Schon alleine das mitgelieferte Handbuch von über 100 Seiten zeigt dies (ja, zu der Zeit gab es gedruckte Handbücher ). Als Einsteiger-Synthesizer würde ich ihn daher nicht empfehlen.
Die Programmierung ist kein Zuckerschlecken, da man sich schon in vielen Menüs zurecht finden muss. Es existiert zwar ein Software-Editor, der aber offensichtlich nur noch bis Windows XP zuverlässig arbeitet. Ich habe diesen kostenlosen Editor unter Windows 7 mal getestet, fand ihn aber nicht wirklich gut. Dieser stammt auch nicht von Korg selbst.
Der derzeitige Gebrauchtpreis liegt in etwa bei 500 Euro, was angesichts der klanglichen Möglichkeiten nicht zu viel ist. Die im Artikel genannten Erweiterungen, insbesondere die Stimmenerweiterung, sind kein Must-Have, da die 12-stimmige Polyphonie durchaus ausreichend ist. Sämtliche Parameter sind per Controller-Daten (CC) anwählbar und machen die Automation innerhalb eines Sequencers im Computer möglich. Im gedruckten Handbuch sind alle CC-Controller aufgelistet und erklärt.

Plus

  • abwechslungsreicher und vielseitiger Sound
  • Echtzeitregler für Filter und Hüllkurve
  • viele Spielhilfen
  • X/Y-Pad für ausdrucksstarke Spielweise
  • ausgefeilter und sehr gut ausgestatteter Arpeggiator
  • sehr gute Verarbeitung
  • ausbaufähig mit ADAT-Board und Stimmenerweiterung

Minus

  • manchmal etwas komplizierte Struktur
  • merkwürdige Abkürzungen mancher Parameter
  • relativ langsame CPU

Preis

  • Gebrauchtpreis ca. 500€
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    Sry, wenn da gleich der schwäbische Dipflesscheißermodus bei mir anspringt. Die M1 war damals auch schon „alt“. Die Designsprache rührt wohl eher von der damaligen Topworkstation Trinity.
    Der Z1 ist auch heute wohl noch unterschätzt. Aber wie Du schon geschrieben hast, ist da Korg auch ein bischen selbst dran schuld. Dran-rumschraub-Synthesizer kamen damals halt nicht von Korg, sondern eher von Novation, Roland oder access. Und wenn man die nur Ansieht, weiß man warum. Genau wie er einstimmige Prophecy lädt auch der Z1 nicht wirklich zum klandesignen ein, obwohl schon extreme Sachen rauskommen können. Die akustischen Modelle nur zum reproduzieren natürlicher Instrumente herzunehmen war auch damal angesichts der fortschreitenden Samplingtechnologie wie Eulen nach Athen tragen.
    Dass bei dem Preis auch der Touchscreen der Trinity nicht mit drin war, hat mich auch immer geschmerzt.
    Mit dem Arpeggiator hab ich mich leider nie wirklich auseinandergesetzt. Aber auch hier scheint mir die Bedienung über Menüs und up/down Taster nicht spaßig zu sein.
    Sowohl optisch, qualitativ und auch klanglich finde ich ihn sehr edel. „Analog“ gann er sicherlich mitreden. Einen Moog oder SCI wird er dabei ebenso nicht schlagen. Dafür besitzt er aber Möglichkeiten, die ein analoger oder die meisten virtuell analogen gar nicht vorweisen können.
    <3

    • Profilbild
      dAS hEIKO  AHU

      lol, was mir grad auffällt: Der Z1 war ja hatte ja auch e-Piano Modelle. Meines Wissens vermutlich das Erste virtuellle Wurli/Rhodes. oder?

      P.S.: Und Ja, es gab deutlich bessere Presets dafür als in dem Video

  2. Profilbild
    lunatic  AHU

    Ach ja, der Z1….
    mir war der Grundklang tatsächlich zu metallisch oder nasal damals. Blechbläser wollte ich nicht imitieren und die Potikappen fühlten sich für mich nicht gut an.
    (Im direkten Vergleich blies der CS6X den Z1 energetisch vom Ständer)

    Auf der anderen Seite bin ich oft erstaunt was andere user aus der Maschine rausholen mit etwas Ehrgeiz. Aber trotzdem, der Klang ist nicht meins.
    Danke trotzdem für die Zeitreise👍🏼

  3. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Wähäääääääää! 😭

    Ich habe den besessen und habe ihn wieder verkauft! Wähäääääää! 😭😭😭

    Allerdings hatte ich ihn gekauft, dann ca. 5 Jahre nahezu nix damit gemacht – ich Depp – und dann habe ich mir gedacht, dass er bei jemandem besser aufgehoben wäre, der ihn auch nutzt.

    Aber ich glaube, ich hätte den schon gerne wieder. Vor allem, da ich jetzt doch relativ (hust hust) intensiv Musik mache. Naja, schauen wir mal.

  4. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ja, den fand ich damals auch ziemlich interessant, aber verkaufen (ich war damals auf der anderen Seite der Theke) ließ er sich fast gar nicht. Dieses Jahrzehnt zeigte deutlich auf, dass Innovation nicht automatisch goutiert wird. Gewonnen hat die langweiligste Form von physical modelling, die Emulation analoger Synthies. Yamahas VLs, Korgs Wavedrum und Z1, das alles hat für viele nur Sammlerwert, weil sie selten sind. Das haben die Instrumente nicht verdient.

  5. Profilbild
    Violator   11

    Das Problem solcher Synths ist meiner Meinung nach die Bedienbarkeit, folglich die Beherrschung ihrer eigentlich genialen Klangsynthese. Wer hat denn heute noch die Zeit und Muße stundenlang an einen Sound rumzubasteln, um anschließend feststellen zu müssen: anders macht‘s irgendwie mehr Spaß!
    Hab meinen Z1 erst vor kurzem verkauft, und ich bereue und vermisse nichts!

  6. Profilbild
    zeitlos  

    Soweit ich mich erinnern kann, beschrieb Peter Gorges seinerzeit im Fachblatt den Klang als „silbrig“ oder „silbern“. Passt m.E.

  7. Profilbild
    anandosan

    Hab den Z1 seit gut 20 Jahren und glücklicherweise nie verkauft. Super Beitrag, deckt sich mit meinen Erfahrungen. Ein Synth mit viel Charakter und eigenem Sound, der sich vom Einerlei der unzähligen Schrauber-VA-Maschine inspirierend abhebt.  Der ihm nachgesagte «helle» Klang hat meiner Meinung mit den Effektsettings der Factory Presets zu tun. Die FX sollte man alle ausschalten. Editieren ist tatsächlich umständlich: zum Glück ist die MIDI-Implementation sehr vollständig. Neben CC lässt sich fast alles per Sysex steuern. Mit dem Electra One habe ich mir so einen eigenen Editor gebaut.

  8. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    ich besitze seit 1998 meinen Z1 und kann auch alles gesagte bestätigen.
    Der Z1 ist gebaut wie ein Panzer, und hat eine sehr sehr gute Tastatur, die
    Hardware hat eine hervorragende Qualität. Die Potiknöpfe habe ich getauscht gegen
    griffigere, so kann man alles etwas feinfühliger einstellen.

    Alle gebotenen Modelle sollte man, ohne Witz, nicht für das verwenden, für was sie gedacht sind.
    Flächenklänge aus dem Brassmodell oder Flächen vom Orgelmodell klingen einzigartig. Das schöne X-Y Touchpad trägt zur Klangverbiegung bei, wie auch die
    anderen Controller.
    Der Z1 ist einer der wenigen Synthesizer, die immer wieder überraschen können.
    Der silbrige eher spitze Klang macht ihn unverwechselbar.

    Mit einer geeigneten Speicherkarte (ich glaube 4MB) kann man auf 15 Bereichen sichern (das sind
    über 2000 Programs) einzustellen im Globalmodus.
    Die Effekte sollte man in der Tat ausstellen. Der EQ aber kann zb. Das E-Piano Modell extrem gut aufwerten.
    Der Gebrauchtpreis sollte aber eher um die 600,00 Euro angesehen werden. Das ist er definitiv
    wert.

    netter Gruß

    • Profilbild
      Mario Höll

      Mein Z1 läuft bei mir seit 2010 im Dauereinsatz und live zusammen mit einem Kawai K5000S. Ja, die Modelle zweckentfremden führt zu guten Sounds, für man zwar ein paar Stunden braucht. Dafür wird man aber mit vielen Möglichkeiten belohnt. Die Bedienung ist recht umständlich, aber es gibt Schlimmeres und man gewöhnt sich dran.
      Den besonderen Klang hört man immer raus, er ist unverwechselbar.
      Das fällt nur dann negativ auf, wenn man damit ein ganzes Arrangement machen würde.
      Im Studio hilft es, den internen Hall abzuschalten, um etwas den „virtuellen Klang“ zu mildern.
      Die Tastatur ist beim K5000S aber besser, besonders die Dosierung der Druckdynamik, die bei Z1 nicht so gut ist.
      Ein Tester sagte mal, die Streichersimulation sei grauenhaft. Gerade aus der hole ich besonders interessante Klänge (eben keine „Streicher“), wie hier z.B.:
      https://www.youtube.com/watch?v=WMzlsTD3jZI

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