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Green Box: Roland JV-880, JV-1080, JV-2080, XV-3080, XV-5080

14. Juni 2014

Eine Erfolgsgeschichte.

Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, als die Fernsehserien ALF & Baywatch, über unsere Röhrenfernseher flimmerten, Stereo am TV nicht selbstverständlich war und Mobiltelefone auf der CeBit noch halbstündige Fernsehbeiträge erreichten, da brachte Roland eine neue Generation von ROM-basierten Synthesizern auf den Markt.

Ich kaufte mir mit einem Freund einen Korg MS-10 für 400,- DM sowie einen Roland XP-10, ein günstigste Einsteigerkeyboard mit JV-Klängen. Das war meine erste Berührung mit den Sounds der sogenannten JV-Serie.

Roland JV-1080 von 1994

Roland JV-1080 von 1994

Zu diesem Zeitpunkt, ca. Ende 1994, war der Hype um den „Brot- und Butter-Klangerzeuger“ Roland JV-1080 gerade in vollem Gang. Der Nachfolger JV-2080 stand schon in den Startlöchern und den Vorgänger JV-880 konnte man bereits über Kleinanzeigen erwerben.

Parallel dazu gab es eine Keyboardlinie mit derselben Klangerzeugung, diese liefen allerdings unter dem Kürzel XP.

Da hatte es doch ROLAND tatsächlich geschafft eine Synthesizer-Serie zum Standard zu etablieren und dies sowohl in Homerecording-Studios als auch bei Profis, obwohl man die JV-Units verächtlich unter dem Begriff ROMpler einreihte. Wir blicken zurück.

ROLAND U-110 – ein Vorgeschmack auf die JV-Serie

Der ROMpler – ausgesprochen ROM-Player, also ein Synthesizer, der realistisch klingende Akustikklänge auf Basis von Multisamples erzeugt (auch wenn diese Beschreibung der Klangsynthese der JVs nicht gerecht wird) hatte seit dem Korg M1 1988 seinen Siegeszug bei allen namhaften Herstellern angetreten. Samples, ein bisschen (resonanzlose) Filter und Hüllkurven – und schon hatte man den Wunsch-Synthesizer jener Zeit.

Auch die Idee, Synthesizer mit zusätzlichen Multisamples per ROM-Karte zu füttern, war nicht neu. Bereits der erwähnte Korg M1 ließ sich mit eben jenen Karten füttern und deren gab es viele.

Bereits 1988 hatte ROLAND mit einer kleinen 1 HE hohen Einheit unter der Bezeichnung U-110 einen Expander auf den Markt gebracht, bei dem man dieses Prinzip konsequenter in Angriff nahm als der Wettbewerb, der Roland U-110 ließ sich nämlich bereits mit 4 (!!) Sample-ROM-Karten füttern statt mit nur einer Sample-ROM-Karte. Die Editierung am Gerät war allerdings eine absolute Zumutung, aber bitte wer wollte hier schon etwas editieren? Mit dem U-110 konnte man einfach und unkompliziert Akustikklänge abfeuern – ganz ohne nachzuladen und – für die damaligen Geschmäcker – in einer erstaunlich guten Qualität. Der Nachfolger U-220 setzte dieses Prinzip fort, bot aber ein größeres Display und bereits in der Grundausstattung einen größeren ROM-Speicher.

Aber auch der Roland U-220 (und der Keyboardversion U-20) hatten eine nur spärliche Synthesizer-Sektion ohne Filter, nur einen Hüllkurvengenerator sowie rudimentäre Chorus-, Hall- und Delay-Effekte. Einzig der Arpeggiator und die Chord-Memory-Funktion versprachen Abenteuer.

Der Erfolg der U-Serie gab Roland aber recht und beflügelte sie zu einer neuen Produktkategorie, womit wir nun im Jahr 1992 angekommen sind, beim Roland JV-880, dem ersten Spross einer Erfolgsserie, die seinesgleichen sucht.

ROLAND JV-880, der Spross einer neuen Generation

1992 der wunderbare JV-880

1992 der wunderbare JV-880

Der Roland JV-880 (ebenfalls als Keyboard erhältlich unter der Bezeichnung JV-80) brachte 1992 neues Leben in die ROLAND Produktpalette, ganz nach dem Motto „schneller, weiter, höher“. Zum ersten Mal spendierte man einem Roland ROMpler eine ausgewachsene Synthese (die in groben Zügen dann bis zur XV-Serie gleich blieb), dazu später mehr, erneut die Erweiterungsmöglichkeit per ROM-Karten und erstmalig die Erweiterungsmöglichkeit durch eine ganze Platine mit sage und schreibe 8 MB an Sample-Klängen – die man ohne fachliche Hilfe (!!!) ganz einfach selbst montieren konnte. (Einen Test zu allen 17 Roland SR-JV80 Boards findet Ihr HIER)

Der JV-880 mit Erweiterungen

Der JV-880 mit Erweiterungen

Man muss sich das nochmals vergegenwärtigen, was das im Jahr 1992 bedeutete:
Ein Korg M1 kam mit 4 MB ROM auf den Markt, die JV-Erweiterungsplatine war glatt doppelt so groß wie der gesamte Speicher des M1!

Platinen selbst einbauen? Wie bitte, einfach nur einen Teil am Gehäuse abschrauben, Platine einstecken und wieder zuschrauben? Sensationell!

Die gut klingende Syntheseeinheit im JV-880 war schließlich das i-Tüpfelchen zur Erfolgsgeschichte dieser wunderbaren Wunderkiste!

Der JV-880 hat 28-Stimmen und kann über MIDI acht verschiedene Sounds gleichzeitig abspielen, er ist somit 8-fach multitimbral. Ein Patch besteht aus vier Tones, von denen zwei in zehn verschiedenen Varianten zusammengeschaltet werden können. Für einen Tone kann ein Sample ausgewählt werden. Das Multi-Mode-Filter bietet 12 dB Flankensteilheit und ist sogar resonanzfähig. Bei Verschaltung zweier Filter erhält man sogar 24 dB. Es stehen 3 Hüllkurvengeneratoren und 2 LFOs zur Verfügung. Wahlweise, je nach ausgewählter Verschaltungsvariante der Tones stehen Booster (Distortion) oder Ringmod zur Verfügung. Anschlagdynamik und Tastaturbereich lassen sich einstellen. So sind Split- und Layer-Sounds innerhalb eines Patches und nicht erst in der Performance-Ebene definierbar. In einer Performance können bis zu 7 Parts mit deren Patches und ein Rhythmset zusammengefasst werden. Er wurde von 1992 bis 1995 gebaut.

ROLAND JV-1080, der Durchbruch!

ROLAND hatte seine Hausaufgaben gemacht. Innerhalb von zwei Jahren entwickelte man nicht nur einen hervorragenden Nachfolger zum JV-880, sondern erweiterte die Produktpalette um zahlreiche Erweiterungsplatinen für unterschiedliche Musikkategorien und Einsatzzwecke.

1994, der Roland JV-1080

1994, der Roland JV-1080

Dank der Möglichkeit, ganze 4 Platinen à 8 MB selbständig integrieren zu können, plus einer weiteren ROM-Karte (4 MB), stieg das Speichervolumen auf gewaltige 44 MB ROM an.

Aber auch die 64-stimmige Polyphonie bei 16-facher Multitimbralität machten den JV-1080 ganz schnell zum Arbeitstier in unzähligen Profi- und Semiprofi-Studios und erlaubten tatsächlich, komplexe Produktionen mit nur einem einzigen Klangerzeuger fahren zu können.

Schematische Darstellung der Speicherverwaltung des JV-1080

Schematische Darstellung der Speicherverwaltung des JV-1080

Der 1080 konnte anscheinend alles. Von der Emulation akustischer Instrumente bis zu fetten analogen Synthsounds. Die vielen Druckknöpfe und das größere Display vereinfachen die Bedienung erheblich. Die Effekte sind komplett, Filter, Motion Control und vollständige MIDI-Implementation lassen zunächst nichts vermissen. Seine Keyasardversion ist der Roland XP-80 bzw. mit kleinerem Tastaturumfang das Roland XP-60.

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Roland JV-2080 – Der Luxuriöse

Es dauerte 3 Jahre bis sich Roland entschloss, den JV-1080 in Rente zu schicken und mit dem Roland JV-2080 einen Nachfolger zu benennen.

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1997 kam der Roland JV-2080 auf den Markt

Das Display war nun deutlich größer geworden und erleichterte die Bedienung enorm. Ansonsten hatte sich nicht viel getan, nur dass man nun statt 4 Platinen ganze 8 ROM-Platinen im Gerät platzieren konnte,

Der JV-2080 war ebenfalls 64-stimmig und 16-fach multitimbral. Der Vorrat an ROM-Samples war mit dem JV-1080 identisch, Wirklich neu waren lediglich die fünf EFX-Prozessoren, die jetzt besser klangen und zusätzliche Effekte anboten.

Roland XV – ein neues JV-Zeitalter bricht an

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Offensichtlich hatten die ROLAND Ingenieure große Schwierigkeiten, dieses „Pfund“ nochmals zu toppen. Auch hatte sich die Produktionsumgebung der meisten Studios von Hardware zu Software verlagert. Immer mehr umfangreiche Software-Librarys lockten die Produzenten weg von Rolands JV-Serie hin zu schnellen Rechnen mit integrierten Plug-ins.

Noch setzten Firmen wie AKAI und EMU auf Hardware-Sampler (was ein großer Fehler war, wie sich bald zeigen sollte) und so entstand wohl auch das Gerücht, auch ROLAND werde nun einen umfangreichen Hardware-Sampler auf den Markt bringen.

Pustekuchen. Im Jahr 2000 erschien ROLANDS XV-Serie. Kein Sampler, aber Sample-kompatibel mit ROM und RAM-Speicher (eben zum Laden von Sample-Librarys) und jeder Menge Steckplätze für Erweiterungen.

Die XV-Serie auf einen Blick

Die XV-Serie auf einen Blick

Roland SRX – Das neue Platinenformat

DIE XV-Serie etablierte ein neues Platinenformat mit einem Speichervolumen von ganzen 64 MB. Gleichzeitig ließen sich aber auch die alten Boards der JV-Serie einbauen.

Der ROLAND XV-3080 bot Platz für 4 Boards derJV-80-Serie sowie zwei Boards der neuen SRX-Serie. Mit dem internen 64 MB ROM-Speicher kam man auf 224 MB ROM. Damals eine ernstzunehmende Größe – auch gegenüber PCs, zumal keine Ladezeiten nötig waren, sondern alle Sounds auf Knopfdruck zur Verfügung standen.

Der ROLAND XV-5080  bot Platz für 4 Boards derJV-80-Serie sowie 4 Boards der neuen SRX-Serie. Mit dem internen 64 MB ROM Speicher kam man voll ausgebaut auf 352 MB ROM.  Zusätzlich ließ sich der Roland JV-5080 aber auch mit Sample-RAM-Speicher (SIMM) um weitere 128 MB erweitern und war damit kompatibel zur damals größten Library der Welt, dem AKAI S1000 Format. Wer mitgerechnet hat, kommt damit auf ein halbes Gigabyte Speichervolumen. Respekt.

Der ROLAND XV-5080

Der XV-5080 war bis Erscheinen des Integra-7 das Spitzenmodell der Reihe und bietet 32-fache Multitimbralität und 128 Stimmen. Auch er nimmt 8 Erweiterungen auf. 4 SR-JV80 und 4 SRX-Boards. Alle Sounds des 2080 und des JD-990 und des SuperJD sind in der Grundausstattung enthalten.

Roland XV-5080 aus dem Jahr 2000

Roland XV-5080 aus dem Jahr 2000

Die Effektsektion ist nochmals in der Qualität gesteigert und basiert nun auf Rolands SRV-3030, V-Studios und RSS-Technologie. Es ist der neue COSM-Prozessor. Ferner gibt es digitale Ausgänge in 24 Bit-Qualität. Es gibt einen 8-Kanal R-Bus-Anschluss für kompatible Roland Geräte und S/PDIF-Ausgänge. Darüber hinaus ist der XV-5080 in der Lage, Sampleformate des Roland S-700 und des Akai S1000 via SCSI einlesen. Der interne Speicher kann auf bis zu 128 MB erweitert werden, um die Librarys der genannten Sampler bequem einlesen zu können. Die Bedienung ist genau so intuitiv und gut dokumentiert wie bei seinen Vorgängern, erleichtert durch das große Display.

Roland XV-3080 – Eine Nahaufnahme

Wer sich heute einen Vertreter der JV- oder XV-Serie kaufen möchte, dem raten wir ganz klar zum ROLAND XV-3080. Er stellt zusammen mit dem Roland XV-5080 die Krönung der JV-Serie dar, verzichtet aber auf den Sample-Speicher des XV-5080, der heute unserer Meinung nach nicht mehr besonders attraktiv ist. Dazu kommt, dass der XV-3080 um die 300,- Euro gebraucht kostet (oft auch deutlich weniger) – und dass das ein Hammer-Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt, soll das nachfolgende Kapitel ausführlich beleuchten:

XV30 B

Der XV-3080 ist ein 128-stimmiger, 16-fach multitimbraler, erweiterbarer ROM-Player mit angeschlossener Synthesizer- und Effekt-Sektion. Verglichen mit der JV-Serie haben beide XVs eine erweiterte Auswahl Samples. Schon in der Grundausstattung, also ohne Erweiterungssteckkarten, bieten beide Geräte 1083 Grundschwingungsformen. Darin enthalten sind etliche multigesampelte Instrumentenklänge und Schlagzeugklänge und Effektklänge. Man hat alle Features eines JV2080 und zusätzlich viele altbekannte Roland ROM-Klänge und einige neue Schwingungsformen. Auf den 3080 möchte ich an dieser Stelle genauer eingehen, da er mir für diesen Bericht zur Verfügung gestellt wurde.

Die Art der Bedienung ist allen anderen JV/XV-Geräten sehr ähnlich. Der XV-3080 hat sechs Speicherbänke mit Werkspresets mit jeweils 128 Patches. Zusätzlich gibt es 256 GM Level 2 Patches, die entweder im GM-Modus oder außerhalb dessen zur Verfügung stehen. Die Schlagzeugsets belegen 12 Bänke und 64 Performances. User-Presets können auf 128 weiteren Speicherplätzen gesichert werden. Effektseitig gibt es im Vergleich zum 1080 wenig Neues, außer der Tatsache, dass die Effekte der XV-Serie von damals neueren Effektgeräten stammten. Drei Prozessoren sorgen jeweils für Reverb, Chorus und Multieffekte.

Äußerlichkeiten

Auch mit Einführung der XV-Serie bleibt Schwarz die Farbe der Wahl für professionelle Synthesizer von Roland. Das Gehäuse ist ebenfalls gleich geblieben. Das LC-Display ist mit 2 Zeilen à 40 Zeichen dasselbe wie beim 1080. Auf der Vorderseite befinden sich nicht weniger als 42 Knöpfe, wenn ich richtig gezählt habe. Mit dem Drehregler an der Vorderseite kann man alle Parameter genau genug einstellen. Beim Druck auf den Volume-Regler wird eine zum gewählten Klang passende Sequenz abgespielt. Das ist sehr praktisch bei der Suche. Das Gerät ist selbstverständlich voll MIDI-fähig. Externe Controller sind in großer Auswahl erhältlich. Damit ist ein ganz anderes Arbeiten möglich.

XV3080 A

Ich benutzte ein Behringer BCR-2000. Unten rechts auf der Frontplatte befindet sich ein SmartMedia-Karteneinschub, um Patches und Performances zu speichern. Das stellt eine deutliche Verbesserung zum proprietären Kartenformat der älteren JV-Serie dar. Überdies kann der XV,3080 sechs Wave-Expansions aufnehmen. Vier der sechs Steckplätze sind für die älteren SR-JV80-Expansions und zwei weitere für Rolands neuere SRX-Boards vorgesehen. Letztere bieten mehr Schwingungsformen und damit einen größeren Speichern. Warum allerdings ein neues Hardwareformat für diesen Zweck entwickelt wurde, ist unverständlich. Die Rückseite des XV-3080 ist selbsterklärend. Hier befinden sich neben der Kaltgerätebuchse für das interne Netzteil, MIDI In/Out/Thru und sechs Klinkenausgänge, die mono oder zu Stereopaaren zusammengefasst werden können. Ein S/PDIF-Ausgang oder Vergleichbares war dem 5080 vorbehalten.

Klang-Architektur

Auf der untersten Ebene steht die rohe Schwingungsform. Bis zu vier Schwingungsformen können in einem Patch zusammengefasst werden. Diese werden Tone genannt. Einem Tone folgen Effekte wie Ringmodulator oder Verzerrer, zwei LFOs, Tonhöhenhüllkurvengenerator, Time-Variant Filter mit Hüllkurve und Ampsektion mit Hüllkurve. Jeder Tone eines Patches kann in Level und Pan einzeln geregelt und einem Ausgang zugewiesen werden. Ferner können Velocity- und Key-Ranges pro Tone einzeln verändert werden. Die Rhythm-Set-Patches sind ein wenig anders ausgelegt. Hier können bis zu vier Tones, die jeweils aus vier Schwingungsformen bestehen, pro Taste zugewiesen werden.

Dieselben Synthesefunktionen wie bei normalen Patches stehen hier zur Verfügung. Damit lassen sich sehr fette, aber auch experimentelle Drumsounds generieren. Patches wiederum können auf 16 Parts verteilt werden und stehen auf der Performance-Ebene gleichzeitig zur Verfügung. Jeder Part wird einem MIDI-Kanal zugewiesen und kann via Sequencer oder splitbarer MIDI-Tastatur angesteuert werden. Ferner können in einer Performance Parts, Tuning, Level, Pan-Position, Polyphonie und viele andere Parameter eines Patches zugewiesen werden. Es ist sogar möglich, Hüllkurvenparameter und Filter Cutoff/Resonance einem Patch innerhalb einer Performance zuzuweisen, ohne das original Patch zu verändern. Die Effekte können sowohl auf der Patch- wie auch auf der Performance-Ebene angewendet werden. In einem Patch läuft die Zuweisung über einen Send eines Tones. In einer Performance kann man Effekte entweder als Insert-Effekt, der einem Part zugewiesen wird, oder global über einen Send-Level aus jedem Part heraus. Ersteres würde man eventuell für Verzerreffekte und Letzteres für Raumeffekte anbieten.

Die MIDI-Matrix

Wie die meisten japanischen Synthesizer hat der XV-3080 ein durchdachtes MIDI-Konzept anzubieten. Alle Parameter sind über SysEx kontrollierbar. Über die Matrix-Control können MIDI-Controller zu Patch- und Performance- Parametern zugewiesen werden. Bis zu vier MIDI-Controller-Quellen können vier Zielen pro Patch zugeordnet werden. Pitch, Level, Chorus- und Reverb-Send, vier Multi-Effect-Parameters, verschiedene LFO-Parameter, Filter Cutoff/Resonanz und Attack, Decay und Release der drei Hüllkurvengeneratoren. Für jeden Tone kann einzeln festgelegt werden, ob dieser durch externe MIDI-Daten verändert werden soll oder nicht. Darüber hinaus bietet jedes Modulationsziel vier untergeordnete Ziele. So kann ein Controller mehrere Parameter gleichzeitig modulieren. Des Weiteren können in der Matrix die LFOs, TVF EG, TVA- und Pitch-Hüllkurven als Modulationsquellen für andere Parameter genutzt werden. Selbstverständlich können via MIDI-Dump alle MIDI-Einstellungen bezüglich Patches und Performances auf SmartMedia-Karten gesichert werden. Nicht so die Sounds selber, um Missverständnissen vorzubeugen. Sehr praktisch ist die sogenannte Info-Funktion, die einen MIDI-Analyser darstellt.

XV3080 Boards

Effekte

Der Hall bietet mit den Presets SRV Room, SRV Hall und SRV Plate immer noch einen guten Standard. Folgende Parameter können editiert werden: Pre-Delay, Nachhallzeit, Raumgröße, HPF, Dichte, Diffusion, LF und HF Dämpfung. Der Chorus-Prozessor enthält einen Chorus-Effekt und Delay. Das Delay kann in Millisekunden eingestellt oder via MIDI synchronisiert werden. Sehr mächtig kommt der Multieffektprozessor daher. Hier gibt es 63 unterschiedliche Effekte, die seriell oder parallel gefahren werden können: Overdrive, Distortion, Phaser, Stereo-Delay, Quadruple-Tap-Delay und Gated Reverb, Overdrive/Chorus, Enhancer/Delay und Chorus/Flanger. Einige abgefahrenere Effekte sind Formant Filter, Ring Modulator, Lo-Fi Kompressor, Slicer, 3D-Chorus und 3D-Flanger.

Die Multieffekte können zum Chorus und Reverb geroutet werden und der Chorus kann wiederum durch den Reverb geroutet werden. Soundtechnisch gibt es an den Effekten wenig auszusetzen. Natürlich wäre heutzutage sehr viel mehr möglich. Die Effekte unterstreichen den Charakter des Synthesizers.

SOUND

Bei der gebotenen Masse an Klängen ist es natürlich nur schwer möglich, auf jeden einzelnen einzugehen. Kein Klang ist wirklich schlecht, alle sind wohl durchdacht und in dem für sie vorgesehenen Kontext sehr gelungen. Größenteils sind die Klänge als schön zu bezeichnen. Bereits die Basisklänge eines XV-3080 reichen von beeindruckenden Orchesterklängen bis zu Dancefloor füllenden Bass- und Drumsounds. Natürlich klingen einige Sounds mittlerweile etwas angestaubt. Beim chirurgischen Hören und Spielen einzelner Sounds klingen zum Beispiel gerade die Streicher, Bläser und Chöre zumindest sehr nach 80er-Retro.

Bei weiteren Versuchen stellte sich jedoch oft heraus, dass sich gerade diese im Mix immer noch sehr gut durchsetzen können und je nach Kontext doch auch wieder erstaunlich frisch klingen können. Der generelle Klangcharakter ist damals wie heute als HiFi und sauber mit ausreichend tiefe in jeder Beziehung zu bezeichnen.

Synthesizersounds, und hier vor allem Sounds bei denen wiederum die Filter im Einsatz sind, klingen wirklich überzeugend. Natürlich merkt man den Filtern an, dass es sich um keine analogen Filter handelt, aber auf der anderen Seite stehen sie mit so manchen virtuell analogen Synthesizern auf einer Ebene, klingen musikalisch und kommen vor allem beim Einsatz von Samples zur vollen Entfaltung.

Fazit

Alle in diesem Beitrag genannten Produkte der JV- und XV-Serie sind eine Empfehlung wert. Für kleines Geld bieten sie auch heute noch einen hervorragenden Klang und einen echten Synthesizer. Die JV- und XV-Serie zum ROMpler zu degradieren, würde den Fähigkeiten dieser Synthesizer nicht gerecht werden. Echten ROMplern wie z.B. dem ersten drei E-Mu Proteus Expandern, sind die haushoch überlegen – und das in allen Belangen.

Kurz gesagt: Die JVs und vor allem die XVs sind noch immer nach all den Jahren gut klingende Synthesizer. Rolands Sounddesigner haben für nahezu jeden Sound exzellente Arbeit geleistet. Die Editiermöglichkeiten bieten großen Raum für eigene Experimente. Bis zu 128 Stimmen, viele Schwingungsformen und Patches, Erweiterbarkeit und ein „großer“ Klang müssen sich nicht verstecken und taugen noch immer für qualitativ hochwertige Ergebnisse.

Plus

  • Durchsetzungsfähigkeit nahezu aller Klänge
  • Erweiterbarkeit
  • Vorbildliche MIDI-Implementation
  • Qualität

Minus

  • Multitimbralität und Mehrstimmigkeit ist nicht erweiterbar
  • nicht alle Modelle haben das große Display
  • nur der XV5080 verfügt über digitale Ausgänge

Preis

  • JV880: > 80,- Euro
  • JV1080: > 120,- Euro
  • JV2080: > 200,- Euro
  • XV3080: > 300,- Euro
  • XV5080: > 400,- Euro
  • Die Gebrauchtmarktpreise für Erweiterungskarten variieren stark von 40,- bis 300,- Euro
  • Alle aktuellen Preise wie immer auf der Syntacheles-Liste
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Der JV-1080 war in den 90ern nicht ohne Grund in fast jedem Studio zu finden. Er bot eine extrem breite Palette schon „fertiger“ Sounds in HiFi Qualität die man sofort einsetzen konnte. Die Werksounds hörte man in unzähligen Dance Tracks heraus. Ein großes Plus des JV war neben dem sauberen und typisch warmem Klang der ordentlicher Druck der Kiste. Für mich ist der JV-1080 ein Klassiker der 90er.

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    Xenox.AFL  

    Ich hatte sie alle bis auf den Xv5080, der JV880 klang in meinen Ohren immer besser wie der JV1080, als der JV2080 dann raus kam war ich wieder Glücklich mit der JV – Serie und habe schnellstens den JV1080 in Rente geschickt… Ich glaube, Roland hat da ganz schlechte Wandler eingebaut.

    Der XV3080 war dann wieder ein Schritt nach vorne, oh Mann, ich habe da echt einen Haufen Sounds mit gemacht, am besten ging das Arbeiten aber mit der Fantom Reihe, aufgrund des großen Displays und den Reglern, ging alles 1000 mal schneller von der Hand.

    Leider habe ich heute nichts mehr von den, aber manchmal juckt es wieder in den Fingern wieder einen Park an Hardware Synthies anzulegen, aber letztendlich siegt dann doch die Vernunft, seien wir ehrlich, alles im Rechner zu haben ist doch das schönste was es gibt, oder? Kein Recorden mehr von Spuren etc. das war für mich immer das k.o.Kriterium für Hardware Synthies, das ewige recorden der Spuren…

    Ansonsten bin ich bei der JV/XV-Serie wieder dabei, und wie ich mich kenne, steht bald auch wieder einer in meinem Studio? Warum? Weil ich sie doch irgendwie lieb habe! :D

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      Tyrell  RED 2

      Mein Tipp: Integra-7, da hat man quasi die ganze JV/XV-Serie plus einigen Neurungen.

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        Xenox.AFL  

        Integra7 ist wirklich gut, keine Frage, aber ich weiß nicht ob ich mir nochmal so ne Kiste ins Studio stellen würde, die letzten Jahre war ich persönlich irgendwie immer satt, ich habe mir einige Korg’s in Studio gestellt und ehrlich, sie waren schneller wieder weg als ich gucken konnte, kein Spaß mehr an den Maschinen gehabt…

        Aber vielleicht war das auch gerade meine Persönliche „midlife crisis“ gewesen… :D Denn irgendwann habe ich es im Kopf bekommen und alles aus dem Studio verbannt und bin eigentlich absolut Glücklich mit „nur meinem mac..“

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      AMAZONA Archiv

      Vernunft geht immer mit Einbußen von Spaß einher. Immer! ;)

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    der jim  RED

    Der 1080 war das richtige Gerät zur richtigen Zeit. Die Lieferungen sind kaum nachgekommen und wir hatten im Laden eine lange Warteliste.
    Nicht nur in Dance-Tracks, sondern auch massig Popsongs konnte man das Teil hören, fast schon wie den DX7 in den 80ern ;-)

    Für mich ist ein Grund, sich einen JV/XV oder ähnliche Workstation immer noch ins Setup zu holen, der das es einfach noch immer kein Softsynth-Pendant auf Augenhöhe dazu gibt. Die Kombination aus aufwendigem Samplecontent (Bread&Butter + Synth + Specialsounds) und hochwertigen, kreativen (!) Presets fehlt bei den bisherigen Plugins. Librarys von den großen Samplern bieten in der Regel nur GB-strotzende Sounds aber keine vergleichbaren daraus programmierten Sounds. SampleTank bzw. Sonic Synth 2 hatten es versucht, aber da waren zu viele Abstriche in der Qualität und es fehlte das gewisse Etwas.

    Der JV/XV-Nimbus liegt vielleicht auch daran, dass das Gros der JV-Sounds von Eric Persing kreiert wurde?

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      Xenox.AFL  

      Da muss ich dir Recht geben, die heutigen Libs, die z.B. in Kontakt mitgeliefert werden, sind total langweilige Sounds, ausser die brauchbaren Orchester Sachen, alles andere ist total langweilig und ohne Liebe gesampelt (teilweise Hüllkurven mit gesampelt), das ist sicher auch der Grund warum Spectrasonics so erfolgreich ist, sie gehen den Weg einfach weiter in der Software Schiene, die Sounds sind neu und haben etwas. Und genau weil es so langweilig ist, habe ich ja damals auch meine eigene Lib erstellt, wurde ja hier sogar mal getestet (Sophistry http://www.....sophistry/), da hatte ich schon damals das Gefühl was Du geschrieben hast, der Jim.

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        Xenox.AFL  

        Aber, soweit ich weiß ist Eric nicht mehr alleine tätig gewesen im Sounddesign für die JV/XV Reihe, es wurden hier und da noch Boards erstellt von ihm (Supreme Board ist extrem geil) aber ob er noch alle Sounds gemacht hat, wage ich zu bezweifeln.

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          der jim  RED

          Natürlich nicht alle, da waren noch mehr Leute beteiligt, keine Frage. Er selbst schrieb dazu „…a majority of the JV/XP/XV series classics“.
          Ich meine, dass man seinen Stil teils schon erkennt, und das sind die JV-Sounds, die ich bevorzugt verwendete.

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    MidiDino  AHU

    Die JV-Serie war für damalige Verhältnisse wirklich hervorragend. Doch die alten Schlachtschiffe mit den üblichen ‚Leistungszahlen‘ – Registerbruttotonnen – anzupreisen, wie dies im Artikel geschehen ist, scheint mir ein unangemesser Weg zu sein. Es ist viel Programmierarbeit erforderlich, um aus noch tauglichen Samples einige Presets zu basteln. Gerade die ‚Brot und Butter‘ Sounds kann man schlicht übergehen. Man wird sich als Nutzer etwas einfallen lassen müssen. Die Filter und sonstigen Möglichkeiten sind immer noch fantastisch. Ein Beispiel habe ich in Bezug auf den JV-1010 erläutert (Erfahrungsbericht). Ich gebe Tyrell Recht! Wer sich keinen Synth für Spezialaufgaben programmieren will, ist mit dem Integra-7 besser bedient. Und wer dazu bereit ist – der Integra ist eine tolle Ergänzung!

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    Mauri

    Schöner Artikel !

    Aber warum wurde der XV-5050 ausgespart ?
    Der hat auch Digital Out und kostet weniger als der XV-5080 ! Und einen Editor gibts für das Teil auch !

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      Xenox.AFL  

      Der XV5050 und all die anderen die noch dazwischen raus kamen sind ja im Prinzip auch ein XV3080, nur hier und da wurde etwas eingespart oder hinzu gepackt…!

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        Betancourt  

        Laut folgendem Artikel: http://www.....om/?cat=15 nimmt der 5050 technisch eine Sonderstellung ein, insofern als er der einzige Vertreter der Serie ist, der alle Sounds mit 44,1kHz wiedergibt. Alle JV-Module sowie der 3080 arbeiten mit 32kHz – der 5080 hat zwar auch 44,1kHz-Wandler, verwendet aber mit Ausnahme der JD990-Waves von 32 auf 44,1 „hochgesampelte“ Klänge. Im Ergebnis klinge der 5050 dadurch deutlich mehr nach Hifi, dafür aber weniger warm und druckvoll als z.B. ein 1080. Auch hat der 5050 als einziges Gerät bereits Klangmaterial vom Fantom mit an Bord.
        Das geht jetzt sicherlich schon sehr ins Detail, an dieser Stelle fand ich das aber trotzdem interessant, zumal der o.g. Artikel einen sehr fundierten Vergleich zwischen allen Modellen der Serie bietet.

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    klingend  

    Also ich persönlich habe schon fast wieder genug von dem „Alles-im-Rechner-Studio“. Bei mir ist es genau andersrum.

    Klar die Aufnahmetechnik und die Effekte um alles fein zu mischen und klanglich schick zu machen, dafür taugt eine Rechnerumgebung definitiv. Aber ein Musikinstrument möchte ich dann doch mal wieder vor mir stehen haben, dass man anfassen und physisch vor sich sehen kann.

    In Sachen Computerzeugs macht sich bei mir schon langsam so eine Art „Overload“ bemerkbar. Scheinbar ein Zeichen etwas zu ändern. ;-)

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      AMAZONA Archiv

      Ich denke, das ist wirklich eine Frage des persönlichen Workflows. Der eine hat seine gesamte Umgfebung im MacBook, der andere sitzt oder steht umgeben von Wänden aus 19″-Racks.
      Ich persönlich bin da auch massiv old-school, und meine ideale Umgebung besteht aus etlichen Klangerzeugern, Effekten, Submischern und >10 Patchbays, um die Wege schnell zu stecken und zu ändern.
      Andere lieben ihre Maus und 3 Controller, aber wie immer gilt: Wichtig ist das Geräusch, das hinten rauskommt.
      Bitte nicht zu wörtlich nehmen :)

  7. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich halte auch die JV-Serie für eine nach wie vor amtliche Sound-Familie.
    Der 1080 schmückt immer noch mein Rack, und wer noch mindestens einen anderen Synth (Hardware oder Software) sein eigen nennt, wird mit ihm noch ewig glücklich sein.
    Selbstverständlich ist das kein Gerät für eine komplette Produktion, aber das Ding liefert (besieht man die technischen Möglichkeiten) fantastische Sounds, die leidlich ordentlich verbogen werden können. Und im sauberen Mix hört man dem Gerät sein Alter nicht an.
    Im Vergleich zum 880 ist das Ding sogar leidlich am Gerät editierbar (beim 2080 noch etwas besser).
    Ich fand den Vergleich eines Vor-Kommentatoren sehr schön: Ja, irgendwie ist die JV-Serie der DX7 der 90er.
    Beide stehen für ihre Zeit,w aren dort maximal populär, aber immer noch kann man wunderbare Sounds auch heute aus ihnen rausholen.
    Daumen hoch von meiner Seite.

  8. Profilbild
    mhagen1  

    Hallo und vielen Dank für den schönen Bericht, der auch sprachlich mal ausgesprochen gut ist :-) Der JV-1080 war auch lange Teil meines Studios. Heute habe ich Ihn durch einen Fantom XR ersetzt, der im Liverack seinen Platz gefunden hat. Roland hat seine Sample-Library über die vielen Jahre gepflegt und den technischen Möglichkeiten angepasst. Ich halte das für eine sehr gute Strategie, andere finden das „laaangweilig“. Ich möchte auf die Roland-Sounds nicht verzichten.

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      Joghurt  AHU

      Sprachlich ist der Bericht wirklich sehr ansprechend (wie eigentlich alle Artikel von Malte). Daher ein grosses Kompliment an dich Malte.

  9. Profilbild
    vssmnn  

    Mir hat der JV Sound beim Live Einsatz leider nie gefallen können, ich empfinde die Klangentwicklung sehr steril und unmotivierend,
    Man hat als Keyboarder nicht daß Gefühl, sich in einen Sound dynamisch „hinein-fühlen“ zu können, da passiert dann unproportional wenig.
    Kühle langweilige Presetschleuder ja, aber ohne jegliche Emotionen.

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      mhagen1  

      Für den Liveeinsatz kann (und sollte) man sich seine Sounds schon selbst zusammenbauen. Da bietet die JV/XV-Serie ja allerhand Möglichkeiten. Dann bleibt auch das Spielgefühl nicht auf der Strecke.
      Mit dem Fantom hat man ja auch die Möglichkeit, eigene Samples zu integrieren. Dazu hier mal ein Link zur Konkurrenz: http://www.....lones.html

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      MidiDino  AHU

      Dagegen gibt es ein einfaches Rezept. An den Presets schrauben. Wer einen individuellen Klang haben möchte, muss dafür auch etwas tun ;-) Filter, Hüllkurven, LFO und Booster bieten dafür Möglichkeiten.

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    bobs world  

    Zunächst Danke an Malte für den sehr sorgfältigen Bericht.
    Trotz vieler VST und Hybrid Instrumente steht bei mir im Studio ebenfalls noch ein JV-1080 (Super JV). Die Sounds sind auch heute noch sehr durchsetzungsfähig, und haben den oft angesprochenen warmen Klang.
    Die Roland JV Serie wird aktuell unterm Wert verkauft, wer keinen hat sollte jetzt zugreifen – günstiger werden die nicht mehr ;-)
    Wer mehr Geld hat, sollte sich den Integral 7 anschauen. In Zeiten der VST Instrumente sind Soundmodule sehr rar geworden.

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    Betancourt  

    Schöner und längst überfälliger Bericht. Der 1080 ist tatsächlich eine ziemliche Bassmaschine, was man ihm auf den ersten Blick weder ansieht noch anhört. Man kann damit schon ganz schöne Druckwellen auslösen, was für so einen Standard-Rompler ja durchaus nicht üblich ist.
    Gleichzeitig handelt es sich bei allen JVs und XVs um vollwertige Synthesizer mit recht komplexer Synthese-Struktur. Über den integrierten Booster-Algorithmus und FXM lassen sich auch experimentelle und „neuartige“ Sounds erstellen, die man so auf keinem anderen Gerät hinbekommt. Allerdings muss man dann auch Zeit und Mühe für die Programmierung aufwenden, weil beileibe nicht immer alles gleich gut und brauchbar klingt (hier merkt man bisweilen auch das Alter der Wandler).
    Die Standard-Instrumente der JVs wie Piano, Streicher o.a. finde ich für elektronische Produktionen besser geeignet als moderne Libraries, da sie zwar weniger echt klingen, dafür aber „Sound“ haben und nicht aus der Quarantäne-Station kommen.

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    gaffer  AHU

    „Der JV-880 hat 28-Stimmen und kann über MIDI acht verschiedene Sounds gleichzeitig abspielen, er ist somit 8-fach multitimbral.“

    Mir hat mal ein anderer Musiker gezeigt, dass der Prozessor bei zwei eingesetzten Parts beim dritten schon kein Vibrato mehr spielen konnte. Es wurde so ’ne Art Sample & Hold aus einer Sinuswelle. Diesen Fehler hat Roland leider öfter gemacht, Übermotorisierung war nie deren Ding.

    Trotzdem finde ich auch diese Reihe erwähnenswert, mir gefiel vor allem XP-30

    Bei der historischen Betrachtung sollte man noch einen Ticken weiter zurück gehen: MT 32, der FB 01 von Roland war in dem Laden, in dem ich damals arbeitete der unglaublichste Abräumer, den ich je erlebte und direkte Initiator dieser Reihe. 8+1 Parts. Über die Wandler schweigen wir, wie beim U110 besser.

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      mhagen1  

      Der MT-32 war doch eher ein multitimbraler D-50, oder? Mit C64 und C-Lab Supertrack ROM war der MT-32 jedenfalls damals (1985) ein echtes Multitrack-Dreamteam :-)

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    AMAZONA Archiv

    Der yamaha FB01 ist ein völlig unterbewertetes Synthesizer Tier das hoch digitale Klänge mit üblen frühachziger Jahren Wandern zum schwer zähmbaren 8 bit knaller macht. Wer jedoch feinfühlig mit ihm umgeht kann sich damit sein arrangement unglaublich gut schmücken. Denn der FB01 ist ein harter Granit Stein mit eckigen 8bit Zähnen der schöne scharfe Kanten hat.
    Einfach mal anhören.

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      c.hatvani  AHU

      Der FB01 war unmöglich zu bedienen und am Gerät gar nicht editierbar. Wenn, dann ein DX100, macht viel mehr Spaß.

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    Frame 65  

    Ja ..der gute alte JV 1080 bleibt auf jeden Fall im Rack. Meiner ist voll ausgebaut. Vor allem die Vintage und 60/70‘s Board‘s sind nicht zu unterschätzen! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den JV früher als reine Presetschleuder missbraucht habe. Doch wenn man sich mit dem Synthi ein wenig beschäftigt, kommen wirklich amtliche Sounds heraus! Den gebe ich nicht mehr her…

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