Interview: George Hearn von UDO zum Super 6

7. März 2020

Mein Super 6 ist kein Jupiter-6 Klon

George Hearn im Sky-Call mit AMAZONA.de im Februar 2020

George Hearn im Skype-Call mit AMAZONA.de im Februar 2020

Wichtiger Hinweis der Redaktion vorab: Den ausführlichen Test zum UDO SUPER 6 findet Ihr HIER (klicken)

Schon während der letzten Superbooth konnte uns ein Neuling unter den Synthesizern ganz besonders begeistern. Sowohl visuell als auch vom Klang hatte man bereits zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, dass da etwas ganz Großes kommen würde. Knapp ein Jahr später haben wir den Erfinder des UDO Super 6, George Hearn, per Skype zum Interview gebeten. Kurz vor der Fertigstellung des Serienprodukts hat sich George viel Zeit genommen, uns über den Super 6 und die Hintergründe zu seiner Entstehung zu berichten. Viel Spaß.

Peter:
Hi George, willst du uns etwas über deine Karriere erzählen?

George:
Hi Peter!
Ok. Na ja, Karriere ist ein komisches Wort. Für mich und wahrscheinlich für viele andere Menschen, die sich in einem Beruf befinden, ist es eine Reihe von Zufällen, einigen Fehlern und dem, was passiert ist, während man andere Pläne geschmiedet hat.

Ich habe Ingenieurwissenschaften in Bristol/Großbritannien studiert. Ich war schon als Teenager ein Hobbyist in der Elektronik und ein Bastler, der sich auch für Musik und Synthesizer interessierte. In den Tagen von Fernando Alonso und Giancarlo Fisichella 2005/2006 habe ich es geschafft, eine Zeit lang für die Formel 1 von Renault zu arbeiten und dort habe ich meine Fähigkeiten gelernt, nicht am Schreibtisch, sondern in der Herstellung. Diese umfassende Erfahrung im Bearbeiten, Formen, Entwerfen, Testen und sprichwörtlichem „Tun“ war für meine spätere Erfahrung von entscheidender Bedeutung.

Nach Renault arbeitete ich als beratender Ingenieur für verschiedene Firmen und gründete schließlich ein Labor- und kleines Beratungsunternehmen mit einer kleinen Gruppe von Ingenieuren, die zuerst Technologie für die industrielle Automatisierung, später aber für Luft- und Raumfahrt sowie medizinische Geräte lieferten. Dies sollte mein Beruf für 10-15 Jahre sein, bevor es zu UDO kam.

George Hearn in seinem Element

Peter:
Wie entstand denn deine Firma UDO?

George:
Während meiner gesamten Arbeit für Kunden habe ich immer im Hintergrund herumgebastelt und Synthesizer-Komponenten in Form von Chip-Ersatzmodulen hergestellt und verkauft. Ich habe eine Technologie-Lizenz an Modal verkauft. Daraus wurde später der Modal 008 Synthesizer, der 2016 herauskam.

In meiner Freizeit habe ich mehrere analoge Polysynthesizer hergestellt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, „Freizeit“ hört sich gut an. Wahrscheinlich habe ich mittlerweile  vergessen, wie sich das anfühlt! Ich könnte viele Dinge darüber sagen, warum ich UDO gegründet habe und welche Ideen hinter dem Unternehmen stehen, aber ich denke, dass eine treibende Kraft dahinter steckt, die mich mehr als alles andere motiviert hat.

Jeder, der sich mit Leidenschaft engagiert, hat möglicherweise das Pech, irgendwann zu erfahren, wie es sich anfühlt, eines Tages aufzuwachen und zu denken: „Lohnt sich das alles wirklich?“ Ich hatte mich leidenschaftlich einigen Projekten gewidmet, die erfolgreich geworden waren, wurde dafür aber nie richtig anerkannt. In meinem Privatleben haben sich einige Dinge zusätzlich auch so ergeben, dass ich eines Tages einfach nicht mehr das tun konnte, was ich tat. Es war, als hätten mich sämtliche Kräfte gerade verlassen.

Zur selben Zeit saß ich hier mit den technischen Werkzeugen, der Erfahrung, zumindest einem Teil des Wissens, dem Labor, der Lieferkette und ein wenig Geld aus dem Geschäft und musste wohl einen Moment des Wahnsinns gehabt haben, als ich dachte, es wäre eine gute Idee, eine Musikinstrumentenfabrik zu gründen. Das heißt, es war wirklich immer mein Traum gewesen und alles andere war eigentlich nur eine Ablenkung oder vielmehr eine notwendige Reise, um mich an diesen Punkt zu bringen.

Peter:
Wie viele Angestellte hat UDO heute – und arbeiten sie alle am UDO Super 6 Synthesizer?

UDO Factory für Super 6

George:
Moderne Unternehmen sind kompliziert! Wir haben mich als Direktor und Chefingenieur, meinen Bruder als Grafikdesigner, einen hauptberuflichen Entwickler, einen Teilzeit-Marketing- und Betriebsmitarbeiter, zwei Vertragsingenieure, einen Hardware-Spezialisten und einen Produktions- und Maschinenbauingenieur. Wir haben Vertragshersteller, die bei Zeichnungen und Design behilflich sind und natürlich haben wir Designbox und Axel Hartmann beauftragt, das Erscheinungsbild des Produkts zu verbessern. Wir haben auch eine kleine Armee von Testern auf unserem Slack-Kanal, einen technischen Autor, Mike Hiegemann, der bei dem gigantischen 100-Seiten-Handbuch zum Super 6 mitgeholfen hat und meine Eltern unterstützen uns, wo sie können, wenn wir am Limit sind!

Theoretisch also 2 Vollzeitbeschäftigte im traditionellen Sinne und eine globale Zusammenarbeit aus Designern, Ingenieuren und Musikern – so sieht die Realität des 21. Jahrhunderts aus.

Peter:
Was hat dich dazu motiviert, den UDO 6 zu starten?

George:
Ich liebe Synthesizer, ich liebe sie einfach und ich liebe es, mich selbst zu verlieren, wenn ich sie spiele. Der UDO Super 6 ist ein Instrument, das alles kombiniert, was ich an diesen wunderbaren Musikinstrumenten liebe. Wir wollten ein leistungsfähiges und zugängliches Instrument schaffen, das gelernt und geliebt werden kann und das von der reichen Geschichte der dahinter stehenden Instrumente inspiriert wurde, während wir gleichzeitig die Technologie des analogen Synthesizers weiterentwickelten.

Peter:
Du hast dich bewusst für digitale Oszillatoren entschieden. Warum?

George:
Ich denke, ich habe es geschafft, digitale Oszillatoren zu entwickeln, die wirklich überzeugend klingen. Als ich in meinem Schlafzimmer mit einem FPGA-Entwicklungsboard herumspielte, gelang es mir, ein schön klingendes und praktisches Konzept zusammenzustellen. Ich wusste, dass ich in meinem neuen Design ein FPGA für Hüllkurven und Modulatoren verwenden würde und als ich herausfand, dass man mit ihnen auch großartige Oszillatoren herstellen könnte, war es für mich automatisch klar, dass wir ein hybrides analoges und digitales Instrument herstellen würden.

UDO Super 6 Board

Peter:
Aber bei den Filtern bist du analog geblieben. Warum?

George:
Wer mag kein großartig klingendes Analogfilter? Es macht das Instrument „echt“. Die extrem hohen Abtastraten und die parallele Verarbeitung des FPGA und Element des analogen Filters machen zusammen etwas aus, was ein Computer so nicht leisten kann und das verleiht dem Super 6 seinen Klang und seine Identität. Es ist einfach kein Computer, sondern ein Instrument.

Peter:
In unserem Skype Call hast du mir erzählt, dass der UDO ein „fast“ deutscher Synthesizer ist. Kannst du uns das bitte noch mal erklären?

George:
Das Chassis wird in Deutschland hergestellt, ebenso die mechanischen Teile wie der Pitchbender. Die Endmontage erfolgt in Deutschland und das Industriedesign wurde natürlich von Axel in Ravensburg im Süden des Landes kreiert. Wir übersetzen das Handbuch ins Deutsche und es wird eine Made in Germany Marke tragen, aber es ist wirklich ein globales Konsortium. Das ist jetzt die moderne Welt, ein Netzwerk von Spezialisten, die durch Kommunikation und Logistik verbunden sind.

Ein weiterer Blick in das UDO-Labor

Peter:
Hatte die Entscheidung, den UDO 6 in Deutschland zu produzieren, irgendwas mit dem Brexit zu tun?

George:
Meine Mutter ist Norwegerin, meine Freunde sind Europäer und international vertreten, mein Geschäft ist hauptsächlich europäisch orientiert und beruht auf der Verbundenheit, die wir haben. Der Brexit ist ein schrecklicher Misserfolg unserer Demokratie und schadet bereits meiner Familie, meinem Geschäft und meinem Leben. Ich bin froh, alle Abhängigkeiten vom britischen Staat zu beseitigt zu haben, wo immer ich konnte. Ich werde mich immer für internationale Zusammenarbeit einsetzen und wünsche, dass das Land, in dem ich lebe, einladend und freundlich ist. Der Brexit wird von Fremdenfeindlichkeit, Angst und Fehlinformationen und allem, gegen das ich stehe, angetrieben. Wie viele Menschen hier bin ich wütend, traurig und beschämt und habe keine Angst, darüber zu sprechen.

Peter:
Du sagst ja, der UDO Super 6 ist kein Klon des Jupiter-6. Trotzdem erinnert er optisch an ihn. Was hat es also auf sich mit dem UDO Super 6 und dem Roland Jupiter-6?

George:
Es ist interessant, nur weil er eine 6 im Namen hat und dem Jupiter ähnelt, wird der UDO 6  sofort mit dem Roland Jupiter-6 verglichen. Die Schnittstelle ist jedoch tatsächlich viel näher an einem Jupiter 8 mit Dreh- und Kippschaltern. Im Inneren unterscheidet sich die Architektur stark von beiden, mit Filtern, die denen von Korg Polysix, EMU SP1200, PPG usw. ähneln. Wir wollten etwas von der nostalgischen Magie der visuellen Anziehungskraft von Synthesizern einfangen, sahen aber keinen Sinn darin, einen Klon zu erstellen, wenn wir wirklich keine Kompromisse bei der Klangqualität oder der Verarbeitungsqualität eingehen müssen. Ich möchte, dass der Super 6 Schulter an Schulter mit den Klassikern steht und sich nicht verstecken muss, meiner Meinung nach haben wir das mit Sicherheit erreicht.

Ehrlich… keine Ahnung, was das ist

Peter:
Wenn du den Sound des UDO Super 6 mit einem Vintage Analogen vergleichst, welchem würde er am nächsten kommen?

George:
Das ist eine schwierige Frage! Auf jeden Fall klingt unser Super 6 nicht wie die alten Roland Jupiter, denen wir visuell ähneln. Die Super 6 Oszillatoren haben wirklich ihren eigenen Charakter und ebenso das Filter, obwohl ähnliche in vielen Klassikern gefunden vorhanden sind. Sie klingen bei uns anders durch die Art und Weise, wie wir sie implementiert haben.

Vielleicht kann mir jemand für ein paar Monate eine umfangreiche Sammlung von Vintage-Instrumenten und ein Studio leihen? Das würde mir gefallen, dann kann ich dir eine Antwort geben, ein wenig bärtiger und lächelnd.

Peter:
Der Novation Summit folgt einem ähnlichen Konzept, einer Mischung aus digitalen Oszillatoren und analogen Filtern. Offensichtlich werden Summit und UDO Super 6 oft miteinander verglichen. Wo siehst du die größten Unterschiede zwischen den beiden?

George:
Physische Umsetzung, Designethos und Sound. Wir haben eine unkonventionellere Einstellung zu Polysynthesizern. Ich stelle mir den Super 6 gerne ein wenig wie eine „Destillation“ dessen vor, was einen Synthesizer ausmacht. Mit möglicherweise weniger Betonung auf Features und mehr Betonung auf Spielbarkeit, Gefühl und Musikalität.

Der UDO Super 6 in Black

Peter:
Wie viel wird der UDO Super 6 im Handel kosten?

George:
Die empfohlenen Preise sehen wie folgt aus: 2.295 GBP in England, 2.500 Euro in Europa  bzw. 2.800 USD in Amerika.

Peter:
Bis wann wird er lieferbar sein?

George:
Die Kunden werden ihre Instrumente voraussichtlich im April erhalten.

… und in Blue

Peter:
Apropos, welches ist dein Lieblings-Vintage-Synthesizer?

George:
Ich liebe meinen Oberheim OB-X, Jupiter-8 und Memorymoog, die mich hier umgeben! Mit ein paar netten Effektgeräten, einem Looper-Pedal und viel Zeit zum Totschlagen … und vielleicht einem Reparaturtechniker auf Abruf … sind die richtig gut.

Peter:
Vielen Dank für dieses Interview und viel Glück für deinen UDO 6!

George:
Danke dir, lieber Peter, das Interview mit AMAZONA.de hat richtig  Spaß gemacht.
Wir sehen uns auf der Superbooth!

Wer spielt denn da an „fremden“ Knöpfen ;-)

Klangbeispiele
Forum
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    Anthony Rother  

    Richtig tolles Interview. Nicht so glatt gebügelt der Herr Hearn und auch den Mut so konsequent hinter seinem Synthesizer zu stehen.
    Das macht mir den Synthesizer noch sympatischer, weil man erfährt was hinter der Fassade von Technik so alles stecken darf…

    Bitte mehr von solchen Einblicken, vielen Dank. Und viel Glück bzw. Erfolg mit dem UDO 6 wünsche ich Herrn Hearn

  2. Profilbild
    Sven Blau  

    Danke für das Interview!
    Ich hab mein Exemplar auch schon geordert und bin gespannt, ob April wirklich zu halten sein wird. Schön wäre es. Kann es nämlich kaum erwarten.

    Für mich einer der spannendsten Synthesizer dieser Tage.

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    0gravity  

    Sehr aufschlussreiches Interview.
    Da hat der Beruf tatsächlich etwas mit Berufung zu tun. Und bei dem Werdegang hat der gute George sicherlich auch die nötige Erfahrung um einzuschätzen was machbar ist und was nicht.
    Mir gefällt auch sein Ansatz mit dem Udo 6 das herauszudestillieren was für IHN die Essenz eines Synthesizers ausmacht.
    Respekt wer’s selber macht ;-)

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    Hectorpascal

    Sehr schönes Interview und ein hoffentlich noch besserer Synthesizer. Ich hoffe das Multitimbralität noch nachgeliefert wird, das wäre mein persönliches Killer-Feature.

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    c.hatvani  AHU

    Der UDO scheint einen tollen Grundsound zu haben. Ich frage mich, ob es nicht auch noch andere Synth-Designer gibt außer A. Hartmann… seine „futuristischen“ Designs sind echt nicht mein Ding. Man hat das Gefühl, daß nicht das Instrument – sondern die Demonstration seines Könnens im Vordergrund steht. Bei mir stellen sich jedesmal die Nackenhaare hoch. George’s eigene Designs von seinen Synths auf den Bildern sagen mir ungleich mehr zu.

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      Sven Blau  

      Wenn Axel Hartmann den Auftrag bekommt, einen Synth zu designen – wieso sollte er dann nicht auch sein Können zeigen?

      Dass er sich dabei als Designer in den Vordergrund spielt halte ich für eine sehr steile These. Alle Synths von ihm, die ich kenne, sind stets optisch als auch haptisch gelungene Musikinstrumente. Was man von dem Teil, den Axel Hartmann nicht beisteuert – also z.B. dem Klang, nicht von jedem Gerät behaupten kann.

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        arnimhandschlag  

        Naja, das ist doch eben Geschmacksache, hartmann designt halt modern, manche (wie ich) stehen mehr auf vintage Look. Da geht es ja nicht um Können. Und Hartmann ist wirklich in viele Projekte involviert (Glück für ihn).
        Der Herr Hearn scheint sympathisch, der synth gelungen. Nur außerhalb meines Budgets.

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          amyristom  AHU

          Der Moog One ist auch „designed by Hartmann“ und der ist ja nun sowas von „vintage looking“ und meilenweit von „modern“ oder „futuristisch“ entfernt.

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              amyristom  AHU

              Also das einzig moderne am Moog One sind die Displays und die Lüftungsgitter hinten / Seite. Der Rest ist quasi klassische Formsprache Minimoog (die Holzeinfassung, die Potis, speziell die Oszillatorfußlagen-Potis) und Memorymoog (Holzeinfassung, die Chromelemente). Kurz gesagt: die gesamte Optik ist „retro“ im besten Sinne. Aber „futuristisch“ ist da nix.

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            Aljen  

            Jo, MatrixBrute von Arturia kommt auch von Hartmanns Reißbrett und ist „vintage“ wie sonstnochwas.

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        c.hatvani  AHU

        Ich finde, man kann einen Synthesizer auch „überdesignen“. Höhepunkt war der Andromeda. Gerade Formen und klassische Schlichtheit können wohltuend wirken und Zeitlosigkeit sowie Wertbeständigkeit unterstreichen, siehe Hydrasynth, Deepmind oder auch OB-6… außerdem stoßt man nicht Leute vor dem Kopf, die nun mal nicht auf die derzeitigen Trend-Farben Kombinationen stehen. Und wer modisch daherkommen will, holt sich entsprechende Klamotten, und nicht einen trendig designten Synth.

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          Aljen  

          Auf der anderen Seite steht die MatrixBrute. Was hier „futuristisch“ sein kann, erschließt sich mir nicht. Außer wir reden vom Futurismus aus der zeitlichen Perspektive von Marinetti, Majakowski und Konsorten. „Archetypischer“ als Arturia MB geht es doch kaum.

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            c.hatvani  AHU

            Ich meinte hauptsächlich den UDO. Die Frontplatte ist mal grau, dann an 3 Stellen wieder weiß, die Schieber sind weiß, dann wieder grau,.. Ob das wirklich nötig war? Und in der blauen Variante erst recht. Als „Sonderedition“ würde ich das noch verstehen. Man hätte die Grundfarbe einfarbig gestalten können, die Schieber in einer anderen, aber einheitlichen Farbe gemacht und die unfertig aussehenden Seiten mit dünnen Seitenteilen aus Holz oder Alu abgeschlossen. Die rot unterlegte Beschriftung ist dagegen gelungen, hätte man aber durchgehend machen können. Ich würde nicht sagen, daß ich nur auf Vintage-Designs stehe, aber ein bißchen mehr von der Übersichtlichkeit, Schönheit und Zeitlosigkeit der Klassiker hätte man sich doch inspirieren lassen können, ohne den Jupiter-6 Layout gleich 100% zu kopieren. Vom Sound her hat mich das Gerät ziemlich überzeugt, vielleicht kommt ja noch eine „dezentere“ Farbvariante, die ernsthafter wirkt…

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              Aljen  

              Ok, da liegt die Ästhetik tatsächlich ‚in the eye of the beholder‘, wie es so schön heißt. :-) Derzeit scheint ohnehin so einiges erlaubt zu sein – als wären die wildesten 1980er auf die XTC-überdosierten 1990er geprallt. Bestes Beispiel sind die Grandma und die Matriarchat von Opa Moog. Haben die Jungs in Asheville einen Koffer voller LSD entdeckt, den Don Buchla dereinst auf seinem nichtoffiziellen Besuch bei Dr. Bob in der Ecke stehen lassen hat?

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                c.hatvani  AHU

                Das Design des Moog Grandmother finde ich sehr gelungen :-) Es gibt bunte Farben je nach Modul, dies erhöht die Übersichtlichkeit und ist deshalb auch sinnvoll. Außerdem erscheint mir das Design zeitlos schön und schlüssig, hätte auch aus den 70er Jahren sein können. Beim UDO nervt mich das sinnlose Farbgekleckere nur um’s Designs-Willen, mit diesen heftigen weiss/dunkelgrau Kontrasten. Bringt mir das als Musiker etwas? Ist es übersichtlicher? Wenn das Scheinwerferlicht mit dem weiss blendet und grau eben nicht, ist das cool? Der eine oder andere Hersteller tut vielleicht besser daran, das Design selber in die Hand zu nehmen, so wie viele Hersteller in der Anfangszeit der Synthesizer. Dazu braucht es keinen studierten Industriedesigner, der Geld kostet und womöglich zu dick aufträgt.

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    justme  

    Mir gefällt das, was er macht, seine Intention und seine Einstellung zu den globalen Dingen, Europa, Brexit usw. . Scheint ein guter Typ zu sein !
    Im Interview hätte ich mir die Frage gewünscht, warum bzw. aus welchen technischen oder preislichen Gründen er dem Mainstream der dämlichen 4-Oktav-Tastaturen folgt. Sein abgebildeter (übrigens sehr gut wirkender) Prototyp/Eigenbau/Whatever-Synthesizer hat ja auch eine 61er Tastatur, insofern wär´s wirklich mal interessant die Beweggründe zu erfahren, warum dieser (für mich ) wirklich üble Kompromiss bei der Tastatur eingegangen wird. Gerade bei jemandem, der die spielerischen Performanceoptionen seines Synthesizers so herausstellt !
    Ich würde das gerne verstehen…

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      Hectorpascal

      Es wird wohl gute Gründe dafür geben. Vielen ist 2020 eine 61er schon zu groß. Die Architektur ist aber flexibel und ein Super 8 mit 61 Tasten oder Super Compact 4 Rack wären denkbar, wenn der Super 6 einigermaßen erfolgreich ist.

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        justme  

        Denke ich auch. Mich würde nur wirklich mal interessieren, woran es liegt.
        Wird der Preis in der Herstellung deutlich teurer ?
        Sind die Logistik/Versandkosten deutlich teurer wegen der Ausmasse ?
        Eskaliert ein Preis um mehrere Hundert Euro, oder würden es gerade 100,00Euro ausmachen?
        Oder sind die kleineren Tastaturen tatsächlich mehrheitlich gefragter ?
        Bin ich ein Saurier, daß ich gerne noch spiele, werden die Synths eher sequentiert ?
        Finde das Thema einfach interessant. Inzwischen werden die 4-Oktav-Tastaturen ja mehrheitlich verwandt, von fast allen „etablierten“ Firmen. Wobei Dave Smith dann wiederum ´nen REV mit 61 Tastaturen, und den P 6 mit 49 macht.
        Oder will man damit gar erreichen, daß der begeisterte User dann 2 kauft, um sich ´nen 2-manualigen, duotimbralen 6-Oktav-Synthesizer (ich bin bei OB 6 und P6 fast so weit….) zusammenzubauen/-kaufen ?
        George´s Antwort dazu hätte mich interessiert…

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          Hectorpascal

          Letzteren Verdacht hatte ich auch schon oft. Willst du mehr, kauf zwei! :) Nein, eher denke ich das es tatsächlich der Sweet Spot aus allen genannten Punkten ist. Es ist ja nicht nur die Tastatur. Gehäuse, Packungen, Lagerplatz, alles Kosten und dann ist noch kein einziger Synth verkauft. Der „Schorsch“ wird 100% nachliefern. Große Tasten für Spieler und ein Sequenzerkästchen für Leute wie mich. Ich werde wohl in den sauren Apfel beißen und den kaufen, weil es wohl der beste polyphone Synthesizer der Neuzeit sein wird. Klanglich modern und klassisch bei der Bedienung. Must have ohne Test? Ich denke schon. ;)

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          digital-synthologie  AHU

          Schon mal dran gedacht, dass vielleicht deine Sichtweise vielleicht nicht die alleingültige ist?
          Für die meiste aktuelle Musik ist ein solcher Oktaveumfang schlicht unnötig.

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            justme  

            Falls Du mich meinst :
            Lesen hilft ! Ich schrieb´mehr als deutlich, daß das meine (MEINE ohne Allgemeingültigkeit…) Sichtweise ist und selbst in Frage gestellt, wie groß der Anspruch an Tastatur in Breite ist.
            Und Dein zweiter Satz ist schon sehr erstaunlich ! Kritisierst, ich würde nicht die Sichtweisen anderer berücksichtigen, schreibst aber selber :
            “ Für die meiste aktuelle Musik ist ein solcher Oktaveumfang schlicht unnötig. “
            Das legst Du so für alle fest ?
            Schon mal daran gedacht, daß DEINE Sichtweise vielleicht auch nicht die allgemeingültge ist ?

  7. Profilbild
    filterfunk  

    Besten Dank für das nette Interview.
    George ist schon ein idealistischer und richtig sympathischer Typ.
    Ich wünsche ihm, dass das Teil richtig einschlägt – das was ich bisher von dem Teil gehört habe finde ich jedenfalls sehr überzeugend!
    Jetzt noch eine Rack- oder Tischversion, dann wäre die Versuchung schon ziemlich groß….

  8. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Mal schauen, wie sich die Geräte haptisch präsentieren werden — leider konnten mich die Modal-Kisten nicht wirklich überzeugen, und auch der Baloran war für mich nicht das, was ich „unmittelbar vertrauenswürdig“ nennen würde.

    Wäre schön, wenn ein Boutique-Hersteller die Solidität der Großserie hinbekäme.

  9. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Sehr sympathischer Mensch, dem ich zum Thema Brexit 100% zustimme. Den Super-6 finde ich ebenfalls toll, wobei mir die 4-Oktaven-Tastatur auch nicht so zusagt. Schon beim Deepmind 12 musste ich mich damit arrangieren, nicht immer zufriedenstellend. Ein 62-Tasten Keyboard ist anscheinend schon relativ teuer; der Jupiter-X ist mit 2499,-€ mehr als 1000,-€ teurer als der Jupiter-Xm, bietet dafür aber Velocity und AT (und ein besseres Panel).
    Der unbekannte Desktop Synth erweist sich bei starkem Zoom als Electroninja SS-101, von dem ich allerdings noch nie etwas gehört habe. Auch Google brachte da nichts…

  10. Profilbild
    syntach  

    Gibt es eigentlich schon ein Video (oder soundcloud etc), in dem man mehr die Bandbreite an möglichen Sounds hört, also mehr komplexer oder „anders“ programmierte? Bis jetzt hört sich in den Demos vieles ähnlich an – wobei mir Grundsound und Bedienung schon gefallen.

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