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Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Nur mit Effekten macht es doch erst richtig Spaß!

27. April 2023

Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Nachdem wir euch nun alles von der Definition, der passenden Software und den dazugehörigen MIDI-Controllern über einsatzfähige Synthesizer, Drum-Machines, Sampler und Sequencer in unserer Reihe zum Thema Live-Sets für DJs vorgestellt haben, möchten wir abschließend auf das Thema Effekte eingehen.

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Dies wird vorerst der letzte Teil in der Reihe sein, wobei wir bestimmt demnächst einige spannende Künstler und deren Live-Setups vorstellen möchten, um euch weitere Inspiration zum Aufbauen eines eigenen Live-Sets zu geben. Nun soll es aber um das angesprochene Thema der Effekte gehen und wie diese gezielt eingesetzt werden können, um eine Performance zu steigern.

Ob im Studio oder auf der Bühne, Effekte gibt es in allen Arten. Zu den am meisten verbreiteten gehören sicherlich alle Variationen von Delays und Reverbs. Natürlich kann man aber auch Formen der Distortion, Saturation oder Looper hier hinzuzählen. Je verrückter, desto interessanter. Allerdings sind wir der Meinung, dass vor dem Einsatz von außergewöhnlichen Effekten der Umgang mit den Standardeffekten gelernt und sicher sein sollte.

Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Mit Effekten kann aus einem Live-Set noch mehr rausgeholt werden

Je nachdem wie ihr euer Setup aufgebaut habt, unterscheidet sich dabei die direkte Anwendung. In Ableton Live, der Software für den Einsatz im Live-Set, habt ihr eine große Palette an Effekten und passenden Presets, mit denen ihr allerlei anfangen könnt. Die Steuerung dieser Effekte kann abseits der Laptop-Maus natürlich auch durch passende Controller wie die vorgestellte Ableton Live Push oder die AKAI APC 40 MK2 passieren. Hier aber noch einmal ein gut gemeinter Rat: Dadurch dass MIDI-Controller beliebig gemappt werden können, können diese eine Vielzahl an Parametern steuern, was eine wunderbare Sache ist. Allerdings kann man so auch schnell den Überblick verlieren, da ein Poti, das gerade zur Steuerung des Cutoffs von einem Filter verwendet wurde im nächsten Moment das Feedback eines Delays steuern könnte. Dahingehend bietet es sich an, sich im Vorfeld zu entscheiden, welche Parameter wie gesteuert werden können.

Da wir uns bislang meist auf den Club-Kontext bezogen haben, in dem man sich einfachheitshalber ans DJ-Pult anschließt, können natürlich auch alle Effekte benutzt werden, die ein Club-Mixer bereitstellt. Das Schöne an diesen ist, dass die Effekte sehr Performance-orientiert sind. Solltet ihr einzelne Spuren auf die vier Kanäle des Mischpults ausgeben, könnt ihr natürlich nicht nur die Summe mit Effekten versehen, sondern auch die einzelnen Spuren. Bei den Mischpulten von Allen & Heath habt ihr ein oder zwei analoge Filter, die sich wirklich gut anhören. Allein damit könnt ihr einen Spannungsbogen kreieren. Bei den Modellen von Pioneer habt ihr nicht nur einen Sound Color FX pro Kanal, sondern könnt darüber hinaus noch einzelne Spuren mit der breiten Beat-FX-Palette ansteuern.

Spannend ist es jedoch auch, mit externen Effekten zu arbeiten, abseits des DJ-Mixers und abseits von der Software. Natürlich reden wir hier wieder über einen Kostenfaktor und müssen die Gerätschaften selbstverständlich auch transportieren, aber dafür haben wir dedizierte Geräte, die wir einsetzen können und mit ein wenig Übung erlangt man hier auch ein wenig „Muscle Memory“.

Was seit längerer Zeit bestimmt kein Geheimnis mehr ist, ist der Einsatz von Gitarren-FX-Pedalen. Kompakt, robust, schmaler Formfaktor und viele Einsatzmöglichkeiten.

Möchten wir solche Pedale einsetzen, müssen wir kurz über die Anschlussmöglichkeiten sprechen: Bei einem Allen & Heath Xone 96 hat man zwei Return-Spuren. Hier lassen sich Effekte simpel einbinden. So kann man für die vier Hauptkanäle über dedizierte Potis einstellen, wieviel des Signals in den Send gegeben wird. Auf den Return-Spuren können wir dann neben der Lautstärke das Signal auch mit einem 3-Band-Equalizer mit durchstimmbaren Mitten anpassen. So empfiehlt es sich beispielweise bei Echos oder Reverbs, die Bässe abzusenken, damit diese nicht mit dem sonstigen Mix kollidieren.

Alternativ lässt sich ein externes Effektgerät auch an eine Soundkarte oder an ein externes Mischpult anschließen. Achtet hierbei nur darauf, dass ihr genug Ein- und Ausgänge habt, da ihr, wenn ihr das Stereo-Signal mit dem Effekt versehen wollt, sowohl zwei Ein- oder Ausgänge belegt oder auf dem Mischpult je nach Aufteilung bis zu zwei Mono-Spuren.

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Boss DD-8 Digital Delay

Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Boss DD-8 Delay

Wenn wir nun also über Gitarrenpedale sprechen, kommen wir selbstverständlich nicht an der Marke Boss vorbei. Das Boss DD-8 Digital Delay ist ein unkompliziertes, aber dennoch umfangreiches Effektgerät. Über die Potis lassen sich die Parameder Level, Feedback, Time und der Modus einstellen. Dabei verfügt das Pedal über 10 verschiedene Delay-Modi sowie eine Looper-Funktion. Durch eine LED sieht man, ob der Effekt aktiv ist und kann gerade im Tape-Modus mit dem Time-Parameter tolle Delay-Landschaften erschaffen. Gerade der Formfaktor macht das Gerät zusätzlich attraktiv für den Einsatz im Live-Set. Zudem habt ihr wahlweise die Möglichkeit, das Boss DD-8 Digital Delay über ein externes Netzteil oder über eine 9 V Batterie mit Strom zu versorgen. Wer also fleißig den Batteriestand im Blick hat, kann so auf ein weiteres Kabel verzichten. Das Pedal gibt es zum Preis von 179,- Euro und den ausführlichen Testbericht verlinken wir euch hier.

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Boss DD-8 Digital Delay
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Kundenbewertung:
(102)

Boss RV-6

Boss RV-6

Wer Delay sagt, muss auch Reverb sagen. Dahingehend können wir den Boss RV-6 natürlich nicht unerwähnt lassen. Mit dem gleichen Formfaktor also genau so attraktiv wie das Delay haben wir hier auf der Oberfläche Potis für das Eingangs-Level, Tone, Time und Mode und können dementsprechend direkt ins Geschehen eingreifen. Uns persönlich gefällt der Shimmer-Modus sehr gut, da man hier den Sound dezent verändert, aber dennoch einen Mehrwert schafft. Preislich liegen wir beim Boss RV-6 auch bei 179,- Euro. Hier findet ihr den ausführlichen Testbericht.

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Boss RV-6
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Eventide Space – viele Reverb Effekte verpackt in einem?

Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Eventide Space

Natürlich gibt es neben Boss noch eine Vielzahl an anderen Marken. Mit dem Eventide Space hat man direkten Zugriff auf mehr Parameter. So kann man hier Decay, Size und Delay einstellen. Zudem hat man einen Equalizer, mit dem sich auf zwei Bändern die gewünschten Frequenzen anheben oder absenken lassen. Durch die True-Bypass-Funktionalität kann man das Gerät getrost überall dazwischenschalten. Zudem kann das Tempo über MIDI synchronisiert werden. 12 verschiedene Algorithmen decken alles von Hall, Room, Plate, Spring und Reverse ab. Neben den dezenten Vertretern der Reverb-Fraktion haben wir aber auch Shimmer, ModEchoVerb, DualVerb, TremoloVerb, Dynaverb, MangledVerb und Backhole. Hört sich nicht nur namentlich beeindruckend an. Damit man sich ein besseres Bild von all diesen Modi machen kann, haben wir hier den ursprünglichen Test verlinkt, bei dem auch Klangbeispiele verlinkt sind.

Vom Formfaktor definitiv größer und preislich mit 565,- Euro ein großer Sprung zu den Boss Pedalen. Jedoch erhält man hier ein kleines Universum an Halleffekten mit einer wunderbaren Qualität. Durch die Vielzahl an Potis für einzelne Parameter lässt sich hier ideal in den Sound eingreifen und lädt dazu ein, deinen Klang zu formen.

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Eventide Space
Eventide Space
Kundenbewertung:
(105)

Eventide Blackhole

Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Eventide Blackhole

In einem kleineren „abgespeckteren“ Format gibt es den Eventide Blackhole. Dies wird im Live-Set-Kontext wahrscheinlich auf mehr Anklang finden. Nicht nur wegen des deutlich kompakteren Formfaktors, sondern auch durch den niedrigeren Preis von 315,- Euro. Auch hier hat man noch die Möglichkeit, das mit dem Effekt versehene Signal mit einem 2-Band-Equalizer nach Belieben anzupassen. Der Expression-Anschluss kann mit TRS-Converter zudem auch als MIDI-Schnittstelle verwendet werden. Im Vergleich zum Eventide Space haben wir hier zwei Bedienebenen, die im vorangegangenen Test beschrieben werden. Ein wichtiger Parameter ist „Gravity“, ein normales oder invertiertes Decay, welches sich in Echtzeit einstellen lässt. Auch in diesem Testbericht gibt es Klangbeispiele, die ihr euch unbedingt anhören solltet.

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Eventide Blackhole Effectpedal
Eventide Blackhole Effectpedal
Kundenbewertung:
(26)

Strymon Mobius

Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Strymon Mobius Pedal 4

Wer eine Art Schweizer Taschenmesser für Effekte sucht, wird bestimmt beim Strymon Mobius fündig. Ob Chorus, Flanger, Phaser, Filter, Destroyer, mit insgesamt 12 verschienden Modi hat man hier genügend Modulationsmöglichkeiten für seinen Sound. Dieser kann durch die Parameter Speed, Depth und Level direkt geformt werden. Zusätzlich gibt es je nach ausgewähltem Modi zwei weitere Parameter, die sich über eigene Potis einstellen lassen. Auch dieses Effektgerät kann über die MIDI-Schnittstelle vom Tempo her synchronisiert werden. Von der Größe her sicherlich nicht der kleinste Effekt, aber durch die Vielzahl an Anwendungsgebieten ist der Strymon Mobius seinen Platz jederzeit wert.

Preislich liegt der Effekt bei 469,- Euro und wurde natürlich auch von AMAZONA.de getestet. Nicht nur der Testbericht ist bei diesem Allrounder mehr als lesenswert. Durch die Klangbeispiele könnt ihr euch auch ein gutes Bild vom dem Gerät machen.

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Strymon Mobius
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Kundenbewertung:
(149)

Hologram Electronics Microcosm – viele Effekte in einem Gerät?

Live-Sets im Überblick für DJs: Effekte

Hologram Electronics Microcosm

Abschließend möchten wir euch abseits der großartigen Reverbs und Delays etwas ganz anderes vorstellen. Hologram Electronics Microcosm heißt dieses Gerät, das sich ein wenig abseits des Standards bewegt. Dieses granulare Effektgerät rearrangiert und reinterpretiert alles, was in den Input läuft. Elf verschiedene Effekte mit über 40 Presets, Pitch-Modulation, Reverb und einem Lowpass-Filter machen dieses umfangreiche Gerät nur schwer beschreibbar. Die im Timing pulsierenden LEDs erwecken das Gerät zusätzlich zum Leben, Glitches, Micro Loops, Multidelay oder Formen von Granular. Hier ist alles möglich. Dieses Effektgerät bereichert eigentlich alles und ist einfach eigen. Genau darum geht es doch bei dieser gesamten Reihe. Live-Sets sollen eigen sein, individuell und schlichtweg ein Sammelsurium an Gerätschaften, die eventuell schon lange im Studio stehen und nun auf eine neue Art und Weise auf der Bühne miteinander kommunizieren.

Preislich liegt der Hologram Electronics Microcosm bei 460,- USD. Auch dieses geniale Effektgerät wurde auf AMAZONA.de getestet und natürlich wurden dabei auch Klangbeispiele erstellt, welche ihr hier findet.

Natürlich gibt es noch ganz andere Arten von Effekten, eine Vielzahl an Herstellern, ob groß oder klein. Dies soll nur eine kleine Auswahl von Effekten sein, die wir mal im Einsatz hatten, testen durften oder auf die wir eventuell schon seit Längerem ein Auge geworfen haben.
Delay und Reverb sind nicht nur im Studio oder am DJ-Mixer beliebt und schlichtweg effektiv. Dahingehend bleibt unser Ratschlag, dass ihr euch erst mal darauf fokussieren solltet, da ihr so eine starke Basis erschafft. Aber sobald die steht, kann und soll es in alle möglichen Richtungen gehen. Wie am Anfang unserer Serie schon gesagt: Falsch gibt es nicht.

Wir hoffen, dass euch diese Reihe genau so gut gefallen hat, wie es uns Freude gemacht hat über dieses Thema zu schreiben.

Das Thema Live-Set werden wir immer wieder aufgreifen aber beenden hiermit vorerst diese Reihe an Artikeln.

Solltet ihr noch Fragen oder Themen haben, die ihr in dem Zusammenhang gerne erörtert haben möchtet, so schreibt uns dies bitte in die Kommentare und eventuell können wir darauf in der Zukunft eingehen.

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Forum
  1. Profilbild
    Stobbert

    Danke für den Artikel. Bei den meisten Pedalen traue ich mich in der Hitze des Gefechts nicht an die Regler, weil man mit einem Wisch viel kaputt machen kann. Die lege ich dann, wie beschrieben, lieber auf die Send/Return Kanäle des Mischers und drehe nur dort am Effekt-Knopf.

    Was mir hier seit Jahren fehlt, ist mehr Auswahl an performance-orientierten und zeitgemäßen End-of-Chain Effekt-Einheiten, à la Pioneer RMX 1000, bei der man intuitiv Effekte auf die Summe schmeißen kann. Also einerseits solche, die ich wenig einstelle wie Kompressor, EQ und andererseits solche, mit denen man ständig herumspielt – Filter, Delay, Reverb, Flanger usw. Am besten in Szenen speicherbar, überblendbar (wie beim Octatrack) mit Fadern anstelle Drehpotis. Analog Heat geht in die Richtung, ist mir aber irgendwie nicht live-tauglich genug.

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