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Test: Strymon blueSky, Reverb-Pedal

28. November 2018

Der Geheimtipp unter Keyboardern

Strymon blueSky

Strymon blueSky

Das Strymon blueSky Reverb-Pedal ist in Gitarristenkreisen natürlich längst kein Unbekannter mehr – inzwischen hat das kleine Blaue aber auch die Keyboard-Szene für sich begeistern können. Das Unternehmen Strymon ist eine Holding-Marke der Damage Control Engineering Musikgruppe. Es ist in Westlake, Kalifornien, ansässig und produziert hauptsächlich hochpreisigere Gitarren-Effektpedale. Besonderheit an den Produkten der Marke ist, dass sie zumeist auf analogen und digitalen Komponenten zugleich basieren.

Hier wird einerseits Wert auf die Ein-/Ausgänge und Wandler gelegt, andererseits kommen auch häufig DSP basierte Effekt-Algorithmen zum Einsatz. Hält man sich häufiger mal auf YouTube auf, fällt dem themenbezogenen Betrachter jedoch auf, dass es ebenfalls viele Videos von den Teilen gibt, wo sie hinter Synthesizern hängen, nicht nur zwischen Gitarre und Amp. Besonders von blueSky und El Capistan entdeckt man immer wieder recht spannend klingende Videoschnipsel. Das Interesse, die Fußtreter einmal selbst hinter einen Synthesizer zu hängen, war schnell geweckt. Widmen wir uns in diesem Test also dem Strymon blueSky und seinen Möglichkeiten der klanglichen Diffusion eines analogen Synthesizers. Und wer sich für den großen Bruder BIG SKY interessiert – den haben wir ebenfalls bereits getestet – UND ZWAR HIER.

Strymon blueSky – die Basics

Bestellt man sich ein Strymon blueSky Pedal, so erhält man dieses gut verpackt in einer extrem hübsch und ansprechend in einer schwarz-weiß gestalteten Box. Neben dem 9 Volt Netzteil befindet sich in dieser noch eine kleine Kurzanleitung, die über sämtliche Funktionen des Pedals Aufschluss gibt und in ansprechend gestalteten kleinen Recall-Sheets sechs verschiedene Einstellungsbeispiele für den Einstieg dem Anfänger offeriert. Außerdem vefinden sich in der Verpackung noch vier selbstklebende Gummifüßchen, die sich bei Bedarf unten am Gehäuse anbringen lassen.

Strymon blueSky

Die Kopfplatte des Strymon blueSky

Das Gerät an sich präsentiert sich in blau eloxiertem, gebürsteten Aluminium, die Gehäusefront und die Rückseite sind etwas abgerundet, die Seiten stellen harte Kanten dar. Das Gehäuse besteht aus zwei Bauteilen, die Gehäusewanne stellt also ebenfalls die Seitenwände dar und die Kopfplatte Vorder- und Rückseite. Dankbarerweise finden sich die Stereo-Ein- und Ausgänge an der Rückseite, andere Firmen wie TC Electronic o. ä. verbauen diese seitlich, was wirklich umständlich ist und zu Kabelsalat führt, möchte man einmal mehrere Pedale zusammen riggen.

Fairnesshalber muss man aber sagen, dass es bei den kleineren Tretminen aus Platzgründen, gerade bei einem Stereo-Pedal, häufig schwierig ist, die Ein- und Ausgänge rückseitig zu verbauen. Das Gehäuse des Strymon blueSky mit seinen Obermaßen von rund 11×12 vm lässt diese Bauart wahrscheinlich etwas einfacher zu. Nutzt man nur den linken Klinkeneingang, wird das Signal automatisch auf links und rechts matriziert und man kann so den Hall in Stereo nutzen. Nutzt man lediglich den linken Ausgang, wird der Stereohall in True-Mono ausgegeben. Sehr praktisch. Leider benötigt der Betrieb des Gerätes 250 Milliampere, weshalb es sich mit meinem normalen Stromverteiler für Pedale (T Rex Engineering Fuel Tank) leider nicht hinreichend versorgen lässt und ich auf das mitgelieferte 9 Volt Netzteil zurückgreifen muss.

Strymon blueSky

Der Strymon blueSky im Größenvergleich

Die Oberseite des Strymon bluSky Reverb-Pedals

Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich 5 Potentiometer zur Beeinflussung des Ansprechverhaltens des Halls. Damping, eine Art Impulsabschwächung für die jeweils hoch- und tieffrequenten Anteile sowie die Predelay-Zeit lassen sich über die kleinen, mittig positionierten Potentiometer einstellen, Decay-Zeit und Dry/Wet-Mix lassen sich über die beiden großen, außen am Gerät positionierten Potis beeinflussen.

Des Weiteren befinden sich noch zwei Dreifachkippschalter neben diesen: Mit dem einen lässt sich zwischen den im Gerät vorhandenen Hall-Algorithmen hin- und herschalten. Hier hat man die Wahl zwischen einer DSP-basierten Plate, einer Raumsimulation und einem Federhall. Mit dem zweiten Kippschalter lässt sich der gewählte Hall-Algorithmus noch modifizieren, neben „normal“ kann man sich für „Mod“ entscheiden, hier bekommt das Hallsignal einfach etwas mehr Bewegung und auch gibt es die Option „Shimmer“, wählt man diese Option, wird das Eingangssignal zusätzlich noch oktaviert und ebenfalls eine Quint wird bei manchen Hallräumen addiert, hierzu später mehr.

Strymon blueSky

Der Strymon blueSky von oben

Unten am Gerät befinden sich die „Stomper“, die Fußtreter. Der Rechte stellt einen true Bypass dar, mit dem sich der Effekt aktivieren und deaktivieren lässt. Der Linke ist etwas spannender: Hier lässt sich die Hallfahne mitsamt seinen momentanen Einstellungen temporär speichern, was absolut genial ist, spielt man mit dem Gerät live und möchte nach einer ausschweifenderen Improvisation wieder zurück zu seinen Ausgangs-Halleinstellungen wechseln. Der Strymon blueSky imponiert durch seine 24 Bit, 96 kHz Wandler und seinen Rauschabstand von 115 dB. So simpel, so gut. Der Hersteller Strymon verspricht allerdings auch auf seiner Herstellerseite, dass sich durch die Kombinationen der verschiedenen Parameter extrem vielseitige und verschiedene Hallfahnen erzeugen lassen, gehen wir dem also in der Praxis auf den Grund:

Praxis: Der Strymon blueSky zwischen Analog-Synthesizer und Preamp – wie vielseitig ist das Pedal?

Schauen wir uns einmal die verschiedenen Kombinationen im Einzelnen an: Los geht es mit dem Plate-Hall: Dieser klingt mit kurzen Decay-Zeiten zwar etwas unaufgeregt, je länger die Nachhallzeit allerdings eingestellt wird, umso spannender und lebendiger wird auch dessen klangliche Attitüde. Wechselt man dann vom „Norm“- in den „Mod“-Modus, wird die Hallfahne deutlich breiter und beweglicher, eine leichte chorusartige Verstimmung scheint hier Modulationsquelle zu sein. Diese Einstellung eignet sich beispielsweise gut, um flächenartige Sounds etwas zu verdichten oder anzudicken.

Legt man den „Mode“-Schalter bis zum unteren Ende um, so gelangt man die die Experimentalspalte des Gerätes: Hat man die Plate-Simulation gewählt, erhält man hier harmonische Obertöne, die sich in einer Vielzahl von Oktavierungsschritten äußern und sehr nach granularer Synthese klingen. „Shimmer“, stellt für diese Klangverfremdungsart auf jeden Fall den richtigen Terminus dar, weil hier eine ganze Menge Obertöne entstehen. Generell war ich etwas  vom Klang des Plate Algorithmus enttäuscht, er tut zwar, was er soll, aber an die Impulse von etwaigen Konvolutions-Reverb-Plugins kommt er meiner Meinung nach nicht heran. Interessant ist die bei Echtzeit-Veränderung von Predelay und Decay entstehende Pitch-Modulation der Hallfahne, hiermit lassen sich spannende Effekte erzielen, diese entstehen allerdings auch bei den beiden anderen Hall-Algorithmen.

Strymon blueSky

Der Strymon blueSky von hinten

Der Room-Hall hingegen gefällt mir recht gut, gerade, wenn dieser ebenfalls mit dem „Mod“-Parameter betrieben wird. Er klingt recht natürlich und dabei nicht zu aufdringlich, lässt sich gerne auch mal in „nasseren“ Einstellungen zeigen und aber in einem auch sehr gut subtil verwenden. Besonderheit hier: Verwendet man „Shimmer“, so bekommt man hier anstelle der Oktavierung eine Oktave und eine Quint, was auch recht spannend klingt. Aus seinem Eingangsmaterial ein paar (Akkord)+siebener Notenstrukturen herauszulocken, ist häufig ein tolles und kreatives Mittel zum Andicken seiner Akkorde oder Melodien.

Der Spring-Algorithmus stellt die Simulation eines Federhalls dar, diese machen mir persönlich an analogen Synthesizern besonders viel Spaß. Auf den ersten Höreindruck wirkt auch dieser Algorithmus wieder etwas steril und unaufgeregt, beim längeren Experimentieren mit Predelay und Decay-Zeit bekommt man aber wirklich schöne Ergebnisse hin. High-Damp und Low-Damp eignen sich gut, um den Hall etwas mischbarer zu machen und am oberen und unteren Ende etwas auszudünnen. Auch hier „schimmert“ es in Quinten und Oktaven, das ist eine ganz nette Spielerei, die man gut und häufig einsetzen kann.

Alles in allem klingt der blueSky eher nach einem Mittel zum Zweck, einem klanglichen Helfer für die Live-Situation. Das ganze klangliche Feedback bei der Echtzeit-Bedienung der Parameter lädt einfach dazu ein, herumzuspielen und das Gerät an seine Grenzen zu bringen. Zwischen Gitarre und DI oder Verstärker kann ich mir das Gerät klanglich besser vorstellen, hier gilt es, ein viel bewegteres und obertonreicheres Signal angenehm und bündig zu verdichten, das kann er mit Sicherheit sehr gut.

Der Fußschalter macht das Performen mit dem Gerät besonders spannend: Ganz im Elektron Stil lässt sich hier per langem Druck auf diesen das momentane Setting speichern und im richtigen Moment per kurzem Druck auf diesen wieder aufrufen. Sowohl der Bypass als auch das Aufrufen des gespeicherten Presets erfolgen ohne Klicken oder Poppen. Was die Vielseitigkeit anbelangt: Dem Gerät lassen sich kurze Hallräume entlocken sowie langer Feder- oder Plattenhall, diese lassen sich auf kreative Art und Weise noch effektieren. Kurz und gut: So vielseitig, wie ein Gitarren-Hallpedal eben sein kann. Layout und Bedienparameter sind sehr übersichtlich und sinnvoll angeordnet, die Beschriftungen sind sehr gut lesbar und selbsterklärend. Der Rauschabstand von 115 dB ist wirklich beeindruckend und gut fürs Studio und irgendwie gefällt mir die spacige, Surfer-mäßige klangliche Attitüde des Gerätes auch, aber das sind eben auch Emotionen, die ich eher in Kombination mit einer Gitarre begrüßen würde.

Anbei noch ein paar Audiobeispiele: Zunächst alle Algorithmen, demonstriert am selben Patch, zuletzt noch ein paar improvisierte Einstellungen.

YouTube Demo

Anmerkung von der Redaktion:

Aufgefallen ist uns der Strymon blueSky vor allem dadurch, dass er immer öfter in gut klingenden YouTube-Videos von Keyboardern eingesetzt wird. Vor allem bevorzugt bei der Präsentation von Vintage-Klassikern. Hier ein Beispiel:

Fazit

Alles in allem überzeugt das Pedal an sich durchweg. Es zeichnet sich durch seine gute Fertigungsqualität und Verarbeitung aus sowie durch ein mitsamt seinem Bedien-Layout durchdacht wirkendem Gehäuse, das allenfalls etwas groß geraten sein könnte. Die Qualität der Übertragung und dessen Rauschabstand sind ebenfalls sehr überzeugend.

Für den Anschaffungspreis hätte ich mir bei so einer Art Effekt jedoch auch etwas mehr Vielseitigkeit gewünscht. Beim TC Electronics Hall of Fame, das ebenfalls in Stereo arbeitet, lässt sich zwischen elf verschiedenen Algorithmen wählen, einer dieser Slots lässt sich sogar über das Tone Print Feature mit einer eigenen Impulskurve beladen. Zwar besitzt es die Ausgänge an der Seite und die jeweiligen Algorithmen werden mit Sicherheit auch nicht so fein aufgelöst und übertragen wie die des Strymon blueSky, jedoch bekommt man das Pedal für weniger als ein Drittel des Anschaffungspreises des Strymon blueSky. Auf der anderen Seite besitzt das Hall of Fame nicht die Features der Speicherbarkeit und Pitchmodulation bei Echtzeitveränderung von Decay sucht man aber lediglich den „Shimmer“-Effekt, so wird man auch hier fündig. Hier muss jeder Käufer für sich selbst entscheiden, was für ihn die höhere Relevanz besitzt, ich denke allerdings, dass der wirkliche Mehrwert des blueSky im Gitarrensegment viel mehr Durchschlagskraft hat. Es ist einfach live gut bedienbar und die oben herum etwas flacher gehaltenen Hallräume sind wie gemacht für obertonreiche Signale.

Plus

  • Klang
  • Bedienbarkeit
  • Verarbeitung und Fertigungsqualität

Minus

  • Kosten-Nutzen-Faktor im Vergleich zur Konkurrenz recht gering

Preis

  • Ladenpreis: 325,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    chk  

    Das Teil fällt mir immer wieder in Synth-Demos auf YouTube auf. Einfach ein klasse Klang. Leider fällt doch immer wieder auf, dass Plugins da nicht so recht mithalten können, vielleicht die Eventide-Sachen mal ausgenommen.

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      Emmbot  

      Da gehe ich voll mit. Ich seh den Effekt auch oft auf youtube und muss sagen der Sound macht mich an. Habe aber auch das Hall of Fame (1), dass reicht mir erstmal für 100 Euro.

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      Vincent  RED

      Ausgezeichnete Wahl! :) Durfte mal ein gebrauchtes H3000 mein Eigen nennen. ;)

      Gruß,
      Vince

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        Organist007  

        H9 ist auch sehr leicht zu editieren, am gerät selbst aber auch mit Bluetooth über Ipad.
        Dreckige sounds gehen auch damit.

        Habe daneben noch ein electro harmonix cathedral und ein lexicon lxp5.

        für total abgefahrene Sachen liebäugle ich noch mit einem DISASTER TRANSPORT, aber das ist leider nur mono.

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          GioGio  

          Danke für die Anregung an Bodentreter-Reverbs. Werde ich mal abchecken. Disaster Transport klingt echt reizvoll XD

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      Lewis

      Dito – Ich finde im Direktvergleich den begehrten Shimmer-Effekt beim Strymon zwar etwas weicher, aber angesichts der Vielzahl der allesamt sehr guten Effekte plus steter Erweiterung der Algos finde ich das H9 bei Preis/Leistung insgesamt viel attraktiver.

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      chk  

      Gute Frage. :) Die Eventide-Reverbs (UltraReverb, Blackhole etc.) klingen für mich zumindest halbwegs in diese Richtung. Kannst du dir ja mal anschauen.

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      Sudad G  

      Ja, wenn Dir der Sound vom BlueSky oder BigSky etc. gefällt, könntest Du mal das PlugIn Valhalla Shimmer und Valhalla Room ausprobieren. Es handelt sich hier vor allem um modulierte bzw. gepitchte Reverbs. Der Originaleffekt (Black Hole bzw. Echospace of God etc.) stammte übrigens mal aus einem Eventide DSP-4000 und wurde dann später auf viele andere Eventides übertragen.

      Siehe auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=nD9EvtAPAco

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      Soundreverend  

      Vielen Dank an euch, Valhalla klingt interessant und preislich auch attraktiv, das werde ich mir mal anschauen bzw. hören!

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        chk  

        Schau dir am besten auch die Eventide Sachen an. Meiner Meinung nach klingen die wesentlich besser als die Valhalla Geschichten.

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        Vincent  RED

        Die Valhalla Sachen sind super! Unfassbare Qualität und Nutzbarkeit zum unfassbaren Preis. :) Unbedingt auch die Delays anschauen. Falls du mit Ableton Live unterwegs bist, kannst du dir den „shimmer“ Effekt mit Grain Delay und Reverb- oder Convolutionreverb nachbauen.

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    costello  RED

    Danke für den Test, kann deine Argumente gut nachvollziehen. Ich verwende selbst den „großen Bruder“ Big Sky und dazu noch das Delay Timeline von Strymon. Ich bin sehr zufrieden, gebe aber zu, dass manche Hall-Presets zunächst mal etwas neutral und unspektakulär klingen. Was kein Nachteil sein muss. Soll es etwas abgefahrener klingen, muss man tatsächlich in die Einzelparameter einsteigen und schrauben. Der Fertigungsqualität ist gut, der Preis allerdings wirklich happig.

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    Son of MooG  AHU

    Ich habe ja das El Capistan, welches ich für ein hervorragendes V-Tape-Delay halte. Das Blue Sky war mir allerdings zu teuer; da habe ich lieber ein Hall of Fame 2 und ein Boss RV-6 gekauft. Beide bieten ebenfalls Stereo-Ins & -Outs und sind sehr flexibel. Zudem bietet das El Capistan im Shift-Mode auch ein passendes Reverb zum Echo…

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    Hectorpascal  

    Meine Frau meinte letztens: „Sag mal, ist das normal? In letzter Zeit ist überall so tierisch viel Hall drauf!“ Ich: „Ja, ist so eine neue Krankheit. Ein guter Hall macht aus jedem Müll noch was brauchbares.“ Ist was wahres dran, oder? Besonders Ambient und Dub sind von Strymon dermaßen infiltriert, dass ich bereits eine Resistenz dagegen entwickelt habe. Strymon-Mucke ist schon fast ein eigenes Genre. Das meine ich durchaus abwertend, weil auch gute Musik dadurch m.M.n. häufig verwässert wird. Weniger ist eben oft mehr!

    • Profilbild
      Tyrell  RED 2

      Filmanfänger haben Spaß am Zoom und an Schwenks, junge Musiker vermantschen alles mit Hall und Chorus. Wer aber damit umzugehen weiß, für den öffnen sich tolle Klangwelten. Der BlueSky ist ganz sicher kein Top-Hall, bei langen Hallfahnen klingt er sogar sehr unnatürlich, aber er gibt den Sounds einen „silbernen Schimmer“ – anders kann ich das nicht ausdrücken, und das hat was.

    • Profilbild
      chk  

      Selbst die meiner Meinung nach ziemlich durchschnittlich und dünn klingende Ultra-/Mininova klingt in YouTube Videos mit Bluesky richtig gut. ;)

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich bin seit dem blueSky großer Fan der Strymon-Geräte. Wer sie als zu teuer empfindet sollte sie sich live ansehen/hören. Dann relativiert sich das alles wieder.

    Besonders aus der Produktpalette möchte ich hier das Deco empfehlen, und als Delay-Freund natürlich das DIG. Das Deco kommt sehr subtil daher, und man fragt sich wofür man eigentlich Geld dafür gezahlt hat. Aber wenn man den Effekt abschaltet fällt der ganze Sound auseinander. Subtil aber extrem gut.

    Das DIG gehört zu den Delays die man gut als Hallersatz nehmen kann, wenn Hall zu sehr den Mix verkleistert. Es sind zwei Delays in einem Gerät. Die zweite Delayzeit orientiert sich an der Zeit für das erste Delay. Je nach Einstellung erhält man sehr schöne Effekte, oder etwas das einem Hall nahe kommt, ohne aber zu sehr zu verkleben. Genial!

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    Tyrell  RED 2

    Ich bin durch einige YT-Vintage-Videos darauf aufmerksam geworden und muss sagen, dass ich sehr angetan war. Ichhabe mir die Sounds des oben gezeigten Casio-Beispiels in den VZ1 geladen und nachgespielt – da kam einfach keine Magie auf. Erst durch Hinzunahme des BlueSkys war plötzlich dieser faszinierende Glanz da.

  7. Profilbild
    OscSync  

    Ich finde den Strymon-Hall auch super und hatte selbst das Big Sky. Allerdings ging die Schönheit im Bandkontext ziemlich unter und schlussendlich habe ich die fantastischen Ambient-Reverbfahnen nur sehr wenig eingesetzt und das Big Sky deshalb wieder verkauft. Manchmal vermisse ich es aber trotzdem für den Heimgebrauch….

  8. Profilbild
    Sudad G  

    Wenn man nicht schon einen größeren Eventide im Studio hat, ist der Strymon BlueSky bzw. BigSky eine sich lohnende und dennoch preiswerte Alternative.

    Mit etwas Programmieraufwand kann man solche Effekte auch mit einem alten Lexicon MPX-1 oder PCM-80/81 machen. Aber mit einem Eventide oder Strymon geht es einfacher und schneller.
    Italo de Angelis demonstriert das recht eindrucksvoll in seinen Presets für div. FXs.
    http://www.....libraries/

    Als Plugins kommen Valhalla Shimmer, Valhalla Room, sowie NI GuitarRig 5 in Frage. Da kann man mit etwas Geschick auch versuchen Reverbs zu modulieren und zu pitchen.

  9. Profilbild
    ukm  

    Für mich war bisher der Geheimtipp für Keyboarder, live i. d. R. keinen Hall einzusetzen.
    Bei Aufnahmen hat man mehr Kontrolle über den Raum und kann machen, was gut klingt.

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      Organist007  

      kein Hall live ist immer gut ;-)

      aber im Ernst: am besten ist es live, wenn man den reverb Anteil und länge direkt regeln kann.

      und so spezielle Sachen wie shimmer kommen live in der Regel sowieso nicht.

      kann aber nur für keys sprechen, Gitarren sind da vielleicht anders.

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    swellkoerper  AHU

    Bei der ganzen Flut an hochwertigen, line-tauglichen Effektpedalen: Wie bindet Ihr die Teile in den Signalweg ein? Mono-Post-Aux mit Stereo Return? Direkt vor die Eingänge des Audiointerface? Ersteres dünkt mir immer als Verschwendung, wenn man soviel Geld in ein True-Stereo-Gerät investiert hat. Zweiteres empfinde ich auf Dauer als limitierend, jedesmal umstecken nervt & bremst mich.

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    iggy_pop  AHU

    So schön das Teil vordergründig klingt — ich finde, es ist ein großer Gleichmacher, denn es spielt keine Rolle mehr, was man reinschickt: Alles klingt am Ende gleich rundgelutscht und weichgespült. Und ein Geheimtipp ist der schon lange nicht mehr.
    .
    Schwurbel in the Box.
    .

    • Profilbild
      Hectorpascal  

      Mein Favorit bei Hall mit Charakter, sofern man es nicht übertreibt, ist das Mutable Instruments Clouds mit Parasite-Firmware. Klar, da geht zu fast 100% die Ambient Wurst ab aber es gibt eben auch sehr viel dazwischen. Ob dezent Obertöne per Pitch dazumischen oder eine Snare mit dem Freeze-Button variabel gaten. Es macht einfach Spaß! Davon hat man gerne auch zwei Module.

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    justme  

    Beim Strymon bleibt das Originalsignal Dry durchgängig analog, nur der Effektanteil als digitale Komponente wird dem ungeandelten Originalsignal zugemixt. Ob einem das nun wichtig ist oder nicht – Effekter welcher Hersteller sind sonst so aufgebaut ?

  13. Profilbild
    lightman  AHU

    Die Geheimtip-Phase ist bei den Strymon-Geräten schon lange vorbei, ich würde eher sagen, daß die Teile zum Mainstream mit gehobener Qualität im Bereich Effektgeräte gehören. Alles sehr breit, elegisch, verspielt, schimmernd und flirrend, für bestimmte Anwendungen sind diese Kästchen eine feine Sache. Man darf es damit nur nicht übertreiben, sonst ersäuft am Ende alles in unendlichen Hallräumen, wie iggy_pop schon andeutet. Das ist zwar kein individuelles Problem der Strymons, sondern eher eine Faustregel für den Einsatz von hall-artigen Effekten, aber man sieht daran, daß ein Zuviel selbst bei hochwertigen Effektgeräten sch****e klingt. :)

    Mit Maß und Ziel eingesetzt, wird das Bluesky jedoch zum Zauberkasten, das selbst eher profane Ausgangssignale zu etwas Großem und Erhabenem machen kann. Wer in seinen Tracks/Produktionen in diese Richtung tendiert, macht mit dem Kauf sicher keinen Fehler.

  14. Profilbild
    Marco Korda  

    Ich bin der Meinung, dass ein Reverb klug eingesetzt werden muss und teile die Ansicht, dass man manchmal dazu neigt, diesen überproportional zu verwenden. Ein klug angesetzter Raum ist m. E. deswegen auch wichtig, weil die Tiefenstaffelung davon enorm profitiert. Sicherlich gehört auch eine Portion „Qualität“ des Halls dazu, dennoch meine ich auch mit VST-Reverbs gute Ergebnisse erzielt zu haben (von SSL, Eventide, NI oder auch Cubase-eigene Modelle). Das mag nicht immer wie Hardware klingen, aber da wären wir wieder bei der alten Diskussion…

    Unter dem Strich bleibt: einen guten Hall zu setzen bedeutet meist weniger davon einzusetzen (abgesehen von den kreativen Momenten oder genretypischen Nutzen: was wären die 80er ohne teilweise extremen Halleinsatz gewesen???).

    Ich fand den Bericht sehr schön, bin aber auch der Meinung, dass der Preis mich eher erschaudert. Ein Strymon-Preis eben….

  15. Profilbild
    pytrel  

    Also ich habe ein Big Sky und mehrere Software Reverbs. Ich würde nicht sagen das Software nicht mithalten kann. Ich verstehe auch nicht warum das überhaupt manche glauben. Ist wohl geschmackssache denn das Big Sky ist ja im end-effekt (:-) eine Dsp box mit ein Plugin „drin“. Ich verstehe nicht wie manche das so darstellen als wäre es was super tolles wie eine schöne Frau oder sowas. Was ich an meinen Big Sky mag ist das es einen sehr „guten“ Grundklang hat. Was ich nicht mag ist das Sachen die durch das Big Sky gehen IMMER nach Big Sky klingen. Es ist fast als würde eine Synth Harmonie-Stimme immer mitspielen. Ich verstehe wie es manchen gefällt weil es einen Charakter hat aber es ist wirklich nicht immer einsetzbar (für mich). Wenn es ins Mixdown geht ende ich doch sehr oft bei subtileren Software Reverbs.

  16. Profilbild
    lightman  AHU

    Der Trick beim Bluesky ist, den Effekten Raum zu geben. Er ist stark färbend, aber sehr lebendig über die gesamte Dauer des Reverbs, das unterscheidet ihn von vielen anderen Reverbs, egal ob Hard- oder Software, die sich in Punkto Färbung eher zurückhalten. Mit der richtigen Kombination aus Ausgangssignal und Effektbeimischung ergeben sich schöne Klangcollagen, mit denen man sich so richtig hochschrauben kann, da reicht schon eine pulsweitenmodulierte Rechteckwelle, und los gehts. Je weniger anderes Gewusel im Hintergrund läuft und je mehr Platz der Bluesky hat, desto besser.

    Ich hatte den Bluesky mal an meinem Kawai K1m (!) dran, der ja nicht gerade edel klingt, besonders nicht meiner, bei dem irgendwas kaputt ist, tönt wie aus der Hölle. Etliche Stunden später, als ich aus meiner Trance wieder erwachte, kam ich zum Schluß, daß der Bluesky doch ein bißchen mehr als ein Effektgerät ist, eben weil er dem Sound seinen Stempel aufdrückt. Als Brot- und Butter-Hallmaschine würde ich ihn wohl nicht einsetzen, obwohl er das auch kann, aber für den besonderen Touch ist das Ding schon geil.

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      ISE500  

      Das ist er wohl, die Frage ist nur, ob vielleicht nicht auch ein Digitec Polara reicht … Ich habe mir das (im Test angesprochene) Hall of Fame gekauft und war bitter enttäuscht … es musste wieder gehen.

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    swissdoc  RED

    Für mich eines der meist gehypten und überschätzten Reverbs. BigSky oder BlueSky nimmt sich da nicht viel. Bei den Reverbs bläst jedes OTO BAM oder Lexicon die Himmel vom Hocker. Spring ist eh ohne echte Feder ein Witz, Impulse Reverbs sind da so gerade noch auszuhalten.
     
    Dann ist da noch Shimmer. Eigentlich ja ein spassiger Effekt. Aber wie von anderen schon angemerkt: Egal, was man da hineinsteckt, es klingt immer gleich.
     
    Der BigSky hier im Studio darf einzig bleiben, um als schlechtes Beispiel zu dienen.

    • Profilbild
      ISE500  

      „Der BigSky hier im Studio darf einzig bleiben, um als schlechtes Beispiel zu dienen.“

      Lustig :) !

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