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Praxis-Report: Bodentreter für Synthesizer


Effekte für den Synthesizer

 

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Den 4-Teiler zum Thema „Stompbox Effekte für Keys“ habe ich, wie viele von euch auch, mit Aufmerksamkeit gelesen. Dabei wurde sehr detailliert auf die einzelnen Effektgeräte, sortiert nach Effektgruppen, eingegangen. Zahllose Audiobeispiele und die wirklich fachliche Kompetenz des Kollegen K. Rausch machen diese Artikelserie zu einer Art Kompendium.

Dies möchte ich nun mit eigenen Erfahrungen ergänzen, die ich als Nicht-Gitarrist erst einmal machen musste. Zusätzlich werde ich auch einen Blick auf die Welt der Multieffektgeräte werfen. Auch der Preis- und Liveaspekt wird dabei nicht zu kurz kommen. Auf die Charakteristik einzelner Geräte werde ich nicht eingehen. Wer sich zusätzlich noch im Bereich der nicht-akademischen elektronischen Musik tummelt, ist hier genau richtig.

Etwas Geschichte

Ein Grund dafür, dass die Renaissance der analogen Synthesizer in den letzten Jahren eine solch rasante Entwicklung erleben durfte, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass viele Musiker auf der Suche nach dem eigenen Sound sind und waren. Nach der Dominanz der Plug-ins seit den 2000er Jahren waren es viele Musiker leid, immer wieder die gleich klingenden VA-Plug-ins mit der Maus zu schubsen oder mit Controllern fernzusteuern. Dass irgendetwas fehlte, war klar. Nur was? Die Zeit der Wiederauferstehung war gekommen. Mit Geräten wie der Bass Station 2, Volcas, dem Minibrute, Mopho und vielen weiteren Analogen hielt wieder ein richtiger Synthesizer Einzug ins heimische Studio bzw. rückte wieder in den Mittelpunkt. Analog ist hip. Damit wurden die Plug-ins natürlich nicht verdrängt, aber der ambitionierte E-Musiker wollte mehr und erkannte schnell oder wieder die Vorzüge von Hardware. Ich kenne viele Kollegen, denen es genau so erging. Einige holten einfach wieder ein paar Geräte vom Speicher. Andere trauerten den Geräten nach, die sie ein paar Jahre zuvor verschleudert hatten und kauften zähneknirschend neu. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Letztendlich unterstützen Synthesizer aus Fleisch und Blut massiv den kreativen Prozess. Und als zusätzliches Bonbon bereichern sie die eigene Arbeit mit einem ganz eigenen Sound.

Wer zum allerersten Mal einen analogen Synth zu Hause anstöpselt und eine Zeit lang damit gespielt hat, wird folgendes Phänomen kennen: Die anfängliche Euphorie weicht irgendwann einem inneren skeptischen Blick: Klingt das nun wirklich besser als meine virtuellen Klone im Rechner? Und wenn ja, ist dieser Unterschied es wert, auf all die Vorzüge einer rein digitalen Studioumgebung zu verzichten?

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Synthfreak ••

    Danke, ich fand deinen Artikel gut zu lesen und du bist auf verschiedene Aspekte, gerade die Sache mit dem Klang in fremden Räumen fand ich gut, eingegangen.
    Ein sehr schöner Artikel.

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    Organist007 ••

    Super Artikel ! Gerade die externen Effekte (oft analog) beleben den Klang ungemein !
    Es gab mal ein Interview mit ENO in dem er meinte, man müsse aus Atomen (Synth) Moleküle (synth+effekt+Raum) erschaffen, damit der Klang lebt.Jetz weiß ich, was er meinte.

    Ich verwende derzeit einen MXR Phaser, der aus mono Stereo macht (2 unabhängige phaser !), Moog drive (macht z.B.aus nord lead einen „echten“ analogen), EH Cathedral (ein reverb als „klangbestandteil“), Flash back von TC, dawnerprince boonar an der farfisa orgel (Rick wright!) und als abgefahrensten den geiger Counter, eine art verzerrer/crusher. und natürlich eventide H9 (veredelt quasi JEDEN synth, auch den Billigsten).

    Wie der Autor beschrieben hat, begreife auch ich solche Effekte als Teil der Klangformung/Synthese.

    Dabei gilt : weniger ist oft mehr, aber manchmal darf es auch „over the top“ sein.
    Kommt immer drauf an.

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    polyaural ••••

    Hallo Bernd! Das ist ein sehr wertvoller Artikel, und zudem gut geschrieben und flüssig zu lesen. Neben deutlich technisch orientierten Artikeln und Tests scheinen mir Artikel wie diese sehr hilfreich um sich im Dschungel der Angebote und Möglichkeiten zurecht zu finden. Beispiele aus der Praxis ziehe ich immer rein akademisch orientierten Beschreibungen des Offensichtlichen vor.
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    Allerdings habe ich ein Haar in der Suppe gefunden. Du schreibst: „Es gibt auch Geräte, denen man via USB andere Effektmodelle einhauchen kann. Beispiel: TC Electronic Toneprint“.
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    TC Electronic bietet mit seiner Toneprint-Reihe die Möglichkeit ein Preset in einem Effektgerät zu speichern. Dieses Preset kann entweder mit dem kostenlos erhältlichen Toneprint-Editor erstellt werden, oder man kann Toneprints bekannter Künstler einspielen, die diese für das Gerät erstellt haben. Der Toneprint-Editor erlaubt übrigens zusätzliche Parameter zu steuern, die Charakteristik der Regler zu ändern, oder einem Regler ein ganz anderes Parameter zuzuordnen. Extrem schick!
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    Allerdings bleibt der Corona-Chorus ein Chorus, und das Flashback-Delay ein Delay. Wenn es das war was Du ausdrücken wolltest, dann will ich nix gesagt haben. Ansonsten, gern geschehen. Ist ja letztlich nur eine Kleinigkeit …

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      Bernd Scholl RED

      Danke für den Hinweis und die Klarstellung. Ich denke es sollte klar formuliert sein, daß ein Chorus ein Chorus und ein Delay ein Delay bleibt. Via Toneprint lassen sich aber auch extreme Einstellungen an den Effekten realisieren, die dann nur noch wenig an den ürsprünglichen Effekt erinnern.
      Über Feedback freue ich mich immer und beantworte Fragen gerne. Man lernt nie aus…

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    fkdiy

    Danke für den informativen Beitrag! Eine Kleinigkeit: Der Link auf Seite 1 zum Artikel für Rotary und Distortion ist falsch und führt zu Teil 2, Delay und Phaser.

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    Green Dino •••

    Irgendwie bin ich noch nicht dazu gekommen mir die Artikel über Effektpedale durchzulesen.
    Deshalb nehme ich deinen Artikel jetzt zum Anlass das endlich nachzuholen. Danke dafür ;)

    Ps.: Diese Frage (…Wer zum allerersten Mal einen analogen Synth zu Hause anstöpselt und eine Zeit lang damit gespielt hat, wird folgendes Phänomen kennen: Die anfängliche Euphorie weicht irgendwann einem inneren skeptischen Blick: Klingt das nun wirklich besser als meine virtuellen Klone im Rechner?…) habe ich mir allerdings nie gestellt^^

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    janschneider

    Für den fortgeschrittenen (Live-)Einsatz könnte auch ein Looper/Switcher à la Boss ES-5 praktisch ein, mit dem man mehrere Effektketten per Fußtritt oder MIDI verwalten und schalten kann.

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    BadTicket

    Danke für den tollen Bericht. Zur Zeit bin ich aber daran, meine EHX-Bodentreter wieder zu verkaufen, da ich sie einfach unhandlich finde. Natürlich müssen die Schalter einen Fusstritt „aushalten“, denn dafür sind sie gemacht, aber für die Handbedienung gehen die oft zu schwer und machen meist einen Saukrach. Ich will ja nicht immer nur laut sein um unangenehme Geräusche zu überdecken… Dann das ständige Kabelgebastel. Und meist von A zu D zu A zu D zu A, ist doch vollkommen sinnlos und nagt an der Qualität.
    Warum gibt es eigentlich keine (oder kaum, zu mindest finde ich sie nicht) Hersteller die sich um Effektegeräte für Tastendrücker kümmern? In Stereo, in guter Qualität und gleich „anzuschrauben“ weil ein guter Synth. Mit MIDI-Unterstützung, halt was man als „Taster“ so gerne hat. Das scheint echt eine Marktlücke zu sein…

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    DANIEL FISCH

    Nachdem ich jahrelang den Boss Chorus CE-2 benutzt habe, werde ich die Neuauflage bestellen, den Ce-2w von Boss/Waza Craft, mit Stereo output und CE-1 Modus! Bin mal gespannt…

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    Marius Seifferth AHU

    Hallo Moonbooter :) Schöner Artikel, sehr sauber und ohne Firlefanz geschrieben! Du sagst “ Setzt man einen Distortion für einen Synthbass ein, klassisches Beispiel sind TB-303 Bassläufe, so fehlt es nach dieser Bearbeitung am Bassfundament.“ – Dieses Problem hatte ich damals auch und fand eine Lösung, die ich aus der Welt der Parallel-Komression entliehen hab: Verkabel den Synth in einen Externen Mixer (ich hatte dafür ein mini Tapco) und schleif den Bodentreter als Send/Return Effektgerät ein, oder Notfalls splitte das Signal und lege auf einem Kanal den sauberen Synth, und auf dem zweiten das reine Distortion-Signal – Das kommt einer Wet/Dry Regeleung sehr nahe, aber hier kannst Du halt von dem externen Mixer noch den EQ rein-nehmen. Ich hatte auch mal einen Remix gemacht, wo der Sound richtig auflebte, weil ich die Distortion zum Break mit dem Send und Return-Regler manuell immer weiter aufdrehte. Das war eine Soundvariation die man ’normal‘ am Synthi gar nicht hinbekommen hätte :)

    • Profilbild
      Marius Seifferth AHU

      PS wenn Du die Möglichkeit hast, dir das Teil mal zu leihen, dann stöpsel mal einen Ibanez TS9 hinter deine Xoxbox ;) ist aber gut möglich, dass man dich danach auffordert einen Waffenschein zu machen :D

  12. Profilbild
    DocD

    Den Zoom MS-70 CDR habt ihr gar nicht erwähnt. Perfekter Begleiter für batteriegespeiste Mini-Synths wie die Volcas etc., weil auch batteriebetrieben. Dazu sehr gut verarbeitet, mit tollen Emulationen teurer TC- oder Strymon-Effekte und zum Taschengeldpreis. Die Unterschiede zu den viermal so teuren Originaleffekten sind im Direktvergleich zwar hörbar, gehen im Mix aber definitiv unter.

    • Profilbild
      Bernd Scholl RED

      Es wurden viele (sogar sehr viele) Effekte nicht namentlich erwähnt. So auch der Zoom MS-70 CDR nicht. Dafür aber der Zoom G3, der höchstwahrscheinlich (ist aber Spekulation) die gleiche Engine wie der MS-70 nutzt. Meine Meinung zum Zoom G3 findest Du im Test. Ich denke aber nicht, daß ein „schlechter“ Effekt immer im Mix untergeht. Im Gegenteil.

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TC Electronic, Strymon, Boss, Digitech

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