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Marktübersicht: Filter Plug-ins für die DAW

Filtern statt EQ

26. September 2022
marktübersicht filter plugins

Marktübersicht: Filter Plug-ins für die DAW

Bei der folgenden Marktübersicht handelt es sich um eine Zusammenstellung von Filter Plug-ins. Ganz bewusst findet ihr hier also keine Equalizer-Plug-ins für die DAW. Als Kriterium für die Auswahl war mir wichtig, dass es sich hierbei nicht nur um einfache Filter-Plug-ins handelt, sondern die Modulationsmöglichkeit im Vordergrund stehen – je mehr, desto besser. Wie immer gilt dabei: Dies ist lediglich eine Auswahl und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer noch das eine oder andere Filter-Plug-in kennt, kann es sehr gerne in die Kommentare schreiben. So hat die gesamte AMAZONA.de Community etwas davon.

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Übrigens: Wer eine Übersicht mit Plug-ins zum Abmischen sucht, findet hier eine große Übersicht mit Channelstrip Plug-ins für die DAW.

Filter Plug-ins für die DAW: Kriterien

Ich persönlich suche Filter Plug-ins hauptsächlich nach folgenden Kriterien aus:

  • Wie ist die Modulation gelöst?
  • Kann das Filter im Audiobereich moduliert werden (Filter-FM)?
  • Ist das UI skalierbar?
  • Ist die Preset-Organistation gut gelöst?
  • Und natürlich, kann der Klang überzeugen?

So, wo das nun geklärt ist: Vorhang auf für unsere Marktübersicht der Filter Plug-ins in alphabetischer Reihenfolge der Hersteller.

Arturia Filter M12 – 99,- Euro

Beginnen wir mit den Arturia-Filter-Plug-ins. Man kann die drei Filter-Plug-ins entweder einzeln für je 99,- EUR oder zusammen in der FX Collection 3 für 299,- EUR mit einer Reihe anderer Effekte erwerben. Alle Plug-ins haben eine sehr gute Preset-Verwaltung, die ein Stichwortverzeichnis beinhaltet. Auch eine A/B-Vergleichsfunktion gibt es. Jedes der Plug-ins lässt sich skalieren.

Der M12 bildet zwei Filter des Oberheim Matrix 12 nach. Das Filter bietet 12 verschiedene Filter-Modi an, darunter sind auch ungewöhnliche Kombinationen, wie z.B. 3-Pol-High-Pass + 1-Pol-Low-Pass. Wie alle der Arturia-Filter-Plug-ins bietet es eine Modulationsmatrix und ich finde das M12 bietet die ergiebigste Kontrolle in Sachen Klangvielfalt. Von allen hier vorgestellten Plug-ins ist es auch das Einzige, dessen MOD-Oszillator mit 10 kHz bis hoch in den Audiobereich geht – ein Alleinstellungsmerkmal. Zudem kann der MOD-Oszillator selber moduliert werden, z. B. von einer der drei Loop-Hüllkurven. Diese können auch auf das Audio-Signal reagieren und somit als Envelope-Follower agieren.

Vier Filter-Routing-Optionen runden das M-12-Plug-in ab und auch die Wahl eines Master-Cutoff-Reglers ist eine praxistaugliche Entscheidung.

Arturia Filter MINI – 99,- Euro

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Das Arturia-Filter-MINI-Plug-in soll ein klassisches Moog-Filter nachbilden. Der MOD-Oszillator geht hier nur bis 2 kHz, ist damit trotzdem recht weit im Audiobereich. Im Gegensatz zu vielen anderen Mitbewerbern.

Die Modulations-Matrix wurde hier durch einen Step-Sequencer ersetzt, dessen Einstellungen dann anteilig an Cutoff, Emphasis (Resonanz) oder die LFO-Rate gehen können. Obwohl man beim Sequencer die Anzahl der Steps, die Rate und eine Glättungsfunktion hat, lassen sich hier bei Weitem nicht so komplexe Modulationen erstellen wie beim M12. Natürlich lässt sich alles zur DAW synchronisieren.

Der Klang erinnert tatsächlich an Moog und es wurde nicht versäumt, hier die Möglichkeit eines Overdrives zu implementieren. Dies ist eine beliebte Methode, dem Filter-Klang Obertöne hinzuzufügen.

Arturia Filter SEM – 99,- Euro

Dieses Filter ist eine Auskopplung aus dem SEM-Plug-in von Arturia und bietet wiederum eine andere Möglichkeit der Modulation. Diesmal setzt man mit einem der 16 möglichen Steps die Modulation von LFO oder/und Hüllkurve aktiv. Welche Filter-Parameter dabei moduliert werden, gibt man über die „digitale“ Eingabereihe ein. Jede aktivierte Modulation hat dann die gleiche Auswirkung – dieses System gefällt mir von allen Dreien am wenigsten, obwohl man auch hier interessante Ergebnisse erzielen kann.

Der LFO geht wieder bis 2 kHz und kann ebenfalls in seiner Geschwindigkeit moduliert werden. Interessant ist, dass das Filter als Multimode-Filter stufenlos zwischen LP-, Notch- und HP-Filter verstellt werden kann. Das BP-Filter rastet jedoch ein, so dass Modulationen des Filter-Mode keine Auswirkungen haben. Das BP-Filter lässt sich sehr gut für perkussive Klänge nutzen.

Ich will hier ganz ehrlich sein, vom Klang her konnte ich keine großen Unterschiede zwischen den Arturia-Filter-Plug-ins feststellen. Der Hauptunterschied für mich lag damit in der Art und Weise der Modulationsmöglichkeiten – deswegen ist hier auch der Arturia – Filter M12 mein absoluter Favorit.

AudioThing The Orb – 49,- Euro

The Orb von AudioThing ist hier ein wenig die Ausnahme, da es sich um einen Spezialisten handelt, der ausschließlich als Formant-Filter arbeitet. Drei Formanten können manipuliert werden und deren Modulation wird im großen Radar-Fenster animiert dargestellt. Man kann nicht nur zwischen drei Formant-Konfigurationen (Male, Female, Child) auswählen, sondern sich auch eine ganz eigene Konfiguration zusammenstellen – für die Synchro der nächsten Außerirdischen ist also alles an Bord.

Die Modulation gestaltet sich recht einfach aber effektiv. Vor allem die Visualisierung hilft hier, den Überblick zu bewahren. Moduliert werden können Vowel, Emphasis und Drift. Die Vokale werden zyklisch durchlaufen, wobei man auch deren Positionen in der Radar-Ansicht verändern kann. Eine Modulation einzelner Formanten gibt es nicht.

Erfreulicherweise geht die Modulationsrate hier bis immerhin 2 kHz. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass schon vorher Schluss ist. Interessant sind vor allem Modulationen im Sync mit der DAW, da so beinahe Worte gesprochen werden können. Der Klang ist gut, die Vokale kann man deutlich erkennen.

Eine Preset-Verwaltung gibt es eigentlich nicht, die gespeicherten Presets können lediglich über ein Drop-Down-Menü aufgerufen werden.

FabFilter Volcano 3 – 129,- Euro

Dagegen geizt Volcano 3 von FabFilter nicht mit Optionen, vor allem im Bereich der Modulation. Der „heiße Vulkanier“ bietet bis zu vier unabhängige Filter, die parallel oder seriell geschaltet werden können. Man kann unter 8 verschiedenen Filtertypen auswählen, die als 6, 12, 24 und 48 dB Varianten vorliegen. Da auch ein Allpass darunter ist, kann man Phaser-Effekte erzeugen. Den Abschluss der Klangbeeinflussung bietet die Charaktereintellung, die sich vor allem bei hohen Peak- (Resonanz) Werten bemerkbar macht. Von Clean über Tube zu Extreme stehen insgesamt 11 Variationen zur Färbung zur Verfügung.

Es können vier Filter aktiviert werden, die alle separat eingestellt und dazu auch noch im Stereo-Bild verteilt werden können.

Die Modulation kann beliebig komplex werden, indem man immer neue Quellen hinzufügt. Die Zuweisung wird einfach über das zeichnen einer grafischen Linie gemacht. Besonders ergiebig ist die Modulation der Modulatoren, da so sehr komplexe Klanggebilde erstellt werden können.

Das Plug-in kann nicht nur in vier verschiedenen Größen dargestellt werden, es gibt sogar einen Fullscreen-Modus. Die Preset-Verwaltung ist allerdings dagegen nur rudimentär – hier fehlt es auch an einer übersichtlichen Verschlagwortung. Dafür gibt es aber eine A/B-Funktion.

Klanglich ist der FabFilter Volcano 3 ein Multitalent, hier kann man so ziemlich jeden Filterklang modellieren, den es gibt. Leider verfügt der Modulations-LFO nur über eine Maximalrate von 500 Hz, was das Klangspektrum etwas einschränkt. Insgesamt gibt es 6 Modulationsquellen, MIDI eingeschlossen.

Der Grundklang ist richtig gut und eine Ovesampling-Option sorgt für die Reduktion von Aliasing-Artefakten.

Kilohearts Filter, Format Filter, Ladder Filter, Nonlinear Filter – 29,- Euro

Diese vier Filter sind im Kilohearts Essentials-Pack enthalten und für sich genommen auch nur das, also Filter, die Cutoff, Resonance und verschiedene Filter-Typen bieten. Sie unterscheiden sich lediglich ein wenig voneinander. Das Ladder-Filter hat noch einen Saturate-Button, auch der Klang ist minimal anders. Kauft man das Kilohearts-Produkt Swap Heap, so sind zusammen mit diesen Filter-Plug-ins noch 26 andere Effekte im Paket enthalten.

Ihre Stärke spielen die Filter erst im sogenanten Swap Heap, einem Container-Plug-in, aus. Hier kann man die Filter beliebig aneinanderreihen, parallel oder seriell schalten und vor allem modulieren, bis der Arzt kommt. Auch hier ist die Zuweisung einfach gelöst, da man den Kontext immer grafisch angezeigt bekommt.

Das Thema Modulation wird hier wirklich auf eine neue Ebene gehoben. Neben fünf Modulationsquellen gibt es mehrere verschiedenen MIDI-Quellen, sogar MPE. Auch Audio-Signale können genutzt werden, z. B. als Pitch-Tracker. Die Utilities erlauben das präzise Editieren der Modulations-Quellen, z. B. mit „Scale“ oder „Remap“. Und als wäre das nicht genug, kann man mit Group dann ganze Modulationsgruppen erzeugen und abspeichern. Die einfachste Möglichkeit der Modulation bildet eines von 8 zuweisbaren Macros, mit einem Regler also beliebig viele Parameter gleichzeitig steuern.

Die Preset-Verwaltung bietet alles, was man sich wünscht, inklusive Stichwörtern. Ach ja, und wem unvorstellbarerweise langweilig beim Erstellen komplexer Filter-Routings werden sollte, kann sich bei einem Spiel Asteroids entspannen.

Vom Klang her reichen die Kilohearts-Filter zwar nicht an die von Volcano 3 heran, aber in Sachen Modulation macht ihnen keiner etwas vor, mit Ausnahme der LFO-Rate. Diese geht nämlich nur bis 100 Hz.

Kuassa Efektor WF3607 Wah Filter Guitar Effect – 25,-Euro

Eher an Gitarristen wendet sich das Efektor Plug-in von Kuassa aus Indonesien. Es bietet Emulationen von 3 Klassikern der Wha-Pedale, Cry-Baby, Vertex Axis Wah und Vox Grey Wah. Dazu kommen noch LP-, BP- und HP-Versionen des Mu-tron-Synth-Filters.

Die UI lässt sich nicht verändern und auch eine Preset-Verwaltung sucht man vergebens. Das Plug-in ist sehr schlicht gehalten und bietet neben den Einstellungen für den Filterklang, Pedalposition, Range und Q lediglich noch einen Level-Regler, aber immerhin einen Envelope-Follower.

Link verbindet beide Seiten im Stereobetrieb. Und Sweep, ja nun, Sweep macht wohl auch etwas, aber außer dass es regelmäßig mit einem Click den Kanal mit +18 dB übersteuerte konnte ich nicht wirklich herausfinden was.

Der Klang erinnert wirklich sehr an die Gitarreneffekte, die hier Pate standen. Kuassa Efektor WF3607 ist aber eindeutig ein Spezialist, der eine ganz bestimmte Nische bedient. Modulationen können eben nur über den Envelope oder manuell über die Pedalposition vorgenommen werden.

Ohmforce Frohmage – kostenlos

Diese Freeware, die es seit über 20 Jahren gibt, darf natürlich nicht in dieser Marktübersicht fehlen. Ich habe den guten „alten Käse“ schon oft für Filter-Fahrten oder Effekte genutzt. Leider ist die UI ein wenig hinter der Zeit und lässt sich nicht skalieren. Dafür hat man die Möglichkeit, die 8 speicherbaren Presets, die als Paket abgespeichert werden, per Knopfdruck mit einer einstellbaren Geschwindigkeit ineinander zu morphen.

Frohmage ist dabei eine Mischung aus einem LP-Filter und einem (bis zu 16-fachen) Comb-Filter. Die einzelnen Borsten des Combfilters können dabei verzögert werden, was einen sehr charakteristischen Effekt ergibt.

Klanglich ist der Frohmage aus Frankreich auch überzeugend. Gerade der Low-Pass klingt satt und saftig. Interessant für das Sounddesign sind aber vor allem die verzögerbaren Comb-Filter.

Plug & Mix Retro Filter – 49,- Euro

Ebenfalls schon länger dabei ist das Retro Filter von Plug & Mix. Auch hier hat man ein nicht-skalierbares UI und auch eine Preset-Verwaltung außerhalb von Drop-Down-Menüs sucht man vergebens.

Dieses Filter-Plug-in ist wohl eher zum Mischen gedacht, denn es gibt keinerlei Modulationsmöglichkeiten und die Parameter deuten eindeutig auf einen Einsatz im Mixdown hin. High- und Low-Pass sind in diskreten Frequenzen einstellbar, der Presence-Regler ist gerastert. Lediglich Input-, Output- und der dB-Regler sind stufenlos verstellbar.

Und so würde ich den Retro Filter auch eher als musikalischen Equalizer als als eigentliches Effekt-Filter betrachten, obwohl es sich technisch eindeutig als Effekt einsetzen lässt. Ich kann mir den Einsatz gut auf E-Bässen oder dem einen oder anderen Schlagwerk vorstellen.

Soundtoys FilterFreak – 149,- Euro

Der Filter Freak von Soundtoys dreht dann schon wieder mehr am Rad und erinnert konzeptionell an den M12 von Arturia. Es stehen zwei Filter zur Verfügung, die auch über einen Master-Regler gemeinsam gestreut werden können. Über den Rhyhtm-Editor kann man eine komplexe Schwingungsform zur Modulation erstellen.

An dieser Stelle ein Wort zu Installern: Ich mag es, wenn ich genau das herunterladen kann, was ich möchte. Was ich nicht mag sind Paket-Installer von 2,5 GB Größe, von dem ich lediglich e i n Plug-in installieren möchte. Selbst bei Arturia kann man kontrollieren, welche Plug-ins man vom Paket installieren möchte, wenn auch nur durch manuellen Abbruch der Downloads. Aber hier gibt es auch bei der Installation keine Auswahl, was man genau installieren möchte. Wenigsten darf ich beim Hochfahren der DAW dann 21-mal entscheiden, ob ich ein Plug-in probieren, aktivieren oder überhaupt nicht möchte. Übrigens ist ein iLok-Account Pflicht.

Verwirrenderweise gibt es dann auch noch zwei Filter-Freaks, mit den Nummern 1 und 2 als Plug-ins. FilterFreak2 scheint ein Freeware-Plug-in zu sein, denn bei Nummer 1 steht unübersehbar „License expires in 29 Days“ drüber. Denn man bekommt zum Testen eine Vollversion für 30 Tage.

FilterFreak 1 bietet die fantastischen Vier: LP-, BP- und HP- sowie Notch-Filter. Und das in den Geschmacksrichtungen 2-, 4-, 6- und 8-Pol. Die Filter klingen gut, wenn auch ein wenig plakativ. Man kann mit der Auswahl „Analog Style“ zudem das Übersteuerungsverhalten beeinflussen. Auf jeden Fall schmatzt es schön und kann so schöne Bässe erzeugen.

Das UI ist leider nicht skalierbar, was bei HD-Darstellung gerade noch geht, bei 4 k aber hoffnungslos unterhalb des Sehvermögens rangiert. Das gilt natürlich für alle nicht-skalierbaren UIs. Die Preset-Verwaltung ist wieder als Drop-Down realisiert, Suchfunktionen oder Stichwörter such man vergebens.

Als Modulatoren stehen LFO, Rhythm (eine Sequenz von LFO-Schwingungen), Envelope, Random, Step und ADSR zur Verfügung. Am interessantesten ist da die Rhythm-Modulation, hier kann man schöne perkussive Sachen erreichen. Alle LFO-Formen und Rhythm-Zusammenstellungen können gespeichert werden – leider geht die Rate des LFOs nur bis 100 Hz. Und leider kann in einem Rhythm auch immer nur eine Schwingungsform für alle Segmente verwendet werden – da bleibt einiges an Potential liegen. Zumindest kann man die Schwingungsform in verschiedenen Grid-Längen einfügen, sogar an Triolen wurde gedacht.

SugarBytes WOW2 – 99,- Euro

Apropos Sounddesign. Das Plug-in in unserer Marktübersicht, das die wahnsinnigsten Klänge erzeugen kann, ist WOW von SugarBytes. Auch dieses Plug-in ist schon recht lange am Markt. Leider wird hier auch auf ein skalierbares UI verzichtet. Dafür ist die Preset-Verwaltung ständig zu sehen, was trotz begrenztem Platz besser ist als eine reine Drop-down-Lösung.

Klanglich kann man sich hier richtig austoben. Dieses Filter will selber klingen, vor allem der Comb-Filter-Mode ist dafür geeignet. Jeder der 21 Filtertypen kann über einen der sieben Drive-Typen übersteuert werden. Es sind auch Bit-Crusher darunter, sogar eine 1-Bit-Version. Zudem lässt sich immer auch ein Formant-Filter überlagen.

Die Modulation ist mächtig, aber nicht so intuitiv zugänglich wie bei anderen Plug-ins. Es gibt einen Envelope-Follower, einen synchronisierbaren LFO, dessen Rate bis 100 Hz geht und einen Step-Sequencer. Ein besonderer Modulator ist das „Wave-Wheel“. Hier kann man für Taktteiler von x2 bis 1/48 verschiedene Modulationsschwingungsformen einstellen. Ja dieses Plug-in war zur Hochzeit des Dubstep hoch im Kurs. Die Bewegung im Rad kann man durch die drei anderen Modulatoren animieren, ansonsten gibt es keine Modulation der Modulatoren.

Hat man sich einmal mit dem Routing angefreundet, kann man aus WOW2 eine Menge an interessantem Klangmaterial herausholen.

ToneBoosters DualVCF – 19,- Euro

Das DualVCF von ToneBoosters erinnert von seiner Optik stark an den Volcano 3. Auch kann es beliebig skaliert werden und bietet dazu noch verschiedene farbliche Themes. Es gibt eine Preset-Verwaltung, in der man seine Kreationen selbstanlegbaren Kategorien zuordnen kann. Das System funktioniert besser als Drop-down, ist trotzdem ein wenig ungelenk in der Bedienung.

Obwohl das DualVCF rein klanglich mit Volcano 3 mithalten kann, ist sein Funktionsumfang doch um einiges kleiner. Es besitzt, wie der Name schon sagt, zwei Filter-Stages, die parallel oder seriell geschaltet werden können. Die Modulation beschränkt sich auf zwei Multi-Stage-LFOs, mit einer maximalen Rate von 500 Hz. Zielparameter sind Frequenz und Q (Resonanz). Dazu gesellt sich noch ein Hüllkurvenfolger – das war es.

Der Drive-Parameter kann innerhalb des Filters und danach aufgedreht werden. Es stehen 68 Filtertypen zur Verfügung – eine stattliche Auswahl. Die doch recht einfache Struktur kann auch von Vorteil sein, wenn man schnell zu einem Ergebnis kommen will. Der Nachteil ist die engere Bandbreite an möglichen Klangergebnissen. Erwähnenswert ist noch, dass das DualVCF bis zu 16 Eingangskanäle unterstützt und so auch auf Multi-Track-Files angewendet werden kann.

U-HE Filterscape – 129,- Euro

In der typischen U-HE-Optik präsentiert sich Filterscape. Und wie so oft, wird es eine Zeit dauern, bis man sich durch das UI gearbeitet hat. Dann wird man aber mit einem Dual-MultiMode-Filter samt nachgeschalteten EQ + Delay belohnt.

Als Modulatoren kommen 2 synchronisierbare LFOs zum Einsatz, deren freilaufende Frequenz leider nur 10 Hz, 1 Hz oder 0,1 Hz betragen kann. Dazu gesellen sich zwei Hüllkurvenfolger, die auch auf einen Sidechain-Kanal reagieren können. Zwei Step-Sequencer runden das Bild ab.

Nicht jeder Aspekt kann moduliert werden und auch hier ist eine gegenseitige Beeinflussung der Modulatoren nicht vorgesehen. Dafür können auch alle vier Bänder des nachgeschalteten Equalizer moduliert werden.

Dieser EQ bietet noch mehr Funktionen. So können 8 EQ-Konfigurationen gespeichert werden, die dann mit einer Loop-Funktion und über Modulatoren durchlaufen werden können. Zwischenwerte werden dabei überblendet. So lassen sich hier schon lebendige Ergebnisse erzielen.

Es gibt 5 Routing-Konfigurationen und die vier Modes des Multimode-Filters lassen sich stufenlos überblenden und über die Angle-Modulation animieren. Ein Delay ist auch vorhanden.

Da das UI recht großzügig ist, habe ich die fehlende Skalierung nicht vermisst. Die Preset-Verwaltung ist OK, es lassen sich Unterordner anlegen. Eine Verschlagwortung oder Suchfunktion sucht man vergebens. Ich persönlich finde die Gestaltung etwas unübersichtlich, klanglich bekommt man hier aber gewohnt gute U-HE Qualität.

Vengeance Sound Philta XL (dongle) – 49,- Euro

Leider konnte ich das Filter nicht installieren, da auch für die Demo zwingend ein eLicencer-USB-Dongle notwendig ist, deswegen hier nur ein paar Fakten.

  • VST / PC & Intel Mac / VST / AU & RTAS/AAX
  • Über 130 crazy Presets von Manuel Schleis
  • 2 Filter (12db, 24db, 48db or 96db)
  • Variable Q
  • Bandpass- & Notch-Mode (phaser)
  • 2 Tempo-synced LFOs mit 5 LFO Schwingungsformen
  • 2 Envelope-Follower mit variabler Source-Frequency
  • Filter-Saturation/ Distortion (pre oder post Filter)
  • Ring Modulator
  • Rate-Reducer / Bitcrusher (pre oder post Filter) linkbar zur Cutoff Frequency
  • Output-Limiter
  • Alle Parameter automatisierbar
  • 100% timing-precise and click-free

Waves Audio MetaFilter – 149,- Euro

Das letzte Plug-in in unserer Übersicht ist vom beliebten Hersteller Waves Audio. Das Plug-in bietet fünf Filtertypen (in 12 dB/Oct oder 24 dB/Oct) und einen VCA sowie Modulationen über einen LFO, einen Sequencer und einem Hüllkurvenfolger. Ziele der Modulation sind Cutoff und Resonance, auch das integrierte Delay ist modulierbar. Der LFO ist synchronisierbar und reicht im Free-Mode mit 100 Hz bis in den Audiobereich.

Es gibt zudem noch ein Input-Drive- und einen Crush-Effekt. Über „Spread“ kann man ein Cutoff-Offset für das Panorama einstellen. „Smooth“ glättet die Filterbewegungen. Das Filter kann auch über MIDI-Noten wie ein Oszillator gespielt werden.

Da MetaFilter über einen Sidechain-Eingang verfügt, kann man auch sehr einfach Ducking-Effekte erzielen.

Die UI ist nicht skalierbar und auch die Preset-Verwaltung ist mit Drop-down-Menüs nicht optimal gelöst.

Klanglich schlägt sich das Wave-Filter recht gut, ist aber bei Weitem nicht das versatilste oder bestklingende der Kandidaten.

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Fazit

Am Ende muss ich sagen, dass die Variationen unter den Kandidaten doch recht breit gefächert sind. Und obwohl das hier (fast) kein Vergleichstest ist, möchte ich doch meine persönlichen Favoriten benennen.

Das ist zum einen das Arturia Filter M12, da hier bis 10 kHz moduliert werden darf. In Sachen Modulationsmöglichkeiten liegen bei mir der FabFilter Volcano 3 und die Kilohearts Filter ungefähr gleichauf. Am aufgeräumtesten finde ich den ToneBooster DualVCF. Und das abgedrehteste Filter ist für mich eindeutig WOW2 von SugarBytes

Hoffentlich konnte euch diese Übersicht weiterhelfen und vielleicht sogar Appetit machen, auch mal eines der o. g. Filter-Plug-ins auszuprobieren.

Preis

  • Arturia - Filter M12 - Filter M12 – 99,- EUR
  • Arturia - Filter MINI - Filter MINI – 99,- EUR
  • Arturia - Filter SEM - Filter SEM – 99,- EUR
  • Arturia - FX Pack 3, inkl. Filter M12, Filter MINI, Filter SEM – 299,- EUR
  • AudioThing - The Orb - Vowel / Formant Filter Plugin – 49,- EUR
  • FabFilter Volcano 3 - Filter plug-in – 129,- EUR
  • Kilohearts - Kilohearts Essentials, inkl. Filter, Ladder Filter, Nonlinear Filter, Formant Filter – 29,- EUR
  • Kuassa Efektor - WF3607 Wah Filter Guitar Effect Software – 25,- EUR
  • Ohmforce - Frohmage – 0,- EUR
  • Plug & Mix - Retro Filter – 49,- EUR
  • Soundtoys - FilterFreak – 149,- EUR
  • SugarBytes - WOW2 | Creative Multi-Filterbox – 99,- EUR
  • ToneBoosters | Audio Plug-ins | DualVCF – 19,- EUR
  • U-HE - Filterscape- Sound mangling and filtering – 129,- EUR
  • Vengeance Sound - Philta XL – 49,- EUR
  • Waves - MetaFilter - Creative Filter Plugin – 149,- EUR
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Marco Korda AHU 1

    Guten Morgen. Ein schönes Thema. Danke für die Auflistung. Du hast natürlich recht, das kann niemals vollständig werden.

    Kleiner Tipp von mir für Cubase-Nutzer: der Retrologue kann externes Audiosignal empfangen und man kann die Oszillatoren ausschalten und z.B. nur die sehr hervorzuhebende Filtersektion nutzen. Da finden sich diverse Filtertypen, die häufig sehr, sehr gut klingen. Dazu kann man dann noch die Modulation und den StepSequenzer verwenden. Für mich ein Killer-Feature! Und auch noch umsonst :-)🤩

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      Marco: Danke für diesen sehr guten Tipp! Das wusste ich weder, noch hätte man mit solch einem coolen Feature seitens Cubase gerechnet. Immer wieder spannend was es alles gibt.

      Abgesehen davon reichen mir die „Minifilter“ in Cubase völlig aus. Diese leisten gute Dienste. Sind klein (etwas zu klein) und daher einfach in der Handhabung. Von allen Produkten seitens Native Instruments fällt mir augenblicklich kein Filter ein. Haben die keinen oder bin ich auf einem Holzweg unterwegs?

  2. Profilbild
    janschneider

    Ich würde ja sagen, dass Cytomic “The Drop” fehlt…
    Und es ist vielleicht nicht so zielführend, die reinen Listenpreise von den Plug-ins aufzuführen, bekanntlich gibt es ja bei einigen Anbietern regelmäßige “Sales”, wo man nur einen Bruchteil des Listenpreises zahlt. Kein Mensch würde ja ein Waves-Plugin für 149€ kaufen…

    • Profilbild
      t.goldschmitz RED

      Hallo Jan.
       
      Im Prinzip ja, aber wir können den Artikel ja nicht ständig aktualisieren, wenn mal irgendwo wieder ein Sale ist. Die tauchen auf und sind dann manchmal 24 Stunden später wieder weg – also haben wir uns auf die Listenpreise geeinigt.

    • Profilbild
      Der_Brechreiz

      +Für cytomic the Drop. Das Filter Plugin von Andrew Simper spielt in der Oberliga. Ich meine er hätte auch die Filter für die Synth Squad beigesteuert.

  3. Profilbild
    Lapin

    Filterfreak 2 ist keine Freeware sondern 2 Filter die man parallel oder in Serie nutzen kann

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