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Mega-Reportage zu allen Oberheim Vintage-Synthesizern, Teil 2

The History of OB-Xa und OB-8

8. Oktober 2022

Special: Oberheim OB-Serie

Willkommen zum zweiten Teil der Reportage über Oberheims berühmte OB-Serie. Tom Oberheims jahrzehntelange Erfahrungen mit Synthesizern finden im Jahr 2022 ihren vorläufigen Kumulationspunkt im OB-X8. Das Instrument zieht die Summe aus seiner OB-Serie, die mit ihrem genialen Sound seit nun gut 40 Jahren die Keyboardspieler und Musikfans fasziniert. Der OB-X8 ist eine Hommage an den ultrafetten Klang der späten 70er- und der 80er-Jahre. Jene glorreiche Zeit, als die polyphonen Oberheim Synthesizer neben dem Prophet-5,  dem Jupiter-8 (1981) und dem Memorymoog (1982) die Bühnen der Welt beherrschten. In diesem zweiten Teil soll es nun um den Oberheim OB-Xa und den OB-8 gehen.

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Oberheim OB-Xa und OB-8 – die Klangbeispiele

Eine Bemerkung zu den Klangbeispielen: Diese habe ich im Report teils bunt gemixt, damit man die unterschiedlichen Charakteristiken gut vergleichen kann. Für den OB-Xa habe ich auf zwei Filmmusiken zurückgegriffen, die ich Ende der 80er-Jahre für Feature-Filme über die Alliierten in Berlin komponiert hatte. Und ich fand eine alte Kassette, auf der ich damals – oft zum tuckernden Arpeggiator des Polysix – einfach improvisiert hatte. Sozusagen „Noodling on an OB-Xa“.  Die OB-8-Beispiele sind zum überwiegenden Teil neu eingespielt, zwei stammen aus meinem Report über den SCI Drumtraks, ein weiterer aus dem Artikel zum Sequencer ARP 1601.  Der Oberheim OB-8 gilt als das Player’s Instrument in der OB-Reihe und integriert sich besonders gut in den Mix – deshalb habe ich ihn hier mehrfach in kleine Songs eingebunden.

Der Oberheim OB-Xa verbindet ein sehr elegantes Auftreten mit wesentlich erweiterten Möglichkeiten, zu denen auch Double- und Splitsounds gehören. Allerdings klingt er etwas zahmer als sein Vorgänger OB-X.

Der Nachfolger: Oberheim OB-Xa

Als im Frühjahr 1981 der OB-Xa als Nachfolger des OB-X in die Läden kam, habe ich ihn ehrfürchtig im Berliner Sound & Drumland angespielt. Das neue Design – schwarz mit blauen Nadelstreifen – hat mir auf Anhieb gefallen. Trotz seiner Größe fand ich ihn auch nicht disproportioniert. Hinter einem Oberheim OB-Xa zu stehen und diese riesigen schwarzen Potiknöpfe zu bedienen, kann einen Synthesizer-Fan in eine ähnliche Klimax des Vergnügens versetzen, wie einen Autofreak eine Ausfahrt in einem alten Jaguar E-Type. Aber knapp 14.000,- DM waren damals nicht zu stemmen. Ich kaufte für knapp 3.400,- DM einen Korg Polysix, mit dem ich eine sehr schöne Zeit hatte. Ich habe den Korg auch keineswegs ausrangiert, als ich mir später einen gebrauchten OB-Xa zulegte. Beide ergänzen sich sehr schön. Beim nächsten Klangbeispiel sind die Strings des Oberheim OB-Xa neben den Streichern des Polysix zu hören. Die Minikomposition „New Romantic“ featuret prominent einen Sync-Sound. Es muss nicht immer ein ARP Odyssey sein …

Report: Oberheim OB-Serie

Meine Keyboards 1988: Der M1 war gerade frisch dazugekommen, in der Mitte thront der Oberheim OB-Xa darüber ein DX7. In Hintergrund der Yamaha CS-40M. Nicht im Bild der Moog Prodigy und der Polysix (Foto: Costello)

Der Verkäufer leiht sich sich den OB-Xa noch mal aus

1985 war ich reif für meinen ersten Oberheim. Das damals aktuelle Modell – der Matrix 12 – lag komplett außerhalb meiner finanziellen Reichweite und wirkte auf mich mit seiner komplizierten Bedienung eher abschreckend. Also durchforstete ich die Kleinanzeigen der Stadtmagazine Tip und Zitty, die damals in etwa die Funktion der eBay-Kleinanzeigen erfüllten. Ich schaute nach gebrauchten Polyphonen: Am liebsten wäre mir ein Roland Jupiter-8, ein Prophet-5 oder T 8 gewesen. Aber die tauchten Mitte der 80er-Jahre gar nicht so häufig auf. Schließlich fiel mir eine Anzeige für einen OB-Xa auf. Vollausbau mit 8 Stimmen, 120 Programmen, midifiziert inklusive Flightcase für 5000,- DM. Dazu muss man wissen, dass der Oberheim OB-Xa wie sein Vorgänger wahlweise mit 4, 6 oder 8 Stimmen ausgeliefert wurde. Auch besaß er zunächst nur 32 Programmspeicher und kein MIDI. Da hatte sich das Warten als durchaus gelohnt. Der Verkäufer war der prominente Berliner Keyboarder Michael Gerlach, der damals bei Andromeda spielte, und sicher manchen auch als Eloy-Keyboarder bekannt ist. Er verkaufte damals den OB-Xa, um sich den aktuellen Matrix 12 zu kaufen. Nach etwa 14 Tagen rief er mich an und fragte, ob ich ihm seinen alten Oberheim OB-Xa noch mal für einen Studiotermin ausleihen würde. Der Matrix sei schon toll, so vielseitig, aber durch die Programmierung müsse er erstmal durchsteigen.  Und dann dieser tolle Sound vom OB-Xa – der würde ihm schon fehlen. Natürlich habe ich den OB-Xa noch mal rausgerückt. Durch das Kassetten-Interface war es für Michael Gerlach ein Leichtes, seine eigenen Sounds wieder aufzuspielen.

Das nächste OB-Xa Klangbeispiel bietet in knapp zwei Minuten eine Fülle verschiedener Sounds, beginnend mit einem meiner Lieblingsklänge – ein  harfenähnlichen Klang mit etwas verlängertem Sustain und Pulsbreitenmodulation, gefolgt von einem wirklich superknackigen Bass, Glöckchen, Bläsern und einem schönen OB-Xa Streichersound. Auch das kurze OB-8-Stück „Dance“ vereint mehrere Sounds: Über einem druckvollen Bass ist eine Orgel zu hören, links ein perkussiver und rechts ein eher weicher Sound, später gesellt sich noch ein Filtereffekt dazu. Der Beat kommt von einem SCI Drumtraks.

Die Rückseite des OB-Xa mit dem neuen Computerinterface, an das der Digitalsequencer DSX angeschlossen werden konnte

Oberheim OB-Xa – die Stimmenarchitektur

Sehen wir uns die Stimmenarchitektur des OB-Xa an, unterscheidet sie sich zunächst mal gar nicht groß vom OB-X: Zwei Oszillatoren mit Sägezahn und Puls, die Pulsbreite kann moduliert werden. Oszillator 1 ist wie gewohnt in Oktavschritten und Oszillator 2 in Halbtonschritten regelbar. Die feinen Schwebungen werden mit einem Detune-Regler eingestellt. Die Synchronisation der Oszillatoren ist weiter möglich. Neu ist, dass die Tonhöhe von Oszillator 2 sich durch die Filterhüllkurve modulieren lässt, womit sich diese leicht verstimmten, flötenähnlichen Klänge à la Peter Gabriel erzielen lassen.

Doch dieser Bonus wird teuer erkauft: Die Crossmodulation ist dafür verlorengegangen und das ist nun leider ein echt fauler Deal.

Natürlich lassen sich auch so hübsche Glöckchen programmieren (Klangbeispiel OB-Xa), aber die charakteristischen Klänge der Crossmodulation, die manchmal an einen Ringmodulator erinnert, sind leider verschwunden. Inzwischen experimentiere ich bei  meinem Oberheim OB-8 mit verschiedenen Effektgeräten, wie dem Roland SRV 2000, um metallische Klänge zu erzielen:

Im Filterbereich mit Cutoff, Resonance und Modulation (durch die Filterhüllkurve) erleben wir eine echte Überraschung: Neben dem bekannten 2-Pol-Filter bietet der OB-Xa auch 4-Pole an. Und dadurch wird die Palette möglicher Sounds tatsächlich sinnvoll erweitert. Insbesondere für knackige Bässe und Klänge, die Richtung Prophet-5 gehen, erweist sich das 24 dB Filter als sehr nützlich.

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Im Mixerbereich ist ein 4-Pol-Filter dazugekommen, dafür lässt sich Noise nun nicht mehr mit halber Stärke anwählen. Der Programmer besitzt vier Buttons für die Soundbänke: A, B, C und D können in jeder denkbaren Kombination auch gemeinsam gedrückt werden.  Im Zusammenspiel mit den 8 Programmtasten können so insgesamt 120 Programme angewählt werden.

Der leidige Mixer

Sehr einfach ist wiederum der Mixer gehalten – da gibt es keine Fortschritte zum Oberheim OB-X zu vermelden: Die Pegel können nicht individuell justiert werden: Wir können Oszillator 1 und 2 sowie den Noise Generator jeweils ein- und ausschalten und Oszillator 2 mit halber Lautstärke verwenden. Noise konnte beim OB-X ebenfalls noch mit halber Intensität angewählt werden. Nun wurde anscheinend der sechste Taster für die Umschaltung auf das 4-Pol-Filter benötigt. Speziell beim Noise Generator finde ich diese „Alles oder nichts“-Option nicht so befriedigend. Vielleicht will man einem Blasinstrument  nur ein leichtes Zischeln mitgeben. Aber hier braust immer gleich der Orkan. Obwohl es an dieser spartanischen Ausstattung reichlich Kritik gab, wurde sie bis zum Oberheim  OB-8 nicht verändert. Erst der neue OB-X8 räumt diesen Kritikpunkt aus, versteckt ihn allerdings in einem Untermenü: „Der OB-X8 behält die einfachen Ein/Aus-Schalter auf der Vorderseite bei, bietet aber eine stufenlose Pegelregelung für jeden Oszillator auf Page 2 mit einem Bereich von 0 (aus) bis 127 (maximal und derselbe Pegel wie bei den Originalinstrumenten in der Einschaltposition)“ (OB-X8 Benutzerhandbuch).

Zurück zum Oberheim OB-Xa: Auch das Keyboard-Tracking des Filters kann nur ein- oder ausgeschaltet werden. Bei den Envelopes gibt es wieder für VCF und VCA jeweils eine komplette ADSR-Kurve.

Die Envelopes des Oberheim OB-Xa

Oberheim OB-Xa – die Modulation

Bei der Modulation hat sich im Vergleich zum OB-X einiges getan: Der Oberheim OB-Xa ist nun mit zwei LFOs ausgerüstet. Der eine ist programmierbar, verfügt über Sinus, Sägezahn sowie Sample and Hold und kann die Frequenzen von Oszillator 1 und 2, die Pulsbreiten beider Oszillatoren sowie die Filterfrequenz modulieren. Der zweite LFO ist davon komplett unabhängig und befindet sich links neben der Tastatur bei den Spielhilfen. Er besitzt eigene Potis für Frequenz und Intensität. Wenn wir das Rate-Poti nach oben ziehen, wechselt die Schwingungsform von Sinus auf Sägezahn. Dieser LFO ist nicht programmierbar, aber ein echter Pluspunkt beim Live-Spiel. Weil wir gerade bei den Spielhilfen sind: Die Lever kennen wir schon vom Vorgänger: Wie beim Oberheim OB-X gibt es eine Wide/Narrow-Umstellung: Im einen Fall geht der Ton eine ganze Oktave hoch oder runter, im anderen lediglich einen Halbton. Pitchbending kann allein auf Oszillator 2 angewendet werden, was in der Verbindung mit dem Sync-Modus phantastische Klänge ermöglicht, die an eine verzerrte E-Gitarre erinnern.  Transposition gibt es auch. Aber was ist das? Es gibt zwei Taster, die mit „Lower“ und „Upper“ beschriftet sind.

Merklich aufgefüllt im Vergleich zum OB-X wurde beim Oberheim OB-Xa das Bedienungsgeld mit den Spielhilfen. Hier ist ein zweiter LFO dazugekommen und die Lower- und Upper-Taste erinnern daran, dass das Keyboard jetzt auch gesplittet werden kann.

Split- und Doublesounds

Die „Lower“ und „Upper“-Tasten bringen uns zu einem wirklich tollen Feature des Oberheim OB-Xa. Er bietet Split- und Double-Sounds. Man kann also – um Reinhold Heil zu zitieren – unten „das fette Schwein haben, und oben den Geheimnisvollen“. Und man kann zwei Klänge stacken, was absolut großartig ist. Der Splitpunkt, die verwendeten Programme inklusive Transposition und das relative Lautstärkeverhältnis können gespeichert werden. Bei den frühen Geräten war die Zahl der Split- und Doublesounds noch eingeschränkt auf insgesamt 8 Stück, bei meinem Exemplar waren die Speicherplätze dann schon verdoppelt, auf 8 Split- und 8 Double-Sounds. Und weil wir ja in diesem Bereich Sounds mit komplett unterschiedlichen LFO-Settings kombinieren können, dämmert es uns, dass der OB-Xa insgesamt sogar drei LFOs besitzt.

Mit der Möglichkeit, zwei leicht unterschiedliche Klänge übereinanderzulegen, lässt sich zum Beispiel ein wirklich fetter Brass-Sound erzeugen.

Der Siegeszug der Curtis-Chips

Geblieben sind die vom Oberheim OB-X bestens vertrauten Funktionen wie Hold, Chord und Autotune. Und natürlich gibt es weiter Unison und polyphones Portamento. Unter der Haube hat sich einiges getan, denn statt dem in weiten Bereichen diskreten Aufbau des OB-X haben nun die Curtis-Chips ihren Siegeszug angetreten. Der CEM3310 ist – wie beim OB-X für die Hüllkurven zuständig. Dazu kommen jetzt aber CEM3340 für den VCO, und CEM3320 für das VCF. Das macht den Oberheim OB-Xa wartungsfreundlicher und (relativ gesehen) zuverlässiger als seinen Vorgänger. Es hatte aber auch Auswirkungen auf den Klang, der etwas an Lebendigkeit (man könnte auch sagen Unberechenbarkeit), Fülle und Wärme einbüßte. Dem OB-Xa geht die Weichheit des OB-X etwas ab, er klingt direkter und härter. Trotzdem sind auch mit dem OB-Xa noch sehr flauschige Padsounds möglich. Aufgrund der beim Prophet-5 Rev3 identischen Bestückung mit Curtis-Chips ist er auch etwas näher am Prophet-Klang als sein Vorgänger. Wobei der Klang aber nicht allein eine Frage der Chips ist, so dass sich die Instrumente von Tom Oberheim und Dave Smith schon noch klanglich deutlich voneinander abheben.

Die beiden Curtis-Chips CEM3320 sind beim Oberheim OB-Xa für das Filter zuständig.  Beim Nachfolger OB-8 wurde nur noch ein Chip verwendet.

Jump

Besonders bekannt wurde der Sound, den die Oberheim-Programmierer auf Speicherplatz A1 abgelegt haben. Der Synthesizersound von „Jump“ vom van Halen Album 1984. Eddie van Halen soll ihn über einen Marshall Verstärker eingespielt haben. Es gibt auch Stimmen, die sagen, er hätte damals einen Oberheim OB-X gespielt. Aber mindestens im Video zum Song verwendet er einen OB-Xa. Dieser Sound wurde oft kopiert und manchen geht er inzwischen gehörig auf die Nerven. Aber eins ist er mit Sicherheit – ikonisch. Ein OB-Xa vermag sich auch in einer schnörkellosen Rock’n’Roll-Band nur mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang durchzusetzen. Es ist ein beliebtes Spiel unter Keyboardern, den Jump-Sound auf den verschiedensten Synthesizern nachzubauen. Mit unterschiedlichen Erfolg:  Ein Juno-60 hat dafür einfach nicht genug Beef.

Der Oberheim DSX ist ein leistungsfähiger, allerdings nicht ganz intuitiv zu bedienender Digitalsequencer

The System

Der Oberheim OB-Xa entstammt der Prä-MIDI-Zeit, wurde aber – wie mein Exemplar – oft genug nachgerüstet. Statt MIDI besitzt der OB-Xa einen 37-poliges Computerinterface, an das ein Digitalsequencer angeschlossen werden konnte – der Oberheim DSX. Fügte man noch einen der Oberheim Drumcomputer  – den DMX oder den kleineren DX – hinzu, erhielt man ein vollständiges Produktionssystem mit einwandfreier Synchronisation. Und genau so wurde es von Oberheim auch beworben – als „The System“. Der Sequencer DSX ist insofern interessant, als er über 8 separate CV- und Gate-Ausgänge bis zu 8 analoge Synthesizern mit einer Spannung von 1 Volt pro Oktave ansteuern kann. Der DSX verfügt über eine Kapazität von 6.000 Noten und 16-stimmige Polyphonie. Bis zu 10 Sequenzen können gleichzeitig gespeichert werden. Aufgenommen wird entweder in Real-Time (mit einer Auflösung von 1/192 Noten) oder mit Quantisierung. Die Programmierung von Sequenzen selbst war freilich nur über einen Oberheim OB-Xa oder OB-8 möglich. Seit einiger Zeit gibt es ein Softwareprogramm, das den direkten Zugriff auf alle 10 Spuren der Sequencers erlaubt. Peter Grandl schreibt in seinem Test zum DSX: „Das Tor ins System ist beim Oberheim DSX das Cassette-Interface. Mittels eines einfachen Audiosignals, das von jedem gewöhnlichen Ausgang oder Audiointerface wiedergegeben werden kann, wird die Verbindung zum Computer hergestellt – genial.“

Oberheims legendärer Drumcomputer DMX vervollständigte „The System“

Als der OB-Xa in einer Rauchwolke verschwand

Ich hatte den Oberheim OB-Xa 20 Jahre in meinem Besitz und erinnere mich an ihn als einen wirklich großartigen Synthesizer. Die Bedienung ist absolut intuitiv. Jeder Klang kann sofort editiert werden: einfach, indem man am Potiknopf des gewünschten Parameters schraubt. Beim Vorgänger OB-X musste zuvor noch die Edit-Taste gedrückt werden. Seit einiger Zeit besitze ich nun auch einen Prophet-5 und ich muss sagen, dass die Polymodulation in der Bedienung nicht ganz so selbsterklärend ist. Falls man nicht einfach auf Zufallsergebnisse setzt, was natürlich auch reizvoll sein kann. Auf Anhieb konnte ich auf dem OB-Xa die Sounds meiner damaligen Lieblingsbands wie Simple Minds oder Japan einstellen. Nachdem sich das gute Stück ein halbes Jahr in meinem Besitz befand, jagte mir mein geliebter Oberheim einen gehörigen Schrecken ein. Beim Einschalten gab es plötzlich einen Knall, Rauch stieg aus dem Gehäuse aus und ein beißender Geruch erfüllte die Luft. In meiner Verzweiflung – ich dachte der Oberheim hätte sich wirklich komplett aufgeraucht – rief ich Vorbesitzer Michael Gerlach an. Der mich beruhigte – „so schnell gehen die Dinger nicht kaputt“ – und  mich mit der Telefonnummer von Peter Schwerdtfeger versorgte. Peter war ein ziemlicher Tausendsassa, der Modifikationen an Synthesizern vornahm (unter anderem für Tangerine Dream), eigene Geräte entwickelte, Klaviere stimmen konnte und nebenbei auch mal ein durchgeschmortes Netzteil erneuerte. Ein super netter Typ, zu dem ich dann etwa alle zwei Jahre meinen Oberheim zum Kalibrieren schleppte.

Das Klangbeispiel Bass_Noise ist ziemlich derbe – vielleicht hatte ich damals gerade DAF gehört. Neben dem tiefen Bass gibt es noch einen durchdringenden anderen Sound zu hören,  der fast ein bisschen nach FM klingt. Aber auch das ist ein Unisono-Sound  vom OB-Xa. Der OB-8 darf sich im zweiten Beispiel an einem bekannten Synclavier-Sound versuchen.

Ein Oberheim OB-Xa mit hochgeklappter Haube und den 8 freigelegten Voicecards

Die Freuden der Kalibrierung

Ich muss immer schmunzeln, wenn ich manchmal lese, wie lebendig doch alte analoge Synthesizer durch das Driften der Oszillatoren klingen würden. Wenn in Foren oder Testberichten geschwärmt wird, wie herrlich doch diese Unberechenbarkeit sei, wenn der Filterklang und die Hüllkurvenverläufe bei jeder neu gedrückten Taste komplett unterschiedlich ausfallen würden. Ich habe das damals genau anders empfunden, mir taten die verstimmten Töne weh. Vielleicht habe ich damals schon das heraufziehende Digitalzeitalter antizipiert. Und vermutlich habe ich auch deshalb heute soviel Spaß an dem – sehr viel sauberer klingenden – Oberheim OB-8. Für den Auftritt auf der Bühne kam der OB-Xa damals leider etwas zu spät, wir hatten die Band 1985 aufgelöst. So nutzte ich den Synthesizer für einige Auftritte im privaten Rahmen und für Trailer- und Filmmusikproduktion.

Nach der Milleniumswende habe ich ihn dann nur noch selten gespielt. 2005 musste er schließlich den Kinderbetten für die Zwillinge weichen. Damals habe ich ihn für ganze 300 Euro verkauft. Das war zugegeben preiswert – aber mehr mochte ich dem hoffnungsfrohen Nachwuchsmusiker nicht abnehmen, zumal das Instrument zu diesem Zeitpunkt keinen Ton mehr von sich gab und die Tastatur völlig verklebt war.

Am Ende der Oberheim OB-Reihe steht der OB-8

Als ich bei der Ausarbeitung dieses Berichts noch einmal Theo Bloderers Blue Box-Artikel über den Oberheim OB-8 las, habe ich mir die Augen gerieben. Im Fazit werden 2000,- Euro als durchschnittlicher Preis für einen gebrauchten OB-8 genannt. Und im Forum wurde hin und her diskutiert, ob es angemessen wäre, 2000 Euro für einen großen Polysynth auszugeben. Ich dachte: Nur 2000 Euro? Immer her damit. Und dann sah ich auf das Datum und wusste Bescheid: Der Artikel stammt aus dem Jahr 2011.

Nach meinem großen Kehraus im Jahr 2005, den nur wenige Instrumente überlebten, habe ich erst vor einigen Jahren wieder angefangen, mir ein paar Vintage-Synthesizer zuzulegen. Um es kurz zu machen: Für die oben zitierten 2000 Euro bekommt man keinen OB-8 mehr. Aber – er scheint unter den großen polyphonen Synthesizern derzeit tatsächlich noch das Budget-Instrument zu sein.

Im unserem Klangbeispiel übernimmt der OB-8 über einer Sequencer-Linie des ARP Quadra die Leadstimme, eigeführt von einem polyphonem Portamento.

Special: Oberheim OB-Serie

Klanglich reicht der Oberheim OB-8 nicht ganz an seine beiden großen Vorgänger OB-X und OB-Xa heran. Dafür punktet er mit größerer Zuverlässigkeit und Flexibilität. (Foto: Costello)

Oberheim OB-8: Im Schatten der großen Vorgänger

Der OB-8 kam 1983 auf den Markt und kostete um die 10.000,- DM.  Damals wurde er oft an seinem Vorgänger OB-Xa gemessen. Und da schnitt der OB-8 anscheinend „schlechter“ ab. Es war allerdings auch kein Geringerer als Tom Oberheim selbst, der den Anstoß zu diesen unfruchtbaren Vergleichen gab: Indem er feststellte, der OB-8 würde „sauber klingen, zu sauber“. Auch in Theo Bloderers Artikel wurde er zuerst nur mit zwei Sternen bedacht, bevor ihn die Redaktion dann in einem Anflug von Milde oder aber in Anerkennung seiner wahren Verdienste den dritten Stern spendierte. In vielen Foren-Beiträgen wird darüber berichtet, dass das vor allem eine Sache der Kalibrierung ist. Die OB-8 wurden mit einer sehr „tighten“ Kalibrierung ab Werk ausgeliefert. Tatsächlich können aber die kleinen Abweichungen in der Tonhöhe, in der Filteröffnung etc. sehr leicht eingestellt werden. Oft hilft es schon, auf das Autotuning zu verzichten.

Special: Oberheim OB-Serie

Von außen sehen die Hüllkurven von OB-Xa und OB-8 absolut identisch aus. Tatsächlich produzierten sie aber durchaus unterschiedliche Ergebnisse. (Foto: Costello)

Das zweite (Gegen)-Argument: Die Hüllkurven wären etwas schlapp. Theo Bloderer schrieb damals: „Die Weichheit hat wohl auch ihre Gründe, schließlich verfügt der Oberheim über etwas träge Hüllkurven. Extrem Perkussives schließt sich hier aus. Doch das Breite/Weiche hat ebenso seine Berechtigung.“ Bereits in der Diskussion wiesen Leser darauf hin, dass auch das eine Frage der Justierung ist. Unter dem schönen Blech des Oberheim OB-8 werkelt derselbe CEM-Chip wie beim Pro-One, dem jetzt niemand nachsagen wollte, dass er nicht über kräftig zupackende Hüllkurven verfügen würde. Hier ein Beispiel mit verschiedenen Effektsounds des OB-8, darunter ein Arpeggiator-Sound, der an Zackigkeit nichts zu wünschen übrig lässt:

Hier ist die Lektüre des OB-X8 Handbuches interessant, weil deutlich wird, dass das Ergebnis nicht nur von den verwendeten Chips abhängt: „Alle drei Legacy-Synthesizer nutzten den CEM3310-Chip für die Filter- und Verstärkerhüllkurven. Die verwendeten Schaltkreis-Topologien führten jedoch zu einigen Unterschieden. Zum Beispiel hat die Attack-Zeit beim OB-8 eine linearere Form als beim OB-Xa, obwohl beide den CEM3310 verwenden. Beim OB-X/Xa kann man eine exponentiellere Kurve hören.“ Von Hause aus besitzt der Oberheim OB-8 aufgrund des spitz zulaufenden Decays also tatsächlich mehr Snappiness als der Oberheim OB-Xa, bei dem die Hüllkurve mehr Bauch besitzt und der entsprechend auch klanglich etwas mehr Druck macht.

Report: Oberheim OB-Serie

Die Hüllkurven von OB-X/OB-Xa und OB-8 sind tatsächlich unterschiedlich (Quelle: OB-X8-Handbuch)

Peter Forrest kam ins Grübeln, weil beim Oberheim OB-Xa zwei CEM-3320 Filterchips verwendet werden, beim OB-8 nur einer. Könnte hier die Ursache für einen etwas schwächeren Sound liegen? „Diese Chips waren beim OB-Xa aber niemals im Parallelbetrieb. Einer war für 12 dB und der andere für 24 dB ausgelegt und der Synthesizer wechselte zwischen ihnen hin und her. Beim OB-8 wurde ein einzelner CEM3320-Chip einfach für 12 dB und 24 dB konfiguriert.“ (Peter Forrest, a.a.O., Seite 22)

Wer den Oberheim OB-8 tatsächlich in Richtung OB-Xa trimmen möchte, mit mehr Bass, mehr Dampf beim Audiosignal und einem schärferen Filterklang mit mehr Resonanz, der kann dies mittels der von Jürgen Haible beschriebenen Modifikationen tun. Diese setzen unter anderem bei den Kondensatoren im Bereich VCF und VCA an und verbessern speziell den Audiopfad im VCA-Bereich.

Report: Oberheim OB-Serie

Noch einmal ein Oberheim – dieses Mal entschied ich mich für den OB-8. (Foto: Georg Alexander Uhlig)

Noch mal ein Oberheim!

Vor 6 Jahren juckte es mir nochmal in den Fingern. Ich wollte eines dieser Schlachtschiffe wieder mein Eigen nennen. Und obwohl vom OB-Xa vorgeprägt, fiel meine Wahl dieses Mal auf den Oberheim OB-8. Er teilt mit dem OB-Xa die gleiche wundervolle Optik, ist trotzdem wesentlich leichter (17 kg), weil die Voicecards durch zwei Platinen mit der kompletten Elektronik für je vier Stimmen ersetzt wurden. Der Oberheim OB-8 wurde von Anfang mit 8 Stimmen und 120 Programmen angeboten. Wegen der reduzierten Technik gilt er als weniger anfällig. Zusätzlich wird er durch einen Arpeggiator und erweiterte Modulationsmöglichkeiten aufgewertet. Er besitzt MIDI und man braucht, um die Stimmen im Panorama zu verteilen, auch nicht mehr die Haube zu öffnen. Die Regler befinden sich beim Oberheim OB-8 an der rechten Gehäuseseite in einer Aussparung der Holzblende. Aber das würde natürlich alles nicht zählen, wäre nicht auch der Klang eine Offenbarung.

Ich hatte Glück. Ein OB-8 wurde in Berlin von einem bekannten Produzenten von Rap-Musik angeboten, der in Kreuzberg sein Studio hat. Ich habe bei Instrumentenbesichtigungen schon vieles erlebt: Dass man ein Instrument nur über eine knacksende Uralt-Stereoanlage vorgeführt bekommt, dass einem ein Effektgerät an der Wohnungstür in die Hand gedrückt wird und – weil man auf einen kurzen Funktionstest besteht – nach 10 Minuten der Verkäufer schon unruhig wird, weil er Termine hat. Oder dass der angeblich völlig einwandfreie Jupiter-4 nur ein Jupiter-3 ist. Oops, dass da ‘ne Stimme fehlt, hatte ich noch gar nicht gemerkt.

Special: Oberheim OB-Serie

Beim Oberheim OB-8 wandern die Trimmpotis für das Voice-Panning nach außen (Foto: Costello)

Café Crème zum Synthesizerkauf

Hier war nun alles anders. Vom wundervollen Café Crème aus der italienischen Kaffeemaschine bis zu den gigantischen Abhörmonitoren, über die der OB-8 brüllen konnte und zeigen durfte, dass er kein kastrierter OB-Xa ist. Der Verkäufer nahm sich Zeit, führte das Instrument wirklich vor, beantwortete meine Fragen. Und versuchte auch nicht zu kaschieren, was ohnehin offensichtlich war: dass die Tastatur in den Randbereichen offensichtliche Kontaktprobleme hatte. Deshalb konnte ich den Kaufpreis dann auch 500 Euro nach unten verhandeln. Er lag dann deutlich genug unter 4000 Euro. Dass es drei Mitbewerber gab, glaubte ich dem Verkäufer gerne, es werden ja genügend Gear-Suchanzeigen aufgegeben. Und da sind all diejenigen nicht mitgezählt, die einfach mal anriefen, um zu fragen, ob es den Oberheim nicht auch für 2000 Euro geben würde.

Special: Oberheim OB-Serie

Der Oberheim OB-8 im Überblick. Die einzige Modifikation an diesem Gerät besteht in einem kleinem Schalter (ganz links), der MIDI an- und ausschaltet. (Foto: Costello)

Oberheim OB-8 – ein Leichtgewicht

Was Theo Bloderer damals auffiel , erlebte nun auch ich. Ganz vorsichtig will man das riesengroße Gerät anheben und erwartet schon ein Knacksen in den Bandscheiben. Und dann ist es – etwas übertrieben – geradezu federleicht. Beschwingt zieht man von dannen. Der Look ist einfach großartig. Ich liebe das originale Oberheim Signet, das Optimismus und Fröhlichkeit signalisiert. Diese Übersichtlichkeit: Obwohl ich seit gut 15 Jahren keinen Oberheim mehr unter den Fingern hatte, konnte ich das Teil blind bedienen. Diese wunderbaren großen Drehknöpfe, die man freilich erst bis zum Anschlag drehen muss, wenn man anschließend den vollen Regelbereich nutzen will. Die berühmten Lever, von denen ein Rezensent schriebt, man liebt sie oder man hasst sie. Soweit würde ich nicht gehen. Ich finde sie einfach sehr praktisch.

Vieles scheint identisch zum Oberheim OB-Xa, aber dann trifft man auf Schritt und Tritt auf sehr angenehme Neuerungen. Oszillatoren können auf Puls oder Sägezahn eingestellt werden. Aber auch die Anwahl beider Schwingungen ist möglich. Leuchtet gar kein Lämpchen bei den charakteristischen Drucktastern auf, erklingt eine Sinusschwingung. Der Frequenzbereich ist jetzt stufenlos einstellbar. In diesem Bereich warten zwei Leckerbissen, die ich schon von meinem alten OB-Xa her kannte: zum einen die Möglichkeit der Oszillator-Synchronisation. Steuert man den Syncsound mit dem Lever, lassen sich diese wunderbar schneidenden Klänge produzieren, wie man sie etwa auch vom ARP Odyssey, vom Moog Prodigy oder dem Prophet-5 kennt. Die zweite Möglichkeit: mit der Filterhüllkurve die Tonhöhe des zweiten Oszillators steuern.

Die Pulsbreite, erzählte mir ein befreundeter Musiker, könne wohl nur für beide Oszillatoren gemeinsam eingestellt werden. Dem ist nicht so, sie sind durchaus separat anwählbar, auch wenn es nur ein Poti dafür gibt. Da auch Nutzer des neuen OB-X8 vor dieser Frage stehen, verrät das  Handbuch den Trick: „Sie können die individuellen Impulsbreiten für Osc 1 und 2 einstellen, indem Sie den Osc 1- oder Osc 2-Schalter für die Pulsschwingung gedrückt halten und das PulseWidth Potentiometer drehen.“ Leider sind einige Funktionen des OB-8 nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Special: Oberheim OB-Serie

Das Bedienungspanel des OB-8 unterscheidet sich in Details vom OB-Xa. So wurde die Modulationsabteilung erweitert. Spätere OB-8 Modelle hatten auch eine zusätzliche Beschriftung für die Page-2 Funktionen. (Foto: Costello)

Der Filterklang – mal mächtig, mal kultiviert

Das Oberheim-Filter ist der Grund, warum man sich wohl überhaupt für den OB-8  entscheidet. Brassy, samtig, edel – oder mit einem hübschen Wortspiel „expansive and expensive“. Nach Wunsch aber auch brachial und mächtig. Wäre der OB-8 ein Mensch, würde man wohl sagen, er besäße „natürliche Autorität“. Das 12 dB Filter ist die ureigenste Spielwiese des Oberheims. Hier geht es richtig zur Sache. Für die etwas kultivierteren Klänge à la Prophet-5 wechselt man zum 24 dB Filter. Das Feinspiel von Cutoff, Resonance und Modulation (also wie stark, die Hüllkurve auf den Filterklang einwirkt) machen sehr viel vom Geheimnis des Klangs aus. Soll das Filter mit ansteigender Tonlage immer heller klingen, schaltet man noch Tracking dazu. Die Hüllkurven sind klassisch aufgebaut. Zwei mal vier Knöpfe. Attack, Decay, Sustain, Release. So muss das sein. Und die Hüllkurven sind – entgegen der Vorurteile – so knackig und druckvoll, wie man sich das wünschen kann.

Sehr viel reichhaltiger ausgestattet gegenüber dem Vorläufermodel ist die Modulationssektion. Der programmierbare LFO bietet Dreieck, Rechteck, steigendem und fallenden Sägezahn sowie Sample and Hold an. Dafür müssen dann teilweise mehrere Tasten gleichzeitig gedrückt werden. Der Performance-LFO liefert als zusätzliche Modulationsquelle sogar noch Rauschen. Leider sind einige Funktionen des Oberheim OB-8 nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Das Feld für die Spielhilfen, das beim OB-X noch weitgehend leer und öde dalag, ist nun randvoll mit Tastern gepackt, die zu allem Überfluss auch noch unterschiedliche Funktionen haben können. Hier ist auch der Arpeggiator untergebracht. Ist er aktiviert, bestimmen die Taster unter den Levern, ob das Arpeggio auf- oder abwärts läuft oder sogar zufällig. Es lassen sich mehrere Arpeggios mit Transpositionen voreinstellen, aber hier muss man wirklich die Nase tiefer in die Bedienungsanleitung stecken. Wobei diese beim OB-8 teilweise etwas kryptisch und manchmal auch schlicht unvollständig ist. Hier kann ein genauer Abgleich mit dem neuen Handbuch zum Oberheim OB-X8 interessant sein, denn dieses muss all diese vielfältigen Funktionen ja auch neu erklären.

Special: Oberheim OB-Serie

Der Oberheim OB-8 bekam einen ziemlich ausgefuchsten Arpeggiator spendiert. Für seine Steuerung übernehmen einige der Taster eine Doppelfunktion, was manchmal etwas verwirrend ist. (Foto: Costello)

Oberheim OB-8: Page 2

Page 2 – das raunen sich Besitzer des Oberheim OB-8 mit wissendem Blick gegenseitig  zu. Sie ist berühmt-berüchtigt – diese Page 2.  Ein Doppelklick auf die Chord Memory Taste führt einen in dieses geheime Reich, dessen Schätze sich eigentlich erst den Besitzern späterer OB-8 Exemplare richtig erschlossen haben. Denn diese besaßen eine entsprechende Beschriftung auf dem Panel, die die jeweiligen Doppelbelegungen der Tasten im Page 2 Modus verrieten. Alle anderen mussten umständlich in der Bedienungsanleitung nachschauen. Page 2 bietet unter anderem zwei zusätzliche Hüllkurven mit Delay und Attack, um den LFO zu steuern. Der LFO kann quantisiert werden, die Stimmen des OB-8 können zueinander phasenverschoben werden und es gibt verschiedene Portamento-Variationen (u. a. Glissando, Autoglide, Legato). Im Unisono-Modus kann die Spreizung der Stimmen definiert werden. Oder – auch interessant – mittels des Keyboards wird ein LFO-Tracking erzeugt – je höher der Ton, desto schneller wird die LFO-Modulation. Und das ist nur eine Auswahl. Page 2 ist ein Experimentierfeld für lange Winterabende oder aber sie bleibt ein Buch mit sieben Siegeln. Manche der Werks-Presets des Oberheim OB-8 machen vorbildlich Gebrauch von den Page 2 Parametern und wecken die Neugier. Und im Übrigen gilt: Man kann, man muss nicht …

Special: Oberheim OB-Serie

Sowohl die Pratt-Read Tastaturen des Oberheim OB-Xa als auch die Panasonic-Tastaturen des OB-8 sind nicht gefeit gegen Ausfälle. Es gibt heute aber die Möglichkeit eines kompletten Austauschs des Tastatur. (Foto: Costello)

Der Oberheim OB-8 – Krone der OB-Serie?

Interessanterweise hat sich das Bild des Oberheim OB-8 in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Er ist längst nicht mehr der arme Verwandte, sondern wie Theo Bloderer auf seiner eigenen Seite Greatsynthesizers.com schreibt, „aus aktueller Sicht möglicherweise die Krone der Oberheim OB-Serie. Natürlich – ein OB-X klingt massiver und radikaler, das stimmt. Und ein OB-Xa hat Synthesizer-Geschichte geschrieben. Doch als ganzheitliches Musikinstrument – mit exzellentem Klang, Werks-MIDI, angenehmer Tastatur und ‚tricky‘ Software für das gewisse Extra an Sound-Design – ist der OB-8 die Spitze der Entwicklung.“  Mit Ausnahme der Tastatur, die bei mir mittlerweile komplett ausgefallen ist (ich spiele meinen OB-8 über MIDI), würde ich mich diesem Fazit anschließen.

Der neue Oberheim OB-X8 setzt nach fast vier Jahrzehnten die große Tradition der OB-Serie fort

OB-X8: Mit dem Vintage-Knopf in die Vergangenheit

Nun warten die Oberheim-Fans auf den OB-X8. Die ihn schon haben, sind größtenteils begeistert. Auf Knopfdruck können sie sich 40 Jahre zurück katapultieren lassen. Dabei ist es doch eigentlich gar nicht so entscheidend, ob er nun wirklich genau wie ein Oberheim OB-X, OB-Xa oder OB-8 klingt. Bisher hat noch jeder Synthesizer der OB-Reihe der Serie etwas Neues hinzugefügt. Und wenn ich in den YouTube-Videos sehe, wie viel  Spielfreude der OB-X8 seinen Besitzern bereitet, weiß ich, dass Tom Oberheim wieder einen ausgezeichneten Job gemacht hat. Dabei registriere ich die feine Ironie, dass nun alle Käufer des Oberheim OB-X8 wiederum mit einer Page 2 konfrontiert werden, wobei ihnen nur ein winzig kleines Display Hilfestellung bietet. Erste Kritiken habe ich schon gehört, warum Tom Oberheim unbedingt an dem aufgeräumten Bedienfeld festgehalten hat, wo zwischen jedem Regler gefühlt ein Fußballfeld Abstand liegt. Er hätte lieber einige zusätzliche wichtige Funktionen auf dem Frontpanel unterbringen sollen, anstatt sie auf Page 2 zu vergraben. Aber solche Idiosynkrasien waren nun mal schon immer das besondere Merkmal eines echten Oberheim-Synthesizers.

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Fazit

Tom Oberheims Synthesizer haben Geschichte geschrieben. Unter dem Eindruck des Prophet-5 Schocks entwickelte er Ende der 70er-Jahre seine Synthesizer Expander Module und mehrstimmigen Synthesizer-Goliaths zu bühnentauglichen Instrumenten weiter. Der OB-X besaß mit seinem weitgehend diskret aufgebauten Schaltungen noch viel vom ungestümen, brachialen Charme eines SEM. Klanglich stellt er wohl den Höhepunkt der OB-Reihe dar. Der OB-SX sollte den teuren und schweren OB-X für größere Kreise erschwinglich machen. Doch das Preset-Instrument hatte nur überschaubaren Erfolg. Den Durchbruch schaffte Oberheim dann mit dem OB-Xa, der etwas zahmer als der OB-X klang, aber ungleich smarter auftrat. Im kleidsamen schwarz-blauen Nadelstreifenlook, ausgerüstet mit Double- und Splitsounds und bis zu 120 Speicherplätzen wusste dieser endlich dem Prophet-5 ein echtes Pfund entgegenzusetzen. Der Nachfolger OB-8 trumpfte mit einem Arpeggiator und ausgefeilten Modulationsmöglichkeiten auf. Mit der klanglichen Urgewalt seiner beiden charakterstarken Vorgängern konnte er nicht ganz mithalten, ohne deshalb aber steril oder schmalbrüstig zu klingen. Alle Mitglieder der OB-Serie haben ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Gemeinsam ist ihnen der geniale Oberheim-Sound, der – in unterschiedlicher Dosierung – bei allen Familienmitgliedern sofort herauszuhören ist. Ein Wort noch zu den Preisangaben. Ich beobachte regelmäßig Angebote auf eBay und Reverb sowie einigen Spezialseiten. Die derzeitigen Preise für gepflegte Exemplare des OB-Xa (Vollausbau) und OB-8 bewegen sich in dem genannten Rahmen, der OB-X ist relativ selten, so dass der Preis in diesem Fall ein aktuelles Reverb-Angebot wiedergibt.

Plus

  • ikonischer Oberheim-Sound (speziell OB-X und OB-Xa)
  • Split- und Doublesounds (OB-Xa und OB-8)
  • Verteilung der Stimmen im Stereo-Panorama
  • polyphones Portamento
  • mächtiger Unisono-Sound
  • bis zu 120 Programmspeicher (OB-Xa und OB-8)

Minus

  • Werks-MIDI erst beim OB-8
  • Reparaturanfälligkeit (OB-X und OB-Xa)
  • eingeschränkter Mischer
  • eingeschränktes Modulationsangebot (OB-X)
  • mittelmäßige Tastatur

Preis

  • OB-X - 18.000,- Euro
  • OB-SX 6.000,-Euro
  • OB-Xa 8.000,- bis 10.000,- Euro
  • OB-8 - 6.000,- bis 8.000,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
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        costello RED

        Matthias Becker schreibt, der Banana sei aus einer Restaurant-Wette zwischen Dir und Uwe Hoffmann/ Thomas Hopf von der Firma EEH in Wuppertal hervorgegangen: „Ich wette, dass ihr es nicht schafft, einen solchen Synthesizer zu bauen“. Falls es nicht wahr ist, ist es gut erfunden :) Ich finde die Mischung von Curtis Chips mit dem Filterchip SSM 2044 bemerkenswert. Die Modulation des Oszillators mit der Filterhüllkurve, Hard Sync und Crossmodulation sind sehr interessante Features. Der Name ist einerseits originell, aber natürlich klang zum Beispiel „Prophet“ oder selbst „Trident“ irgendwie seriöser. Die Redensart „total Banane sein“ ist laut Redensarten-Index seit 1984 belegt und damit wollte man vielleicht nicht seinen gut 5000,- DM teuren Synthesizer in Verbindung bringen. Insgesamt wäre dem Instrument auf alle Fälle ein größerer Erfolg zu wünschen gewesen.

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          Dirk Matten RED

          Die Aussage von Matthias Becker stimmt. Der Vorschlag zum Namen „Banana“ stammt von Hans-Joachim Wiechers und um des lieben Friedens willen habe ich dem zugestimmt.

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          Holk

          Wegen 5.000,- DM teurem Synthesizer .. Wenn man sich das mal überlegt: Der Banana kostete rund 38% von dem, was für einen OB-Xa aufgewendet werden musste und „für nichtmal die Hälfte“ bekam man „trotzdem“ den tollen „Curtis & SSM Sound“ geboten.

          Das ist so, als würde man heute an Stelle des OB-XB (5.500 EUR) ein Alternativinstrument für maximal rund 2.000 EUR suchen.

          Ist das heutige „Banana Equivalent“ zum aktuellen OB-XB demnach vielleicht der Sequential Prophet REV2-8 ?

          Ach ja .. das wird jetzt alles zu wild. Ich lade mir nun einfach eine Instanz des Brianworx BX-Oberhausen sowie eine des Synapse Audio Obsession in die DAW.

          In diesem Sinne – sorry dass ich eine Lawine mit dem Banana lostrat und vielen Dank für den tollen Artikel zu den Oberheim Synths.
          Selbstverständlich würde ich mich auch über einen Bericht freuen, wenn das Instrument von Sensimood aus seiner „Upgrade – Revision“ zurückkommt. Klingt echt spannend. Ihr schafft das schon :-)

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      Sensimood

      Habe seit einem halben Jahr einen späten Banana mit Midi in der Revision bei einem befreundeten Spezialisten. Aus unserer Sicht ein äußerst interessanter Synth. Er hat aber außer des Nadelstreifendesigns nicht viel von einem Oberheim, sondern orientiert sich von der Schaltung/Bauteilen eher an einem Prophet5 rev2. Also Curtis mit SSM filter und das macht den Banana auch so besonders. Durch die geringe Auflage und wahrscheinlich Kostendruck durch die preisgünstigere Positionierung am damaligen Markt ist leider eine finale Verbesserungschleife für diesem grossrtigen Synth ausgeblieben. Diese holen wir gerade mit ein paar feinen aber notwendigen Upgrades nach und machen den Banana so gut wie er damals hätte sein können. Ein dem Prophet5 Rev2 ebenbürtiges Instrument. Kenne aktuell nur zwei weitere Besitzer mit funktionierenden Bananas in Deutschland.

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        costello RED

        Wenn das Gerät aus der Revision zurück ist – schreibe doch mal ein paar Zeilen für Amazaona mit ein paar Soundbeispielen dazu. Das wäre hochinteressant und würde wirklich eine Lücke füllen.

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        Dirk Matten RED

        Wenn du die nicht kennst, heißt des ja nicht, dass die anderen 98 Bananas alle defekt sind, so wie man es aus deinen Zeilen herauslesen kann.

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    Sensimood

    Oh, hab ganz vergessen, zu erwähnen, dass ich die beiden Teile der OB-Story super finde und wie ein Schwamm aufgesogen habe. 👍

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      costello RED

      Vielen Dank Sensimood! Und wie gesagt – ich würde mich freuen von Dir gelegentlich ein paar Zeilen über den Banana zu lesen. Das könnte sogar ein Gemeinschaftsprojekt sein. Ein paar Klangbeispiele und Fotos von Dir und ich quetsche Dirk zur Genesis des Banana aus. Da plaudert er bestimmt gerne aus dem Nähkästchen.

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        Sensimood

        Gute Idee! Wir hatten ohnehin vor die Erkenntnisse aus der doch sehr umfangreichen Revision anderen Bastlern/Enthusiasten in irgendeiner Form zugänglich zu machen. Komischerweise hab ich mich gar nicht getraut dabei an Amazona zu denken.
        Wenn wir dann noch genauere Historie direkt von der Quelle Dirk Matten zugesteuert bekommen wär das ne Runde Sache. Aber erst muss er fertiggestellt werden!

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          costello RED

          Amazona wäre dafür doch ein geniales Forum – einen allgemeineren Teil für diejenigen, die sich einfach für den Synthesizer Banana interessieren und einen spezielleren für die Bastler und Enthusiasten :)

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            Dirk Matten RED

            Das mit dem „Bastler“ ist frech und unangemessen, würde eher für alle OB-Xa gelten. Und ich weiß, wovon ich spreche. Aber die heilige Kuh Oberheim darf man ja von der technischen und Verarbeigtungsqualität nicht anzählen. Kein guter Kommentar von dir, lieber Christian.

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              costello RED

              Lieber Dirk, die Formulierung „Bastler/Enthusiasten“ hatte ich direkt von Sensimood übernommen, der ja von einer sehr „umfangreichen Revision“ sprach, die gerade an seinem Banana vorgenommen wird. Ich denke da an etwas Vergleichbares, wie die GliGli-Modifikation für den Prophet 600 mit dem Panorama-Upgrade oder etwas Ähnliches. Insofern war da jetzt gar kein despektierlicher Ton von mir beabsichtigt. Ich würde mich in der Tat sehr freuen, wenn wir den Banana hier in einer „joint action“ auf Amazona würdigen würden.
              P.S.: „heilige Kuh Oberheim“ trifft ja nun gar nicht zu: Ich habe ja oben von meinem aufgerauchten Exemplar erzählt ;)

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                Dirk Matten RED

                Kannst du machen, möglicherweise steht dir Hans-Joachim Wiechers zur Seite. Ich bin kein Allgemeingut, das man für sich einfach einkassieren kann.

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                Dirk Matten RED

                Alle von uns verkauften OB-Xa (wir waren Alleinimporteur für Deutschland) kamen mehrmals (!) in die Werkstatt und Oberheim stellte sich bei Fragen dazu taub, obwohl, so wie es sich später herausstellte, ein gravierender Fertigungsfehler war. Dazu wäre ein Interview mit Tom Oberheim in deinem Artikel interessant gewesen. Dann wechselten sie mit dem OB-8 zu einem anderen Vertrieb, das mit der Begründung, wir würden nur rummeckern.

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                  costello RED

                  Ja, der Tom war damals sicher kein einfacher Klient. Was ein bisschen gemein ist, dass er ausgerechnet dann den Vertrieb wechselte, als er mit dem OB-8 ein halbwegs zuverlässiges Produkt auf den Markt brachte. Wobei ich mit meinem OB-Xa damals wirklich Glück hatte: Nach dem Auswechseln des Netzteils und regelmäßiger Kalibrierung durch Peter Schwerdtfeger hat mein OB-Xa viele Jahre lang ohne Beanstandung seinen Dienst versehen.

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                    Dirk Matten RED

                    Tom Oberheim himself hatte sich immer vornehm, man kann auch sagen feige, aus allem rausgehalten und Russ Jones vorgeschickt.
                    Alle Trimpotis aus- und neue einlöten, kannst ja mal zählen, wie viele das sind. Ebenso bei allen gesteckten ICs die Beinchen von Korrosion befreien, die Molex-Steckverbindungen entfernen und die Verbindungen festlöten. Jetzt sieh mal auf die Uhr, wie lange das bei einem OB-Xa dauern könnte. Aber nach der Sprachregelung von Russ Jonnes bei Oberheim waren sie nicht verantwortlich und lehnten eine Kostenübernahme ab. Daher auch mein „Arschlecken“ nach dem Besuch von Tom Oberheim bei uns und meine Entscheidung, beim Nadelstreifen-Design zu bleiben. Dein OB-Xa wurde von uns an Michael Gerlach verkauft, möglicherweise hatte er, der OB-Xa, diese Auffrischungskurschon hinter sich. So – und jetzt habe ich richtig schlechte Laune.

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                      costello RED

                      Das bedaure ich natürlich, dass die Erinnerung an diese Zeit bei Dir „bad vibes“ auslösen, wobei das für jeden unmittelbar nachvollziehbar ist. Die Kunden werden euch ja damals auch bedrängt haben „ich zahle 14.000,- DM für einen OB-Xa und dafür möchte ich ein funktionierendes Instrument“. Ich finde es aber auch gut und richtig, dass Du das hier so offen schreibst. Es gehört zur Rezeption dieser oft verklärten „guten alten Synthesizer-Zeiten“ einfach dazu – das Wissen um den Frust, den Ärger, den diese Kisten auch machen konnten, wenn sie kaputt waren. Die japanischen Instrumente, gerade von Roland und Yamaha hatten da oft die Nase vorn, was die Zuverlässigkeit angeht.

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                      Kazimoto AHU

                      Du kannst richtig unterhaltsam sein, wenn der alte Groll noch so in dir tobt. Erinnert mich an jemanden. Aber…., von der Konsumentenseite kenne ich nur Ensoniq. Supergeiler ASR-Sampler für 10000DM, wenn von den 8 Parts nur 4 genutzt wurden und ein Track/Part maximal zwei Multisamples hatte, sonst drohte der Absturz. Das Display war dann auch schnell kaputt. Immer wenn ich „Made in USA“ auf der Rückseite las dachte ich, „so gut sind die jetzt auch nicht“. Das Netzteil vom Ensoniq DP4+ für schlappe 2700DM war das lauteste Stück Technik in meinem Bedroom-Studio und da stand einiges, besonders die nicht gerade leisen SCSI-Festplatten. Der wurde immer nur gegen Ende zum aufnehmen eingeschaltet aber dennoch heiß und innig geliebt. Irgendwann brannte etwas auf der Platine durch und war nur noch durch Tausch derselben zu fixen. So sind es häufig die Fehler die etwas ganz besonderes am Gerät ausmachen. Heute würde ich sowas nicht mehr tolerieren und liebe den PC mit Software, so wie 1983 den C64. Dessen Soundchip war/ist sogar analog und wurde vom Ensoniq Gründer entwickelt. Eine verbesserte Version mit Wavetables war geplant, es kam aber nicht mehr dazu. Der Kreis hat sich geschlossen, die Pioniere sind bald alle tot und Amazona vetreibt mir simultan mit Ableton die Zeit. Etwas OT aber warum nicht. Oberheim, da fand ich immer nur den Xpander gut, wegen Jan Hammer und Jam & Spoon.

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                      Dirk Matten RED

                      Das ist kein Groll, meine Erinnerungen aus der Perspektive des Anbieters dienen lediglich Wahrheitsfindung in Ergänzung zu diesem Artikel. Und was daran unterhaltsam sein soll, verstehe ich nicht. Bin Ostwestfale.

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          Dirk Matten RED

          Ich bin kein Techniker, kann und will mich bei so einem Projekt nicht engagieren. Habe als Korrektor für drei Online-Magazine mehr als genug am Hut. Wer in den Kommentaren Blödsinn schreibt, bekommt aber eine Antwort (s. o).

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    Kazimoto AHU

    Das Bild von M1, Oberheim und DX7 ist obergeil und bis zur Computerrevolution sah es bei vielen so aus. Wo stand der Atari oder hast du alles mit Hardware gemacht? Good memories……

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      costello RED

      Hi Kazimoto, damals habe ich tatsächlich noch mit einer Fostex 8-Kanal gearbeitet, aufgenommen und abgemischt wurde über ein Studiomaster 8 into 4 und eine Teac-Zweispurmaschine. Hilfreich war auch der eingebaute Sequenzer der M1. So sind zum Beispiel die beiden „Filmmusiken“ entstanden, für die ich damals immerhin DM 800,- (plus Mwst) in Rechnung stellen durfte :)

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        Kazimoto AHU

        Wow! Und alles noch voll analog. Danach ging es recht schnell. Zwei Jahre später war DAT Standard und im Rack stand bei mir eine brandneue Wavestation. Der Atari war erste Wahl fürs Sequencing und Cubase hatte jeder in der damals üblichen „Softwaresammlung“. Den Weg zu Herrn Matten habe ich nie gefunden, es gab an jeder Ecke Musikgeschäfte und die hatten immer den heißen (digitalen) Scheiss. Analog wollte keiner mehr haben und die Techno-Schmuddel hatten eben nix besseres als den billigen Analogkram. Auch ich sagte einmal: „Bei dem Krach muss man wohl Drogen nehmen!“. 😂

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    TobyB RED

    Ich hab keine Climaxe mehr. Drumtraks und Genesis ich wusste gar nicht das es funktioniert. Ich singe jetzt jedenfalls Mama ;-) Die M1 hab ich grade wieder auf das Rack gepackt, die macht sich unter den Propheten sehr gut. Momentan siegt noch die Vernunft, sich keinen OB-X8 daher zu stellen. Ich bin ja momentan sehr angetan vom Take 5. Und red mir ein ich hab genug Zeug ;-)

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        TobyB RED

        Also wenn du sooo lieb fragst. Genug hat man, wenn der Mixer keine freien Kanäle mehr hat :-D Gottseidank gibts derzeit den AH ZED 436 nicht. Und momentan pimpe ich die Mixdown und Master Sektion. In sofern hab ich viel Zeit für Pro und Kontra.

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          Kazimoto AHU

          Dein GAS für Hardware in Ehren aber ich entdecke momentan den Klang einiger VST’s. Empfehlung: Heute sind der Altar Of Wisdom Graintable (eine M4L Nachbildung des Wavetable/Graintable-Oszillator des Virus TI) und der HY Mono (Oberheim SEM) dran. Irgendwie flasht mich auch die alte TAL Bassline Freeware. So manche vermeintlich schlechte Emulation ohne Zero Feedback Filter etc., schneidet so richtig gut durchs Ohr. Auf HY-Plugins bin ich durch die Suche nach einem Cross-Feedback Delay gekommen, nachdem ich mein Ensoniq DP4+ schweren Herzens verkauft habe und überraschenderweise kein einziges Delay auf der Platte das liefern konnte. Eine bei mir gern genutzte Komponente für psychedelische Delays in Kombination mit der Phaser-DDL Emulation von Dusty Devices. Der alte DP4+ hatte fast nix anderes gemacht und konnte doch so viel mehr…..

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            TobyB RED

            Beides ist möglich Hardware muss Software nicht ausschliessen. Ich hab alle meine Sounds auch als Sampler Instrumente in der Kiste. Mittlerweile geht das ohne großen Aufwand. Ich hab früher auch ausschliesslich mit SW gearbeitet. Allerdings waren die Ergebnisse immer sehr kopflastig. Für mich ist in erster Linie das Zeitmanagement ein Thema und da komme ich mit Hardware besser hin. Ich hatte es an anderer Stelle schon geschrieben, Logic ist für mich eine „bessere Bandmaschine mit total Recall“. Theoretisch würden mir auch 4 Synthis reichen, 2 Drummaschinen und zwei Sequenzer reichen. Ich würde dann System 8, Pro3, Take5, ProRev2/16 und LinnDrum, TR8s, nebst TORAIZ SQUID und Oberkorn behalten. Aber meine ollen FX Geräte müssen bleiben. Ich hab zB. den Boss RPD-10 Digital Panning Delay und einen Boss RCE-10 Ensemble Chorus. Ich hab für diese noch keinen Ersatz gefunden.

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      costello RED

      Hi Toby, die Drumtraks ist doch die Linn für Arme :)) Wenn Du ein bisschen Kohle übrig hast, kauf Dir doch den neuen Oberheim – scheint ein sehr geiles Gerät zu sein und klingt schon definitiv anders als die Dave Smith-Synthesizer. Es geht doch nie darum, ob man genug Zeug hat (hast Du auf alle Fälle), es geht doch vor allem darum, was einem Spaß macht. Und dem Geld auf dem Konto beim Schwinden zuzusehen, macht jedenfalls keinen Spaß.

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        TobyB RED

        Die Drumtraks ist anders aber keineswegs eine Linn für Arme. Du kannst ja auch die Eproms wechseln. Ich bin momentan mit Linn Drum Low und 707 unterwegs. Was ziemlich cool klingt. Low Snare und die 707 Snare das hat Beef.

        Der neue OB-X8, ich hab Marius Leicht barfüssig auf der SB das Gerät spielen hören, da ging selbst Mr. Ryle der Mund auf. Aber dieses Jahr wird das eh nichts mehr, der OB-X8 ist erst in ca. 10 Wochen verfügbar-

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        Dirk Matten RED

        Es ist immer billiger in der Herstellung, wenn man etwas von Mitbewerbern stiehlt, beim Sequential Drumtraks waren es die 1 zu 1 Kopien der Soundchips vom Oberheim DMX und der LinnDrum.

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          TobyB RED

          Das ist mir schon klar Dirk. Hat der Drumtraks am Ende aber nicht geholfen. Aber Eproms damals mit Audiosamples zu bespielen, war noch halbwegs Raketenwissenschaft. Rechner bediente man mit Lichtgriffeln. Und Eproms toastete man noch. Linn, Oberheim, Smith und Rossum, am Ende des Tages sitzen alle vier friedlich am Tisch und zischen ihr Getränk.

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            Dirk Matten RED

            Oberheim Prommer
            Und zur Historie: Drumcomputer haben damals rund ein Drittel unseres Umsatzes ausgemacht und das waren Oberheim DMX, Sequential Drumtraks, Studio 440 und LinnDrum, Linn 9000. Wir waren nach Guitar Center, USA, der Laden mit dem zweithöchsten Umsatz bei Sequential und da schmerzte es gewaltig, als die dann auch den Bach runtergingen. War ja nicht die einzige amerikanische Firma, die übern Jordan ging.

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              TobyB RED

              Ich denke alle 4 oben aufgezählten Personen haben im Nachgang diese Zeit als Lehrzeit begriffen. Und vermutlich viel Lehrgeld gezahlt. Der Prommer ist schon interessant. Hatte nur 2 Probleme, er wurde nur 2 Jahre verkauft und der Oberheim Pre MIDI Parallel Bus ist arg schräg.

  4. Profilbild
    Anjin Sun

    Dicke Ode an Oberheim !!
    Die Einwürfe in den Kommentaren von Dirk, finde ich fast interessanter wie sentimental Geschwelge. Die Soundbeispiele haben, hier und da, durchaus Coverband Charakter. Erinnern an eine fortgeschrittene Schulbandkombo – WITZIG! 😁
    „Ya Mama“ für den ABI Abschlußball, sehr unterhaltsam. Danke dafür!
    Als Profimusiker ist der OB-X8 sicherlich eine gute Investition.
    Es wäre interessant ob Dave Smith geimpft war? Herzbedingte Todesfälle sind ja inzwischen eine anerkannte Nebenwirkung. So streichel ich erfurchtsvoll meinen OB 6 Expander, der leider im Spannungsbogen des Artikels fehlt. FETTES TEIL !!!
    Und ärgere mich erneut damals nicht einen dieser 1Voice Module bei Schneiders gekauft zu haben.

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      costello RED

      Hi Anjin Sun, der Xpander hat ein ganz neues Kapitel in der Oberheim-Geschichte aufgeschlagen, er klingt auch anders als die Geräte der OB-Reihe, die ich wegen des neuen OB-X8 hier noch einmal würdigen wollte. Zum Xpander, aber auch dem Matrix 12, Matrix 6 und Matrix 1000 gibt es einen sehr schönen Überblicksartikel vom Moogulator „Die Oberheim Matrix-Familie im Vergleich“, der meine beiden Artikel zur Oberheim OB-Familie perfekt ergänzt. Hier der Link: https://lmy.de/5eqRP
      P.S.: Aber vermutlich meinst Du ohnehin die Desktopversion des OB-6 :) Egal, der Moogulator-Artikel ist jedenfalls auch sehr lesenswert. Aber Du hast recht, den neuen OB-6 hätte ich hier auch erwähnen können. Ein sehr gut klingender Synthesizer, aber nicht mit jenen Vintage Vibes ausgestattet, die viele mit Oberheim verbinden, was Tom Oberheim jetzt mit dem X8 bedient. Ein Teil der Synth-Szene ist halt immer noch sehr retro drauf ;)

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      Dirk Matten RED

      Zitat: „Die Einwürfe in den Kommentaren von Dirk, finde ich fast interessanter wie sentimental Geschwelge.“
      Christian hat meiner Meinung sehr ausführlich und sachlich die Geschichte der Oberheim Synthesizer dargestellt, viel Arbeit und viel Herzblut steckt darin.
      Aber wenn man „vor der Bühne als Zuschauer steht“, ist das etwas anderes, als wenn man mitspielt. So ergibt das als Einheit aus historischer Sicht ein stimmiges Bild. Das war mir wichtig.

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      SynthNerd AHU

      „Als Profimusiker ist der OB-X8 sicherlich eine gute Investition.“
      Der OB-X8 ist sicher ein sehr gutes Instrument, aber er ist sicher kein Profimusiker.

      „Es wäre interessant ob Dave Smith geimpft war?“ – so? warum denn?
      Wäre er geimpft gewesen, würde dies die Gefährlichkeit der Impfung beweisen? Wie das denn?
      Das ist so logisch, wie wenn ich sagte „Wüssten wir, dass er als Kind Milch getrunken hat, wäre das der Beleg, wie schädlich Milch ist.“

      => Achtung! Schwurbelalarm!

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          Dirk Matten RED

          Ich fände eine detaillierte Zielgruppenanalyse interessant. „Profiinstrument“ ist mir da zu wenig.

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            SynthNerd AHU

            Nun der Preis ist für einen Profimusiker, der damit Geld verdient, leichter zu vertreten, als für Hobbymusiker, die da vorm Kauf oft die Zustimmung von Partner oder Partnerin einholen müssen. In diesem Sinne wird die Kategorie „Profiinstrument“ passen.
            Ich wollte nur klarstellen, das ein Instrument kein Musiker ist. Aber das ist dem Anjin Sun sicher auch klar. Mein Hinweis dazu war somit eigentlich unnötig.

            btw: Ich finde deine Erfahrungsberichte aus deiner Zeit als Oberheim Händler sowohl informativ als auch unterhaltsam und lese da gern mehr davon. :-)

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              Dirk Matten RED

              Ein Berufsmusiker wird sich so ein Instrument nicht unbedingt leisten wollen, da es für ihn und den Einsatz nicht zwingend notwendig ist. Und leisten können setzt voraus, dass er über entsprechende Einnahmen verfügt. Profi- gleich Berufsmusiker schwimmen nicht automatisch im Geld.
              Nach meiner damaligen Erfahrung wurde der OB-Xa ja, wie bereits geschrieben, von vielen Schlagerkomponisten bevorzugt, da sie 1. ohne Begleitband oder Orchester die Musik, das sogar zu Hause, einspielen konnten und 2. ein „neuer Sound“ zur Verfügung stand. Weiterhin der Studiomusiker (Pit Löw, Harry Baierl, Michael Cretu für das FAR Studio), der immer die neuste Technik mit dem neusten Sound seinem Auftraggeber anbieten konnte, sonst wurde er nicht engagiert.

              Der Großteil der „teuren“ Synthesizer wurde aber von Menschen bei Verzicht auf Urlaub und jedweden Luxus erworben. Wer mit einem teuren Auto vorfuhr, hatte das Geld schon anderswo verbraten.
              Nun zu meiner Frage nach der Zielgruppe: Sind Schlager- und Studiomusiker eine relevante Zielgruppe und ist die affektive Bindung bei allen anderen so stark, dass sie über diese Preishürde springen? Oder welche Zielgruppe gibt es sonst noch und wie wäre deren Entscheidung zum Kauf zu begründen?

              Gerne verweise ich auf die folgende Werbeanzeige, die sich mit der Finanzierung eines Synthesizers auseinandersetzt: http://www....._86_08.htm

              Marko Alpert, jahrelang Marketingchef von E-Mu Systems, sagte mal: „The glamour of sampling has gone.“ Gilt das evenuell inzwischen auch für die polyphonen Schlachtschiffe? Hmm …

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                SynthNerd AHU

                Dass Berufsmusiker nicht automatisch im Geld schwimmen, ist mir bewusst. Von der Musik reich geworden sind die wenigsten.
                Aber es ist etwas anderes, eine vier- oder fünfstellige Summe für ein notwendiges Arbeitsmittel auszugeben, als für’s Hobby. Ich vergleiche das mal mit Taxi-Fahrern: Das sind ganz sicher keine Top-Verdiener, aber viele „gönnen“ sich eine Mercedes E-Klasse. Es ist ihr notwendiges Arbeitsmittel und da zählen Qualität, Haltbarkeit, Wertverlust, Ersatzteilverfügbarkeit mehr als der Preis. Offenbar haben viele von denen gute Erfahrungen mit Mercedes und die Investition rechnet sich.
                In diesem Sinne ist ein 5600€ Instrument eher Profi-Werkzeug, als Hobby-Spielzeug. Dass schließt nicht aus, dass auch Hobbymusiker zugreifen, wenn sie es sich leisten wollen und können oder sich vom Munde abgespart haben.
                Ich persönlich verzichte und warte geduldig, ob/wann Behringers OB-XA kommt. Die Sound-Demos waren vielversprechend.

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                  Dirk Matten RED

                  Also Berufsmusiker, die mit der Musik ihren Lebensunterhalt verdienen und auf Qualität, Haltbarkeit, Wertverlust, Ersatzteilverfügbarkeit achten. Wer ist das? Ein Alleinunterhalter, jemand, der in einem Kurorchester oder in einer Big Band spielt, ein Mitglied einer durchgängig und ganzjährig gebuchten Top 40 Band, ein Keyboarder einer namhaften Rock-, Jazz-, Pop-Band, ein Studiomusiker, ein Werbemusiker, ein Filmmusiker? Da gibt es sicherlich noch einige Kategorien von Berufsmusikern. Ist da der OB-X8 zu Hause oder vielleicht eher das Clavia Nordstage und ein MacBook mit entsprechender Software, je nach Anforderung. Das meinte ich mit Zielgruppenbestimmung.

                  Würde ich mir den OB-X8 in meinen Laden stellen, wenn ich noch entsprechend tätig wäre, denn diese Gedanken an eine potentielle Käuferschaft standen bei mir immer am Anfang. „Wer braucht das?“ Nicht, wer kann das gebrauchen, sondern für wen ist dieses Gerät notwendig, um 1. seinen Beruf auszuüben oder 2. um sich einen Traum zu erfüllen, koste es, was es wolle.

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                    SynthNerd AHU

                    „die mit der Musik ihren Lebensunterhalt verdienen und auf Qualität, Haltbarkeit, Wertverlust, Ersatzteilverfügbarkeit achten. Wer ist das?“

                    Ich sprach von Taxi-Fahrern, die E-Klasse fahren. Die Parallele zu Berufsmusikern stellte ich nur insofern her, als beide Gruppen für ihre Werkzeuge gewöhnlich mehr Geld ausgeben, als Hobby Nutzer und dazu in der Regel nicht ihre Partnerinnen um Einverständnis bitten müssen. Mehr habe ich nicht gesagt oder gemeint.

                    Dass du dir als ehemaliger Händler noch mehr Gedanken über Zielgruppen machst, ist naheliegend. Dazu kommt von mir keinerlei Widerspruch.

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                      Dirk Matten RED

                      Dass Berufsmusiker mehr Geld für Synthesizer ausgeben als Hobbymusiker, kann ich in der Rückschau nicht bestätigen. Ich verfolge die Szene seitdem aufmerksam und vermute, dass sich daran bis heute nichts geändert hat.

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    growl

    Ich habe mal einen Banana Synth innen gesehen und – das ist sicher 20 Jahre her – meine mich zu erinnern, dass der – entgegen den Werbeversprechen – recht abenteuerlich konstruiert war bezüglich der Befestigungen der Voicecards evtl (ist schon so lange her)? Lt Internet erschien er ja 1983, wie auch der OB8, mit dem Oberheim, wie oben zu lesen, zu einem anderen Vertrieb wechselten. Was sagte eigentlich Tom Oberheim zu den Design-Anleihen beim Banana?

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      Dirk Matten RED

      Tom Oberheim hat mich nicht darauf angesprochen. Russ Jones und Marcus Ryle haben mich aber in meinem Laden besucht, einen anerkennenden Blick in das Innere des Synthesizers geworfen und mich gefragt, ob ich jetzt eine Fabrik für Synthesizer führen wollte. Das mit dem Papst und der Herrenboutique in Wuppertal ist mir da nicht eingefallen.
      Bild von innen: https://blue-jet.de/eeh-banana/eeh-banana-tuning/

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        growl

        Ja genau, der Holzrahmen für die Voicecards, das war es. Danke für das Bild! Aber so schlimm kann Tom Oberheim dann ja nicht gewesen sein, wenn er wegen den Anleihen keinen großen Wind gemacht hat. Da gibt es wohl andere, die in solchen und ähnlichen Fällen weit sensibler reagieren. Hab‘ ich mal gelesen, könnte sogar auf amazona gewesen sein…

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      vco5

      Na, so schlimm sieht das nicht aus. Optisch auch sehr übersichtlich. Und wenn ich mal davon ausgehe, dass das PCB Design zu dieser Zeit noch ohne Computer war?, dann sieht das Ganze doch sehr ordentlich aus. Und Holz könnte man heute ja noch als nachhaltig verkaufen, es erfüllt auch seinen Zweck, jedenfalls wesentlich unkritischer, als gewisse Akku, welche in einigen Geräten der damaligen Zeit verbaut wurden.
      Da fällt mir ein, hat jemand schon mal Probleme mit ähnlichen Effekten bei den meist CR3032 Lithium Akku in den Geräten?

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        Sensimood

        Das PCB-Layout des Banana ist erstklassig, da muss man Hr. Wiechers gerade in Bezug auf den damalig angebotenen Preis absolut Respekt zollen. Der Holzrahmen für die voicecards ist funktional und tut dass was er soll, die Voice- und S&H-Cards definiert zu fixieren. Schade, das der Synth damals nicht mehr Käufer gefunden hat.

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    Brianemo

    Mein Herz schlägt für Oberheim! Seitdem ich einen Vintage SEM benutzt habe, habe ich mich in den Sound verliebt, definitiv mein Lieblingssynthesizer!

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      costello RED

      Hi Brianemo, dem kann ich nur zustimmen: Die Oberheims gehören für mich zu den bestklingenden Synthesizern überhaupt, wobei ein Vintage SEM noch einmal besonders cremig und edel klingt :)

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    eisen-uli

    Tolle Reportage, wirklich. So weit, wie hier ausgeholt wird frage ich mich, wieso der OB-6 so gar keine Erwähnung findet.. Gilt der unter den Puristen / Vintage-Päpsten als Sakrileg?
    Ich wundere mich immer wieder, dass der so belächtelt wird, fühlt sich jedenfalls so an. Sogar der DMX kommt hier vor.. *kopfkratz*

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      costello RED

      Hallo eisen-uli, die Reportage hangelt sich an den Vintage-Synthesizern der OB-Reihe lang. DMX und DSX stammen ja aus dieser Zeit und ergänzten damals die OB-Serie. Der OB-X8 will direkt an diese Tradition anknüpfen und ist mein Aufhänger dafür, sich den alten Kisten nochmal zuzuwenden. Der OB-6 dagegen ist eine moderne Interpretation des Oberheim-Konzepts so wie der P6 bei den Prophets. Für sich genommen sind das beides ganz tolle Instrumente (wobei ich den OB-6 dem P6 noch vorziehe), aber Dave Smith und Tom Oberheim haben dann trotzdem noch den P5 Rev4 und den OB-X8 für die Vintage-Fans nachgeschoben. Hat also gar nichts mit „belächeln“ zu tun, sondern mit meiner Themenstellung.

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