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Report: Musikmesse 2012 / Analogsynthesizer

Die folgende Geräte sind zwar nicht analog, passen aber trotzdem gut in diese Kategorie.

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Akai 

MIDI-Controller-Keyboards gibt es tonnenweise, doch Akai hat als erstes eines mit zusätzlichen CV/Gate-Anschlüssen herausgebracht. Max49 besitzt darüber hinaus auch einen Stepsequencer. Der monophone Sequencer wird über acht Ribbons mit integrierter LED-Anzeige programmiert. Bis zu 32 Steps sind möglich, und neben Noten kann auch eine weitere Spur mit einem MIDI-CC-Befehl erzeugt werden. Zusätzlich ist ein Arpeggiator vorhanden. Was auf der MIDI-Seite schlüssig umgesetzt ist, wurde auf der Analogseite von Akai leider nicht konsequent zu Ende geführt. Es gibt nur das eine CV/Gate-Ausgangspaar, aber keinen zweiten CV-Out für die CC-Spur oder einen analogen Clock-I/O, womit die Anbindung komplett wäre. Doch angesichts des Nichtangebotes an Masterkeyboards mit CV/Gate-Anschlüssen gibt es derzeit keine echte Alternative für Analogsynth-Besitzer. Max49 soll ab April für 479 Euro lieferbar sein. Ob es auch eine 61-Tasten-Version geben wird, konnte man leider nicht sagen.

Stepsequenzer und CV/Gate machen Max49 auch für Analogsynths interessant

Stepsequenzer und CV/Gate machen Max49 auch für Analogsynths interessant

U-HE

Diva ist wohl das Plug-in, welches einem Analogsynthesizer am nächsten kommt, was den Sound betrifft. Da ein richtiger Analogsynthesizer jedoch auch anfassbar sein muss, denkt man bei U-HE über einen dedizierten Controller nach. Ohne konkrete Vorgaben geht man auf Ideensuche und hat dafür ein grobes Modell gebaut. Die Regler entsprechen der Plug-in Oberfläche unter Berücksichtigung der wechselnden Module bei Oszillator, Filter und Hüllkurven. Dieses erste Modell verfügt über einen Touchscreen und eine Reihe von Funktionstastern und -reglern. Das alles muss nicht so werden wie es momentan aussieht. Touchscreen, weitere Bedienelemente, Anordnung – alles steht zur Disposition. Ebenso, ob man einen Rechner mit Diva Plug-in integriert oder es als reinen Controller belässt. Zur Entscheidungsfindung sammelt man das Feedback von Interessierten. Wir sind gespannt, was letztendlich dabei herauskommt.

auf der Suche nach der richtigen Form - eine Studie für die DIVA

auf der Suche nach der richtigen Form – eine Studie für die DIVA

Cyberstep 

Das ist zwar überhaupt nicht analog, macht aber verdammt viel Spaß. KDJ-One ist ein echtes Produkt der Generation Nintento. Es sieht wie ein zu groß geratener Gameboy aus, aber drinnen steckt 1 GHz Intel Prozessor. Damit erzeugt KDJ-One einen 64-stimmigen Synthesizer und einen 6-Spur-Sequencer. Der Synthesizer ist eine Mischung aus virtueller Tonerzeugung und Sample-Playback. 10 Oszillator-Algorithmen, 240 Schwinungsformen (Multilayer), ein siebenfaches Multimodefilter, LFOs und ein Stepmodulator sowie eine 2-Wege-Effekteinheit mit 20 Effekttypen stehen zur Verfügung. Außerdem können Dateien im WAV/Acid- und OggVobis-Format importiert sowie Samples über ein integriertes Mikrophon aufgenommen werden. Der Sequencer erinnert ein wenig an den Cubase Noteneditor inklusive Parameterautomation. Die Bedienung erfolgt über einen Touchscreen (im Sequencermodus mit Zoomfunktion), alle Funktionen können aber auch mit Steuerkreuz, Minikeyboard und Data-Rad bedient werden.

ein komplettes Ministudio im Gameboy-Format

ein komplettes Ministudio im Gameboy-Format

Über die USB-Schnittstelle lassen sich nicht nur Daten austauschen, KDJ-One wird jedoch auch als Plug-in in eine DAW einbindbar sein. Das Gerät ist zwar auf spielerischen Einsatz ausgelegt, ist aber beileibe kein Spielzeug. Der erstaunliche Funktionsumfang und sehr gute Workflow machten das kurzes Antesten zum Vergnügen. Und mit Lithium-Batterie sowie eingebauten Lautsprecher ist man für mobiles Grooven gerüstet. KDJ-One soll Ende des Jahres erhältlich sein und 800 Dollar kosten. Die Entwicklung findet in Japan statt, aber auch in Amerika und Holland hat man Mitarbeiter, so dass ein internationaler Vertrieb kein Problem sein dürfte.


Beat Kangz Electronics

Mehrjährige Verzögerung und recht eigenwillige NAMM-Auftritte und Youtube-Präsentationen (es sind eben Hip Hopper) ließen das Projekt der Beat Kangz doch in wenig zweifelhaft erscheinen. Doch nun ist die Drummachine/Groovebox namens Beat Thang tatsächlich fertig und soll schon in Kürze erhältlich sein. Die Hardware macht einen wirklich überzeugenden Eindruck. Die hinterleuchteten Pads und Taster mögen vielleicht etwas zu stylish wirken, geben aber eine gute Response. Ungewöhnlich für eine Drummachine sind die seitlich angebrachten Pitch- und Modulationshebel, welche die Performancemöglichkeiten des Gerätes erweitern. Die Groovebox verfügt über mehr als 3.000 Drum- und Synthsounds, die mit Filter, EQs, Dynamics und Effekten bearbeitet werden können. Ebenso ist ein Import eigener Dateien möglich, wobei sich rhythmische Samples auch choppen lassen. Beat Thang kommt mit einer Vielzahl trendiger Pattern. Stil und Hauptzielgruppe sind zwar Hip Hop-lastig, aber es gibt genügend Spielraum für andere Anwendungsgebiete. Interessant ist, dass es mit BTV Pro eine identische, virtuelle Version von Beat Thang gibt, die als VST/AU Plug-in auf Mac und PC betrieben werden kann. Somit lassen sich unterwegs entwickelte Grooveideen durch einfachen Datentransfer in die Studio-DAW übertragen. BTV Pro gehört zum Lieferumfang der Hardware-Maschine, kann aber auch einzeln erworben werden. Der Preis von Beat Thang beträgt 1.188 Euro.

Beat Thang - mehr als nur Hip Hop-Beats

Beat Thang – mehr als nur Hip Hop-Beats

 Beats  DJ  Gitarre & Bass  Keys  Stage  Studio  Vintage
Forum
  1. Profilbild
    Philipp

    mich würde am meisten ein Test des Modemaschines SID interessieren.

    Was den Diva Controller angeht:

    Sehr cool dass man bei U-HE darüber nachdenkt, ich liebe das Pug-In wie am ersten Tag, jeden Cent wert :-)

    Was meine Belange angeht würde mich eine (kompakte Version, vielleicht Größe eines Virus Ti Desktop oder etwas größer) ohne Rechner interessieren, Screen bräuchte ich keinen, Keyboard kein Muss aber wenn dann bitte in ordentlicher Qualtät, alle relevanten Parameter zum klangschrauben ohne Umschaltung erreichbar (und ein 16fach Stepsequencer mit Midi Ausgabe wäre noch ein cooles Add On, alle 16 Steps ohne umschaltung und mit einelnen elementen für Tonhöhe / Notenlänge :-) )

    cheers Philipp

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    tompisa

    Diva Controller ? Kauf ich sofort .
    Bitte keine Kompromisse, genau so professionell wie Diva selbst umsetzen. Es existiert leider kein professionelles SynthController Keyboard. So gut wie alles crap, gerade was Tastatur oder Controller betrifft. Bitte machts teuer und nehmt anständige Komponenten . Die anderen sollen gerne bei Novation, M-Audio und anderen Kompromisslern bleiben .

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      Philipp

      @ tompisa:

      dito

      ich träume da von Metall mit veschraubten Endlosportis und LED Leuchtkränzen :-)

      @ 75631:

      für mich liegt der Reiz an Diva auch an der kompletten DAW Einbindung mit total recall; eine Hardwareversion für die die es suchen gerne, für mich aber bitte eine reine Controllervariante, rock solid welche die Oberfläche 1:1 Abbildet ohne zusätzlichen schnick schnack, außer wiegesagt vielleicht einem coolen StepSequencer – da herrscht am Markt meiner Ansicht nach auch noch ein absoluter Mangel für ein intuitives Modell, ich denke da an

      – 16 Steps ohne Umschalten mit Lauflich
      – Endlosportis mit LEDs je für Notenlänge / Tonhöhe
      -16 Tasten zum definieren des ersten & letzten steps
      – sowie stepp on / off button je Step
      – diverse Random Modes
      – Endlosporti für Chord mode zuschaltbar (von chord off über Chord Typ 1, Chord Typ 2 usw..)
      – Banks & Patterns selector

      Ich lad mal ein Bild hoch was ich meine wenn mir die Tage langweilig ist :-)

      cheers Philipp

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        tompisa

        @phillip

        Endlosregler mit viel Drehwiederstand. Die, die ich kenne (Accellerator, Spectralis, Proph8) laufen mir viel zu locker und primitiv. Frag mich , ob es keine vernünftigen gibt, die zumindest ein ähnliches Gefühl bieten wie die normalen Potis z.B. an einem Moog Voyager.

  3. Profilbild
    filterfunk  

    DIVA als Hardwaresynth – Sollte es tatsächlich einen Softwarehersteller geben, der richtige Instrumente baut??
    JAAAAA – Bitte bauen! Und bitte NICHT als Host-Slave!
    Warum hat sich das vorher keiner getraut????

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    D-Drummer  

    Sehr schöne Zusammenfassung der Messeneuheiten! Besonders hat mir gefallen, dass nicht nur Eckdaten aufgezählt, sondern auch ein kurzer erster Eindruck des Autors geschildert wurde.

    SID und Magma würde ich gern als Test sehen. Schade dass es kaum was neues in Richtung Drums gibt, aber dieses Beat Thang-Teil solltet ihr unbedingt auch mal unter die (Test)-Lupe nehmen.

  5. Profilbild
    Philipp

    Es ist vielleicht etwas offtopic, aber in der hoffnung dass der ein oder andere Hersteller hier mitliest:

    So einen Stepsequencer würde ich gerne mal als Hardware sehen, ich kenne nichts enstprechendes am Markt finden und das müsste doch Absatz als Livetool + fürs Studio um sequencen einzuspielen :-)

    http://www.....uencer.jpg

    mit USB Midi Out

    ?

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      AMAZONA Archiv

      Würd ich sofort kaufen!

      Bin auch permanent auf der Suche nach einem vernünftigen Nichtcomputersequencer mit der Notendauer im direkten Zugriff.

      Go for it ;-)

      • Profilbild
        maik.zimpel

        Der SAM 16 wäre ein Kandidat. Ansonsten noch der Octopus von Genoqs, auch der Doepfer MAQ 16/3 oder sogar der kleine Dark Time… Also ich weiß nicht wonach Du noch suchst?

        • Avatar
          AMAZONA Archiv

          Oh ja, der Octopus wär natürlich ein Traum, ist dann aber doch ziemlich teuer und groß, und die Firma gibt’s wohl auch nicht mehr. Ich möchte jedenfalls einfach nur ohne Computer 2 Synths mit Pitch, Velocity und Gate-Dauer ansteuern, womit SAM und MAQ wegfallen (nur drei Reihen), und der Dark Time sowieso. Dann gäb’s übrigens noch den Analog Solutions Europa, aber so ganz ohne Regler…?

          Das wichtigste ist mir aber die Gate-Time im möglichst direkten Zugriff. Durch die unterschiedlichen Dauern wird’s doch erst funky…

          Vor ein paar Wochen bin ich endlich beim MFB Step64 gelandet (einem der letzten). Der Zugriff ist gerade noch direkt genug mit 16 Step-Tastern und vier Endlosreglern pro Step + zwei Doppelbelegungen. Gate ist leider nur in 6 Schritten einstellbar, aber immerhin. Schrulliges Ding überhaupt, aber hat irgendwie Persönlichkeit…

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            maik.zimpel

            Der Schrittmacher wäre für Deinen Anwendungsfall wohl ideal, wenn die Synthis MIDI können. Im rein analogen Bereich müsstest Du wohl für jeden Synth einen Sequenzer benutzen, oder Du kaufst was modulares. Ich habe dafür den SEQ2 von MFB, allerdings musst Du beim Bedienkomfort da Abstriche machen. Ist nix für live.

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              AMAZONA Archiv

              Stimmt, der Schrittmacher wär sicher gut, und eventuelle CV-Bedürfnisse könnte man mit einem Interface stillen. Hast mich angefixt. Aber erstmal ist der kompakte MFB Step64 für mich der beste Kompromiss. Auch wenn das schrullige Ding per MIDI keine brauchbar verbundenen Noten ausgeben kann (303-Patterns adé).

              Das Konzept von Philipp wär schon ziemlich nah am Ideal, aber so etwas gibt es wirklich noch nicht.

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        f.daniels

        Wie wärs mit einem Sequentix Cirklon? Der kann bis zu 16CV und 8 Gates + 5 mal MIDI + USB Midi… und bis zur Notenlänge ist es ein oder 2 Raster mit dem ROW Encoder.

        • Avatar
          AMAZONA Archiv

          Ja, der Cirklon! Ich glaub ich hab mir schon alle Videos dazu angeguckt ;-) Wäre ich nicht mit dem Step64 vorerst hinreichend bedient, wär der Cirklon definitiv erste Wahl.

  6. Profilbild
    feile23

    Beim Minimode bin ich ja noch sehr skeptisch. Der controler dummy sach live irgentwie unförmig aus. Die Potis viel zu klein und warum ne Minitastatur? Den SID hab ich leider nicht hören können, der sah aber sehr schön aus ;-) bin da auch mal gespannt.

    Der Beat Thang wirkte auf mich noch nicht wirklich überzeugend. Da war mir die 808 am vintage Stand lieber :D

    Danke für den Bericht. Ohne ihn währ ich sicher an den ein oder anderen Ständen vorbeigerannt.

  7. Profilbild
    studiodragon  

    Ja, den Prototyp vom Minimode würde ich ebenfalls noch äusserlich Überarbeiten.
    Wenn er gut klingt, sollte er auch gut aussehen, oder ?

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Was ist eigentlich aus dem Schmidt Synthesizer geworden? Liegt das Projekt auf Eis?

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