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Special: Roland MC-909, Groovebox


Die größte ihrer Art

mc-909-story

Historie

1996 landete Roland mit seiner MC-303 einen Clou und kam gerade noch rechtzeitig, um sich ein Stück von Kuchen der brandenden Techno-Welle zu ergattern. Eine kleine, silberne Box, die entfernt an den Klassiker TB-303 erinnerte, mit Samples bestückt war, Lauflichtprogrammierung erlaubte wie die Vorfahren der TR-Serie und Samples beinhaltete von allen angesagten Techno-Maschinen, vor allem der TR-909.

Mit der Roland MC-303 führte Roland auch eine neue Gerätegattung ein. Drumcomputer war gestern – Groovebox war die Zukunft. Eine handliche Maschine also, die das Programmieren von Drums ebenso erlaubte, wie die Erstellung aller Melody-Parts drum herum.

Die Roland MC-303 entwickelte sich zum Hit. Entsprechend ließen Folgeprodukte nicht lange auf sich warten. Bereits die Roland MC-505 aus dem Jahr 1998 war so etwas wie die Erfüllung aller Wünsche der damaligen MC-Fraktion. Doch längst hatten die Wettbewerber das wirtschaftliche Potential erkannt und warfen eigene „Grooveboxen“ auf den Markt. Yamaha, Korg, E-Mu, Ensoniq und wahrscheinlich habe ich einige vergessen, aber alle wollten ein Stück vom Kuchen abhaben. Und wie das nunmal so ist: Statt echter Innovationen folgte eine Feature-Schlacht der Hersteller. 5 Jahre später, 2003 wollte Roland diesen Kampf wohl für sich entscheiden und brachte die wohl (haptisch) größte Groovebox aller Zeiten auf den Markt, die Roland MC-909.

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Groovebox Roland MC-303 von 1996 (Quelle: matrixsynth.com)

Mit dem Rückgang des Techno-Hypes war aber auch die Roland MC-909 ein verspäteter Ableger seiner Gattung und das Ende einer „Großer und Mehr“-Strategie bei ROLAND. Alles, was dann noch folgte, schrumpfte nach und nach wieder auf handliche Ausmaße zusammen – und, wenn man sich die aktuellste Schöpfung aus dem Hause Roland ansieht, die Roland TR-09 und TB-03 – dann stehen wir heute da, wo Roland 1984 begonnen hatte – nur noch kleiner.

In diesem Sinn, viel Spaß mit dem größten aller Groove-Saurier aus dem Hause Roland, der MC-909.

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  1. Avatar
    Huktown

    Ich besitze selbst eine MC-909
    Endgeil dises Gerät. Kann ich echt nur weiterempfehlen!!!!.

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    richard AHU

    Nach wie vor eine tolle Kiste. Ich habe sie oft live mit der Octatrack zusammen dabei, diese Kombi merzt auch das Manko des nicht echtzeitfähigen Sequenzers aus.

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    Axel

    Habe auch eine. Bin sehr zufrieden damit. Exzellenter Klang und verhältnismässig einfache Bedienung. Der Kreativität sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.
    Gruss, Axel

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    Roman Groschen

    …also auch heute noch im Zeitalter der Notebooks und NI Maschine und Ableton Life kann die MC-909 immer noch sehr gut mithalten.
    Wenn man den Gebrauchtmarktpreis von ca. 700,- Euro betrachtet, bekommt man für das Geld kein Notebook mit Software. Gerade wenn man Anfänger ist und nicht viel Geld hat sollte man auf die MC-909 zurückgreifen. Die stürtzt nicht ab und sieht nach wie vor klasse aus…

    • Profilbild
      Tobias Rablbauer

      habe auch die ni maschine mk2 und muss sagen im gegensatz zur mc-909 stinkt das maschinchen absolut ab. natürlich eine frage das geschmacks und schwer vergleichbar.
      allerdings werde ich wohl die maschine verkaufen, weil ich 1. das geld in andere hardware investieren kann (bin jung und brauche das geld!) und 2. diese ab nun eh nur noch in der ecke verstauben würde.
      bin seit ca. 2 wochen stolzer besitzer einer mc-909 und absolut besessen <3
      imho ist die maschine im nachhinein betrachtet (nach ca. 9 monaten gebrauch) überteuerter plastikschrott. just my 2 cents!

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    Kosh ••••

    hmm, habe die mc-909 jetzt auch schon ein geraumes weilchen, aber irgendwie werd ich nicht so recht mit ihr warm. hatte zuerst die korg electribe emx-1, und schätzte sehr ihre „spiel- und jam-freudigkeit“, die ich bei der mc nicht so recht finden kann. kurz mal „on the fly“ kicksteps hinzufügen oder was anderes editieren ist nicht, jedesmal bei änderungen sequenzer stoppen, dann steps hinzueditieren, dann sequenz erneut starten… mache ich da was falsch? schade, der sound ist klasse, umgekehrt ist das das einzige, was mich bei der electribe gestört hat. ne mc-909 mit den jam- und on-the-fly-editierungsmöglichkeiten der electribe, das wär’s. naja, werde mich wohl schweren herzens auch von der mc-909 wieder trennen….

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    Filterpad AHU

    Bei mir hatte die Groovebox immer wieder technische Aussetzer, daher habe ich sie verkauft. Das Display ist sehr kratzempfindlich, aber die Sounds (besonders die Drums wie 909) sind der absolute „Brüller“! Auch die Lauflichtprogrammierung ist optisch was für’s Auge und für jedes Studio eine Bereicherung. Für das erstellen kompletter Arrangements ist der Sequenzer heutzutage etwas „oldschool“, dass erledigt inzwischen der PC.

  7. Profilbild
    T.W.G

    @Amazona: Danke für den Hinweis zum Gebrauchtkauf! Soetwas solltet Ihr öfter machen. Den alten Testbericht kann man dann ja gerne verlinken.

    Artikel dieser Richtung „Augen auf beim (Gebraucht-)Equipment-Kauf“ würden bestimmt noch mehr Leute wirklich gut finden und es hilft vor allem weiter.

    So, ab zum Weihnachtsbaum.

    Frohe Weihnachten Euch allen! :-)

  8. Profilbild
    Everpure

    Kann der Sequencer auch polyphon externe Synths über MIDI ansteuern? Oder sind die Sequencer-Spuren monophon?

    • Profilbild
      Tyrell RED

      Wow, da steh ich jetzt wirklich auf dem Schlauch. Ist aber natürlich eine berechtigte Frage. Ich versuche mal eine Antwort darauf zu bekommen.

    • Profilbild
  9. Profilbild
    tomk ••

    Die Eier legende Wollmilchsau … mit Verlaub! Ich glaub nicht dran, und das hier ist Sie durch Geschichte bewiesen definitiv nicht!!! Klar kann man da was rausquetschen, und klar klingt das irgendwie gut. Aber wer ist schon gerne der Techno Alleinunterhalter?!

    Früher sagten wir immer Raveschnitzel zu dessen speziellen Usern!

    Tja Roland … schon Scheiße wenn man (auch schon damals) NICHT anknüpfen kann und sich fragt: Warum waren wir einst (bestimmt nicht mit diesem Dingens) so wegweisend?

  10. Profilbild
    aszent

    Schön geschriebener Bericht.
    Eine Frage auch von mir: Lassen sich Sequenzen über ein externes Keyboard einspielen und auch polyphon?

  11. Profilbild
    charlatan

    Ein besseres Interface um einen XV Synth zu bedienen gab es bis heute nicht mehr von Roland. Die Speicherstruktur ist nervig. Man muss Pattern, Sound, Automation seperat speichern. Dazwischen jede Menge yes und yes und yes… Das OS lässt sich auch nur über Smart Media aufspielen und leider kann man die Rompresets nicht löschen. Ich bin bis heute vom 1. Pattern psychisch gestört. (oh yeahhh ahhhhaaa)

  12. Profilbild
    Viertelnote AHU

    Eine derart übersichtliche Groovebox muss man suchen. Auch der Sound ist immer noch frisch.
    PS:Muss die Überschrift nicht „Die größte ihrer Art“ heissen?:-)

  13. Profilbild
    changeling AHU

    Was ist denn die „MC-9089“? ;) (Letzte Seite)

    Der Spectralis ist übrigens nicht schwer zu bedienen, das Bedienkonzept ist nur eigenständig, daher muss man, wenn man andere Maschinen gewohnt ist, umdenken. Das scheint für viele allerdings schwer zu sein.

  14. Profilbild
    charlatan

    Der Spectralis ist auch ein Routingmonster. Schon deswegen verfolgt er einen anderen Ansatz. Der Vergleich mit einer MPC5000 oder Yamaha RS7000 etc. wäre sicher angebrachter gewesen.

  15. Profilbild
    lightman ••••

    Ich habe viele von den Dingern teils über längere Zeit ausführlich getestet, MC-909, MC-303, Electribe, Quasimidi 309, usw. Spaß machen sie alle, und auch live sind sie brauchbar, aber allen diesen Boxen ist ein Grundschnarr zu eigen, den sie nicht abschütteln können, ein quasi post-revolutionärer, in die Klammer des Pop zurückverwiesener Scooter-Klang, abgeleitet von der magischen Techno-Formel, die die Major Labels Anfang der 1990er gefunden zu haben glaubten (im Prinzip resonante „Dance“-Deppenkick, 909-Hihat und gated Pads, mit oder ohne Hoover). Die MC-909 ragt mit ihren umfangreichen Sampling- und Synthesefunktionen weit über andere Grooveboxen hinaus, sie ist sehr vielseitig und leicht zu bedienen, damit ist viel mehr drin, als Jugendzimmer-Stampfrave. Gekauft wurde das Teil aber auch (ich würde sogar sagen vornehmlich) als all-in-one Techno/House-Lösung für die, die damals (und heute noch) glaubten, Techno hätte zwingend was mit „amtlichen“ Sounds zu tun und daß man von der Rave-Polizei eingesperrt wird, wenn man kein OpenHi auf die 2 und 4 setzt. Nicht falsch verstehen, ich mag das Teil, aber für mich waren diese Grooveboxen auch ein Zeichen dafür, daß es mit dem Innovationsschub der frühen Jahre nun endgültig vorbei war.

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Roland MC-909

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