Kaufberatung Groovebox, Workshops und Testberichte

26. November 2017

Grooveboxen für Einsteiger und Fortgeschrittene

Kaufberatung Groovebox

In unserer Kaufberatung Groovebox haben wir für euch alle getesteten Produkte sowie die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die ihr vor dem Kauf einer Groovebox bedenken solltet. Aber fangen wir ganz vorne an, um was geht’s hier überhaupt?

Im Gegensatz zu den reinen Drumcomputern, die wir kürzlich in unserer Liste „Die besten Drumcomputer aller Zeiten“ zusammengestellt haben, handelt es sich bei Grooveboxen oft um vollwertige Produktionszentralen. Roland etablierte das Genre der Groovebox mit der MC-303, diese erschien 1996 und wurde binnen kürzester Zeit zum Nonplusultra der Techno-Szene. Im Vordergrund stand die intuitive Bedienung und die Unabhängigkeit von anderen Hardware-Geräten, man konnte sowohl Drums als auch Melodien kreieren. Die Groovebox war geboren. Am Umfang der Kaufberatung Groovebox lässt sich schon erahnen, welche Bedeutung die Groovebox heute hat und wie sie nach und nach den klassischen Drumcomputer abgelöst hat.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Groovebox schnell weiter. Kurze Zeit nach der MC-303 erschien im Jahr 1998 die Roland MC-505 und binnen kürzester Zeit waren auch andere Hersteller auf den Groovebox-Zug mit aufgesprungen. Drumsounds und Melodien erstellen, Samplen und Sequenzen zusammenbauen, all das war mit den all-in-one Grooveboxen möglich. Anfang der 2000er kam das wohl bisher größte Groovebox-Flaggschiff auf den Markt, die Roland MC-909.

 

Nachdem der Erfolg der Grooveboxen mit Abflachen der Techno-Welle etwas abgenommen hatte, sind sie heute wieder deutlich gefragter. Aktuelle Produkte wie Novation Circuit, Electribe 2 oder die Volca-Serie von Korg erfreuen sich größter Beliebtheit und sich selbstveständlich auch in der Sammlung „Kaufberatung Groovebox“

Korg volca Sample

Korg Volca Sample

Einer der wichtigsten Punkte der Groovebox ist natürlich die Klangerzeugung. Soll es unbedingt die analoge Schaltung wie bei den Korg Volcas sein oder lieber Analog-Modeling à la Novation Circuit? Ganz wichtig ist natürlich, dass die Sounds genug Punch haben, Kick und Snare müssen einfach knallen. Fortgeschrittene Grooveboxen erlauben es dazu auch, die integrierten Synthesizer-Sounds mit Filter und Effekten zu bearbeiten und somit Bass- oder Lead-Sounds zu erstellen.

Ein Sequencer gehört bei einer Groovebox natürlich ebenfalls dazu, hier gibt es bei den aktuellen Produkten teils sehr deutliche Unterschiede, vor allem auch bei der Bedienung. 16 Steps bieten alle aktuellen Grooveboxen, in der Regel sind es aber mehr, 32 oder gar 64 Steps, auch wenn es oft nur 16 LEDs für die Lauflichtprogrammierung gibt. Mit Hilfe eines Song-Modes lassen sich dann unterschiedliche Pattern zu einem Song zusammenstellen.

Korg Electribe

Korg Electribe

Weitere Aspekte, über die man beim Kauf eines Groovebox nachdenken sollte, ist das voraussichtliche Einsatzgebiet. Soll die Groovebox nicht nur standalone, sondern auch mit einer DAW betrieben werden, sollten USB- oder MIDI-Anschlüsse an Bord sein? Reicht ein Stereoausgang oder sollen die Instrumente über Einzelausgänge ausgeführt werden?

Als kurzes Fazit kann man sicherlich festhalten: Grooveboxen sind eine sehr gute Möglichkeit, in die Musikproduktion einzusteigen. Alles ist an Bord, was man für die ersten Schritte benötigt, die Preise sind – zumindest im Einsteigerbereich – moderat, nach oben gibt es wie so oft natürlich keine Grenzen. Aber auch Fortgeschrittene haben viel Spaß mit Grooveboxen, auch in größeren Setups sind sie durchaus sinnvoll.

INteressant ist sicher auch unsere direkter Vergleichstest zwischen Korg Electribe 2, Novation Circuit und Roland TR-8, den ihr HIER FINDEN.

Zur besseren Übersicht findet ihr alle unsere Artikel zum Thema Grooveboxen nachfolgend aufgelistet. Außen vor gelassen haben wir die MPC-Reihe von AKAI, hierzu werden wir zeitnah einen separaten Artikel veröffentlichen, ebenso wie Hybrid-Produkte à la Native Instruments Maschine. Mit in die Liste hineingenommen haben wir die Performance-Geräte der Zoom ARQ-Reihe, die neben ihrer Performance-Leistung auf der Bühne auch Drum- und Melodiesounds beinhalten und somit durchaus als Groovebox durchgehen. Auch Korg Gadget gehört, auch wenn es sich hierbei „nur“ um ein Software-Paket handelt, mit in diese Liste.

Nicht nur für die Vintage-Liebhaber könnte unsere aktuelle Charts interessant sein:

Jetzt aber viel Spaß beim Stöbern und Lesen. Was sind eure Lieblinge, welche Tipps & Tricks habt ihr für Einsteiger und Fortgeschrittene? Wir freuen uns über eure Kommentare.

Forum
  1. Profilbild
    kiro7  

    Sehr schöne Idee, dieser Artikel.
    Es fehlt (u.A,): Yamaha RS 7000.
    Vielleicht könnte man nochmal abtrennen welche „Groovebox“ auch ein vollwertiger Hardwaresequencer ist.
    Nicht zu verwechseln mit Sequencern ala Beatstep , sondern
    mind. 16 Spuren mit entsprechendem Midi Out Kanal.

    Wie könnte man das definieren? Groovebox-Workstation ? :-)

    Tips für Yamaha Rm1x und RS 7000 zur Schonung der Encoder:

    Bei längeren Parameterwegen die Shift Taste gedrückt halten.

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      Felix Thoma  RED

      Vielen Dank. Bei RS7000 kann man sich schon streiten ob das nicht in die Kategorie „Production Studio“ á la MPC gehört, ich habe es aber trotzdem mal hinzugefügt.

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        kiro7  

        Naja, MPC musst du ja erstmal mit Samples füttern…
        RS 7000 ist ja fast eigentlich nur Rm1x + Sampler.

        Auf der anderen Seite ist die MC 909 schon „mehr“
        Groovebox als die R7000, obwohl in selber „Liga“ – stimmt schon.

        Grenzen sind hier schwierig zu ziehen.

        Strenggenommen sind die Volcas einzeln auch zu spezialisiert – und ergeben erst in Verkettung so etwas wie eine Groovebox. Kick ohne Bass ist ja ja nur die halbe Miete.

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    lightman  AHU

    Ich hatte eine Quasimidi 309 für ein Jahr, angeschafft wurde sie natürlich für Livegigs, allerdings hatte sie ein paar Eigenheiten (zumindest in meiner OS-Version), sie mochte nicht so richtig als MIDI-Slave zu arbeiten, beim Patternswitching kam es zu Hängern, usw. Vom Sound und der Bedienung her ist sie okay, die Werksdrums klingen etwas muffig. Nette Effekte und Echtzeitfunktionen. Kam reichlich zum Einsatz und wurde dann gegen einen Drumtrak getauscht. Danach probierte ich es mit div. Electribes und MPCs, aber das Groovebox all-in-one Ding war nicht so meins, aktuellere Versionen sind in dieser Hinsicht deutlich flexibler (eigene Sounds, usw.). Einzig der Monotribe fasziniert mich nach wie vor, der kleine analoge Kasten ist mir über die Jahre mit seinem rohen Sound und tollen Features richtig ans Herz gewachsen. Manche Leute mögen die Eingabe über Ribbon nicht, aber wenn man sich mal dran gewöhnt und ein bißchen Fingerfertigkeit entwickelt hat, wird man die sehr direkte Art der Eingabe inklusive ihrer Problemchen nicht mehr missen wollen, zumindest geht mir das so.

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    AMAZONA Archiv

    Gute Liste! Allerdings finde ich es schon ein bisschen seltsam dass die Volcas mit dabei sind. Klar, wenn man 3-4 Stück davon zusammenschaltet, hat man auch Drums und mehrere Synthspuren, plus Sequencer. Aber eine Volca allein, ist doch genau genommen noch gar keine Groovebox im eigentlichen Sinne, oder? Nebenbei, es gab von Ensoniq den ASR-Sampler später ebenfalls als Groovebox-Version, mit eingebauten Samples, Sequencer und naja, alles was eine Groovebox braucht. Ich glaub der hieß ASR-X. Und E-MU hatte einige ihrer Rackgeräte auch als Grooveboxversionen herausgebracht (MP7 & XL7). Ich weiß natürlich nicht, wie relevant diese Maschinchen für die Liste sind, aber vielleicht sind sie eine nette Ergänzung :)

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    lightman  AHU

    Nachtrag: Da in der Liste auch einige grenzüberschreitende Produkte drin sind, könnte man vielleicht auch den Korg Kaossilator Pro+ aufnehmen. Hat zwar keinen Sequenzer, dafür aber einen Looper mit 4 Spuren. Die Arbeitsweise ist etwas anders, aber doch schon irgendwo Groovebox-ig.
    .
    Als FM-Fan würde ich auch noch die Yamaha DX200 auf die Liste setzen. Echt super Teil, kommt irgendwann ins Haus.

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    Son of MooG  AHU

    Im Prinzip könnte man auch die QY-Pocket-Sequencer von Yamaha als Groovebox bezeichnen, denn sie boten Pattern/Song-basiertes MIDI-Sequencing sowie alle notwendigen Sounds. Mein Einstieg in Hardware-MIDI-Sequencer war ein QY-10 (der dann noch durch ein MDF-2 Disk-Drive erweitert wurde). Er hatte nur 31 Preset-Sounds und ein Drum-Set, das aber überdurchschnittlich gut. Leider war es nur Mono…

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    lightman  AHU

    Okay, einen hab‘ ich noch: Philips PMC100! Echt obskures „Micro Arranger“-Gerät mit 2op FM-Sounds und einem abgefahrenen Sequenzer mit einer Menge kurioser Funktionen. Das Teil kommt mit eingebautem Kassettenrecorder, der als normaler Abspieler und Massenspeicher für den Arranger-/Composer-Teil benutzt werden kann. Habe es nebst diversen „Library“-Tapes vor Jahren günstig erworben und immer mal wieder als Samplequelle oder einfach zum Jammen hervorgekramt, derzeit dient es als Massenspeicher für meinen Yamaha CX5MII/128-Musikcomputer. Lustiges und ungewöhnliches Gerätchen, wer Lo-Fi und alten Handyklingeltonsound braucht, wird hier fündig (und das in der Regel für wenig Geld)! :)

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      AMAZONA Archiv

      Hoho, da bin ich Baff. Das Ding von Philips kenne ich ja noch gar nicht. Ist irgendwie ziemlich schräg, aber cool :-)

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        lightman  AHU

        Das Teil ist wirklich recht ungewöhnlich. Es hat eine Folientastatur, mit der man die Werkssounds spielen kann, die in Richtung Yamaha 4op FM gehen, sind aber 2op und klingen daher lo-fi und ruppig, manchmal auch nach Billigkeyboard. Diese Sounds kann man im Arranger-/Sequenzerteil entweder im Rahmen vorgegebener Pattern nutzen, wobei im Automatikmodus nur harmonisch passende Noten getriggert werden (man kann also nicht falsch spielen), in Betriebsart zwei gibts etwas mehr Freiheit, und schließlich im „Expertenmodus“ sind frei wählbare Eingaben möglich, die oft recht merkwürdig quantisiert werden, was zu unerwartet lustigen bis tatsächlich brauchbaren Sequenzen führt. Darüber hinaus können auch Chords eingegeben werden. Dazu gibts diverse vorgegebene Drum-Rhythmen, die minimal modifiziert werden können (hauptsächlich durch Muten/Demuten einzelner Instrumente). Leider hat das Teil weder MIDI noch CV oder so. Man kann auch gleichzeitig im Kassettenteil ein Tape laufen lassen, damit habe ich schon super-schräge Impros hingekriegt. Ein paar Aufnahmen von Loops aus Einstürzende Neubauten-Stücken, dazu 2op-Schnodder mit Blipblop-Drums… halt eher was für Kenner :D

  7. Profilbild
    tomk  AHU

    Zitat: Roland etablierte das Genre der Groovebox mit der MC-303, diese erschien 1996 und wurde binnen kürzester Zeit zum Nonplusultra der Techno-Szene.

    Sorry … aber das ist absoluter Bullshit!!!
    Wenn Roland etwas damals in der „Techno“ Szene etablierte, dann war das die absolute Lachnummer MC-303. Klar, so manches Raveschnitzel war mehr als begeistert, aber nicht die „Techno Szene“. Diese Szene war mehr als angepisst das Roland keine würdigen Nachfolger „der Klassiker“ ablieferte, und dies „bis heute“ wohlgemerkt auch nicht tut!!!! Die MC-303 hatte den Spitznamen – Techno für Alleinunterhalter – also bitte keine falschen Sentimentaliäten oder Andichtungen.
    P.S. Wenn etwas diesen Titel verdient … dann war es die Akai MPC 3000!!! ABER bestimmt nicht die MC-303 von Roland.

  8. Profilbild
    dflt  

    die volcas wurden ja schon erwähnt… ich finde auch die tb-3, novation circuit monostation, electribe es/er/es-1, akai tom cat und teenage engineering po12-rhythm irgendwie deplatziert ;) das sind auch nur drumcomputer oder monophone synthesizer mit sequencer (und der es1 n sampler).

  9. Profilbild
    komabot

    …der JD-Xi sollte dann auch als Groovebox gelten.
    Der JX-305 war ja eigentlich auch eine :)

  10. Profilbild
    s.tubenrocker  

    Moin!
    Ich würde die Liste noch um den/die Yamaha AN 200 ergänzen wollen. War auch ein sehr nettes Teil. Hatte zwar nur 16 Steps, dafür konnte man aber die „Reglerbewegungen“ über 4 oder 8 Takte aufzeichnen. Weiß ich leider nicht mehr so genau. Und der Sequencer konnte auch andere Hardware ansteuern.

  11. Profilbild
    Ashatur  AHU

    Hmmm Ich weiß nicht so wirklich ob man Volca und Co als Grooveboxen definieren kann. Denn im Grunde sind es ja kleine Spezialisten. Für mich wäre die Gerätegattung der Groovebox eine Eierlegende Vollmilchsau, ein Instrument mit Multitimberaler Klangerzeugung und einem mehrspurigen Sequencer ( ink. Songmodus ) in einem transportablen Gehäuse. Ich hoffe mal das Roland dieses Konzept irgendwann mal wieder aufnimmt, denn eine auf heutige Zeit abgestimmte MC-303 und 505 wären für mich schon der Hit ;-)

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