Test: Korg Volca Keys, Analogsynthesizer

24. Juli 2013

Solo-Synth vom Vulcan

Bevor es richtig losgeht, hier ein Hinweis auf unser Korg Volca-Special, in dem ihr ALLE Korg Volcas findet, inklusive aller Tests zu den Korg Volcas, Workshops zu den Korg Volcas und auch Zubehör zu den Korg Volcas von Drittanbietern. Einfach HIER KLICKEN.

Volca ist ein Eigenname oder dem Internet zufolge ein Vulkan mit Trennungsproblemen („Volca- no‟). Jedenfalls sind die anderen Bedeutung derart weit gefächert und sporadisch, dass Korg mit der Namensgebung seiner neuen Synthie-Reihe nun den definitiv prominentesten Vertreter von allen stellt.

Der Korg Volca Keys ist ein dreifach polyphoner analoger Synthesizer, der für ein Taschengeld zu haben ist. Ob er damit nicht nur zum Volkssynthesizer wird, sondern auch zum eruptiven Kreativausbruch verhilft und natürlich wie er sich im Verglich zum monotribe schlägt, lesen Sie in diesem Test.

Korg Volca Keys Unboxed

In einem stabilen Pappkarton befindet sich der Volca Keys in einer Schutzhülle. Daneben enthält dieser noch ein Verbindungskabel mit 3,5 mm Klinkenstecker, sechs Batterien, die laut Handbuch 10 Stunden lang halten sollen und eine „Übersichtsinformation‟, Anleitung oder gar Handbuch möchten wir das wirklich nicht zu nennen, welches alle Funktionen kurzgehalten und vereinfacht beschreibt. Wobei der Formfaktor dieser „Übersichtsinformation‟ auch recht ungünstig ist. Auf einem riesigen Faltblatt (51,3 × 72,5 cm) stehen die Funktionsbeschreibungen, jeweils auf der ungefähren Größe eines A3 Blattes in sechs Sprachen abgedruckt. Zwei Seiten davon sind Garantie- und Handhabungshinweise. Dass die Übersichtsinformation durch dieses Format schon nach kurzer Benutzung ziemlich zerschunden aussieht, dürfte dabei niemanden überraschen. Hätte Korg da nicht besser eine Anleitung in einem brauchbaren Format im Internet bereit stellten können?
Ist aber effektiv egal, denn nach spätestens einer Stunde hat man das Gerät vollständig verstanden, denn großartig versteckte Funktionen gibt es nicht. Auf der Korg Seite steht auch noch eine übersichtliche Tabelle zur MIDI-Implementation des Keys zum Download bereit. Ach ja, ein 9V Netzteil für den Netzbetrieb ist es natürlich auch nicht beigelegt, wäre auch ein bisschen zuviel gewollt bei dem Preis.

Korg_Volca_Keys_Leuchtet_im Dunkeln

Volca Keys: leuchtet im Dunkeln

Haptik und erstes Soundtests

Das 377 g schwere Gerät liegt nicht nur vom Größenfaktor her gut in der Hand, sondern auch vom halbdurchsichtigen, facettierten Plastik des Gehäuses. Nur die Frontplatte ist gebürstetes Alu. Die Potikappen sind die gleichen wie beim monotribe, allerdings die preiswerte Variante ohne Alu-Finish oben drauf. Sämtliche Bedienelemente machen einen guten Eindruck. Nichts wackelt auffällig.
Die vier Reihen mit den schmalen Parameter-Potis liegen zwar recht eng übereinander, bieten aber seitlich genug Abstand, um auch beim schnellen Hingreifen nicht anzustoßen, mit spitzen Fingern sollte trotzdem operiert werden. Die Gummi-Drucktaster fühlen sich zwar etwas schwammig an, haben aber einen definierten Druckpunkt und erfüllen ihre Aufgabe, sie sind ja nicht zum Einspielen von Drum-Pattern da.

Volca Keys im Einsatz
Was uns hingegen etwas Sorgen bereitet, ist die MIDI In-Buchse. Sieie sitzt zwar einigermaßen fest, macht aber dennoch einen fragilen Eindruck. Häufiges Ein- und Ausstecken und ungewünschte Zugbelastung könnten hier eventuell zu vorzeitigen Problemen führen. Vielleicht ist das aber auch nur, weil der MIDI-Stecker so riesig anmutet, im Vergleich zum Keys. Die Sync- und Audiobuchsen machen einen wesentlich vertrauenserweckenderen Eindruck.
Die Folienklaviatur schließt sich dem an. Der Aufdruck der Funktionen befindet sich auf der Rückseite des durchsichtigen Plastikpanels und wirkt so dem Abrieb entgegen. Auch der Kontakt mit der Leiterplatte ist so weitestgehend vor Staubeinwirkung geschützt. Mit der Tastenmaske ist nun endlich auch das gezielten Spiel von Noten möglich, davon kann man beim monotribe nur träumen. Gleichzeitig dient diese Klaviatur bei Betätigung des FUNC-Tasters zum Einstellen diverser zusätzlicher Parameter und Funktionen des Keys, zu denen wir später kommen.

Klangerzeugung

Korg_Volca_Keys_Wellenform_1-

Volca Keys Osc Schwingungsform

Der Keys ist basismäßig dreistimmig. Die Oszillatoren arbeiten in einer Fußlage von 32′ bis 1′, umfassen also sechs Oktaven. Der monophone monotribe hat eine Fußlage von 64′ bis 2′. Als Schwingungsform steht für den Keys nur Sägezahn zur Verfügung, der monotribe bietet noch Dreieck und Rechteck.

Korg_Volca_Keys_Poly-Detune

Volca Keys Poly-Detune

Der Keys hat dafür noch weiterführende Modi zur Klangerzeugung. Im Poly-Modus können die drei Oscs einzeln gespielt werden, Dreiklänge sind also kein Problem. Die restlichen Modi Unison, Octave und Fifth machen den Keys monophon, wobei die Oscs entweder im Verhältnis Null, einer Oktave oder einer Quinte zueinander gestimmt werden.

Der Unison-Ring-Modus benutzt drei gleichgestimmte Oscs zur Ringmodulation und mit Poly-Ring werden die drei individuell spielbaren Oscs auch einzeln in den Ringmodulator eingespeist. Für einen lebendigern Klang können die Oscs mit dem Detune-Regler nochmals gemeinsam gegeneinander verstimmt werden.

Korg_Volca_Keys_Klangerzeugung

Korg_Volca_Keys_Ring-Mod

Volca Key – Ringmodulator

Auf dem Beipackzettel stand noch etwas von Rechteck als Schwingungsform für die Oscs, aber am Gerät findet sich weit und breit keine Auswahlmöglichkeit dafür. Die Rechteckschwingung kommt nur beim Ringmodulator als Carrier zum Einsatz, während die Osc-Signale als Modulatoren dienen. Das als Rechteckschwingungsform für die Signalerzeugung per se anzupreisen, ist schon frech. Portamento regelt wie gewohnt das Gleiten zwischen den Noten.

Filter
Das analoge 12dB/Okt Tiefpassfilter ist, wie schon überall zu lesen war, diesmal kein MS-10/MS-20 Enkel, sondern geht auf den Korg MiniKorg-700S aus dem Jahr 1974 zurück. Nebenbei stand damals „Traveller‟ anstatt Filter auf dem Gerät und für andere Parameter gleichfalls spacige Bezeichnungen. Cutoff und Peak (d.i. Resonanz) sind sehr gut dimensioniert und kontrollierbar.

Modulation
Der LFO bietet die drei Schwingungsformen Sägezahn, Dreieck und Rechteck, und es kann bei Bedarf bei jeder gespielten Note die Phasenlage zurückgesetzt werden. Die Geschwindigkeit liegt dabei, grob per Vergleich gemessen, zwischen 0,3 Hz und irgendwas um 87 Hz. Mit den zwei Reglern PITCH- und CUTOFF-INT werden die Tonhöhen der Oszillatoren gemeinsam moduliert bzw. die Cutoff-Frequenz des Filters. Die Schwingungsformen und das Trigger-Verhalten werden durch die Bedienung des FUNC-Tasters und der Klaviatur ausgewählt.

Der Envelope Generator bietet eine vollständige ADSR Hüllkurve, wobei die Decay- und Release-Phase über den selben Regler eingestellt werden und somit auch die gleiche Abklingzeit von max. ungefähr 3 Sekunden haben. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied zum völligen Fehlen von einstellbaren Abklingphasen.
Die Einstellungen der Hüllkurve wirkt sich auch auf die beiden EG INT-Regler aus.
Dabei folgen die Frequenzwerte von Cut-Off und Oszillator, d.h. eigentlich deren elektrische Spannungswerte, zusätzlich dem (Spannungswerte-)Verlauf der von der Hüllkurve erzeugt und grob gesagt, addiert wird. Der Intensitätsparameter skaliert dabei die Stärke dieser Modulation.

Korg_Volca_Keys_I-O

Am Ende der Signalkette gibt es noch ein sehr gut klingendes, niemals ausuferndes Delay. Für manche, die z.B. die Ungezügeltheit des monotron Delays mögen, vielleicht etwas zu brav, aber immer musikalisch. Das Delay läuft frei, kann jedoch ebenso über den FUNC-Taster mit dem Tempo des Keys, extern über Sync oder MIDI-In  synchronisiert werden. Der TIME-Regler stellt dann nicht mehr die Sekunden ein, sondern den Taktteiler, wie 1/4 , 1/8 etc.

Sequencer

Hier können nicht nur Noten-Akkorde, sondern auch alle Reglerbewegungen außer dem Peak-Parameter per Motion-Sequenz aufgezeichnet werden. Electribe Besitzer werden sich freuen. Aber ganz so schön, wie es sich anhört, ist es leider nicht ganz. Notensequenzen können bei laufendem Sequencer aufgenommen werden oder man nutzt die Punch-in-Funktion, indem nur die REC-Taste betätigt wird. Der Sequencer beginnt dann Abspielen und Aufnehmen gleichzeitig, sobald eine Notentaste berührt wird.

Korg_Volca_Keys_Seq-Kontrollen

Mit FUNC+PLAY gelangt man in den Active-Step-Modus, in dem jeder der 16 Sequencer-Schritte an- und ausgeschaltet werden kann. Es lassen sich also auch unübliche Taktlängen realisieren.
Mit FUNC+ACT.STEP werden alle Schritte wieder aktiviert, während FUNC+ALL alle Notendaten löscht, wobei Löschen der falsche Begriff ist. Tatsächlich stellt ein erneutes Betätigen der beiden Funktionen die vorherigen Sequencer-Daten wieder her. Sehr schön!
Mit FUNC+FLUX wird zwischen der Quantisierung der eingegeben Daten und der freien Performance umgeschaltet. Ist FLUX angeschaltet, steht auch die Funktion Step-Trigger bereit, die bei jedem neuen Sequencer-Schritt die Hüllkurve neu auslöst.

Der Sequencer ist in den monophonen Modi sehr gut programmierbar und das Einspielen auch keine größere Herausforderung. Das eigentlich Problem des Keys im Sequencer-Betrieb sind die Poly-Modi, denn es steht leider nur eine Sequencer-Spur für alle drei Stimmen zur Verfügung, was das Einspielen, wir wollen nicht sagen zur Tortur, aber auch nicht gerade leichtgängig macht. Eine Spurenauswahl über den FUNC-Taster für drei separate Spuren hätten hier Wunder gewirkt. Es sind ja noch genügend schwarze Tasten auf der Klaviatur des Keys frei. Man erwartet ja nicht mal dedizierte Taster zur Spurenauswahl wie beim Korg Volca Bass. Wirklich gute Ergebnisse sind hier wohl nur extern über MIDI zu erreichen.

Korg_Volca_Keys_Motion_LFO-Kontrollen

Das Aufzeichnen der Motion-Sequenzen ist wesentlich besser gelungen. Zuerst wird die Motion-Sequenz per FUNC-Taster aktiviert. Motion-Sequenzen können nur bei laufendem Sequencer eingespielt werden, was ja auch sinnvoll ist. Wenn dann der REC-Taster betätigt und an einem Regler gedreht wird, nimmt der Keys automatische diese Bewegung auf. Die Aufnahme dauert genau einen Durchlauf, beginnend ab der Stelle, an der die Reglerbewegung anfing. Danach wird der Aufnahmemodus, nicht aber das Abspielen beendet. Pro Regler wird natürlich nur eine Motion-Sequenz aufgezeichnet. So kann man Reglerfahrt auf Reglerfahrt aufbauen. Mit FUNC+CLEAR werden alle Reglerdaten gelöscht und eine weitere Betätigung holt sie wieder zurück.
Das Konzept ähnelt sehr dem Korg Kaossilator, denn einzelne Schritte zu bearbeiten bzw. zu löschen, kann schwierig werden und ist wahrscheinlich auch nicht wirklich vorgesehen. Die Sequenzen neu einspielen ist ungleich schneller und effektiver. Wenn man es positiv sehen will, ist dadurch auch die Chance größer, noch besser Sequenzen zu finden. Zur Sicherheit kann den Patch man ja speichern.

Der Sequencer kann auch extern über den SYNC-Eingang zu anderem analogen Gerät synchronisiert werden oder dieses als Slaves synchronisieren. Dabei verträgt der Keys am Sync-In Spannnung von bis zu 20 Volt und reagiert auf alles, was nach Rechteckimpuls mit einer Dauer von ca. 15 ms aussieht. Es kann aber auch eine externe MIDI-Clock zur Synchronisation benutzt werden. Mit FUNC+1/ 4, 1/ 2, 1/1 ist das eingehende Tempo auch teilbar. Hier wäre es noch sehr schön gewesen, wenn die schwarzen Tasten darüber auch mit kreativeren Taktteilern versehen worden wären, wie z.B. 1/3, 1/6, 7/8, 9/8 etc., damit der Groove nicht immer so straight ist. Aber immerhin kann auch einiges davon über die Veränderung der Taktlänge erreicht werden und wie schon erwähnt ist der Sync-In nicht besonders wählerisch.

Wie dem auch sei, dank der sehr guten MIDI-Anbindung, von Korg nicht anders zu erwarten, können (müssen) diese Schwachstellen durch externe Kontrolle umgangen werden. Sämtlich Parameter des Keys, außer Peak, Klangmodi- und Tempo-Regler sind MIDI-fiziert. Zusätzlich versteht der Kleine noch die Velocity- und Expression-Controller (Poly-Modi) beim Spielen der Noten über MIDI sowie die Song-Position.

Sonstige Betrachtungen

Vom Auspacken bis zum beherzten Jammen von Volca Keys im Einklang mit dem MFB Tanzbären vergingen, wenn man die Zeit abzieht, in der ich meine Schachtel mit den MIDI-Kabeln gesucht habe, 3 Minuten. Das spricht schon mal sehr für sich und für die Überschaubarkeit des Synthies, welcher auch Aspiranten der elektronischen Musik, die Korg mit den Volcas ohne Zweifel ansprechen will, nicht überfordern wird. Die Zweitfunktionen sind sehr überschaubar und versteckte Features gibt es nicht.
Für das Auge eine coole Sache sind die beleuchteten LED-Potis, die nicht nur beim Bedienen aufleuchten, sondern auch beim Motion-Sequencing.
Die Bauqualität geht für den gefragten Preis mehr als in Ordnung, auch wenn das ansehnlich wirkende halbdurchsichtige Plastik anfällig für Fingertapser und Kratzer ist.
Das elektronische Design ist nicht 100% bugfrei. Noten- und Parameterhänger kamen vor, wenn der Sequencer gar zu sehr beansprucht wurde.
Ein ganz fieser Bug hing anscheinend mit der Umstellung von Alkali- auf NiMH-Akkus zusammen. Nach der Umstellung ließ sich das Gerät nicht mehr einschalten, nachdem es ausgeschaltet worden war. Nur ein Entfernen der Batterien oder des Netzteilsteckers (wenn keine Batterien zu Anwendung kamen) konnten den Keys und den Bass wiederbeleben. Am Tag darauf lief aber alles wieder wie normal. Da die Volcas durch eine Relais-Schaltung vor falschem Anschluss und Überspannung einigermaßen geschützt sind, ist das verantwortliche Relais wahrscheinlich etwas übereifrig. Der Bug trat während des Tests mehrmals auf. Wir bleiben an der Sache dran und werden eventuelle Ergebnisse nachreichen. Ansonsten liefen die Volcas stabil. Sowohl als Master als auch als Slave.

Der Analog-Klang reicht ebenfalls auf alle Fälle für mehr als den schnellen Fix und ist auch recht kräftig und durchsetzungsfähig. Die Mächtigkeit eines Oberheim SEM ist dennoch eine ganz andere Kategorie. Es sollte auch bedacht werden, dass für den veranschlagten Verkaufspreis der Volcas kaum ein Soft-Synth zu haben ist. NI Massive, Waldorf Largo, U-He Diva, Lennar Digital Synlenth etc. kosten alle mehr, haben zwar auch mehr Features, aber keinen Griffelfaktor.

Korg_volca_keys_Titel
Da der Keys weit runterkommt, ist auch der Bassbereich OK. Der Osc des monotribe klingt aber trotzdem fetter und dieser hat auch im Tiefbereich mehr zu bieten. Doch als Lead-Synth macht der Keys die bessere Figur, obwohl die nicht vorhandene Schwingungsformauswahl und die eher spartanischen Modulationsmöglichkeiten doch sehr an der Bandbreite der möglichen Klänge nagen. Weniger und man könnte anfangen sich darüber streiten, ob das dann noch ein Synthie ist. Der Ringmodulator ist noch eine Hilfe, besonders wenn man auf C64/8Bit Akkordkaskaden steht.
Das 700er Filter ist weit weniger aggressiv als das MS-20 Filter, was es aber keineswegs schlechter macht, sondern lediglich mit einem anderen, um nicht zu sagen „neuen‟, unverbrauchten Charakter aufwartet. Hier hätte man sich evtl. noch einen Audioeingang für das Filter und den Ringmodulator gewünscht. Das Delay ist sehr sauber und wirklich musikalisch. Lediglich beim Einspielen von polyphonen Sequenzen weist der Keys wirkliche Schwächen auf, die aber mit externen Mitteln umgangen werden können.

Fazit

Für wen ist der Volca Keys also? Meiner Einschätzung nach wird der Volca Keys die Musiker und Produzenten mehr ansprechen als der monotribe. Akkorde, Polyphonie (Triphonie?!, das Wort gibt es nicht!… noch nicht) und Motion-Sequencing und vor allem MIDI-Eingang von Haus aus sind sehr gute Argumente dafür. Während der monotribe weiterhin mehr den Minimalisten und Experimentierern durch seine, im Vergleich umfangreicheren Modulationsmöglichkeiten, der recht guten Modifizierbarkeit und nicht zuletzt der CV/Gate Fähigkeit entgegenkommt. Wie sich das mit dem Hacken bei der Volca Serie entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht überrascht uns Korg ja, wie schon beim monotribe, mit ein paar Firmware Updates,
Aber die Grenzen verschwimmen sowieso. Korg hat schon darauf geachtet, dass sich Volca Keys und monotribe nicht gegenseitig das Wasser abgraben und tatsächlich können sich die beiden sehr gut ergänzen. Alles in allem wird bei den Volca Keys zwar schnell klar, wo der Rotstift angesetzt wurde, um die Keys für diesen Preis anbieten zu können, aber man sieht auch die Mühen, die in das Gerät geflossen sind, um dabei den Funktionsumfang und die Produktqualität so attraktiv wie möglich zu halten. Es wurden Entscheidung getroffen, die manche gut finden werden und andere nicht. Mehr Geld kann man immer ausgeben, ob MFB Kraftzwerg, Waldorf Rocket (nicht analog, dennoch eine Option!) DSI Mopho, Doepfer Dark Engery, MS-20mini, Arturia miniBrute, Moog nach oben sind keine Grenzen gesetzt und man erhält auch entsprechend mehr für sein Geld und auch mehr als die Summe der Anzahl von Volca Keys in vergleichbarem Gegenwert. Jedoch ist der Volca Keys ein in sich stimmiges und gut klingendes Produkt und das ist das Wichtigste. Korgs „Mein erster kleiner Analog-Synth“ wird auch bei fortgeschrittenen Anforderungen ein guter Freund bleiben.

Plus

  • Klang
  • Preis
  • Verarbeitung (für diese Preislage)
  • MIDI In
  • Sync In/Out

Minus

  • Bug: Gerät lässt sich erst wieder einschalten, nachdem mindestens eine Batterie bzw. das Netzteil entfernt und wieder eingelegt bzw. angeschlossen wurde.
  • Format und Gestaltung des Beipackzettels
  • Bug: Bei vielen Motion-Aufzeichnungen kann es zu Noten- und Parameterhängern kommen.
  • nur eine Sequenzerspur für drei Stimmen

Preis

  • UVP: 166,- Euro
  • Straßenpreis: 139,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    HejHej Markus,

    deine Klangbeispiele sind Klasse, ich warte schon sehnsüchtig auf die 3 kleinen Volcas :-) aber das Warten hat ein Ende und wird sich lohnen :-)

    Gudde

  2. Profilbild
    phil_dr110  

    Ein tolles, sehr eigenständig klingendes instrument. Eine absolute Bereicherung meines Synthparks.
    Ich nutze ihn sehr gerne als Midi- Expander aber als kleiner Livesynth ist er auch nicht zu verachten.
    Das Delay ist nicht mein Fall, aber dafür gibt es ja externe Effekte.
    Würde ich mir sofort wieder kaufen.

  3. Profilbild
    SynthNerd  

    Gilt das nicht auch für Arturia Minibrute und DSI Mopho – bei denen wurde es aber nicht extra erwähnt.

    Gruß

    • Profilbild
      SynthNerd  

      oops, da war ich wohl auf dem Holzweg. Mopho und Minibrute haben analoge Oszillatoren.

      Aber dennoch würde ich die Bezeichnung Hybrid lieber solchen Synths vorbehalten, die mit ihren digitalen Oszillatoren nicht nur Sägezahn- und Pulswellen erzeugen, sondern auch Samples spielen, wie z.B. Korg Prologue, Waldorf Quantum oder DSI Prophet X.

      • Profilbild
        Dirk Matten  RED

        Von Schwingungen zu Wellen

        Ohne Schwingung keine Welle, daher wird im folgenden Lernangebot zu Wellen auf Kenntnisse über freie harmonische Schwingungen zurückgegriffen.

        Der Unterschied zwischen Schwingungen und Wellen besteht darin, dass Wellen sich ausbreiten, also Wege zurücklegen, während Schwingungen lokal stattfinden. Jede Welle setzt sich aus Schwingungen zusammen. „La Ola“, die berühmte Stadionwelle, kreist beispielsweise deswegen um das Spielfeld, weil lauter einzelne Menschen sich auf und ab bewegen, also hinauf und hinunter schwingen. Sie verlassen dabei nicht ihren Sitzplatz, aber „La Ola“ bewegt sich durch das ganze Stadion oder verebbt irgendwo.
        Genauso verhält es sich mit den Schwingungen und Wellen, die die Physik beschreibt.

        Das folgende Kapitel „Wellen – Grundlagen“ ist eine weitgehend qualitative Einführung.

        http://www.....38;file=67

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          SynthNerd  

          Danke Dirk,

          das hast Du sehr schön beschrieben.
          Ich wage dennoch anzumerken, dass das Erzeugen von Schwingungen im Synthesizer mit dem Ziel geschieht, diese letztendlich in einem Lautsprecher oder Kopfhörer in Schallwellen umzuwandeln, die sich dann zu den Trommelfellen der Hörer ausbreiten.
          Aber ja, innerhalb der Elektronik sind es zunächst nur Schwingungen.
          Ob das Moog schon weiß? Die benennen den Regler zum Einstellen der Schwingungsform doch tatsächlich mit „Wave“ ;-)

          Gruß

          • Profilbild
            Dirk Matten  RED

            Ich habe das nicht beschrieben, wohl aber zitiert. Das Wissen gehörte zu meiner Zeit zum Physikunterricht.

            Im Englischen wird da nicht unterschieden, eine Übersetzung von Wave zu Welle ist in diesem Fall falsch, wird aber seit Jahren selbst von Experten so weitergetragen. Macht’s aber nicht richtiger.

      • Profilbild
        Markus Schroeder  RED

        Das ist aber nicht die gebräuchliche Definition von Hybrid. Es wird nur zwischen digialen und analogen Oszillatoren unterschieden, weil es für einen digitalen „Oszillator“ keine Einschränkungen gibt, was er an Schwingungsformen erzeugen kann. Samples bzw. Wavetables sind da nur eine Unterkategorie und werden meist explizit aufgeführt, z.B Wavetabel oder Granular, etc.

      • Profilbild
        Markus Schroeder  RED

        „Hybrid“ bezeichnet erstmal alles mit digitaler Klangerzeugung und analogem Filter.

        Da digitale Klangerzeugung alles mögliche sein kann, muss hier näher spezifiziert werden.

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          SynthNerd  

          Hallo Markus,

          so kann man es sehen, wenn man es möchte.
          Aber wenn das generell die Meinung der Amazona Redaktion ist, dann würde z.B. die Novation Bass Station 2 nicht in die Charts-Kategorie „Analog Synthesizer: monophon bis 1000€“ gehören, sondern in eine Kategorie „Hybrid Synthesizer monophon“.
          Ich schlage vor die analogen mit digigitalem Oszillator weiterhin als analog zu kategorisieren. und die Kategorie Hybrid Synthesizer jenen vorzubehalten, die dabei auch Samples nutzen.

          Gruß

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            dilux  AHU

            hoppla, da hast du aber was durcheinander gebracht, die bass station 2 hat dco’s, das sind digital gesteuerte analoge oszillatoren; dann wäre ein juno 6 ja auch ein hybrider…

            bei hybridsynthesizern benötigt man einen d/a-wandler zwischen oszillator und filter, das ist bei der bass station 2 nicht der fall.

              • Profilbild
                dilux  AHU

                der gesamte satz aus wikpedia liest sich doch so: „Viele DCO basieren auf dem Verfahren der Direct Digital Synthesis (DDS), in Synthesizern allerdings werden auch Oszillatoren mit analogem Integrator, der durch einen Zeitgeber zyklisch zurückgesetzt wird, als DCO bezeichnet.“

                du kannst mir schon glauben, ein dco gibt ein analoges signal aus…

                • Profilbild
                  SynthNerd  

                  Hallo dilux,
                  nein, Fakten, die ich weiß, muss ich nicht glauben.
                  Ich hatte nie bestritten, dass DCOs analoge Signale ausgeben.
                  Wie kommst du nur darauf?
                  Eine andere Frage, die mich eher zur Diskussion anregt, ist vielmehr die, ob ein DCO ohne D/A-Wandlung auskommt.
                  Ich werfe mal die These in den Ring, dass DCOs i.a. einen D/A-Wandler de facto beinhalten. Ich befürchte, dass Du da anderer Meinung bist. Um mich zu überzeugen, kannst Du mir vielleicht einen Link zu einer Schaltungs-Veröffentlichung geben, wo man sieht, wie ein DCO ohne D/A-Wandlung auskommt. (Natürlich nur wenn Du magst). Ich bin sehr neugierig darauf.

                  Gruß

                  • Profilbild
                    TobyB  RED

                    Hallo Synthnerd,

                    Was ist das für eine Frage? Dilux schreibt dir das es DCOs gibt die ein analoges Signal ausgeben, weil der nur die Steuerung des DCOs analog, diskret, oder digital erfolgt. Dann fragst du ob ein DCO ohne DA Wandler auskommt. Ja. Jetzt soll er dir einen Link schicken, auf dem ersichtlich ist das der DCO ohne Wandler auskommt. Ja wie denn nun? Du haust das ein paar Sachen durcheinander, das eine erzeugt eine Schwingung und gibt die aus. Das andere und das hast du im Kopf, gibt eine zuvor aufgezeichnete Schwinung in Numerischen Werten aus und muss einen DA Wandler passieren, um hörbar gemacht zu werden.

                    • Profilbild
                      SynthNerd  

                      Hallo TobyB,

                      danke für deinen Kommentar.
                      Mag sein, dass ich etwas durcheinander bringe.
                      Mir erschließt sich die Logik noch nicht, wonach ein Synth, der digitale Oszillatoren nutzt nicht mehr als analoger Synth gelten soll, bei Nutzung von DCOs dann aber doch.
                      Die Unterscheidung in digitale Oszillatoren auf der einen und DCOs auf der anderen Seite kommt mir etwas künstlich vor. Der Wikipedia Artikel bestärkt mich darin.
                      Mag sein, dass meine Anmerkungen dazu etwas besserwisserich rüberkommen. Das tut mir leid. Ich versuche nur mehr Klarheit in das Thema zu bekommen. Für mich macht die Bezeichnung Hybrid erst richtig Sinn, wenn nicht nur die typischen Schwingungsformen analoger Synths (Sägezahn, Rechteck) erzeugt, sondern auch Samples benutzt werden. Dies trifft m.E. für alle in der Chart Kategorie „Synthesizer Keyboards Polyphon Hybrid“ gelisteten zu. Hingegen fände ich es z.B. nicht so sinnvoll, den Waldorf Rocket die Klangerzeugung betreffend in einer anderen Kategorie zu sehen, als z.B. die Novation Bass Station 2. (hier mal abgesehen davon, dass der eine keine Tastatur hat und von daher in eine andere Kategorie gehören könnte). Den Waldorf Rocket würde ich nicht zwingend als Hybrid Synth bezeichnen wollen. Waldorf tut das meines Wissens auch nicht.
                      Liege ich damit so falsch?

                      Gruß

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    Numitron  AHU

    Der test ist zwar schon 5 jahre her, aber volca kommt tatsächlich vom deutschen wort volk. Also quasi ein volkssynthie. 8-)

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      Markus Schroeder  RED

      Fast. Es ist ja inzwischen seit einiger Zeit raus, dass Tatsuya Takahashi in enem Interview bestätigte, dass er „Volca“ von „Volkswagen“ abgeleitet hat, das war lange vor den Skandalen. Damit ist nun auch quasi „der“ als Artikel der Volcas offiziell geworden.

      Ging damals um, weil ich bei meinem Modding-Artikel vom Volca Beats ihn mit „die“ betituliert hatte, weil ich mehr oder weniger unbewusst immer „die Groovebox“ im Hinterkopf hatte und der der Jim sich im vorherigen Volca Beats-Test vornehm um das Problem gedrückt hat und den Artikeln gleich ganz wegließ.

      :D

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        AMAZONA Archiv

        Da hätte er den Synth auch gleich Volker nennen können.

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          Markus Schroeder  RED

          Japaner mögen kein hartes „R“, das wird meistens zum „L“ „B“ oder auch mal „A“ erodiert, besonders bei Leihwörtern und ausländischen Namen.

          aus „Volker“ wird dann sowieso „Volka“ und aus „Markus“ auch gerne mal „Max“ (weil die häufig auch das „U“ nicht aussprechen, auch bei muttersprachlichen Wörtern).

          :D

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            AMAZONA Archiv

            Jo, aber mal ehrlich… würde mich wundern, wenn Aussprachehürden da ’ne Rolle spielen würden, da sich einige japanische Schmieden z.B. Kolg und Loland nennen. ;-) Zielen ja sowieso auf den internationalen Markt ab.

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              Markus Schroeder  RED

              Ob sie ne Rolle spielen, kann ich nicht sagen, wohl eher nicht.

              Nur dass es sich mit den Aussprachen so verhält und dass es sich für uns grad „komisch“ anhört, heißt nicht, dass es sich auch für Japaner komisch anhört.

              Und dass es kein „R“ gibt habe ich auch nicht gesagt, nur dass es andes ausgesprochen wird als in der üblichen Transkribierung. Die japansichen R*-Silben werden alle mit einem sehr sehr weichen „R“ ausgesprochen, das für uns mehr zum „L“ tendiert.

              Korg ist ja auch kein native japanisches Wort sondern wird so im japanischen Transkribiert: コ ル グ (Offizielle Korg Homepage). Das sind Katakana-Silben Ko Ru Go (ein abgeschwächtes Ko).

              In der Transkribierung hat sich historisch dann durchgesetzt ル mit „Ru“ zu übersetzen. Es hätte abver genauso gut „Lu“ hatte sein können, Dann wäre Loland und Kolg für uns heute ganz normal.

              Wobei weder das „westliche“ „L“ noch „R“ den nativen japanischen phonetischen Lauten entsprechen.

              nur so am Rande.

              :)

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                AMAZONA Archiv

                Hehehe, ist ja okay. Widerspreche ja nicht. Mein japanisch ist eh, äh, ziemlich rudimentär, sprich – gar nicht – vorhanden. Das bissken, was ich da mal vernahm von japanischen Sängern, lässt keine Rückschlüsse auf irgendetwas zu (außer die R Geschichte). Meine, da relativ viel Umlaute zu vernehmen, die so’n bissken unserem Ü ähneln. So üi-mäßig mehr.

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                  AMAZONA Archiv

                  Kann es sein, dass da auch E Laute eine eher untergeordnete Rolle spielen? Meine, da häufiger A, I oder O Laute zu vernehmen in der japanischen Sprache.

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                    Markus Schroeder  RED

                    ich hab jetzt keine festen Zahlen da, aber ein Blick ins Wörterbuch der japanischen Verben, zeigt in der Tat ein niedrigeres Vorkommen von „E“ in der Verbgrundform.

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                      Luis Miehlich  

                      Haha, das ich mal noch eine Konversation über die japanische Sprache auf Amazona miterlebe… :)
                      Das mit dem e war mir auch noch nicht aufgefallen. Auch wenn mir eher wenige Wörter einfallen, die mit E anfangen, kommen doch noch einige dazu, wenn man die -e Silben (te, se, re, me etc.) dazu nimmt. Fände ich auch mal interessant, in Zahlen zu sehen.

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                      AMAZONA Archiv

                      @ Luis Miehlich

                      Ah, da gäbe es noch ’ne Menge interessante Sachen im Japanischen. Mein Sohn hat mal versucht, es zu lernen und daher hab‘ ich so’n bissken am Rand mitgekriegt. Z.B. zählen die Japaner Menschen und Dinge, glaub ich, ziemlich unterschiedlich, also rein sprachlich. Aber da könnte dir wohl, wenn es stimmt, der Markus eher was zu sagen.

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        lightman  AHU

        Ich dachte immer „Volca“ kommt von „voltage-controlled analog“.

        Egal, ich mag die kleinen Kisten, obwohl ich den Keys am wenigsten von den mir zur Verfügung stehenden Volcas benutze. Meine Favoriten sind Kick und FM, besonders Letzterer ist für mich als alten FM-Fan ein tolles Teil.

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          Numitron  AHU

          Ja, das macht auch sinn.
          Zumindest wenn man die digitalen nicht miteinbezieht.
          Hast du auch die Sample?
          Finde dich auch sehr gut.

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            lightman  AHU

            Den Sample habe ich noch nicht. Da ich einige Hardwaresampler besitze, habe ich auf erstmal darauf verzichtet, allerdings bieten keine meiner Sampler seine Echtzeit-Eingriffsmöglichkeiten, insofern habe ich das Teil immer noch im Auge.

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              Numitron  AHU

              Ich hab mir vor 2 jahren die ok go edition der sample geholt. War ein super preis, die meisten stehen nicht auf so bunte dinge.

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              ISE500  

              du hast inzwischen den FM? dann würde ich mich interessieren, wie nützlich und wohlklingend du ihn einschätzt @lightman :)

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