Test: Korg Volca Mix, Mix- und Steuerkonsole

15. Juni 2018

Strom und Mixe für das Volk

Der Korg Volca Mix ist ein 3-Kanal Mixer und eine Kontrollstation für die Korg Volca Serie, der dazu noch drei weitere Volcas mit Strom versorgen kann. Bereits im Oktober 2017 erschien als Kickstarter-Projekt ein kleiner Mixer im Volca Format, der die Volca-Community in Aufregung versetzte (Hier die Facts). 3 Monate später legte Korg mit der Ankündigung des Korg Volca Mix nach.

Der Name Volca wurde von Tatsuya Takahashi von „Volkswagen“ abgeleitet, sozusagen der Synthesizer für das Volk. Das war vor den Diesel-Skandalen der Automobilindustrie, sonst hätte er sicher einen andere Inspirationsquelle gewählt. Aber dafür können die Volcas im Nachhinein auch nichts, sie bleiben eine saubere Sache. Ob es jedoch Korg nach dem Weggang von Takahashi gelingt, den Erfolg der Volca Serie fortzuführen, könnt ihr im Test lesen.

Volca Mix

Auspacken des Korg Volca Mix

Der Korg Volca Mix kommt wie alle Volcas im Pappkarton – mit nur einer Schaumstoffschützhülle für den Mix. Dazu kommt das zum Betreiben absolut notwendige Netzteil mit dem sich der Mix maximal 1,55 m von einer Steckdose entfernt aufhalten kann. Batteriebetrieb gibt’s nicht.

Des Weiteren sind drei 30 cm lange Stromverteiler für drei weitere Volcas und drei vergoldete 35 cm lange Audiokabel in 3,5 mm Stereoklinkenausführung mit dabei. Da den einzelnen Volcas üblicherweise ein Sync-Kabel beiliegt, sind diese nicht im Lieferumfang des Volca Mix enthalten.

Volca Mix und Zubehör

Der Volca Mix hat exakt die gleichen Abmessungen wie seine Brüder und fühlt sich mit seinen 345 g viel zu leicht an. Das entspricht in etwa der Hälfte des Gewichts vom Volca Key und FM und ist in etwa gleich mit dem Kick und dem Sample.

Bedienung des Korg Volca Mix

Alle Anschlüsse befinden sich auf der Vorderseite des Volca Mix. Da wären der Netzschalter sowie die drei Stromverteiler für die Volcas. Und hier liegt gleich schon mal der Kritikpunkt. Die Stromkabel sind gerade so lang, um das Aufstellen der Volca Krachmacher direkt neben dem Volca Mix zu erlauben. Die Kabel hätten gerne mindestens 20 cm länger sein dürfen, zumal wir einem sehr engen Kabelwald entgegensehen. Auch erlauben die kurzen Kabel damit eigentlich nur eine Position des Volca Mix in dem neuen Quartett und die wäre rechts unten.

Der Mixer im Volca Mix bietet drei Kanäle. An Bedienelementen gibt es je Kanal den Komboregler für das Tief- und Hochpassfilter, also links Tiefpass- und rechts Hochpassfilter, einen Lautstärkeregler für den gemeinsamen Send-Kanal in Mono, einen Taster zum Stummschalten und einen 30 mm Schieberegler.

Kanal 1 und 2 sind in Mono ausgeführt, Kanal 3 in Stereo. Nun sind zwar nur Volca FM und Sample wirklich Stereo und der Rest Mono, aber diese Einschränkung erweckt schon ein Portion Unmut, denn der Mehrnutzen bei einer Ausführung von allen drei Kanälen in Stereo wäre immens gewesen, bei vernachlässigbar höheren Produktionskosten.

Es ist halt leider Tatsache, dass gerade die Mono-Volcas eine erhebliche Lautstärkeeinbuße erfahren, wenn Sie über einen Monokanal betrieben werden, um die 6 dB, also nur hoch halb so laut sind. Dieser Umstand wird leider nicht vom Volca Mix kompensiert. Weiterhin klingt ein Stereo Volca auch nicht so toll, wenn er über einen Monokanal betrieben wird. Hier wurde eindeutig am falschen Ende gespart.

Das Summensignal des Send-Bus lässt sich an der „SEND OUT“-Buchse abgreifen. Über die AUX In-Buchse kann ein Stereosignal in den Volca Mix zurückgeführt werden. Das Signal wird nach der „Master Chain“ direkt vor der Ausgangstufe in das Summensignal des Volca Mix wieder eingefügt.

Dann gibt es noch eine SYNC OUT-Buchse, mit der das Sync-Signal vom Volca Mix zu den anderen Volcas geschickt wird. Der Volca Mix hat aber nur einen Sync-Ausgang und die anderen Volcas werden in Reihe angeschlossen.

Hätte man hier drei Sync-Signale mit individuellen Shuffle eingebaut, wäre das eine tolle Angelegenheit gewesen, denn unter den Volcas hat nur der Sample einen Shuffle. Das wäre viel nützlicher gewesen als die Master-Chain-Effekte.

Mit dem „Width“-Regler lässt sich das Summensignal im Stereopanorama verbreitern und klingt auch ganz gut. „Dynamic“ und „Speed“ stellen eine Art Kompressor dar, wobei „Speed“ die Geschwindigkeit der Hüllkurve ist und „Dynamic“ der Grad des Effekts. Kompression kann man das aber wirklich nicht nennen. Was „Dynamic“ hauptsächlich macht, ist die höheren Frequenzen zu beschneiden und den Gesamtsound mit einem Pump-Effekt zu versehen. Wozu da gut sein soll, erschließt sich mir leider auch nicht.

Performance des Korg Volca Mix

An den Volca Mix lassen sich wie gesagt drei weitere Volcas, vorzugsweise zwei „mono“ Volcas und einer in „Stereo“ anschließen. Beim Einschalten knackst der Volca Mix ganz ordentlich, da sollte man also etwas vorsichtig sein. Die anderen Volcas müssen im Übrigen auch separat eingeschaltet werden, nur so am Rande.

Volcas in Action (Sample,Kick, FM, Mix)

Sind alle Kabel gesteckt und auf Abspielbereitschaft hergestellt, indem der „Play“-Taster bei jedem Volca gedrückt ist, können alle Volcas auf einmal gestartet oder gestoppt werden. Da die Volcas aber keine Rücksetzung zum Pattern-Anfang bei Stopp besitzten, starten und stoppen sie genau da, wo sie angehalten wurden und dudeln von da aus weiter. Darin unterscheidet sich die Arbeitsweise mit dem Volca Mix nicht von der ohne Volca Mix.

Die größte perfomante Hürde sind jedoch die Kabel. Da sie so kurz sind, kann man sie nicht um das Setup drumherum legen, wie es z.B. auf jedem Pedal-Board für Gitarristen üblich ist. Dagegen verlaufen die Kabel querbunt über die Geräte und damit über die Bedienelemente hinweg. Man ist also oftmals genötigt, sich durch den Kabelsalat durchzufriemeln, was dem Spaß dann doch abträglich ist. Man sollte sich also ernsthaft überlegen, sich einen längeren Kabelsatz zu besorgen.

Mit dem Send-Bus hat man sich schnell angefreundet und einen weiteren Effekt dazwischen gehängt. Der Send-Bus ist zwar mono, aber zum Glück hält sich Korg an die normalen Gegebenheit und hat den AUX-Eingang in Stereo gehalten. An den AUX-In kann natürlich auch ein anderer Klangerzeuger angeschlossen werden.

Beim Korg monotribe war ja ein Trick für einen fetteren Klang, den Kopfhörerausgang wieder in den AUX-Eingang einzuschleifen. Das klappt beim Volca Mix nur bedingt. Die angenehme Anzerrung des Summensignals ist bis zum halben Weg des Lautstärkereglers gegeben. Danach wird die Verzerrung sehr schnell übermäßig bis zum totalen Clippen des Volca Mix.

Anders sieht es jedoch aus, wenn der Send-Kanal wieder in den AUX-Eingang zurückgeführt wird. Das Signal wird breiter und ein wenig klarer. Vor allem mit der Stereoverbreiterung des „Width“-Reglers kommt hier Freude auf. Die Mono-Volcas gewinnen deutlich an Durchsetzungsvermögen, das mit dem „Send“-Regler pro Kanal reguliert werden kann. Sind alle drei Send-Regler und der „Width“auf Maximum, hört sich das dann sogar richtig hochwertig an. Der Unterschied ist schon drastisch. Alles, was man dazu braucht, ist ein weiteres Verbindungskabel mit 3,5 mm Stereoklinkensteckern.

Der Kopfhörerausgang des Korg Volca Mix ist auch kräftig genug für hochohmige Ohrwärmer. Mein 250 Ohm DT 880 Pro hatte keine Lautstärkeprobleme. Leider gibt es für diesen Ausgang keinen eigenen Lautstärkeregler, sondern wird mit den Cinch-Hauptausgängen geregelt, was einen Sinnvolleinsatz, d.h. ein Monitoring deutlich erschwert. Bliebe nur der Send-Bus für ein separates Abhören.

Grundrauschen Volca Mix – alle Kanäle zu

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    amazonaman  AHU

    Kleiner ging es jetzt aber nicht mehr! Aber ich verstehe das sehr gut, denn Einschränkungen machen erst kreativ! Sehr gut erkannt Korg! Weiter so.

    Die Sache mit den Kabel sehe ich anders, denn zu lange Kabel sind genau so schlimm. Klein soll alles sein und das konsequent. Find ich gut so.

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      Green Dino  

      Lange Kabel kann man immerhin bündeln, unter oder neben Geräten entlang führen usw.
      Die Kabel sind doch wirklich viel zu kurz und da die Buchsen ja oben sind werden die alle starr nach oben zeigen und zwischen die Finger geraten.
      Das sieht auf dem Bild echt nicht gut aus….

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        amazonaman  AHU

        Von mir aus kann das jeder machen wie er will. Ich denke das ist grundsätzlich eine Frage der Arbeitsweise. Ich habe zum Beispiel kurze und längere und noch lange Kabel. Und davon einfach sehr viele. Das kostet ja jetzt wirklich nicht mehr so viel in der heutigen Zeit.

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          Green Dino  

          Schon klar. Ich hab auch verschieden lange Kabel und ne Kiste voll mit nicht genutzten Kabeln.
          Ich finds nur einfach sinnlos wenn man die mitgelieferten Kabel gleich auf die Seite legen muss. In dem Fall sinnlose Verschwendung.

          Ohne Batteriebetrieb ist das eh irgendwie kein Volca…

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    Emmbot  

    Der Volca Mix ist meiner Meinung nach leider nicht so gelungen.

    Die Speaker können weg und dafür mehr Kanäle.

    Kein Batteriebetrieb ist inkonsequent.

    Ein Slave in bzw. Zweiter Return wären eine schöne Sache. Um die Mix besser zu kaskadieren.

    Ich warte noch auf den Vixen.

    Hoffentlich kommen noch ein paar Volca.

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        Numitron  

        Das wäre super, volca wavestation auch.
        Der mixer hätte mind. 4 kanäle vertragen aber es gibt ja den vixen wenn man unbedingt einen mixer in dem formst haben will.

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          TobyB  RED

          Mit dem Mixer ist das so wie mit den Bratwurstpackungen wo immer fünf Würste drin sind. Wenn du sechs Gäste erwartest, musst du zwei Packungen kaufen. ;) Und hier sind nur drei Würste in der Packung. ;)

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        Emmbot  

        Ja Wave oder Graintable wären die ersten Wünsche.

        Theoretisch geht in dem Format einiges umzusetzen. Ich hatte den Volca Kick seiner Zeit nicht erwartet. Also Platz für Überraschungen ist auch noch.

        Ich kann mich Numitron nur anschließen Tats fehlt schon sehr.

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    Son of MooG  AHU

    Wären die Kanäle des Volca Mix alle in Stereo, hätte ich mir auch eine Verwendung als Sub-Mixer für meine Boutique-Synthies von Roland vorstellen können. Allerdings scheint jeder Mini-Mixer im >100,-€-Bereich dafür besser geeignet zu sein. Für das Gebotene ist der Volca Mix einfach zu teuer…

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      Maxi  

      Für das Gebotene finde ich alle Volcas verhältnismäßig teuer. Aber Korg hat „stylischen Musik-Gadgets“ einen Markt bereitet. Erfolgreiches Marketing, Hut ab! Mal abwarten, was da noch alles kommt.

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    amazonaman  AHU

    Ein kleiner Behringer Mixer ist da eine weitere gute Alternative. Für 139€ bekommt man eine Menge dafür. Korg baut tolle Synthesizer aber der Mixer ist wirklich nix besonderes. Ich sag mal Schuster bleibe bei deinen Leisten.

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      Son of MooG  AHU

      Auch von Mackie, Soundcraft und Yamaha gibt es sehr günstige und vielseitige Mixer, die zum großen Teil auch stabiler verarbeitet sind. Mit dem KMX-8 Keyboard-Mixer, der mit Polysix und Mono/Poly herauskam, hat Korg mal einen soliden Mixer gebaut. Das ist schon eine Weile her…

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    Steril

    Mmhh, da scheint es dann doch eine gewisse Serienstreuung zu geben. Bei meinem Volca Mix hat man deutliche Klangeinbußen gegenüber der Direktabnahme gehört und auch nervige Nebengeräusche, die den Mixer für mich im Studio unbrauchbar machen. Der Tester von euerem Nachbarportal Bonedo hat das ja auch festgestellt. Und für unterwegs fehlt der Batteriebetrieb.

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      Markus Schroeder  RED

      Der Störgeräuschpegel bei den Bonedo Beispielen ist allerdings schon sehr auffällig, gegenüber meinem Testexemplar (wie die obigen Audiobeispiele belegen).

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