Workshop: Korg Volca Beats Modding, Rhythm Machine

20. November 2016

Die aufgebohrte Beat-Maschine

Die Korg Volca-Serie ist mittlerweile drei Jahre alt und Keys, FM, Sample, Bass und Beats erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. Mit der Volca Kick wird die Serie auch weiter fortgesetzt. Das liegt zwar auch am mehr als erschwinglichen Preis, aber ganz bestimmt auch an der Qualität, die man geboten bekommt. Dass die Konzeption Einschränkungen hat, ist klar. Dass diese aber nicht gewinnbringend eingesetzt werden können, ganz und gar nicht. Deshalb wollen wir uns in diesem Zweiteiler Workshop genau damit beschäftigen und sehen, wie weit wir mit der Volca Beats tatsächlich kommen. Sollte das Interesse groß genug sein, werden wir uns auch den anderen Volcas widmen.

Korg Volca Beats

Korg Volca Beats

Hier zunächst ein Überblick über die beiden Workshop Teile:

Teil 1: Modding
a) Snare-Modding – Klang und Lautstärke
b) Snare-Layering – die Snare und die anderen Volca Beats Percussions

Teil 2: „Beats & Tricks‟ – Praxis – Was ist machbar mit 16 Steps?

1. Modding der Snare und der Snare-Lautstärke

Haftungsausschluss

Eines vorweg: Das Modding der Korg Volca annulliert jegliche Garantieansprüche an Korg. Das Befolgen oder Nachahmen der hier beschriebenen Vorgehensweisen geschieht auf eigene Gefahr und weder Korg, Amazona.de noch der Autor dieses Artikeln sind für körperliche, seelische oder sonstige Schäden, die hieraus mittelbar oder unmittelbar entstehen, haftbar. Es wird empfohlen, sich den Artikel vor Nachahmung mindestens einmal gründlich durchzulesen.

Die Volca Beats klingt fett, das ist amtlich, auch wenn zwischen dem „fett‟ einer TR-808 und einem „fett“ einer Volca Beats immer noch ein Unterschied besteht. Wer meckern will, darf gerne die 2.700,- Euro Preisunterschied zur Roland 808 rausrudern und damit glücklich werden oder mindestens eine ganze Ecke mehr für die neusten Alternative von Roland.

Die Beats Kick drückt gut, Toms, Hi-Hats und Percussion sind auch alle zufriedenstellend. Doch leider ist die Snare erbärmlich schlecht. Als ich die Beats zum ersten Mal auspackte und noch die stille Hoffnung hegte, es wäre nicht ganz so schlimm, wurde ich schnell eines Besseren belehrt.
 Die Snare klingt für meinen Geschmack wirklich so schlecht, wie man überall liest. Der Hersteller Korg hat seinen eigenen Standpunkt dazu, die Lötpunkte für den Kondensator auf der Platine besagen das Gegenteil. Aber was sollen Korg und vor allem der arme Tatsuya Takahashi auch sonst sagen oder machen. Eine Rückrufaktion? Wohl kaum. Oder war es eine versteckte Einladung zum Modden? Nehmen wir es so und die Herausforderung ist hiermit angenommen!

Ich kann jedem nur ans Herz legen: Wenn ihr eine Volca Beats kaufen wollt und das Modding nicht selber machen könnt, investiert eine Kiste Bier o.ä. bei jemandem, der es machen kann, ihr werdet sehr viel glücklicher danach sein.

Vorbereitungen

Um die Snare in Richtung Roland-Snare zu biegen, brauchen wir einen 104 pF Keramikkondensator (nicht-polarisiert).

korg-volca-beats-workshop-mod3-parts-edit
Wichtig, ihr müsst auf die Größe achten. Die kleinen mit ca. 5 mm Durchmesser entladen nicht ganz sauber in dieser Anwendung und die Snare zieht eine Art schmutziges Delay nach sich. Das hört sich zwar auch irgendwie cool an, aber man muss es schon mögen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    fizmo

    Wenn der Klang durch unterschiedliche Entladungszeiten des Kondensators bestimmt wird, könnte man dies vielleicht durch ein zusätzliches (idealerweise nach außen gelegtes) Potentiometer frei einstellbar machen. Damit müsste man dann im Idealfall alle Sounds zwischen „no cap“ und „big cap“ hinbekommen

  2. Profilbild
    Synthfreak  AHU

    Zuerst einmal ein großes Dankeschön an den Autor, für diesen Workshop. Ich hätte eine Idee für einen weiteren Workshop: Kann man am Moog Werkstatt 01, einen Gate-Eingang anbringen, und zwar wie, dann könnte man diesen nämlich über ein externes Keyboard steuern. LG

  3. Profilbild
    Picard

    Der Modding-Kondensator hat den Wert 100 nF und nicht wie im Text beschrieben 104 µF.
    „104“ ist die Bauteilbeschriftung und bedeutet eine 10 mit 4 Nullen in der Einheit pF.

    Am einfachsten (für Freunde von SMD-Lötarbeiten) ist natürlich der Einbau eines SMD-Kondensators an die vorgesehene Position.

    Die elektronischen Details zum Snare-Mod befinden sich hier: http://sys.....snare.html

  4. Profilbild
    Picard

    @pppch: Genau, ich hatte den link gestern schon gepostet.
    Der Schaltplan ist mit etwas Vorsicht zu genießen, er wurde re-engineered.

    Übrigens würde ich vom Löten am eingeschalteten Gerät abraten, außer man benutzt eine ESD-sichere Lötstation.

    • Profilbild
      pppch

      @Picard
      sry nicht gesehen…
      und ja klar , ist kein Schaltplan von Korg…
      geht ja auch mehr um die dazugehörende Beschreibung…
      das Thema wird auf Gearlutz und Sequencer rege diskutiert… Werte bis max. 470nf werden verwendet…
      aber es gibt auch Stimmen.. die das Ganze schwer anzweifeln..
      ich sage.. die Kiste gibts für 100 Euronen.. da kann man sich wohl easy ein 2t Gerät zum modden leisten…
      und ESD… ja sicher… hab mich noch nie drum geschert… schon übelst feine SMD Prozessoren eingelötet… mir ist es wichtiger.. das es ein Weller ist..

    • Profilbild
      pppch

      das sind kermaikkondensatoren.. gibts bei farnell conrad uä… besser ist es aber einen mkp zu verwenden.. wenn es der platz zulässt..
      http://www.....A4t=100+nF
      sogar passende smd,s.. ;).

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        to bias

        Danke, aber wo bekommt man diesen großen Scheibenkondensator mit 10mm Durchmesser wie oben beschrieben her?

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          pppch

          ?????????????? lol…. es hat die bei conrad.. http://www.....t?ref=list
          halt eckig.. aber von der qualität her ist und bleibt es keramik.. naja..

          (Anmerkung der Red.: Link wurde gelöscht. Bitte sehr lange Links erst über https://bitly.com kürzen. Danke)

          noch ne auswahl…. mein tip.. nimm mkp… ist wirklich viel besser…wenn du wirklich keramik nehmen musst.. so beschleunige das wenigstens.. mit 1/100 des wertes…

          • Profilbild
            pppch

            @ red… sry.. aber er soll bei farnell nach

            > Passive Bauelemente
            > Kondensatoren
            > Keramikkondensatoren
            > Keramik-Scheiben- & -Plattenkondensatoren
            suchen…
            dann im filter links Radial bedrahtet (14)
            Radial Leaded (12)
            wählen..
            falls farnell nicht für normalbürger liefert.. so gibt es noch schuchricht/distrelec

  5. Profilbild
    HeikoIT

    Mir hat der Snare-Sound der Beats auch nicht wirklich gefallen und habe den C78 mit 100nF bestückt. Ich hatte allerdings keinen (hörbaren) Unterschied mit einen großen Keramik-C und einem SMD-C feststellen können. Bestückt habe ich aber mit SMD, da die dicken Beine eines normalen C u.U. bei mechanischer Belastung die Leiterzüge beschädigen können. Ich verfahre immer wenn SMD dann auch SMD. Das ist für Löterfahrene auch kein Problem, entscheident ist eine Lötstation mit Temp.-regelung. 320-340 °C ist ein guter Wert, sonst zieht das Zinn zuviel Wärme aus der Lötspitze und es „pappt“. Pinzette und Kopflupe sollte man aber schon haben, SMD ist was für Bestückungsautomaten :) Zumindest klingt das jetzt mehr nach Snare und gefällt mir soweit ganz gut (im Gegensatz zum Original, da schliesse ich mich den anderen Kritikern zu 100% an).

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