Test: Teenage Engineering OP-1, Synthesizer, Sampler und Recorder

5. Juni 2013

Ein komplettes Studio "To Go"

Der OP-1

Der OP-1

Der Teenage Engineering OP-1 wurde vor drei Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt und rasch zum Kultobjekt, denn nur kleine Chargen gelangten in den Handel und illustre Musiker ließen sich mit dem Mini-Synthesizer sehen: Jean Michel Jarre, Depeche Mode, Deadmau5, Zombie Nation, Linkin Park, Ryuichi Sakamoto usw. Dabei vermutet man in dem quietschbunten Flachmann beim ersten Anblick lediglich ein Techno-Toy für den Nachwuchs. Doch die Größe und das Plastikdesign sind gekonntes Understatement, der Kleine hat ein solides Metallgehäuse und eine Menge interessanter Features. Inzwischen ist er wieder lieferbar, das Betriebssystem wurde gerade upgedatet und bietet noch ein paar Neuigkeiten.

Steckbrief des Teenage Engineering OP-1

  • 6-Voice Synthesizer mit 9 Synthesearten
  • 24-Voice Sampler
  • Drumcomputer/Synthesizer
  • 1 Synth/Drum-Effekt, 1 Master-Effekt
  • MIDI-Controller
  • Step-Sequencer
  • 4-Spur Recorder
  • 24Bit/96kHz ADC/DAC
  • Bewegungssensor
  • Lautsprecher und Mikrofon
  • Anschlüsse: USB, Mic, Line In, Stereo Out
  • Akku (fest eingebaut)
  • FM-Radio (samplebar)
  • Größe: ca. 28x10x1,5 cm

Mitgeliefert werden USB-Kabel und eine transparente Schablone mit der Tastenbelegung. Darüber hinaus gibt es weiteres Zubehör zu kaufen: Ein maßgeschneidertes Soft-Case, Displayschutzfolie, Radioantenne, Kopfhörer/Mikrofon-Kombi im passenden Look und diverse Kappen, die man auf die Regler stecken kann. Bender mit Hebel und Gummiband (sozusagen Circuit-Bending), Crank (Kurbel) und den Brick Shaft mit gezahntem Nippel obendrauf, der erstmal für Fragezeichen sorgt, bis man das Lego-Label auf der Schachtel entdeckt: Aha, die Schnittstelle für programmierbare Mindstorm-Manipulatoren. Also auf ins Kinderzimmer und den Sprößlingen das Spielzeug stibitzt!

Der OP-1 mit Lego-Schnittstelle

Der OP-1 mit Lego-Schnittstelle

Das ist recht originell und vielversprechend. Schauen wir mal, ob der schwedische Bonsai-Sumo sich im Ring behaupten kann.

Die Hardware des Teenage Engineering OP-1

Der OP-1 macht dank seines Metallgehäuses einen sehr stabilen Eindruck, auch Regler und Taster fühlen sich solide an. Die vier Endlosregler für die Soundparameter sind fein gerastert, was sich erstmal etwas knurpselig anfühlt, aber ein gutes haptisches Feedback gibt.

Die Klaviertastatur ist leider nicht anschlagsdynamisch (die Klangerzeugung hingegen schon), was aber für Einspielzwecke völlig ausreicht. Chopin Etüden wird man sowieso nicht darauf spielen wollen, denn bei den kleinen Tasten muss man die Finger schon sehr bündeln. Pitchbend ist via Shift+Arrow möglich.

Das OLED-Farbdisplay misst etwa 3×6 cm, ist angenehm hell und liefert in jeder Betriebsart anschauliche animierte Grafiken. Manchmal muss man schon sehr genau hinsehen, um die Feinheiten zu erkennen, aber die Größe ist völlig ausreichend.

Der OP-1 mit Zubehör

Der OP-1 mit Zubehör

Ein- und Ausgänge sind seitlich angebracht und als Miniklinke ausgeführt, was bei einer Bauhöhe von gerade mal 13 mm auch garnicht anders möglich wäre. Beim Einschalten und beim Wechsel in den USB-Disk-Modus knackst es, da sollte man die Lautstärke am Mischpult zurücknehmen. Auch rauscht der Ausgang ein wenig, wobei der Level-Regler merkwürdigerweise wie der Cutoff bei einem Tiefpassfilter funktioniert. Das ist aber nur bei sehr hohen Lautstärken hörbar. Der Lautsprecher hat etwa die Größe einer 2-Euro-Münze, in Sachen Subbass kann man also keine Wunder erwarten und sollte lieber zum Kopfhörer greifen. Das Mikrofon ist ein wenig leise, macht seinen Job aber ganz ordentlich.

Der Li-Ion-Akku ist fest eingebaut, hält etwa 16 Stunden laut Bedienungsanleitung (etwa 13 hat er während des Tests erreicht) und wird über den USB-Anschluss geladen, man kann natürlich auch ein Netzteil anschließen (nicht im Lieferumfang). Für den Dauerbetrieb am Rechner lässt sich der Ladevorgang abschalten – fein, das verlängert die Akkulebensdauer. Für das Radio gibt es wie erwähnt eine Antenne als Zubehör, zur Not tut es aber auch ein angeschlossenes Klinkenkabel. Des Weiteren hat der OP-1 zwei Ösen für Gurte, mit den man sich den Winzling auch um den Hals hängen kann, auf der Rückseite zwei Vertiefungen für Einschraubösen (dito als Zubehör erhältlich).

Synthese und Sampling des OP-1

Zum Wesentlichen. Was kann der OP-1 als Synthesizer? Nun, keine Moog-Filter emulieren oder dergleichen, und er ist denkbar einfach aufgebaut. Ein Oszillator pro Stimme, eine Lautstärkehüllkurve (klassisches ADSR), ein LFO mit Minihüllkurve. Dafür hat Teenage Engineering neun verschiedene, vorwiegend digitale Synthesearten eingebaut.

Anschauliche Grafik bei der Synthese, hier Phase

Anschauliche Grafik bei der Synthese, hier Phase

Synthesen

FM, bekannt aus der Yamaha DX/SY-Reihe, hier erwartet einen aber kein Parameterdschungel, sondern eine vereinfachte Version mit vier Operatoren. Das liefert die bekannten glockig-metallischen Klänge.

CLUSTER, dabei handelt es sich um 1-4 gegeneinander verstimmbare Sägezähne mit einem einfachen Filter (Decay regelbar). Gut für Flächen- und Unisono-Sounds, und es deckt das Grundbedürfnis nach Analogem.

DR WAVE, ein sehr ergiebiges digitales Geschredder. Teilweise klingt es nach Oszillatorsynchronisation, dann wieder nach 8-Bit-Soundchip.

DIGITAL, mit einer netten Polygongrafik auf dem Display, die aber wenig Aufschluss gibt. Ein Blick in die Bedienungsanleitung ist da hilfreicher. Hier reicht das Spektrum der Klangfarben von Sägezahncluster über metallisch bis dissonant.

STRING, Physical Modeling für Saitenklänge von Cembalo bis Eierschneider. Quält man die virtuellen Saiten bis zum Anschlag, ergeben sich verzerrt-hauchige Sounds. Sehr gelungen!

PULSE, zwei gegeneinander verschiebbare Rechteckpulse mit einem leichten Decay-Filter. Mit ein wenig LFO erhält man Klänge wie bei analoger Pulsbreitenmodulation. Auch gut für Basssounds.

PHASE, Phase Distortion ähnlich wie bei den Casio-CZ-Synths, leider nicht so vielfältig. Eine Sinusschwingung wird von einer zweiten verzerrt, was die typisch näselnden und blubbernden CZ-Sounds ergibt.

DNA, ein sehr experimenteller Algorithmus. Ein kleiner Leckerbissen für Chiptunes-Fans.

Im ersten Soundbeispiel sind die Engines in obiger Reihenfolge mal kurz angespielt.

Vor allem bei Phase, aber auch bei den anderen Modellen, wäre eine eigene Hüllkurve für die Oszi-Parameter wirklich prima, dafür muss man aber den LFO opfern. Der ist wirklich trickreich, verfügt über mehrere Betriebsarten, u.a. „Element“, bei der sich der LFO durch andere Quellen ersetzen lässt. Auf diesem Umweg ist die Parametersteuerung auch via Hüllkurve (die aber immer auch auf die Lautstärke wirkt), Mikrofon, Radio (Envelope Follower) oder ganz einfach per MIDI-Controller machbar. Der Clou ist hier der G-Force-Sensor, der Lageänderungen und Bewegungen des OP-1 in eine Modulation umsetzt. Auf der Bühne ermöglicht das gute Showeinlagen.

Die Hüllkurve könnte ein klein wenig mehr „Knack“ haben, aber der LFO reicht bis knapp in den Audiobereich, was auch FM-Effekte erlaubt.

Der Sampler im OP-1

Die neunte Syntheseart ist der SAMPLER, die wie die anderen Synths auch 6-stimmig ist. Die Angabe „24-Voice-Sampler“ bezieht sich auf die Drumsektion. Samples (wie auch alle anderen Files) kann man via USB vom und in den OP-1 laden, er versteht aber nur das aiff-Format (mono) und kann nur jeweils ein einziges im Preset verwenden. Außerdem darf das Sample höchstens 6 Sekunden lang sein, und der Speicherplatz für Samples ist begrenzt. Insgesamt stehen 512 MB zur Verfügung, davon geht schon ein guter Teil für Betriebssystem, Presets und die Tape-Tracks drauf.

Die Wellenform-Darstellung im Sampler

Die Schwingungsform-Darstellung im Sampler

Die Schwingungsform wird im Display angezeigt, und man kann direkt Start, Loop und End definieren, Lautstärke einstellen und die Abspielrichtung umschalten (vorwärts/rückwärts). Die Auflösung ist ein bißchen zu grob, die Feineinstellung muss man ggf. nach Gehör machen. Aber zur Not kann man via Software nachhelfen. Da braucht man einen aktuellen Sample-Editor, meine etwas betagten Programme wollten die aiff-Files des OP-1 erst nach einer Konvertierung laden. Angeblich liegt das an den vielen Daten, die in den Sample-Header geschrieben werden. „Alte“ aiffs werden aber umgekehrt vom OP-1 akzeptiert, und er macht automatisch ein Preset aus jedem.

Samplen kann man außerdem vom Mikrofon, dem Line-In, Radio und dem Output inklusive Master-FX, außerdem mit Lift&Drop (Copy&Paste) vom Tape, der Drumsektion oder anderen Samples, kreuz und quer. Damit kann man Stack-Sounds, Loops oder dergleichen erzeugen, der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.

Der Drumsampler

Der DRUMSAMPLER ist wie die Synth-Sektion recht einfach gehalten, aber trotzdem vielseitig. Anders als üblich sind die Samples nicht einzeln austauschbar, sondern müssen hintereinander in einem maximal 12 Sekunden langen Soundfile liegen, aus dem man einzelne Segmente fischt. Man kann auch ein beliebiges Sample verwenden und schauen, was man da so an Drums daraus schneidern kann, oder das Ganze als Phrase-Sampler zweckentfremden. Jedes der 24 Segmente lässt sich plus/minus vier Oktaven verstimmen, loopen und hat eine eigene Hüllkurve nebst Lautstärke-Regler. Spielt man eines, wird wieder im Display die Schwingungsform angezeigt, und man hat direkten Zugriff auf die Parameter wie beim Synth-Sampler. Für den Drumcomputer ist der Sequencer zuständig, siehe weiter unten.

Im Drumsampler wird ein Ausschnitt aus einem längeren Sample selektiert

Im Drumsampler wird ein Ausschnitt aus einem längeren Sample selektiert

Für die Erzeugung von Drums gibt es alternativ zu den Sample-basierten noch die D-Box, einen Drumsynthesizer mit 2 Oszillatoren/Hüllkurven nebst Filter und ebenfalls 24 Segmenten bzw. Sounds in diesem Fall. Damit lassen sich prima Elektro-Drumsounds zaubern, nur einen Lautstärkeregler vermisst man hier. Das D-Box-Set kann man aber resamplen und dann wie oben beschrieben verwenden.

0160 DBOX

Die Einschränkungen durch den begrenzten Speicher haben zwei Seiten: Zum einen sind 6 oder 12 Sekunden mono und ein paar Megabyte im Zeitalter der Gigabyte-Sampler natürlich geradezu spartanisch, mit Multilayer-Stereo-Bibliotheken kann man dem OP-1 nicht kommen. Zum anderen arbeitet man dann wirklich mit dem jeweiligen Sample und wird nicht mitten im Schaffensdrang zum Studio-Buchhalter. Ein bisschen mehr Speicherplatz wäre aber durchaus wünschenswert, denn dazu kommt die Limitierung beim Tape, siehe unten, und einen Slot für SD-Karten hat der Kleine nicht zu bieten. Ohne Laptop unterwegs ist man doch etwas eingeschränkt.

Effekte der OP-1 Workstation

Synth, Drums und Master besitzen jeweils einen FX-Slot, und die Parameter der Effekte kann man ebenfalls mit dem LFO modulieren. Folgende Algorithmen stehen für die FX zu Verfügung.

Auch die FX haben animierte Grafiken, hier das Spring-Reverb

Auch die FX haben animierte Grafiken, hier das Spring-Reverb

DELAY, ein einfaches Delay mit Verzögerungszeiten bis zu mehreren Sekunden.

GRID, ein Feedback-Delay. Es klingt bei höheren Feedback-Werten schnell verzerrt und fällt eher in die Kategorie Lo-Fi.

NITRO, ein Hoch- und ein Tiefpassfilter mit Resonanz und Hüllkurvenfolger. Der OP-1 hat also doch ein „analoges“ Filter, aber eben nur monofon, und bei manuellen Filtersweeps hört man deutlich Parameterschritte. Die Feineinstellung (s.u.) hilft nur bedingt, da muss man schon sehr viel kurbeln. Besser geeignet ist hier der LFO bzw. ADSR.

PHONE, ein Telefon-Effekt, der aber recht ausgetüftelt ist und Verfremdungen von leichter Klangfärbung bis zu Chiptunes-Geschredder bietet.

PUNCH, ein Tiefpass-Resonanzfilter mit Verzerrer. Das packt recht kräftig zu, neigt nur bei hoher Resonanz plus Verzerrung zu stehenden Feedbacks. Aber eventuell ist das ja sogar beabsichtigt, als Special Effect kann man das durchaus so verwenden.

SPRING, eine Federhall-Emulation, die mit einstellbarer Anzahl der Windungen und Dämpfung von leichtem Hall bis zu metallischem Feedback alles abdeckt. Sicher kein Studio-Reverb, klingt aber gut.

CWO, ein ganz interessanter Phaser/Flanger (mit einer netten Wiederkäuer-Grafik). Leider ist der Effektanteil nicht regelbar.

Im zweiten Soundbeispiel sind die Effekte kurz vorgestellt.

Die gleichen sind als Master-FX einsetzbar, dort aber in stereo. Vor allem das Spring-Reverb fällt hier wieder angenehm auf.

Der Sequencer im Teenage Engineering OP-1

Ein wichtiger Teil des OP-1 ist die Sequencer-Sektion. Die Noten werden über MIDI ausgegeben, so dass man auch andere Synths damit ansteuern kann. Dazu braucht man natürlich den Umweg über den PC bzw. ein Interface wie das OPLab von Teenage Engineering oder das preiswertere Kenton MIDI USB Host. Zum Thema Synchronisation siehe weiter unten.

Der Sequencer (jeweils einer für den Synth- und die Drumabteilung) hat vier Modi.

Der Pattern-Sequenzer

Der Pattern-Sequencer

ENDLESS, ein klassischer Stepsequencer. Er ist schnell programmiert: Shift halten und Noten oder Akkorde eingeben. Auch längere Noten und Pausen sind möglich. Die Sequenz kann man dann via Tastatur als Phrase spielen oder mit Hold endlos laufen lassen und transponieren. Das Ganze vorwärts, rückwärts oder zufällig (Random), mit oder ohne Swing, und es lässt sich mit einer Pattern-Funktion rhythmisch variieren. Prima, aber der Haken: Es gibt nur den einen Speicherplatz.

PATTERN, ebenfalls ein Stepsequencer mit nur einem Speicherplatz, aber mit einer anschaulicheren Grafik, und hier lässt sich die Sequenzlänge in Echtzeit regeln – z.B. Tangerine Dream haben das gerne gemacht. Die Programmierung ist auch bei laufender Sequenz möglich, und man kann auf der Tastatur normal dazu spielen. Zum Transponieren wechselt man einfach in den Synth-Modus. Noch ein paar Unterschiede zum Endless: Statt Random gibt es Cycle (vor und zurück), man kann einen verschiebbaren Ausschnitt laufen lassen und die Noten darin rotieren.

FINGER, wieder ein Stepsequencer, aber hier gibt es endlich mehr Speicherplätze. Vierzehn Stück, auf die weißen Klaviertasten gelegt. Die Programmierung funktioniert ganz ähnlich, aber die Sequenzen lassen sich nicht transponieren, und dazu spielen ist auch nicht möglich. Stattdessen kann man zwei Sequenzen parallel laufen lassen (Join), austauschen (Replace) oder eine zwischendurch einfügen (Fill in). Die gewählte Sequenz wird im Display auch angezeigt (zwischen zwei herumfingernden Tastendrückern mit Sonnenbrille), aber nur die jeweils letzte, was im Join-Modus manchmal in eine hektische Suche ausartet, wenn man die erste wieder abstellen will und sich die Taste nicht gemerkt hat. Den Platz für die zappelige Keyboarder-Animation hätte man eventuell besser verwenden können. Abgesehen davon ist der Finger-Modus klasse und vor allem live gut zu gebrauchen, damit kann man schon ein kleines Konzert veranstalten.

TOMBOLA, eine Art Physical Modeling für gespielte Noten, die in einer rotierenden Trommel umhergewirbelt werden. Damit kann man z.B. ein Zufalls-Echo erzeugen oder bei geringerer Geschwindigkeit ambientmäßige Notenfolgen. Eine gute Idee von Teenage Engineering!

Die Sequencer für die Drum-Sektion sind identisch und haben eigene Speicherplätze. Man kann bei laufendem Sequencer in den Synth- oder Drum-Modus wechseln und an den Sounds schrauben, aber es läuft jeweils nur eine Instrumenten-Engine (mit einem Sound bzw. Soundset, multitimbral ist auch keine). Der OP-1 kann also nicht gleichzeitig als Drumcomputer und Synth fungieren, dazu muss man erst die Drums auf das Tape spielen. Das ermöglicht dafür weitere Spielereien und hat ebenfalls Loop-Funktionen, man kann also auch auf diesem Wege live Pattern wechseln o.ä.

Im Finger-Modus kann man zwischen 14 Sequenzen hin- und herschalten

Im Finger-Modus kann man zwischen 14 Sequenzen hin- und herschalten

Einen Song-Modus besitzen die Sequencer nicht, man muss alles manuell auf das Tape performen oder per DAW-Software vom Rechner aus fernsteuern. In der Praxis wird man es eher einspielen, das macht mehr Spaß. Was man ein wenig vermisst, ist die Anschlagsdynamik, und von einem externen Keyboard eingespielte Noten akzeptieren die Sequenzer nicht für das Programmieren, wohl aber für Transponierung, die Patternwahl beim Finger und den Tombola.

Das dritte Soundbeispiel demonstriert ein paar Betriebsarten.

Die digitale Bandmaschine im OP-1

Das TAPE ist das Herzstück des OP-1 und bietet alle Möglichkeiten aus analoger und digitaler Welt, sowohl Tempospielereien, als auch Copy/Paste- und Loop-Funktionen usw. Sie ist vierspurig mono mit einem Stereo-Ausgangsmischer und hat eine maximale Aufnahmezeit von 6 Minuten. Dazu gibt es noch das ALBUM, sozusagen ein zusätzliches Master in stereo, auf das man den Mixdown aufnehmen kann (es hat sogar zweimal 6 Minuten), inklusive eventueller Manipulationen. Das war es dann aber auch. Wenn man einen neuen Track anlegen will, muss man vorher die alten Spuren auf den Rechner exportieren.

Das Tape ist der zentrale Baustein des OP-1

Das Tape ist der zentrale Baustein des OP-1

Dafür kann man wunderbar tricksen mit dem Tape. Es läuft im Overdub, d.h. bei einer Aufnahme auf eine bestehende Spur wird nicht gelöscht, sondern zusammengemischt. Es kann mit den Sequencern synchronisiert laufen (Beat Match) oder entkoppelt, gebremst, beschleunigt und von Hand gekurbelt werden, rückwärts laufen, es gibt eine Chop-Funktion (wie bei einer springenden Schallplatte), die Geschwindigkeit kann verstellt werden, und das Beste: Man kann eine Loop definieren, die mit Shift&Arrow jeweils eine Länge weiterspringt, ideal für Live-Einsätze. Feines Maschinengerät, würde Ijon Tichy sagen.

Etwas umständlich ist, dass man einzelne Spuren am OP-1 nicht löschen kann, nur alle zusammen oder Abschnitte (Takes) mit Hilfe der Lift-Funktion. Es geht aber vom PC aus, sie liegen separat als aiff-Files im Tape-Ordner.

Die vier Spuren laufen dann in den Mixer, wo sie im Stereopanorama platziert werden. Danach kommt ein einfacher 3-Band-Equalizer, der Master-FX-Slot und zuletzt ein einfacher, aber recht effektiver Kompressor.

Hinter dem Tape wird gemischt...

Hinter dem Tape wird gemischt …

Soundbeispiel 4 zeigt ein paar Tape-Spielereien, Nummer 5 den Kompressor bis in die Zerrung und dann noch ein wenig Federhall.

...und anschließend auf eine Single gemastert

… und anschließend auf eine Single gemastert

MIDI und SYNC

Der OP-1 ist auch als MIDI-Controller einsetzbar (Control Mode, dabei ist die Soundengine abgeschaltet), für Ableton Live und Propellerhead Reason ist die Einrichtung schnell vollzogen, das Prozedere ist in der Bedienungsanleitung erläutert. Bei anderen Programmen bzw. Geräten wird es komplizierter. Da die Bedienelemente festgelegte Controller senden, muss man das Ziel entsprechend konfigurieren können. Andernfalls muss man die Befehle via Rechner und Software umadressieren.

Im Normalbetrieb sendet der OP-1 Noten, Pitchbend und Sync-Signale, aber seine Regler leider keine Controller, und er empfängt sie auch nicht so ohne Weiteres. Das kann man als Kritikpunkt ansehen, denn man kann die Parameteränderungen nicht in der DAW aufzeichnen. Im Grunde genommen ist das aber logisch, denn es hinge ja von der gewählten Betriebsart ab, was die einkommenden Controller bei der Soundengine bewirkten, da die Controller-Nummern der Regler fest eingestellt sind (1-4) und die Parameter keine eigene Adressierung haben.

Um die Parameter fernzusteuern, muss man wieder den den LFO opfern und ihn in den MIDI-Mode schalten, dann kann man aber für jeden Sound individuell festlegen, was die eingehenden Controller bewirken sollen. Als Ziele stehen alle Parameter zur Verfügung, die auf den Reglern liegen.

Syncchronisation und Tempo

Synchronisation und Tempo

Die Synchronisation von Tape und Sequencer mit externem Equipment läuft nicht über MTC wie in der Bedienungsanleitung angegeben, sondern über MIDI Clock, das der OP-1 sowohl senden (Metronom auf Beat Match) als auch empfangen (Sync) kann. Als Slave ist er nicht ganz zuverlässig, es ist ein kleiner Versatz feststellbar und bei Stop/Continue gibt es öfter Aussetzer. Das dürfte aber eher der notorisch wackeligen MIDI-Clock anzulasten sein, auch die Hardware spielt eine Rolle. In einer DAW aufgezeichnete Sequencer-Noten vom OP-1 sollte man quantisieren.

Bei der internen Synchronisierung reagieren die Sequencer nicht auf Start/Stop und müssen von Hand über die Hold-Funktion gestartet werden oder eben durch Noten getriggert. Da gibt es aber Tricks: Im Sequencer-Modus Rec und Note drücken, Rec loslassen (Tape startet synchron), Note halten, Hold aktivieren, fertig. Solche hilfreichen Ratschläge findet man z.B. im inoffiziellen OP-1-Forum ohpeewon.com.

Die Bedienung des Teenage Engineering OP-1

Das Handbuch kommt als PDF-Datei, leider nur in englisch (dazu grau auf schwarz – bloß nicht ausdrucken!), und ist etwas knapp geschrieben. Viele Details entdeckt man jedoch im Reference-Abschnitt, und die Display-Anzeigen sind meistens ziemlich aussagekräftig. Die Affen-Animation im Drumsequencer sollte man aber keinem Schlagzeuger vorführen …

Affenhorde am Schlagzeug - der Drum-Finger-Sequenzer

Affenhorde am Schlagzeug – der Drum-Finger-Sequencer

Der OP-1 ist logisch aufgebaut und recht übersichtlich, man kommt schnell zurecht, auch mit der Mehrfachbelegung der Taster. Und die Anzeigen sind auf die Farben der Regler abgestimmt, so dass man gleich weiß, wo man drehen muss. Viele Parameter lassen sich auch fein einstellen mit Shift+Reglertaster gedrückt. Lediglich die Verwaltung und Speicherung der Presets, Samples und Spuren ist etwas schwer zu durchschauen, da das etwas komplexer ist als üblich und in der Bedienungsanleitung nur häppchenweise erklärt wird.

Bei häufigem Wechsel vom Normal- in den USB-Disk-Modus zeigen sich manchmal verschiedene kleine Bugs, die aber nach einem Neustart wieder behoben sind. Aber da alles immer sofort automatisch gespeichert wird, kann man das wohl als Schönheitsfehler betrachten.

130 OP-1 Overview master

Fazit

Der Teenage Engineering OP-1 ist ein Schatzkistchen als Kreativwerkzeug, Mini-Workstation für unterwegs, Hingucker auf der Bühne und Schweizer Taschenmesser für das Heimstudio. Ob Synthesizer, Sampler, Drumcomputer, Sequencer, Recorder, MIDI-Controller, er ist ein Allrounder mit Radio, und die Uhrzeit kann er auch anzeigen. Natürlich kann er in keinem Bereich mit dem Funktionsumfang und der Leistungsfähigkeit spezialisierter Geräte aufwarten, die aber zusammen auch ein Vielfaches an Geld und Platz kosten würden. Ernsthafte Schwächen zeigt er nicht, alles ist durchdacht, gut bedienbar und greift ineinander. Man durchaus komplette Tracks auf dem Kleinen produzieren. Lediglich die wackelige Synchronisation und der knapp bemessene Speicherplatz bremsen den Spaß, einen SD-Slot sucht man vergeblich, für die Archivierung ist man auf einen Computer angewiesen.

Die diversen Synthesearten bieten trotz der wenigen Parameter eine große Vielfalt an Klängen, nur für amtliche Analogsounds muss man den Sampler bemühen, der Schwerpunkt liegt eindeutig auf digital mit einem Anteil 8-Bit-LoFi. Und es geht nicht alles gleichzeitig, z.B. kann man nicht den Drumsampler via Sequencer laufen lassen und währenddessen an Synthsounds herumschrauben, dazu muss man erst das Tape bemühen, was aber auch von Teenage Engineering so gedacht ist. Der OP-1 ist keine multitimbrale Groovebox, sondern ein Multitracker mit Klangerzeugung, und das Tape ist nicht nur für die Aufzeichnung zuständig, sondern selbst ein Kompositionswerkzeug. Mit dem Konzept muss man sich erstmal anfreunden, es erfordert ein wenig Umdenken und Einarbeitung, erweist sich dann aber als echte Inspirationsquelle. Da für den Test nur wenige Tage zur Verfügung standen, war es unmöglich, alle Funktionen und Synergieeffekte bis ins Letzte zu erforschen, in den spezifischen Foren findet man noch viele Tricks und Tipps und bei Youtube weitere Audiobeispiele. Kurz: Der Kleine ist vielseitig und animiert zum Spielen. The cutest toy in town!

Plus

  • extrem vielseitig
  • solide Hardware
  • gutes Zusammenspiel der Komponenten

Minus

  • knapper Speicherplatz
  • kein Steckplatz für Speicherkarten
  • etwas unzuverlässige MIDI-Synchronisation

Preis

  • 1.389,- € (Stand 2020)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Saxifraga  

    Der OP-1 ist kein „Spielzeug“. DJThomasWhite beweißt uns das in seinen Videos immer aufs neue. Vielleicht im positiven Sinn des Wortes, aber dann sind wohl alle Musikinstrumente von Natur her Spielzeug. Und was ist eigentlich der Korg mini MS20 anderes als ein Spielzeug? Der OP-1 hat ja wohl ein vielfaches an Fähigkeiten und konnte nicht einfach nur aus alten Blaupausen und KLC-Controler-Teilen zusammengeschustert, sonder mußte völlig neu erfunden werden! Ich habe große Hochachtung vor den TE die aus dem Nichts etwas neues schufen, während sich Korg fast nur auf altem Lorber ausruht und uns kleine Updates als „game changer“ aufbindet.
    Weiter so TE! (Und jetzt bitte noch ein Tastatur mit Velocity und ein Upgrade für Erstbesitzer.)

    • Profilbild
      h.gerdes  AHU

      Das „toy“ war augenzwinkernd gemeint, wie eigentlich aus meinem Fazit hervorgehen dürfte. Leider dürfen wir Amazona-Autoren keine Smileys in den Text setzen ;-) Und in der Tat werde ich das Testgerät nur schweren Herzens wieder rausrücken!!!
      BTW: Hier noch zwei klasse Tracks, die nur mit dem OP-1 erstellt wurden und sein Potenzial besser demonstrieren als meine Soundbeispiele:
      http://www.....TluyFxrMyg
      http://www....._pcvyjUkZc

  2. Profilbild
    filterfunk  

    Nee.
    Bitte TE:
    Erspart uns derartige,pseudo-coole Computer-Tastaturen mit Lego-Schnittstelle, und baut was seriöses.
    Wenn dass die Zukunft des Hardware-Synth’s ist, werde ich Gitarrist.
    Was ist denn dass für ein Trend?
    IPads und IPhones werden immer größer, aber die Instrumente immer kleiner.
    Brrr – nein Danke!

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Als Pseudocool empfinde ich eher DICKE Synthesizer mit 70er Jahre Technik (ohne jeglicher klangtechnischer Weiterentwicklung) in einem schweren Holz-/Metal-Gehäuse zu einem extrem happigen Preis.

      Ich würde es begrüßen, wenn mehr Synthesizerhersteller den Weg von Teenage Engineering, Radikal Technologies oder Mutable Instruments beschreiten würden. Vielleicht müsste man dann auch nicht mehr in jeden neuen Clubtrack die gleichen ausgelutschten Klänge hören.

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo Planetjumpin,

        richtig sehe ich ähnlich. Wobei ich meine Dicken auch sehr mag und das eine oder andere Klangerzeugungsverfahren noch sehr up to date finde. Das „Ding“ sieht zwar wie ein Toy aus, da hinter verbirgt sich aber ein sehr innovativer Ansatz zum einen vom Design und zum anderen von der Technik. Der nächste bekannte der nach Japan fliegt muss mir das mitbringen. Ich empfehle einfach mal die Lektüre der Webseite von Teenage Engineering. Das nächste Ding Oplab ist schon im Anflug.

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        filterfunk  

        „DICKE Synthesizer mit 70er Jahre Technik“.. ?
        Dann gib doch mal ein Beispiel für einen DICKEN aktuellen Synth mit 70er Technik (u. somit mit identischen Bauteilen)!
        Was soll denn der Vorteil des OP-1 Kinderspielzeugs sein, sodass „alle anderen davon lernen“ sollen?
        Ich erkenne keinen plausiblen Grund, wieso der OP-1 in irgendeiner Form „bahnbrechend“ sein sollte, und erst recht nicht, warum er der Welt „bessere“ Klänge liefern sollte.
        Sicherlich ist das Gebotene in dieser Art noch nicht dagewesen, und hat gerade wegen der Bauform auf gewisse Käufergruppen seinen Reiz, hat aber auch deutliche Nachteile gegenüber konventionelleren Instrumenten (Haptische Modulatoren, Schnittstellen, Host-Einbindung a la Virus TI, etc.)
        Es spricht die „Ach ist der niedlich“- affine Nutzergruppe an, welche bereit ist, in ein – durch den „Hast Du gesehen: XY hat ihn auch“ – Effekt – gehyptes Instrument zu investieren.
        Es steht ausser Frage, dass die Reduktion unter gewissen Umständen eine kreativitätsfördernde Wirkung hat.
        Doch beim OP-1 wirkt dass auf mich- in Verbindung mit der spielzeughaften Aura – kontraproduktiv.
        Übrigens: Mein Sprössling spielt lieber weiter mit Lego Starwars.
        Da gibt es wenigstens richtige Raumschiffe.
        Und Maschinen :-)

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          TobyB  RED

          hallo filterfunk,

          wo ist denn das design niedlich?und ich sehe das ding nicht bei der „ach so niedlich“ gruppe. die kombination des op 1 mit lego mindstorm macht durchaus sinn, auch in der kinderstube. bahnbrechendes wird man im jahr 2013 nicht mehr viel erwarten können, die letzten großen revolutionen in der musikelektronik sind schon ein paar tage her. aber in einer zeit wo sich ein hersteller nach dem anderen auf ipad und android zurückzieht, stellt op1 dann wirklich schon eine mutige innovation dar. design und produktgestaltung hat auch immer was mit geschmack zu tun und ich mag klare linien. und noch viel einfache benutzerschnittstellen. daran gemessen haben die vieles richtig gemacht, zum anderen die inneren werte sind auch nicht ohne. mithin wohnt da eine komplett austauschbare architektur drin. diese skalier und erweiterbarkeit gibts nicht oft oder gar nicht, mir fallen allenfalls noch die kisten von muse research ein. ich glaube nicht das du zur zielgruppe von TE gehörst, aber leute wie ich können das ganz gut gebrauchen, ich kann schlecht eine korg m1 mit in den ice nehmen und musikmachen. das equipment muss leicht sein, wenig strom fressen und gut ist.

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          AMAZONA Archiv

          Zitat“Dann gib doch mal ein Beispiel für einen DICKEN aktuellen Synth mit 70er Technik“ – So ziemlich alles von Moog, ist nur teilweise etwas aufpoliert, aber bietet immer noch genau so wenig Möglichkeiten wie die Modelle der 70er Jahre.
          Zitat“Was soll denn der Vorteil des OP-1 Kinderspielzeugs sein, sodass “alle anderen davon lernen” sollen?“ – Wovon jemand „lernen soll“ muss jeder für sich selber entscheiden! Der Vorteil des OP-1 sind viele Verschiedene Syntheseformen unter einer Haube, alle sehr leicht bedienbar, aber nicht langweilig, oder gar immer wieder gleich klingend. Ausserdem kann man tatsächlich dieses Ding in eine Tasche stecken (notfalls eine größere Jackeninnentasche), rausgehen und (je nach Genre und Couleur) komplette Tracks aufnehmen, bei Bedarf einzelne Spuren daraus in den Rechner exportieren und (ebenfalls bei Bedarf) mit externen EQ’s, FX, etc. nachbearbeiten. Welches Analogschlachtschiff kann das?
          PS. womit die Kinder anderer Leute spielen, ist mir im Prinzip egal, Hauptsache es ist nichts gefährliches oder illegales.

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            filterfunk  

            Nun ja, so egal ist dass nicht.
            Schließlich ging es um die Frage der Zielgruppe für den OP-1, und da dieser unbestreitbar spielzeughaft erscheint, ist die Meinung der potentionellen Konsumenten durchaus interessant und angebracht.
            Ich habe übrigends nicht behauptet, dass ein Synth schwer und sperrig sein; und/ oder Analoge Tonerzeugung haben muss.
            Wie dem auch sei, da die Teilnehmer dieser Kommentar-Runde anscheinend nicht bereit sind, dieses Ding auch nur mal zu hinterfragen, ist es ziemlich sinnlos, an dieser Stelle weiter zu diskutieren.
            Euch trotzdem viel Spaß beim Mucke machen, denn darauf kommt es letzten Endes drauf an!
            Gure.

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              TobyB  RED

              Hallo Filterfunk,

              18 Kommentare sind nicht repräsentativ. 18 Kommentare spiegeln subjektiv die Meinung einzelner Leser wider. Einzelne wie ich haben sich durchaus mit dem Ding intensiv auseinandergesetzt, ich neige nicht dazu einfach mal 1000€ für ein Habenwill aus dem Fenster zu werfen. Und ich bin auch noch nicht dem „lass andere Leute die Arbeit machen“ anheim gefallen. Konstruktive und fundierte methodische Kritik meiner Gegenüber verstehe ich und nehme sie so nötig auch an, erlaube mir aber mein eigenes Urteil zu fällen, kann aber im Gegenzug soviel Größe erwarten, das wenn man etwas nicht verstehen will oder kann, Meinungen der Gegenüber zumindest toleriert. Du sagst es selbst am Ende kommt es auf die Mucke an. Gudde

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                filterfunk  

                Lieber Toby,
                danke für die Belehrung :-)
                Sei aber unbesorgt, denn für eine Moralpredigt gibt es nun wahrlich keinen Anlass.
                Wenn ich den Eindruck habe, dass eine differenzierte Diskussion nicht möglich ist, weil ein Produkt über den grünen Klee gejubelt wird, werde ich mich auch in Zukunft ausklinken.
                Daran ist nichts verwerfliches, oder gar untolerantes.
                Auf die Musikkkkkkkk!
                Gure.

                • Profilbild
                  TobyB  RED

                  Hallo Filterfunk,

                  das war keine Belehrung noch eine Kritik, es war allenfalls eine Bitte nach fundierter und methodischer Kritik. 19 Beiträge sind quantitativ nicht geeignet die Qualität von Etwas einzuordnen, das ist einfach Subjektiv. Zumal hier nur 3 Leute das OP 1 intensiver Einordnen und der Rest sich an Metakommunikation abarbeitet. Meinen Standpunkt hab ich nun hinreichend erläutert :-)

                  Grüße

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                    filterfunk  

                    Hallo Tobi,
                    dass jetzt als „Bitte“ zu deklarieren ist ziemlich unglaubwürdig.
                    Wenn Du Dir es erlaubst, auf diesen Weg Regeln über die Art und Weise von Kritik zu definieren, die hier „erwünscht“ ist, und meine Kommentare anhand dessen bewertest, solltest Du auch folgendes in Betracht ziehen:
                    – „fundiert“ und „methodisch“ dürfte –konsequenter Weise – nicht nur für kritische Äußerungen gelten, sondern für jegliches „Für und Wieder“
                    – In Folge dessen solltest Du den gesamten Meinungsausstausch bewerten, nicht nur kritische Äußerungen, inklusive Deiner Kommentare.
                    – wir kommunizieren hier mittels einer Kommentarfunktion in Anhang von Funktionstests. Dies ist kein Entwickler-Forum, oder der Nordkoreanische Propaganda-Chat.

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                      TobyB  RED

                      Hallo Filterfunk,

                      ich hab mal die Zeit genutzt, um zu arbeiten, ein bischen Musik zu machen und nen schönen Tag zu haben. Ich weiß nicht wie genau du mitgelesen hast, 22 Beiträge, entsprechen schlicht und ergreifen der Meinung der Personen die schreiben. Ob wir hier über eine Kommentarfunktion schreiben oder was auch immer ist irrelevant. Wir würdigen positiv wie negativ die Arbeit des Reporters. Und die hat er gut gemacht. Wenn dir das Gerät nicht passt steht es dir frei den Kopf zu benutzen und dir selber Gedanken zu machen einen Synthesizer deiner Wahl zu bauen. Alternativ kannst du natürlich auch in Schockstarre verharren und dir Gedanken machen, ob du Analog, Digital oder Samples möchtest. Ich denke schon das sich TE hier wirklich einen Kopf gemacht hat und ich denke auch das wir von TE noch viel sehen und hören werden.

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      h.gerdes  AHU

      Dass der OP-1 so klein ist, finde ich super! Ein Studio für die Westentasche, und besser bedienbar als ein Plugin oder eine App. Die Lego-Schnitte ist halt ein Gimmick, ich würde eher MIDI-CC verwenden. Aber die anderen Accessoires (Crank, Bender) sind durchaus sinnvoll, auch wenn der Bender etwas hmmm provisorisch-bastelig anmutet… hier mal der Link zum TE-Accessory-Demovideo: http://www.....x64jq2-ujc

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    Filterpad  AHU

    Bekannt geworden ist das Teil hauptsächlich von der (inzwischen getrennten) DJ-Group „Swedish House Mafia“ und ihrem offiziellen Video zu dem Song „One“ – wo dieser kleine Synth wahrlich die Hauptrolle spielt. Dadurch kenne ich ihn jedenfalls. :)

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      TobyB  RED

      Hallo Filterfunk,

      ich kenne das Ding aus einer Fachzeitschrift für Industrie-Design ;-) Ein Synthie als Hauptakteur in einem Musikvideo, sehr innovativ ;-) Da waren andere vorher schon subtil innovativer. Solltest du mal wieder nach UK fahren, geh mal in einen Club in dem live Technicore/Chiptunes und Drum’n’Bass gegeben werden. Ich glaube du änderst deine Meinung über dieses Teil absolut. Zur Not folge einfach mal den Links von H.Gerdes. Das OP1 ist innovativ.

      Gudde

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        h.gerdes  AHU

        Jep, innovativ. Ein paar gute Ideen, und alles was man braucht aufs Wesentliche reduziert unter einer Haube vereint. Zudem kann man sehr effektiv damit arbeiten. Aber der OP hat halt nicht den Eindruckschind-Faktor eines Moog Voyager oä… er scheint die Gemeinde zu entzweien. Die einen wenden sich naserümpfend ab, die anderen haben einfach Spaß mit dem Ding ;-)

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          TobyB  RED

          Hallo H.Gerdes,

          die Gema ist halt ziemlich doof drauf, Gut das es Proxyserver im Netz gibt.
          Der Eindruckschindfaktor ist mir persönlich völlig uninteressant, bei technischen Geräten zählen die inneren Werte, das äusserliche, die Schnittstelle dient dazu das innere Wirken, dem Benutzer zu erschliessen. Daran gemessen macht der OP1 einen guten JOB. Jetzt wenden wir die die selbe Betrachtungsweise auf den Moog Voyager an. Der Eindruckschind-Faktor wird kleiner. Das eine Gerät ist so Barock wie das andere Postmodern ist. Was mir an dem Ding äusserlich gefällt ist die Klare Linie, fast wie bei Dieter Rahms gelernt, innerlich das ich eine total flexible Architektur habe, welche ich komplett ändern kann und ich auf einfacheweise über das Interface Zugriff auf die Parameter habe.
          Das ging der Synthie-Industrie ein paar Jahre ab, scheint aber wieder in Mode zu kommen. Insofern, Chapeau für diese kleine Firma aus Japan.

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            h.gerdes  AHU

            Teenage Engineering ist eine schwedische Firma :-)
            Nun, bei einem Voyager ist das Interface imho auch gut. Negativbeispiele wären eher die 1-Dial-Workstations aus den 80/90ern… hunderte von Parametern, für die man erstmal eine Telefonnummer eintippen musste. Fand ich wirklich gruselig!

  4. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Herr Gerdes,

    in dem Artikel werden die nach Japan verortet, wobei Schweden hätte man auf dem Zettel haben können. 1 Dial mag ich auch nicht wirklich, ich komme bei meiner Mc303 grade so damit klar und das nach 15 Jahren Übung. Manche Hersteller übertreiben es, da muss man bis zum letzten Haus in Südamerika Feuerland durchwählen, für Filter auf und zu.

  5. Profilbild
    Tolayon  

    Also bei mir hinterlässt dieses Teil widersprüchliche Eindrücke.
    Vom Optischen her und einigen Klängen ausgehend sind da natürlich erst einmal die Assoziationen mit frühen Casio-„Spielzeugen“, gepaart mit einem Hauch von Nintendo-Flair.

    Von der Bedienung und vom Anspruch her würde ich das Gerät dann wiederum mehr in die Richtung „Taschen-Fairlight“ einordnen, was keineswegs negativ gemeint ist.

    Im Großen und Ganzen weckt der OP-1 in mir aber keinen „Haben Wollen“-Reflex, zu „kindisch“ mit den kleinen bunten Knöpfen und dem „Mäuseklavier“ erscheint er mir und ich bin wohl auch altersmäßig nicht die primäre Zielgruppe für eine Firma, die sich „Teenage Engineering“ nennt.

    (Genauso wenig stehe ich übrigens auf riesige 70er-Jahre Boliden, es gibt genügend Raum zwischen diesen beiden Extremen.)

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