Test: Teenage Engineering OP-Z, Groovebox

9. August 2019

Kompakte Groovebox für Studio und Bühne

Teenage Engineering OP-Z, Groovebox

Teenage Engineering OP-Z, Groovebox

Teenage Engineering präsentieren mit dem OP-Z einen Multimedia-Sequencer, der an Funktionsumfang alles in den Schatten stellt, was die Schweden bisher herausgebracht haben. Im unscheinbaren Format einer Tafel Schokolade, oder 1 1/2 Längen des iPhone SE, ist ein kompletter Tracker und dank MIDI und CV Ein- und Ausgabe auch ein umfassende Steuerzentrale untergebracht. Wie TE diesmal auf der Grenzlinie zwischen App, Hardware und Memory-Spiel surfen, ist im Test zu lesen.

Teenage Engineering OP-Z – Auspacken

OP-Z Rückseite

OP-Z INDEX-Tater und OPlab

In der minimalistischen Verpackung befindet sich in festen Schaumgummi gebettet das 189 g schwere OP-Z. Mit den Abmessungen von 213 x 56 x 10 mm (220 mm mit Lautstärkeregler)
wiegt es angenehm schwer in der Hand und lässt sich durch die leicht raue Oberfläche auch sehr gut halten.

Inhalt (v.u.n.o) Cheat-Sheet, Quikstart, OP-Z, USB-C/A-Kabel

Inhalt (v.u.n.o) Cheat-Sheet, Quickstart, OP-Z, USB-C/A-Kabel

Die Verarbeitung ist erstklassig! Die Taster haben einen definierten und satten Druckpunkt und die vier Encoder laufen sehr leicht, lassen sich aber aufgrund ihres hohen Gewichts und des daraus folgenden Drehmoments sehr gut bedienen. Die LEDs sind hell, blenden aber niemals und sind trotzdem auch bei Tageslicht noch problemlos zu erkennen.

OP-Z Synthesizer USB / Klinke

OP-Z Synthesizer USB-C / Klinke

Ansonsten liegt dem OP-Z noch ein USB-C auf USB-A-Kabel bei, das zum Laden und Übertragen von Daten verwendet wird. Die HTML-Bedienungsanleitung gibt es nur online auf der Website von Teenage Engineering in Englisch und Japanisch.

OP-Z Overlay

OP-Z Overlay

Die vielfarbiege, auseinander faltbare Overlay-Quickstart-Anleitung ist so knuffig wie sie nutzlos ist. Die Idee dahinter ist genial, die Ausführung half mir leider keinen Schritt weiter, sondern verwirrte mich ehr, mal abgesehen von dem teils üblen Kontroastverhältnis von Schrift und Farbe. Das Cheat-Sheet mit den ganzen Tastenkombos wäre sehr hilfreich gewesen, wenn es viermal so groß wäre. Leider gibt es auch keine Online-PDF-Version zum selber ausdrucken.

 

OP-Z optionales Zubehör OPlab MIDI-Kit

OP-Z optionales Zubehör OPlab MIDI-Kit

Die kleinen Abmessungen des OP-Z, lassen einen schon etwas stutzig werden. Nicht darüber, was es leisten kann, denn als Mini-Computer ist physikalische Größe ja kein Maßstab, sondern in Bezug auf die Ergonomie. Damit soll man komponieren können? Wir werden sehen.

Das OP-Z ist akkubetrieben und der 3,7 V, 740 mAh Akku ist heraus- und damit auswechselbar.

OP-Z Akku

OP-Z Akku

Was die Akkulaufzeiten betrifft, so konnte ich selbst im Bluetooth-Modus locker 5 bis 7 Stunden am Stück mit dem OP-Z arbeiten.

Teenage Engineering OP-Z – Bedienung

OP-Z Synthesizer

OP-Z Synthesizer

Zunächst einmal ist das OP-Z ein 16-Spur, 16-Step-Sequencer mit 16 Pattern. Diese Pattern können in 32 Positionen in einem Projekt arrangiert werden. 

Die ersten 8 Spuren sind AUDIO-Tracks die sich in die DRUM-Gruppe KICK, SNARE, PERCussion, SAMPLE und die SYNTH-Gruppe BASS, LEAD, ARPpegiator und CHORD unterteilen. Die verbleibenden 8 Spuren sind Effekt- und Controller-Track zu denen wir später kommen. Für das schnellste Erfolgserlebnis befassen wir uns zuerst mit den Instrumentenspuren.

Die Bedienung am Gerät unterteilt sich in fünf Zonen:

1. Die vier farbcodierten Encoder GRÜN, BLAU, GELB, ROT zum Einstellen der Parameterwerte

OP-Z Encoder

OP-Z Encoder

2. Die Umschalt-Zone. Das sind die ersten 7 Tasten, die diverse Funktionen umschalten: TRACK, RECord, PLAY, STOP, MINUS, PLUS und SHIFT.

OP-Z UMSCHALT-Tasten

OP-Z UMSCHALT-Tasten TRACK-Taster ganz oben links, darunter REC, PLAY, STOP, darunter -, + und SHIFT

3. Die STEP-Zone hier werden Tracks und Step-spezifische Einstellungen vorgenommen.

OP-Z STEPs

OP-Z STEPs

4. Keyboard Zone. Diese beiden Tastenreihen dienen als 2-Oktaven-Keyboard und zum Auswählen und Einstellen diverser Unterfunktionen.

OP-Z Klaviatur

OP-Z Klaviatur

Das Keyboard unterteilt sich wiederum in die WERTE-10er-Tastertur.

OP-Z WERTE-Tasten

OP-Z WERTE-Tasten

… und die 16 COMPONENT-Tasten.

OP-Z COMPONENT-Tasten

OP-Z COMPONENT-Tasten

5. INDEX-Taster: Project, Mixer, Tempo, Umschalten der Bildschirme (in der iOS-APP).

OP-Z INDEX-Tasten

OP-Z INDEX-Tasten: v.l.n.r Project, Mixer, Metronom, Screens

Hier fällt besonders bei der Handhabung auch, dass die INDEX-Taster nur „Momentary“ sind, also nur die entsprechende Seite anzeigen solange sie gehalten werden. Das kann mit diversen Funktionen ziemlich umständlich zu bedienen sein. Ich würde es deutlich besser finden, wenn die INDEX-Taster nur umschalten wurden. Da das OP-Z ja nur Software ist, sollten eine anpassbare Änderung in den Grundeinstellung wohl implementierbar sein.

So muss z. B. während der gesamte Projekt und Pattern-Verwaltung immer der INDEX-Projekt-Taster gehalten werden, während man mit ein oder zwei anderen Fingern die Sequenzen eingibt und diverse Copy/ Paste-Vorgänge tätigt. Das ist sehr ermüdend für das Handgelenk.

Teenage Engineering – die iOS-App

OP-Z iOS App BTLE-Verbindung

OP-Z iOS App BTLE-Verbindung

Das OP-Z besitzt außer RGB-LEDs keinerlei Anzeigen. Wer sehen will, z. B. was er gerade macht oder die Multimedia-Funktionen nutzen will, braucht ein iPad oder iPhone. Die App verbindet sich per Bluetooth völlig problemlos mit dem OP-Z. Aktiviert wird der Bluetooth-Modus beim OP-Z über einen Taster auf der Bodenseite.

 OP-Z Synthesizer mit Bluetooth-Aktivator

OP-Z Synthesizer mit Bluetooth-Aktivator (rechts, mittig)

Die Multimedia-Funktionen werden komplett vom iOS-Gerät durchgeführt. Das OP-Z berechnet in dieser Hinsicht gar nichts. Es werden nur die Steuerungsdaten zwischen iPad und OP-Z ausgetauscht. Dadurch ist der Datenverkehr gering und die Latenz niedrig. Sehr niedrig sogar! Während der ganzen Testphase lief die Bluetooth-Verbindung gespürt absolut latenzfrei und stabil. Bravo TE!

Mit der App erhält man aber auch noch Zugriff auf diverse, wenn auch recht wenige Funktionen des OP-Z die so am Gerät nicht zugänglich sind. Wie weisen an entsprechender Stelle dann darauf hin.

Freundlicherweise zeigt die App auch den Zustand der Batterie des OP-Z an.

OP-Z Audio-Tracks (Instrumente)

OP-Z iOS App INDEX Screens: Tracks (SCREEN+STEP1)

OP-Z iOS App INDEX Screens: Audio-Tracks (SCREEN + STEP 1)

Das Auswählen der 16 Spuren wird per TRACK+STEP betätigt. Die Steps werden mit den STEP-Tasten gesetzt. Über die Klaviatur werden bei den PERC-Tracks die 24 Preset-Klänge pro Step ausgewählt und bei den Synthese-Tracks die Noten gespielt.

OP-Z Synthesizer

OP-Z Synthesizer 8 Audio Tracks / Instrumente

Alle 8 Instrumente haben den gleichen strukturellen Aufbau, der in vier Seiten mit je vier Parametern unterteilt ist, die mit dem SHIFT-Taster durch rotiert werden. Die jeweiligen 4 Parameter werden dann immer mit den vier Encodern eingestellt.

Auf der SOUND-Parameterseite sind daher die Encoder GRÜN und BLAU bzw. P1 und P2 jeweils anderen Parametern der Synthese-Engine zugeordnet. Die Encoder GELB und ROT sind immer Filter und Resonanz zugewiesen.

OP-Z iOS App Audio Track 1 Sound-Parameter

OP-Z iOS App Audio-Track: Sound-Parameter

Auf der ENVELOPE-Seite sind die Encoder entsprechend den ADSR-Phasen der Hüllkurve zugewiesen.

OP-Z iOS App Audio Track 2 Envelope-Parameter

OP-Z iOS App Audio Track: Envelope-Parameter

Auf der LFO-Seite ist GRÜN die Modulationsauslenkung, BLAU die Modulationsgeschwindigkeit, GELB das Modulationsziel, auswählbar aus: P1, P2 (siehe Synthese-Engine), Filter, Resonanz, Panorama und Lautstärke.

Der LFO kann fließend zwischen den Schwingungsformen Dreieck und Rechteck in den Versionen freilaufend und getriggert umgeblendet werden.

OP-Z iOS App Audio Track LFO-Parameter

OP-Z iOS App Audio Track: LFO-Parameter

Auf der letzten Kanal-Parameterseite sind den GRÜN und BLAU den beiden FX-Sendekanälen zugeordnet, GELB dem Panorama und ROT der Lautstärke.

OP-Z iOS App Audio-Track: Send Pan Level

OP-Z iOS App Audio-Track: Send, Pan, Level

Dieses Spiel wiederholt sich für alle acht Instrumente, genauso wie für den Step-Sequencer, zu dem wir gleich kommen. Die farbliche Umrandung der Parameterseiten (weiß, grün, violett, gelb) und der einzelnen Parameterwerte wird auch beim OP-Z selbst über die LEDs bei den Encodern widergespiegelt und leuchten entsprechend intensiv oder wechseln die Farbe.

Synthese-Engines der Teenage OP-Z Groovebox

OP-Z iOS App INDEX Screens Configurator

OP-Z iOS App INDEX Screens Configurator

Zur weiteren Klangvariation bei den acht Audio-Tracks kann noch zusätzlich zwischen neun verschiedenen Synthesealgorithmus bzw. Sample-Packs umgeschaltet werden. Dies geschieht im Sequencer über TRACK+WERTE „1“ bis „0“.

Welche Synthese-Engine oder Sample-Packs für welchen Track zur Verfügung stehen und auf welchem Preset-Platz diese liegen, kann nur in der App über den Configurator (SCREEN+STEP 2) festgelegt werden. Die Engines oder Sample-Packs werden einfach auf den gewünschten Platz gezogen.

OP-Z iOS App INDEX Configurator Synthesis Engines

OP-Z iOS App INDEX Configurator Synthesis Engines

OP-Z Sample Packs

OP-Z OP-1 INDEX Configurator Sample Packs

Die Encoder GRÜN (P1) und BLAU (P2) kontrollieren dann je nach Engine andere Parameter.

OP-Z iOS App INDEX Configurator Synthesis Engines Manual

OP-Z iOS App INDEX Configurator Synthesis Engines / Manual

Diese Einstellungen können nur über die App erstellt werden.

OP-Z Sequencer

OP-Z iOS App Audio Track 5 Noten pro Step

OP-Z iOS App Audio Track: Noten pro Step (STEP Halten)

Ist eine Instrumentenspur mit TRACK+STEP ausgewählt, können die Einzelschritte per Tastendruck programmiert werden. Klang-Presets und Notenhöhen werden pro Schritt durch Halten des STEP-Tasters mit nachfolgender Auswahl auf dem Keyboard eingestellt.

Der ganz große Clou ist hier aber, dass auch alle Parameter und Klang-Presets individuell für jeden einzelnen Schritt gelten! Einfach entsprechenden STEP-Taster halten und mit dem SHIFT durch die Seiten rotieren um die Werte mit den Encodern anpassen. Doch es geht noch mehr.

Wird ein STEP-Taster gehalten und zusätzlich ein anderer STEP-Taster gedrückt, dann leuchten diese blau und es lässt sich pro Step eine individuelle Notenlänge einstellen. D.h. der STEP-Taster nach dem zuerst gehaltenen Step, schaltet immer zwischen der Notenlänge 0.4 und 2 um, während die nachfolgenden 14 Step-Taster die Notenlänge immer um +1 erhöhen. Die Erhöhungen werden dabei durch rotiert.

Wenn also Step 5 gehalten wird, dann schaltet Step 6 zwischen 0,4 und 2 um, Step 7 setzt die Notenlänge auf 3 etc. und Step 4 setzt die maximal Notenlänge von 16, was einem Takt entspricht.

Außerdem lassen sich mit den Tasten +/- noch das Timing jedes Steps um +/- 11 verändern. Wird der TRACK-Taster dabei gehalten, werden alle Steps mit den Tasten +/- rotierend nach hinten oder vorne verschoben.

OP-Z iOS App, Audio-Track:Track-Grrove

OP-Z iOS App, Audio-Track:Track-Groove

Ebenfalls für die gesamte Spur geltend, kann TRACK+Encoder das Taktmaß (GRÜN) zwischen 1/64 und DRONE eingestellt werden. Sowie der Noten-Style (BLAU) – für Percussions „Retrigger“, „Gate“, „Loop“ und für Instrumente „Mono“, „Poly“ und „Legato“. 
Die Synth-Tracks sind im Übrigen dreifach polyphon.
 Die Quantisierung (GELB) und das Portamento (ROT) sind wieder für alle Spuren gleich.

OP-Z iOS App, Audio-Track: Track-Länge, STep-Länge, Step-Zähler (Count)

OP-Z iOS App, Audio-Track: Track-Länge, Step-Länge, Step-Zähler (Count)

Für die gesamte Spur kann die Länge der Sequenz (Step-Count) durch TRACK+SHIFT+STEP eingestellt werden. So lassen sich nicht-systemische polyrhythmische Projekte erstellen.
Die Schrittlänge (Step-Length) kann mit TRACK+SHIFT+WERT zwischen in den Schritten 1 bis 8, 16 und Step On Trigger verändert werden. Damit wird zwar das Pattern an sich nicht länger, aber die Schrittauflösung nimmt in gleichem Maße ab und es dauert länger bis das der Track durchlaufen ist.

Bei einer Schrittanzahl von 16 Steps und einer Step-Länge von 4 ist der Track effektiv vier Takte (64 Steps) lang (Count x Length). So lässt sich eine Tracklänge bis zu einer Summe von 256 Noten (16 Takten) erzeugen.

Bei STEP On TRIGGER rückt der Step erst einen Schritt vor, wenn er von außen angestoßen wird. Damit lassen sich sehr langsame Bewegungen erzeugen oder Effekt mit großen Abständen.

Man ist aber nicht gezwungen, die Noten einzeln zu setzen. Mit dem Halten der REC-Taste können Noten bei stehendem Sequencer über die Klaviatur eingespielt werden. Dabei wird bei jeder Eingabe einen Schritt weiter gerückt. Leider gibt es keine dedizierte Taste für einen Leerschritt. Das muss dann wieder mit den STEP-Tastern bewerkstelligt werden. Natürlich kann aber auch ganz klassisch bei laufendem Sequencer eingespielt werden.

Damit hätten wir dann 95 % des notwendigen Verständnisses zum OP-Z abgehandelt und ca. 5 % seines Könnens. Alles was jetzt noch zu dem bisher beschriebenen dazukommt, sind Spezialanwendungen. Das eigentliche Problem beim OP-Z ist, sich die ganzen Tastenkombinationen zu merken und dabei die Finger nicht zu verknoten.

Hier eine kleine Auswahl, der gefühlten 300 Sondertastenkombinationen:

  • Parameter-Locks werden über REC+Encoder eingespielt.
  • Steps werden mit STEP-Halten kopiert – das Einfügen erfolgt automatische beim Anwählen eines leeren Steps.
  • Die Anschlagslautstärke eines Steps wird mit STEP+Pitch Bend eingestellt.
  • Negativ-Recording: das Entfernen von Steps, geschieht mit REC+MINUS,
  • Record-Lock, also das permanente Aufnehmen geht mit REC+PLAY.

STEP-Komponenten des Teenager Engineering OP-Z

OP-Z iOS App Audio-Track: Step-Components

OP-Z iOS App Audio-Track: Step-Components

Die Component-Steps werden in der Track-Ansicht über SHIFT+STEP aufgerufen. Die Auswahl der Komponenten geschieht in der untersten Tastenreihe und die Werteanpassung in der Zahlenreihe („schwarze Tasten“ darüber).

 Die Components sind 16 Effekte (Pulse, Pulse Hold, Multiply, Velocity, Ramp Up, Ramp Down, Random, Portamento, Sweep, Tonality, Jump und Parameter Spark 1, 2, 3) die für alle Instrumentenspuren pro Step zusätzliche angewendet werden können.

Die Parameterwerte jedes Component-Steps werden über die WERTE-Tasten eingegeben, die für jeden Effekt anders sind. 
Für die Anschlagsstärke-Komponente ist das z. B.

WERT 1 = -4,
WERT 8 = +3,
WERT 9= Stumm und
WERT 0 = Zufall

 OP-Z Step Components

OP-Z Step Components

Für den Filter-Sweep und die Ramps geben die WERTE dagegen die Größe der Flankensteilheit in Halboktavenschritten an. Diese Components können wie gesagt alle auf einmal pro Step angewendet werden und erweiterten die Kompositionsmöglichkeiten noch einmal enorm.

Punch-in Effekte

OP-Z iOS App Audio-Track: Punch-In Effects

OP-Z iOS App Audio-Track: Punch-in Effects

Die Step-Components sich jedoch nicht zu verwechseln mit den Punch-in-Effekten, die in der Sequencer-Ansicht durch Halten der SHIFT-Taste aufgerufen werden. Das sind noch einmal 12 weitere Effekten für den momentanen, performativen Einsatz und werden über die Klaviatur aufgerufen. Da diese über 24 Tasten verfügt, wiederholen sich die Effekte in der zweiten Oktave. In der unteren Oktave wirken sich die Effekte aber nur auf den aktuellen Drum- oder Synth-Track aus und in der oberen Oktave auf die entsprechende Drum- oder Synth-Gruppe.

OP-Z iOS App Performance Tack

OP-Z iOS App Performance Tack

Der Unterschied zur PERFORMANCE-Seite (TRACK+ Step 13) liegt in der Auswirkung auf den aktuellen gesamt Drum-Gruppe in der unteren Oktave und gesamte Synth-Gruppe in der oberen Oktave

OP-Z Controller-Tracks

OP-Z Synthesizer

OP-Z Synthesizer

FX

OP-Z iOS App FX

OP-Z iOS App FX

Auf der beiden FX-Seiten (TRACK+ STEP 8 / 9) werden die (bisher) vier Effekte Delay, RYMD (digital Reverb), DISTortion und CRUSH) per TRACK + WERTE 1 bis 4 ausgewählt. 

Die vier Parametereinstellungen, sowie das Anpassen der Steps im Sequencer ist mit den Audio-Tracks identisch. Für jeden Step können andere Parametereinstellungen gemacht werden, es kann aber nur jeweils ein Effekt zum Einsatz kommen. Für das DELAY gibt es 24 Verzögerungseinstellungen zwischen 1/128tel und 4/1. Die Auswahl erfolgt einfach über die Klaviatur.

Auf den FX-Seiten, wie auch auf der MIXER-Seite, können die Send- bzw. Ausgangslautstärken der Audio-Tracks am OP-Z nur an und ausgeschaltet werden. Eventuelle vorherige Einstellungen gehen dabei verloren. Feineinstellungen lassen sich am OP-Z nur auf den entsprechenden Audio-Tracks selbst machen – oder über die iOS-App.

OP-Z iOS App INDEX Mixer

OP-Z iOS App INDEX Mixer

Tape

OP-Z iOS App TAPE

OP-Z  TAPE (iOS-App)

Tape wird mit TRACK + STEP 10 aufgerufen und ist ein Live-Aufnahmepuffer, der permanent einen 16 Step langen Loop aufnimmt, solange PLAY aktiv ist.

Dabei wird mit SHIFT+STEP festgelegt, welche der 16 Spuren aufgenommen werden. Die aktiven Steps leuchten dabei orange. 
Die COMPONENT-Tasten bestimmen, welches der 16 Segmente des aufgenommenen Loops abgespielt werden. Es kann immer nur 1 Segment abgepielt werden.

Zusätzlich lässt sich über die WERTE-Tasten 1 – 0 die Länge des ausgewählten Segment bestimmen. Die Eichung ist dabei pro Step bzw. „8“ ist eine halber Takt. Damit lassen allein lassen sich schon ziemlich spacige Live-Effekte und -Kompositionen erzeugen.

MASTER

OP-Z Master

OP-Z Master

Auf der Master-Seite können die ausgewählten Tracks transponiert werden. Das geschieht über die Klaviatur.

Module

 OP-Z Module

OP-Z Module

Hier werden die optional erhältlichen Module des OP-Z kontrolliert. Derzeit ist nur das OPlab MIDI/ CV-Modul erhältlich. Jedoch ist es egal ob ein Modul installiert ist oder nicht, die Seite kann immer in der gewohnten Manier als Track-Sequencer benutzt werden, der pro Step 16 verschiedene MIDI-Controller ausgeben kann.

OP-Z OPlab

OP-Z OPlab

Über SHIFT+STEP werden auch diverse MIDI-Einstellungen gesetzt, wie z. B. ob eingehende und / oder ausgehendes MIDI, externe Clock, oder Programm Changes aktiviert sind.
Die Standardwerte dieser Einstellungen lassen sich auch über eine JSON-Datei im Speicher des OP-Z definieren.

 OP-Z Synthesizer Oplab

OP-Z Synthesizer Oplab

Ist das Oplab installiert stehen dem OP-Z ein MIDI-DIN-Pärchen im, sowie drei Steuerspannungen und ein Gate zu Verfügung. Alle Buchsen sind als 3,5mm Stereoklinke realisiert.
 D.h. für die analogen Ausgänge an einer Buchse liegen CV1 und CV2 an und an der anderen Gate und CV3.

Doch das Oplab kann noch mehr. Über Schalter auf dem Modul lässt sich festlegen ob an den MIDI-Buchsen MIDI-, analoge Trigger- oder TE-Pocket-kompatible Signale verarbeitet werden.

 OP-Z Synthesizer Oplab

OP-Z Synthesizer Oplab

Der Einbau des OPlabs gestaltet sich sehr einfach und anfängerfreundlich und man kann eigentlich nichts kaputt machen.

 OP-Z Synthesizer Oplab

OP-Z Synthesizer Oplab

Lights

(TRACK+STEP15)

OP-Z Lights

OP-Z Lights

Auf dieser Seite befindet sich die DMX-fähige Steuerzentrale des OP-Z, die bis zu 128 DMX-Kanäle ansteuert. Über die WERTE-Tasten lassen sich zehn Lichtmuster auswählen, während sich über die Component-Tasten Effekte und Animation aufrufen lassen. Die Encoder (G, B, Y, R,) bestimmen dabei die Hauptfarbe, eine Alternativfarbe, die Geschwindigkeit des Musters und die Intensität.
Ein DMX-fähiges Lichtelement wird dabei über den USB-Port angeschlossen. Hinweise zu kompatiblen Geräten, finden sich auf der TE-Homepage.

Die Programmierung der Lichteffekte ist leider sehr basismäßig ausgefallen. Diese funktioniert derzeit nämlich nur über eine JSON-Konfigurationsdatei, die im Speicher des OP-Z abgelegt ist. Sicher ist die Programmierung etwas umfangreicher und eine Konfigurationsdatei die effektivste Methode, aber in der App hätte man definitiv mehr Einstellungsmöglichkeiten unterbringen können als 16 Leuchtpunkte.

Motion

(TRACK+STEP 16)

OP-Z Motion

OP-Z Motion

Mit dem OP-Z und der App lassen sich auch die visuelle Begleitungen steuern. Das OP-Z steuert dabei nur die Daten, die im iOS-Gerät abgelegt sind. Ohne iPad / iPhone keine visuellen Effekte. Die MOTION Videountermalungen unterteilen sich dabei in Photomatic, eine sequenzierbare
Abfolge von 24 Bildern, und Motion, kurze 3D-Animationen deren Projektdaten mit der kostenlosen Version der 3D-Engine Unity für Mac und Windows erstellt wurden.

Photomatic

(SCREEN+STEP 3)

OP-Z iOS App INDEX Screens Photomatic

OP-Z iOS App INDEX Screens Photomatic

Zunächst einmal haben wir im OP-Z wieder den gewohnten Track-Sequenzer. Die 24 Bilder werden mit der Klaviatur pro Step gesetzt und über die Encoder lassen sich ebenfalls für jeden Step die Werte für Farbton (Hue), Sättigung, Helligkeit und Kontrast einstellen. Dabei werden auf der Motion-Seite aber nur die Controller 1 bis 4 benutzt. Die verbleibenden 12 haben anscheinend keine Funktion.

Über die WERTE-Tasten lassen sich auch noch weitere 10 Live-Effekte wie Zufallsbild, X/Y-Drehung oder inverse Farben aufrufen.

OP-Z iOS App INDEX Screens Photomatic

Die sogenannten Fotorollen können in der App mit der Kamera des iOS-Gerätes aufgenommen werden. Der Vorgang lässt sich auch über das OP-Z fernsteuern.
 Durch Tippen auf den Touch-Bildschirm können auch bereits auf dem iGerät vorhandene Fotos importiert werden. Die Reihenfolge der Fotos wird dabei immer über die Klaviatur festgelegt. Das alles läuft natürlich live ab und ermöglicht z. B. das direkte Einbinden von Fotos auf dem Gig, aufgrund von Bluetooth auch sehr flexibel was die Kameraposition angeht.

Motion 3D

OP-Z iOS App INDEX Screens Motion 3D Video Packs

OP-Z iOS App INDEX Screens Motion 3D Video Packs

Bei den 3D-Assets verhält es sich ähnlich. Die Encoder 1 bis 4 (aus 16) bestimmen hier die Kameraausrichtung und Position pro Step und über die WERTE-Tasten wird zwischen fixen Kameraposition geschnitten, während die COMPONENT-Tasten diverse Live-Effekte aufrufen.

Die Visualisierung kann natürlich auch über AirPlay / Display Mirror und mit entsprechendem Adapter an externe Bildschirme und Beamer weitergegeben werden. Ich möchte an dieser Stelle noch mal darauf hinweisen wie wichtig es ist, ausschließlich original Apple-iOS-Adapter zu kaufen! Nur mit diesen ist ein einwandfreies Funktionieren garantiert, alles andere ist Glückspiel!! Jedes dritte Problem mit dem die Leute beim Thema iPad-Music zu mir kommen, ist auf einen dieser Billig-Adapter zurückzuführen, deswegen sorry, wenn ich so darauf rumreite.

OP-Z iOS App INDEX Screens Motion Video Out

OP-Z iOS App INDEX Screens Motion Video Out

Die Videoausgabe funktioniert in der App aber auch nur, wenn der Photomatic- oder Motion-Bildschirm aktiv ist. Ist eine andere Darstellungsseite aktiv bleibt der Bildschirm schwarz.

Sampling mit dem OP-Z von Teenage Engineering

OP-Z Sampler - Create User Sample

OP-Z Sampler – Create User Sample

Die letzte Firmware-Version brachte echtes Sampling auf den nichtvorhandenen Bildschirm des OP-Z.

Gesampelt werden kann in jede der acht Instrumentenspuren, egal ob Drums oder Synthese. Der einzige Unterschied ist, dass für die Drum-Gruppe (Track 1 bis 4) ein 12 Sekunden langes Sample in maximal 24, nicht tonal spielbare Segmente unterteilt und über die Klaviatur gelegt wird, während ein Sample für die Synth-Gruppe nur 5 Sekunden lang sein kann, das automatische über die Klaviatur tonal gespielt werden kann.

Zum Aufnehmen in eine Instrumentenspur muss zunächst durch TRACK+WERTE ein User-Sample-Pack auf einem Preset-Platz  erzeugt werden und kann auch genau so wieder gelöscht werden.

Um auf die Sampler-Seite zu kommen wird STOP+REC gedrückt.

OP-Z Sampler- Recording

OP-Z Sampler- Recording

Hier lässt sich nun die Aufnahme starten und anschließend das Sample mit Start- (GRÜN) und Endpunkt (BLAU), grobe und feine Tonhöhe, sowie die Lautstärke einstellen. Bei Samples der Drum-Gruppe wird über die Klaviatur die Trigger-Note ausgewählt und schließlich das Sample-Segment mit den GRÜN- und BLAU-Encoder eingegrenzt.

Gesampelt werden kann vom internen Mikrofon (Standardeinstellung), von einem Mikrofon-Headset mit vierpoligem Klinkenstecker über die Line-Buchse oder von der USB-Schnittstelle. Dabei wird das OP-Z als klassenkompatibles Audiointerface am Rechner angeschlossen und kann dann von dort mit Signalen aus der DAW etc. beschickt werden.

 Die Eingangslautstärke wird in jedem Fall mit SHIFT+STEP angepasst.

Die im OP-Z erzeugten Sample-Packs der Drum-Gruppe sind im Übrigen kompatibel mit dem OP-1-Format und können ausgetauscht werden.

Die Sampler-Fähigkeiten lassen sich zwar komplett nur mit dem OP-Z bedienen, aber ohne das visuelle Feedback aus der App wird ganze deutlich komplizierter.

Mit dem OP-Z arbeiten

OP-Z Synthesizer

OP-Z Synthesizer

Was ich bisher weitläufig beschreiben habe, ist tatsächlich nur das wesentlichste des OP-Z und für jede besprochene Funktion gibt es noch mal locker 5 Unterfunktionen die hier unter den Tisch gefallen sind, wie z. B. das mögliche interagieren der Tracks untereinander.

Vielleicht war es auch mein Fehler mich mit der iOS-App einzuarbeiten, aber nach über 4 Wochen bin ich mit dem OP-Z immer noch nicht wirklich warm damit geworden. Ich sehe sein Potenzial und jenes, das verschenkt wurde und was an Funktionen noch möglich ist, wie z. B. die MODULE-Seite zeigt. Das OP-Z ist dank des fortwährenden Supports von TE immer noch ein Projekt im Fluss und sicher noch für ein paar zukünftige Überraschungen gut.

 OP-Z iOS App INDEX Projekt

OP-Z iOS App INDEX Projekt – erfordert viel Handgelenkstraining

Trotzdem, ich finde die Arbeit mit dem OP-Z schlicht und ergreifend mühselig und friemelig und ohne iPad als Bildschirm noch einmal mehr. Die ganzen LEDs geben einem zwar Rückschluss über den aktuellen Funktionszustand, aber um sie zu deuten, müssen alle ihre Bedeutungs- und Sonderstatus im Gedächtnis parat sein.

Was der winzige Formfaktor an Haptik übrig lässt, wird durch die massiven Mehrfachbelegung der „Tasterleinchen“ noch mühseliger und ich glaube kein OP-Z Nutzer kann mir widersprechen, wenn ich sage, das OP-Z wäre im Gestaltfaktor des OP-1 deutlich besser gewesen. Den Aufpreis wäre es, mit Sicht auf die bessere Gesamtergonomie, definitiv wert gewesen.

OP-Z iOS App INDEX Tempo

OP-Z iOS App INDEX Tempo

Das schreibe ich jetzt als jemand, der innerhalb von drei Tagen hervorragend mit einem Roland TR-8S zurechtkam (kommen musste), das auch nicht gerade einen geringen Funktionsumfang hat.

Was der OP-Z an Möglichkeiten bietet ist enorm, erfordert aber auch ebensolche enorme und hartnäckige Einarbeitungsleistung. Was ein übliches Instrument an Muskelerinnerung braucht ist vergleichbar mit der Gedächtnisleistung, die der OP-Z abverlangt.

Was den Klang angeht bin ich dennoch sehr angetan. Sicher, die digitale Herkunft soll und kann nicht verleugnet werden, aber was an Druck im Bassbereich und an Klarheit in den Höhen vorhanden ist, weiß zu beeindrucken.

AA Battery: OP-Z im Live-Einsatz

Hier wird die Schere zwischen Kritiker und Nutzer deutlich, bei der sich letzterer über Monate hinweg ohne Zeitdruck mit einem Gerät anfreunden kann. Deswegen habe ich mir zur Gegendarstellung eine zweite Meinung eingeholt.

Marco Menzler a.k.a. AA Battery aus Karlsruhe hat sich seit je her den kleinen elektronischen Musikinstrumenten wie Nintendo DS und Switch, TE Pockets, Korg Volcas etc. verschrieben – daher der Name. Er war einer der frühsten Benutzer des OP-Z und wurde nach einem Gig in der Pop-up Bar Bianco am 25.11.2018 in Karlsruhe für das Teenage Engineering Konzert im Berliner MAZE (organisiert von Liquid Sky Berlin) während der Superbooth am 10. Mai 2019 engagiert. Das einstündige Performance-Video aus dem Bianco wurde sogar im Sonic Sales Newsletter (dem deutschen Vertrieb von Teenage Engineering) gefeatured.

OP-Z Synthesizer

OP-Z Synthesizer

AA Battery: „Für einen Showcase-Gig im letzten November 2018 entstand innerhalb von 2 Wochen klischeemäßig auf einigen langen Zugfahrten ein einstündiges OP-Z Live Set mit 11 Tracks. Alles innerhalb eines Projekts, nur Stock-Sounds und ohne Verwendung eines iOS-Displays.

Dann: im Club den OP-Z aus der Jackentasche nehmen, anschließen und hoffen, dass alles klappt. Es lief reibungslos und klang dabei erfreulich druckvoll und klar. Während der Performance bediente ich Punch-in-Effekte, temporäre Filtersweeps und die Lautstärke der Parts. Dank der 10 Mute-Groups pro Pattern konnte ich vorher einen groben Ablauf für jeden Track definieren. Dabei können nicht nur die Instrumenten-Tracks ein- und ausgeblendet werden sondern auch sequenzierte Effekt-, Looper- sowie Transponierungs-Spuren. Somit kann mitten im Track beispielsweise ein Harmonie-Änderungsverlauf aktiviert werden.

Mittlerweile habe ich den OP-Z auch beim Live-Improvisieren eingesetzt. Hier glänzte besonders die Arpeggiator-Spur. Aber auch die Punch-in Effekte sind für Drum-Fills gut geeignet; wenn auch nicht allzu flexibel. Mir persönlich liegt das Sequenzieren und Erarbeiten von Tracks aber mehr. Und hier gibt es einige Möglichkeiten, die über das Setzen von Noten und Drums hinausgehen. Die innovativen Step-Komponenten können beispielsweise einen Hi-Hat Track bis zur Zufälligkeit glitchen oder Snare Fills nur bei jedem x-ten Durchlauf ertönen lassen.

Jeder Track kann individuelle Step-Längen haben sowie auf bis zu 1/16-tel der Standard-Geschwindigkeit verlangsamt werden. Dabei bleiben zwar leider immer nur die 16 Steps direkt per Knopf bearbeitbar; durch Live-Recording zeigt sich aber, dass jeder Step noch einige Zwischensteps speichert, die im Nachhinein stufenlos per Encoder quantisiert werden können. Dafür können einzelne Steps mühelos kopiert, verschoben und gelöscht werden.

Lohnt sich das Gerät für den Preis? Zweifelsfrei wird nicht jeder mit dem OP-Z etwas anfangen können. Einige clevere und einzigartige Funktionen offenbaren sich dann doch erst, wenn man selbst intensiv Hand anlegt. Die Möglichkeit eigene Visuals zu steuern ist einerseits etwas zu simpel (Foto-Import) oder zu komplex (3D-Modeling / Unity-Programmierung mit speziellen Librarys). Des Weiteren gibt es immer noch ein paar Fragezeichen über künftige Funktionen und Erweiterungen: Wie und wann werden die limitierten Synth- und Effekt-Engines erweitert? Kostenlos? Wann kommen neue Einsteck-Module und was bringen diese? Wird es einen In-App-Marketplace für Visualisierungen geben?

Immerhin wurde kürzlich das Sampling implementiert, mit welchem man eigene Drum Kits und Instrument-Samples aufnehmen kann. Bislang ging das nur über Import per Computer. Positiv ausgedrückt wird uns Teenage Engineering bestimmt auf lange Zeit noch mit neuen Funktionen überraschen. Bleibt zu hoffen, dass die Hardware der kleinen „Dream Machine“ wieder in ausreichender Stückzahl produziert werden kann.“

Also Audiobeispiele gibt es das Performance-Video von AA Battery aus dem Bianco und vier Auszüge aus seinem Live-Set – live performt:

Fazit

Teenage Engineering surfen mit dem OP-Z mal wieder auf dem Wellenkamm der Sinnigkeit von Hardware-Minimalismus. Ein nicht gerade preiswertes Produkt, das zur Ausschöpfung seines vollen Potentials ein iOS-Gerät benötigt, ist ganz schön mutig.

Wenn es nur um die Software ginge, würde ich sagen, wenn ich schon ein iPad brauche, kann ich auch gleich zu Intuas Beatmaker 3 gehen. Das kann alles was da OP-Z kann und noch mehr und ist komfortabler zu handhaben. Allerdings bedeuten die MIDI- und CV-Optionen des OP-Z beim iPad schon wieder deutlich mehr an Gerätschaften zum Mitschleppen. Ein paar Vorteile hat das OP-Z also definitiv noch!

Dabei finde ich das OP-Z jetzt auch nicht das Idealgerät zum Standup-Improvisieren, wie es z. B. mit Euroracks gerne gemacht wird. Sein Stärke ist eher das Aufführen von vorproduziertem Material und dessen Veränderung im Live-Kontext.

Das OP-Z kann von der Komplexität her mit den Elektron Geräten mithalten – ohne dabei noch ein Display zu bieten. Wer sich das OP-Z anschafft, muss sich auf eine streckenweise durchaus kryptische Bedienungsanleitung und einen hohen Zeitaufwand zum Lernen der ganzen Tastaturkombinationen einstellen, bekommt dafür aber ein Gerät vollgestopft mit kreativen Möglichkeiten – man muss sie nur entdecken.

Plus

  • Klang
  • Verarbeitungsqualität
  • Fähigkeiten

Minus

  • zu klein
  • zu viele Tastenkombinationen
  • zu viel Funktionen
  • iOS-Gerät zu Nutzung des vollen Potentials notwendig

Preis

  • Ladenpreise:
  • OP-Z - 595,- Euro
  • OPlab Module - 159.- Euro
  • MIDI Cable Kit -15,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    Emmbot  AHU

    Danke Markus für den tollen und ausführlichen Artikel. Mich hatte schon länger interessiert, wie diese Maschine ohne Display etc. zu bedienen ist. Leider hat sich meine Befürchtung, das alles etwas kryptisch abläuft, im Artikel bestätigt. Schon beim lesen des Artikels merkt man, dass in dem Gerät x Tastenkombinationen drin stecken.

    Habe ich das richtig verstanden, dass die STEP-Komponenten auf die Steps programmiert werden? Also „Sequenzer-Effekte“ parrallel zu den Punch-In Effekten.

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      Markus Schroeder  RED

      Danke, auch. :)

      Ja, das mit den Step-Komponenten hast Du richtig verstanden :) Die Componenets sind ja „permanent“ programmieribar und die Punch-In dagegen nur „momentary“

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    DerNeils

    Danke für den ausführlichen und gut bebilderten Artikel!
    Ich benutze den OP-Z, seit er im Handel ist und kann einige Kritikpunkte zwar gut nachvollziehen, aber nicht für mich selber bestätigen.
    Ich muss dazu sagen, dass ich in den ersten Monaten kein iOS-Gerät zur Hand hatte und somit von Beginn an lernen musste, den OP-Z ohne App zu nutzen. Dabei merkt man dann, dass die Architektur in sich durchaus schlüssig ist und man die LEDs ziemlich schnell zu lesen weiß. Das Color-Coding hat man schnell drauf. Wo man allerdings immer wieder spicken muss, sind die verschiedenen Parameter der Step Components. Manche erklären sich durch die Nummerierung von alleine, die Einstellung „RANDOM“ liegt aber z. B. nicht bei allen SCs auf der gleichen Taste.
    Die Verarbeitung würde ich leider eher negativ sehen. Über das Material der Gummifüße wurde in vielen Foren „rumgeheult“. Bei manchen Ungeduldigen saßen die Schrauben so fest, dass die Füße beim Öffnen der Rückplatte regelrecht zerbröselten. Bei anderen sind sie so locker, dass sich die Schrauben von alleine öffnen. Zudem neigt die Tastatur durch ihre Folientaster-Konstruktion zu doubletrigs, wenn man die Tasten nicht fest durchdrückt. Gerade beim Shift-Taster kann das zu Chaos führen. Bei wieder anderen ploppen Encoder einfach heraus. All das ist nicht die Regel, aber bei einem eher hochpreisigen Produkt ein no-go.

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      Markus Schroeder  RED

      Danke DerNeils, fürs Teilen Deiner Erfahrungen!

      Bei dem OP-Z das ich zum Testen da hatte ( und das als Demo-Gerät schon durch einige Redaktionen gegangen ist ;) ) konnte ich keine technischen Mängel feststellen, sonst hätte ich darüber geschrieben.

      Da scheint es wohl größere Fertigungstoleranzen zu geben.

      greetz
      M.

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        DerNeils

        Ich persönlich habe auch keine großen Probleme. Die Doubletrigs lassen sich durch richtige Bedienung umgehen (kommen aber auch bei mir vor) und das mit den Gummifüßen habe ich mittlerweile “vergessen” obwohl auch meine nicht mehr wie neu aussehen (habe dann doch unnötig oft in den Kleinen reingeschaut ^^ Bzw. muss man es zwangsläufig hin und wieder, um die Switches am oplab umzustellen). An sich liebe ich die Haptik des OP-Z und halte ihn gerne in der Hand. Deswegen stören mich kleine Unzulänglichkeiten dann umso mehr.

        Aber ich muss sagen, dass ich selten so viele kleine, feine, variantenreiche Jams in so kurzer Zeit programmiert habe, wie mit dem OP-Z. Weil es einfach immer und überall möglich ist und für mich nicht mit einem iPad Sequencer vergleichbar ist.

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    Jörg Hoffmann  RED

    Teenage Engineering surfen mit dem OP-Z mal wieder auf dem Wellenkamm der Sinnigkeit von Hardware-Minimalismus. ==> Was für ein klasse Satz!

    Sehr guter Artikel – für mich ist der OP-Z auch eher ein Rückschritt, besonders im Vergleich zum OP-1.

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    iggy_pop  AHU

    Bin ich der Einzige, oder fühlt sich noch sonstwer an die LÜK-Kästen aus den 1970ern erinnert beim Anblick der vier Regler (?) oben rechts?
    .
    Ihr wißt noch? Mengenlehre? Dreiecke, Vierecke und Kreise mit und ohne Loch? Verschiedene Farben? In Gruppen, Mengen und Schnittmengen?
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    Ein gelungenes pädagogisches Konzept. Kommt gleich hinter „Schreiben wie man’s hört“…
    .

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      lectrolurch  

      mich spricht das Teil überhaupt nicht an , is ja nun schon einige Jahre her, da ich mein LEGO Sortiment beiseite gelegt hab.

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        iggy_pop  AHU

        Ich meinte auch nicht die LÜK-Kästen (obwohl die schon schwachsinnig genug waren), sondern diese LOGIMAT-Schachtel von Westermann… das war übel.
        .
        Ich glaube, um sich für diese Art von Dingen zu begeistern, braucht man eine bestimmte Geisteshaltung. Die ich nicht habe.
        .

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      mort76  

      Was soll an LÜK schwachsinnig gewesen sein?
      Haben Sie die nie richtig lösen können, oder wie kommt man zu dieser Ansicht?

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    fitzcarry

    Ej, ich hab mir das Ding für draußen gekauft, Urlaub, Terrasse, am Wöhrder Seeufer sitzen und in die untergehende Sonne hinein vor mich hingrooven!
    Dafür ist es genial, passt in jeden noch so kleinen Rucksack. Gibts eine Alternative? Und die ganzen Shortcuts halten dich geistig fit.

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      vssmnn  

      Dafür gibts doch für iOS Sequenzer ohne Ende, warum noch ne kryptisch bedienbare Kiste mitschleppen

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        fitzcarry

        Tablet ist für mich keine Alternative – weiß Gott nicht.

        Außerdem ist derOP-Z eher eine Groovebox, also keineswegs nur Sequenzer.
        Die Step-Components werten diesen aber enorm auf, und um die Punch-In-Effekte auf einem Tablet zu reproduzieren, bräuchte man schon einige Plug-Ins.

        Nee, nochmal: koa Tablet

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    Larifari  

    Das Gerät schreckt mich schon ohne antesten ab. Menudiving ohne Display ist ja bei geringen Funktionsumfang ok, aber hier definitiv too much für mich. Ich werde Ihn mir aber trotzdem mal borgen und eine Chance geben.

    Was mich brennend interessiert ist die Unity Integration.

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      Markus Schroeder  RED

      Ich hoffe Du hast ein iPad etc. , ohne wird das nix mit Unity – oder Visuals generell.

      Wollte da nur nochmal drauf hinweisen :)

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        DerNeils

        Das ist nicht ganz richtig, über USB funktioniert auch die Implementierung am Rechner (letztendlich werden nur MIDI-Signale gesendet/von Unity verarbeitet). Dazu gibt es auf YouTube einige hilfreiche Tutorials. Allerdings lassen sich umgekehrt nicht alle Projekte, die man am Rechner erstellt in die iOS App exportieren, da nicht alle unity-Funktionen unterstützt werden.

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    mdesign  

    ich brauche ein ipad, um eine hardware zu bedienen, die ich bequem durch ebendieses ipad ersetzen könnte? ah ja.

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            Markus Schroeder  RED

            Was ausschließlich Musikmachen angeht schon. Aber man darf auch nicht so tun, als ob die Video-Fähigkeiten des OP-Z nie deutlich mitbeworben und über die Zeit hinweg auch zurückgeschraubt wurden. So sah es z.B. anfänglich so aus, als wäre die Video-Engine im OP-Z integriert (was das OP-Z überhaupt erst auf _mein_ Radar brachte).

            Also abzüglich Motion (Photomatic und 3D) und diversen JSON-Konfigurationsdateien aka MIDI-Setup & Configurator, wären das dann höchstens 93%. Sorry für die Haarspalterei. :)

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          DerNeils

          Die einzigen Features, für die ein zusätzliches Gerät wirklich unabdingbar ist, sind Motion und Photomatic. Weil dafür nun mal ein Bildschirm für die Ausgabe des Contents nötig ist. Alle für die Musikproduktion unterwegs relevanten Features lassen sich ohne Display bedienen (mit den verschiedenen Engines bestückt man das Gerät ohnehin nur einmal alle Jubeljahre neu und das geht auch am Rechner).

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      Markus Schroeder  RED

      Die Bezeichnung „Fernbedienung“ erachte ich in jeder Hinsicht als falsch. Man _könnte_ sogar argumentieren, die Visualisierung mit der App wäre nur ein Mehrwert des OP-Z. Nett, wenn man eines hat, geht aber auch ohne. Aber da scheiden sich ja die Geister, wie man sieht.

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