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Test: Bricasti M7


Bricasti M7

John Newton, Soundmirror Boston MA USA

"Dies ist das erste elektronische Reverb, das wie ein Raum klingt und nicht wie eine Kiste voller elektrischer Schaltkreise. Und es klingt nicht wie gewöhnliche Räume, es klingt nach großartigen akustischen Umgebungen. Zudem, die Parameteränderungen bewirken wirklich etwas; eine Änderung eines Parameters ist wirklich hörbar. Warum habt Ihr das nicht viel früher entwicklet?"

AMAZONA: Interessant …… werden die Early Reflections seperat vom Nachhall berechnet, so wie es andere Firmen auch machen? Ist der Nachhall von den Einstellungen der Early-Reflections abhängig?

Zolner: Wir haben drei seperate Bestandteile in unserem Hall. Der Erste ist für das Early Reverb, aber das ist kein einfaches Muster wie normale EarlyReflections, sondern viel dichter und komplexer und das ist die erste Stufe im Aufbau unseres Halls, also die ersten 50-100 ms, und die Early-Reverbs sind dabei wirkliche Rückwürfe des Originalsignals und nicht nur einfache Verzögerungen. Das M7 unterscheidet sich generell von allen anderen (Hallgeräten) dieser Art, was beim Hören unserer Room- und Studio-Presets offensichtlich ist. Die ERs können dann mit dem Early/Late Parameter übergeblendet werden.

Das zweite "Reverb" für den ersten Teil des Hallaufbaus ist das VLF (Very Low Frequency). Dies ist ein seperater Prozess, nur für den Tiefbass Bereich, der so die schallharten Grenzen eines Raumes (und die damit verbundenen Bassüberhöhungen) simulieren kann. Dieser Prozess dauert weniger als 200 ms und entwickelt sich jedoch nicht in einen tieffrequenten Hall.

Schließlich haben wir als drittes noch das "Late Reverb" des Halls mit traditionellen Parametern und Filtern.

AMAZONA: Wir haben gehört, dass man in Zukunft aus mehreren M7 ein Surround-System zusammenstellen kann? Für einen realistischen Surround-Hall ist es eigentlich notwendig, dass sich die einzelnen Kanäle untereinander "sehen". Wie löst Ihr das, wenn z.B. drei Stereo-Geräte zusammengeschaltet werden?

Zolner: Ja, wir planen mehrere M7 in Verbindung mit der kommenden M10 Remote zu einem Surroundsystem zusammenzuschalten. Wir denken, dass wir ein sehr realistisch klingendes und vor allem praktisch sinnvoll einsetzbares System damit zeigen können. Wir haben bereits einige Kunden, die zwei M7 für Surround benutzen.

 

AMAZONA: Sechs Dual-DSPs sind für einen Hall wirklich immens! Können wir davon ausgehen, dass noch etwas CPU für weitere Effekte oder zusätzliche Funktionen frei ist?

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Klangbeispiele

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    Moritz

    Seit langem mal wieder ein Test der kein Blatt vor den Mund nimmt. So wünsche ich mir das. Vor allem das Interview ist aufschlußreich und widerlegt die meisten Gerüchte, sehr gut!

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    Mirco Dalio

    Guter Testbericht. Haben Sie auch Klangbeispiele von dem Lexicon 960L und Quantec? Ich hätte den den M7 gerne im Vergleich gehört.

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    Holger Siedler

    Kommentar ist soweit OK. Bezüglich der frühen Reflexionen, die hier etwas kritisiert werden, bin ich anderer Ansicht. Genau diese Umsetzung der Klangverdichtung vor dem eigentlichen Hall ist hier nahezu genial gelungen und im Verbund der anderen Teilalgorythmen
    dichter und natürlicher als TC-6000 sowieo… als auch 960.

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    ralf

    also ich hab den m7
    und er ist mit abstand das beste hallgerät auf dem markt, wer was anderes sagt hat halt keine ahnung oder ein defektes gehör.
    verglichen mit den 1000 anderen reverb-boxen am markt, ich rede nicht von plugins, die haben eh keine chance gegen gute hardware
    ist der m7 ein traum !

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    psv-ddv ••••

    Super bericht, ich schliesse mich der Bewertung des Autors voll an. das gilt auch für die mittlerweile erhältliche „V2“ Firmware.
    Ich hatte den M7 bereits zwei mal für einige Wochen als Demo im Studio, da ich ihn mir anschaffen wollte. Beide Male habe ich ihn zurückgeschickt, da er mir zu weichgespült klingt. Wie ein Lexicon mit Zuckerguss drüber. Das führe ich auf die im Bericht erwähnte Gestaltung der ERs zurück. Realistisch klingen die nicht wirklich. Für meine Anwendung überhaupt nicht schlimm, das Bricasti M7 klingt ohne Zweifel sehr gut, entspricht aber letztendlich einfach nicht meinem Geschmack. Als Vergleichsreferenzen waren bei mir PCM96,92,82, 480L,224xl,224,QRS, Yardstick2496, RMX16, AKG ADR, Altiverb am Start.
    @Ralf: 1000 „reverb-boxen“ hatte ich leider nicht zur Verfügung. Aber gut, daß ich jetzt weis, dass mein Gehör „defekt“ ist. :)))

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      pmm AHU

      > Als Vergleichsreferenzen waren bei mir PCM96,92,82, 480L,224xl,224,QRS, Yardstick2496, RMX16, AKG ADR, Altiverb am Start.

      Das nenne ich einmal einen Vergleich. Da fehlt nicht viel. Beim AKG bin ich mir jetzt nicht sicher, welches ich letztens bei swissdoc hören durfte. Dessen Klang war ein Traum. Bestimmt nicht für jede Anwendung geeignet, aber solo einfach wunderschön. Den M7 fand ich so lala, müsste ich aber im Mix hören. Da finde ich z.B. das Roland R-880 unterbewertet.

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        psv-ddv ••••

        Ja, Hallvergleiche finde ich super spannend. Gerade algorithmische Hallgeräte klingen ja eher hyperrealistich als realistisch und sind für mich auch voll im Bereich Klangkunst anzusiedeln. Daher ist die alte, raue Digitaltechnik dem Hallklang auch oft eher förderlich als der heutige blitzsaubere 24/96 delta-sigma Klang.
        Das AKG das Du bei Swissdoc gehört hast wird ein ADR68k gewesen sein. Weitere Hallgeräte hat AKG meines Wissens nach nicht gebaut. Das Teil klingt in der Tat wunderschön. Luftig und offen. Definitiv ein Geheimtipp. Mit dem R-880 bin ich nie warm geworden, vielleicht bin ich Rolandmässig vorbelastet. Das SRV330 war mein erstes richtiges Hallgerät, hat mich aber enttäuscht. Es konnte dem internen Hall meines ASR10 Samplers nie das Wasser reichen. Das R-880 muss ich mir bei Gelegenheit nochmal in Ruhe anhören.
        Das M7 funktioniert im Mix schon sehr gut, auch wenn es nicht den grossartigen Mix-Verschmelzungs-Effekt liefert wie das 480L. Das M7 ist mittlerweile auf so gut wie allen Hollywood Produktionen zu hören. Aber genau wie früher beim 480L will man seine Produktion ja vielleicht nicht unbedingt mit dem o8-15 Hallstandard glattbügeln, auch wenn er gut funktioniert.

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        swissdoc RED

        Peter hat bei mir in der Tat ein AKG ADR68K gehört. Und zwar den Hall-Algoritmus, der gemäss Internet Wissen stark auf dem Lexicon Hall-Algoritmus aufbaut. AKG hat noch einiges an Hallgeräten produziert, allerdings analoge Feder-, Platten- oder Folien-Geräte. Auch wurde zumindest ein Halltank im OEM Bereich vertrieben (Swissecho 2000 mit AKG BX-15 Tank). Das ADR68K sollte man aber eher Ursa Major zurechnen, es handelt sich vermutlich um eine verbesserte Version des 8×32.

        In Sachen Bricasti hat Peter ein Plate-Preset gehört und da ich das Gerät erst kurz mein Eigen nennen darf, bin ich noch nicht so vertraut mit der Kiste. Allerdings haben ihm die paar Presets vom PCM-92 dann doch besser gefallen.

        Kennt jemand die Midi-Specs vom M7? Es gibt ja ein VST zum Fernsteuern und wie es scheint, hat Bricasti die Commandos nicht dokumentiert und versucht so offenbar dieses VST zu promoten, oder die Kunden zur Remote zu treiben, die witzigerweise die Menubedienung einfach nur kopiert und keine Regler bietet, wie das die meisten anderen Remotes so tun.

  10. Profilbild
    psv-ddv ••••

    Korrekturen, ich war wohl heute morgen noch etwas neben der Tasse. Wollte sagen: „Weitere Digitalhallgeräte hat AKG meines Wissens nach nicht gebaut.“ Analog gibt es da natürlich Einiges.
    Verleichsreferenzen waren PCM96, PCM91 und PCM81, etc.pp. Ein PCM82 gibt es nicht. sorry.

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Test: Bricasti M7

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