ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Cybersound T-1 analoger Bass-Synthesizer

11. November 2020

Ein Moog Bass Clone wie Dynamit?

Test: Cybersound T-1 analoger Bass-Synthesizer

Test: Cybersound T-1 analoger Bass-Synthesizer

Die deutsche Hardware-Schmiede Cybersound hat mir bis dato nichts gesagt, bis ich gefragt wurde, zwei dieser Geräte zu testen. Christian Fischer ist der „Schöpfer“ der Firma Cybersound und hat ein übersichtliches Programm auf seiner Shop-Website, was Liebe zu Details zeigt. Die Firma hat fünf verschiedene Tools im Warenregal, doch die Informationen hierzu sind aufs Minimale begrenzt. Dieser Test wird also ohne jegliche Insider-Information geschrieben und so soll es ja auch sein bei AMAZONA.de. Neben diesem Gerät werden auch noch andere Tests des Herstellers folgen.

Der Cybersound T-1 Bass-Synthesizer

Ein kurzes Vorwort

Ich hatte ja keine Ahnung, was hinter dem Kürzel T-1 steht. Hieß die Modellreihe des ersten Terminators nicht T-1? Aha, wieder so ein Mono-Analogsynth als Tischhupe, den es zu testen gilt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Nach kurzer Recherche offenbart sich mir doch der Anspruch, es hier mit einem Moog Clone der frühen Synthesizer-Stunde zu tun zu haben. Nämlich einem Moog Taurus 1. Daher der Name T-1, gecheckt? Der Taurus 1 ist ein Bass-Pedal-Synth der alten Schule, also ein „sowas-steht-doch-unter-der-Orgel-Ding“. Hier ein Bild des Originals:

ANZEIGE

Moog Taurus 1

Ein erster Blick auf den Cybersound T-1

Der kleine rote Synth kommt in einem schlichten Karton mit Netzteil. Eine Anleitung ist nicht vorhanden. Gerade mal 19×12 cm klein ist der T-1. Durch das Metallgehäuse hat er ordentlich Gewicht und die Gummifüße halten ihn fest auf dem Untergrund.

Test: Cybersound T-1 analoger Bass-Synthesizer

Alles wurde von Hand „with love in Germany“ gefertigt. Robust und wertig, aber trotz der roten Farbe wirkt das Gerät recht unscheinbar. Der Originalbolide bringt immerhin 13 kg auf die Waage mit den Maßen 61x48x21 cm. Als Anschlüsse gibt es MIDI IN und THRU, die Buchse für das Netzteil und einen Klinkenausgang in 6,35 mm. Ein kleiner MIDI-Learn-Knopf befindet sich auch noch auf der Rückseite. Vergeblich sucht man CV-Eingänge, aber gerade das hätte sich bei einem analogen Gerät angeboten. Vorderseitig gibt es eine POWER-LED und eine MIDI-LED. Die Regler sind gut griffig, haben einen sehr angenehmen Widerstand und laufen gleichmäßig. Die zwei beleuchteten On/Off-Schalter „Glide“ und „Decay“ leuchten je nach Zustand rot oder grün. Die Regleraufteilung und die Beschriftung sind übersichtlich und sinnvoll. Auf manche Besonderheit der Beschriftung wird später noch eingegangen. Soweit sieht es erst mal nach nicht viel aus.

Test: Cybersound T-1 analoger Bass-Synthesizer

Absolute Sprengkraft, der Cybersound T-1

Retrospektive Moog Taurus

Wer sich zuerst über den Moog Taurus 1 informieren möchte, der findet hier auf AMAZONA.de einen Bluebox Artikel über das Gerät. Dieses Basspedal wurde von 1975 bis 1981 gebaut und wurde unter anderem von Genesis, Rush, The Police und Marillion verwendet. Von Moog gab es ebenfalls einen aktuelleren Nachfolger, den Taurus 3. Der Vergleichstest zwischen den beiden Geräten ist ebenfalls im AMAZONA.de Archiv zu finden.

Test: Cybersound T-1 analoger Bass-Synthesizer

Ein waschechter Moog Taurus 1 Klon

Cybersound spricht offiziell von einem Taurus 1 Clone, ohne dabei die lästigen Pedale zu integrieren, dafür aber mit MIDI-Eingang. Alle Regler sind wie beim Original enthalten. Auf die drei Preset-Schalter wurde indes verzichtet. Die komplette Schaltung wurde diskret aufgebaut, wobei keine SMD-Bauteile verwendet wurden. Auch die sofortige Stimmstabilität soll hier vorhanden sein und die Hüllkurven wurden 1:1 vom Original übernommen. Das verspricht abgrundtiefste Bässe, die schon bei 16 Hz anfangen und aus einer besonderen Kopplung zwischen Filter und Verstärker resultieren. Diese Wechselstromkopplung bewirkt, dass der Bassanteil bei der Frequenz von 20 Hz angehoben wird. Auch wurde das Gerät um eine weitere Oktave erweitert, es geht somit noch tiefer in den Keller, anders als beim Original – somit noch brachialer!

Die voll analoge Klangerzeugung

Die Klangbasis liefern zwei Sägezahn-ähnliche kräftige VCOs über 3 (VCO A) bzw. 4 Oktaven (VCO B). Das Mischverhältnis beider VCOs lässt sich über den MIX-Regler einstellen. Auch können diese nur einzeln erklingen. Über den Oszillator-B-Frequenzregler kann der zweite VCO um eine Oktave nach unten oder nach oben verstimmt werden. Um Bewegung in das Schwingverhalten beider VCOs zu bringen, nutzt man den BEAT-Regler, der dem Sound ein Feintuning verpasst und somit schöne pulsierende Klangteppiche erzeugen kann. Die Hüllkurve, hier „Lounness“ genannt, hat Attack, Sustain und Decay, wobei das Decay schlagartig mit dem dazugehörigen ON/OFF-Druckknopf deaktiviert werden kann. Für das Filter existiert eine eigene Hüllkurve. Die Resonanz reicht bis in die Selbstoszillation des Filters. „AMOUNT“ bestimmt, wie stark der Einfluss der Filterhüllkurve auf das VCF ist. Die Filterhüllkurve hat nur noch Attack und Decay, dies reicht aber für die meisten Anwendungen aus. Die GLIDE-Zeit lässt sich auch ebenfalls sehr gezielt bestimmen und verfügt über einen eigenen ON/OFF-Schalter.

Test: Cybersound T-1 analoger Bass-Synthesizer

Der Cybersound T-1 zusammen mit dem Sound MaXX II aus gleichem Haus

Wie klingt der Cybersound T-1?

Wie schon eingangs erwähnt: Ich hatte ja überhaupt keine Ahnung, was vor mir steht. Was soll schon passieren, ist ja nur ein kleiner Monosynth. Tief, tiefer und voller Schub wälzt sich die Bassfront aus meinen Kopfhörern, erst mal mit geöffnetem Filter. Dabei ist es egal, ob nur ein Oszillator schwingt oder beide im Zusammenspiel. Es mulmt aber überhaupt nicht, sondern knattert in richtiger Manier dem Hörer entgegen. Es lassen sich schwebende Basswände oder ganz trockene Bässe aus der untersten Schublade erzeugen. Die Wandelbarkeit finde ich enorm. Klassische sowie moderne Sounds aktueller Genres mit minimalem Aufwand liefert die rote Box. Wohlgemerkt erst einmal, ohne das Filter zu bemühen. Besonders deep ist es, wenn man VCO B eine Oktave nach unten stimmt und beide VCOs gleich laut eingestellt. Hier kommt der erweiterte Bassumfang zum Tragen, den nur dieses Gerät bietet. Tiefer, aber immer noch voll differenziert, drückt der Sound. Sobald das Filter mit ins Spiel kommt, entdeckt man die Wandelbarkeit der Schaltung. Einstellungen, die unbrauchbar sind, konnte ich nicht finden. An sehr nahe TB-303 Sounds kommt man zwangsläufig auch heran und das sogar mit eigenem Charakter. Trotz des Etiketts Bass-Synthesizer ist die klangliche Vielfalt weitaus größer, wobei per MIDI IN in den oberen Lagen irgendwann einfach keine Sounds mehr klingen. Das Filter mit 24 dB Ladder-Charakter ist super eingestellt und absolut musikalisch. Hier gibt es nichts zu kritisieren. Klar ist aber auch, dass durch so kräftige Einstellmöglichkeiten der Output-Pegel sehr stark schwankt. Hier sollte man schon Acht geben, nachfolgende Gerätschaften darauf vorzubereiten und ein Auge auf den Pegel haben, denn die rote Box gibt ordentlich Saft ab. Das ist aber nicht als Kritik zu verstehen, sondern hier zeigt sich die rohe Schaltung, die direkt und saftig agiert. Wobei ich noch mal extra erwähnen will, dass der Klang nicht nur rau und heftig sein kann, sondern auch sehr sanft und elegant. Daher auch die Aussage zur Wandelbarkeit.

Moog-Clone gelungen oder nicht?

Ich habe extra vor diesem Test kein Klangbeispiel oder Video eines Moog Taurus angehört oder angeschaut, nur darüber gelesen. Die Jungfräulichkeit wollte ich mir bewahren. Nach meinem beendeten Testaufbau konnte ich mir endlich das Original anhören und konnte den Klangcharakter sofort wiedererkennen. Cybersound hat sich alle Mühe gegeben und bis ins Detail wohl seine Schaltung und die Bauteile optimiert, um dieses Klangerlebnis in einem neuen Gerät für die nächsten Generationen zur Verfügung zu stellen. Ich finde, das Ziel wurde gut getroffen.

Zu den Klangbeispielen des Cybersound T-1

Als Klangbeispiele habe ich Auszüge aus den Videos genommen. Diese sind eher spielerischer Natur und zeigen die Vielfalt. Klangbeispiele analytischer Natur habe ich danach noch mal extra aufgenommen, weil ich schauen wollte, wie sich der tiefste zu erzeugende Bass anhört. Aber hört am besten selbst. Ich empfehle einen Kopfhörer, denn die wenigsten werden eine Anlage haben, die diese Bässe abdeckt.

Ein trockener Bass über 3 Oktaven geschaltet:

Hier kann man die Verschiebungen der VCOs hören:

ANZEIGE

Der klassische Taurus Bass, hier mit Reverb und ein bisschen Filter:

„303“-artige Klänge gehen auch:

Hier die analytischen Klangbeispiele aus den tiefsten Bass-Abgründen. Zuerst VCO A und danach VCO B:

Jetzt mit geschlossenem Filter:

Als Abschluss noch mit vollaufgedrehter Resonanz:

Der Cybersound T-1 on YouTube

Hier ein kleines Video, das ich zum Cybersound T-1 produziert habe:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

ANZEIGE
Fazit

Der T-1 von Cybersound darf sich offiziell nun Taurus 1 Clone nennen. Er bietet diesen gewünschten Sound und bringt sogar noch Verbesserungen mit. Die kleine Box ist extrem wandelbar und bietet mit wenigen Handgriffen immer wieder neue Lieblingssounds. Präzise Bässe und mehr stehen auf dem Programm. Tief, tiefer und am tiefsten gibt es hier in analogen Schaltkreisen. Geschmacklich ist der Sound sehr wandelbar, besonders die TB-303-artigen Sounds haben es mir angetan, das ist aber nur eine Nuance der gesamten Vielfalt. Das traut man der kleinen Kiste alles gar nicht zu, aber es ist nicht mehr von der Hand zu weisen: Der T-1 ist der Terminator unter den Bass-Synths. 499,- Euro scheinen im Vergleich zu anderen Synth-Clones eines namhaften Herstellers viel, aber hier gibt es Made in Germany und Schaltungskunst aus dem eigenen Land. Das hat eben seinen Preis. Schade, dass es keine CV-Eingänge gibt. Als Gegenzug erhält man jedoch trotzdem einen spezialisierten Bass-Synth, der einem ans Herz wachsen kann und ein echtes Arbeitstier ist. Unbedingt ausprobieren!

Plus

  • Klangvielfalt
  • die tiefstmöglichsten Bässe (wenn man es darauf anlegt)
  • Größe
  • Verarbeitung "Made in Germany"

Minus

  • keine CV-Eingänge
  • keine Anleitung, weder im Karton noch auf der Website

Preis

  • 499,- Euro
ANZEIGE
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Kann mir die Soundbespiele gerade nicht anhören, aber angefixt bin ich. Danke für den tollen Bericht. Die tiefstmöglichen Bässe hört sich schon sehr geil an ;).

  2. Profilbild
    SynthNerd  AHU

    Hab zwar weder Platz noch freie Mixereingänge, aber diese kleine Box kann ich vielleicht noch irgendwo dazwischen schieben. So ein roter Farbtupfer fehlt noch in meinem setup :-) und klingt nicht übel.

  3. Profilbild
    MichBeck  

    Die Frage für mich ist jetzt, wie grenzt er sich klanglich, vom offiziellen kompakten Taurus „Minitaur“ von Moog selbst ab, der gerade mal 40€ mehr kostet?

    Richtig tief geht bei dem auch schon.

    • Profilbild
      [P]-HEAD  AHU

      Berechtigte Frage! Habe gerade den Artikel dazu gelesen und festgestellt, das er nicht noch eine Oktave tiefer geht so wie der T-1. Aber es stimmt schon, das der Minitaur ein Gegenspieler ist, sogar mit CV und Audio Eingang und USB Anschluss. Hm!

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Ich fand ja den Filter und die Filterresonanz beim Minitaur nicht so gelungen. Die Resonanz wirkte für mich aufgesetzt, als ob man ein Sinuspfeifen dazumischen würde, andere moogfilter habe die Resonanz deutlich besser als Teil des Sounds integriert. Weiß nicht ob ihr wisst was ich meine…

      Die Kiste ist schon interessant, obwohl ich schon 3 Moogs besitze

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Eben. Ich bin am schwanken. Jetzt wart ich mal auf meinen polybrute und verdaue diese Investition, dann wird das aber schon mal interessant.

  4. Profilbild
    MichBeck  

    @Dave the Butcher:

    Diese Tendenz hatte ich jetzt auch bei den Klangbeispielen, dass der T-1, in den Filtern, mehr zwitschern kann.

    Ich muss den Minitaur mal wieder anschließen und rumschrauben. Ich hab ihn immer nur für tiefe Subbässe genommen. Für Acid war die TT-303 zuständig.

    :)

  5. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    500 Euro für so ein Teil — das muß man wirklich wollen, wenn man für wenig mehr schon im Bereich eines potentiell ebenso mächtig drückenden Synthesisers wie dem 2600 ist, der so viel mehr an Scope bietet.

    So eine rote Schachtel lief bei einem leider mittlerweile verstorbenen Freund von mir immer unter der Rubrik „Furzkiste“…

    • Profilbild
      [P]-HEAD  AHU

      Genauso ist es. Hier haben wir aber mal das Beispiel, welches immer gefordert wird. Die Ein-Mann Firma sitzt und baut in Deutschland. Der Preis ist fair, aber jetzt werden Vergleiche gezogen zwischen Produkten von großen Firmen die genausoviel kosten, aber unter ganz anderen Umständen gebaut werden.
      Ja, die Kiste kann auch Furzen und zwar bei 18Hz.

      • Profilbild
        ISE500  AHU

        Und du meinst die Komponenten des T1 kommen nicht aus China.

        Solche deutschen Synthies gibt´s doch schon, Waldorf Pulse II, Vermona Mono Lancet, Doepfer Dark Energy II, usw…

        Beim Vergleich mit dem Minitaur hätte ich eher erwähnt, daß der Minitaur leider nicht noch eine Oktave höher geht… tiefer als der geht, braucht kein Mensch – und ich wäre da nicht mal sicher, ob der T1 wirklich eine Oktave tiefer geht als der Minitaur.

        Also einen Taurus Clon zu testen, ohne den („jungfräulich“) jemals gehört zu haben, schon mutig :) Ist doch wohl bekannt aus unzähligen Hits.

        • Profilbild
          [P]-HEAD  AHU

          Natürlich kommen alle Elektronischen Bauteile aus Asien. Das steht niemals zur Diskussion. Das ist für alle Hersteller ja gleich! Die einen zahlen eben 10 cent für einen Widerstand und Behringer zahlt eben 10 cent für 100 oder 1000 Widerstände.

          Ist doch Prima, das es so viele Synthesizer-Hersteller aus dem Dichter- und Denkerland gibt. Wobei wir hier von einem Ein Mann Unternehmen sprechen. Das ist ein Boutique Hersteller. Hier gelten ganz andere Regularien, aber nicht die des Vergleiches zwischen alteingesessenen weltbekannten Herstellern.

        • Profilbild
          [P]-HEAD  AHU

          Ja, das testen ohne die Originale zur Verfügung zu haben ist im Prinzip immer sehr mutig vom jeweiligen Autor. Aber bei Amazona sind wir alle sehr mutig und liefern trotzdem gerne Artikel, die interessant sein sollen. Man kann eben nur in den seltensten Fällen direkt vergleichen. Ausserdem gibt es es ja die Verlinkung zu den anderen Taurus Artikeln und kann sich dadurch ein gutes Bild machen.

      • Profilbild
        iggy_pop  AHU

        Die Amis nennen das „bang for the buck“ — wo der Knaller dabei herkommt, dürfte den meisten ziemlich schnurz sein.

        Ist ’ne Menge Geld für recht wenig Möglichkeiten — in dieser Hinsicht ist dieser Taurus-Clone genauso limitiert und teuer wie das originale Vorbild.

    • Profilbild
      MichBeck  

      Das ist halt das Dilemma bei Boutique-Hersteller im preislichen Vergleich zu in China massenproduzierenden Großherstellern wie Behringer. Falls Du deren 2600 meinst.

      • Profilbild
        iggy_pop  AHU

        Ich meinte keinen Hersteller im Speziellen, sondern die zu erwartende Flut an erschwinglichen, dem 2600 nahestehenden Geräten — Behringer dürfte wohl der erschwinglichste von allen sein.

        Mit dem Taurus habe ich persönlich nie etwas anfangen können, war aber auch nie Fan von Rush oder The Police. Daher habe ich auch nie auch nur einen Gedanken an den Erwerb eines solchen Gerätes verschwendet.

        Jeder hat halt andere Ansprüche — und andere Budgets.

  6. Profilbild
    swissdoc  RED

    Der T-1 liefert einfach den amtlichen Taurus-Sound und er ist eben 1:1 dem Taurus nachempfunden, was bei den Hüllkurven wichtig ist. Die VCOs sind linear, und das Detune, genauer das Beating ist unabhängig von der Tonhöhe. Daher hat er auch (wie auch das Original) keinen CV-Eingang. Klar muss man diese Details wollen. Mir war es den Spass wert und die rote Kiste klingt einfach gut.

    • Profilbild
      [P]-HEAD  AHU

      Deine Aussage bestätigt meinen Eindruck! Der Fokus wurde eben auf eine tatsächliche 1:1 Kopie gelegt. Hier wurde bestimmt einiges probiert um dieses Ergebnis hinzubekommen.

  7. Profilbild
    Marco Korda  AHU

    Die 303-Sounds finde ich kaum vergleichbar. Für mich klingt die Resonanz nicht annähernd Acid-typisch, nur weil sie zwitschern kann (das können einige).
    Bei Basssynthies finde ich den Sweet Spot wichtig. 20 Hz „hört“ kein Mensch mehr im musikalischen Sinne, vielleicht fühlt man ihn. Oft schneidet man da eher mehr- oder minder steilflankig weg als dass man was durchlässt. Ist aber auch eine Genre-Frage.

    Den Bericht fand ich anschaulich und fühle mich gut informiert. Mein GAS indes ist noch auf Sparflamme. :-)… und ohne CV… aaaargh….. FEHLER!!!!

    • Profilbild
      [P]-HEAD  AHU

      Das es kein CV hat liegt wiederum daran, weil das Original mit linearen VCOs arbeitet. Also V/Hz und nicht V/Oct. Das hat mir gestern der Hersteller geschrieben. Das ist der Grund, und auch deswegen ist der Synth bei 5 Oktaven.
      Jetzt ist auch klar warum der Minitaur CV Eingänge und USB hat: Weil der Aufbau eben ein eher digitaler ist, somit auch überhaupt nicht vergleichbar. Der T-1 ist ein direkter Nachbau, ohne Schikanen oder moderne Gadgets, bis auf MIDI. Finde ich super!

      • Profilbild
        Marco Korda  AHU

        okay, das erklärt es technisch. Es ist also ein Klon, der nur von der Optik abweicht. Nun gut, ob man das braucht, muss jeder für sich entscheiden. Bin gespannt, ob die sich angesichts des Preises durchsetzen können.

      • Profilbild
        ISE500  AHU

        Was meinst du denn damit, daß der Minitaur einen eher digitalen Aufbau hätte und dadurch ÜBERHAUPT nicht vergleichbar wäre?

        Der Minitaur operiert mit v/hz VCOs.

        Und einen meinen vorherigen Posts, da habe ich dir darauf geantwortet, daß es Unsinn ist, daß es ein Nachteil wäre, daß der Minitaur nicht noch eine zusätzliche Oktave tiefer geht.

        • Profilbild
          [P]-HEAD  AHU

          Hey ISE500, ich kann nicht alles wissen, und bin schon viel zu viel „Elektroniker“ als mir lieb ist. Lieber mache ich Musik. Was ich damit sagen wollte ist, das es irgendwo eine digitale Steuerung geben muss, sonst würde es keinen USB Anschluss mit App geben, etc. Analoger Schaltkreis, ja, der irgendwie digital kontrolliert wird. Wenn Du sowas hast, kannst Du auch einen CHIP nehmen der das dann intern auf V/HZ umrechnet. So ungefähr stelle ich mir das vor. Sonst würde das beim Minitaur ja auch nicht gehen. Ist also viel mehr knowhow drin als bei T-1, wobei ich das KnowHow beim T-1 nicht schlecht machen will, denn so eine abgestimmte Schaltung nachzubauen ist bestimmt auch nicht ohne. Da muss schon Motivation dahinter stehen.

  8. Profilbild
    Django07  

    Wie – keine Bedienungsanleitung und dann drei Sterne?

    Das mag bei einem DIY-Projekt angehen, nicht aber bei einem kommerziellen Produkt.

    Hier geht es nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um einen Sachmangel nach § 434 Abs. 1 S. 2

    Mag ja toll klingen und die Firma sympathisch sein – das ist aber überhaupt nicht in Ordnung….

    • Profilbild
      [P]-HEAD  AHU

      Du kannst Dir sicher sein, das auch das minimal in die Bewertung mit eingeflossen ist. Die Gewichtung dieses Artikels liegt natürlich in der Hauptsache woanders. Dem Hersteller ist dies bekannt und er arbeitet dran. Aufgrund der geringen Komplexität des Gerätes in Bezug zu einem Musikschaffenden Künstlers, ist dies jedoch nicht so tragisch. Im Zuge Deiner Frage habe ich darüber nachgedacht, wer denn noch alles so keine Anleitungen in seine Geräte legt! Spontan fallen mir da alle Smartphone Hersteller ein: Apple, Samsung, und und und…
      Ach ja, Behringer ist auch mit von der Partie, denn vor einer Woche habe auch ich ein Eurorack Gerät gekauft, welches hier noch getestet wird, und dort war auch keine Anleitung drin. Bin eigentlich froh drüber, denn das spart wenigstens ein bißchen Papier.

      • Profilbild
        Django07  

        Das stimmt so nicht. Apple und Co haben Anleitungen – die müssen nicht in Papierform sein. Die Doku für iOS Geräte umfasst ausgedruckt tausende Seiten – auf Deutsch.

        Nur damit das deutlich wird: Geräte ohne Anleitung dürfen in Deutschland nicht verkauft werden, dass ist ein Sachmangel, der den Kaufvertrag nichtig macht.

        Moog hat auch vernünftige Anleitungen und Doku beim Minitaur dabei. Könnte ja sein, dass der Musikschaffende doch ein pasr Infos braucht. Die Anleitung einer Gibson SG hat 26 Seiten – und die hat deutlich weniger Bedienelemente.

        Behringer hat vielleicht keine tollen Anleitungen, die erfüllen aber die Anforderungen. Online passt hierbei völlig.

        Es IST tragisch und ich kann nicht nachvollziehen, wenn es relativiert wird, wenn die Interessen des Kunden entgegen gültiger Gesetze verstoßen wird. Btw: wenn eine Anleitung nur auf Englisch vorliegt, ist das zumindest ein Abmahnungsgrund.

        Das wäre auch das richtige Feedback an die Hersteller: eine schlechte Anleitung = ein schlechtes Review.

        • Profilbild
          [P]-HEAD  AHU

          Nun ja, so richtig weiß ich jetzt auch nicht, was ich auf Deinen Post schreiben soll. Es ist ein Testbericht zu einem Gerät, was uns Musiker Freude bereiten soll. Auch das lesen soll ein gewissen Maß an Freude bereiten und Informationen bereitstellen.

          • Profilbild
            Django07  

            Alles gut: ich habe Deinen Artikel nicht inhaltlich kritisiert (genau genommen: sehr gut recherchiert und gut verständlich). Weiterhin bin ich ein großer Freund davon, wenn Mitmenschen etwas auf die Beine stellen (Synth).

            Mir geht es darum, dass ich bei einer Top-Bewertung erwarte, dass das Paket rund ist und ich bedenkenlos kaufen kann. Vielleicht bin ich damit allein….

            Also: im Sinne einer Info und Entscheidungshilfe ein Top-Artikel.

            • Profilbild
              [P]-HEAD  AHU

              Du hast ja auch inhaltlich Recht, das mit den Online Manuals ist ja auch bekannt. Auch alles gut, dafür ist die Kommentarfunktion ja da, um sich auszutauschen.

  9. Profilbild
    Johnnie Beamer

    hmmm.. also ich weiß nicht so recht, der Klang haut mich jetzt überhaupt nicht von den Socken. Die Filter erinnern mich vom Sound her irgendwie an meinen (digitalen) Roland JV-1080 aus den 90ern – der ist zwar definitiv brauchbar, aber halt mal so gar nicht das, was ich von einem analogen Monosynth erwarte. Ich hab einen Minimoog-Klon (SE 02) und DER klingt mal soooowas von fett – da hat der T-1 (und vermutlich wohl auch ein Taurus) keine Chance dagegen.
    Dass die VCO des T-1 bis in den Infraschallbereich reichen, finde ich jetzt auch nicht grad als hervorhebenswert – was soll ich denn damit? Solche Frequenzen braucht man eher selten mal für reine Effekte.. und für Effekte würde ich mir einen etwas üppiger mit Parametern gesegneten Synth hernehmen (mit Ringmodulator, Sync, Feedback, LFO etc.) – Klar ist das kein Manko, aber wie gesagt würde ich einen T-1 echt nur für tonale Bässe nehmen und dafür reicht halt definitv ein Tonumfang, der ungefähr bei der tiefsten Note des Klaviers (27,5 Hz) beginnt.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE