Test: Doepfer A-100 Eurorack-System Modularsynthesizer

26. Oktober 2008

Analog Heaven by Doepfer

Vorwort der Redaktion:

Als dieser Artikel 2008 entstand, hätten wir uns niemals träumen lassen, dass sich aus den Euroreck-Modulen von Dieter Döpfer so ein hype entwickelt.

Seit einigen Jahren gibt es daher ergänzend zu diesem Artikel zahlreiche Grundlagenartikel und Workshops, die wir hier gerne auflisten und empfehlen möchten:

Das ewige Doepfer Modularsystem A-100

Da gibt es tonnenweise Plug ins, die analoge Synthesizer emulieren, und auch Modularsysteme werden von namhaften Softwareherstellern angeboten, die allesamt auch anständig klingen. Auch DSP gestützte Systeme, die den Host Rechner nicht belasten kann man erwerben. In dieser wirtschaftlichen Situation scheint es gerade zu mutig, wenn einige Hersteller trotzdem noch Modularsysteme in reiner Analogtechnik auf den Markt bringen und auch weiterentwickeln. Keine Presetsounds, kein Total Recall, kein mal eben schnell eine Songidee umsetzen. Ich möchte mich in diesem Test eigentlich nur davon überzeugen, dass ich so ein System nicht brauche! Aber seien Sie gespannt…

System 100

System 100

Nach dem Öffnen der zwei Kartons mit den beiden Testsystemen, von Dieter Doepfer freundlicherweise zur Verfügung gestellt, war ich erst einmal erstaunt, dass ein Modularsystem mit so vielen Modulen eigentlich relativ wenig Platz braucht. Ich habe natürlich gleich einen Platz in meinem kleinen Studio dafür frei gemacht.

Sieht doch schick aus, oder?

Knöpfe und Kabel

Knöpfe und Kabel

Das komplette Testsystem besteht aus 2 Grundrahmen mit jeweils 6 Höheneinheiten, die folgende Module enthalten:

  • A-110 VCO (Standard VCO)
  • A-110 VCO (Standard VCO)
  • A-114 RING MOD. (Ring Modulator)
  • A-115 DIV. (Audio Divider)
  • A-116 WP (VC Waveform Processor)
  • A-138 Mixer (Exp. Mixer)
  • A-138 Mixer (Lin. Mixer)
  • A-120 VCF1 (Low Pass Filter)
  • A-121 VCF2 (Multimode Filter)
  • A-131 VCA (Exp. VCA)
  • A-130 VCA (Linear VCA)
  • A-118 NOISE (White, Coloured, Random)
  • A-148 DUAL S&H (Sample and Hold)
  • A-145 LFO
  • A-146 LFO2 (Variable Waveform LFO)
  • A-160 CLOCK DIV.
  • A-161 CLICK SEQ.
  • A-180 MULTIPLES
  • A-170 SL (Dual Slew Limiter)
  • A-140 ADSR (Envelope Generator)
  • A-140 ADSR (Envelope Generator)
  • A-190 MCVS (Midi CV/Sync Interface)

Die oben aufgelisteten Module bilden für sich ein so genanntes Basissystem, welches vorverkabelt von Doepfer angeboten wird. Man hat mit diesem System schon ein beachtliches Klangpotenzial in seinen Händen.

Das zweite System wurde speziell nach meinen Wünschen zusammengestellt und wurde ebenfalls vorverkabelt geliefert. Es enthält folgende Module:

  • A-178 THER. (Theremin Volt. Source)
  • A-111 VCO 2 (High End Voltage Controlled Oscillator)
  • A-127 VCRF (Triple Voltage Controlled Resonance Filter)
  • A-180 MULTIPLES
  • A-109 VC SIGNAL PROC. (24dB Low Pass/VCA/Panning)
  • A-112 SAMPLER (VC Sampler/Wavetable Oscillator)
  • A-155 ANALOG/TRIGGER SEQ.
  • A-156 QNT (Dual Quantizer)
  • A-136 DIS (Distortion/Waveshaper)
  • A-125 VCP (VC Phase Shifter)
  • A-105 VCF (SSM 24dB Low Pass)

Zur Verarbeitung des Systems sei gesagt, dass es mich keineswegs während der Testphase gestört hat, dass die Klinken Ein- und Ausgänge im Miniformat sind. Die Drehregler der Module lassen sich sehr geschmeidig regeln, und hinterlassen durch ihre angenehme Schwergängigkeit einen hochwertigen Eindruck. Die Kippschalter, zum Beispiel im Sequenzermodul A-155, machen allerdings einen etwas wackeligen Eindruck, hier sollte man vielleicht im Live Betrieb nicht ganz so wild herumschalten. Es ist während der zweimonatigen Testphase trotz intensiver Benutzung aber auch kein Defekt vorgekommen, so dass man bei dem Preis die gebotene Qualität der Kippschalter doch in Kauf nehmen kann. Die mitgelieferten Patchkabel wurden in verschiedenen Längen produziert. Man hat also nicht so ein Kabelgewirr, wie viele Musiker befürchten. Für kurze Strecken kurze Kabel, für lange Strecken lange Kabel!

Nun möchte ich aber zu den einzelnen Modulen und ihren Funktionen kommen:

A-110 VCO

Die Quelle des tonal spielbaren Sounds ist natürlich der Oszillator. Der Standard VCO A-110 bietet die Grundwellenformen Sägezahn, Rechteck, Dreieck und Sinus, welche natürlich alle gleichzeitig zur Verfügung stehen. Der Tonumfang beträgt ca. 8 Oktaven. Diesem Oszillator kann man höchste Güte bescheinigen, man hört deutlich seinen Tiefgang und die Knarrzigkeit.

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Die CV Eingänge 1 und 2 sind zur Tonhöhenmodulation gedacht, wobei sich die Intensität des CV2 regeln lässt. Die Pulsbreite der Rechteckwelle lässt sich ebenfalls durch 2 Steuereingänge modulieren, auch hier ist der CV2 Eingang regelbar. Möchte man den Oszillator mit einem anderen synchronisieren, so ist dies über den SYNC Eingang möglich, wobei der Standard VCO A-110 nur ein Hardsync ermöglicht. Der später beschriebene A-111 High End Oszillator bietet aber auch die Möglichkeit der weichen Synchronisation (Softsync).

Wer sich mit Analogsynthesizern auskennt weiß, dass gerade die Möglichkeit der Oszillatorsynchronisation ein sehr weites Spektrum an verschiedenen Klangfarben ermöglicht.

A-114 Ring Modulator

Bei dem Modul A-114 handelt es sich um einen doppelten Ring Modulator. Die Eingänge X und Y werden miteinander multipliziert.

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A-115 Audio Divider

Das Modul A-115 Audio Divider dient zur Frequenzteilung des am Eingang liegenden Signals. Die vier gleichzeitig erzeugten Rechteckwellen teilen sich in Suboktaven auf. Am Ausgang greift man die Summe der Frequenzen und das Originalsignal ab. Alle Signale sind in ihrer Lautstärke regelbar.

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A-116 Waveform Processor

Mit dem A-116 VC Waveform Processor lässt sich das Eingangssignal dynamisch verändern. Das zu bearbeitende Signal wird gleichzeitig begrenzt und asymmetrisch verstärkt. Die beiden Signale werden addiert und liegen dann an der Audio Out Buchse als Ausgangssignal an.

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 A-138 Mixer

Der Mixer A-138 kann sowohl Audiosignale als auch Steuerspannungen mischen, je nach dem wie er ausgelegt ist. Es gibt ihn in zwei Varianten. Die Version mit linearen Potentiometern ist sehr gut geeignet für das Mischen von Steuersignalen, wenn man nicht genug regelbare Steuereingänge an einem Modul hat.

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Die logarithmische Version des Mixers ist in erster Linie für das Mischen von Audiosignalen gedacht.

A-120 Low Pass Filter

Auf das Modul A-120 Low Pass Filter war ich sehr gespannt, da es dem typischen Filtercharakter der Moogsynthesizer nachempfunden ist. Die Resonanz reicht bis zur Eigenschwingung und fungiert dann als Sinusoszillator. Das A-120 bietet 3 Steuereingänge zur Modulation der Filterfrequenz, wobei zwei Eingänge regelbar sind.

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Das Filter klingt hervorragend und bietet bei entsprechender Level Stellung auch den nötigen Schmutz. Ich habe hier ein paar Klangbeispiele, die demonstrieren sollen, wie unterschiedlich das Filter bei verschiedenen Leveleinstellungen klingen kann. Je höher das Audio In Signal, desto mehr verzerrt das Filter und der Sound bekommt einen stärkeren Charakter.

A-121 Multimode Filter

Das A-121 Filtermodul, ein Multimode Filter mit vier verschiedenen Ausgängen, die natürlich auch gleichzeitig zur Verfügung stehen. Das Filter hat eine Flankensteilheit von 12 dB.

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Als Besonderheit seien hier die Steuereingänge zur Modulation der Filterresonanz hervorzuheben.

A-105 Low Pass Filtermodul SSM2040

Noch ein Low Pass Filtermodul? Ja, und auch ein besonderes Filter! Es ist ein Nachbau der Filterschaltung die z. B. in den Synthesizern PPG Wave 2.3, Korg Monopoly, Korg Polysix Verwendung fand. Auch in den ersten Modellen des Prophet 5 von Sequential Circuits wurde der Vorgängerchip SSM2040 eingesetzt.

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Der hier verwendetet SSM2044 Chip weißt ein Klangverhalten auf, welches sich deutlich vom A-120 unterscheidet. Das schnelle übersteuern des Filtereingangs führt zu einer angenehmen Verzerrung, die in Verbindung mit dem Resonanzverhalten einen ganz eigenständigen Charakter zeigt. Anhand des Klangbeispiels hört man deutlich, dass bei zunehmendem Eingangslevel der Sound schon fast „böse“ wird.

A-130 VCA

Von den spannungsgesteuerten Verstärker Modulen gibt es ebenfalls zwei Varianten. Die exponentielle Version A-131 wird hauptsächlich für Audiosignale verwendet. Die Version A-130 ist linear ausgelegt und somit gut für Steueranwendungen verwendbar.

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Wie man sieht, gibt es zwei Audio Eingänge. Über die CV Eingänge lässt sich die Lautstärke des VCA modulieren. Die wohl häufigste Anwendung ist die Modulation durch eine ADSR Hüllkurve, damit man den Ton in seinem zeitlichen Ablauf steuern kann.

A-127 Resonanzfiltermodul

Das dreifache Resonanzfiltermodul A-127 VCRF besteht aus 3 Bandpass Filtereinheiten. Jede Filtereinheit besitzt einen eigenen LFO zur Modulierung der Filtereckfrequenz. Alternativ kann man die Filtereckfrequenzen aber auch durch andere Modulationsquellen über die 3 regelbaren Steuereingänge modulieren. Über eine Modifikation lassen sich die 3 Filtereinheiten aber auch als 12dB Tiefpass Filter einsetzen, jedes einzeln natürlich. Der Eingangspegel kann für verzerrte Klänge übersteuert werden.

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Jedes der 3 Filter kann am Audioausgang separat abgegriffen werden, oder steht als Mix zur Verfügung. Die einzelnen Lautstärken kann man natürlich auch noch regeln.

A-109 VC Signal Processor

Bei dem Modul A-109 VC Signal Processor handelt es sich um ein Kombinationsmodul, welches einen 24dB Tiefpassfilter, einen VCA und einen Panner beinhaltet. Dieses Modul wurde in einer limitierten Auflage produziert, da die benötigten CEM3379 nicht mehr hergestellt werden.

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Die besondere Filterschaltung garantiert, dass der Audiolevel innerhalb von 6dB konstant bleibt, wenn die Resonanz erhöht wird. Mit dem PAN Modul kann man die Lautstärke des linken und rechten Kanal modulieren. Beim Filter lassen sich die Filtereckfrequenz und auch die Resonanz modulieren, wobei es zwei feste und zwei regelbare Modulationseingänge gibt. Der Verstärker lässt sich, auch wie das Panning, in seiner Lautstärke modulieren

A-155 Analog Step-Sequencer

Liebhaber analoger Sequenzer werden dieses Modul in ihr Herz schließen. Der A-155 Analog/Trigger Sequencer besitzt 3 Trigger Reihen und eine Gate Reihe.

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Zur Laufwerkskontrolle stehen 4 Eingänge bereit, die sich auch manuell per Drucktaster kontrollieren lassen. Folgende Parameter lassen sich an- und ausschalten: Start, Stop, Step und Reset. Da die Eingänge kompatibel zum MIDI-Interface A-190 sind, lässt sich das A-155 ganz leicht zu MIDI synchronisieren. Mit dem Dual Quantizer A-156 können die Steuerdaten quantisiert werden. Dann kann man z. B. die Tonhöhe eines Oszillators in exakten Halbtonschritten steuern. Als Clocksignal kann natürlich auch ein LFO dienen, in dem man seinen Ausgang mit dem Step Eingang des A-155 verbindet.

Beide Reihen besitzen jeweils 8 Drehregler, die die Ausgangsspannung verstärken oder abschwächen können. Die Kippschalter bestimmen pro Step, welcher der vier Triggeroutputs sein Signal ausgibt. Die 3 Triggerreihen erzeugen kurze Impulse, die Gate Reihe liefert ein Signal in der gesamten Steplänge. Beide Analogreihen sind Glidefähig, so kann man z. B. schöne Portamentoeffekte auf Filterfrequenz oder Tonhöhe legen. Die Glidezeit ist dabei manuell regelbar. Auch lässt sich die Glidefunktion per Steuereingang aktivieren oder deaktivieren (Glide Ctrl.). Mit einem Rangeschalter für die obere Reihe kann man noch genau die Tonhöhensteuerung der VCOs einstellen. Die Pre- und Postbuchsen erlauben ein Abgreifen der Steuersignale vor oder nach der Glidefunktion.

Die unterste Reihe besitzt noch acht Audioeingänge. Hier können Audiosignale oder auch Steuerspannungen anliegen. Die Potentiometer über diesen Eingängen funktionieren dann als Abschwächer.

A-118 Noise Generator

Hier kann man es Rauschen lassen!

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Das A-118 Noise + Random Volt. Modul erzeugt weißes oder farbiges Rauschen. Ebenso kann eine Zufallsspannung erzeugt werden (Random Output). Die Zufallsspannung kann in ihrer Intensität mit einem Level Regler abgeschwächt werden. Auch die Geschwindigkeit der zufälligen Änderungen kann man mit dem Rate Regler manuell kontrollieren. Das farbige Rauschen kann durch zwei Regler (Blue und Red) beeinflusst werden. Rote Rauschanteile sind für untere Frequenzen und blaue Anteile für die hohen Frequenzen.

A-148 Sample& Hold

Das Sample&Hold Modul A-148 liefert gleich zwei getrennte Schaltungen. Hier werden Steuerspannungen erzeugt, die aus dem Sample Eingang und dem Triggereingang erzeugt werden. Der Trigger Eingang bestimmt dabei den Rhythmus. Wie so etwas klingen kann, hier ein Beispiel, wobei ein A-145 LFO das Triggersignal liefert und das A-118 Modul das Samplesignal (Random Output):

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Der Niederfrequenz-Oszillator A-145 liefert die Wellenformen:

  • 1.Invertierter Sägezahn
  • 2.Sägezahn
  • 3.Sinus
  • 4.Dreieck
  • 5.symm. Pulswelle

Der Reset Eingang dient zum zurücksetzen des Startpunktes, an dem der LFO anfängt zu schwingen. Die Geschwindigkeit kann mittels Drehregler eingestellt werden. Mit dem Range Kippschalter kann man zwischen drei verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen wählen, wobei L (low) in den Minutenbereich geht und H (high) bis in den Audio Bereich schwingt.

A-146 LFO

Beim A-146 handelt es sich um einen LFO mit veränderbarer Kurvenform.

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Die Wellenform ist mit einem Regler stufenlos kontrollierbar und reicht vom ansteigenden Sägezahn- über Dreieck- bis zum fallenden Sägezahn. Bei der Pulswelle kontrolliert der Regler die Pulsbreite.

A-125 VC Phase Shifter

Der A-125 VC Phase Shifter ist ein Phaser, der sich durch einen Eingang per Steuerspannung kontrollieren lässt. Mit dem Levelregler bestimmt man die Lautstärke des Eingangssignals.

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Der Shift Regler verschiebt die Phase. Der CV Regler dient als Abschwächer für die Steuerspannung am CV Eingang. Der RES Regler bestimmt die Resonanz. Mit dem Mix Regler kann man zum Phasersignal auch das Originalsignal hinzumischen.

 A-180 Multiple

Ein nützliches „Helfermodul“ ist das A-180. Es vervielfacht beliebige Ein- und Ausgänge des Systems. Wenn man z. B. weißes Rauschen aus dem A-118 Modul zu mehreren Modulen schicken möchte, so kann man den Ausgang des A-118 Moduls einfach mit dem ersten Eingang des A-180 verbinden und schon liegt an allen restlichen 7 Buchsen weißes Rauschen an. Man kann durch auftrennen der Lötbrücke im A-180 aber auch jeweils 4 Buchsen miteinander verbinden. Das auftrennen der Lötbrücke macht dieses Modul dann noch flexibler.

A-170 Dual Slew Limiter

Der A-170 Dual Slew Limiter enthält zwei getrennte Anstiegsbegrenzer. Mit dieser Funktion kann man ein typisches Portamento erzeugen. Beim ersten Slew Limiter lassen sich die Anstiegs- und Abfallzeit nur über einen gemeinsamen Time Regler einstellen.

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Der zweite SL hingegen ist variabler und lässt zwei verschiedene Zeiten für den Anstieg und den Abfall der Steuerspannung zu. Auch der Zeitbereich lässt sich mit einem dreistufigen Kippschalter noch verändern.

A-178 Theremin

Ein sehr interessantes Modul für die Performance auf der Bühne ist das A-178 Theremin Volt. Source Modul. Hier wird über eine Antenne + einer Hand die Steuerspannung kontrolliert, in dem man die Hand an die Antenne heranführt. Ein Gate wird am entspr. Ausgang ausgelöst, sobald ein eingestellter Threshold erreicht wird.

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Benutzt man zwei dieser Module, einen Oszillator sowie einen linearen Verstärker (A-130), kann man ein Theremin nachbilden. Dann steuert ein A-178 die Tonhöhe des VCO und das zweite A-178 die Lautstärke. Natürlich heißen aber auch alle anderen Steuereingänge des Doepfer Systems die Steuerspannungen des A-178 herzlich willkommen! ?

A-112 Sampler

Das A-112 Sampler Modul soll natürlich kein Sampler im herkömmlichen Sinn sein, sondern dient als Bereicherung durch seinen speziellen 8 Bit Klangcharakter. Der Speicher im A-112 teilt sich in zwei Bänken auf, die je 64kBytes groß sind. Eine Speicherbank enthält dabei 256 Pages zu je 256 Bytes. Nach dem Ausschalten bleiben die Daten erhalten, d. h. der Speicher ist nicht flüchtig. Mit einer Samplingfrequenz von 32 KHz kann man 2 Sekunden samplen. Die Sampling Frequenz kann bei der Wiedergabe reduziert werden, was sich natürlich auf die Tonhöhe auswirkt. Über eine Midi-Dump Funktion kann man seine Samples auf dem PC archivieren.

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Möchte man eine Wavetable erzeugen, so erfolgt der Zugriff auf den Speicher nicht sequentiell sondern per Page. Mit einer Steuerspannung, oder manuell, kann man dann die gewünschte Page Nummer anwählen. So kann man mit einer Hüllkurve oder einem LFO die Page Nummern durchfahren.

Als Effektgerät kann man den A-112 auch noch verwenden. Delay, Reverse Delay und Pitch Shifter stehen zur Verfügung. Die 8 Bit Auflösung unterstreicht dabei den Lofi-Charakter dieser Effekte. Die Effekte sind als kostenlose Beilage zu verstehen und lassen sich natürlich nicht mit hochwertigen Effektprozessoren vergleichen.

A-140 ADSR Envelope

Zur zeitlichen Beeinflussung von Steuerspannungen wird das A-140 benutzt. Eine einfache ADSR Hüllkurve mit insgesamt drei Ausgängen, wobei der letzte Ausgang die Steuerspannungen invertiert ausgibt.

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Ebenso wie beim LFO lässt sich auch hier ein Zeitbereich wählen (High, Low, Middle). Ein Gate Eingang, sowie ein Retrigger Eingang stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Schnelligkeit der Hüllkurve macht das A-140 Modul zu etwas ganz besonderem:

A-111 High End VCO

Im Gegensatz zum A-110 Standard VCO, schafft es der A-111 High-End VCO einen Tonumfang von ca. 12 Oktaven zu erzeugen.

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Die vier, gleichzeitig zur Verfügung stehenden, Wellenformen Rechteck, Sägezahn, Dreieck und Sinus lassen sich auf eine noch vielfältigere Weise beeinflussen als die des A-110. Die signifikantesten Unterschiede zum A-110 sind:

  1. Ein linearer FM Eingang, zur Erzeugung proportionaler Änderungen in der Frequenz des VCO. Somit könnte man sich aus mehreren A-111 ein analoges FM System aufbauen!
  2. Ein Soft-Sync Eingang. Viele Oberheim Synthesizer boten früher diese Möglichkeit der Oszillatorsynchronisation zusätzlich zum Hard-Sync an.
  3. Der Fine Tune Regler. Zur Feinabstimmung der Tonhöhe.

Der Klang des A-111 besticht ebenso wie der A-110 durch seine Tiefe und Brillanz. Die klanglichen Unterschiede zum A-110 bei den reinen Wellenformen sind Geschmackssache. Ganz klare Argumente für den A-111 sind natürlich die oben genannten Punkte. Hier noch mal ein Vergleich der reinen Wellenformen des A-110 und des A-111.

Und noch mal die lineare FM Möglichkeit des A-111. Erst wird hier exponentiell moduliert und dann linear:

Der Unterschied Soft u. Hardsync:

A-136 Distortion/Waveshaper

Das A-136 Distortion/Waveshaper Modul ist ein brachialer Verzerrer, der die komplexesten Kurvenformen liefern kann.

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Das eingehende Signal wird in 3 Wege aufgeteilt, die sich am Ausgang wieder mit unterschiedlichen Verstärkungen zusammenmischen lassen. Es lassen sich die Clipping-Schwellen manuell einstellen oder auch per externer Steuerspannung modulieren.

A-190 Midi/CV-Interface

Das wohl wichtigste Modul für jemanden, der das A-100 in ein Midisystem integrieren möchte ist das A-190 MCVS. Hier lassen sich Midisignale in Steuerspannungen und Gate/Trigger Signale umwandeln. Es ist einfach zu programmieren und besitzt einen nicht flüchtigen Speicher.

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Der CV1 Ausgang wird zur Steuerung der Tonhöhe der VCOs verwendet, natürlich nicht zwingend. Der CV2 Ausgang bietet im Gegensatz zum CV1, welcher mit 12 Bit arbeitet, nur eine Auflösung von 7 Bit. Der CV2 Ausgang bietet sich also daher eher zur Steuerung von Parametern wie z. B. VCF über Velocity an. Der Clockausgang liefert eine Midiclock, die sich mit einem einstellbaren Teilfaktor bequem teilen lässt. Ein Reset Ausgang kann z. B. den A-155 Analogsequenzer per Midibefehl zurücksetzen. Über den Gate Ausgang lassen sich weitere Hüllkurven triggern, die nicht intern über das Bus-System mit dem A-100 verbunden sind. Ein interner LFO, eine Portamentofunktion sowie eine Pitchbendfunktion befinden sich Softwareseitig ebenfalls im A-190. Diese Funktionen können mit entspr. Midicontrollern gesteuert werden.

Fakten zu Rahmen und Modulgrößen

Jeder Grundrahmen eines A-100 Systems besitzt eine oder zwei Busplatinen (je nach Größe der Rahmen). Auf diesen Busplatinen befinden sich bis zu 14 Anschlüsse für die einzelnen Module. Über diese Anschlüsse werden die Module mit Strom und, wenn nötig, mit CV und Gate Signalen versorgt. Ist ein A-190 MCVS an einem Bussystem angeschlossen, so erhalten alle Module, die ebenfalls an diesem

Bussystem angeschlossen sind, die nötigen Gate und CV Informationen automatisch über das Bussystem vom A-190. Man muss also nicht extra Strippen für die Tonhöhensteuerung der VCOs über Midi, oder das Triggern der Hüllkurven ziehen. Für mich ein unverzichtbares Modul!

A-160, A-161 Clock/Trigger Sequenzer

Mit dem Clock/Trigger Sequenzer A-161 und dem dazugehörigen A-160 Clock Divider lassen sich rhythmische Sequenzen erzeugen. Der Reset Eingang des A-160 ist dabei auch mit dem A-161 verbunden. Über ein Flachbandkabel werden diese beiden Module miteinander verbunden. Für anspruchsvolle Analogsequenzen steht natürlich der A-155 zur Verfügung. Aber es lassen sich, in Verbindung mit einem Mixermodul, auch kurze Sequenzen erzeugen.

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Fazit

Als ich mich zum Test des A-100 angeboten habe, wollte ich eigentlich nur eine Bestätigung, dass ich auch ohne ein analoges Modularsystem auskomme. Schließlich habe ich ja einen Nord Modular mit Total Recall, der auch fantastisch klingt und Möglichkeiten ohne Ende bietet. Nein, zum Musik produzieren brauche ich ein analoges Modularsystem nicht. Aber um mich zu freuen, wie ein kleines Kind, um wieder das Gefühl zu haben etwas „richtiges“ in der Hand zu haben (nicht falsch verstehen!?), um Sounds zu finden, mit denen ich sofort etwas musikalisches anstelle, weil ich sie ja nicht abspeichern kann, um meine digitale Computerwelt mit etwas analogem zu beleben, kurz: Um Spaß an der Sache zu haben, dafür braucht der Synthesizerfreak ein analoges Modularsystem! Ich bin froh, dass ich diese Entscheidung für mich getroffen habe. Wer also die Möglichkeit hat, ein analoges System wie das A-100 zu testen (bei einem Händler z. B.), der sollte sich gleich mit dem Gedanken abfinden, dass er es kaufen wird! Es sei denn man ist berechnend und gefühlskalt, dann kann einem so etwas nicht passieren.

Plus

  • Sehr guter Grundsound, der Klang ist über jeden Zweifel erhaben.
  • Die Vielfältigkeit der angebotenen Module.
  • Die Verarbeitung des gesamten Systems
  • Die Midieinbindung über entspr. Module
  • Stimmstabilität der VCOs, A-111 u. A-110
  • kompakte Größe, angenehm zu transportieren
  • Das beste Preis- Leistungsverhältnis von allen analogen Modularsystemen
  • kundenorientierte Modulplanung für die Zukunft

Minus

  • VCA Module haben nur einen Miniklinken Ausgang, hier wäre standardmäßig eine große Klinke von Vorteil.

Preis

  • Das Doepfer Basis-System 2 kostet derzeit etwa 1.600,-- Euro. Es gibt aber bereits kleine Einsteigersysteme die deutlich günstiger sind. Am besten sie informieren sich direkt auf der Webseite der Firma Doepfer über Preise und Verfügbarkeiten.
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    ein sehr schöner und informativer beitrag! der i.beispielsound hat
    auch gleich an den polysix erin-
    nert mit seinen ssm filtern. auch
    die hüllkurven scheinen ausrei-
    chend druck machen zu können.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    sehr schöner bericht (hab ihn nur überflogen, werd ich die tage aber noch ausführlicher lesen) denn ich habe mir vorgenommen mir ein modulsystem selbst zusammenzustellen. (andere leute sammeln eisenbahnen und basteln die zusammen, ich sammel eben module ^^). bei unserem musikhaus gibt es alle doepfer-module einzeln.

  3. Profilbild
    Moonbooter  

    Sorry, aber dieser Artikel hat gar nix. Lediglich die einzelnen Module werden erklärt. Da finde ich aber aussagekräftigere Beschreibungen auf der Herstellerseite. Die Vor- und Nachteile eines Modularsystems werden gerade mal angerissen. Die Audiobeispiele sind unter dem Aspekt der Möglichkeiten eines A-100 wirklich erbärmlich. Juhuu, die Patchkabel gibt es in unterschiedlichen Längen… das ist gut zu wissen. Wer es nicht wissen sollte: Ein Modularsystem verbraucht auch Strom !

  4. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Viele der hier aufgelisteten Module existieren immer noch, was für Doepfers Qualität spricht. Das Angebot wurde sogar noch kräftig erweitert, wie z.B. durch den A-110-2 Basic VCO, A-110-4 Quadr.ThruZero VCO, A-160-5 Ratcheting Generator oder A-147-2 VCDLFO. Viele Module werden dazu noch als Vintage Edition in edlem Schwarz angeboten, was im Rack einfach cool aussieht. Zum A-170 Dual SL sei noch erwähnt, dass nur der obere SL 1 für VCO-Steuerung wie Portamento geeignet ist Der untere SL 2 hat aufgrund seiner Dioden einen Offset von ca. 0,5V, wodurch ich ihn hauptsächlich als AR-Hüllkurve nutze.

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