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Test: Dtronics DT-RDX Controller für Reface DX

30. Januar 2019

Für immer vereint

Test: Dtronics DT-RDX Controller für Reface DX

Test: Dtronics DT-RDX Controller für Reface DX

Sobald der Dtronics DT-RDX Controller mit einem Yamaha Reface DX verbunden wurde, hat man das Gefühl, als wären die beiden bereits zusammen konstruiert und geliefert worden.

Der Dtronics DT-RDX-Controller im Verbund mit dem Yamaha Reface gehen damit eine wunderbare Symbiose ein, die zwischen Klangerzeuger und Controller selten so harmonisch erreicht wurde (vielleicht noch beim Roland JX-3P mit seinem Controller PG-300).

Montage und Verbindung

Die Montage ist kinderleicht. Die beiden Units können entweder gesteckt oder sogar miteinander verschraubt werden. Die Steckverbindung hält allerdings nur so lange, wie sich beide Geräte auf einer geraden Unterfläche befinden und nicht bewegt werden.

Grundsätzlich machen das Gehäuse und die beleuchteten Drucktaster sowie die kleinen Potis des RDX einen grundsoliden und stabilen Eindruck. Etwas frickeliger sind hingegen die auf der Unterseite angebrachten Miniatur-MIDI-Buchsen, für die dem Paket ein Y-Adapter beiliegt, um ein MIDI-Signalquelle mit beiden Units verbinden zu können. Hier gehört eine Portion Fummelei mit dazu, um alle nötigen MIDI- und Audiokabel mit beiden Geräten verbunden zu haben.

Die verkleinerten MIDI-Spezialbuchsen sind für mich so oder so ein Unding. Um es mal mit den Worten meines verstorbenen Großvaters zu sagen: „So etwas hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben!“

Test: Dtronics DT-RDX Controller

Fummel, fummel …

Ein weiteres Y-Kabel wird auf einer Seite mit dem Netzadapter des Yamaha Reface verbunden und versorgt dann mit den beiden Enden Controller und Keyboard.

Bedienung

Dtronics hat unter der Bezeichnung DT7 auch noch einen deutlich umfangreicheren Controller für die damaligen FM-Schlachtschiffe wie DX7. TX802 etc. im Programm, bei dem tatsächlich für jeden Parameter ein eigenes Poti zur Verfügung steht. Auch wenn der Yamaha Reface DX nur mit 4 statt mit 6 Operatoren arbeitet, so wäre das Bedienfeld etlich größer ausgefallen, hätte man auch hier stringent dieselbe Philosophie vertreten. Stattdessen muss man sich durch die einzelnen Operatoren schalten und kann dann entsprechend editieren. Das spart Platz und schlägt sich ganz sicher in einem günstigeren Verkaufspreis nieder.

Wie viele Operatoren man letztendlich gleichzeitig aktiviert hat, legen vier weitere Druckknöpfe fest.

Bitte klickt euch mal durch die Vergrößerungen der oben angzeigten Thumbnails.

Der Dtronics DT-RDX Controller in der Praxis

Der Dtronics ist eine wunderbare Erweiterung für den Yamaha Reface DX, das steht außer Frage. Die Bedienung geht (mit Lesebrille) flüssig von der Hand und macht richtig Spaß. Zu keinem Zeitpunkt vermisst man irgendeine Bedienungsanleitung oder kommt ins Stocken.

Ganz im Gegenteil, endlich hat man den für FM-nötigen „Trial & Error-Spaß“ mit direktem Zugriff, denn vorhersehbare Ergebnisse werden sich wohl nur bei FM-Profis einstellen.

Test: Dtronics DT-RDX Controller

Und genau hier stellt man sich natürlich die Frage, inwieweit sich ein solcher Controller für den FM-Laien lohnt. Immerhin ist der Kostenaufwand mit 300,- Euro ebenso hoch wie für den Reface DX selbst. Tatsächlich könnte man nun einen Preisvergleich zu gebrauchten Vintage-DX-Klassikern anstellen, denn ein ausgewachsener DX7II (mit 6 Operatoren und Dual-Sounds) kostet weniger als 400,- Euro und ist nicht besonders schwer zu bekommen. Der Vergleich hinkt aber insofern, da der direkte Zugriff auf die einzelnen Parameter dann immer noch nicht gegeben ist.

Trotzdem bleibt es ein zweischneidiges Schwert, denn selbst um die Release-Phase einer Glocke zu verstellen, muss man schon wissen, was man tut. Schnell hat man hier den falschen Operator verstellt und es passiert erst mal rein gar nichts.

Der Dtronics DT-RDX

Machen wir einfach einen Strich unter die Rechnnug und reduzieren das ganz einfach auf den Spaßfaktor – und der ist selbst für Einsteiger enorm groß. Und wer weiß, vielleicht wird ja aus dem einen oder anderen FM-Laien durch den Dtronics  RDX-Controller irgendwann ein ausgewachsener FM-Profi.

Alternativen zum Dtronics DT-RDX

Als  echte Alternative zu dieses Kombination wäre der Elektron Digitone zu nennen, der ebenfalls mit einer 4-Operatoren FM auskommt, ebenfalls 8-stimmig ist und am Ende sogar das selbe kostet wie Yamaha Reface DX und Dtronics DT-RDX zusammen.

Liegt in derselben Preisklasse, hat aber weniger Regler, dafür mehr Features: der FM-Synth Digitone

Die Elektron Digitone hat zwar deutlich weniger Regler, aber über seine schlaue Menüführung und das Display kommt man tatsächlich auch mit den 8 Reglern des Digitones schon ganz gut zurecht. Der Digitone glänzt aber mit einem ausgefuchsten Sequencer, während ihm wiederum die Tastatur fehlt, um zum Beispiel auch andere Units ansteuern zu können.

Hier wird man in sich hineinhören müssen, für welche der beiden Möglichkeiten man sich letztendlich entscheidet. Spannend sind beide und vergleichbar in gewissem Sinn auch.

Auch der Rücken kann entzücken

 

Fazit

Ich mag das Duett au Dtronics DT-RDX und Yamaha Reface DX. Und trotz der Unwegsamkeit der FM-Programmierung über einen Controller bekommt der DT-RDX von mir die volle Sternzahl. Dtronics hat  das Bestmögliche aus der Aufgabenstellung gemacht, den Yamaha Reface DX bedienbar zu machen. Und auch der Preis geht angesichts der hochwertigen Verarbeitung voll und ganz in Ordnung. FM-Einsteiger und Liebhaber haben aber aktuell für denselben Gesamtpreis mit dem Elektron Digitone eine Auswahl zu treffen, die sicher dem ein oder anderen nicht leicht fällt.

Plus

  • sehr gute Verarbeitung
  • tolles Konzept und Bedienung

Minus

  • Anschlüsse etwas versteckt und frickelig
  • Mini-MIDI-Buchsen

Preis

  • Dtronics RDX: 299,- Euro
  • Yamaha Reface DX: 315,- Euro
  • Elektron Digitone: 644,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    tonvibration  

    Coole Sache. Und sieht mit dem angewinkelten Controllpanel auch noch geil aus!
    Ich hab von FM keine Ahnung, obwohl mein allererster Synth (Ende 80er) tatsächlich ein gebrauchter DX21 war. Den habe ich aber bald verkauft, da die Soundprogrammierung (durch mangelndes FM Wissen) nicht nur komplett zufällig war, sondern durch die Folientasten auch noch sehr unspaßig / experimentierunfreudig. Ich denke auch, dass so ein Panel die Experimentierfreude wachsen lässt…
    Zufälliger Weise habe ich grad gestern eine Controlloberfläche für den VolcaFM an meinem AKAI MPK 61 erstellt. Ist easy. CC 40-50 überträgt das wichtigste. In den Editmode muss man zwar am Volca selbst gehen und auch die Operatoren und Modulatoren wechseln, aber der Rest geht bestens über die großen Fader des AKAI (viel besseres Gefühl als die kleinen Volca-Nippel). Und durch experimentieren sofort abgefahrene Sounds rausbekommen – mit Spaß…und weiterhin ohne (tiefergehendes) Wissen über FM. Kann das also nur empfehlen!

    • Profilbild
      Emmbot  AHU

      Ja leider gibt es keine CC beim Volca FM für den Editmodus. Wäre schon schön den Volca über Dexed zu7 programmieren.

      Aber die Parameter im FM wären ja auch mehr als die 128 CC’s.

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        tonvibration  

        Ähm…, nur das wir nicht aneinander vorbei reden: die CC-Regler gehen auch im Editmodus. Nur können Sie nicht einer eindeutigen Funktion zugeordnet werden, da sie je nach Auswahl des Operators mehrfach belegt sind (weswegen man diese an der FM selbst umschalten muss). Und da die Zuordnung nicht eindeutig ist, funktionieren auch die externen Editoren nicht. Aber in der Combo (Umschalten der Funktion an der Volca + Einstellen des Wertes über MidiCC) kann man die FM in aller Detailtiefe programmieren… (Einschränkung: Man hat die ganzen Operatoren und Modulatoren durch das Umschalten nie gleichzeitig auf dem Controllpanel, was – gerade bei deren Abhängigkeit bei FM – schon ein Vorteil wäre…)

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          Emmbot  AHU

          Okay das wußte ich noch nicht. Danke für die Erleuchtung, dass werde ich mal ausprobieren.

          Sehr gut Daumen nach oben.

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            tonvibration  

            Uhhh, ich glaube mir ist da ein Fehler unterlaufen… Die einzelnen Parameter der Operatoren kann man keineswegs so ansteuern!
            Zwar kann ich den Wert über CC 40 (Velocity) eingeben, die Auswahl des Parameter geht aber nur über den Knopf an der Volca. Somit hat man nie mehrere Parameter nebeneinader.
            Ist also auch nicht vergleichbar mit der Dtronic Fernsteuerung hier.
            Sorry, da sind mir mangelndem Wissen über die Tiefe der FM Klangerstellung die Pferde durchgegangen ;) *schäm*

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    Ashatur  AHU

    Das nenn ich mal fetzig ;-)
    Ganz ehrlich gebe sowas auch noch für einen DX 100 wäre ich oberglücklich.

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    Emmbot  AHU

    Toll ich finde alle Erweiterungen für Synths gut. Hier wurde die Bedienung nochmal ordentlich aufgebohrt.

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    iggy_pop  AHU

    Auf den ersten Blick mußte ich an diesen Casio-Synthesiser aus den 1980ern denken, an den man so Erweiterungsmodule clipsen konnte. War das der CZ230?
    .
    Der Programmer ist etwa genauso teuer wie der Reface DX… was bei einem Gerät wie dem Reface doch eher eine problematische Investition ist. Schöner wäre es, mit dem Programmer auch DX-7 oder DX-5 programmieren zu können.
    .
    Das geht wahrscheinlich nicht wegen anderer Parametersets.
    .

  5. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Diese Mini-MIDI-Buchsen wären bei der Größe des Gerätes gar nicht nötig, was es noch ärgerlicher macht. Der DT-01 (für den D-50/-05 etc.) ist um Einiges kleiner, hat aber dennoch normale DIN-MIDI-Buchsen. Ansonsten wäre der DT-RDX eine tolle Erweiterung für einen schon vorhandenen Reface DX.

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    p_carp  

    Macht schon was her definitiv, würde ich mir auch so ins Studio stellen obwohl ich nicht so der Yamaha freund bin, lädt es erstmal zum schrauben ein.

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    lightman  AHU

    Fürs lustige Schrauben ist der Controller bestimmt super. Allerdings darf man nicht vergessen, daß bei FM alle Carrier und Modulatoren in Abhängigkeit zueinander im Algorithmus stehen, und da beim RDX immer nur je einer davon verändert werden kann, werden FM-Neulinge damit unter Umständen auch nicht arg viel besser fahren, als mit der Bedienung auf der Oberfläche, zumindest bei zielgerichtetem Sounddesign.

    Ich kann jedem Interessierten nur empfehlen, sich in die Syntheseform in der Yamaha-Variante einzuarbeiten, dann blüht man mit so einem feinem Controller erst so richtig auf. Da ist zwar auch einiges an grauer Theorie dabei, aber es ist kein Hexenwerk, und wenn man die Grundlagen mal geschnallt hat, geht es recht schnell voran.

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      og_penson  

      „[…] daß bei FM alle Carrier und Modulatoren in Abhängigkeit zueinander im Algorithmus stehen, und da beim RDX immer nur je einer davon verändert werden kann, […]“

      Das klingt in der Rezension so, aber tatsächlich lassen sich mit der vorletzten Reihe Druckknöpfe (OP SEL) die Operatoren anwählen, deren Werte man bearbeiten will. Das können auch mehrere sein (deshalb sind die Knöpfe auch beleuchtet).

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        lightman  AHU

        Mein Punkt ist, daß man die Beziehung der Operatoren innerhalb des Algorithmus immer im Blick haben muß, um sinnvolle Entscheidungen treffen zu können. Es geht dabei nicht ums gleichzeitige Ändern von Werten (obwohl die von dir genannte Funktion hilfreich ist), sondern darum, die Übersicht zu behalten, wenn man tatsächlich gezielt einen bestimmten Klang erstellen und nicht nur rumschrauben will. Das ist bei FM essentiell.

        Anders gesagt, der RDX-Controller hilft sehr gut dabei, Ideen schnell umzusetzen, aber man muß sich trotzdem auf die FM-Synthese und ihre grundlegenden Funktionen und Vorgehensweisen einlassen, sonst kommt man auch damit nicht viel weiter.

        Ich bin zwar ein Hardwaremensch, aber bei FM sind Softwareeditoren meist die bessere Lösung, weil da die Hüllkurven der Operatoren graphisch dargestellt werden und man so ein viel besseres Gefühl für die Sache kriegt, als wenn man ständig sequentiell zwischen ihnen wechseln muß.

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          og_penson  

          Dann hab ich Dich falsch verstanden.

          In gewisser Weise hilft da aber das kleine Manko, das ich weiter unten beschrieben habe: dass die Anzeige des Reface nicht automatisch auf die entsprechende Seite wechselt, an deren Werten man gerade schraubt. So kann man am Reface einfach auf den „Algo“-Knopf drücken und nebenbei am Controller an irgendwelchen anderen Parametern schrauben, während das Display die ganze Zeit den gerade aktiven Algorithmus anzeigt. (Wobei ich sagen muss, dass es mir bei den 4 Operatoren auch nicht schwer fällt , mir den Algorithmus zu merken, und ich bin alles andere als ein FM-Profi.)

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    Saxifraga  

    smh – Ich hab‘ mir für 250€ einen SY77 gekauft, das Gummiband vom Diskettenlaufwerk erneuert und baue demnächst noch ein Display für 60€ selber ein.
    Ich habe 6 (oder 8?) Operatoren und kann alles aus dem Netz an Sounds saugen was ich im Leben nicht brauchen werde. Soundcards und ROM Cards gibt’s auch noch und sogar 64MB Speicherkarten mit N Bänken zum füllen.

    Wozu braucht man also dieses überteuerte Spielzeug?

    • Profilbild
      og_penson  

      Es soll ja Leute geben, die tatsächlich Spaß daran haben, Klänge in mühevoller Kleinarbeit selbst zu erstellen, anstatt sich stundenlang durch Presets zur kämpfen. Und von denen bevorzugt ein nicht gerade kleiner Anteil diese lustigen kleinen Drehregler.

      Ich persönlich kann FM ja nur ernst nehmen, wenn ich mindestens 8 Operatoren und eine grafische Oberfläche zum Bearbeiten habe.
      Wozu man sich irgendeine große, alte Kiste als Staub fangende Preset-Schleuder ins Studio stellt, ist mir ein Rätsel…

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      iggy_pop  AHU

      So einen Reface kauft im Vergleich zum SY77 jemand, der a) entweder auf den vorhandenen Platz achten muß oder der b) nicht so fürchterlich ambitioniert in die Bedienung eines FM-Schlachtschiffes einsteigen will.
      .
      Andere Zielgruppe, schätze ich.
      .

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      lightman  AHU

      Der SY77 ist ein Synthesemonster, mit dem man richtig coole Sachen machen kann. Ihn nur als Presetabspieler einzusetzen, tut mir in der Seele weh. Aber gut, jeder wie er will und kann, wa, der Eine ißt jeden Tag im Restaurant, der Andere kocht sein Essen lieber selbst, so hat halt jeder sein Ding.

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        Saxifraga  

        Ich koche mein Essen selbst, aber FM Sounds sind mir zu unvorhersagbar. Als gelernter Physiker ist mir auch klar warum. Ich bin immer erstaunt wenn jemand damit überhaupt was zustande bringt.
        Und warum immer neue Geräte kaufen, wenn man auch alte aufarbeiten kann? Spart Resourcen und verhindert Technik Müll. Diese vielen kleinen Miniaturinstrumente sehen eher nach Jäger&Sammler Kultur und Consumerism als nach Musizieren aus.

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          lightman  AHU

          Für einen gelernten Physiker ist diese Einstellung zu einer altbekannten Syntheseform schon erstaunlich. Laß‘ dich einfach mal auf FM im Yamaha-Stil ein, da ist weniger Okkultismus dabei, als man von der reinen Lehre (Chowning 1973 et al.) denken könnte. Abgesehen davon ist 4op FM wie hier im Reface DX nochmal anders/zugänglicher als etwa beim 6op DX-7 oder gar beim 16op (je 8 voiced/unvoiced) FS1R, das kriegt man schon hin, auch gezielt, also nicht nur durch Trial and Error. Letzteres ist bei FM sowieso nicht immer ersprießlich, deshalb ja auch mein ursprünglicher Einwand zum hier gezeigten RDX-Controller.

          Was die Reface-Geräte betrifft, ist da natürlich schon ein bißchen Verspieltheit und das Boutique-Ding dabei („Consumerism“ ist mir dafür zu hart), die nicht in allen Fällen funktioniert, beim Reface DX jedoch schon, abgesehen davon hat das Teil einen sehr schönen, druckvollen Klang. Nicht alles ist Gold, was glänzt, aber auch nicht alles Dreck, was dunkel ist… :)

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            GioGio  AHU

            @lightman: Ich habe eine Frage. Also den Klang vom Reface DX finde ich auch Hammer und Volca kommt für mich nicht in Frage. Digitone ist glaube ich was Hüllkurven angeht nicht ganz so FM, wie Reface und eigentlich mag ich Elektron auch nicht (obwohl das Display ja besser ausschaut, als bei den alten Elektrons). Doch nun zur Frage: Hat Dich beim Reface nie der extrem eingeschränkte Speicherplatz gestört? Meinst Du man könnte wirklich recht fix lernen gezielt schöne und komplexe Flächen etc. erstellen, ohne diese zwingend speichern zu müssen? Mit Sysexdumps hätte man ja widerum das Problem, dass diese sich dann nur im jeweiligen Projekt befinden. und die App die es gibt, wird es in der Zukunft vielleicht ja nicht mehr geben (–> Kompatibilität).

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              lightman  AHU

              32 Speicherplätze sind nicht viel, da kommt man um Sysex-Dumps nicht rum, wenn man sich eine Bibliothek eigener Patches anlegen will.

              Eine gute Methode, die Dumps für die Zukunft zu sichern, ist, sie mit der DAW zu empfangen und dann als Standard MIDI-FIle (*.mid) zu speichern. Wichtig ist dabei, daß es wirklich ein echtes Standard MIDI-File ohne proprietäre Zusätze der DAW ist, da mußt du bei deiner Software mal ins Manual schauen.

              Software kommt und geht, aber das Standard MIDI-File-Format wird so schnell nicht verschwinden, sollte also zukunftssicher sein. Auf diversen Datenträgern liegen bei mir noch zig solcher Files, teilweise von Geräten, die ich schon lange nicht mehr habe… muß da mal bei Gelegenheit durchfeudeln.

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                GioGio  AHU

                Danke für die fixe ausführliche Antwort :)
                Aber bei so Midi-Dumps, kannst Du dann nie wirklich eigene Presets klanglich durchsteppen, oder? D.h. ich muss mir den Klang dazu irgendwie merken, oder ein (z.B. Cubase-) Projekt anlegen und parallel öffnen um kurz zu schauen, ob ich einen passenden schon erstellten Klang finde für eine neue Session.

                Ich dachte schon mal ob man ein eigens dafür ein altes Ipad besorgt, die App drauf ballert und dann über Bluetooth und diesen Adapter die Sounds durchgeht und das Ipad niemals updated und nur dafür verwendet…? Das wäre eine Pro-Lösung für die Zukunft, oder nicht?

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                  lightman  AHU

                  Erstelle einen neuen Sound, speichere ihn auf dem Reface DX, sende ihn als SysEX-Dump zu deiner DAW in ein leeres Projekt, speichere/rendere den Track als Standard MIDI-File, und fertig. Wenn du ihn in einem neuen Stück verwenden willst, hängst du den Track einfach wieder in dein neues Projekt rein und schickst ihn vorher zum Reface (indem du ihn einfach abspielst, während der Synth mit IN und OUT an deinem MIDI-Interface hängt), und schon kanns losgehen.

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                    lightman  AHU

                    Nachtrag: Die Sache mit dem iPad funktioniert natürlich auch. So ähnlich mache ich das im Prinzip seit mehr als zwei Jahrzehnten mit (mittlerweile) drei Atari STs und meinen diversen FM-Synths. Für alle Yamaha 4ops verwende ich ausschließlich YSEDITOR, für den DX-7 kommt ein anderer alter Computer (Yamaha CS5MII/128 MSX Computer mit DX-7 Voicing Cartridge) zum Einsatz, da wird allerdings noch auf Tape gespeichert.

                    Der Reface DX-Editor fürs iPad soll recht gut sein, da kannst du dann auch alle deine Sounds verwalten.

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                      GioGio  AHU

                      Wow, das mit den 3 Atari STs :D Respekt!
                      Ich dachte auch schonmal bei einem Nord Modular G2 (den ich mir dann doch nicht kaufte) darüber nach, dem dann einfach einen alten Laptop zu schenken – und schon gibt es keinen Nachteil mehr.

                      Ich denke ich werde das mit dem Ipad machen, das wäre vielleicht der komfortabelste Weg. Ich glaube die Sounds kann man in der App direkt vorhören, aber das muss ich nochmal herausfinden. Das wäre toll, wenn man die nicht erst reinladen muss und Sounds schnell durchskippen kann.

                      Die Frage die sich mir jedoch gerade stellt ist: Man nutzt ja dafür so ein Bluetooth-Teil, was an den Midi-Anschlüssen angeschlossen wird. Ist das dann überhaupt noch möglich wenn man den RDX Controller verwendet? Ist nur eine Verlängerung der „Kette“ – demnach schon, oder? Mit der DAW würde ich den Reface ja über USB dauerhaft verbinden.

  9. Profilbild
    og_penson  

    Ich hatte heute die Gelegenheit, den Controller selbst kurz anzutesten und war von der Qualität positiv überrascht. Beim Anblick der kleinen Drehregler auf Fotos hatte ich meine Zweifel, aber in der Praxis fühlt sich das trotz der geringen Größe sehr gut und hochwertig an. Kein Wackeln und auch nicht zu leichtgängig.

    Einziges kleines Manko: Das Display wechselt nicht auf den Wert, an dessen Regler ich gerade rumspiele. Das mag bei manchen Einstellungen nicht so wichtig sein (oder wenn ich an zwei komplett verschiedenen Werten gleichzeitig drehe), aber ich finde es z.B. gerade beim Editieren der doch sehr speziellen Hüllkurven einfacher, wenn ich die grafische Darstellung auf dem Display sehe – von der Auswahl des Algorithmus ganz zu schweigen, und dazu muss man dann doch erst am Reface selbst die entsprechende Seite anwählen um die Änderungen auch auf dem Display verfolgen zu können.

    • Profilbild
      GioGio  AHU

      Wie meinst Du das, also dass das Display nicht auf den Wert wechselt? Generell nicht? Denn ein paar Sätze später sagst Du, dass man dazu die entsprechende Seite auswählen muss. Mir ist die grafische Darstellung auch wichtig und ich überlege seit ein paar Wochen einen RDX zu kaufen. Wenn ich nun z.B. auf die Hüllkurvenpage gehe und dann an am RDX Knöpchen der Hüllkurve drehe, dann sehe ich auch in Echtzeit, wie sich die Werte der Hüllkurve und somit grafische Dartsellung ändert?
      Sorry, wenn ich nicht ganz peile wie Du das meintest :)

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        og_penson  

        Deine Annahme ist richtig. Du siehst im Display die Änderung, die Du am Controller vornimmst, aber eben nur, wenn das Display auch gerade den Wert anzeigt, an dessen Regler du drehst.

        • Profilbild
          GioGio  AHU

          Immerhin – ich dachte schon. Aber Du hast Recht, es wäre natürlich toll, wenn man den jeweiligen Bildschirm nicht zusätzlich am Reface anwählen müsste, sondern kaum man einen Regler einer Sektion am RDX berührt, automatisch auch auf den entsprechenden Bildschirm gewechselt wird. Das müsste auch easy möglich sein, oder nicht? Wäre das nicht so was in der Art wie Bank-Select Befehle?

  10. Profilbild
    phil_dr110  

    Das Teil ist bestimmt nett, aber ich habe nach wie vor einen DX 7 II-D, mit dem ich liebend gerne Klänge, ausgehend vom INIT- Patch mache. Ich bin beileibe kein Mathefreak, aber so schwer ist FM- Synthese nun auch wieder nicht ;)
    Die hab‘ ich damals mit ’nem DX – 100 gelernt. Wir hatten ja nix, also musste alles aus der Kiste rausgeholt werden, was ging :)

    Den TG – 77 habe ich einem Freund gegeben. Der kann zwar noch mehr, aber machte mir weniger Freude, auch mit Editor.

  11. Profilbild
    GioGio  AHU

    Es wäre toll, wenn man das, was og_penson etwas weiter oben kritisiert, im Test erwähnen könnte u. vielleicht auch dem Hersteller mitteilt. Wäre vielleicht ja durch ein Update zu erfüllen.
    Das wäre echt toll, wenn der Bildschirm je nach Regler/Sektion mit umschalten würde. Für FM-Beginner ist grafischen Darstellung schon nice.

    Ich bin trotzdem heiß auf den RDX u. hab mir den schon vor kurzem vorgemerkt.
    Endlich ein gut zu bedienender Reface DX. Was sollte auch diese Touch-Bedienung. Damit lässt sich nicht wirklich flüssig und intuitiv arbeiten.
    Was ich nach wie vor schade finde ist, dass der Speicher so enorm klein ist. Das hat mich sehr enttäuscht. Aber einen Controller mit Speichererweiterung zu entwickeln wäre wahrscheinlich zu viel verlangt und würde den preislichen Rahmen für so ein kleines Unternehmen sprengen.
    Gerade bei FM-Synthesizern verlangt es nach genügend Speicherplätzen. Da muss man wohl mit der blöden App vorlieb nehmen, die dann in 10 jahren wohl eh nicht mehr kompatibel zum Betriebssystem ist :(
    –> Das würde wiederum für den Digitone sprechen. Auch wenn er nach Elektron-Bedienbarkeit ausschaut. Kann man den denn wirklich vergleichen mit dem Reface DX? Ich dachte immer der Digitone ist eher so ne Mischung aus FM und subtraktiver Synthese. Denn die Hüllkurven gab es in der Funktion dort nicht, oder? Dafür jedoch Filter und so.

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      lightman  AHU

      Der grundlegende Unterschied zwischen dem Digitone und dem Reface DX liegt in seiner ungewöhnlichen Verschaltung der Operatoren. Während der Reface DX abgesehen von diversen neuen Features im Kern ein klassischer 4op FM-Synth ist, ist der FM-Bereich beim Digitone als Klangquelle innerhalb eines subtraktiven Aufbaus zu sehen.

      Beim Digitone werden nicht die einzelnen Operatoren editiert, sondern Operatorengruppen, die in logischer Beziehung zueinander stehen. Dabei gibt es jeweils einen Carrier (C) und drei Modulatoren (A, B1 und B2). Wenn man also am entsprechenden Regler für Modulator B dreht, werden immer B1 und B2 relativ zueinander gleichzeitig verändert.

      Dadurch kommt der Digitone mit weniger Reglern als der RDX-Controller aus, außerdem werden die Wertveränderungen der Operatorengruppen (Frequenzverhältnisse) in einer festen Abfolge hoch- und runtergezählt, was zu weniger schrägen Ergebnissen führt. Zusätzlich gibt es noch andere Parameter wie Harmonics oder Detune, die den Sound stark anreichern können, und dann wird die ganze Chose durch den Overdrive, die Filter und den VCA gejagt, so wie man das von subtraktiven Synths kennt.

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        GioGio  AHU

        Danke für die Aufklärung. Du hast echt gut Plan! :)

        Klingt so, als wenn man beim Digitone den komplizierteren Teil der FM umgangen wäre und das beste aus zwei Welten schlau kombiniert hätte. Auch wenn es weniger schräge Ergebnisse gibt, so kann das ja zielführender sein und würde eventuell für einen Digitone sprechen, wenn man sich nict in die Tiefe der FM begeben will.

        Andererseits klingt der Reface vielleicjt spannender, gerade weil er dies von einem abverlangt. hat sowas von „Neue Welten“ betreten, oder „das unbekannte erforschen und schauen ob man es überlebt“ :D

        • Profilbild
          lightman  AHU

          FM ist mein Ding :) Mit dem Digitone kann man zwar auch klassische FM-Sounds erzeugen, aber durch die nachgeschalteten subtraktiven Elemente kann er ganz anders und neu klingen. Dazu kommt natürlich noch der starke Sequenzer. Man muß halt die Elektron-Arbeitsweise mögen.

          Der Reface DX bietet auf der Oberfläche auch einige vereinfachte Zugriffsmöglichkeiten, allein damit lassen sich schon viele coole Sounds basteln. Statt einem Sequenzer hat er einen Looper, der zwar nett ist, aber nicht an die Features des Digitone heranreicht.

          Schwierig, da eine Empfehlung auszusprechen. Ich persönlich tendiere eher zum Reface DX, würde dir aber auf alle Fälle empfehlen, den Digitone mal live zu testen, das Teil kann wirklich was und klingt super.

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