Test: Elysia XFilter Mastering Edition, Stereo-Equalizer

21. Februar 2020

Klang in Reinkultur!

elysia xfilter mastering edition

Elysia XFilter Mastering Edition, Stereo-Equalizer

Wer in den letzten Jahren sich ein wenig im professionellen Segment der Signalverarbeitung aufgehalten hat, wird sehr wahrscheinlich auf den Firmennamen Elysia gestoßen sein. Die  verschiedenen Produkte der Nettetaler Firma genießen aufgrund ihrer herausragenden Qualität  sehr großen Respekt in der Szene, die unter anderem mit konsequenter Fertigung in Deutschland auf sich aufmerksam macht. Insbesondere der Stereo-EQ XFilter hinterliess in den letzten Jahren einen sehr guten Eindruck, was das Unternehmen dazu bewegte nunmehr die Elysia XFilter Mastering Edition auf den Markt zu bringen.

Die Unterschiede des Elysia XFilter Mastering Edition

Was unterscheidet die Mastering Edition von dem regulären XFilter, das vom Kollegen Markus Schroeder bereits 2013 unter diesem Link unter die Lupe genommen wurde?

elysia xfilter mastering edition

Um ehrlich zu sein, hier hüllt sich Elysia bzgl. weitergehender Detailauskünfte in umfangreiches Schweigen. Lediglich der Hinweis, dass die Bauteile des Innenlebens nunmehr per Computer ausgewählt werden und sich die Fertigungstoleranzen weiter verringern konnten, war in Erfahrung zu bringen, mehr leider nicht. Es gestaltet sich daher auch ein wenig schwierig, den Unterschied im Ladenpreis von fast 50% zu der regulären Ausführung zu erklären, zumal ich leider den Klang nicht in einem A/B Verfahren im direkten Vergleich analysieren konnte. Es bleibt also nur die Möglichkeit, den Filter in seiner Art an sich zu untersuchen, ohne weiter führende Unterschiede aufzeigen zu können.

Um es vorneweg zu sagen, bis auf die etwas dunkler gehaltene Frontplatte sind die beiden Versionen von ihrer Bedienung, ihren Reglermöglichkeiten und den Anschlüssen her identisch. Nach wie vor handelt es sich bei dem Elysia XFilter Mastering Edition um einen Stereoequalizer, der auf beide Seiten mit seinen 4 Bändern gleichermaßen zugreift. Natürlich kann das Produkt auch Mono betrieben werden, seine wahre Stärke bringt er jedoch als Outgear im Mixdown oder Mastering Strip. Dual Mono ist prinzipiell möglich, macht aber aufgrund der Konstruktion wenig Sinn.

elysia xfilter mastering edition

Die in gebürsteten Aluminium gehaltenen 8 Regler sind allesamt auf 41 Schritte gerastert und laufen angenehm schwergängig. 4 Regler sind für die sich überlappenden Frequenzbänder, 4 für das Gain-Verhalten zuständig. 6 Druckschalter in der Mitte der 1 HE Rackeinheit greifen auf die unterschiedlichen Bänder in verschiedenen Funktionen zu. Ganz links nimmt ein Bypass Schalter den EQ komplett aus dem Signalweg, ein Hochpass und ein Tiefpassfilter nehmen entsprechend Bässe und Höhen aus dem Klangbild, wobei 2 Druckschalter die Güte der Tief- bzw. Hochmitten bearbeiten.

elysia xfilter mastering edition

Der auf die witzige Bezeichnung „Passive Massage“ lautende Druckschalter auf der rechten Seite fügt bei ca. 12 kHz eine Anhebung von ca. 3 dB hinzu und sorgt so für eine gewisse „Luftigkeit“ im Signal, was im Anglo-amerikanischen Kontext auch gerne als „Air“ bezeichnet wird. Diese Höhenbearbeitung arbeitet im Gegensatz zu den anderen Bändern rein passiv.

Alle weiter führenden Details bitte ich dem o. g. ausführlichen Testbericht von Markus Schroeder zu entnehmen.

Elysia XFilter Mastering Edition Profil

Der Klang des Filters

Schon nach den ersten Drehbewegungen wird klar, dass es sich bei dem Elysia XFilter Mastering Edition um einen Filter der obersten Liga handelt. Obwohl der Filter vergleichsweise fein ins Klanggeschehen eingreift, sind die Regelmöglichkeiten des anliegenden Materials bei Bedarf geradezu dramatisch möglich. Die einzelnen Möglichkeiten im Einzelnen aufzuführen würde den Rahmen eines Testberichts komplett sprengen, man kann sich aber sicher sein, dass man etwas Passendes für sich findet.

elysia xfilter mastering edition

Für die Klangbeispiele habe ich ein neutral, trocken aufgenommenes Drumset genommen, das für sich genommen relativ belanglos klingt. Pro Klangbeispiel wurde jeweils nur ein Frequenzband bearbeitet. Man hört sehr gut die perlige Auflösung des Filters und seine herausragende Klangqualität.

Auf der anderen Seite habe ich den Filter einmal in einem ganz anderen Kontext benutzt, wobei es mir leider nicht erlaubt ist, Klangbeispiele hiervon ins Netz zu stellen, da es sich um eine noch zu veröffentlichende Aufnahme handelt. Meine Aufgabe war es, ein hundsmiserables Bootleg eines Live-Konzertes so weit wie möglich zu „reparieren“ um es unter eine im Gegenzug sehr gute, dazugehörende Videoaufnahme zu legen. Auch hier überzeugte der Elysia XFilter Mastering Edition auf breiter Front und war sich auch nicht zu schade, das krachende und übersteuerte Grundmaterial in eine erträglichere Version zu überführen.

Elysia XFilter Mastering Edition Detailansicht

Fazit

Mit dem Elysia XFilter Mastering Edition hat das Nettetaler Unternehmen ein ganz heisses Eisen im Feuer, wenn es um Stereofilterarbeit im High End Bereich geht. Der Filter glänzt mit einem herausragenden Grundklang, sehr guter Verarbeitung, einem extrem niedrigen Gewicht von unter 2 Kilogramm und sehr großer Praxistauglichkeit. Wer auf der Suche nach einem sehr musikalischen Filter ist, sollte sich unbedingt einmal den Elysia XFilter Mastering Edition zu Gemüte führen.“

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Gewicht

Preis

  • 1.899,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    whitebaracuda  

    Hallo Axel,

    Danke für den schönen Test.
    Ich denke dass sich das „passiv“ rein auf das zusätzliche High-Band bezieht. Der grosse Rest scheint hochwertig, aber aktiv zu sein.

    Unter passiven Filtern verstehe ich solche mit Spulen und Kondensatoren.
    Sobald mit OP Amps gearbeitet wird, nennt man es in der Regel aktiv.

    Viele Grüsse ‚cuda

    • Profilbild
      Franz Walsch  AHU

      »T« schreibt dazu »zusätzliches passives High-Band«.
      Ausführlicher »Gearnews«: »Und auch ein passives High-Band mit abgeschirmten Spulen steckt hier drin.«.
      Die Herstellerseite war nicht erreichbar.

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Du hast Recht, meine Formulierung ist in der Tat etwas unglücklich gewählt. Der Begriff „Passiv“ erstreckt sich nur auf das zusätzliche Höhenband, es sollte besser heißen „ein echter analoger Filter“.

      Mea culpa.

      • Profilbild
        whitebaracuda  

        Halo Axel,
        Ja, damit triffst du den Nagel auf den Kopf.

        Danke nochmals, deine Artikel sind immer sehr interessant zu lesen!

        Viele Grüsse
        ‘cuda

  2. Profilbild
    justme  

    Spannende wären in der Tat auch ein paar Klangbeispiele mit weniger subtilen, speziell im Bass-/Tiefmittenbereich, sondern eher „dramatischen“ Klangeingriffen…

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