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Test: Eurolite QuickDMX Wireless Bundle Lichtsteuerung

Lichtsteuerung ohne Kabel im WLAN

14. Juli 2022
Test: Eurolite QuickDMX Wireless

Das Eurolite QuickDMX Wireless Bundle besteht aus einem Sender und zwei Empfängern

Kabel, Kabel, Kabel, immer und überall Kabel – das kann ganz schön nervig sein, wenn auf der Bühne oder im Proberaum alle möglichen Geräte mit Kabeln untereinander verbunden werden müssen. Und dies betrifft nicht nur den gesamten Bereich Audio, sondern auch die Beleuchtung, beziehungsweise sämtliche Gerätschaften, die man sonst noch gerne per DMX ansteuert. Hier sind zum Beispiel Moving Heads, Lichtleisten, Hazer, Nebelmaschine, Effektbeleuchtung und vieles mehr zu nennen. Sollen beim Auftritt der Band oder der Show des DJs kleinere oder auch komplexere Lightshows die Performance unterstützen, werden die in der Regel mit einem Controller gesteuert (Hardware oder Software), der die Signale über das DMX Protokoll zu den untereinander verbundenen Geräten schickt. DMX steht für Digital Multiplex und ist ein Steuerprotokoll für sogenannte Fixtures (zu steuernde Geräte). Wer mehr über diese Art von DMX Lichtsteuerung lesen möchte, dem empfehle ich unseren ausführlichen Workshop. Unter diesem Link gibt es viele nützliche und wissenswerte Informationen zum Thema.

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So wie im Audiobereich gerne Funkstrecken für den Verzicht auf das Kabel und die mobile Freiheit eingesetzt werden, lässt sich auch in der Lichttechnik das eine oder andere Verbindungskabel überflüssig machen. Die Daten werden dann per Funk im WLAN übertragen. Eine bekannte Möglichkeit für Bands und DJs ist die Nutzung von Wireless DMX mit einem Sender und einem oder mehreren Empfängern. Damit entfällt die manchmal lange oder umständliche Verkabelung zwischen dem Controller und den DMX gesteuerten Geräten im Lichtaufbau. Es lassen sich dabei nicht selten etliche Meter DMX Kabel einsparen. Das Grundprinzip der Übertragung im WLAN kennen wir im Audiobereich von Gitarrensendern oder Aufstecksendern bei Mikrofonen. Der bei der drahtlosen Übertragung von Lichtsteuersignalen in den Controller eingesteckte Transmitter (Sender) und der oder die Receiver (Empfänger) kommunizieren bei Wireless DMX ebenfalls im 2,4-GHz-Band (ISM-Band). Das ist ja bekanntlich weltweit anmelde- und gebührenfrei.

Eurolite QuickDMX Wireless Bundle

Unter der Marke Eurolite bietet das Musikhaus Thomann ein Kombi-Set an, das den Einstieg in die drahtlose DMX Technik erleichtert. Es trägt die Bezeichnung Eurolite QuickDMX Wireless Bundle und besteht aus zwei Eurolite Quick DMX Wireless Empfängern und dem passenden Eurolite Quick DMX Wireless Sender. Mit diesem Set lassen sich mindestens zwei Geräte gleichzeitig drahtlos im DMX Universum mit bis zu 512 Kanälen ansteuern. Und zwar bis zu einer Reichweite von 400 m bei Sichtkontakt (laut Herstellerangabe). So können zum Beispiel längere Strecken bis zu den ersten Fixtures überbrückt werden, die untereinander ganz klassisch wieder per DMX Kabel verbunden sind. Also so: Das erstes Gerät in der Kette wird mit Wireless DMX angesteuert, das nächste und alle weiteren sind dann wie üblich verdrahtet.

Unterschiede im Anschluss

Sender und Empfänger des Eurolite Sets sehen aus, wie in die Länge gezogene XLR-Stecker mit 18 mm Durchmesser und einem Gewicht von 80 g. Schon auf den ersten Blick unterscheiden sie sich in der Art der Anschlüsse. Beim Transmitter gibt es einen dreipoligen männlichen XLR-Steckkontakt, beim Empfänger entsprechend den weiblichen Steckkontakt. Die Längen sind jeweils knapp 130 mm, was spätestens für den Platzbedarf beim Einsatz zu berücksichtigen ist. Am Ende von Sender und Empfänger sitzen in alle Richtungen schwenkbar gelagerte Antennen mit rund 85 mm Länge.

Test: Eurolite QuickDMX Wireless

Am „männlichen“ Steckkontakt ist der Sender des Sets zu erkennen

Die Stromversorgung erfolgt über 5 V Steckernetzteile, die zum Lieferumfang gehören. Das ist wichtig zu wissen, denn neben dem Netzanschluss für das zu steuernde Gerät müssen Sender und Empfänger ebenfalls mit Energie aus der Steckdose versorgt werden. Es funktioniert zur Not auch eine Powerbank, denn wie bei den meisten Handy-Netzteilen lässt sich das Verbindungskabel einfach abziehen, um über den USB-Stecker andere Energielieferanten anzuzapfen. Der kleinere Stecker am anderen Ende des Kabels kommt dann in den Sender, beziehungsweise in den Empfänger. In manchen Foren ist zu lesen, dass diese Verbindung manchmal locker sei und der Stecker somit schnell herausrutschen könne. Auch mir ist das einmal beim Testlauf passiert und ich habe gerätselt, warum diese eine Lampe nicht funktionieren will.

Test: Eurolite QuickDMX Wireless

Empfänger wie Sender kommen mit den passenden Netzteilen

Die QuickDMX Funkstrecke in Betrieb nehmen

Nach Anschluss der Stromversorgung blinkt die Statusanzeige jeweils kurz rot, grün und blau. Danach leuchtet sie am Sender rot wenn ein DMX-Signal übertragen wird. Am Empfänger blinkt sie grün, wenn das DMX-Signal dort ankommt.

Zum Ändern der Funkkanäle und Koppeln der Geräte dienen versenkte Taster, die nur mit dünnen, länglichen Gegenständen zu erreichen sind und somit ein versehentliches Umschalten unmöglich machen. Der Anwender kann zwischen sechs unterschiedlichen Kanälen auswählen, die jeweils per farbiger LED angezeigt werden und zur korrekten Funktion identisch eingestellt sein müssen. Kanal 1 = rot, Kanal 2 = grün, Kanal 3 = blau und so weiter.

Einem einzelnen Sender können mehrere Empfänger zugeordnet werden, bei diesem Set sind es ja schließlich zwei Receiver, die zum Einsatz kommen können. Insgesamt lassen sich mit einem Sender sogar bis zu 512 Empfänger ansteuern. Durch Zukauf weiterer QuickDMX Empfänger ist das DMX Funknetz also bei Bedarf problemlos zu erweitern.

Jeder Sender überträgt 512 DMX Kanäle, also ein Universum. Es können sechs DMX Funknetze mit sechs Sendern parallel betrieben werden, die sich nicht gegenseitig beeinflussen. Das macht dann in Summe 3072 drahtlos übertragbare DMX Kanäle.

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Eurolite QuickDMX Wireless Bundle in der Praxis

Für den Praxistest habe ich den Sender einmal an ein DMX Lichtsteuerpult angeschlossen, das ähnliche Funktionen bietet wie das Botex DC-1216. Ein anderes Mal steckte der Sender am Batterie-betriebenen Cameo Control6. Das ist mein einfacher 6 Channel DMX Controller, der lediglich über Schieberegler verfügt. Die Empfänger durften unterschiedliche Fixtures bedienen, wie zum Beispiel Fluter und verschiedene Lampen.

Eine gute und eine schlechte Nachricht

Fangen wir mit der schlechten Nachricht an. Mein DMX Controller wollte partout nicht ohne zu Zicken mit dem Eurolite QuickDMX Wireless Bundle zusammenarbeiten. Die einzelnen Farben und Mischungen wurden zwar angesteuert, aber regelmäßig kam es zu ungewollten Erscheinungen, bei denen die LEDs blitzartig aus- und wieder angeschaltet wurden. Hier ließ sich kein regelmäßiges Muster erkennen, es passierte einfach. Auch gab es keine weichen Übergänge. Alles ruckelte, die Fades funktionierten nicht sauber. Da half auch die mehrfache Kanalumschaltung an Sender und Empfängern nicht. Änderungen der Adressierungen brachten ebenfalls keine Besserungen. Neue Anschlüsse, andere Lampen, Neustarts … immer wieder dieselben Fehler.

Test: Eurolite QuickDMX Wireless Bundle

Dieser Controller will einfach nicht vernünftig mit dem Eurolite Set zusammenarbeiten

Vollkommen genervt habe ich mich für die Gegenprobe mit klassischen DMX Kabeln entschieden. Und siehe da, die eben noch beschriebenen Probleme waren sang und klanglos verschwunden. Alles funktionierte in bekannter und gewohnter Art und Weise.

Auf der Suche nach der Ursache konnte mein einfacher Controller von Cameo einspringen. Und er lieferte am Ende die Ergebnisse, die ich eigentlich bei meinem größeren Lichtpult erwartet hatte – und das ist die gute Nachricht.

Test: Eurolite QuickDMX Wireless

Mit dem Controller von Cameo hat alles gut funktioniert

Bei diesem Cameo Controller sind zwar nur sechs Kanäle möglich, aber die Ergebnisse können sich sehen lassen. Keine Aussetzer, weiche Übergänge sowie sanfte Ein- und Ausblendungen – alles passt. Durch diese positive Erfahrung ermuntert, habe ich eine Lampe mit ihrem Empfänger zwei Zimmer entfernt vom Sender aufgestellt, dazwischen mehrere Wände. Und siehe da, die 2,4-GHz-Verbindung war stabil, funktionierte ohne Probleme und die Farbwechsel der LEDs reagierten wie  sich das gehört. Was sagt man heutzutage? Das hat gefunzt.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Warum mein größeres DMX Steuerpult nicht sauber mit dem Eurolite Set funktioniert, ich weiß es nicht. Vielleicht hat ein Leser aus der Community die Idee parat und schreibt sie am Ende dieses Berichts in den Kommentar.

Von daher kann ich nur den Rat geben, das Teamwork zwischen dem eigenen DMX Controller und dem Eurolite QuickDMX Wireless Bundle unbedingt auszuprobieren. An Transmitter und Receiver kann das Problem, das mich über längere Zeit richtig genervt hat, nicht gelegen haben, wie die Kombination mit dem kleinen 6-Kanal-DMX-Controller von Cameo und dem Eurolite Set am Ende bewiesen hat.

Längere Strecken per Funk zu überbrücken und sich dadurch die Verkabelung der ersten beiden Geräte in den DMX Ketten zu sparen, ist mit diesem Set aus Sender und zwei Empfängern also möglich. Die vom Hersteller angegebenen 400 m Reichweite habe ich allerdings nicht überprüft.

An der Bedienung der Geräte kann man im Prinzip nichts verkehrt machen. Selbst im laufenden Betrieb lassen sich die Kanäle problemlos an den Steckelementen wechseln. Weil Stromversorgung Voraussetzung ist, um die benötigte Spannung für den Betrieb zu liefern braucht es, wie bereits gesagt, weitere Steckdosen für die Netzteile, die in der Nähe der zu steuernden Geräte sein müssen. Eine vielleicht elegantere Lösung wären kurze Steckleisten mit eingebauten USB-Ports.

Test: Eurolite QuickDMX Wireless

Das ist ein Empfänger (Receiver) des Sets, erkennbar am „weiblichen“ Steckkontakt

Dennoch würde ich beim Einsatz des Eurolite QuickDMX Wireless Bundles immer passende DMX Kabel in ausreichenden Längen auf der Reservebank haben wollen. Denn Kabelverbindungen sind nun mal verlässlicher. Ein Ausfall der gut geplanten Lightshow durch plötzlich auftauchende Probleme im WLAN könnte ganz schön an den Nerven zerren.

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Fazit

Das Eurolite QuickDMX Wireless Bundle hinterlässt bei mir ganz unterschiedliche Eindrücke. Während mein Standard-Controller nicht mit diesem Set zusammenarbeiten wollte, gab es bei dem einfachen Controller keine Probleme. Das Set aus Transmitter und zwei Receivern steuert per Funk zwei Geräte im DMX Netzwerk, die Übertragung findet im weltweit anmelde- und gebührenfreien 2,4 GHz ISM-Band (WLAN) statt. Mitgeliefert werden drei Steckernetzteile, die für die nötige Betriebsspannung sorgen. Es ist also zu berücksichtigen, dass Steckdosen in der Nähe sein müssen. Den Einsatz dieses Sets sehe ich für einfache Zwecke, bei denen es nicht um ausgeklügelte und komplexe Lightshows geht. Hier wären für mich solide Kabel immer die erste Wahl.

Plus

  • einfache Bedienung
  • schnell zu installieren, Plug & Play
  • sechs Kanäle wählbar
  • Funkübertragung im 2,4-GHz-Band

Minus

  • Stecker der Stromversorgung kann am Gerät herausrutschen
  • hat mit einem meiner DMX Controller nicht funktioniert

Preis

  • 197,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    gruuv

    Die Zuverlässigkeit, bzw. die UN-zuverlässigkeit von 2,4 GHz Funkstrecken im DMX Umfeld sind schon fast „legendär“. Es wird meist noch schlimmer, wenn dann noch Publikum dazukommt, die zusätzlich noch die 2,4 GHz Kanäle mit ihren Handys „zukleistern“ und bevölkern. Da sind Aussetzer schon fast an der Tagesordnung. Eurolite hat mit dem QuickDMX dabei einen zwiespältigen Ruf. Beim einen funktionierts, beim anderen nicht (was ja auch der Test bestätigt). Mich würde aber mal ein Vergleich mit den DONNER DMX512 Geräten interessieren, die hauptsächlich im US Raum große Anwendung finden und – so sagt man – deutlich besser funktionieren sollen. Diese sind aber auch hier erhältlich.

  2. Profilbild
    DJ Ronny

    Das ewige Thema, Funkstrecke wenn’s funktioniert alles Super, wehe nicht.
    Theoretisch wäre das genau das richtige für meine Anwendung.

    • Profilbild
      gruuv

      ja, geb ich dir recht. Ich hatte jemand der nen großen Saal von allen 4 Ecken ausleuchten wollte und da wäre die Kabellösung in alle 4 Ecken auch Gefrickel. Daher…vom Lichtpult ein „Sender“- in jede Ecke ein Fixture mit „Empfänger“ und dann an diesem Fixture(s) die weiteren Geräte pro Ecke per DMX Kabel. Ansonsten mußt du Kabel durch den ganzen Saal ziehen (evtl noch mit Repeater zwischendrin). Und das ist auch nicht schön 😕

  3. Profilbild
    ozzardofwhizz

    Ich arbeite seit 10 Jahren als beleuchter in opern- und konzerthäusern und hab mir Funk dmx bisher eher schlechte Erfahrungen gemacht an der Oper haben wir w-dmx funkstrecken nur für signalübertragung auf die drehscheibe genutzt – je näher es ans Publikum ran kommt desto kritischer wird es und je mehr Publikum desto zuverlässiger fällt es aus – die handys werden trotz Aufforderung eh nicht ausgeschaltet. Ich würde wann immer es möglich ist ein Kabel benutzen.
    Das Sender und Empfänger jeweils einen 3-pin xlr stecker haben zeigt dass diese Geräte für den hobby Markt gedacht sind – auch wenn nur 3 pins genutzt werden ist dmx eigentlich mit 5-poligen steckverbindungen spezifiziert und an professionellen geräten finden sich nur selten 3-polige buchsen.

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