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Test: Fredenstein V.A.S. Mic Pre, Mikrofonvorverstärker

Rein vom ästhetischen Gesichtspunkt hingegen haben die Designer für mich etwas übertrieben. Matt-kupferfarbene Front, Buchsen und die Muttern dazu in gold-glänzend, die schwarzen Potis haben silberne Ränder und Markierungsstriche. Dazu die Taster in fünf verschiedenen Farben.

Schön bunt

Schön bunt

Dezent ist anders, aber was soll’s, klingen muss das Teil und das werden wir jetzt überprüfen.

Praxis

Das geht natürlich am besten im direkten Vergleich und so nehme ich wieder meinen Standard-Preamp, den TLAudio A1 her. Der TLA arbeitet zwar mit einer stufenlos zuschaltbaren Röhrenstufe, die ist aber auch komplett aus dem Signalweg zu nehmen und dann ist er ein recht neutraler Geselle mit einer schönen Auflösung.

Der V.A.S., darunter der TLAudio A1

Der V.A.S., darunter der TLAudio A1

Zuerst vergleiche ich die Störgeräusche der beiden Preamps. Hier nehme ich beim V.A.S. ein geringfügig höheres Rauschen wahr, wohingegen der TLA etwas mehr Netzbrummen erzeugt. Beide Geräusche befinden sich aber in einem Bereich, der für einen normalen Arbeitsprozess absolut irrelevant ist, hier also schon mal Entwarnung.

Als Signalquelle probiere ich zuerst ein dynamisches Gesangsmikro aus. Während der A1 hier recht neutral werkelt, bringen sich beim V.A.S. die Mitten deutlicher und kerniger ins Klanggeschehen ein, der Höhenbereich ist nicht ganz so offen. Der amerikanisch-kernige Grundcharakter ist hier deutlich zu vernehmen.

Bei der Gelegenheit wird auch gleich die Low Z-Taste gedrückt, das nimmt hier die Mitten etwas zurück und der Höhenbereich gerät offener. Der leichte Pegelabfall lässt sich schnell mit der übersichtlich funktionierenden Pegelanzeige korrigieren.

Als nächstes kommt als Großmembran ein AKG C 414 B-ULS zum Einsatz. Hier präsentiert sich der Fredenstein weitgehend neutral, die Mittenbetonung tritt nicht so in den Vordergrund, bereichert aber das Signal in diesem Bereich um eine schöne Dreidimensionalität. Tatsächlich gefällt mir hier der Klang für Stimme sogar besser als der des TLAudio, Gesang und Sprache rücken in den Vordergrund, ohne durch allzuviel Einfärbungen aufzufallen. Ein Check der Impedanzverringerung zeigt hier nur marginale Unterschiede.

Anders verhält es sich mit einer Erhöhung des Gains unter gleichzeitiger Zurücknahme des Outputs. Das Signal wird körniger und druckvoller. Mit dem C 414 verträgt sich das nicht ganz so gut, also nehme ich noch ein Groove Tubes AM51 mit dazu, das eine weniger perfekte Höhenauflösung liefert. In der Tat vertragen sich Fred und GT hier sehr gut, es kann schön mit den Soundnuancen gespielt werden.

Forum
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    fno  

    Neben Armins informativem Text gibt´s nun auch Blicke unter die Motorhaube, den optischen Hinweis auf eine nicht oberflächliche Herangehensweise an das Produkt, das in diesem Fall meinem Erbsenzählerauge kaum Anlass zu Kritik bietet. Wenn nun noch die Potis mit der Frontplatte verschraubt sind… Ich hätte kein Problem damit, wenn Innenansichten der Geräte hier zur Gewohnheit würden, schliesslich können Bilder viel interpretationsfreie sachliche Information bieten. Und welcher Hersteller könnte etwas dagegen haben, wenn er von der Qualität seiner Produkte überzeugt ist?

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