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Test: GRP A2, Analogsynthesizer


Kleines Modulationsmonster

Lange angekündigt, endlich ist er da. Die italienische High-End-Synthesizerschmiede GRP bringt ihren jüngsten und bislang kleinsten Spross, den A2 auf den Markt. Den gleichzeitig erschienen passenden Sequencer im identischen Größenformat – den GRP R24 – haben wir schon einem separaten Test unterzogen. Wer mehr über die Historie der handgefertigten GRP-Synthesizer aus Italien wissen möchte, dem empfehle ich am Ende dieses Artikel die kurze Chronik zu den GRPs von Peter Grandl.

Im Vergleich zu den beiden großen Brüdern A4 und A8 fehlen die typischen Modularsynthesizer-Elemente. Als Desktopgerät konzipiert ist der A2 fest verdrahtet bzw. über Kipp- und Drehschalter einstellbar und lässt sich daher standalone und ohne Patchkabel betreiben. Trotzdem wurden doch so einige Modulationsmöglichkeiten aus den großen Geräten im A2 implementiert.

Eine Anleitung war zum Testzeitpunkt leider noch nicht verfügbar, daher ist es durchaus möglich, dass die eine oder andere Funktion existiert, die hier unerwähnt bleibt.

Ebenso wie der R24 verfügt auch der A2 über Holzseitenteile und kann bei Bedarf in ein Rack oder ein Modularsystem eingebaut werden. Die Stromversorgung ist daher extern, befeuert wird der A2 über ein externes 24V DC Schaltnetzteil.

Überblick

Der A2 ist ein Monosynthesizer (also einstimmig) und verfügt über zwei Oszillatoren, Rauschen, zwei LFOs, ein 12 dB Multimodefilter, zwei Hüllkurvengeneratoren, einen Ringmodulator, Sample & Hold sowie einen Arpeggiator.

Dank schwarzsilberner Knöpfe, schwarz lackierter Front und brauner Holzseitenteile macht der A2 einen edlen und wertigen Eindruck. Über die beiden rechts unten auf dem Frontpanel angebrachten VU-Meter, die den von der Firma Behringer verwendeten zum Verwechseln ähnlich sind, kann man geteilter Meinung sein. Der Sinn eines VU-Meters bei einem Synthesizer erschließt sich nicht so recht, zumal es weiteren Schaltungsaufwands bedarf, um Einflüsse auf den Klang zu vermeiden. Zudem hätte man sie anstatt obendrauf auch gut hinter dem Frontpanel versenkt anbringen können.

Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut und auch die Haptik stimmt – so sind etwa die Potis angenehm schwergängig. Alles ist solide verschraubt, nichts wackelt, klappert, kratzt – High End.

Für einen Monosynthesizer ist der A2 ein recht komplexes Gerät. Gehen wir mal alles der Reihe nach durch.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    costello RED

    Macht mich sehr an – der Look mit den Knebelschaltern, wie bei einem alten Herd.
    Die Modulationsmöglichkeiten, Ringmodulator, Arpeggiator – alles da. Und der Sound stimmt auch :)

  2. Profilbild
  3. Profilbild
    XCenter

    In dieser Preisklasse darf man aber gerne bemängeln, dass das Gerät keinen Audioeingang hat. Gerade bei den zahlreichen Modulationsmöglichkeiten und dem Pseudostereo wäre das lohnend. Habe ernsthaft drüber nachgedacht jetzt bei GRP einzusteigen, aber bei dem Kurs erwarte ich, dass alles in meinen Augen Essentielle an Bord ist. Schade.

  4. Profilbild
    iggy_pop AHU

    Die ringmodulierte Sequenz fand ich klanglich noch am ergiebigsten.
    Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob noch ein Analogsynthesiser von einem Boutiquehersteller eine Antwort auf alle unsere Fragen ist.
    Das ist sicherlich nur meine Meinung, da ich sowieso mit der Konzeption der GRP-Geräte nicht wirklich warm werde und mir der Klang zu „modern“ ist („modern“ in der Art eines Anyware SEMtex).

  5. Profilbild
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    xtront

    Im Sommer 2015 hatte ich die Gelegenheit bei Hioeber Lindberg den A4 testen zu können. Bis dahin war ich überzeugter MacBeth-Fan. Aber der A4 hatte mich eines besseren belehrt. Das war ein bisschen Liebe auf den ersten Blick! Mit etwa 4400€ nicht gerade ein Schnäppchen (ja, MacBeth noch weniger!) aber der neue A2 versönt durchaus mit seiner Flexibilität, ausgesprochen gutem Sound und einer übersichtlichen Bedienung.
    Könnte mir gut vorstellen den A2 künftig daheim zu nutzen.

    Weiss jemand ob die CV-Eingänge vom A2 intern etwas ersetzen oder hinzufügen? Und was bitte ist mit Velocity?

    • Profilbild
      lightman ••••

      Die Klangbeispiele (auch in den anhängenden YT-Videos) klingen gut, aber auch etwas generisch (um nicht zu sagen charakterschwach), es will mir nicht gelingen, den Grundschnarr des A2 rauszuhören. Das klappt bei den Instrumenten von Macbeth problemlos, deshalb würde mich interessieren, was dich den A2/A4-Klang bevorzugen läßt.

  7. Profilbild
    Tyrell RED

    Ich habs gewagt und soeben ein Exemplar bestellt. Mich macht das Ding auf jeden Fall sehr an.

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GRP A2

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
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