Test: GRP A8 Analog-Synthesizer, History & Basics

10. April 2010

Königsklasse unter den GRP Synthesizern

Die Entstehung des GRP A8

Unsere Geschichte rund um den GRP A8 beginnt im Frühjahr 2008. Auf seinem Wohnzimmertisch entrollt der sympathische Römer Groppioni Paolo (GRP) die Skizze eines großen Analogsynthesizers: 6 Oszillatoren, 7 Hüllkurven, 4 Filter, 3 LFOs, Step-Sequencer, Auto-Pan, MIDI, CV/Gate und vieles mehr. Das Konzept des Instruments sieht eindeutig nach „Meilenstein in der Synthesizer-Geschichte“ aus und lässt zu jenem Zeitpunkt natürlich auf eine tatsächliche Realisierung hoffen.

Nur ein halbes Jahr später – im Herbst 2008 – wird der Prototyp des GRP A8 vorgestellt. Doch viele Feinheiten gilt es noch zu verbessern, und so folgt eine Rundum-Erneuerung, bis der GRP A8 Ser. No. 01 im Sommer 2009 endgültig ausgeliefert und beim Synthesizer Treffen Kufstein dem Publikum vorgestellt wird. Enrico Cosimi, einer der Mitentwickler des A8, übernimmt die Präsentation. Es folgt eine erste „Kleinstserie“ von 22 Instrumenten, die zum Zeitpunkt dieses Schreibens in Produktion ist und Abnehmer in Europa wie auch in den USA findet.

Der GRP A8 ist ein Monster in vielerlei Hinsicht – nicht nur punkto gewaltiger Optik, sondern vor allem betreffend seiner musikalischen Ausdrucksstärke und klangtechnischen Vielseitigkeit.

Richtungsweisendes Konzept

Anschließend an eine zu einem früheren Zeitpunkt auf Amazona.de geführten Diskussion rund um die Klassifizierung des GRP A8, ist nun der richtige Zeitpunkt, das Konzept des Instruments zu durchleuchten.

Der GRP A8 ist ein Synthesizer mit 100% analoger Klangerzeugung und einem massiven Aufgebot an Funktionsgruppen. Das ist seinem „Grundklang“ auch eindeutig zu entnehmen. Er gehört zu jenen (wenigen) Synthesizern, bei denen man auf die Zugabe von Effektgeräten gerne verzichtet. Der solide, schneidende Analog-Sound steht dermaßen „potent“ im Raum, dass es in den meisten Fällen keine weitere (externen) Klangveredelung benötigt.

Neben der rein analogen Klangerzeugung gibt es noch den digitalen Bereich des A8: die (sehr leistungsfähige) MIDI-Implementation, für die via rückseitigem HOST-Anschluß auch das Einspielen künftiger Upgrades vorgesehen ist.

Doch zurück zum Stichwort „Konzept“. Was den GRP A8 so einzigartig macht, ist sein besonderer Aufbau. Während bei einem klassischen Modularsystem die einzelnen Klangbausteine mittels Kabelstränge verbunden werden, ist der GRP A8 komplett vorverdrahtet.

Für den flüchtigen Betrachter mag aufgrund der Größe und Anzahl der Bedienungselemente eine technische Nähe zu einem modularen System zu erkennen sein. Das ist es aber nicht, da weder beliebige Verschaltungen von Audio- und Modulationswegen, geschweige denn die prinzipielle Zusammenstellung von Baugruppen vorgesehen sind.

Wenngleich der Mangel an Patch-Möglichkeiten nach musikalischen Gesichtspunkten bestimmte „kreative Einschränkungen“ bedeutet, stellt er zugleich einen enormen Zuwachs an „zeitlicher Freiheit“ dar. Genau das dürfte jedoch der Musik und dem Schaffensprozess wieder zugute kommen. Darin liegt – es ist eine persönliche Meinung und ebensolche Einschätzung – das richtungsweisende Konzept des GRP A8.

Zeitgewinn und Übersichtlichkeit

Alle Modulationsvorgänge des A8 werden über Mehrfachschalter angewählt. So gibt es – quer über das Instrument verteilt – viele 11-fach Drehschalter, die das direkte (und vor allem schnelle) Zuweisen von Modulationsquellen ermöglichen. Darin liegt nun der Vorteil, dass man in Sekundenbruchteilen die gewünschte Einstellung getroffen hat und zugleich auch der Nachteil, dass die angedachte Modulationsquelle eventuell nicht zu den vorgegebenen 11 Möglichkeiten zählt und demnach gar nicht anwählbar ist. Im Klartext: Dem wichtigen Aspekt des Zeitgewinns steht eine Reduzierung der „in alle Richtung offenen“ musikalischen Möglichkeiten gegenüber. Doch sind die Modulationsquellen des GRP A8 so gewählt, dass man (fast) nichts Wesentliches vermisst und – trotz der Vorverdrahtung – immer noch ein enormes, kreatives Potenzial zur Auswahl hat.

Einhergehend mit dem „Zeitgewinn“ ist „Übersichtlichkeit“ das zweite große Plus des GRP A8 (… wer die Kabelstränge eines üppig gepatchten Modularsystems vor Augen hat, weiß, wovon die Rede ist). Am A8 ist das klangliche Geschehen – nach einer ersten, zunächst bestimmt zeitintensiven, Einarbeitungsphase – rasch abzulesen und erlaubt entsprechend schnelles Umregistrieren bzw. das zügige Wechseln von Einstellungen und Sounds. Ein berühmter Filmmusiker aus Los Angeles hat den GRP A8 aus genau diesem Grund bestellt (und inzwischen auch schon im Einsatz). Zwar seien seine Moog Systeme und sein Roland System 700 wunderbare Instrumente, so jener Komponist, doch letztlich sei die Arbeitsweise an den klassischen Modularsystemen relativ aufwendig bzw. unübersichtlich und folglich verliere man damit viel Zeit.

So gesehen hat Paolo Groppioni mit dem GRP A8 den Nagel auf den Kopf getroffen: Dieser „moderne Studio-Synthesizer“ bietet 100% analoge Klangqualität bei einer üppigen Auswahl an Modulen und Modulationsmöglichkeiten, die dank des vorverdrahteten und übersichtlichen Konzepts schnelles (und sehr professionelles) Arbeiten erlauben. Dass man im schönen Synthesizer-Paket auch noch einen einzigartigen Step-Sequencer, ein geniales Auto-Pan Modul sowie MIDI und (!) CV/Gate geliefert bekommt, macht den GRP A8 umso verlockender.

Damit nun endlich zum (etwas genaueren) Aufbau des GRP A8 …

2 Synthesizer im Paket: Mono, Dual, Polysynth

Grundsätzlich besteht der GRP A8 aus zwei völlig identisch aufgebauten Synthesizer-Systemen. Wie für die Branche nicht ganz unüblich, werden diese beiden Bereiche UPPER und LOWER genannt.

Je nach Wunsch kann der A8 nun als MONOphoner (6 VCOs), als DUOphoner (2×3 VCOs) bzw. POLYphoner (wiederum 2×3 VCOs) Synthesizer verwendet werden. Der Unterschied zwischen den zweistimmigen Betriebsarten DUAL und POLY besteht darin, dass im ersten Fall ein gemeinsamer MIDI-Kanal beide Sounds gleichzeitig ansteuert. In POLY können hingegen zwei getrennte MIDI-Kanäle angewählt werden (womit der A8 im MIDI-Verbund de facto ein Instrument mit „zwei völlig unabhängigen Synthesizer-Systemen“ darstellt).

Nachdem nun klar ist, dass der A8 aus zwei identischen Teilen zusammengesetzt ist, wird es Zeit für eine Übersicht der einzelnen Module. Insgesamt verfügt der GRP A8 über folgende Bausteine bzw. Implementationen:

  • 6x VCOs
  • 6x Sub-Oszillatoren
  • 2x Ring Modulator
  • 2x 24dB LowPass Filter
  • 2x 12dB Multimode Filter
  • 2x Fixed Filter Bank
  • 8x VCAs (direkt in den jeweiligen Modulen integriert)
  • 4x DAHDSR Hüllkurven
  • 3x ADSR Hüllkurven
  • 2x VC LFO (+ MIDI Sync)
  • 1x globaler LFO
  • 3x Audio-Mixer
  • Sample & Hold (+ MIDI Sync)
  • Noise
  • 1x Auto-Pan Modul
  • 1×16- (2×8-) Step CV- & Trigger-Sequencer (+ MIDI Sync)
  • Referenzton (A=440 Hz)
  • 2x Portamento
  • CV/Gate
  • MIDI

Die Oszillatoren des GRP A8

Jeder der 6 VCOs bietet die klassischen Schwingungsformen Sinus, Dreieck, Sägezahn und Puls. Zudem gibt es noch – dies erinnert etwas an den Minimoog – zwei Misch-Schwingungsformen: Dreieck/Sägezahn und Sägezahn/Puls. Die Tonhöhe lässt sich von 64“ bis 2“ in einem weiten Bereich festlegen, für Intervallabstände und Feinabstimmungen von Schwebungen dienen TUNE bzw. FINE.

Pro Oszillator gibt es zwei „Pfade“ zur Tonhöhenmodulation (FM): FM1 ist mit 11 Modulationsquellen (2 LFOs, 5 VCOs, S/H, EG7+/-, Noise) und den Betriebsarten LINear bzw. EXPonentiell sehr üppig ausgestattet, während FM2 „nur“ LFO1/2 als Modulationsquellen anbietet.

Die Pulsbreitenmodulation erfolgt manuell (PW) und/oder via eines 11-fachen Wahlschalters (2 LFOs, 2 VCOs, S/H, EG7+/-, Sequ, Aftertouch, ModWheel, Velocity). Dabei ist es sehr interessant, dass diese Modulationen nicht nur für die Pulsschwingung, sondern auch für die Misch-Schwingungsform Sägezahn/Puls gültig sind (was aus der Grafik am Panel leider nicht hervorgeht – man hätte den Verbindungsstrich zur Pulsschwingung danach noch ein Stückchen weiterfahren müssen zur nächsten Schwingungsform).

Jedem VCO ist ein Suboszillator nachgeschaltet, der auf Wunsch 1 oder 2 Oktaven unterhalb des VCO-Klanges angesiedelt ist.

Schließlich lassen sich die VCOs auch von jeglicher externen Steuerung durch MIDI- oder CV-Signale “entkoppeln“ (Keybd ON/OFF), sowie zueinander synchronisieren (VCO 2/3 zu VCO1 sowie VCO 5/6 zu VCO4).

Die „Mischung“ der VCOs erfolgt in einem nachgeschalteten MIXER (wie immer: vorhanden für UPPER und LOWER). Im MIXER werden die Signalstärken der VCOs, der Suboszillatoren, aber auch jene von Noise und des jeweiligen Ringmodulators geregelt. Der Ringmodulator bezieht sich bei UPPER auf die VCOs 2 und 3, bei LOWER auf die VCOs 5 und 6.

So ist das „klangliche Basis-Material“ des GRP A8 – bescheiden formuliert – sehr üppig. Tatsache ist, dass sich bereits mit „nur einem“ VCO des A8 enorm kraftvolle, durchschlagende Analog-Sounds erzeugen lassen. Man stelle sich die Möglichkeiten also mit 6 VCOs, 6 Sub-Oszillatoren, Noise und zwei Ringmodulatoren vor. Für manche mag dies etwas „Over The Top“ sein, das lässt sich gut verstehen (… für diese Zielgruppe hat GRP die Neuauflage des A3 Synthesizers in Planung).

Neben allen Lobpreisungen (und ich muss zugeben: Der Klang der GRP A8 VCOs ist umwerfend) gibt es hier in der Oszillator-Abteilung einen Punkt zur Kritik. Weder Velocity, noch Aftertouch, noch Pitch-Bend lassen sich als Modulationsquelle zwecks FM heranziehen.

(Ich habe Paolo Groppioni in der späteren Entwicklungsphase einen Hinweis zukommen lassen und um Berichtigung gebeten, doch war das Projekt des GRP A8 schon zu weit fortgeschritten und eine konzeptionelle Änderung nicht mehr gewünscht).

Zwar gibt es „globales“ Pitch-Bend für UPPER und LOWER (getrennt für beide Synthesizer-Teile einstellbar, sehr löblich), doch lässt sich z.B. VCO2 nicht unabhängig von den anderen Oszillatoren über Pitchbend steuern.

Nun, wozu wäre das gut? Ganz einfach zur klanglichen Steuerung von Sync-Sounds. Die „individuelle“ Modulation des Slave-Oszillators (der für den „kreischenden“ Tonanteil innerhalb der Oszillator-Synchronisation zuständig ist) über Tastendruck wäre unglaublich wichtig. Natürlich sind Tonhöhen-Modulationen möglich – sogar mannigfach: via LFO1/2, über die jeweils 5 anderen VCOs, über die zusätzliche 7. Hüllkurve (positiv oder negativ) etc. … aber eben nicht über Anschlagdynamik oder (individuell) via Pitchbend. Schon der Moog Prodigy konnte das „Steuern der Sync-Klangfarbe via Pitch-Wheel“. Diesen fehlenden Aspekt finde ich nun besonders schade und es ist – neben einem weiteren Punkt (dazu später im Testbericht Teil 2) – das Einzige, das ich aus musikalischer Sicht am GRP A8 vermisse.

Darüber hinaus stellen die Oszillator-Sektionen des A8 jedoch ein unglaubliches (klangliches) Potenzial dar. Wie vielen angefügten Klangbeispielen zu entnehmen ist, ist der Grundklang einfach „enorm“. Die „guten, alten analogen Zeiten“ lassen wieder grüßen, jedoch im modernen Gewand … und mit noch einigen schönen Extras. Zu diesen gehören auch die

Die LFO´s des GRP A8

Es gibt derer drei im GRP A8. Für UPPER und LOWER jeweils einen Haupt-LFO (LFO1 bzw. LFO2), sowie einen „globalen“ Niederfrequenz-Oszillator (LFO3), der für zusätzliche Dienste in Anspruch genommen werden kann.

Die beiden Haupt-LFOs bieten folgende Schwingungsformen: Sinus, Dreieck, auf- und absteigender Sägezahn, Puls. Die Pulsschwingung kann in ihrem Tastverhältnis moduliert werden und ergibt so wieder eine Fülle an (neuen) Schwingungsformen. (Das Prinzip der „verschiebbaren Schwingungsform“ ist schon vom Korg MS-20 her bekannt).

Der Frequenzumfang der Haupt-LFOs ist – gelinde gesagt – beachtlich: Er reicht von 45 Sek. pro Schwingung bis 1700 Hz. Zudem lässt sich die Frequenz wiederum modulieren – die Anwahl der entsprechenden Quelle erfolgt über unseren altbekannten 11-fachen Wahlschalter. Zur Modulation der LFO-Frequenz stehen zwei Hüllkurven (positiv und negativ), der jeweils andere Haupt-LFO, das angeschlossene Keyboard (= Tonhöhe), S/H, der Sequencer, Aftertouch, ModWheel und Velocity zur Verfügung. Zu den beiden genannten Hüllkurven zählt die „Extra-Hüllkurve“ (EG 7), sowie eine „eigene“ Hüllkurve, die speziell für jeden der beiden Haupt-LFOs implementiert wurde. Diese ist mit Decay – Attack – Hold – Decay – Sustain – Release sehr umfassend ausgestattet.

Zur Synchronisation der Haupt-LFOs stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung: OFF (keine Synchronisation), GATE (der LFO startet mit jedem Tastanschlag bzw. mit jeder eintreffenden MIDI Note Information neu), der „andere“ Haupt-LFO (so laufen beide LFOs zeitgleich), der Sequencer (die exakte Abstimmung von LFOs und Sequenzer macht musikalisch sehr viel Sinn und war bei vielen klassischen Modularsystemen nur schwer möglich) sowie MIDI 1/1 bzw. MIDI 1/4 (der LFO schwingt einmal pro Viertel bzw. einmal pro ganzem Takt des MIDI-Timings).

Schließlich aber – und wir sehen nun schon, wie vielschichtig die Niederfrequenzoszillatoren des GRP A8 sind – kann nicht nur die Frequenz, sondern auch die Stärke (Amplitude) der Haupt-LFOs moduliert werden. Hierfür steht diesmal ein 7-fach Wahlschalter zur Verfügung. In der Position OFF bleibt die globale Wirkung des LFO unverändert stark. Sobald jedoch eine der drei zur Auswahl stehenden Hüllkurven aktiviert wurde (bei LFO1 sind es EG 3/6/7), ändert sich die globale Wirkung des LFO entsprechend der angewählten Modulationsquelle. Weiterhin kann die Amplitude noch durch den jeweils anderen Haupt-LFO, durch Aftertouch, das ModWheel sowie durch Velocity beeinflusst werden.

Um kurz auf die musikalischen Aspekte der Haupt-LFOs einzugehen: Ihr markantester „Bonus“ ist der enorme Frequenzbereich von Low Frequency bis auf 1700 Hertz. Damit lassen sich – bei hochfrequenten Modulationen der Oszillatoren oder der Fiterfrequenzen – metallische, experimentell-geräuschhafte Klänge aller Art hervorzaubern. Noch spannender wird es mit jenen Extras, die wiederum eine Modulation der LFO-Frequenz erlauben, bzw. sogar eine Modulation der LFO Intensität. Schließlich aber sind es – dies ist meine persönliche Einschätzung – die wunderbaren Synchronisationsmöglichkeiten, die das wahre Tüpfelchen auf das „i“ darstellen. Wenn sich zwei LFOs (mit all ihren genannten Raffinessen), S/H, Auto-Pan und der integrierte Sequenzer zeitlich „unter eine Haube“ bringen lassen, alle Komponenten (auf Wunsch und individuell) dem MIDI-Timing angeglichen sind (oder auch nicht, sprich: Sequencer oder LFO geben z.B. das Tempo vor), so beginnen sich musikalische Möglichkeiten zu offenbaren, die den GRP A8 schon jetzt zu einem Meisterwerk der Synthesizer-Baukunst machen.

Der zweite Teil des Testberichts widmet sich den (wie nicht anders zu erwarten) äußerst umfangreichen Filter-Abteilungen, dem Auto-Pan Modul, dem Step-/Trigger-Sequencer und liefert ein abschließendes Fazit sowie weitere Soundbeispiele.

HIER geht es zu Testbericht Teil 2.

Preis

  • Preis (erste Auflage, Stand Dezember 2009):
  • GRP A8: 7.500,- Euro
  • Verpackung: 180,- Euro
  • Versand von Italien nach Deutschland: 215,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    Tyrell  RED 1

    Ich bin seit einigen Wochen selbst Besitzer eines GRP A8 und kann Theo in allen Punkten nur zustimmen. Das Teil macht unglaublich viel Spaß und klingt sagenhaft gut!!

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      moogulator  RED

      Habe es bei dem Treffen gesehen und länger spielen können. Sehr guter Sound. Mir pers. fehlt nur die Modularität, man hätte die „Doppel“-Strategie auch zumindest so fahren können, dass man 2 Geräte hat und so auch 2 Teile für „halben Preis“ selbst konfigurieren kann und halt eine Patchbay, das wären ein paar Buchsen, die man dann pro Gerät aufschlagen würde. Dann wäre es universeller. Den Klang fand ich durchweg hochwertig. Bei der Zielgruppe würde ich sagen, dass das bei der Herstellung keine große Rolle gespielt haben muss. Man wollte wohl einfach ein gut klingendes Instrument machen, was fürs Studio und für eine kleine Gruppe Nerds passt. GRP hat bisher wirklich gute Qualität abgeliefert, deshalb mal dieser Einwand. Als Basis für ein Modularsystem ist es natürlich nicht geeignet, da die Schnittstellen fehlen. Kompaktsynthesizer im Modulargehäuse. Das verwirrt vielleicht etwas…

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    a.jungkunst  AHU

    Ich habe zu zwei Punkten etwas anzumerken:
    a) Zitat „Streng genommen ist somit der GRP A8 kein Modularsystem.“
    – Nun, streng genommen ist ein Fahrrad auch kein Auto. Ich möchte nicht wieder die Diskussion aufwärmen, aber der GRP A8 ist überhaupt kein Modularsystem, sondern ein fest arrangiertes System wie es selbst der kleine Minimoog darstellt. Da rütteln auch solche subtilen Satzeinschübe nicht an der grundlegenden Definition. Selbst in der Grauzone der semi-modularen Modelle wie beispielsweise dem ARP 2600 ist dieses Gerät nicht zu kategorisieren.
    b) Wieso wird er denn als Studio-Synthesizer beworben? Seine Stärke sollte nach all den Beschreibungen und der Leichtigkeit der Klangerstellung in der Live-Performance liegen, denn auch das unterscheidet den GRP A8 von der wirklich wesentlich aufwändigeren Klangerstellung an einem Modularsystem, die sicherlich mehr an einen Studioaufenthalt gebunden ist.

    Meine Kritik erfasst nicht das Gerät selbst, es ist mit Sicherheit hochinteressant, wenn auch in meinen Vorstellungen das Konzept nicht so erbaulich ist. Aber das ist eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Arbeitsweise. Es geht mir nur um die klare Abgrenzung der Kategorie.

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      Tyrell  RED 1

      Hallo Axel,
      ich gebe Dir in beiden Punkten absolut recht. Theo meinte mit „streng genommen“ aber nur die offensichtliche, visuelle Ähnlichkeit und Haptik zu einem Modularsystem. Selbst ich, wie Du weißt, habe dieses System zunächst als „Modular“ bezeichnet, ließ mich aber dann eines besseren belehren. Theo drückt sich daher diplomatisch aus und stellt die Sachlage richtig. Zur Sicherheit habe ich aber „streng genommen“ nun im Text gelöscht.
      Zu Punkt 2: Mit Studiosynthesizer ist ein Attribut gemeint, im Sinn von hochwertig. Selbstverständlich lässt sich ein A8 live einsetzen. Auf Grund der Größe, des Gewichts und sicher auch der Empfindlichkeit eines solchen Systems, würde ich persönlich davon Abstand nehmen. Da eignet sich ein handlicher Cwejman S1 sicher besser.

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        a.jungkunst  AHU

        Einen Cwejman S1 würde ich als semi-modulares Gerät auch nur bedingt als Live-Synthesizer ansehen, wenn ich mich auf schnelle Einstellmöglichkeiten berufe. An dieser Stelle hinkt der Vergleich ein wenig. Als Beispiel wäre hier ein Moog Voyager OS naheliegender. Geschlossene Wege wie beim GRP A8, ebenso hochwertig, nicht ganz so gewichtig und bestimmt auch nicht so empfindlich. Aber wieso ist ein GRP A8 eigentlich empfindlich?

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    AMAZONA Archiv

    Danke für den tollen Bericht! Die Soundbeispiele sind auch mal wieder, wie vom Autor gewohnt, hervorragend!

    Es ist übrigens theo-retisch (den konnte ich mir nicht verkneifen) schon möglich nur einen VCO per Modwheel zu steuern. Dazu müsste man nur einen LFO auf Rechteck und auf eine sehr langsame Frequenz stellen. So wird praktisch über eine sehr lange Zeit der Spitzenwert gehalten. Nun routet man diesen LFO auf die Frequenz des VCOs und moduliert die Intensität des LFOs mit dem Modwheel.

    So wird der LFO praktisch als Konstante benutzt und das Modwheel über einen kleinen Umweg auf den VCO geroutet. Das funktioniert natürlich nur solange bis der LFO in den negativen Bereich „kippt“, aber da die Frequenz offenbar sehr niedrig eingestellt werden kann, sollte das kein Problem darstellen. Man will die typischen Syncleads ja meistens keine 30 Sek. spielen. Notfalls kann man noch die Pulsbreite des LFOs so einstellen das die positive Phase fast die ganze Zeit gehalten wird.

    Ich habe selbst keinen A8 aber mein Kopf sagt mir das das so eigentlich ohne Probleme funktionieren müsste. Das gleiche funktioniert natürlich auch mit Aftertouch und Velocity.

    Will hoffen das war einigermaßen verständlich.

    Danke nochmal für den tollen Bericht! Ich freue mich auf den nächsten Teil!

    MFG
    Dennis

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      AMAZONA Archiv

      Kleiner Nachtrag: Der LFO muss natürlich zum Tastenanschlag synchronisiert werden, damit er auch wirklich die ganze Note über im positiven Bereich „schwingt“ (ansonsten gibts nach ein paar Noten den unschönen Kippeffekt). Es sei denn man kann die Pulsbreite des LFOs wirklich auf 100% stellen, dann könnte man ihn wirklich als Konstante benutzen und er würde gar nicht mehr in den negativen Bereich „kippen“.

      MFG
      Dennis

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      AMAZONA Archiv

      Hallo Dennis!

      Danke für den guten Tipp … das könnte funktionieren.

      Nachdem im Moment die deutsche Version des A8 Manuals im Entstehen ist, kommen solche Hinweise zum richtigen Zeitpunkt …

      Viele Grüße

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        AMAZONA Archiv

        Nichts zu danken! Freut mich wenn ich helfen konnte.

        MFG
        Dennis

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    AMAZONA Archiv

    Also was ich da an Klangbeispielen gehört habe kann ein handelsübliches VST-Plugin aber genauso. Wo liegt der Sinn über 6000€ für so eine Kiste auszugeben. Ist es etwa die Befriedigung sagen zu können, das gehört mir oder ists wieder die alte Gretchenfrage ob der Hardwaresägezahn besser klingt als der aus dem Rechner? Am Klang selber kanns nicht liegen denn ein ARP 2600 Plugin von Arturia kann das auch.
    Vielleicht kann das ja jemand hier mit ein paar Worten beschreiben aber mir geht der Sinn dieser Kiste total ab.

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      Tyrell  RED 1

      Ich habe beides, sowohl den Arturia ARP als auch den GRP A8. Ich finde das da klanglich ein gewaltiger Unterschied besteht. Nur, wie kann man das am besten objektiv klären?

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        AMAZONA Archiv

        Hallo Herr Grandl,
        das ist in der Tat ein Problem. Es ist auch nicht so einfach einen Geschmack in Worten zu fassen. Da aber in diesem Fall das Gehör besser entscheiden kann wären A-B Vergleiche nicht schlecht.

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          a.jungkunst  AHU

          Da hat man das Problem, jemanden zu finden, der so etwas wirklich neutral bewerkstelligen möchte und kann. Das „Kann“ beziehe ich hier auf die Verfügbarkeit der entsprechenden Werkzeuge.
          Ich z.B. möchte es aus unterschiedlichen Gründen NICHT tun, kenne aber Leute, denen ich die geforderte Objektivität in diesem Fall zutrauen würde.

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            AMAZONA Archiv

            Da ja so gut wie jeder Synthesizer über Grundwellenformen verfügt wäre es doch,theoretisch, möglich diese aufzunehmen. So härre man wenigstens einen kleinen Vergleich.

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      tompisa

      Ich hab mich ja schon gefreut über meinen Minimoog Voyager OS oder Cwejman. Deren Klänge bekommt man in etwas auch mit jedem halbwegs guten VST hin (wenn auch nicht mit den Arturia Bildchen PlugIn) , aber eben nur fast ! Der Rest steht gut bei Ann Lüse beschrieben.
      Anfassen, emotional schwelgen, Geld ausgeben. Für so ein Gerät immer.

      Ein SUPER Testbericht, bin auf Teil 2 gespannt.

      PS: Das Leben ist ja -zum Glück- auch unvernünftig (siehe Autos, Uhren, Sex , etc…)

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      AMAZONA Archiv

      Hallo FischerZ!

      Ich feile jetzt schon seit einer halben Stunde an einem Kommentar zu PlugIn versus Hardware, aber das führt zu keinem Ziel.

      Egal ob mit Hardware-Instrumenten oder Software – Hauptsache wir „machen“ überhaupt Musik (was ich bei manchen – allgemein gesprochen – doch etwas bezweifle).

      Nur eine Gedanke: Jedes der A8 Demos hat zwischen 2 und 6 Minuten zur Erstellung benötigt – „from Scratch“ bis zu den fertigen MP3s, wie sie hier zu hören sind. Trotz mangelnder PlugIn-Erfahrung zweife ich daran, dass Software den nötigen direkten Zugriff bietet, um derart schnell zum Ziel zu kommen. Wohlgemerkt ohne vorgefertigte Sequenzen oder fertigen Sounds aus der „Library“.

      Schließlich muss der „Preis für 200 Knöpfe“ beim A8 auch seine Vorteile haben – und der liegt unter anderem in der unübertroffenen „direkten“ Arbeitsweise, die ein solches Instrument nun mal bietet.

      Viele Grüße

  5. Profilbild
    ossi-lator

    schöner testbericht theo.

    den sequencer sollte es stand alone geben, wäre mein wunsch………:-)

  6. Profilbild
    Genesis

    Dieser Synthesizer ist ja so herrlich dekadent in Funktion und Klang – alles im Überfluss, und optisch einfach wunderschön.

    Danke Theo für deinen tollen Bericht, warte schon auf Teil 2.

  7. Profilbild
    gaffer  AHU

    Nee, der ist klasse. Ich arbeite sehr oft mit Plugs, würde die echte Variante aber immer vorziehen und diese Kiste ist ziemlich kompromisslos gebaut. Dass es kein Modularsystem ist, schmälert meine Einschätzung nicht.

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