Test: Jomox T-Resonator MK II Stereofilter und Effektgerät

3. Juni 2020

Klassiker unter den Filterbänken

Vorwort der Redaktion

Manche Produkte entwickeln sich einfach zum Klassiker, so auch geschehen mit dem JOMOX T-Resonator aus dem Jahr 2008, der 2012 in einer verbesserten MKII Version auf dem Markt erschien. Und sträflich genug, haben wir bis heute nicht über diesen kleinen Filter-Geheimtipp berichtet. Deshalb Mea-Culpa, Sven Rosswog ändert das nun im folgenden Testbericht.

Das Jomox T-Resonator MKII Stereofilter

Beim Jomox T-Resonator II handelt es sich um ein Multieffektgerät, das auf einer analogen und digitalen Effektsektion beruht und im Jahre 2012 erschienen ist. Ob der T-Resonator II auch im Jahr 2020 seine Daseinsberechtigung hat, wird im folgenden Praxistest beleuchtet.

Design und Verarbeitung

Jomox ist schon seit Jahren für seine hochqualitativen Produkte bekannt. Los ging es mit der X-Base 09 und natürlich ist der Name Jomox bis heute vor allem für seine Drummachines bekannt. Das neuste Familienmitglied ist die Alpha Base. In der Berliner Werkstatt wurde auch der legendäre Sunsyn erschaffen und ausgefallene Effektgeräte, wie der Moonwind.

Beim T-Resonator II handelt sich um ein Effektgerät. Version 1 erschien 2008.  Die erstklassige Verarbeitung bemerkt man sofort. Das kompakte schwarze Gehäuse besteht aus Metall und ist sehr stabil. Der T-Resonator wird mit einem mitgelieferten 9 V Netzteil betrieben. Die Potikappen bestehen aus Plastik und fühlen sich sehr gut an. Sie verfügen über einen angenehmen Drehwiderstand. So werden gefundene Einstellungen nicht ungewollt verändert.

Echte Wertarbeit bemerkt man auch am Gewicht. Da hat man was in der Hand! Das liegt sicher daran, dass im Inneren analoge Schaltungen verbaut sind. In anderen Kisten schlägt ja meistens nur das Herz eines Microchips und das wiegt nichts. Natürlich fällt auch das Design ins Auge. Sehr gut gefallen mir die zwei konische Taster für den Ein-/Ausschalter und den Bypass-Schalter. Konische Schalter habe ich noch nie gesehen. Cool! Auf der Oberfläche wurden Kurven und Wellen gedruckt, die von den Potis auszugehen scheinen und alle Elemente miteinander verbinden. Man fühlt sich an den Geometrieunterricht erinnert. Ein schöner Designeinfall. So wird deutlich, dass alle Funktionen des T-Resonators II miteinander interagieren.

Das gedruckte Handbuch liegt in Englisch und Deutsch vor und steht auf der Jomox Seite zum Download bereit. Es ist kurz gehalten, was nicht bedeutet, dass es zu knapp ist. Die wichtigsten Funktionen werden sehr anschaulich präsentiert. Geschwind erschließt sich die Oberfläche und eine Struktur wird sichtbar, die zum Musikmachen einlädt.

Anschlüsse

Der T-Resonator II verfügt über zwei große Klinken Ein- und Ausgänge, die auch monophon betrieben werden können. Das ist lobenswert, weil in Effektgeräten Mono sehr oft bevorzugt wird. Ein Grund dafür ist sicher, dass Effekte sehr oft für Gitarristen konzeptioniert werden. 2012 gab es sicher weniger Stereo-Effekte als heute. Jomox berücksichtigte aber auch die Saitenfraktion, da regelbare Hi-Z-Eingänge verbaut wurden. Die liefern genug Power, um ein Saiteninstrument ohne Vorverstärker betreiben zu können. Super.

Der Aufbau des Jomox T-Resonator II

Jomox hat sich dafür entschlossen, zwischen dem linken und rechten Kanal zu unterscheiden. Dieser Aufbau ist sehr ungewöhnlich. Normale Stereo-Effektgeräte bearbeiten den linken und rechten Kanal gleichzeitig. Deswegen liegt im T-Resonator II fast jedes Bedienelement doppelt vor: für den linken und den rechten Kanal.

Da der linke und rechte Kanal aber miteinander verknüpft sind, agieren die unterschiedlichen Kanäle nicht nur unabhängig voneinander. Sie beeinflussen sich gegenseitig und dadurch können unglaublich komplexe Klanggebilde entstehen. Fangen wir aber von vorne an: Der Jomox T-Resonator II besteht aus einer digitalen und anlogen Effektsektion.

Der Signalweg

Um zu verstehen, wie der T-Resonator II  funktioniert, ist es interessant zu wissen, wie der Signalweg funktioniert.

Signalweg aus dem Handbuch

Das T im Name steht übrigens für Time, also Zeit. Wenn man den Signalweg nachvollzogen hat, wird klar warum die Zeit Resonanzen liefert. In der Physik sind Zeit und Raum untrennbar miteinander verbunden. Die Bewegung des Klanges in Raum und Zeit verdeutlicht dies. Das Delay und das LFO machen dies hörbar, indem sie die Klänge in Raum und Zeit bewegen.

Die analoge Filter-Sektion

Bei dem Filter handelt es sich um ein analoges Tiefpassfilter mit einer Flankensteilheit von 24 dB. Aufgrund der Unterscheidung zwischen linkem und rechtem Kanal verfügt der Jomox T-Resonator II über 2 Filter. Die Besonderheit besteht darin, dass das Filter mit einer Rückkopplung versehen wurde. Der Ausgang des Filters wird also wieder in das Filter geleitet. Diesen Effekt möchte man unter normalen Umständen vermeiden, weil dadurch die typischen Rückkopplungen erzeugt werden. Spätestens seit dem Minimoog weiß man, dass es sich lohnt, den Ausgang wieder in den Eingang zu führen, weil dadurch ein unglaublich fetter und satter Sound entsteht. Da sich dieses Feature bewährt hat, wurde diese Funktion schon in vielen Instrumenten und Effektgeräten vorgesehen. Zusätzlich verfügt das Filter über ein Stereo-Digital-Delay, das auch den Prozess der Rückkopplung durchläuft. Wie man lesen kann, wird es jetzt schon schwierig, zwischen dem analogen und digitalen Signalweg zu unterscheiden, weil sich alles vermischt.

Mit dem T-Resonator II sollte man in der Lage sein, Klänge zu verbiegen! Die Delays können nochmals die Delays durchlaufen und das Filter nochmals das Filter. Das klingt nach Rückkopplung und Chaos Deluxe. Selbstverständlich verfügt das Filter über genügend Potis, um das Klanggeschehen zu kontrollieren. Die zwei Cutoff-Regler machen genau das, was man von ihnen erwartet. Da Cutoff aber in Abhängigkeit zu anderen Funktionen steht, beeinflusst er auch ihr Verhalten. Die Feedback-Regler entsprechen den Resonance-Regler eines Filters. Jomox hatte seine Gründe, diesen Regler nicht Resonance zu nennen. In der Mittelstellung hat Feedback keinen Effekt. Das ändert sich aber, sobald der Regler nach links oder rechts bewegt wird. Rechts werden die üblichen Resonanzen erzeugt. In Zusammenspiel mit dem Cutoff-Regler erklingt das typische Pfeifen. Mit einem Bass-Sound ist auch Acid-Gezwitscher möglich. Nach rechts gedreht wird das Signal in eine Rückkopplungsschleife geleitet und dementsprechend extrem können die klanglichen Ergebnisse ausfallen.

Das Filter bietet außerdem die Möglichkeit der Frequenzmodulation, die mit den Reglern FM 2-1 und FM 1-2 durchgeführt wird. Das linke Filter wird mit dem rechten Filter moduliert und umgekehrt. Mit den Reglern Mix 2-1 und Mix 1-2 vermischt Jomox die Filter. Mit Mix 2-1 wird das Signal des rechten Filters in das linke Filter gemischt und mit dem Mixer 2-1 das Signal des linken Filters in das rechte Filter. Wenn man diese Zeilen liest, muss man sofort an Feedback denken und anders hat es sich Jomox auch nicht gedacht. Im Handbuch ist die Rede vom Cross-Feedback, dieser Begriff kann es nicht besser treffen. Auf der 12-Uhr-Stellung hört man keinen Effekt.

Der LFO

Auch der LFO ist analog aufgebaut. Dieser  ist in der Lage, eine Sinus-Schwingungsform zu generieren. Der LFO wird durch das Audiosignal beeinflusst. Diese geschieht unabhängig von der Eingangslautstärke. Diese Einstellung wird mit den LFO-Intensity-Reglern vorgenommen. Nach links gedreht reagiert er auf die Hüllkurve und nach rechts gedreht schwingt der LFO frei. Auf 12 Uhr schwingt der LFO nicht. Schön ist, dass sich Jomox dafür entscheiden hat, diese wichtige Funktion auch neben den Reglern festzuhalten. So kann man sich im Eifer des Gefechts immer versichern, ob der LFO der Hüllkurve folgt oder frei schwingt.

Selbstverständlich kann auch die LFO-Rate bestimmt werden. Jomox gibt die Frequenz von 0,15 Hz (7 s) bis 22 Hz (45 ms) an. Das ist ganz schön langsam und auch verdammt schnell. Damit lassen sich wirklich schöne Effekte erzeugen. Diese LFO-Sektion ist auf dem Gerät nur einmal vorhanden und beeinflusst somit den linken und rechten Kanal gleichermaßen. Jomox hat sich aber noch etwas einfallen lassen, um beide Kanäle unabhängig voneinander kontrollieren zu können. Hierfür kommen die beiden Envelope-Amount-Regler ins Spiel. Diese bestimmen, wie sich das Filter auf den LFO bzw. die Hüllkurve verhalten soll. Das funktioniert ähnlich wie mit der LFO-Intensity. Auf 12 Uhr erzeugen diese Regler keine Wirkung.

Nach rechts gedreht öffnet sich das Filter, was mit einer LED angezeigt wird. Nach links gedreht schließt sich das Filter im Takt des Eingangssignals. Und ruck-zuck kann man komplexe rhythmische LFO-Variationen auf dem rechten und linken Kanal erzeugen, weil sich die Filter in unterschiedlicher Intensität öffnen und schließen können.

Die Digital-Sektion

Jomox bezeichnet ihre Digital-Sektion generell als Delay-Sektion. Jomox definiert mit Delays auch Chorus, Reverb und Flanger. Jomox stellt zur Auswahl dieser Effekte einen Regler zur Verfügung, der von einem LED-Kranz umgeben ist. Die 8 LED stehen für ein Preset, die von Jomox vorgegeben sind. Es finden sich Chorus/Reverb, Flanger Reverb sowie 2 Delays und 2 Reverbs. Jomox bietet auch 2 Waveguides an. Dabei handelt es sich um sehr kurze Delay-Lines. Wer mehr zu den Effekten wissen möchte, kann dies gern im Handbuch von Jomox nachlesen.

Natürlich ist es möglich, die Effekte zu modulieren. Die Effekte werden mit den Reglern Para1 und Para 2 eingestellt. Diese Einstellungen sind natürlich von den ausgewählten Programmen abhängig. So moduliert man z .B. im Programm Flanger/Reverb mit Para1 die Flanger-Rate und mit Para 2 den Reverb-Mix. Die Funktionen sind im Handbuch nachzulesen und auf dem Gehäuse aufgedruckt. Heutzutage würde ein Hersteller sicher die Effekte auf einem Display darstellen. Die Programme auf das Gehäuse zu drucken, ist aber effektiv und simpel. Zu erwähnen ist noch, dass bei 6 der 8 Programmen der LFO/Envelope-Regler einen Einfluss auf die Programme hat, was die Modulation komplexer gestaltet.

Mit den zwei Delay-In-Reglern kann das Signal mit dem Filter gemischt werden. Wie es schon bei anderen Reglern bekannt ist, passiert auf der 12-Uhr-Position nichts. Nach links oder rechts eingestellt, nimmt das Signal Einfluss auf die verschiedenen Phasen des Signals. Mit Delay-Feedback wird das Feedback des Filters auf das Delay umgeleitet. Links ausgerichtet haben die Regler keine Auswirkung.

Praxis und Sound des T-Resonator MKII

Auf der letzten Seite des Handbuches wird anhand eines Schnellstarts erklärt, wie sich der T-Resonator II verhalten könnte. Der Konjunktiv ist hier bewusst gewählt, weil diese Standardeinstellung nicht unbedingt dem Weg eines Musikers entsprechen muss. Im letzten Absatz führt Jomox aus: „Die restlichen Möglichkeiten erschließt man sich am besten durch Ausprobieren. Eine allgemeine Beschreibung ist hier sehr schwierig, da sich fast alle Parameter gegenseitig beeinflussen und auch sehr stark vom Eingangsmaterial abhängen.“

Für sich genommen sind die Elemente nicht gerade aufsehenerregend. Wenn man die Elemente einzeln betrachtet, klingt der Signalweg sehr sauber und neutral. Das Filter arbeitet so, wie man es von ihm erwartet. Es packt kräftig zu und filtert sauber. Der LFO schwingt, wie ein Sinus-LFO schwingen muss. Die digitalen Effekte sind Presets, auf die man nicht sehr viel Einfluss hat. Deswegen klingen sie ziemlich plakativ. Da gibt es ein sehr großen und einen nicht so großen Hall, kurze und lange Delays. Flanger und Chorus liefern genau das, was man von ihnen erwartet. Das hat man so auch schon in anderen Geräten gehört. So wäre hier auch schon Schluss, wenn alle Elemente hintereinander geschaltet werden würden.

Jomox wandelt aber nicht auf solch ausgetretenen Pfaden und das machen auch diese Kurven und Wellen auf dem T-Resonator deutlich. In der Psychologie arbeitet man mit Beziehungsdiagrammen. Damit werden die Beziehungen von Personen innerhalb einer Gruppe dargestellt. Genauso sieht es auch auf dem Panel des T-Resonator aus: Cutoff führt natürlich eine Beziehung zu Env. Amt und dieser steht in Beziehung zum Envelope, der auch eine Beziehung zum Delay-Feedback führt usw. ruck-zuck befindet man sich im Plot einer Telenovela oder Soap-Opera. Das Zusammenspiel dieser Beziehungen ist unglaublich komplex und beeinflusst das gesamte Klanggeschehen. Jomox hat aber wirklich alles Erdenkliche unternommen, um dem Musiker die Bedienung so einfach wie möglich zu machen. Dabei helfen die Pfeile und Kurven, die die Beziehungen im Signalweg aufzeigen.

Die Programme und Parameter der Digital-Sektion sind auf dem Gehäuse aufgedruckt. Außerdem sind jene Regler, die auf der 12-Uhr-Position eine Ruhestellung haben, beschriftet. Mit einer Null auf der 12-Uhr-Position und mit einem Minus-Zeichen nach links und einem Plus-Zeichen nach rechts sollte es keine Irritationen geben. Alle anderen Regler verhalten sich aufsteigend von links nach rechts. Einzelne Bedienelemente verfügen über farbige LED, um über Aktivität zu informieren. So wird der T-Resonator sehr gut überschaubar. Die Bedienung macht unglaublich viel Spaß, weil man durch das Zusammenspiel nicht immer abschätzen kann, was im nächsten Moment wohl passieren wird. Es ist möglich, eine richtige Geschichte mit dem T-Resonator II zu erzählen. Das Beziehungsgeflecht der einzelnen Elemente hat ein unglaublich breites Spektrum. Der T-Resonator II ist in der Lage, die üblichen Effekte wie Filterhouse-Modulationen, Hallräume und Delays zu erzeugen.

Das Zusammenspiel fügt den ausgetretenen Pfaden aber eine neue Note zu. Das klingt meistens sehr musikalisch und wenn man Bypass drückt, wundert man sich eigentlich über das Ausgangsmaterial, weil man sich schnell an den T-Resonator Klang gewöhnt. Im nächsten Moment kann der T-Resonator II aber unglaublich brutal klingen. Mehrfach wird im Handbuch auf die Feedback-Regler hingewiesen. Nach rechts gedreht erzeugt er in Abhängigkeit vom Filter die übliche Resonanz. Nach links wird es aber wirklich ultrabrutal. Wie oft liest man in Handbüchern, dass man auf seine Boxen Acht geben soll und wie oft musste ich die Erfahrungen machen, dass diese Warnung Blödsinn ist. Im Fall vom Jomox T-Resonator II stimmt es. Seid vorsichtig mit Feedback nach links. Subbass ist noch untertrieben. Der Schalldruck ist der absolute Wahnsinn und das nicht erst in extremer Einstellung! Die Elemente bieten die Möglichkeit, das Signal im Raum aufzuteilen. Jetzt wird der eine oder andere anmerken wollen: Ja, Panning kenne ich – langweilig! Aber man kennt es nicht so, wie es Jomox praktiziert.

Es handelt sich eigentlich mehr um Sounddesign. Die Sounds fangen an sich zu bewegen. Zur Bewegung gesellt sich gleichzeitig Modulation. Plötzlich befindet man sich im Trans-Europ-Express und kann erfahren, wie der Zug an einem vorbeigerauscht. Diesmal nicht mit einem Synthesizer-Rauschen moduliert, sondern viel organischer und lebendiger, weil es auch mit einer Drumloop möglich ist. Eine Drumloop, die klingt wie ein vorbeifahrender Zug? Bitte an das Zitat aus dem Handbuch denken: „Eine allgemeine Beschreibung ist hier sehr schwierig …“ Durch die Unabhängigkeit des linken und rechten Kanals und die Möglichkeiten der gegenseitigen Beeinflussung ist man in der Lage, das Signal auch im Raum aufzuteilen. Wenn man vorsichtig schraubt, kann man eine dreifache Modulation des Eingangssignals kreieren und im Raum verteilen. Man moduliert also auf dem linken Kanal und den rechten Kanal und hat gleichzeitig das unveränderte Eingangssignal zur Verfügung stehen. Der LFO kann so getrimmt werden, dass er auf die Transienten von rhythmischem Material reagiert. In der Praxis funktioniert das ziemlich gut. Es gelingt gut, tempoabhängige Effekte wie LFO und Delays schnell in das Klanggeschehen einzubeziehen, ohne dass Chaos entsteht.

Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn der T-Resonator II über einen Sync-Eingang (MIDI-Sync und/oder CV-Sync) verfügte. Damit wäre tempoabhängiges Material wirklich schnell und narrensicher in Spur zu bekommen. Dies ist aber wirklich jammern auf hohem Niveau. In diese Kategorie fällt natürlich auch der Wunsch nach speicherbaren Presets. Dies würde aber eine ganz andere Konstruktion verlangen. Man müsste wahrscheinlich Endlos-Encoder einbauen. Damit würde man nach Aufrufen eines Presets radikalen Parametersprünge durch die Regler vermeiden. Aber Presets sind auch nicht wirklich nötig. Mit dem T-Resonator II soll gejammt werden, man soll improvisieren und sich von den Ergebnissen überraschen lassen. Bei Jomox geht es um elektronische Musik und diese Musik hat immer einen experimentellen Charakter, um aufregende und neue Klanglandschaften zu kreieren. Wenn man im Vorfeld schon weiß, was passieren wird, findet keine Entwicklung mehr statt.

Ausblick auf T-Resonator MKIII

Jomox arbeitet wohl an einem T-Resonator III, der sehr viele interessante Neuerungen verfügen soll. Leider ist der entsprechende Eintrag von der Jomox Webseite verschwunden. Hoffentlich geht die Entwicklung weiter.

Die Klangbeispiele

Auch beim Jomox T-Resonator II ist es nicht sinnvoll, die einzelnen Elemente wie Delay, Filter und LFO vorzustellen. Die Würze entsteht im Zusammenspiel. Dies muss sich entwickeln und deswegen sind die Jams ziemlich lang. Bei Bedarf einfach durchzappen. Die Entwicklung sollte deutlich werden.

Der Jomox T-Resonator on YouTube

Cooles Video des T-Resonator in Verbindung mit einem Roland Juno-60

Fazit

Jomox T-Resonator II ist ein Stereo-Effektgerät, was lobenswert ist. Das Signal auf dem rechten und linken Kanal unabhängig bearbeiten zu können,  ist ein echter Knüller. Dies hat Konsequenzen, weil der Sound nach der Bearbeitung wirklich ohnegleichen ist. Dazu kommt, dass die digitalen und analogen Effekte sich gegenseitig beeinflussen. Dadurch werden die standardisierten Effekte einmalig und in ihrer klanglichen Ausprägung echt tückisch. Jomox hat aber niemals die Musikalität aus den Augen verloren. Ob man standardisierte Effekte reproduzieren möchte, die man in den aktuellen Ausprägungen der elektronischen Tanzmusik findet oder experimentieren möchte, das bleibt dem Musiker überlassen.

Seit 2012 ist der Jomox T-Resonator auf dem Markt und unwesentlich gealtert. Eigentlich seit 2008, wenn man den Vorgänger berücksichtigt.  Es ist eine wirklich großartige Maschine, die unglaublich viel Spaß macht. Natürlich könnte man fehlende Presets bemängeln und fehlenden Sync-Eingänge. Ich vermisse diese beiden Features nicht.

Kleiner Tipp: Mit dem Handy einfach die Einstellungen photographieren. Der T-Resonator II ist in der Lage, die Transienten des Eingangssignals sehr gut zu erkennen und damit ist auch rhythmische Genauigkeit garantiert. Der T-Resonator II ist bis heute noch eine echte Empfehlung und wirklich jeden Cent wert

Plus

  • Aufteilung der Bedienelemente für den linken und rechten Kanal
  • zwei analoge Filter
  • Feedback
  • gegenseitige Beeinflussung der klangbildenenden Elemente
  • räumliche Aufteilung von Klängen
  • analoge und digitale Effekte in Frieden vereint
  • Dde Erkennung von Transienten
  • Klang
  • Verarbeitungsqualität

Preis

  • 279,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Tyrell  RED 11

    Ein echter Evergreen. Schöner Test und wirklich tolle Klangbeispiele. Spätestens nach dem dritten Track hattest du mich – so ein Teil muss her!!!

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      Sven Rosswog  RED

      Hallo Tyrell,

      Macht wirklich Spass. Ich bin auch am überlegen…..vieleicht zu Weihnachten oder Erntedankfest oder Sommerferien, oder nachträglich zu Pfingsten…;-)
      Aber wirklich achtgeben, die Frequenzen können Brutal sein. Das klingt manchmal echt so, wie auf der Bühne, ultra Feedback, aber musikalisch.

  2. Profilbild
    Anthony Rother  

    Das Teil ist echt Brutal und da kommen je nach Eingangsmaterial erstaunliche Sounds raus. Vor allem mit Beats gehts mächtig vorwärts.

    Es war doch eine neue Version in Planung. Habe gerade auf der Jomox Seite geschaut aber da ist nichts mehr von zu finden.

    Es reicht aber die aktuelle Version die ist schon voll ausgereift.

  3. Profilbild
    Bernd-Michael Land  

    Hmmm, was an konischen Knöpfen jetzt so besonders cool sein soll, erschließt sich mir nicht und Stereoeffekte als Tretmine gab es auch schon viele Jahre früher.

    Ich konnte dem T-Resonator, wie auch dem Vorgänger, dem M-Resonator nie besonders viel abgewinnen.
    Das sind die einzigen beiden ungeliebten Bodentreter (von ca. 100), die meistens nur im Regal lagen und es auch nie in mein Liveset geschafft haben.
    Warum das so ist?
    Auf der dunklen Bühne wird mir das Teil zu schnell unkontrollierbar und klippt sofort ins übelste Feedback. Wenn man den falschen Regler auch nur einen Millimeter zu weit aufdreht, schmerzt es übelst in den Ohren.
    Naja, ich hab ihn vor ein paar Wochen verkauft, andere Leute mögen das Ding vielleicht.

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      Sven Rosswog  RED

      Hallo Bernd-Michael Land,

      Stereo Effektgeräte sind nicht außergewöhnlich, das schreib ich auch. Das man linken und rechten Kanal unabhängig voneinander bearbeiten kann findet man selten. Jomox hätte sich auch die hälfte der Regler sparen können, so ist es mit den meisten Stereo-Tretmienen. Konische Knöpfe sehe ich selten bis gar nicht. Das sind Details, die man gern übersieht.
      Die Bedürfnisse sind halt unterschiedlich. Es gibt auch ein Foto von Jarre und anderen Musiker bei der Bühnenarbeit mit dem T-Resonator. Deine Anmerkungen sind natürlich nachvollziehbar. Ist halt immer die Frage, ob ein Gerät beim Musik machen weiterhilft, oder nicht.

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      smoo  

      Mir ging es ähnlich. Ausser heftigen ukontrollierten Feedbacks habe ich nichts Verwertbares oder gar Schönes hinbekommen. Diese Soundbeispiele (z.b. Nr 3) zeigen die allerbeste Seite von dem Teil und sprechen sehr für den Autor. Ich selbst finde nicht eine Baugruppe die ich für sich selbst auch nur irgendwie gut finde. Filter und Effekte sind sehr schwach. Nur die Verschaltung ist einzigartig. Leider kommen dann die wirklich hässlichen Feedbacks ins Spiel. Hat man das dann einige Male gehört wanderts ins Gestell. Bei mir 3-4x da ich es nicht wahrhaben wollte, immer wieder hervorgenommen und wieder mit angewidertem Stirnrunzeln versorgt. So alles in allem mit recht grossem Abstand mein schlechtester Kauf der letzten 10 Jahre.

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        Bernd-Michael Land  

        Genau so ging mir das auch!
        Die Effekte sind wirklich nichts besonderes, eher unteres Mittelmaß.
        Wahrscheinlich werkelt da drin auch nur einer dieser billigen Standardchips, jedenfalls klingt es so.
        Das findet man ja oft.
        Und nur für Feedback brauche ich kein extra Effektgerät für 280 Euro, denn da langt mir das billigste Mischpult von Firle&Fanz und eine Hand voll Kabel -ohne jegliche Klangerzeuger.
        Ich bin mit meiner Kritik ja eher zurückhaltend, besonders bei den kleinen Herstellern, die es wirklich nicht einfach haben.
        Aber diese Möhre war auch mein größter Fehlkauf, sorry.

          • Profilbild
            Bernd-Michael Land  

            Mein Geschmack muss nicht seiner sein, es gibt ja auch Leute, die das Ding lieben. Selbst antesten ist der einzig richtige weg.
            Mein Tipp für ein wirklich brauchbares (Live-) Filter wäre der Rodec Restyler, da habe ich bisher nichts gefunden, was besser ist.

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