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Test: Korg B2 Digitalpiano

4. Dezember 2019

Für Bühne und Wohnzimmer gleichermaßen geeignet

korg b2

Korg B2, Digitalpiano

Mit dem B2 bringt Korg ein neues Digitalpiano auf den Markt, das sich dank der kompakten Maße und des geringen Gewichts ohne Weiteres zur gelegentlichen Probe oder dem kleinen Auftritt mitnehmen lässt. Doch auch im heimischen Wohn- oder Kinderzimmer macht das B2 eine gute Figur. Was es klanglich drauf hat und was man damit anstellen kann, wollten wir genauer wissen.

Ausstattung des Korg B2 Pianos

Die Optik stimmt schon einmal. Wahlweise im klassischen Schwarz oder im etwas auffälligerem Weiß ist das B2 erhältlich. Wer das Piano ausschließlich zu Hause einsetzen möchte, kann zusätzlich den optional erhältlichen Holzständer kaufen, damit wird das B2 (fast) zum vollständigen Digitalpiano. Dann bekommt man auch den Luxus einer 3-fachen Pedaleinheit. Mit einem Gewicht von 11,4 kg ist das Piano aber wie bereits erwähnt auch für den gelegentlichen Transport geeignet. Die abgerundeten Ecken geben dem Korg B2 einen leichten edlen Touch mit auf den Weg. Das Bedienfeld fällt in Relation zu den Ausmaßen des Pianos sehr klein aus und bietet lediglich vier Buttons und einen Regler für die Gesamtlautstärke.

korg b2

Hinter dem oberhalb platziertem schwarzen Stoff verbergen sich die beiden Lautsprecher des B2. Angetrieben werden diese von einer Endstufe mit 2x 15 Watt Leistung. Obwohl der Stoff über die gesamte Gehäusebreite gespannt ist, sitzen die beiden Speaker lediglich ganz links bzw. rechts. Die Größe des Pianos beträgt 1312 x 117 x 336 mm.

Zum Lieferumfang des Korg B2 gehören das zum Betrieb notwendige Netzteil, ein Notenständer, eine gedruckte Bedienungsanleitung sowie ein Mini-Haltepedal. Da das B2 beim Haltepedal auf ein eigenes Steckerformat setzt, ist dies auch zwingend notwendig, handelsübliche Pedale mit 6,3 mm Klinkenstecker können am Piano nicht betrieben werden.

Sollte das Pedal einmal kaputt gehen oder man auf ein Pedal mit normaler Größe wechseln möchte, muss man somit zwingend bei Korg nachkaufen. Möchte man eine 3-fache Einheit unter den Füßen haben, ist die PU-2 Pedaleinheit kompatibel – alternativ einfach den o. g. Holzunterbau kaufen, da ist diese schon inbegriffen. Trotz der Miniausführung des Pedals muss festgehalten werden, dass das Pedal sehr gut funktioniert und trotz seines geringen Gewichts an der vorgesehenen Stelle stehen bleibt.

korg b2 pedal

Anschlüsse und Bedienung des E-Pianos

Rückseitig befinden sich die Anschlüsse des Pianos. Neben der Netzteilbuchse findet man hier zwei 3,5 mm Klinkenbuchsen. Eine dient zum Anschluss eines Kopfhörers, alternativ lässt sich hier auch eine externe Verstärkungsanlage anschließen, über die zweite lässt sich ein Audiosignal ins Piano einspeisen. Auch ein USB-Port darf natürlich nicht fehlen. Dieser dient dem Anschluss an einen Computer oder Tablet und Smartphone.

korg b2 bedienung

Die Bedienung der hauptsächlichen Funktionen geht zunächst einmal leicht von der Hand. Power-On/Off, Lautstärkeregler und Metronom-Button sind selbsterklärend, die Sound-Taste dient dem Durchsteppen der insgesamt 12 Sounds. Über Piano Play kehrt man stets zum Piano-Sound zurück. Da das B2 kein Display und keine weiteren Funktionstasten bietet, muss man für weitere Einstellungen stets die Function-Kombination drücken, d. h. Piano Play und Sound gleichzeitig drücken plus eine Taste der Klaviatur. Welche Taste der Klaviatur für welche Funktion gedrückt werden muss, erfahrt man im Handbuch, Aufdrucke, wie man es beispielsweise von anderen Einsteiger-Pianos kennt, gibt es beim B2 nicht. Das macht es insgesamt nicht einfacher, denn fast jede Taste der Klaviatur ist mit einer Extra-Funktion ausgestattet, merken kann man sich das alles nicht.

korg b2

Am Funktionsumfang ändert das natürlich nichts, so dass man beim B2 auf Wunsch einen Chorus- oder Hall-Effekt hinzufügen kann, es kann transponiert werden und die Anschlagdynamik lässt sich in den drei Stufen hart, normal und leicht einstellen.

Tastatur und Sounds des Korg B2

Beim B2 kommt eine Natural Weighted Hammer Action Tastatur, kurz NH, mit 88 Tasten zum Einsatz. Die Gewichtung fällt mittelschwer aus und ist daher auch für Umsteiger, die vom Keyboard kommen, gut geeignet. Die Tastatur spielt sich gut und man entwickelt recht schnell ein ordentliches Spielgefühl.  Im Vergleich zu anderen Tastaturen ist sie beim Zurückfedern etwas träge, was mir vor allem bei schnellen Passagen kritisch aufgefallen ist. Dennoch kann man mit der NH-Tastatur hier gut spielen und vorankommen.

korg b2

12 Sounds bietet das B2 Piano von Korg. Der Fokus liegt natürlich auf Piano-Klängen, so dass von den 12 Presets fünf auf akustische und drei auf elektrische Pianos entfallen. Die restlichen vier Sounds sind einem Cembalo, einer Pfeifenorgel, Streichern und einer E-Orgel vorbehalten.

korg b2 tastatur

Klanglich unterscheiden sich die fünf akustischen Pianos sehr. Das erweitert das Einsatzgebiet und stellt sicher, dass man ein breites Repertoire abdecken kann. Entweder klassisch und ausgewogen mit dem Konzertflügel oder dem „Klassischen Klavier“ oder etwas kantiger und moderner mit dem Jazz Piano. Trotz der Unterschiede klingen die Presets allesamt sehr ausgewogen.

Die E-Pianos kommen insgesamt sehr brav daher. Ein Rhodes, ein Wurlitzer und ein klassisches FM-Piano bekommt man beim B2 geboten. Etwas mehr Charakter hätte es für meinen Geschmack hier schon sein dürfen. Streicher, die beiden Orgeln und das Cembalo runden das Sound-Angebot des B2 ab. Diese klingen gut bis sehr gut.

App-Erweiterung für das Digitalpiano

Wirklich gut finde ich die Tatsache, dass Korg das B2 mit einem kleinen, aber feinen Software-Paket ausliefert. Dank des USB-Ports lässt sich das Piano am Computer, Tablet oder Smartphone anschließen und um diese Funktion gebührend zu nutzen, gibt es von Korg die zwei Apps Korg Module und Gadget 2 LE dazu, zusätzlich bekommt man ein kostenloses 3-Monats-Abo von Skoove dazu. Über die Software lässt sich online Klavier lernen.

korg module b2

Während Gadget 2 LE eine App für die Musikproduktion ist, den Test zu Korg Gadget Vollversion findet ihr hier, handelt es sich bei Korg Module um ein virtuelles Sound-Modul. Die enthaltenen Klänge, die sich auf die fünf Slots A-Piano, E-Piano, Clavinet, Orgel und Multi verteilen, sind super und zeugen von großer Qualität. Hier findet ihr ein paar Infos dazu. Da die beiden Korg Apps bisher nur für iOS erhältlich sind, gehen Android User bei diesem Extra leider leer aus. Die Piano-Lern-App Skoove gibt es aber für iOS und Android.

korg gadget le b2

Fazit

Das Korg B2 ist ein gutes Digitalpiano, das sich sowohl zu Hause als auch beim gelegentlichen Ausflug zur Probe oder einem Auftritt wohl fühlt. Die Verarbeitung und die Optik stimmen.

Über 12 Sounds verfügt das B2 und bietet damit Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der wichtigsten Sounds. Die meisten User werden vermutlich bei den A- und E-Pianos bleiben und diese liegen beim B2 in guter bis sehr guter Qualität vor. Die vier Extra-Klänge sollten als gute Beigabe betrachtet werden. Schade ist, dass man die Tastatur des B2 nicht splitten/layern kann, dann wären die Streicher als schöne Zugabe zu einem A-/E-Piano nutzbar gewesen.

Insgesamt steht am Ende des Tests ein „gut“. Die Sounds passen, die Verarbeitung und die Apps als Zugabe sind toll, aber Splits/Layer und eine Beschriftung der Funktionen wären definitiv gut gewesen.

Wer im Übrigen etwas Geld sparen möchte und sich dafür mit etwas weniger Verstärkerleistung zufrieden gibt, sollte sich das Korg B2N anschauen. Dieses kostet 66,- Euro weniger, bietet dafür nur 2x 9 Watt Leistung. Dies sollte für den heimischen Einsatz aber ausreichen.

Plus

  • Optik/Verarbeitung
  • Sounds
  • Apps

Minus

  • kein Split/kein Layer möglich
  • Tasten nicht mit Funktionen beschriftet
  • Haltepedal mit eigenem Steckerformat

Preis

  • Korg B2: 377,- Euro (schwarz), 414,- Euro (weiß)
  • Korg B2N: 311,- Euro (schwarz)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    bluebell  

    Es hat sich viel getan bei der Klanqualität. Wenn ich an das unselige LP10 denke, das ich mir damals angeschafft hatte (ich glaube für 1400,- DM), weil mir das Fender Rhodes einfach zu schwer zum Schleppen wurde, könnte man Korg noch mal eine Chance geben. Der MS10, mein erster Synth, war ja für das Geld nicht schlecht, aber das LP10 war wirklich übel.

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