Test: Korg Krome & Krome EX, Synthesizer-Workstation

5. Juni 2019

Korg Kronos' kleiner Bruder

Korg Krome EX Synthesizer

Korg Krome EX Synthesizer

Mit dem Korg Krome EX wirft Korg eine interessante Workstation im Kampf um den Einsteigermarkt in den Ring, die gerne auch als kleiner Kronos bezeichnet wurde. Ganze 5 Jahre hatte der Vorgänger auf dem Buckel, der nun als Korg Krome EX nochmals um einige Features aufgewertet wurde. (siehe letzten Absatz)

Neben Legenden wie der Wavedrum und Analogsynthesizern ist Korg vor allem für seine E-Pianos, Keyboards und Workstations bekannt. Das Flaggschiff der Workstation-Sektion, der Kronos, bietet fast alles, was das Keyboarder- und Komponistenherz begehrt. Wem der Rolls Royce unter den Keyboards (und der Preis) zu ausladend sind, für den gibt es die kleinere Version ohne „Krome-Felgen“, aber – glaubt man dem Hersteller – mit gleichem „Fahrgefühl“. Wir werden sehen und hören, wie sich der Krome im Rennen schlägt.

Während der Kronos alles bietet, um eine komplette Musikproduktion zu fahren, wurde dem Krome im Wesentlichen nur der Keyboardteil gelassen. Features wie Audioeingänge und die damit einhergehende Recording-Möglichkeit fehlen gänzlich. Was aber nicht fehlt, ist ein MIDI-Sequencer, Arpeggiator und die Möglichkeit, selbst Patches zu erstellen.

Der Korg Krome in Real

Erster Eindruck des Korg Krome

Schon beim Auspacken des bei uns getesteten 61-Tasten-Modells fällt das geringe Gewicht des Instrumentes auf. Nach dem Einschalten beginnt das Warten, denn trotz SSD benötigt der Krome sehr lange zum Starten, leider ein Phänomen, das bei fast jeder Workstation jegliche Spontaneität verhindert. Nach Beendigung des Start- bzw. Wartevorganges begrüßt uns sogleich der 2,8 Gigbyte große Grand Piano Vorzeige-Patch, der den größten Teil der SSD ausfüllt.
Das resistive Touchscreen-Display reagiert fast so empfindlich wie jene Kapazitiven, die wir aus den Smartphones kennen.

Farb-Touch-Display inklusive

Zubehör

Neben dem Instrument selbst benötigt man nicht viel. Dementsprechend befinden sich im Karton nur Handbücher und eine DVD mit Tutorial-Videos, die sich auch auf dem YouTube-Kanal von Korg in HD abrufen lassen. Das ist durchaus zeitgemäß. Weniger zeitgemäß hingegen erscheint, dass Korg keine SD-Karte beilegt, zumal für die Programme des Krome – anders als bei Audio-Recordern – schon 128 MB ausreichend bemessen wären und dieser Verzicht deshalb auch von den Kosten her gesehen unverständlich ist.

Der Korg Krome in der Platinum-Ausführung

Hardware Korg Krome

Die ungewichtete Tastatur des 61-Tasten-Modells ist angenehm zu spielen, wenngleich die Empfindlichkeit etwas zu hoch ist. So lässt sich nur schwer nuanciert spielen, da es sehr viel Fingerspitzengefühl erfordert, nicht ständig das Maximum der Anschlagdynamik zu treffen. Während das Anschlagverhalten für ein akzentuiertes Spiel von Clavinet, Synths und Gitarren gut geeignet ist, erschwert es das Spielen anderer Instrumente wie Bläser, Streicher und Klavier, was auch in den Klangbeispielen zu hören ist.
Die wenigen vorgegebenen Velocity-Kurven helfen hier leider auch nicht wirklich weiter. Grundsätzlich kann man das nur durch die Editierung jedes einzelnen Programms ändern.

Das Anschlagverhalten der Tastatur ist deutlich an die Bühne und nicht ans Studio angepasst. Im Bandkontext stört ein wechselnder Pegel ohnehin meist beim Keyboard. Die Bauqualität der 61er-Tastatur spiegelt die Anforderungen an einen harten Bühnenalltag leider nicht wider. Zu dünn ist das Plastik, als dass sie – meines Erachtens – einer groben Behandlung lange standhalten könnten.

Wer ein ausgeprägteres Anschlagverhalten benötigt, kann einfach ein MIDI-Keyboard an den Krome anschließen oder auf eine der größeren Versionen ausweichen.

Gibt’s auch mit 76 Tasten, oder wie hier mit 88 Tasten gewichtet

Die Regler sind allesamt hochwertig. Die Taster erfordern zwar ziemlich viel Druck, andererseits wird aber hierdurch Fehlbedienungen vermieden.

Auch die Anschlüsse sind robust ausgeführt. Leider ist als Kopfhöreranschluss eine Miniklinkenbuchse verbaut, was besonders Probleme bereiten kann, wenn der Stecker abbricht.

Insgesamt wurde viel Plastik im Gehäuse verbaut. Dennoch erscheint das Instrument robust genug für die Bühne, besonders dadurch das geringe Gewicht Unfälle aufgrund zusammenbrechender Roadies eher ausgeschlossen sind. Immerhin ist die Zierplatte über den Bedienelementen aus Aluminium. Einzig der Rand unter der Tastatur biegt sich bei Belastung durch. Da hätte Korg etwas mehr Plastik verwenden sollen.

Anschlüsse

Der Krome bietet hier keine Überraschungen. Neben Line Out (wahlweise als einmal stereo oder zweimal mono) stehen MIDI In/Out, USB und der 3,5 mm Kopfhörerausgang bereit. Einzig die Pedalanschlüsse sind besonders üppig ausgefallen. Hier stehen gleich drei Anschlüsse bereit. So ist es möglich, zwei gewöhnliche Fußschalter (Switch, Damper) und ein Schwellerpedal anzuschließen.

Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil. Am Instrument selbst befindet sich neben der Adapterbuchse eine Kabelklemme für die Zugentlastung.

Die Anschlüsse des Korg Krome und Korg Krome EX

Bedienung

Die Bedienung des Krome ist sinnvoll aufgeteilt, sodass Standardfunktionen schnell erreicht werden können.

Das Konzept ist in drei Modi (Programme, Kombis und den Sequencer) unterteilt, für die es separate Knöpfe gibt.

Joystick wie damals beim Korg M1

Programmwahl

Die Programmwahl ist die einfachste Funktion der Workstation. Das ROM des Krome ist in sechs Bänke (A bis F) unterteilt, deren Patches durchnummeriert sind. Zur Auswahl drückt man die jeweilige Banktaste, gibt die Patch-Nummer ein und drückt „Enter“. Alternativ lassen sich die Klänge auch mit dem Wählrad durchwählen oder über das Touchscreen-Menü erreichen.

Ein Programm entspricht der Grundstruktur des Krome und ist die einfachste Klangeinheit. Zur Erstellung eines Programms stehen zwei „Oszillatoren“ bereit, die mit Samples bestückt werden können, sowie ein Drumtrack. Das alles lässt sich dann durch die Effekte des Krome jagen.

Gut geführte Benutzeroberfläche

Combinations

Combinations sind, wie der Name schon sagt, Kombinationen verschiedener Programme. Der Sinn hinter der Kombination von Programmen erschließt sich zwar nicht auf den ersten Blick, aber für die Bühne sind Combinations ein Segen, da hierdurch z. B. Keysplits möglich werden. Oder man kann über MIDI weitere Keyboards anschließen und parallel noch mehr Klänge nutzen, ohne ständig umschalten zu müssen.
Die Auswahl der Combinations erfolgt auf die gleiche Weise wie bei der Programmauswahl.
Die Bearbeitung erfolgt jedoch anders, da man sich hier eine Kombination von Programmen erstellt. Dies erfolgt in einer Mixeransicht. In jeden Kanal des Mixers kann man nun ein Programm laden und diese Programme untereinander mischen sowie Insert- und Send- bzw. Mastereffekte laden – wie in jedem gewöhnlichen Software-Mixer.

In den Combinations immer alle Parameter auf einen Blick

Sequencer des Korg Krome

Der Sequencer-Modus kommt einem bekannt vor, wenn man sich schon mit dem Combinations-Modus auseinandergesetzt hat, denn hier begrüßt einen der gleiche Mixer. Entsprechend kann man jede Combination in eine Sequencer-Session umwandeln.
Im Grunde genommen ist eine Sequencer-Session eine Combination, die um die Möglichkeit des Aufnehmens erweitert ist. Eine Sequencer-Session ist in Songs unterteilt. Man kann also ein ganzes Album in einer Datei speichern.
In jedem Song stehen 16 Spuren zur Verfügung. Wem das nicht reicht, kann den Krome über MTC als Slave mit anderen Geräten synchronisieren.
Der MTC-Sync bietet nicht nur Abhilfe bei chronischem Spurenmangel, sondern ist besonders hilfreich, um MIDI und Audio in eine DAW zu überspielen. So kann auch Audio Spur für Spur ohne Timing-Probleme überspielt werden.

Gut zu bedienender Sequencer dank Grafik-Display

Zum Einspielen gibt es neben der Realtime-Option auch einen Step-Input. Dank des Touchscreens können auch einzelne Noten editiert werden, was aber ohne Stylus äußerst unpraktisch ist. Hier zeigt sich, dass der Krome für Entertainer und Bühnenmusiker gemacht ist, die ihr Handwerk verstehen. Um den Sequencer effektiv einzusetzen, muss man spielen – fehlerfrei spielen – können. Zwar wird dieser Zustand durch den speziellen Arpeggiator etwas gemildert, sodass auch nach dem ein oder anderen Wein/Bier/Destillat noch das Bauen von Tracks möglich erscheint, aber wer möchte schon ausschließlich mit vorgefertigten Pattern arbeiten? Dazu kauft man sich einen Laptop und installiert eines der einschlägigen Programme.

Doch der Sequencer trägt nicht nur dem Virtuosen, sondern auch dem Komponisten Rechnung. So lassen sich durch die Songstruktur einzelne Parts zum Song arrangieren. So kann sich der Bühnenmusiker z. B. verschieden lange Versionen eines Songs bauen, je nachdem, wie lang der Auftritt sein soll.

Darüber hinaus lassen sich neben dem Mixer fast alle Parameter eines Instrumentes automatisieren.

Sounds des Korg Krome

Grundsätzlich ist die Soundlibrary als Ganzes gesehen sehr gelungen. Die hohe Qualität wird auch im Detail nicht durch grobe Patzer beeinträchtigt. Manche Sektionen – vor allem die Gitarren – sind in der Qualität durchwachsen. Während manche Patches glaubhaft klingen, gehen andere – besonders im E-Gitarrensegment – doch ein wenig in Richtung GM.

Das 2,8 GB Klavier klingt gut, hat mich aber nicht beeindruckt. Es scheint so, als habe man sich hier auf überwältigende Bässe konzentriert. Die anderen Lagen sind im oberen Mittelfeld, lassen aber kein 2,8 GB Patch vermuten. Besonders die unteren Velocity-Stufen enttäuschen etwas angesichts dieser Zahl.

Korg Krome EX Synthesizer

Korg Krome EX Synthesizer

Die verbesserte EX-Version

Für die EX-Version wurden einerseits neue Samples aufgenommen, als auch eine große Anzahl an zusätzlichen Sounds programmiert. Der Speicher für PCM-Daten beträgt nun 4 GB. Insgesamt stehen 896 Programs und 512 Combinations unmittelbar für den Musiker bereit.

Hauptaugenmerk bei den neuen Klängen liegt auf einem speziell für die Krome EX Workstation entwickeltem Pianosound, der laut Korg zum Teil „monaural“ aufgezeichnet wurde. Außerdem wurden drei verschiedene Typen von E-Pianos aufgenommen, die für eine anspruchsvolle Umsetzung von großer Dynamik über acht Velocity-Layer verfügen.

Auch bei den Drums wurde der Vorrat aufgestockt. Ganze 2.500 Samples (teils stereo) sind nun vorhanden, die mittels der „Ambience-Technologie“ einen sehr natürlichen Klang liefern sollen. Sie verfügen über bis zu achtfache Velocity-Switches und haben ein sogenanntes Resonanz-Finetuning.

Für die Electronic-Fraktion ist eine Vielzahl an neuen und modernen Synthsounds hinzugekommen, die auf Stile wie EDM, Trance etc. ausgerichtet wurden.
Im Combination- oder Sequencer-Modus lassen sich zwei polyphone Arpeggiatoren gleichzeitig betreiben, die insgesamt 960 Preset-Pattern an Bord haben. Zusätzlich zu den Standard-Pattern können die Arpeggiatoren auch Gitarren- oder Bass-Riffs und Drum-Pattern erzeugen. Die Drum-Track-Pattern wurde extra von professionellen Drummern eingespielt.
Für eigene Pattern steht ein umfangreicher User-Pattern-Speicher mit 1.088 Plätzen zur Verfügung.

Der Korg Krome auf YouTube

Zunächst ein Demovideo zum Korg Krome EX, in dem auch die neuen Piano-Sounds hörbar sind:

Und hier zum Vergleich ein Demo der ursprünglichen Version:

Fazit

Im Gegensatz zum großen Bruder ist der Krome eindeutig ein Bühneninstrument, das fast schon auf den typischen Alleinunterhalter zugeschnitten ist.
Unter der Haube warten Features, die man nur in einer Software-DAW vermuten würde.
Sofern man sich auf die Bühnenfunktionen beschränkt, geht die Bedienung schnell vonstatten. Der Sequencer dagegen ist manchmal etwas umständlich, besonders wenn es darum geht, einzelne Noten zu editieren, was nur mit einem Stylus empfehlenswert ist.

Das Gesamtpaket aus Hardware und Soundlibrary ist, bedenkt man den Preis von separaten Komponenten aus DAW, Soundlibrary, MIDI-Keyboard und Computer, preislich mehr als gerechtfertigt. Für Bühnenmusiker und Alleinunterhalter kann ich das Instrument ohne Einschränkungen empfehlen.
Wer nur im Studio arbeitet, wird sicherlich mit der üblichen Software-Lösung glücklicher werden.

Plus

  • geringes Gewicht
  • hochwertige Bedienelemente
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Soundlibrary
  • MTC-Sync

Minus

  • viel Plastik
  • klapprige Tastatur beim 61er Modell
  • mangelnde Nuanciertheit beim 61er Modell
  • Miniklinken-Kophöreranschluss

Preis

  • Korg pro Krome EX 61 Keys Ladenpreis 949,- Euro
  • Korg pro Krome EX 73 Keys Ladenpreis 1.195,- Euro
  • Korg pro Krome EX 88 Keys Ladenpreis 1.435,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Florian Bettinger

    Leider hier kein Kommentar zum Piano und der geringen Polyphonie. Habe das Gerät angetestet, wenn man bsplsw. einen Akkord Grundton stehen lässt und den als Appregio paar mal nach oben bricht (bsp. Einspiel I will survive) dann ist der Grundton viel zu schnell weg! War schon beim M50 so. Hier finde ich es bei den recht großen Pianos noch extremer. Ein echter Rückschritt. Insbesondere bei vielen in der 88er Version als Stagepianoersatz vorgeschlagen: Meine Meinung absolutes NoGo.. Da hätte man lieber ein viel weniger aufwändiges Piano gemacht (siehe Yamaha) und das dann dafür spielbar.

    • Profilbild
      microbug  

      Wohl wahr. Statt des aufwendigen, mit grafischem Schnickschnack überladenen Touchscreen wären ausreichende Stimmenzahl und vor allem eine anständige Tastatur wichtiger gewesen. Die des Krome ist zwar nicht ganz so mies wie die des M50-61, aber auch nicht wirklich besser. Yamaha zeigt mit den MO(x/xf), daß es auch anders geht, ohne Schnickschack, aber gut nutzbar, ebenso Kurzweil mit dem PC3LE. Beide haben jedenfalls ausreichend Stimmen zur Verfügung und auch bessere Tastaturen, zumindest in den 61er und beim Kurzweil auch in der 76er Version.

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    joegedicke  

    Ich habe den Krome eine Zeit lang besessen. Der Touchscreen und die Bedienung darüber ist wirklich sehr gut gelungen. Das so hochgelobte Grand Piano klingt mir viel zu hell und nach viel zu viel Effekthascherei. Da ist das Kurzweil-Piano um Welten besser gelungen, mit viel weniger Speicherplatz. Das ist aber auch Geschmackssache. Was gar nicht geht ist definitiv die 61er Tastatur. Diese ist eine Katastrophe und macht den guten Gesamteindruck des Krome völlig zunichte. Ich habe vor dem Kauf auch gedacht, kann ja nicht so schlimm sein, musste mich aber eines Besseren belehren lassen und habe den Krome wegen dieser Tastatur wieder verkauft. Zur Zeit habe ich ein PA-900 in meinem Studio mit einer wirklich guten 61er Tastatur. Wenn diese Tastatur im Krome verbaut wäre, wäre der Synthesizer richtig gut.

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    Henrik Fisch

    Da der »Kronos« ja nun ein rundherum Dick-und-Schick, Wohlfühl für alle Lebenlagen und »Ich opfere ein 1/4 Jahr meines Lebens und steppe mich mit verzücktem Lächeln durch die Presets und lege noch einmal ein 1/2 Jahr drauf, wenn ich ihn programmieren will« (übertrieben natürlich) -Gerät ist … (kurz Luft holen) … stellt sich mir die Frage, wie viele seiner weiteren Features es in den »Krome« geschafft haben. Da wären zum Beispiel die verschiedenen Synthese-Engines. Dass der Krom ein mehr oder minder monstermäßiges Klavier hat, ist klar. Orgel und E-Piano kann er auch. Aber wie sieht es mit den anderen Synthese-Features aus? Kann man den überhaupt programmieren oder ist das eine reine Preset-»Schleuder« (man verzeihe mir den Ausdruck)? Wie sieht’s aus mit Karma? Kann er Sampling? Dass er kein Audio-In hat, habe ich heraus gelesen. Aber vielleicht futtert das Gerät Samples ja irgendwie anderweitig. Vielleicht könntest Du da noch ein wenig Licht drauf werfen.

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    Saxifraga  

    Und jetzt kommt der Roland FA-06 und macht den Krome Killer. :) Nur die 61er Tastatur wird wohl nicht besser als die vom Krome. :(

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    STRomzAeHLEr  

    Die Demos sind teils sehr ungenau eingespielt und verzerren meiner Meinung nach etwas den Eindruck.
    Abgesehen davon finde ich es aber fast schon „frech“, den Krome als den „kleinen Kronos“ zu verkaufen. Bis auf die mehrere GB große Library, über deren Qualität man ebenfalls trefflich streiten kann, ist an der Synthese-Engine scheinbar seit Jahrzehnten(!) nichts passiert. Frech ist auch, dass man ein 2,7 GB großes Piano bewirbt, dass dann nicht mal richtig spielbar ist.
    Die Boot-Zeit ist unzumutbar und lässt das (enttäuschende) Anspielen im Geschäft zur Geduldsprobe werden.
    Wer Wert auf ein übersichtliches Display (ja, es ist sexy!) sowie einen gut bedienbaren Sequencer legt, ist mit dem Krome sicherlich gut beraten. Alle anderen, denen der Klang wichtiger ist, schauen entweder in die Röhre…äh – in den TouchScreen, greifen tiefer in die Tasche oder gehen zur Konkurrenz.
    SO wirkt man der Abwanderung von Hardware- zu Softwaresynthesizern sicherlich nicht entgegen.

    • Profilbild
      Stephan Merk  RED 1

      Ich finde den Vergleich auch nicht passend, der Kronos ist ein ganz anderes Instrument, nicht nur wegen der komplett anderen Klangerzeugungen. Was übrigens im Test leider auch nicht bemerkt wurde, dass der Krome Ex kein Audio via USB ausgibt, im Gegensatz zum Kross 2. Auch habe ich mir die Frage gestellt, worin eigentlich die Unterschiede zur Pa-Serie abgesehen von der Begleitsektion liegen, es gibt überhaupt keine DNC-Sounds. Ziehe ich 2,8 von 4 GB ab, bleiben 1,2 GB übrig. Die hat mein Pa1000 mit Musikant-Erweiterung auch, ohne Schlager-Ambitionen kann ich den frei programmierbaren Sequenzer genauso nutzen. Die Full Samples im Mix sind auch nicht unbedingt das Argument. Ob sich der Krome wirklich für Alleinunterhalter eignet, weiß ich nicht, den sehe ich dann doch eher mit einem Instrument der Pa-Serie.

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    bobs world  

    Immanuell hat bereits einige wichtige Qualitätsmängel beim Korg identifiziert:
    „- viel Plastik – klapprige Tastatur beim 61er Modell – mangelnde Nuanciertheit beim 61er Modell“
    Ein klarer Beweis, dass Korg als Plastikweltmeister im unteren und mittleren Preissegment qualitativ nicht zu gebrauchen ist. Übrigens, das 88er Keyboard ist einfach nur grausam.
    Es gibt Fachzeitschriften die von der Marke in diesem Segment regelrecht warnen. Wichtige Wettbewerber können es besser.

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    axmo

    die 88er version ist mit einer top tastatur ausgestattet- zumindest für „auch-im klavier-bereich-profis“, die mit gewichteten tasten klarkommen. die beiden kleineren sind hingegen mit einer absoluten schrott-tastatur ausgestattet. neben den reichlichen sounds, die zum großteil recht „korg-typisch“ sind (was ich nicht als negativ erachte) sind vor allem jede menge gute beats vorhanden, sodass man durchaus auch brauchbare elektro-sachen programmieren kann.

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    beejay  

    Alleine die Synth-Engines lassen die Kroma Serie schon alt aussehen gegen Yamaha’s MODX.
    Eigentlich sind die Kromas ja nur Rompler, vielleicht kann man sie auch Sample Player nennen.
    Die Yamahas haben die komplette FM engine und noch vieles mehr. Dazu eine ordentliche Tastatur, Audio-Interface,…

    Kurzum, gar nicht erst dran denken die Korgs zu kaufen wenn man in diesem Segment sucht.

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      Stephan Merk  RED 1

      Ich denke, so einseitig kann man das nicht sehen. Ich beispielsweise mag den Grundsound von Yamaha überhaupt nicht, selbst der Genos und die ach so neu gesampelten AWM2-Sounds klingen nach Yamaha, wie auch die Filter. Will man daran was ändern, muss man schon die Werks-Sounds ersetzen und sich mit der Synth-Programmierung befassen, was die Wenigsten machen dürften. Zwar nicht schlecht, springt mich aber ebenso wenig an, wie der auch gleich klingende Grundsound von Roland. Vergleicht man das mit Korg, haben die von Hi-, über MMT- bis EDS-X-Synthese wenigstens mal was an der Engine verändert. Bei Yamaha gibt es, bis auf die FM-Synthese, nur AWM2, Sampling und zumeist die eigenen Instrumente. Yamaha kann alles und ganz gut, aber irgendwie nichts wirklich richtig. Die haben aber auch ein fantastisches Marketing und liefern, was der Kunde erwartet, das kommt eben an. Einzig den Genos könnte ich mir gefallen lassen, der hebt sich von den Daten ja auch etwas ab.

      • Profilbild
        beejay  

        In dem ersten YouTube Video oben höre ich genau 2 Sounds die gut sind:
        A000 (Der große EX Flügel)
        B016 (Saw Stab)

        Hier mal ein MODX Sound Demo Video:
        https://www.youtube.com/watch?v=0E52reId_0o

        mMn. einfach lebendigere Sounds mit mehr Tiefe.
        Die FM Pianos sind traumhaft, die EP’s sehr gut gelungen. Der Flügel mindestens gleichauf mit Korg. Die Synths klingen um Welten besser als beim Krome. Einziger Kritikpunkt sind die Orgeln, die hat Yamaha (samt dem Leslie) nach so vielen Jahren immer noch nicht ordentlich hingekriegt. Liegt wohl an AWM2…

        Ich gehöre absolut nicht zur Genos-Zielgruppe, daher liegt mein Fokus sicher auf anderen Sounds als bei Ihnen.

        Die Sound-Designer bei Korg litten wohl auch unter dem Omnisphere-Syndrom, sämtliche Synth Sounds sind völlig überladen mit Effekten und sowohl auf der Bühne als auch im Studio völlig untauglich.

        Sicher ist der Klang Geschmackssache, aber für mich liegen da Welten zwischen den beiden Keyboards.

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