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Test: Line 6 Catalyst 200 Modeling Combo, Gitarrenverstärker

Die nächste Generation Line6 Modeling-Amps

3. April 2022

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Die Welt der Gitarrenverstärker wächst und wächst und wächst. Ob analoge Welt, Digitalmarkt oder jede Abstufung dazwischen. Ob Röhren, Transistor, Modeling, Capturing, Profiling. Die Vielfalt an Amps war wahrscheinlich nie höher als jetzt. Jeder Hersteller bringt regelmäßig sein neuestes Modell auf den Markt und präsentiert wieder neue Features und (mehr oder weniger) nützliche Tools. Line6 war im Bereich Modeling ganz früh weit vorne mit dabei. Genoss die POD-Serie früh einen guten Ruf und mündete mit der Helix-Reihe in eine neue Generation Modeling-Amps. Mit der Catalyst-Serie bringt Line6 einen Verstärker auf den Markt, der „traditionelles“ Handling mit moderner Modeling-Technik zusammenbringen soll und das zu einem sehr guten Preis. Etwas, für das Line6 generell relativ bekannt ist. Generell hat die Firma einen guten Lauf, wie die letzten Erscheinungen gezeigt haben:

Line6 Pod GO Wireless

Line6 Pod GO Wireless

Kundenbewertung:
(24)
Line6 DL4 MKII Delay

Line6 DL4 MKII Delay

Kundenbewertung:
(2)
Line6 HX Stomp XL

Line6 HX Stomp XL

Kundenbewertung:
(20)

Mal sehen, was die Kiste so kann. Let’s unbox the Line6 Catalyst 200 Modeling Combo …

UNBOXING – Line6 Catalyst 200 Modeling Combo, Gitarrenverstärker

Der Combo-Amp kommt im Produktkarton verpackt in Folie eingewickelt und mit Styropor gesichert daher. Dem Lieferumfang beigelegt ist neben dem Verstärker nur ein Kaltgerätekabel, die Gebrauchsanweisung sowie Sicherheitshinweise.

 

FACTS & SPECS – Line6 Catalyst 200 Modeling Combo, Gitarrenverstärker

Der 18,9 kg schwere und 200 Watt Leistung mitbringende Solid-State Modeling-Combo-Amp von Line6 bietet zwei programmierbare Kanäle mit sechs abrufbaren Bänken (es lassen sich also zwölf Sounds speichern). Die Philosophie hinter der Catalyst-Serie ist es, dass sie wie traditionelle 2-Kanal-Verstärker bedient werden können/sollen. Der Aufbau der Benutzeroberfläche wirkt dadurch sehr intuitiv und vertraut.

Es stehen pro Kanal sechs verschiedene „HX® sound design techniques“ Amp-Modelle zur Auswahl: Clean, Boutique, Chime, Crunch,  Dynamic und HiGain. Diese lassen sich per Endlosdrehregler auswählen und mit den Potis Gain, Bass, Mid, Treble und Ch. Volume individuell einstellen. Zusätzlich lassen sich ein Effekt-Slot mit 18 wählbaren Effekten, ein Reverb-Slot mit sechs Reverb-Typen sowie einem speziell auf jeden Amp-Typ individuell angepassten und extra dafür designten Boost für optionale Gainstructures schalten und in der der jeweiligen Intensität per Poti regeln.

 

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Auf der Rückwand des Catalyst 200 findet man neben dem On/Off-Schalter und der Kaltgerätebuchse weitere Anschlüsse und Features.

So bietet der Amp einen eingebauten Powersoak mit den Stufen 100 W, 50 W und Mute. So lässt sich der Amp entweder in der Ausgangsleistung drosseln für leises Ambiente oder auch komplett stumm betreiben für Sessions in der Wohnung, InEar-Setups oder zum direkten Aufnehmen.

Der Verstärker bietet einen USB-B-Anschluss, MIDI In via 5-Pin DIN-Buchse sowie einen Fußschalteranschluss. Über den USB-Anschluss lässt sich aufnehmen sowie das Reamping-Verfahren anwenden. Diese Schnittstelle fungiert also als vierkanaliges Audiointerface.

Zum Jammen stehen ein Aux In für Handy, MP3-Player, Laptop etc. zur Verfügung, um Playbacks direkt einzuspeisen, sowie ein Kopfhörerausgang, um alle Sounds über Kopfhörer nutzen zu können.

Für die Nutzung externer Effektgeräte nach dem Modeling-Preamps wurde dem Catalyst ein FX-Weg verpasst. Dieser lässt sich via Minischalter auch zu einem reinen Return modifizieren, um direkt in den Poweramp verkabeln zu können.

Zudem steht ein XLR-Out als Direct-Out zur Verfügung. Dieser kann natürlich, wie es sich gehört, mit dem Groundlift-Schalter gegen Masseschleifen und daraus entstehendes Brummen einstellt werden.

Der Sound des Amps kommt letztendlich aus zwei hauseigenen Line6 CATALYST HC100 4 Ohm 100 Watt Speakern.

Die Catalyst Serie besteht aus drei erhältlichen Modellen, die sich in der Ausstattung an Speakern und in der Leistung unterscheidet. So steht neben dem hier vorstellten 200 Watt 2×12 Modell, eine Version mit 1×12″ Speaker und 100 Watt oder 1×12″ Speaker und 60 Watt zum Verkauf.

EFFEKT-SWITCHING – Line6 Catalyst 200 Modeling Combo, Gitarrenverstärker

Etwas ausgefuchst ist das Umschalten der Effekte. Line6 stellt eine sehr übersichtlich programmierte Software für Mac, iOS, Windows und Android via USB zur Verfügung. Über diese lassen sich bequem alle Einstellungen am Laptop oder mobilen Endgeräte vornehmen.

In der Software lassen sich auch besondere Einstellungen tätigen wie verschiedene Cabinet Simulationen für den XLR-Out, die Auswahl der Funktionen für den optionalen Fußschalter usw.

Darüber hinaus lassen sich viele Änderungen z. B. des Effekt- oder Reverb-Typen auch am Gerät selbst vornehmen. Hierzu hält man beispielsweise den Effekt-Button zwei Sekunden gedrückt und dreht dann am Ampselector-Schalter. Über drei verschiedene Farbcodes lassen sich aus je sechs verschiedenen Delay-, Modulations- oder Pitch-Effekte auswählen. Dieses Vorgehen gilt auch für den Reverb. Gedrückthalten und am Amp-Selector drehen.

 

PRAXISTEST: Handling – Line6 Catalyst 200 Modeling Combo, Gitarrenverstärker

Der Verstärker ist sehr intuitiv aufgebaut. Man versteht schnell, wie man Sounds programmiert, abspeichert und wieder aufruft. Der „bekannte“ Aufbau im klassischen Design erreicht das ungemein auch für Digitalamp-Neulinge. Mit 18.9 kg ist der Combo-Verstärker kein Leichtgewicht, aber auch kein Klotz.

Über einen optionalen LFS2 Dual-Footswitch lassen sich zwei Funktionen einfach per Fuß abrufen. Hier stehen folgende Optionen zur Auswahl: On/Off für Effect, Reverb oder Boost sowie Tap-Tempo (beziehungsweise jede Kombination aus zweien daraus).

PRAXISTEST: Sounds – Line6 Catalyst 200 Modeling Combo, Gitarrenverstärker

Die nachfolgenden Klangbeispiele wurden mit einem Shure SM57 angefertigt. Das Mikrofon und der Direct-Out des Amps wurden via Universal Audio Apollo Twin X mit Cubase 12 PRO aufgenommen. Es fand keine nachträgliche Bearbeitung durch Plug-ins statt. Die eingesetzte Gitarren ist Ernie Ball Music Man L3 Neptune Blue.

Die sechs Amp-Typen lassen sich folgendermaßen beschreiben:

1.) Der „Clean“-Amp geht auf ein HX-Amp-Design namens „Clarity“ zurück und liefert sehr klare, perlende Clean-Sounds in jeder Lautstärke.

Der Clarity macht seinem Namen alle Ehre. Die Sounds sind sehr ausgewogen, klar und lassen sich gut tweaken. Sie sprechen direkt an und geben auch die feinen Nuancen des Spiels sauber wieder. Etwas steril insgesamt, aber dadurch auch eben sehr sauber und klar. Man nimmt beim Spiel auch gefühlt eine leichte Kompression wahr.

2.) Bei „Boutique“ handelt es sich um ein HX-Amp-Modell namens „Aristokrat“ und zielt auf die Sounds einiger ikonischer handverdrahteter Amps ab.

Hier kommt man in sehr angenehme komprimierende „Breakup“-Gefilde. Das Amp-Modell ist sehr dynamisch und regiert sauber sowohl auf das Volume-Poti als auch auf Anschlagsstärke. Die eintretende Verzerrung klingt nicht digital und eher warm. Auch Dissonanzen werden sauber und klar wiedergegeben.

3.) Hinter dem Preset „Chime“ verbirgt sich der Line6 Amp-Algorithmus „Carillon“ für Glockenspiel-artige cleane Breakup-Sounds. Gibt’s dazu was zu sagen? Klare Clean-Sounds. Sprechen direkt an und geben sehr sauber und ausgeglichen das Gespielte wieder.

4.) „Crunch“ liefert klassische crunchy British angehauchte Ampsounds aus der „Voltage“-Soundplatte aus dem Line6 Sortiment.

Hier spricht der Name des Presets erneut Klartext. Die Gefilde der klassischen britischen Rhythm-Rocksounds öffnen sich hier klar und deutlich. Auch hier merkt man den Fortschritt in der Modeling-Technologie bei Line6. Der Sound macht den Eindruck, dass er sich im Bandkontext sauber einfügen wird, ohne mit Bass oder Keys um Frequenzen zu ringen. Er gibt mit britischer Toleranz Akkorde sauber wieder, hat genug Schmutz, ohne eine zu moderne Klarheit zu bekommen.

5.) Bei „Dynamic“ wurde das „Kinetic“ HX-Amp-Sounddesign verwendet. Dieses Preset ist – wie der name vermuten lässt – sehr dynamisch mit viel Mid-Gain.

DYNAMIK wird hier groß geschrieben. Das Modell reagiert sehr gut auf die Anschlagsstärke und den Einsatz des Volume-Potis der Gitarre. Insgesamt etwas kratzig im Sound, aber an der richtigen Stelle eingesetzt, durchaus reizvoll und im Bandkontext auf jeden Fall durchsetzungsstark.

6.) „HiGain“ ist schlussendlich das „Oblivion“ Amppack von Line6 mit Gain-Reserven ohne Ende und jeder Menge Bottom-End. Hier kommen die Shredder- und Metalfans auf ihre Kosten.

Gain bekommt man hier reichlich. Etwas zu tot in den Details und hier merkt man schon deutlicher die Unterschiede zu analogen Originalen oder höherpreisigen Produkten.

Der Kanal macht aber Spaß. Ist relativ klar und präziser. Mit Delay und Reverb addiert ergeben sich singende Leadsounds. Scoopt und trocken kommen breitbeinige Metal-Riffs zum Tragen.

Positiv überraschend ist die Qualität des DI-Outs. Immer noch schöner, den Amp zu mikrofonieren und den Sound einmal durch die Luft fliegen zu lassen, aber im entsprechenden Moment ist es ein sehr nützliches und in diesem Fall nutzbares Tool. Cool!

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Fazit

Preis-Leistung stimmt beim CATALYST von Line 6 auf jeden Fall. Man bekommt für sein Geld einen guten und flexiblen Modeling-Verstärker mit guten Effekten und praxisnahen Features. Etwas schade, dass sich manche Funktionen nicht ohne die Software einstellen lassen. Dafür hat man aber eine sehr intuitive Benutzeroberfläche ohne unnützen oder komplizierten Schnickschnack.

Auf jeden Fall eine Empfehlung in dieser Produktkategorie und Preissegment.

Plus

  • einfaches Handling
  • übersichtliche Soundpalette
  • ausreichend Effekte vorhanden

Minus

  • Editing teilweise nur über Software möglich

Preis

  • 498,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    PowerSoak bei einem Software-Verstärker …. niedlich.

  2. Profilbild
    KRYPTYK

    Ich hatte mal den Line6 Spider V30, der hatte 128 Speicherplätze und 200 Verstärkermodelle etc. man hat den Verstärker mehr am Computer gehabt und war das Ding am programmieren und Sounds am suchen, als das man Gitarre gespielt hat…..Von da an habe ich mir geschworen, keinen Modellingamp mehr zu kaufen. Ok, der Catalyst hat nur 12 Sound zum speichern, aber ich wette, die baucht man auch nicht alle. Aus meinem MG 100 HCFX, kann ich 4 Sounds abspeichern und das reicht total aus.

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