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Test: M-Audio BX3 BT, BX4 BT, Multimedia-Studiomonitore

22. April 2022

Multimedia-Referenz - jetzt mit Bluetooth

m-audio bx3 bx4 bt test

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Der im Südosten der USA ansässige Hersteller M-Audio war früher in den 90er-Jahren als Midiman bekannt und ist inzwischen Teil des InMusic-Konzerns, bestens bekannt vor allem für seine MIDI-Keyboards und Interfaces. Mit der BX-Serie bietet der Hersteller Aktivlautsprecher, wobei die beiden kleinsten Modelle nun um Bluetooth erweitert wurden.

Die M-Audio BX3 BT und BX4 BT sind im Prinzip baugleich zu den Vorgängern BX3 und BX4, hier unser Test von Jörg Hoffmann, wurden jedoch um ein Bluetooth-Modul ergänzt. Das ist konsequent, denn man wird die M-Audio BX3 BT und BX4 BT sicher beim Homerecording oder einem anschlussreichen Multimedia-Umfeld einsetzen wollen. Schauen wir doch mal, ob sich abseits von Bluetooth sonst noch was getan hat und vor allem, wie gut sich das Bluetooth-Modul in der Praxis schlägt.

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Die M-Audio BX3 BT und BX4 BT im Überblick

Gut verpackt in soliden Kartonagen und eingefasst in nicht wirklich umweltfreundlichen Folien erreichen mich die gut geschützten Monitore. Als teilaktive Systeme werden sie paarweise ausgeliefert, die aktive Box inklusive Elektronik ist daher etwas schwerer als die zweite Box. Weiterhin liegen ein Euro-Netzkabel, ein Interconnect-Kabel mit TS-Miniklinkenstecker und zwei Line-Kabel bei, einmal Mini- auf Miniklinke und einmal Cinch-Miniklinke. Sie alle sind je 2 m lang. Acht Schaumfüße zum Unterkleben entkoppeln zwar nicht wirklich die Boxen, schonen dafür aber deren Unterseite und Aufstellfläche. Als Weiteres gibt es dann noch die Anleitung und Garantieinformationen. Ein bisschen Software für den Einstieg bekommt man nach Registrierung und Eingabe der Seriennummer bei M-Audio zum Download, darauf schauen wir später.

Die Verarbeitung der M-Audio BX3 BT und BX4 BT sind dem Preis und Einsatzzweck angemessen. MDF-Gehäuse mit Vinylbeschichtung, abgerundete Kanten, aber eine Kunststoffrückseite und -front müssen genügen.

Welche Anschlüsse bieten die Multimedia-Lautsprecher?

Auf der Rückseite finden wir neben der Euro-Netzbuchse und dem TS-Interconnectanschluss zur passiven Box zwei der vier Eingangsmöglichkeiten: TRS-Klinke und unsymmetrisch via RCA-Cinch, sowie High- und Low-EQs als nicht ganz leichtgängige Potis mit Mittenrasterung, welche die Bässe (unten) und Höhen (oben) jeweils bis um 6 dB anheben oder absenken können. Nicht unbedingt üblich und vor allem sehr praktisch bei teilaktiven Systemen ist die Möglichkeit, die Ausrichtung der Lautsprecher mit einem Kippschalter umzukehren.

Viele werden das von typischen Computerboxen kennen, wenn das Netzteil genau auf der falschen Seite eingebaut ist. Zwar könnte man bei getrennten Kanalanschlüssen diese einfach vertauschen, das würde jedoch bei Bluetooth und Miniklinke nicht funktionieren. Wird der Schalter von vorne aus gesehen nach rechts gekippt, muss die aktive Box entsprechend rechts aufgestellt werden.

Weiterhin gibt es noch den Taster für das Bluetooth-Pairing. Diesen kurz drücken und die M-Audio BX3 BT und BX4 BT werden sichtbar.

Die Kunststoffbuchsen und Bedienelemente werden sicher in der Rückseite gehalten, oben findet sich je ein Bassport, der bei der M-Audio BX4 BT aufgrund des tieferen Gehäuses weiter hineinragt und auch mehr Wirkung zeigt. Bei der BX3 BT ist hier ein Schutzgitter eingelassen, dessen Sinn sich mir nicht ganz erschließt und tendenziell dem Druckstau sogar entgegen wirkt. Leider hat man die Bedienelemente unterhalb der Anschlussbuchsen positioniert, das ist ergonomisch etwas ungünstig. An der jeweils passiven Box ist nur die Buchse zur Signalübertragung vorhanden.

test M-Audio BX3 BT schräg

Die Frontseite der Bluetooth-Speaker

Die gerade, raue Schallwand verjüngt sich zu den Seiten und die Treiber sind im glatten Kunststoff mittig eingelassen. Dieser ist ausreichend stabil, so dass die Schallwand nicht ins Schwingen gerät.

Bei den aktiven Lautsprechern sind links zwei Miniklinkenbuchsen eingebaut. Die untere ist für den dritten Eingang vorgesehen, die obere wird als Kopfhörerausgang verwendet. Weil die M-Audio BX3 BT und BX4 BT relativ kompakt sind, sollte man sie ohnehin auf Pads oder Tischstativen aufstellen, das geht auch liegend und dann sind die Buchsen hoch genug. Mit dem etwas rutschigen, soft beschichteten Drehschalter rechts aktiviert man das System und regelt die Lautstärke, eine relativ hellblaue LED erstrahlt im Betrieb und blinkt rot-blau beim Bluetooth-Pairing. Eine automatische Abschaltung gibt es nicht, was angesichts des frontseitigen Drehreglers in Ordnung geht. Die Treiber sind ungeschützt, was man bei der beengten Aufstellung auf dem Schreibtisch beachten sollte.

M-Audio BX3 BT und BX4 BT Front

Die Abmessungen der M-Audio BX3 BT belaufen sich auf 14 cm Breite, 14,8 cm Tiefe und 20,8 cm Höhe je Lautsprecher, das Gewicht bezieht sich mit 3,35 kg auf das Paar, die passive Box ist jeweils leichter. Die M-Audio BX4 BT hat ein größeres Volumen und ist 15,6 cm breit, 17,5 cm tief und mit 22,5 cm geringfügig höher bei einem Gesamtgewicht von rund 4,46 kg.

Das Gehäuse der M-Audio BX3 BT ist etwas dünnwandiger, im Betrieb schwingt die Rückseite bei den passiven Boxen aufgrund der fehlenden Elektronik etwas bei hohen Lautstärken.

M-Audio BX3 BT und BX4 BT: Technische Daten

Der Grundaufbau der M-Audio BX3 BT und BX4 BT ist bis auf die Größe absolut identisch. Ein Class-D-Verstärker mit maximal 120 Watt und nominal 25 Watt RMS pro Kanal versorgen die Woofer mit 88,9 mm (BX3 BT) und 114,3 mm (BX4 BT), sowie die 25,4 mm messende Seidenkalotten, die Frequenzaufteilung erfolgt somit nach der Verstärkung. Die Hochtöner wurden in einem breiteren Waveguide etwas zurückgestellt, so dass der Schall in der Vertikalen etwas begrenzt und horizontal nicht zu gebündelt wird. So kann man sie auch weiter auseinander stellen oder gemeinsam vor den Monitoren Platz nehmen.

Der Hersteller macht keine weiteren Angaben, beispielsweise zur Übergangsfrequenz und zum maximalen Schalldruck, aber viel wichtiger ist schließlich der Sound. Jörg hat in seinem Artikel von kompakterer Elektronik in der BX3 geschrieben, das kann ich beim Nachfolger so nicht bestätigen. Die Abstände der Anschlüsse und Verschraubung ist identisch, vielleicht hat man dies im Zuge der Bluetooth-Erweiterung auch verändert.

M-Audio BX3 BT und BX4 BT Rückseiten

Vorteilhaft bei teilaktiven Systemen ist die zentrale Lautstärkeregelung an einer Box und das aufgeräumte Kabelmanagement. Tendenziell bietet diese Bauweise auch Nachteile, so kann sich die Resonanz beider Boxen leicht unterscheiden. Der Frequenzgang der M-Audio BX3 BT wird mit 80 Hz bis 22 kHz angegeben, bei der BX4 BT geht es ab 69 Hz los. Im Direktvergleich wird der Unterschied unüberhörbar mit einem schlankeren Auftritt der M-Audio BX3 BT quittiert, wobei dies wohl eher am geringeren Volumen als an kleineren Woofern liegt.

test M-Audio BX4 BT Rückseite

Die Emissionen und der Energieverbrauch sind wirklich gut. Günstige Multimedia-Boxen neigen manchmal zu hörbarem Eigenleben, auch wenn keine Musik aus den Schallwandlern erklingt. Die M-Audio BX3 BT und BX4 BT zeigen sich hier ziemlich solide, obwhl es bei der BX3 BT beim Test direkt neben dem Router tatsächlich zu leichten Einstreuungen in der passiven Box kam. Als Funkamateur kenne ich die Probleme mit Feldeffekt, Mischprodukten und ungeschirmten Kabeln ohne Mantelwellensperre (Ferrite), so dass sich das Problem eingrenzen ließ und nicht an der M-Audio BX3 BT zu suchen war. Knapp 1 m neben DECT- und WiFi-Basis ist einfach zu nah, aber in typischen Computerarbeitsumgebungen wie im Homeoffice nicht ungewöhnlich. Sollten derartige Störungen auftreten, können geschirmte Kabel oder Drosseln abhelfen. Davon abgesehen ist ansonsten kaum etwas von den Boxen zu hören, selbst bei maximalem Pegel ist das Grundrauschen vernachlässigbar. Viel von dem Bisschen, was man aus nächster Nähe hört, wird übrigens vom Bluetooth-Modul erzeugt, das leise vor sich hin blubbert. Nach dem Einschalten dauert es zwei bis drei Sekunden, bevor die Endstufen aktiviert werden, der Energieverbrauch ohne Last mit einem Leistungsmesser wurde mir mit knapp 6 Watt angezeigt, ausgeschaltet erfolgt kein Stromverbrauch, sehr schön.

Wie klingen die M-Audio BX3 BT und BX4 BT?

Nun ja, zwei Boxenpärchen, zwei Größen, verschiedenes Innenvolumen. Dass die M-Audio BX3 BT im Bassbereich abfallen, hatte ich bereits erwähnt und dies hat mich zunächst näher interessiert, das dürfte auch der größte Unterschied sein. Leider fehlt mir eine barrierefreie Messmethode, weshalb ich mich hier ausschließlich auf mein Gehör verlassen muss.

Zum Test verschaffe ich mir zunächst einen allgemeinen Höreindruck mithilfe meiner Playlist, dann verwende ich einen Sweep mit Frequenzansage und schlussendlich einige Teststücke verschiedener Genres. Im Fall der M-Audio BX3 BT und BX4 BT war ich in Teilen doch sehr überrascht, was den Tiefgang betrifft. Im Direktvergleich beim alltäglichen Durchhören sind die Unterschiede enorm, da spricht eigentlich wenig für die M-Audio BX3 BT. Insbesondere bei eingedrehtem Low-EQ ist das wie Brüllwürfel gegen HiFi, hier punktet die M-Audio BX4 BT deutlich.

Dreht man den Low-EQ bei der BX3 BT auf Maximum, bringt das zwar etwas Fülle, der Druckstau wird allerdings bei höherer Lautstärke größer, dass man Strömungsgeräusche aus den Reflexöffnungen hört. Bei der M-Audio BX4 BT kann es zwar bei hoher Lautstärke auch zu leichten Störungen kommen, die aber weniger ins Gewicht fallen.

M-Audio BX3 BT auf BX4 BT

Vielleicht wäre es klüger gewesen, zunächst mit den M-Audio BX3 BT anzufangen, so war ich vielleicht etwas voreingenommen und eigentlich sollte man immer von unten nach oben testen.

Eigenständig betrachtet und wenn Tiefgang nicht wichtig ist, weil man einen Subwoofer einsetzt oder sich hauptsächlich auf Sprache konzentriert, sind die M-Audio BX3 BT weniger problematisch. Während Jörg in seinem Test konstatierte, dass es ihnen an Dynamik fehlt und die Mitten mumpfig klingen, kann ich das so nicht bestätigen, vielleicht haben sie auch ein technisches Upgrade erhalten. Über den restlichen Frequenzbereich gibt es stattdessen klangliche Verwandtschaft, auch wenn der Woofer der M-Audio BX3 BT schneller überfordert ist. Alles oberhalb von rund 300 Hz klingt größtenteils ausgewogen und die Höhen sind ebenfalls schön aufgelöst und nicht harsch oder kreischend, selbst nicht bei eingedrehtem High-EQ.

Der Grundsound und auch die Bühne durch die breite Abstrahlung gefällt mir, auch die Kanaltrennung und Übergang zwischen den Treibern bereitet allerhöchstens bei komplexen und dicht arrangierten Musikstücken etwas Probleme. Das ist bei der Preisklasse normal und wer suchet, der wird auch fündig werden. Vor allem die M-Audio BX4 BT machen wirklich Laune und im Vergleich zu den BX3 BT ist der Klanggewinn ungleich größer als die Preisdifferenz. Der Kopfhörerausgang weiß übrigens bei beiden Modellen zu gefallen, er liefert ein kräftiges und störungsfreies Klangbild, das sich mit dem integrierten EQ ebenfalls verbiegen lässt.

test M-Audio BX3 BT Front

Kommen wir noch zu den Bässen, hier half mir mein Sweep mit Sprachansage weiter. Die M-Audio BX3 BT soll wie erwähnt bis 80 Hz runter gehen und erreicht durchaus 50 Hz wenn auch mit deutlichem Lautstärkeabfall. Die BX4 BT schafft es sogar bis 40 Hz und etwas tiefer, dann ebenfalls kaum noch vernehmbar. Dreht man den Low-EQ auf, erfolgt eine deutliche Bassanhebung bei rund 150 Hz und darunter, was aber der M-Audio BX3 BT nicht beim Tiefgang hilft und eher für die oben beschriebenen Artefakte sorgt. Komplexe Bässe können selbst die M-Audio BX4 BT ins Schwitzen bringen, werden aber nicht durch Obertöne angereichert, wie es manche Hersteller bei kleinen Aktivlautsprechern machen. So bleibt das Klangbild homogen und kann auf Wunsch HiFi oder nutzt den EQ zur rudimentären Raumkorrektur. Während man die BX4 BT noch gut zum Mixen einsetzen kann und ein tiefer Kontrabass noch hörbar ist, genügen die M-Audio BX3 BT ohne Subwoofer nur für obere Fußlagen oder Sprachaufnahmen.

Die Software der M-Audio BX3 BT und BX4 BT

Normalerweise schaue ich weniger auf die Software-Beigaben, die man inzwischen bei vielen Produkten vor allem im unteren Preissegment vorfindet. Einsteiger bekommen dadurch brauchbare und namhafte Tools, unpraktisch ist hingegen, dass die Hersteller zu ihren Produkten oft dieselben Beigaben liefern, das Mischen der Hardware sorgt also für mehr Auswahl.

Screenshot Akai MPC Beats

Im Fall der M-Audio BX3 BT und BX4 BT liegt kein Software-Code bei, es genügt die Registrierung auf der Herstellerseite, dann erhält man den Download für die Akai MPC Beats. Das ist eine abgespeckte Form der MPC 2 Software, die sich auf Wunsch auch kostenpflichtig erweitern lässt.

Sie ist eine durchaus brauchbare und einfache DAW-Groovebox mit einem kleinen Schönheitsfehler. Während je eine Version für Windows und Mac beiliegt, steht als Drittes die Datei MPC Producer Kits zur Verfügung, die sich als MPK-File nur auf einem Mac installieren lässt. Sie ist über 1 GB groß und enthält die Samples, die für Windows-User nicht zugänglich sind.

Die zuvor mitgelieferten virtuellen Instrumente von Air Music Technology Mini Grand, Hybrid 3 und Velvet stehen offenbar nicht einzeln zur Verfügung und wurden mir nicht angeboten.

Das Bluetooth-Modul der M-Audio BX3 BT und BX4 BT

Bluetooth ist heute ein Industriestandard und so ergibt es im Multimediabereich absolut Sinn, wenn Aktivlautsprecher die drahtlose Verbindung ermöglichen. Diese sollte stabil, latenzarm und vor allem zuverlässig sein. Teilaktive Systeme sind durch die einseitige Handhabung und Elektronik dafür prädestiniert und Bluetooth erweitert im Fall der M-Audio BX3 BT und BX4 BT sinnvoll die Anschlussvielfalt. Dabei klappt die Verbindung schnell und zuverlässig, ein kurzer Druck auf den Taster reicht wie erwähnt und das Blinken der LED signalisiert die Kopplungsbereitschaft, nervige Statustöne gibt es dabei nicht. Nach dem Ausschalten wird das zuletzt verbundene Gerät erneut gefunden. Wer beispielsweise einen Amazon Echo in Reichweite hat, kann auf diese Weise dessen Klangpotential verbessern, der Echo Flex genügt. Dabei wird das Bluetooth-Signal den anderen Eingängen beigemischt und vom frontseitigen Anschluss ebenfalls überbrückt, die Lautstärke muss also über den Zuspieler geregelt werden.

M-Audio-BX3-BT-Bluetooth-Studio-4 test

Die Bluetooth-Technologie hat jedoch seine Tücken, die sich in der Bandbreite, den verwendeten Codecs und der Audiolatenz äußern können. Dabei sagt die Bluetooth-Version nichts darüber aus, welche Codecs tatsächlich unterstützt werden. Standard im A2DP-Profil ist der SBC-Codec mit maximal 345 kBit/s und einer Abtastung von bis zu 48 kHz, den alle Bluetooth-Audiogeräte unterstützen müssen (Low Complexity Subband Codec). Neben der Lizenzfreiheit sind die geringen Hardware-Anforderungen und hohe Kompatibilität ein Vorteil, aber selbst bei höchster Übertragungsrate, wenn beide Geräte mindestens Bluetooth 4.0 verwenden, sind Qualitätsverluste im Vergleich zum Teil deutlich hörbar. Daher werden optionale Codecs lizenziert, die nicht in die Bluetooth-Spezifikation fallen.

Apple hat für iDevices den Advanced Audio Codec lizenziert, kurz AAC des Fraunhofer IIS. Dieser liefert bei einer geringeren Datenrate von 256 kBit/s eine deutlich bessere Qualität als SBC mit höchster Abtastung. Wird dieser nicht von den Audiogeräten unterstützt, wird SBC ausgehandelt. Bei Apple bekommt man keine Rückmeldung über den verwendeten Codec, bei Android lässt sich HD-Audio sogar explizit deaktivieren und genau überprüfen, welcher Verbindungsmodus besteht. Neben speziellen Codecs wie LDAC von Sony und UHQ von Samsung gehört aptX von Qualcomm zu den wichtigsten Vertretern. Ursprünglich entwickelt Ende der 80er-Jahre an der Queens University in Belfast und bestens bekannt aus dem Musiktaxi bzw. Opticode gehörte er später dem Technologiekonzern CSR, das im Jahr 2015 von Qualcomm übernommen wurde. Der normale aptX-Standard nutzt eine Bandbreite von 352 kBit/s und als aptX-HD mit 24 Bit sogar bis zu 576 kBit/s. Ganz aktuell ist aptX Lossless als Nachfolger von aptX Adaptive mit hohen Bandbreiten, basierend auf Qualcomm Bluetooth High Speed und als Teil der Snapdragon Sound Audio-Schnittstelle. CD-Qualität ist verlustfrei übertragbar, 24 Bit mit 96 kHz jedoch nur verlustbehaftet.

test M-Audio BX4 BT Bluetooth-Modus

Ich beschreibe dies deshalb so ausführlich, weil M-Audio mit der Aussage „Bluetooth streaming device with excellent studio quality“ wirbt und das ist leider nicht ganz richtig. Wie man auf meinem Bluetooth-Transceiver mit Version 5.1 auf dem Display gut erkennen kann, verbinden sich die M-Audio BX3 BT und BX4 BT weder mit AAC, noch mit aptX und das reicht weder zur Klangbeurteilung aus, noch zum latenzfreien Abhören von Software-Instrumenten.

Im Vergleich mit dem iPhone SE 3rd Generation an verschiedenen Bluetooth-Lautsprechern sind Klangqualität und Latenz nicht überragend und stört bei Software-Instrumenten. Daher sollte man sich für die professionelle Musikarbeit nicht auf die drahtlose Verbindung verlassen, das Kabel ist hier eindeutig das bessere Bluetooth.

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Fazit

Die M-Audio BX3 BT und BX4 BT sind ordentlich verarbeitete Multimedia-Lautsprecher mit einer guten Ausstattung und Verarbeitung, wobei die Klangqualität über Bluetooth eher durchschnittlich ist. Die M-Audio BX3 BT liefern mir etwas zu wenig Tiefgang, da helfen auch die Klangregler nicht wirklich weiter. Mit einem Subwoofer wird das ausreichen, so allerdings sprechen lediglich Platzgründe für die kleineren Boxen.

Die M-Audio BX4 BT bieten hier deutlich mehr Tiefgang, immerhin liefern M-Audio BX3 BT und BX4 BT darüber hinaus ein dem Preis angemessenes, transparentes und breites Klangbild. Viele Anschlussmöglichkeiten, alle Kabel im Lieferumfang und die MPC Beats von Akai runden das Paket ab.

Plus

  • gute Verarbeitung und Ausstattung, Bluetooth, EW
  • M-Audio BX3 BT: geringere Tiefe, kompaktes Gehäuse
  • M-Audio BX4 BT: guter Gesamtklang

Minus

  • Bluetooth nur mit SBC-Codec, etwas höhere Latenz
  • M-Audio BX3 BT: wenig Tiefgang, Strömungsgeräusche bei hohem Pegel
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    Puhhh! Da dreht es mir fast die Magengrube um. Aber nicht wegen Hr. Merk und seinem Artikel, sondern ausschließlich dem Produkt. Jetzt hat man keinen Vergleich zu meinen ehemaligen M-Audio BX-5a und der neuen Generation M-Audio mit Bluetooth. Aber aus meiner Erfahrung unbedingt andere in ähnlicher Preisklasse vergleichen. Ich damals eben Monitore dieser Gattung (BX) gekauft und mein Bro die Adam. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, zum wohle der Adam. Die M-Audio waren nach maximal 8-10 Jahren völlig fertig. Jetzt die BX-Serie auch noch mit dem nicht ganz ausgereiftem Bluetooth, was diese auch noch mindert? Mein Magen gleicht inzwischen einer Kiesgrube. Oft fehlt bei Kommentaren wie meiner eine eher positive Empfehlung. Also: Wer es sich leisten kann, welche von KSD, Adam, HEDD oder Neumann ansehen bzw anhören. Denke da macht man nix falsch. Aber wenn man eben einmal schlechtes erwischt, fehlt das Grundvertrauen in die gleiche Serie. Geht es nur mir so? Es kann auf Amazona gar nicht genug Vergleichtests geben. Nicht nur bei Monitoren und Kopfhörer. Sondern auch, vielen dreht es jetzt ebenso die Magengegend um, ein Vergleichtest von Softwaresynthesizern. Das vermisst man noch. Apropos: Multimedia passt ganz wunderbar und vielleicht war das mein damaliger Fehler. Wer weiß das schon.

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