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Test: PreSonus R65 V2, Nahfeldmonitor

Klang oben, Preis unten

28. Januar 2022

presonus r65 v2 test

Die neuen PreSonus R65 V2 Studiomonitore platzten zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt bei mir herein: Studio fast komplett zerlegt, da Neuanschaffung eines Mischpultes und im Zuge dessen auch kompletter Umbau der technischen Peripherie. Um euch trotzdem einen vernünftigen Test bieten zu können, habe ich kurzerhand einen temporären Aufbau mit Hilfe meines Bartisches und zwei König & Meyer Universalständern gemacht. Weg von jeder Wand oder Raumecke, somit können die Lautsprecher am neutralsten aufspielen, das erleichtert die klangliche Aussage ungemein. Zugespielt habe ich über ein vernünftiges Kompaktpult, einem Yamaha MG12 XUK, an dem ein Yamaha CD-S 300 R die digitalen Daten diverser CDs ins Analoge wandelte.

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presonus r65 v2 test

Was sind die PreSonus R65 V2

Die R65 V2 sind aktive 2-Wege-Monitore mit einem Hochtöner aus einer gefalteten Membran, einem Frequenzgang von 45 Hz bis 22 kHz, zwei eingebauten Verstärkern mit 75 Watt für Bass-Mitten sowie 65 Watt für die Höhen. Das Gewicht beträgt 6,65 kg.

Kleiner „Notaufbau“….

… weil Studio-Umbau!

Die Anschlüsse sind üppig: symmetrische Eingänge als XLR und Klinke sowie ein unsymmetrischer RCA-Anschluss.

Es stehen auch diverse Möglichkeiten zur Klangformung bereit: Ein zweistufiges Lowcut-Filter zur Abschwächung tiefer Frequenzen sowie zwei Drehpotis für die Mitten und Höhen zum Abschwächen oder Anheben um jeweils 6 dB. Über den „Acoustic Space“-Schalter wird eine Frequenzgang-Korrektur durchgeführt, falls die Lautsprecher nahe der Wand oder gar in den Raumecken aufgestellt werden müssen.

Wie klingen die PreSonus R65 V2?

Mit Monitorlautsprechern ist das ja immer so eine Sache: Der erste Eindruck ist meist der Entscheidende, obgleich man eigentlich erst nach stundenlangem Hören und Mischen die Qualität vernünftig beurteilen kann. Auf jeden Fall war ich nach den ersten vernehmbaren Tönen aus der PreSonus R65 V2 positiv überrascht, welch frischer und präziser Klang sich da aus den mattschwarzen Tief-/Mitteltonmembranen samt goldfarbenen Folienhochtönern an meine ziemlich verwöhnten Lauscher heranpirschte. 

Über den Testzeitraum habe ich dann mein Standard-Repertoire an CDs darüber abgehört sowie meine zuletzt erstellte Aufnahme-/Mix-Session, die ich noch sehr gut im Ohr habe. Diese bestand aus Gesang, Schlagzeug, E-Bass, E- und Akustik-Gitarren, Upright-Piano, Percussion sowie diversem Background-Gesang.

presonus r65 v2 test

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Ich fühlte mich sehr schnell wohl „im Sound“ der PreSonus R65 V2 und fand die einzelnen Stimmen ziemlich genau dort vor, wo ich sie ursprünglich über meine Genelec 8010 mit Subwoofer 7040 hinplatziert hatte. Diese messerscharfe Trennung der Genelec von Einzelstimmen schafft die PreSonus R65 V2 dann doch nicht zur Gänze, weit fehlt es aber nicht. Zudem kann sie auch wesentlich lauter als die Subwoofer-Satelliten-Kombi von Genelec. Der kleine Subwoofer geht zwar deutlich tiefer in den Keller (bis ca. 35 Hz), bricht aber lautstärkemäßig bereits bei gehobener Zimmerlautstärke zusammen, wo die PreSonus R65 V2 dann erst richtig auftrumpft. Deren Bässe sind gut konturiert (sie erreicht aber nicht ganz die fast schon obszöne Plastizität des Genelec-Subwoofers) und fangen erst bei deutlich höheren Lautstärken an zu komprimieren.

Und bitte, wir reden bei der PreSonus R65 V2 von einem Paarpreis von nicht einmal 600,- Euro, die kleine Genelec-Kombi kostet das Doppelte.

Besonders erstaunlich bei der PreSonus R65 V2 ist auch die Wiedergabe von Schlagzeugen: Da hört man jeden Snare-Schlag, jedes Becken und jedes noch so kleine Detail einer Percussion ohne jede Schärfe und ohne jede Aufgeblähtheit mit einer bemerkenswerten Klarheit und Transparenz.

Nun wird dieser Test also fast ein Doppeltest, da ich die PreSonus R65 V2 direkt mit der Genelec-Kombi 8010/7040 vergleiche. Das ergibt aber durchaus Sinn, arbeiten doch beide Lautsprecher im Bassbereich mit einem 6,5-Zöller. Und nicht unterschiedlicher könnte dessen Abstimmung sein: Der Genelec-Subwoofer geht so richtig in den Bass-Keller, macht aber bei gehobener Lautstärke sofort zu, während die PreSonus nicht ganz so tief runterkommt, dafür aber mit einer richtig satten Lautstärke, wenn gewünscht.

Eine von Onkel Sigis Lieblings-Lautsprechern: Die Genelec 8010 …

… plus „Tiefarbeiter“ Genelec 7040

Was besonders aufgefallen ist

Ja ist das denn wirklich mal möglich, dass ein Hersteller den Bassreflex-Port nach VORNE baut? Bravo! Man ist doch meist eh gezwungen, die Lautsprecher in Wandnähe zu positionieren und wenn dann auch noch die Öffnung vom Bassport wie meist direkt in die Wand hineinföhnt … da freut sich der Nachbar doppelt! 

Und gottlob ist die vordere Betriebs-LED werksseitig auch nicht mit einem „Wo-ist-mein-Bier“-Suchscheinwerfer verwechselt worden, sie leuchtet recht dezent.

Für wen sind die PreSonus R65 V2 die richtige Wahl?

Aufgrund des sehr günstigen Preises könnte man meinen, es handele sich ausschließlich um Lautsprecher für den Hobby-Tontechniker, aber weit gefehlt. Die Präzision und Räumlichkeit ist für so einen günstigen Lautsprecher höchst erstaunlich, auch ein Profi dürfte sich in den meisten Fällen spontan wohl daran fühlen. Wenn ich nicht schon 6 Paar Monitor-Lautsprecher plus 2 Pärchen HiFi-Boxen mein eigen nennen würde, ich könnte glatt schwach werden bei den PreSonus R65 V2.

Was gibt es zu meckern?

So richtig zu meckern gibt es nichts, lediglich aufgefallen sind mir zwei Dinge: Der Verstärker hat ein leichtes Grundrauschen, wenn man sehr nahe an den Lautsprechern sitzt. Und die Boxenfront wirkt ein wenig „plastikmäßig“, weshalb man zuerst gar nicht so einen ausgezeichneten Klang erwartet. Aber das ist auf jeden Fall besser als umgekehrt.

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Fazit

Die PreSonus R65 V2 ist ein fast schon zu günstiger Studio-Monitor verglichen mit seinem absolut überzeugenden Klangbild. Dem Autor ist es ein Rätsel, wie man für gerade einmal 600,- Euro Paarpreis so beeindruckende Lautsprecher bauen kann, denn hier stimmt einfach alles. Lediglich die Gehäusefront wirkt etwas plastikmäßig und so schließt man über die optische Seite nicht sofort auf diese sehr guten Klangeigenschaften. Für mich eines der besten Lautsprecher – wenn nicht sogar der beste – im unteren Preissegment.

Plus

  • ebendiger, dynamischer Grundklang mit wenig Beschönigung
  • hohe Transparenz im Klangbild
  • vorderseitiger Bassreflex-Port
  • viele Anschlüsse
  • sinnvolle Klangregelung
  • kräftige Endstufen

Minus

  • nichts, was bei dem Preis zu bemängeln wäre

Preis

  • 299,- Euro (Stückpreis)
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Forum
  1. Profilbild
    Acidkat

    Der Test macht ja richtig Lust, die Monitore selbst mal anzuhören. Hatte bisher mit den Focal Alpha geliebäugelt und komme jetzt ins Grübeln ;-)

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      Onkel Sigi RED

      Griass Di Acidkat,

      hör Dir am besten beide Monitore an und entscheide aus dem Bauch heraus. Klang ist schlussendlich immer eine sehr individuelle Angelegenheit und ich kann in meinen Testberichten lediglich helfen, eine gewisse Vorauswahl zu treffen.

      Focal macht auch hervorragende Lautsprecher, in meinem Studio habe ich die Shape 40 in meiner Abhör-Batterie und einen HiFi-Kugellautsprecher Namens „Dome Flax“ für´s private Hören bei einem Glas französischem Rotwein.

      :-)

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

      • Profilbild
        Acidkat

        Servus Onkel Sigi,
        ja, über einen echten Vergleich, vor allem im eigenen Raum, geht nix. Seitdem ich aus meinem Schloss ausgezogen bin :D ist bei mir ist auch nicht so viel Platz zur Wand. Deswegen: Bassreflex vorne <3
        Die Dome Flax hab ich grad mal gegoogelt, sehen schick aus!
        Viele Grüße nach Bayern
        Acidkat

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          SirOli

          Hallo Acidkat, ich hab die Focal Shape 65. Mein Grund war genau derselbe, kein grosser Abstand zur Wand möglich. Die Focal Shapes haben anstatt Bassreflex passive Membrane auf der Seite. Bin sehr zufrieden soweit. Aber wie Onkel Sigi sagt, am besten mal probehören was einem eher zusagt. Nähme mich schon auch wunder wie die Presonus klingen. :)

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      Filterpad AHU

      @ Acidcat: Man muss es leider so sagen und hier spreche ich aus persönlicher Erfahrung: Im Zweifel immer die besseren kaufen, sofern man einen Nutzen daraus ziehen möchte. Sprich Mixen, Mastern, oder eben produzieren. Auch wenn es den Geldbeutel schrumpft. A Bayer wie dà Siggi [oder ich] sait do dazua: „A Glumb daugt nix“! (Glumb = Produkt minderer Qualität).

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        Acidkat

        ganz klares ja! Um vernünftig arbeiten zu können, brauchst du vernünftiges Werkzeug. Egal wo.

  2. Profilbild
    Filterpad AHU

    Anscheinend tut sich in den mittig bis unteren Preislagen langsam Qualität auf. Liegt vielleicht an Erfahrungswerten und günstigeren Bauteilen. Nur eine Vermutung meinerseits. Aber eine dezent blaues LED-Licht (Filmzitat: „was macht es….es leuchtet blau!“) und Bassöffnung an der Frontseite sind kleine, aber nicht ganz unbedeutende Qualitätsmerkmale. Z.B. können diese, was bei vielen räumlich unvermeidbar ist, näher an der Wand stehen. Bei meinen Ex-Monitoren, M-Audio BX-5A waren genau diese Komponenten das Gegenteil. Keine vernünftiger Übergang zwischen Hoch,-Mitteltöner und eine kleine blaue LED, die den Raum wie in der Trance-Laserergroßraumdisse erleuchtete. Dimmung Fehlanzeige. Bassrohr war rückseitig, was in Wandnähe nicht optimal ist. Auf diese Dinge kann man beim Kauf achten.

      • Profilbild
        dAS hEIKO AHU

        Ein oft angewandter Trick: einen Aufkleber draufkleben (Bei PCs nehm ich immer die kleinen AMD Label) und mit einer Stecknadel ein winziges Loch rein: Ist funktional immer noch hell genug.

  3. Profilbild
    Kazimoto

    Auch wenn ich HEDD und KRK bevorzuge, sehr schön mal wieder was von Sigi zu lesen. Hat ja fast was nostalgisches. Gruß und Gesundheit!

    • Profilbild
      Onkel Sigi RED

      Griass Di Kazimoto,

      einen dicken Gruß zurück, Dein Kommentar schmeichelt natürlich meinem Ego. Hatte wenig Zeit die letzte Zeit um was zu testen. Wenn mein Studio fertig umgebaut ist, wird es wohl wieder öfter sein.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  4. Profilbild
    Spamn

    Denke ich sollte erstmal an meiner Raumakustik arbeiten, bevor es an die Lautsprecher geht.

    • Profilbild
      Onkel Sigi RED

      Griass Di Spamn,

      das ist meine uneingeschränkte Empfehlung! Eine ordentliche Raumakustik erst lässt einem guten Lautsprecher so klingen, wie er eigentlich klingt. Viele Bands haben in ihren Bandprojekten einen Kellerraum mit viel nackter Wand und nehmen dort auf, schieben dann die unbefriedigenden Ergebnisse auf das Equipment und manchmal auch auf den daran völlig unschuldigen Tonmann.

      Man muss sich halt einfach darüber im klaren sein, dass man zuallererst in eine vernünftige Akustik investieren sollte, BEVOR man sich teures Equipment anschafft, welches in einem unbefriedigend klingenden Raum dann auch nichts anderes als unbefriedigend klingen wird.

      Es gibt auch noch eine weitere Möglichkeit:
      Statt tausende von Euro an die Wand zu kleben/zu hängen/zu schrauben, geht man in ein vernünftiges Tonstudio.

      :-)

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  5. Profilbild
    cosmolab

    Eine „bange Frage“ von mir, und „Hand auf´s Herz“: Brummen die Boxen?

    Der Hintergrund:
    Ich hatte bisher zweimal mit Presonus- Boxen zu tun (mal selbst gekauft, mal ein Freund von mir). Allerdings waren das welche aus der ERIS- Serie (ebenfalls extrem günstig bepreist, ich glaub ERIS5).
    Aus den Boxen kam aber selbst ohne angeschlossene Quelle schon ein zarter Brumm. Als ich dann was anschloß, brummten die Dinger so schlimm wie mein erster Selbstbauverstärker vor 35 Jahren. Ich war angesichts dieses unerwarteten Ausmaßes wirklich überrascht, schob aber den Fehler auf mein Equipment und habe die Boxen zurück gegeben (geklungen hatten sie übrigens durchaus ordentlich!). Nicht schlecht hab ich gestaunt, dass das Ganze sich bei meinem Bekannten mit den gleichen (nicht denselben! ;-) ) Boxen an seinem sehr übersichtlichen Setup wiederholte.

    Selbstverständlich haben andere Boxen an denselben Quellen das Problem bei mir nicht gehabt. Es scheint also ein Konstruktionsmangel zu sein, der vermutlich auf den Sparzwang zurückzuführen ist.
    Wie verhalten sich die getesten Boxen hierzu?

    PS: Der Boxenständer im Studio-Umbaubild ist großartig! :-)

    • Profilbild
      Onkel Sigi RED

      Griass Di cosmolab,

      die getesteten R65 V2 waren bei mir bezüglich Brummen absolut tadellos, sprich nichts. Und Du kannst Dir sicher sein: Hätte ich ein Brummen vernommen, würde das hier als dickes Minus vermerkt stehen!

      Lediglich ein sehr leises Rauschen im Nahbereich war zu vernehmen (wie im Test erwähnt) und selbst dieses dürfte nur so ein „Lästerohr“ meines Schlages stören. Angeschlossen habe ich aber konsequent über den symmetrischen Eingang der Box.

      Die Boxenständer sind vor ca. 25 Jahren von einer Künstlerin gemacht worden und seither fester Bestandteil meines Studios. Sind ein echter Hingucker.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  6. Profilbild
    ragga

    hallo

    ich hätte eine frage zu den endstufen des monitors.
    sind Class-D- oder A/B-Endstufen verbaut ?
    im ersten bericht bei amazona zu dem monitor steht, die Presonus R65 V2
    und R80 V2 werden durch Class-D-Endstufen betrieben.
    auf der website von presonus steht dagegen bei den spezifikationen von R65 V2 und R80 V2 ,
    dass analoge A/B-Verstärker eingesetzt werden.
    im gegensatz zu den vorgängern, die mit Class-D-Endstufen
    ausgestattet waren.
    und bei thomann steht wiederum, R65 V2 und R80 V2 haben Class-D-Endstufen.
    vielen dank für jede hilfe

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