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Test: Magix Samplitude Pro X6, Digital Audio Workstation

22. September 2021

Major Update oder echter Versionssprung?

samplitude pro x6 suite test

Magix Samplitude Pro X6, Digital Audio Workstation

Gut ein Jahr nach dem Release von Samplitude Pro X5 (hier unser Test dazu) hat Magix den Nachfolger X6 herausgebracht. Beim Vorgänger – den ich letztlich mit einem knappen „gut“ bewertet hatte, hatte ich die wenigen wirklichen Neuerungen bemängelt. Auch das Fehlen von heute fast selbstverständlichen Features wie einer Akkordspur und das doch leicht unübersichtliche GUI hatten in meinen Augen Potential für zukünftige Verbesserungen. Daher war ich gespannt, was Magix in der doch recht kurzen Entwicklungszeit von einem Jahr auf die Beine gestellt hat. Ist Samplitude Pro X6 dieses Mal denn mal mehr als wieder nur ein großes Update geworden? Rechtfertigen die neuen Features und Verbesserungen den Versionssprung?

Samplitude Pro X6

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Samplitude Pro X6: Historisches und Versionen

Den Erstkontakt mit Samplitude hatte ich 1992, als die Software noch als Sample Editor für den Amiga unterwegs war, entwickelt vom „Studio für elektronische Klangerzeugung Dresden (SEK’D)“. Als 1995 dann die erste PC-Version erschien (vertrieben von Hohner Media) war ich schon auf Logic umgestiegen – und wohl nicht nur ich: Cubase und Logic waren die angesagten DAWs, während Samplitude eher ein Schattendasein führte (und lange Zeit auch als zu unansehnlich und zu teuer galt). Mit der Umstellung der Zählweise durch Magix (nach der Version 11 folgte Pro X) wurde ab Samplitude Pro X2 der Preis recht deutlich gesenkt, was dann der etwas größeren Verbreitung der DAW vermutlich zuträglich war.

Die gibt es – wie immer – in drei Versionen, die sich vor allem durch den Funktionsumfang unterscheiden. Die kleinste ist das Samplitude Music Studio 2022 für 129,- Euro (hier gibt’s alle Infos dazu), das letztes Jahr noch 100 Euro gekostet hat, allerdings dafür auch um eine ARA2-Schnittstelle, modernEQ, einen dockbaren Track Editor sowie je acht neue Soundpools und Vita-Instrumenten erweitert wurde. Daher geht das wohl in Ordnung. Samplitude Pro X6 ist die Mittelklasse, die es zum unveränderten Preis von 299,- Euro gibt; was da alles im Preis enthalten ist, schauen wir uns gleich genauer an.

Das Highend-Modell schließlich bildet wieder die Samplitude Pro X6 Suite. Zum Preis von 449,- Euro sind noch Sound Forge Pro 14, Steinberg Spectral Layers Pro 8, iZotope RX 8  Elements, iZotope Ozone 9 Elements, colorFX Suite, CoreFX Suite, Convology XT Complete sowie zusätzliche Instrumente enthalten. Sowohl die Pro- als auch die Suite-Version können auch im Abo bezogen werden.

Samplitude Pro X6

Download und Installation laufen problemlos und schnell

Download und Installation

Über die Webseite von Magix (Account erforderlich) wird der kleine Installer heruntergeladen, der das ca. 900 MB große Hauptprogramm bei der Installation dann nachlädt. Anders als noch bei der letzten Version habe ich dieses Mal aber keine Chance mehr, das Zielverzeichnis festzulegen (oder ich muss das übersehen haben) – so landet alles auf der C-Partition. Die ist bei mir zwar ausreichend groß und schnell (1 TB SSD), trotzdem möchte ich das schon selber entscheiden dürfen, da ich C eigentlich nur für Betriebsrelevantes reserviert habe. Gleiches gilt für die Instrumente, die – und das ist wiederum positiv – später aus dem Hauptprogramm bei Bedarf einzeln nachgeladen werden können; auch die landen ungefragt auf C.

Die Aktivierung der Software geht problemlos und kommt vor allem ohne Dongle oder E-Licenser aus (ja, da hatte ich bei Steinberg schon des Öfteren so meinen Spaß mit). Wie gehabt sind zwei Freischaltungen mit einer Seriennummer möglich, also der Betrieb von Samplitude Pro X6 auf zwei Rechnern, was Magix gleich mal einen weiteren Pluspunkt einbringt.

Samplitude Pro X6

Audiofiles können während des Abspielens editiert werden

Samplitude: Was bisher geschah

Für alle, die keine Lust haben, zu meinen Tests der Vorversionen X5 und X4  zurück zu klicken und für die, die bisher Samplitude-los durchs Leben irrten, hier mal eine kurze Zusammenfassung.

Samplitude hat schon lange seine Sample-Editor-Vergangenheit hinter sich gelassen und liefert das komplette DAW-Paket aus Recording, Editing, Produktion, Mixing und Mastering (hat beim objektbezogenen Arbeiten aber noch immer seine Stärken) – und wird zudem mit einem umfangreichen Paket an Software-Instrumenten, Samples und Effekten ausgeliefert.

Seit einiger Zeit bringt Samplitude zudem einiges an professionellen Broadcast- und Mastering-Tools wie Loudness Metering nach EBU R128, DDP-Export, Encoder Preview, True Peak Limiter für die Analyse und MP3/AAC-Vorhörfunktion im Summenregler mit, die früher ausschließlich in der (mit 2.899,- Euro deutlich teureren) Profi-Rundfunkversion Sequoia zu finden waren.

Weitere Pluspunkte: Der neue Plug-in-Browser befeuert seit Version X4 den Workflow, Automation von Spur-Parametern (wie Volume oder Panorama) als auch von VST-Effektparametern, können in Unterspuren der Audiospur dargestellt und gesteuert werden, bis zu 32 CPU-Kerne werden unterstützt, Funktionen wie Melodyne Essential, zPlane Algorithmus, ARA oder projektübergreifendes Copy & Paste sind vorhanden. Die Benutzeroberfläche allerdings ist besonders auf hochauflösenden Monitoren schon immer etwas umständlich bedienbar, da sich Mixer & Co nicht frei skalieren lassen und das Ganze recht kleinteilig und pixelig ausfällt. Der MIDI-Editor wurde zwar im Lauf der Zeit überarbeitet, ist aber noch immer nicht ganz up to date. Neu in der Version X5 waren dann unter anderem eine Monitoring Section, ARA2-und MPE-Unterstützung, ein Tempotrack, Convology XT Complete, Automation Shapes und 11 neue Instrumente.

Samplitude Pro X6

Der Mixer von Samplitude

Das ist neu in Samplitude Pro X6

Bevor wir uns die Sachen dann im Detail anschauen, gibt es hier schon mal eine Übersicht der wichtigsten Neuerungen in der Version X6.

  • Dynamic EQ (Neuer Equalizer mit pegelabhängigen Bändern)
  • Track Output Recording (Spuren, Busse oder Master als Quelle für Audio-Aufnahmen)
  • Preset-Suche im Plug-in-Browser
  • Automation Panel (Zentrale Automationssteuerung)
  • Dockbarer Track-Editor
  • Projekt-Editierung während der Wiedergabe in Echtzeit
  • Neu integrierte Resampling Engine
  • Verbesserte Aux-Level-Steuerung
  • Vier neue Instrumente

Erster Eindruck: Es geht in erster Linie um Verbesserungen im Workflow und im Handling, es gibt aber wenig neuen Content oder echte Innovationen. An der teilweise unübersichtlichen GUI wurde anscheinend nichts geändert, auch Selbstverständlichkeiten wie eine Akkordspur fehlen weiterhin. Das sieht auf den ersten Blick doch etwas mager aus, um eine komplett neue Versionsnummer zu rechtfertigen, aber – schauen wir mal in Ruhe, was dahinter steckt. Vielleicht habe ich ja was übersehen.

Samplitude Pro X6

Der neue Dynamic EQ

Dynamic EQ in Magix Samplitude Pro X6

„Durch dynamicEQ mischen Sie ab sofort einfacher und präziser – wenden Sie Frequenzabsenkungen und Boosts nur dort an, wo Ihr Material davon profitiert“ – schreibt Magix auf der Samplitude-Produktseite. Na, das probiere ich doch gleich mal aus. Bis zu 16 Frequenzbänder können aufgerufen werden, und für jedes davon kann ich wiederum aus den Filtertypen Hochpass, Low Shelving, Peaking, Bandpass, High Shelving und Tiefpass auswählen, teilweise mit einstellbarer Steilheit (Tiefpass, Bandpass und Hochpass). Außerdem lässt sich auch an den Parametern Grenzfrequenz, Gain und Filterbandbreite schrauben, ebenfalls pro Filterband. Ist schon eine Menge, aber noch nicht alles, denn außerdem kann ich auch festlegen, ob das Filterband auf beide Stereokanäle, jeweils nur auf einen Kanal oder Mitten- bzw. das Seitensignal wirken soll. Und schließlich kann ich auch noch die Band Dynamics aktivieren (Attack/Release, Threshold, Ratio). Heißt: Wenn ich zum Beispiel mehrere sich zeitweise überlagernde Bassspuren habe, greift der EQ nur dann ein, wenn er wirklich benötigt wird – praktisch.

Bei all den Möglichkeiten ist es schon beruhigend, dass Magix da einen ganzen Batzen zum Teil speziell Instrumentenbezogene Presets mitliefert, die einem tatsächlich einiges an Arbeit und Bastelei abnehmen. Hören wir mal rein. Sämtliche Beispiele stammen aus dem Samplitude Demo Song „Yo Are“. Hier ein unbearbeiteter Drumloop:

Jetzt dasselbe mit dem Preset DYN BassDrum. Und tatsächlich klingt die dicke Trommel etwas wuchtiger

Aber da ist noch ein zweites Preset für die BassDrum namens DYN Kick Punch:

Na ja… klingt jetzt nicht wirklich anders als die davor, hat aber zugegebenermaßen mehr Punch als die nackte Loop. Und auch das übrige Schlagwerk wird mit eigenen Presets bedacht. So zum Beispiel die Tom, die damit etwas schärfer klingt:

…oder die HiHats, die natürlich eigentlich auf einer eigenen Spur liegen müssten, da das Preset ansonsten den Rest eindampft. Aber für eine Demo sollte es genügen:

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Und dann ist da auch noch ein Preset für Drums allgemein – aber da höre ich nun wirklich keinen Unterschied mehr zum Ausgangsmaterial. Oder meine Ohren sind inzwischen einfach hinüber (zu lange im Proberaum zu nah neben der Bassbox gestanden).

Aber nicht nur die Drums werden bedacht, auch andere Instrumente bekommen ihr Preset. Bass trocken:

…und mit dem Preset DYN Bass Magic, das ihm etwas mehr Wumms gibt.

Vocals trocken:

Mit Preset DYN Vocal (Hm – kein dramatischer Unterschied):

Oder mit dem Preset DYN Vocal Lead, der etwas die Bässe rauszieht und die Vocals im Mix dadurch durchsetzungsfähiger macht. Daher hier mal die komplette Band mit trockenen Vocals:

Und hier das Ganze mit dem DYN Vocal Lead.

Ok, jetzt lasse ich den neuen EQ mal ganz raus und nehme stattdessen zwei der enthaltenen eFX-Effekte, Vocal Strip und Tube Stage.

In meinen Ohren klingt das voller als mit dem dynamicEQ. Aber klar, mit etwas Bastelei ist da mit all den sehr präzisen Bearbeitungsmöglichkeiten natürlich noch mehr rauszuholen, und in manchen Situationen bringt der Dynamic EQ dank pegelabhängiger Bänder und Kompressor-ähnlicher Eigenschaften auch einiges mehr als andere EQs, aber ein alleiniger Kaufgrund wäre der jetzt für mich selber trotzdem nicht unbedingt (vermutlich aber auch, weil ich da inzwischen ausreichend versorgt bin). Aber das muss jeder selber für sich entscheiden. Mal schauen, was die anderen Neuerungen da drauf haben.

Samplitude Pro X6

Die Track-Editoren können jetzt überall angedockt werden – zum Beispiel unten

Workflow: Presets im Plug-in-Browser, dockbare Track-Editoren und zentrale Automationssteuerung

Viele der Neuerungen zielen auf einen schnelleren Workflow ab. So auch die Möglichkeit, im Preset-Browser jetzt auch gezielt über eine Stichwortsuche nach Effekt-Plug-ins und Instrumenten zu suchen. Dabei kann ich dann auch Favoriten kennzeichnen und Filterfunktionen zur genaueren Suche nutzen. So bekomme ich auf einen Klick eine Übersicht über all meine Delays, Synthies oder was auch immer. Sehr übersichtlich und zeitsparend.

Mit dem neuen Automation Panel kann ich jetzt alle Spuren auf einmal bearbeiten und muss da nicht von Track zu Track springen. Dabei kann ich bestimmte Arten von Parametern (Volume, Pan, Aux-Sends, Plug-Ins) vom Write-Befehl ausnehmen und so dafür sorgen, dass bestimmte Automationskurven nicht verändert werden, obwohl sie Write-Modus sind. Wie oft hat man sich schon aus Versehen Kurven zerschossen, weil man da eine Write-Option übersehen hatte? Ist für einige (globalere) Arbeitsschritte schon recht angenehm. Ebenfalls neu bei der Automation: Kopierte Automationsdaten eines Parameters können gleichzeitig auf mehreren Spuren eingefügt werden, auch kann ich über Preview jetzt Automationen vorhören, ohne dass die bestehende Automation geändert wird. Das alles funktioniert problemlos.

Die Trackeditoren lassen sich jetzt abkoppeln und im Fenster verschieben und mit einem größeren, übersichtlicheren Layout an anderer Stelle wieder andocken (auch horizontal – zum Beispiel unten unter dem Arranger-Fenster. Das ist ganz praktisch, wenn man mal einen Track besonders präsent haben möchte, weil der besonderer Aufmerksamkeit bedarf.

Samplitude Pro X6

Presets lassen sich nun gezielt im Plug-in-Browser suchen

Neue Features: Track Output Recording, Editierung während Wiedergabe, verbessertes Resampling

Track Output Recording ist zwar neu in Samplitude Pro X6, in anderen DAWs schon länger dabei. Aber gut, nun ist es auch in Samplitude möglich, die Ausgabe einer beliebigen Spur (oder mehrerer), eines Busses oder Masters als Quelle für die Audioaufnahme einer Spur auszuwählen. Was ja zuweilen ganz nützlich ist, mache ich in Studio One (der DAW meines Vertrauens) schon eine ganze Weile. Schön wäre es gewesen, darüber auch etwas im Handbuch zu erfahren – das aber schweigt zu dem Thema, zumindest habe ich nichts gefunden. Ist aber eigentlich nicht allzu kompliziert, wer das in anderen DAWs bereits fehlerfrei hinbekommen hat, dürfte damit auch hier kein Problem haben.

Eine feine und mitunter recht nützliche Sache ist das Editieren von Audiofiles während der Wiedergabe. Aktiviere ich das Icon „Kontinuierliche Wiedergabe beim Schnitt“, so kann ich den Track laufen lassen und gleichzeitig da Sachen Ausschneiden, am Volume etwas ändern und dergleichen mehr. Das alles ist nicht destruktiv, sondern wird erst einmal (mit gepunkteten Linien) vorläufig ins File eingetragen und erst beim Abspeichern dann finalisiert. Gerade bei längeren Wortbeiträgen (wie ich sie hier in der Praxis auch immer wieder habe) ist das sehr willkommen für einen ersten Grobschnitt, um Pausen zu eliminieren und Lautstärken anzupassen; so habe ich dann bei der Feinarbeit deutlich weniger Aufwand. Allerdings wäre es auch hier schön gewesen, das auch im Manual etwas genauer zu erläutern – dass ich das dazu benötigte Icon erst händisch in die Werkzeugleiste hinzufügen musste, habe ich eher zufällig aus einem YouTube-Video erfahren.

Ebenfalls ganz praktisch ist die neue bzw. überarbeitete Resampling-Engine, die es mir ermöglicht, in einem Projekt mit beliebigen Sampleraten zu arbeiten, ohne dass ich die erst vorher noch umständlich anpassen muss, so wie es in manch anderer Software der Fall ist.

Samplitude Pro X6

Vita gehört schon länger zu Samplitude

Was gibt es sonst noch Neues in Samplitude Pro X6?

Erwähnenswert ist sicher auch noch die verbesserte Fader-Steuerung („Sends on Fader“) in den AUX-Bussen (die in anderen DAWs aber nun auch schon geraume Zeit dabei ist). Dazu kommen unter anderem kleinere Sachen wie das Wechseln von Mixerlayouts per Tastatur, neue Optionen im Recording-Dialog, die Funktion „Alle Fenster auf den Hauptbildschirm“ (praktisch bei wechselnder Nutzung der DAW mal mit, mal ohne einen zweiten Bildschirm, eine Mid-Side Option im Panorama-Dialog, um ein Mid-Side-Signal direkt in ein Stereosignal zu wandeln oder ein neuer Algorithmus für „Stille entfernen“ mit verbesserter Geschwindigkeit. Außerdem gibt es  zahllose von kleinen Detailverbesserungen und Bugfixes, sowie vier weitere Instrumente (Bass Machine, Lead-Synth, Jazz/Rock-Drums, Soundtrack-Percussion, wenn ich das richtig überblicke).

Ein Wort noch zu den mitgelieferten Instrumenten und Librarys: Da ist wie gehabt ein „bunter Strauß“ mit dabei, angefangen von der Sampler Workstation Independence (In Samplitude Pro X6 in einer „Pro Plus“-Version), über Vita 2 mit gut 20 Instrumenten inklusive einem Vita Orchestral Ensemble und einigen Synthies wie DN-e1 und Revolta 2. Die Auswahl an Sounds ist da etwas willkürlich, vom EDM-Elektrokleingeräten bis hin zu akustischen Orchesterinstrumenten ist da alles vertreten, ohne aber jetzt vollständig zu sein; einiges ist dann auch nur in der Suite-Ausgabe vertreten. Um mich aus dem X5-Test zu zitieren: „Einige klingen durchaus nicht schlecht (wie etwa die Pianos oder die Vintage Bläser), andere eher so „na ja“ – ein komplettes Orchesterensemble, das gerade einmal 250 MB groß ist, klingt dann halt auch nach 250 MB“. Schön ist wie gesagt, dass ich immer noch selber entscheiden kann, was ich mir auf die Platte hole, da wird nichts von Beginn ungefragt installiert.

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Fazit

Erneut hat Magix eine längere Liste kleinerer Detailverbesserungen, Bugfixes und auch Neuerungen präsentiert, darunter auch einige durchaus interessante Features. Wobei aber die echten Neuerungen – wie schon bei Samplitude Pro X5 und X4 – doch etwas dünn gesät sind. Die Grenze zwischen Major Update und wirklich neuer Version ist bei Samplitude recht schmal, eine Version Pro X5.5 hätte es in meinen Augen vielleicht auch getan. Hinzu kommt, dass bei Samplitude noch immer Standards wie eine Akkordspur fehlen und das GUI unverändert kleinteilig und ziemlich unübersichtlich ist. Dass wir uns nicht falsch verstehen: Samplitude hat durchaus seine Stärken (besonders beim objektbezogenen Arbeiten), kommt mit einem recht umfangreichen Paket und hat auch einiges am Workflow verbessern können (ohne da aber die Klasse von Studio 5 zu erreichen), ist also durchaus eine DAW mit einem guten Ansatz und mit Substanz. Statt aber mal an den grundlegenden Mängeln zu arbeiten (und das GUI komplett neu aufzusetzen), gibt es Jahr für Jahr etwas sparsame Feature-Updates zum Vollpreis. So bekommt Samplitude Pro X6 als DAW an sich von mir noch immer ein „gut“ – die Release-Politik dafür aber ein „unbefriedigend“. Mein Rat: Bis zur Version X7 einfach mal zwei Jahre Zeit lassen und mehr auf die Nutzer hören.

Plus

  • recht umfangreiches Gesamtpaket
  • leistungsstarker dynamicEQ
  • praktische Suchfunktion im Plug-in-Browser
  • Echtzeit-Editierung von Audiofiles
  • stark beim objektbasierten Arbeiten
  • komfortable Monitoring-Section
  • verbesserter Workflow
  • zwei Freischaltungen pro Lizenz

Minus

  • GUI unverändert etwas unübersichtlich, umständlich und altbacken
  • eher wieder ein Major Update denn ein Versionssprung

Preis

  • Samplitude Music Studio 2022: 129,- Euro
  • Samplitude Pro X6: 319,- Euro
  • Samplitude Pro X6 Suite: 479,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Vati  

    Ich kann mich dem Fazit des Autors nur anschließen. Seit Version X4 überschaubare Neuerungen. Und wirklich ärgerlich das GUI. Pixelgrafik auf einen 27 Zoll UHD Monitor, da kommt Freude auf. Schade, da Samplitude in meinen Augen das „All in One“ Audioprogramm ist. Das Upgrade kostet übrigens weiterhin unverschämte 249.-€ !
    Auch dieses Update findet nicht den Weg auf meine Festplatte.
    Grüße von Vati

  2. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    > Anders als noch bei der letzten Version habe ich dieses Mal aber keine Chance mehr, das Zielverzeichnis festzulegen (oder ich muss das übersehen haben) – so landet alles auf der C-Partition. […]

    Och, neee! Software-Entwicklung aus der Steinzeit (wenn Du’s nicht doch übersehen hast). Mich bringt so etwas immer auf die Palme, weil es einen kleinen Blick darauf werfen lässt, wie »professionell« eine Firma ihre Kundschaft tatsächlich sieht.

    Man kann sich unter Windows 10 zwar inzwischen ganz gut behelfen, indem man das Installations-Verzeichnis per Hand kopiert und vom originalen Ort dann einen Link auf das neue Verzeichnis setzt. Aber nervig ist es trotzdem.

    • Profilbild
      Vati  

      Das Zielverzeichnis kann man weiterhin frei auswählen, wie auch alle Pfade für Plugins, Vorlagen usw. Der Workflow hat sich tatsächlich um einiges verbessert. DSP Auslastung ist spürbar gesunken!
      Grüße von Vati

      • Profilbild
        m.steinwachs  RED

        Hm – dann ist das wohl gut versteckt. Mir wurde da bei der Installation keine Alternative angeboten, auch bei den Instrumenten nicht. Aber ich checke das gerne noch mal. Wie gesagt – ich schließe nie aus, dass ich was übersehen habe.

      • Profilbild
        m.steinwachs  RED

        Also, ich habe gerade noch mal testweise einige Plugin installiert – da war keine Abfrage nach einem Zielverzeichnis. In den Programmeinstellungen kann ich die Zielorte für Projekte und Temporäre Dateien festlegen, ansonsten habe ich da nichts entdeckt. Da kann mir höchstens bei der Erstinstallation was durch die Lappen gegangen sein, wobei ich da eigentlich doch recht genau hingeschaut habe. Aber ok, nobody is perfect. Und ist ja auch nur ne Kleinigkeit,

        • Profilbild
          pulpicon  

          Gut möglich dass Magix einen gemeinsamen Pfad für Instrumente und Soundpools etc. hat – sobald dieser „ContentPath“ einmal durch eine Installation gesetzt wurde, wird er immer wieder genutzt. Zumindest ist es beim Music Maker so.

          • Profilbild
            m.steinwachs  RED

            Das mag tatsächlich sein – ich hab im Lauf der letzten Jahre so viel hier installiert und wieder entfernt, da war sicher auch mal was von Magix mit dabei.

        • Profilbild
          Vati  

          Bei der Erstinstallation kommt nach dem extrahieren der Dateien das Fenster „Willkommen bei Samplitude“ und dort kann man auch die „Standardeinstellungen ändern“. Clickt man gleich auf „Zustimmen und Installieren“ wird Samplitude auf „C“ installiert.
          Grüße von Vati

  3. Profilbild
    ctrotzkowski  

    Jaja, die Upgrade Politik für Samplitude ist schon seit langer Zeit sehr unattraktiv. Die Marketing Abteilung nervt mich auch schon mit immer wieder neu zu setzenden „nicht mehr anzeigen“ Häkchen mit Upgrade Werbung beim Programmstart – das muß ja auch nicht sein.

    Dennoch liebe ich weiterhin den objektorientierten Workflow, der m.E. weiterhin Spitze ist – ich werde aber auch die Upgrade-Runde(n) aussitzen, bis es wieder einen echten Grund geben wird.

    Warum aber Studio One hier als Vorbild für den Workflow genannt wird, erschließt sich mir nicht. Seit ca. 2 Jahren versuche ich immer wieder einmal mit Studio One zu arbeiten – hauptsächlich wegen der Fernbedienbarkeit per App, was bei Proben ja praktisch ist, wenn ich nicht direkt vorm PC sitzen kann. Ich breche mir aber immer wieder die Finger bei z.T. trivialen Aufgaben, die bei Samplitude (besonders in den „Managern“) oder Cubase extrem einfach zu bewerkstelligen sind. Und einen Mixer durch blanke Plugin-Slots zu ersetzen bringt mich dem Studio One auch nicht näher…

    Ich denke, das Thema „Übersichtlichkeit“ und „Workflow“ einer DAW GUI ist sehr individuell, was eben am besten zur „eigenen Denke“ paßt.

    • Profilbild
      m.steinwachs  RED

      Klar, das ist immer alles subjektiv und eine Frage der Gewohnheiten und Vorlieben. Ich habe lange mit Logic und Cubase gearbeitet und (auch im Rahmen meiner Tests hier) so ziemlich alle anderen DAWs durch. Aber Studio One finde ich da in der Beziehung am elegantesten. ABer das darf auch jeder natürlich anders sehen.

  4. Profilbild
    Lapin  

    Spanned, diese DAW kannte ich nocht nicht. Wirkt so als wäre es teurer und weniger flexibel als Bitwig (und die meisten anderen DAWs die einem häufig unterkommen). Die integrierten Plugins sind vielleicht etwas mächtiger als die Stock-Bitwig Sachen aber an Vsts mangelt es heutzutage ja nicht.

    Was mir unklar beim lesen war: Was ist mit Akkordspur gemeint?

    • Profilbild
      m.steinwachs  RED

      Akkordspur ist eine separate Spur, die entweder automatisch (bzw. per Mausklick) aus anderen Tracks generiert wird oder die du selber mit Harmonien füllst. Du klickst auf eine Spur, wählst „auf Akkordspur extrahieren“ oder ähnliches und schon hast du die Akkordsymbole / den harmonischen Verlauf der Spur- die du dann (je nach DAW) auf andere Spuren übertragen kannst. Sehr praktisch.

  5. Profilbild
    SoundForger2000  

    Was mich doch sehr wundert ist, daß bei Samplitude schon seit Jahren hier so gut wie nie auf Dinge eingegangen wird, die für Mastering & Post Production relevant sind. Features wie Anzeigen aller Art (Level Meter, True Peak Capability, Korrelationsgradmesser, RTA etc.), Batch Processing, Dithering Algorithmen usw. Gerade da ist Samplitude/Sequoia den meisten anderen DAWs doch deutlich überlegen. Es scheint, als würde man hier stets nur die GUI und die Möglichkeiten zum Musik MACHEN, kaum aber zum BEARBEITEN als Bewertungskriterium heranziehen.

    Obwohl ich weißgott viele Plugins habe, möchte ich doch nicht jede 2. Funktion bei einer DAW über Plugins „nachrüsten“ müssen.
    Vom Standpunkt MASTERING & POST PRODUCTION aus würde ich mit Bitwig, Studio One & Co. nicht glücklich.

    Was mir bis dato aber gänzlich unverständlich geblieben ist, ist die Frage, warum es bei MAGIX (außer beim übernommenen SoundForge – seit 20 Jahren mein „Arbeitstier“ – hence my name ! ;-)) keine Statistikfunktion gibt, welche Auskunft über Pegelverhältnisse u.ä. liefert.

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